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Persönlich. Echt. Lebensnah.


D 12013
ISSN 0939-138X

4/2019
sfr 5,60
 4,10 (A)
 4,00

Engel – Hilfe aus ttering


HandSolegeht's
dem Himmel

Dem Weihnachts-
stress vorbeugen
Sis
Freundinnen ist da
Das christlic
he
machen Magazin für
Mädchen

glücklich

Sibylle Beck
Aus allem
Beste das
machen
Kompetenz. Und Gottvertrauen.

Alltagsakrobatin.

Durch Psychotherapie,
Psychiatrie, Psychosomatik
auf christlicher Basis.
In der de’ignis-Fachklinik erhalten Sie bei psychischen
Meine Seele
verdient die beste
und psychosomatischen Erkrankungen, wie zum Beispiel
Depressionen, Ängsten, Zwängen und Burnout, sowohl
stationär als auch ambulant oder tagesklinisch eine

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de’ignis-Fachklinik gGmbH • Walddorfer Straße 23 • 72227 Egenhausen • Telefon 07453 9391-0 • info@deignis.de
2 Lydia 04/2019
Ganz persönlich
Ellen Nieswiodek-Martin

Welche Veränderungen bei Ihnen


auch anstehen: Gott bleibt derselbe.
Gestern, heute und auch morgen. Er
hilft uns und lässt das Neue keimen!

Leben bedeutet Veränderung


Veränderungen gehören zum Leben. Nicht Sis, eine christliche Zeitschrift für Mädchen.
immer kommen sie geplant, vieles erwischt In einer Zeit, in der junge Leute überwiegend
uns unvorbereitet. online unterwegs sind, wagen wir den Ver-
Eine Kollegin hat einen Elternteil verloren. such eines gedruckten Magazins. Wir wollen
Neben aller Trauer musste sie das Haus ausräu- Mädchen in der turbulenten Zeit des Erwach-
men und den Besitz sichten. Neue Erkennt- senwerdens unterstützen, ihnen die Hilfe
nisse und Erinnerungen tauchten dabei auf. erfahrener Autorinnen geben, aber auch eine
Eine andere Kollegin hat geheiratet, ist in eine Plattform bieten, auf der sie sich gegenseitig
eigene Wohnung gezogen. Eine dritte hat das austauschen und ermutigen können. So wie
erste Baby bekommen. Ältere Kollegen berei- es LYDIA schon seit 33 Jahren tut. Mit einer
ten sich auf den Ruhestand vor. Eine Freundin Gruppe kreativer Mädchen als Beraterinnen
kämpft mit gesundheitlichen Einschränkun- und einem hochmotivierten freien Redak-
gen. Veränderung. Immer wieder. tionsteam (siehe Fotos auf Seite 32) haben
Als Familie merken wir noch Monate nach wir die letzten Monate an den Inhalten gear-
unserem Umzug, wie viele gewohnte Dinge beitet. Die erste Ausgabe von Sis liegt dieser
wir aufgegeben haben. Wie wir uns umorien- LYDIA bei.
tieren und vieles neu finden müssen: eine Kir- Es gibt auch einen Abschied bei LYDIA:
chengemeinde, Ärzte, Geschäfte, Wege, Ver- Imke Johannson, unsere langjährige Autorin
kehrsverbindungen, Freizeitmöglichkeiten. der Kreativseiten, widmet sich nun einer ande-
Das ist spannend, aber auch anstrengend. Es ren Aufgabe. Wir danken ihr für die vielen tol-
kostet Zeit und Kraft. len Beiträge in 14 Jahren!
Aber es geht weiter. Neue Menschen, neue
Beziehungen, neue Impulse. Als umzugserfah- Welche Veränderungen bei Ihnen auch anste-
rene Frau weiß ich das – eigentlich. Trotzdem hen: Gott bleibt derselbe. Gestern, heute und
schwingt gelegentlich Trauer um das verlorene auch morgen. Er hilft uns und lässt das Neue
Vertraute mit. Das gehört dazu. keimen!
In all dem tröstet es mich, zu wissen, dass Ich wünsche Ihnen, dass Sie darauf ver-
Gott sich nie verändert. Und dass er gute Pläne trauen können und dass LYDIA Ihnen dabei
für uns hat. Kürzlich las ich die Verse aus Jesaja weiterhilft.
43,18–19: „Denkt nicht mehr daran, was war
und grübelt nicht mehr über das Vergangene. Ihre
Seht hin; ich mache etwas Neues; schon keimt
es auf. Seht ihr es nicht? Ich bahne einen Weg
durch die Wüste und lasse Flüsse in der Einöde
entstehen.“ Gott macht etwas Neues. In jeder Ellen Nieswiodek-Martin
Phase unseres Lebens. Das ist ermutigend!
Neues gibt es auch in der LYDIA-Redak- PS: Veränderung gibt es auch bei den Preisen:
tion: Die Idee war schon lange in unseren Köp- Ab 2020 wird das LYDIA-Jahresabonnement
fen und Herzen. Nun haben wir sie umgesetzt: um 2,80 Euro teurer.

