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in Time

Newsletter der Schnitzer Group | Ausgabe 02.2010

Produktionsprozess-
verlagerung – aber sicher!
Es gibt viele Gründe für einen OEM oder einen Tier-Lieferanten, einen Produktions­­- onsprozessverlagerung wird oft unter-
schätzt, denn: Eine Produktionsprozessver-
prozess zu verlagern – und viele Risiken, die eine solche Verlagerung mit
lagerung ist mehr als nur der Transport von
sich bringen kann. Gute Planung und Projektmanagement sind hier gefragt! Werkzeugen, Hilfsmitteln, Vorrichtungen,
Restbeständen usw. von A nach B. So müs-
sen auch Infrastruktur, Maschinen- und An-
lagenanschlüsse, Applikationen, Werkzeu-
ge, Vorrichtungen usw. angepasst werden.
Wenn zusätzlich eine umfangreiche Liefe-
rantenentwicklung bzw. -qualifizierung an-
steht, wird das Projekt aufwendig und
muss daher minutiös geplant werden. Ro-
bert Steger kennt die Proble­matik aus zahl-
reichen Verlagerungsprojekten und weist
auf fünf kritische Themen­bereiche hin:

1. (Re-)Qualifizierung von
Produktionsprozess und Produkt
Auftraggeber und Auftragnehmer stimmen
Foto: istockphoto

im Vorfeld alle Details ab, um einen realisti-


schen Zeitraum für die Qualifizierung kalku-
lieren zu können. Welche Punkte dies expli-
Bauteilbeschaffenheiten sind definiert und Produkte und deren Fertigungsprozesse so- zit umfasst, darüber geben die Spezifikatio-
Lieferanten sind austauschbar. Dies ist vom wie das Schaffen eines angemessenen nen des VDA oder QS9000 Auskunft. Für
Grundsatz her richtig (und wichtig), in der Bauteilevorlaufs. Ist der „Neue“, der künftig die Prozess-Auditierung stehen Band 6 Ka-
Praxis aber nicht immer ohne Weiteres um- fertigen soll, ein bereits bekannter Zuliefe- pitel 3 des VDA und das R@R-Verfahren
setzbar. Damit die Produktqualität auch rer des OEM, Tier 1 oder Tier 2, sind die Ab- nach QS9000 zur Verfügung, für die Bauteil-
nach der Verlagerung stimmt und ausrei- läufe meist eingespielt, was den Qualifizie- qualifizierung Band 2 Kapitel 4 und die PPAP-
chend viele Teile an der richtigen Stelle in rungsprozess von Prozess und Produkt ver- Methode. Steger: „Bei der Bauteilrequalifi-
time verfügbar sind, muss ein solches Pro- einfacht. Das Ganze wird jedoch komplex, kation können neben der Bemusterung und
jekt gut vorbereitet sein. Ein möglicher wenn es sich um einen neuen Lieferanten Vermessung die erneuten produktbezoge-
Bandabriss oder eine Lieferunterbrechung handelt, der womöglich auch noch bran- nen Prüfergebnisse der Bauteiltests – z. B.
beim OEM gehört zu den Horrorszenarien chenfremd ist: Eine umfangreiche Lieferan- Funktions-, Ober­flächen- und Werkstoff­
jeder Verlagerung. Erfolgsfaktoren für die tenqualifizierung und -entwicklung steht prüfungen – sehr aufwendig und damit res-
Verlagerung sind die Requalifizierung der dann bevor. Der Aufwand für eine Produkti- sourcenintensiv sein.“
Fortsetzung, siehe Seite 3
Schnitzer
Liebe Leserinnen
und Leser, Consulting Shanghai
erweitert Team
unsere Aufgabenfelder haben sich in Als „gut ausgelastet“ darf man das Schnitzer-