Lydia 04/2019 3
6
Aus allem das Beste
F OTO : R A H E L TÄU B E R T

machen
Interview mit Sibylle Beck
Lydia {inhalt}

52 14
Schulden Glaube & Lebenshilfe Beruf & Gesellschaft
vermeiden

62
24 Wort-Schätze der Bibel Friede 14 Als das Unmögliche möglich
Karin Schmid wurde Wie ich lernte, mit Wundern
zu rechnen – Irene Röttger
33 Meine Meinung Sind Sie schon mal
einem Engel begegnet? 20 „Gebt eure Kinder niemals auf!“
Das Leid meiner Tochter öffnete
34 Tiefer graben Hilfe aus dem mir die Augen für Menschen in Not
Himmel – Delia Holtus Maren Geerken
52 Kleine Gebrauchsanweisung für 26 Freundinnen machen glücklich
Begabte Mit meinen besonderen Beate Nordstrand
Fähigkeiten andere beschenken
Hanna Willhelm 38 Heidi Welsch: Von der Business-
Lady zur Sozialhilfeempfängerin
76 Heilige heute Weihnachtslieder auf Karin Schmid
dem Campingplatz Sabine Menger
• Die geschenkte Auszeit Andrea 58 Vom Paradies in den Brennpunkt
Deuter • Geschichte und Geschich- Cornelia Hahn
ten Ute Petermann • Ein Weihnachts-
62 Schulden vermeiden Wie man gut
wunder Margret Lehmann • Die leere,
mit Geld umgeht – Helmut Hertsch
volle Flasche Gabriele Berger-Faragó

4 Lydia 04/2019
58
Vom Paradies in den Brennpunkt

51 44 54
Ehe & Familie Körper & Seele { In jeder Ausgabe }

30 Meine berühmten Zwillinge 16 Gott erträgt auch meine Wut 3 Ganz persönlich
Was meine Töchter mich über Christa Keip Leben bedeutet Veränderung
Instagram & Co. gelehrt haben Ellen Nieswiodek-Martin
44 Bewusst den November erleben
Interview mit Lilli Mantler
Daniela Albert 12 Leserbriefe
42 Zwischendurchgedanken Licht
60 Zwangsstörungen, Angst und 18 echt.lecker Kartoffelpizza
Saskia Barthelmeß
unerwartete Heilung Saskia Barthelmeß
46 Weihnachtswitwe Das erste Fest Jessica Meyer
47 Liebe Leser
der Liebe nach dem Suizid meines
70 Meine Geschichte Mein Traum von
Mannes – Nicole Schenderlein 54 Selbst gemacht
Freiheit – Chalat Saeed
Handlettering – so geht´s
50 Dem Weihnachtsstress vorbeu-
gen Entspannung statt mütterlicher 66 Gut informiert. Neu inspiriert.
Einzelvorführung – Annemarie Pfeifer
74 Für Sie entdeckt
51 Schmunzeln mit LYDIA
81 Impressum
57 LYDIA-Familientipp
Kein Chaos unterm Weihnachtsbaum 82 Alltagswunder Meines Fußes
Heike Bauer Leuchte – Nicole Schmidt

50 Dem Weihnachtsstress
vorbeugen
Lydia 04/2019 5
LY D I A
Interview

F OTO : R A H E L TÄU B E R T

6 Lydia 04/2019
Interview mit Sibylle Beck

Aus

F OTO : LY D I A
allem
das
machen
Beste
Als Sibylle Beck mir die Tür öffnet, kommt mir der in kleineren Wohnungen gelebt hatten, hat Sibylle

größte Hund entgegen, den ich je gesehen habe. Es Beck hier Platz für Hund, Klavier und seit Kurzem für

ist Lenny, eine deutsche Dogge. Er beschnuppert mich ein Pferd gefunden. Obwohl sich damit ihre Kindheits-

kurz und legt sich dann auf seinen Teppich. Er wohnt träume erfüllen, sagt sie im Interview: „Wir wollen

mit Sibylle und Steffen Beck in Dettenheim, einem unser Herz nicht an das hängen, was wir haben. Gott

Dorf mit knapp 7000 Einwohnern, 21 Kilometer ent- hat uns reich beschenkt, dennoch weiß ich, dass alles

fernt von ihrer Karlsruher Kirche. Nachdem sie vorher nur geliehen ist.“

Sibylle, Sie leiten zusammen mit Ihrem Mann eine Würden Sie uns mehr von dieser besonderen
große Gemeinde. Haben Sie sich Ihr Leben als junge Erfahrung erzählen?
Frau so vorgestellt? Wir sind als Familie recht wenig in die Kirche gegan-
Früher hat sich meine Mutter eher gewünscht, dass ich gen. Meistens nur an Weihnachten. Irgendwie war
einen Arzt heirate, in einem schönen Haus wohne und immer klar: Dort gehen wir nicht hin, denn da passen
ein bürgerliches Leben führe. Geträumt habe ich davon, wir nicht hin. Mich zog es aber schon als kleines Mäd-
Sängerin zu werden. Oder Tierärztin. Das waren meine chen immer in die Kirche. Ich wollte unbedingt in die
Kindheitsträume. Als ich als Teenager zum Glauben Jungschar gehen, aber das passte nicht in unseren Alltag.
kam, wollte ich Missionarin werden. Ich war auf jeder Damals war es nicht üblich, dass Kinder in der Gegend
Missionskonferenz, habe in der Oberstufe Französisch herumgefahren wurden zu irgendwelchen Aktivitäten.
gelernt und wollte nach Westafrika gehen. Ich hatte den Weil wir in einem bürgerlichen Umfeld gelebt haben,
starken Wunsch, Menschen von Jesus zu erzählen, weil gehörte die Konfirmation aber dazu. Danach habe ich
ich als Teenager eine krasse Jesus-Begegnung gehabt gesagt: „Ich gehe jetzt in den Mädchenkreis. Das könnt
hatte. Das wollte ich weitergeben. Die Diakonin, die ihr mir nicht verbieten. Ihr wolltet, dass ich mich konfir-
mich als Teenager begleitet hat, wurde Missionarin in mieren lasse. Das gehört dazu und das mache ich jetzt!“
Taiwan. Sie war mein Vorbild. Dort habe ich die Diakonin kennengelernt. Sie hat uns

Lydia 04/2019 7
Beruf & Gesellschaft

Beate Nordstrand

machen glücklich
Freundinnen
D
Was ist eine Freundin? Ist „Freundin“ ein Ehrentitel, ie Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ defi-
niert Freundschaft als ein auf gegenseitiger
den ich nach langjährigen Freundschaftsdiensten
Zuneigung beruhendes Verhältnis von Men-
erhalte oder an andere vergebe? Oder sind die netten schen zueinander, das sich durch Sympathie
und Vertrauen auszeichnet. Eine in einer freundschaft-
Mädels, mit denen ich mich in der Kleingruppe treffe, lichen Beziehung stehende Person heißt Freund oder
Freundin. Passt doch, denke ich, die ich meine vertrau-
automatisch auch meine Freundinnen? Und die wich-
ten Bekannten gern als Freundinnen bezeichne. Christi-
tigste Frage: Wie finde ich überhaupt eine Freundin? ne sieht das anders: „Unter einer Freundin verstehe ich
etwas ganz anderes.“