Foto: istockphoto
den vergangenen Jahren verändert: Team in Shanghai bezeichnen. Neue Auf­-
träge machten eine Erweiterung der Mann­-
Unsere Kunden stellen neue Anforde- schaft um Axel Oroszi notwendig. Neu dabei
rungen an uns, zusätzliche Bereiche ist Projektingenieur Leo Wang, der sich insbe­-
sondere des Themas Werkzeug- und Projekt­-
sind dazugekommen. Schnitzer ist
management ange­nommen hat. Außerdem
inzwischen auf rund 35 Mitarbeiter wird Oroszi kurzfristig die Stelle eines „Werk­-
zeug-Doktors“ besetzen. Der Werkzeug­
gewachsen. Damit wir unser Know-
machermeister aus Deutschland wird künftig
how noch besser für Sie einsetzen Werkzeuge schnell und sachgerecht in
und Synergien erzeugen können, China reparieren. Durch seine Arbeit vor Ort
entfallen hohe Reisekosten für euro­pä­
haben wir unser Unternehmen in ische Schnitzer-Kunden. Um die Pro­duk­tion
sieben Geschäftsbereiche aufgestellt: nicht stilllegen zu müssen, erfolgen
die Reparaturen meist am Wochenende.
Systemisches Projektmanagement,
Technischer Einkauf, Qualitäts­
management, Prozessmanagement, Robert Steger:
Entwicklungsmanagement, Techni- Er tanzte auf dem Vulkan
sche Simulation und Consulting. Robert Steger mag’s, wenn’s brodelt und wenn hoher Druck
In jedem Bereich arbeiten Experten, herrscht – dies gilt im Alltag bei Schnitzer, gilt aber auch,
wenn er an sein Studium an der Universität von Reykjavik
die sich mit ihrer Erfahrung
zurückdenkt. Auf Island und im schwäbischen Weingarten
und ihrem Wissen um Ihr Anliegen ließ er sich zum Wirtschaftsingenieur aus­bilden. Auf der
kümmern. Über einige unserer Feuerinsel lernte er Isländisch, vor allem perfektionierte er
dort sein Englisch, was ihm heute insbesondere in interna­
Projekte lesen Sie in dieser Ausgabe. tionalen Projekten sehr zugute kommt. Erste berufliche Erfahrungen sammelte Steger
während seines Studiums zum Wirtschaftsin­ge­­nieur bei der MTU/Tognum AG in
Friedrichshafen sowie beim Zulieferer ZF Friedrichshafen AG, bei dem er seine Diplom­
arbeit schrieb.

Bei Schnitzer ist Steger zuständig für Qualitäts- und Umweltmanagement. Er be­gleitet
Produktionsprozessverlagerungen und kümmert sich in Projekten um das Termincontrol-
ling und um Lieferantenmanagement und -entwicklung. Zudem ist er interner Auditor
Ihr Peter Schnitzer nach Automobilstandard ISO/TS 16949:2002 (TSG). Stegers Liebe gilt nach wie vor Island
und den nordischen Ländern, die er regelmäßig bereist, dem Horn und der Trompete
sowie den Skiern und dem Snowboard.

Schnitzer on the move


Die Hightech-Region Stuttgart ist eine der stärksten Wirtschaftszentren im Land und
von jeher ein wichtiger Standort der Schnitzer Group. Nach elf Jahren in der Gerok-
straße in Bietigheim-Bissingen steht jetzt ein Umzug der Niederlassung ins benach-
barte Kornwestheim an. Im denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Schuh­
Kornwestheim
fabrik Salamander bezieht das Schnitzer-Team zum Jahresende ein großes Büro Große Kreisstadt
mit ausgezeichneter Infrastruktur und guten Tagungs- und Schulungsmöglichkeiten.
Kreis Ludwigsburg
Geschäftsführer Peter Kienzle freut sich schon: „Das neue Büro in der Nähe unserer
Kunden unterstreicht die Bedeutung des Standorts Stuttgart. Die schönen Räume
bieten angenehmes Arbeiten für die Kollegen.“
Schnitzer Dienstleistungsbereiche
Zertifiziert!
Christian Damaske, seit 2001 im Schnitzer-
Team, ist jetzt zertifizierter Projektmana­ge­
Technischer Qualitäts- Technische
ment-Fachmann (GPM). Bei dieser an-
Einkauf management Simulation
wendungsorientierten Zusatzaus­bildung
Systemisches brachte er sein Fachwissen auf den neues-
Projektmanagement ten Stand und erweiterte sein metho­
disches Rüstzeug. In seiner Projektarbeit
Entwicklungs- Prozess- beschäftigte er sich mit innereuro­päischer
Consulting
management management Werkzeugverlagerung, wodurch er den
Nachweis für den Transfer von der Theorie
in die Praxis erbrachte. Seine Kunden
Die Schnitzer Group gliedert sich in sieben Dienstleistungsbereiche. Damit ist sichergestellt, dass sich die
Experten auf ihr jeweiliges Fachgebiet konzentrieren. Synergien entstehen durch die interdisziplinäre
profitieren nun von seinem ver­tieften und
Zusammenarbeit zwischen den Dienstleistungsbereichen. Informationen zu den Themen gibt es auch auf der reflektierten Verständnis von Projekt­
neu gestalteten Website www.schnitzer-group.com. management.