26 Lydia 04/2019
Ich habe Freundinnen, deren Geburtstag ich nie ver- kungen greifen“, so das Resümee der Studie. Also gern
gesse, für die ich immer ein Geschenk habe – und ande- ein, zweimal in der Woche treffen. Und lieber in kleinen
re, deren Geburtstag ich nicht einmal kenne. Bedeutet Gruppen als in großen.
Freundschaft, den Geburtstag des anderen zu kennen? Intuitiv spüren wir, wie gut es uns tut, einen Abend
Für einige schon. Für mich nicht. Aufgrund unserer in netter Freundinnenrunde zu verbringen oder uns mit
Familiengeschichte und unserer Bedürfnisse treten einer guten Freundin auszutauschen. Unser Körper ist
unterschiedliche Erwartungen zutage. Wer hohe Erwar- während dieser Zeit hochproduktiv und bildet gesund-
tungen hat, kann leichter enttäuscht werden. Wer häufig heitsfördernde Hormone, die beispielsweise Depressio-
enttäuscht wurde, wird vorsichtiger. Wer zu vorsichtig nen entgegenwirken.
ist, erlebt seltener die Leichtigkeit im Umgang mit neuen
potenziellen Freundinnen. Raus aus der Einsamkeit
Ich habe das Glück, schon lange in einer Kirchenge-
Wozu überhaupt Freunde? meinde zu sein, die verschiedene Angebote für Frauen
Aber braucht man überhaupt eine Freundin? Miriam hat. Als junge Mütter trafen wir uns, um Überraschungs-
hatte viele Jahre kein Bedürfnis danach. „Mein Mann partys vor den Geburten unserer Kinder zu feiern. Wir
und ich sind uns genug“, erklärte sie mir einmal. Die begegneten uns während des Gottesdienstes im Mutter-
Situation änderte sich, als Miriams Mann plötzlich starb. Kind-Raum, verabredeten uns zum Gebet für unsere
Die Kinder waren alle schon aus dem Haus und nach- Kinder, zum Frühstück und zu Frauengesprächskreisen.
dem die große Welle der Anteilnahme abgeebbt war, Seit Jahrzehnten organisieren wir gemeinsame Freun-
wurde ihr schmerzlich bewusst, dass sie dabei war zu ver- dinnenwochenenden und laden Außenstehende
einsamen. Besonders die Wochenenden waren hart. An zu Freundinnenabenden ein. Wir gehen zusam- Gesünder
manchen Samstagen war die Kassiererin beim Einkaufen
der einzige Außenkontakt. Aber wie konnte sie aus ihrer
men wandern, feiern Feste, bieten Kleingruppen
und Fitness-Abende an.
als Avocado,
Isolation herauskommen? Es gibt Frauen, die seit dreißig Jahren von die- Grünkohl und
Nach reiflicher Überlegung meldete Miriam sich zu sen Angeboten profitieren, und andere, die noch Spinat ist das
einem Trauerseminar an. Sie traf auf Menschen mit ähn- nie daran teilgenommen haben. Obwohl Maria Zusammen-
lichen Erfahrungen und der Austausch tat ihr gut. Echte seit vielen Jahren zu unserer Gemeinde gehört, sein mit
Freundschaften fand sie nicht. Aber der erste Schritt aus
der Isolation heraus war gemacht. Seitdem hat Miriam
viel versucht, um Freundschaften zu schließen. Sie suchte
war sie dieses Jahr zum ersten Mal bei einem
Freundinnenwochenende dabei. Sie hatte bisher
andere Prioritäten und brauchte ihre Wochenen-
Freundinnen.
in gemeinsamen Interessengruppen, war aber auch offen den zur Erholung. Am liebsten verbrachte sie ihre freie
für neue Erfahrungen. Manches funktionierte, anderes Zeit zu Hause und dachte, das Alleinsein täte ihr gut.
nicht. Sie ist aktiv geworden und hat sich mit den Jahren An unserem Freundinnenwochenende hatte sie die
ein solides Beziehungsnetz aufgebaut. Wahl zwischen Einzel- und Doppelzimmer. Sie ent-
„Es hat sich gelohnt, mir Zeit für den Aufbau von schied sich für das Doppelzimmer und traf auf mich.
Freundschaften zu nehmen“, sagt sie heute. „Sogar einige Beide kamen wir mit vollem Herzen und Bauch wieder
ernüchternde Erfahrungen haben sich gelohnt. Und ganz nach Hause und waren froh, dass wir kein Einzelzimmer
sicher habe ich auch einige potenzielle Freundinnen ent- gebucht hatten. So viel Wunderbares durften wir in diesen
täuscht. Ich frage mich heute nicht dauernd, was bei einer Tagen gemeinsam erleben. Für uns stand fest: Ab und zu
Beziehung für mich rausspringt und ob ich genauso viel müssen wir unser Ruhebedürfnis in die Wüste schicken!
bekomme, wie ich gebe. Ab und zu bin ich es, die mehr In unserer Kirche haben wir beschlossen, dass es –
gibt, ab und zu bin ich es, die mehr nimmt. Beziehungen soweit es in unserer Macht steht – nie passieren soll, dass
nach dem Taschenrechner funktionieren nicht.“ eine von uns belastet nach Hause geht, ohne dass wir
anderen das merken. Wir haben uns entschieden, aufein-
Freundschaft macht gesund ander aufzupassen und auf einen ehrlichen Austausch zu
Eine Studie der Universität Oxford bestätigt, wovon achten. Unser Freudinnennetz ist unvollkommen. Aber
ich schon lange überzeugt bin: dass es positive Auswir- es ist besser als gar kein Netz.
kungen auf die Gesundheit hat, wenn Frauen sich häufig Ein Freundinnennetz ist mit Arbeit verbunden. Mit
mit ihren Freundinnen treffen. Gesünder als Avocado, Zeit, Organisation und Treffen. Man lernt dort, Enttäu-
Grünkohl und Spinat ist das Zusammensein mit Freun- schungen hinzunehmen, andere Meinungen stehen zu
dinnen. „Bitte recht häufig, damit die positiven Auswir- lassen, sich auch mal unterzuordnen. Aber es lohnt sich!

Lydia 04/2019 27
Ehe & Familie

Meine berühmten Zwillinge


Was meine Töchter mich über Instagram & Co. gelehrt haben

F OTO S : D A N I E L A R E S K E
Lisa und Lena Mantler sind Vorbilder für Millionen Teenager. Die eineiigen Zwillinge Was sind Ihre Aufgaben, wenn Sie
gemeinsam auf Reisen sind?
aus Baden-Württemberg wurden vor vier Jahren durch Videos bekannt, in denen sie
Ich achte darauf, dass es den Mädchen
synchron zu Popsongs tanzen und die Lippen bewegen. Heute stehen die 17-Jährigen gut geht, dass sie genug essen, schlafen und
auf Platz drei der beliebtesten deutschen Stars im sozialen Netzwerk Instagram. Sie entspannen. Wir reflektieren aber auch sehr
viel gemeinsam, ermutigen einander, beten
haben ein eigenes Modelabel gegründet, eine große Musikshow moderiert und hatten
miteinander und füreinander.
bereits Auftritte in Film und Fernsehen. Backstage immer an ihrer Seite: ihre Mutter
Lilli. Nicht nur im turbulenten Joballtag ist sie für ihre Töchter eine Stütze, sondern Sie sind einen Großteil der Zeit mit Ihren
Töchtern zusammen. Wie klappt das?
auch im Glauben an Gott, zu dem Lisa und Lena öffentlich stehen.
Meistens genießen wir die Zeit mitein-
ander, denn wir haben viel Spaß zusammen
Lilli, um Lisa und Lena begleiten zu Am Anfang hatten wir einen Manager, weil und sehen uns gemeinsam die Welt an. Es
können, haben Sie mit Ihrem Job als uns die Situation überforderte. Nach einein- gibt aber natürlich auch immer wieder klei-
Erzieherin aufgehört. Wie kam es zu der halb Jahren haben wir aber festgestellt, dass nere und größere Konflikte. Die versuchen
Entscheidung? sich unsere Ziele nicht mehr ganz deckten. wir dann durch viele intensive Gespräche
Nach ihrem ersten Video wurden die Deswegen haben wir beschlossen, erst mal zu lösen.
Mädchen sehr schnell bekannt. Nach weni- allein weiterzumachen. Im Moment überle-
gen Monaten war klar, dass das eine längere gen wir wieder, ob wir uns neu organisieren. Gab es Erlebnisse, die Ihnen besonders
Reise werden könnte und auch eine große Ich werde das nicht immer machen. Aber in Erinnerung geblieben sind?
Chance für die beiden. Da haben wir uns für eine Zeit lang war das jetzt gut so. Als die Mädchen vor einem großen
als Familie zusammengesetzt und entschie- Moderationsjob im Fernsehen ihr Team
den, dass wir sie diesen Weg gehen lassen – Von der Erzieherin zur Managerin – wie zum gemeinsamen Gebet eingeladen haben,
aber nicht alleine. Sie waren damals gerade war dieser Jobwechsel für Sie? hat mich das sehr berührt. Und wenn ich im
einmal 13 Jahre alt. Deshalb habe ich mei- Ich sehe mich nach wie vor in erster Linie Internet Kommentare lese von Teenagern,
nen Job aufgegeben, um mit ihnen mitzu- als Mutter, Beraterin und Unterstützerin, die sich durch Lisa und Lena ermutigt
reisen. weniger als Managerin. fühlen, zu ihrem Glauben zu stehen, dann