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Produktionsprozessverlagerung – aber sicher!


2. Vorläufe, Sicherheitsbestände wenn der ehemalige Lieferant am Tag der kann der Lieferant die notwendigen Sicher-
und Logistik Verlagerung die Umfänge nicht herausgibt, heitsbestände und Bauteilvorläufe schaffen.
Lieferengpässe oder Bandabrisse beim weil diese sich noch in seinem Besitz befin- „Verlagerungen sind in der Praxis oft
OEM müssen auf jeden Fall vermieden den. Solche Irritationen gefährden einen schlecht oder zu optimistisch geplant“, be-
werden. Dazu sollen die Akteure im Vorfeld pünktlichen Produktionsstart. richtet Robert Steger. „Damit diese Projek-
die Zeitbedarfe für die Verlagerung und te risikoarm ablaufen, heißt es, alle rele­
damit verbunden den benötigten Bauteil- 5. Optimierungsschleifen vanten Einflussgrößen und möglichen Zeit-
vorlauf und die Bauteilsicherheitsbestände Optimierungsschleifen, die zu neuen Bau- fresser zu berücksichtigen. Hierzu haben
(inklusive der Standardausschussquote) teil-Entwicklungsständen führen, sollten in wir umfassende Konzepte entwickelt und
exakt und belastbar kalkulieren. Zu berück- dieser meist sehr angespannten Phase nur in zahlreichen Referenzprojekten erfolgreich
sichtigen ist dabei auch der logistische Auf- sehr vorsichtig und nach fundierter Prüfung umgesetzt.“ Die Schnitzer Group unter-
wand: Termine, Ladeflächen und -volumen, umgesetzt werden – dann aber auch nur stützt sowohl bei der Verlagerungsplanung
Produktionsstopp und -neustart gilt es für die Werkzeugverlagerung. im Vorfeld als auch bei bereits fortgeschrit-
­abhängig von der Transportzeit der Werk- tenen Verlagerungsprojekten und sorgt
zeuge, Vorrichtungen, Restbestände zu Schlanke Lagerbestände sind betriebswirt- dabei für maximale Transparenz bei Werk-
­planen. „Alte“ und „neue“ Bauteile (Ent- schaftlich sehr sinnvoll. Für einen (spon­ zeugen und Bauteilbeständen und eine kon-
wicklungsstände) müssen klar gekennzeich- tanen) Verlagerungsprozess und dessen an- sequente Terminverfolgung. Eine Verlage-
net werden, um Mischverbaue beim Kun- schließende (Re-)Qualifizierung stellen sie rung kann dann mit minimalem Risiko über
den (am Band) zu vermeiden. Zukaufteile jedoch ein hohes Risiko dar. Nur schwer die Bühne gehen.
müssen rechtzeitig am neuen Produktions-
standort vorhanden sein.
Schnitzer on Tour: Es ist eine schöne Tradition – einmal im Jahr macht das Schnitzer-Team mit Kind und Kegel
einen Ausflug. Diesmal fand der Familientag in Stuttgart statt. 33 Erwachsene und acht Kinder lernten die Landes-
3. Lieferantenauswahl hauptstadt vom Bus aus kennen, erhielten eine Führung im Fernsehturm und besuchten das Mercedes-Benz Museum.
Klingt plausibel, bedeutet aber oft eine
echte Herausforderung: Zu welchem Liefe-
ranten hin verlagert werden soll, ist sehr
gut zu prüfen. Parallel findet zwischen
Lieferant und Endkunden oder OEMs die
Abstimmung über Umfang und Inhalte der
Verlagerung statt, um nicht unter Zeitdruck
zu geraten. Gerade bei einer kurzfristigen
Entscheidung kann ein zu enges Zeitfenster
den Flaschenhals für das ganze Projekt
bilden.