30 Lydia 04/2019
denke ich, dass es ein richtiger und guter eine Chance geben. Wenn wir Christen uns nehmen ihre Zuschauer mit auf ein christ-
Weg ist. überall zurückziehen, brauchen wir uns liches Festival.
nicht zu wundern, dass beispielsweise das
Wie unterstützen Sie die beiden? Fernsehen „gottlos“ wird. Wir sind in diese Wenn Sie an die Zukunft denken – was
Wir sprechen oft über ihre Träume und Welt gestellt und dürfen uns nicht abkap- wünschen Sie sich für Ihre Töchter?
überlegen uns bei jedem Auftrag, ob wir seln in unseren Kirchen und Freundeskrei- Ich wünsche ihnen, dass sie starke Persön-
wirklich dahinterstehen können. Da bin ich sen und keine anderen hereinlassen. lichkeiten werden, fest im Glauben verwur-
schon manchmal diejenige, die ein bisschen zelt sind und ihre Gaben dazu nutzen, etwas
mehr hinterfragt. Gerade wenn es zum Bei- Wie kann man soziale Netzwerke Gutes in der Welt zu hinterlassen.
spiel um Filmrollen geht. Wir treffen alle nutzen, um vom Glauben zu erzählen? Deborah Pulverich
Entscheidungen miteinander.

Gibt es da auch mal Differenzen in der


Familie?
Lisa: Klar. Aber es hilft uns, darüber zu
reden. Warum sollten meine Eltern etwas
Schlechtes für mich wollen? Ich weiß, dass
sie einen Grund haben, wenn sie zum Bei-
spiel sagen: „Darin möchten wir dich nicht
unterstützen.“ Oft sind das Momente, in
denen ich denke: Oh Mann, Mama! Aber
später denke ich: Mama hatte recht, sie woll-
te etwas Gutes für mich.
Lilli: Wenn wir als Eltern Nein sagen, ist
das ja aus einer Angst heraus. Wir sehen in
dem Moment eine Gefahr für unser Kind.
Darüber offen zu reden, ist sehr wichtig.
Dann verstehen uns die Kinder besser.

Wie haben Sie den


schnellen Social-Media-
Erfolg Ihrer Töchter
anfangs erlebt? Ich finde es gut, wenn
Durch die beiden habe die älteren Generationen
ich eine Welt kennenge-
lernt, die mir vorher ver- offen sind für neue Ideen.
schlossen war. Ich gehöre
nicht gerade zur YouTube- Wir dürfen nicht alles
Generation. Facebook und verurteilen, nur weil wir
Instagram habe ich nur
genutzt, um die Medien es nicht verstehen.
für unsere Kinder ein
wenig abzuchecken. Es ist
schön, durch die Mädchen
einen Einblick zu haben,
und ich bin offener geworden. Ich finde es Wir können von einem Gott erzählen, der Ein Interview
gut, wenn die älteren Generationen offen uns grenzenlos liebt und jedem Menschen mit Lisa und
sind für neue Ideen. Wir dürfen nicht alles einen Wert gibt. Das darf neben Beauty- Lena lesen Sie in
verurteilen, nur weil wir es nicht verstehen. und Fashiontipps genauso seinen Platz unserem neuen
Ich merke oft, dass es vor allem die Älte- haben auf Social Media. Ich finde es toll, Mädchenmagazin
ren sind, die unsere Mädchen abstempeln wie authentisch Lisa und Lena ihren Glau- Sis. Mehr Infos
und auch abwerten. Gerade von Christen ben teilen. Mal posten sie einen Vers aus auf S. 32.
hören wir Sätze wie: „Wie könnt ihr eure den Psalmen oder ein ermutigendes Wort,
Töchter in diese Welt lassen?“ Aber es ist ein anderes Mal zeigen sie Videoausschnit-
eben eine andere Zeit. Wir müssen Neuem te aus dem Lobpreis im Gottesdienst oder

Lydia 04/2019 31
tiefer graben

Himmel HILFE AUS DEM

Welche Rolle spielen Engel in unserem Leben?

Delia holtus

Der amerikanische Pastor Billy Graham erzählte einmal Glauben an Jesus Christus, und John fragte ihn, was in
die Geschichte von John Paton, der als Missionar auf jener Nacht geschehen sei. „Ja“, antwortete der Anfüh-
den Neuen Hebriden im Südpazifik lebte. Eines Nachts rer, „wer waren denn all die Männer bei euch?“ Der Mis-
näherten sich feindlich gesinnte Ureinwohner dem sionar erwiderte: „Bei uns waren keine Männer. Meine
Haus der Patons, um es niederzubrennen und die Mis- Frau und ich waren allein.“ Da berichtete der Anführer,
sionare zu töten. John und seine Frau beteten die ganze dass er und seine Leute Hunderte von Männern gese-
Nacht hindurch um Gottes Schutz. Als sie am Morgen hen hatten, in leuchtenden Gewändern und mit gezo-
nach draußen traten, waren sie überrascht, dass kein genen Schwertern, die um das Haus herumstanden und
Angriff erfolgt war. Sie dankten Gott für seine Rettung. es bewachten. Könnte es sein, dass Gott seine Engel
Ein Jahr später kam der Anführer des Stammes zum gesandt hat, um das Ehepaar zu beschützen?