4. Besitzverhältnisse
In einer frühen Phase muss der OEM oder
der Zulieferer klären, wer die zu verlagern-
den Werkzeuge, Maschinen, Anlagen, Hilfs-
Foto: © Daimler AG

mittel und Restbestände besitzt. Werden


womöglich Zahlungen fällig? Wer haftet für
die Güter? Es gibt nichts Schlimmeres, als
Roll-to-Roll-Digitaldrucker von Polytype. Kasper Widmer, CEO Digital Print Division, und Herbert Hojnick, Geschäftsführer Schnitzer International Swiss GmbH.

En t wick lungsunterstüt zung

Digitaldrucker erhält Marktreife


Professioneller Digitaldruck war vor Jahren noch ein Nischenprodukt und Wunsch­
denken bei vielen Anwendern. Genauso, wie man es von seinem Schreibtischdrucker
her kennt, drucken die Industriegeräte ohne wesentliche Initial-, Rüst- oder Reinigungs­
kosten „auf Knopfdruck“ aus der Datei. Der Anwender gibt lediglich die gewünschte
Qualität, das Format und die Auflage ein. Bis dahin hatte das digitale Drucken ein großes
Manko: Aufgrund geringer Geschwindigkeit und fehlender Tintenapplikationen war das
Verfahren nur für Kleinserien im grafischen Markt geeignet.

Neue Druckkopf-Technologien erlauben in- Prozesse aufzubauen, neue Technologien Schnitzer Group
zwischen eine Geschwindigkeit von 200 m² zu bewerten und das System fit für eine
Schnitzer
und mehr pro Stunde bei einer 100%igen industrielle Anwendung zu machen. Er er-
Anlauf- und Projekt-
Flexibilität bei den Varianten. Neue, spezi­ fasste die Anforderungen der potenziellen
management GmbH
fische Tinten erreichen heute die geforder- Anwender und führte werksintern die
Paradiesstraße 4
ten Prüfnormen und werden beispielswei- notwendigen Validierungsprozesse durch
88239 Wangen im Allgäu
se für das Bedrucken von Glas, Kunststoff und überwachte die Produktionsprozesse.
Deutschland
oder Holz eingesetzt; Tinten für das Bedru-
Durch die Weiterentwicklung der Steue- Telefon +49 7522 7079 69-0
cken von Aluminium sind im Test. Zu den
rungssoftware und neuer Peripheriekom- Telefax +49 7522 7079 69-18
renommierten Anbietern von Digitaldruck-
ponenten wie Be- und Ent­ladestationen
systemen und -komponenten gehört die
wurden Komplettlösungen möglich. Das Schnitzer
Polytype AG in Fribourg.
Projekt endete damit, dass für den Bau International Swiss GmbH
Für den Bau eines Roll-to-Roll-Druckers industrieller Digitaldrucker grünes Licht c/o OBT AG
mit einer Druckbreite von 5 m holten sie gegeben werden konnte. Die Polytype AG Hardturmstrasse 120
Herbert Hojnick, den Geschäftsführer erhielt mit Schnitzer als Partner die not­- 8005 Zürich, Schweiz
der Schnitzer International Swiss GmbH wen­dige und optimale Unterstützung, um Telefon + 41 43 818-2536
Zürich, ins Boot. Seine Aufgabe war es, als den Digitaldrucker serienreif auf den Telefax + 41 43 818-2537
Interims-Entwicklungsleiter systemische Markt zu bringen.
Schnitzer
Consulting Shanghai Co. Ltd.
c/o German Centre for Industry
Thomas Schuol wird and Trade Shanghai
88 Keyuan Road
Standortleiter für Wangen Tower 2 Office 626
Zhangjiang High-Tech Park
Im Rahmen der Neuorganisation der Schnitzer Group übernimmt
Pudong
Thomas Schuol die neu geschaffene Stelle des Standortleiters Wangen.
201203 Shanghai, China
Damit ist er Ansprechpartner für alle Kunden, die vom Allgäu aus
Telefon + 86 21 2898-6184
betreut werden; auch koordiniert er die Aktivitäten mit den Niederlas- Telefax + 86 21 2898-6252
sungen. Schuol ist diplomierter Wirtschaftsingenieur (FH) und hat
einen MBA-Abschluss. Bei Schnitzer ist der Projektleiter seit 2003 tätig. info@schnitzer-group.com
www.schnitzer-group.com