34 Lydia 04/2019
W
enn man durch Buchhandlungen schlen- Wie viele Engel gibt es? In Hebräer 12,22 ist die Rede von
dert, merkt man: Das Thema Engel ist im „Myriaden von Engeln“. Das griechische Wort bedeutet
Trend. Es gibt reihenweise Bücher und zehntausendmal zehntausend oder eine unvorstellbar
Zeitschriften, dazu CDs mit „Engelsmu- große Zahl. Diese Zahl ändert sich nicht: Engel ster-
sik“, Seminare, Foren und Webseiten mit Anleitungen, ben nicht, vermehren sich nicht und es gibt in der Bibel
wie man Kontakt zu Engeln aufnehmen kann. Während keinen Hinweis darauf, dass nach der ersten Schöpfung
die niedlichen, pausbäckigen Engelfigürchen schon noch mal neue Engel geschaffen wurden.
lange zur traditionellen Weihnachtsdekoration gehören,
gibt es inzwischen eine große Bandbreite an Figuren, Mal sichtbar, mal unsichtbar
Schmuck und Bildern, die Engel als zarte Frauengestal- Weil Engel Geistwesen sind, können wir sie normaler-
ten darstellen und mit Versprechen werben wie: „Engel weise nicht sehen, es sei denn, Gott öffnet unsere Augen
bringen Freude und Licht in dein Leben! Sie helfen dir, dafür – wie bei Elisa. Als sein Diener Angst vor den Fein-
glücklich zu sein!“ den hatte, betete Elisa: „Herr, öffne doch seine Augen,
Was ist dran am Engel-Hype? Gibt es Engel wirklich? dass er sieht!“ Weiter heißt es: „Da öffnete der Herr die
Und wenn ja, was bedeutet das für uns? Augen des Dieners, und er sah. Und siehe, der Berg war
voll von feurigen Pferden und Kriegswagen um Elisa
Anders als Menschen, anders als Gott herum“ (2. Könige 6,17).
Die Bibel verrät uns eine Menge über Wenn Engel den Menschen sichtbar
Engel. Allein im Alten Testament wer-
den über hundertmal Engel erwähnt,
im Neuen Testament sogar hundert-
Weil Engel
Geistwesen sind,
erscheinen, ist die erste Reaktion nor-
malerweise Furcht – weil sie so gar nicht
wie unsere pummeligen Weihnachts-
sechzigmal. Engel sind Geschöpfe. figürchen aussehen, sondern ihre Stär-
Gott hat sie geschaffen (Psalm 148,2– können wir sie ke und Macht offensichtlich ist. Des-
5; Kolosser 1,16), und zwar ehe er die halb sind die ersten Worte, die Engel
Welt gemacht hat, denn zu diesem Zeit- normalerweise nicht an Menschen richten, oft: „Fürchte
punkt waren sie bereits da (Hiob 38,7). sehen, es sei denn, dich nicht“ (zum Beispiel Daniel 10,12
Sie sind eine eigene Schöpfungsord- oder Lukas 1,13). Manchmal allerdings
nung, anders als Menschen und anders Gott öffnet unsere erscheinen Engel in Menschengestalt
als Gott. Menschen werden nicht zu Augen dafür. und werden gar nicht als Engel erkannt.
Engeln, und Engel können nicht zu Deshalb schreibt der Verfasser des Heb-
Menschen werden. räerbriefes: „Die Gastfreundschaft vergesst nicht! Denn
Engel sind Geistwesen. Das hat nichts mit Gespens- dadurch haben einige, ohne es zu wissen, Engel beher-
tern zu tun, sondern es bedeutet, dass sie keinen Körper bergt“ (Hebräer 13,2).
haben, wie wir ihn kennen. Der Pastor und Autor A. Engel haben eine Persönlichkeit, das heißt Verstand,
W. Tozer erklärt: „Geist bedeutet Existenz jenseits von Willen und Gefühle. Beispielsweise freuen sie sich,
Materie. Geist ist Substanz, die kein Gewicht hat und wenn ein Mensch zum Glauben kommt (Lukas 15,10),
keinen Raum einnimmt.“ Engel sind real und haben und sind neugierig, mehr über Gottes Erlösungswerk zu
eine Art Körper, aber es ist kein materieller Körper. erfahren (1. Petrus 1,12).
Vielleicht ist es ein „geistlicher Leib“, wie Paulus ihn in Es gibt verschiedene Gruppen von Engeln; die Bibel
1. Korinther 15,44 erwähnt, als er erklärt, dass wir Men- erwähnt „Cherubim“ und „Serafim“. Zwei Engel sind
schen jetzt einen natürlichen Körper haben und später uns mit Namen bekannt: Michael und Gabriel. Michael
im Himmel einen geistlichen Körper bekommen, der wird als Kämpfer für Israel bezeichnet (Daniel 12,1) und
anders ist als der Körper, den wir jetzt haben. der „Erzengel“, also der höchste Engel, genannt ( Judas
Engel sind Geist, wie auch Gott Geist ist ( Johannes 9). Gabriel ist durch seine Botschaften an Maria (Lukas
4,24). Aber Engel sind nicht wie Gott allmächtig, all- 1,26), Zacharias (Lukas 1,19) und Daniel (Daniel 8,16;
gegenwärtig und allwissend. Engel sind zwar mächtig 9,21) bekannt geworden.
und stark – zum Beispiel erschlägt ein einziger Engel
185.000 assyrische Krieger (2. Könige 19,35) –, aber Gute Engel, böse Engel
nicht allmächtig. Ein Engel kann nicht an mehreren Was ist das Gegenteil von Gott? Der Teufel? Nein.
Orten gleichzeitig sein. Engel wissen mehr als Men- Gott hat kein „Gegenteil“, kein ebenbürtiges Gegen-
schen, aber sie wissen nicht alles (Matthäus 24,36). über. Der Teufel ist ein geschaffenes Wesen, denn alles –

Lydia 04/2019 35
Ehe & Familie

Nicole Schenderlein

Weihnachtswitwe
Das erste Fest der Liebe nach dem Suizid meines Mannes

E
Irgendwann Ende Oktober kam zum ersten Mal die in Jahr zuvor hatten mein Mann Markus, unser
Frage. „Was macht ihr eigentlich an Weihnachten?“
Kind und ich noch ein „Wir“ gebildet. Dieses
„Wir“ hatte keine in Stein gemeißelten Tradi-
Sie ließ mich ratlos und sprachlos zurück. Im Grun- tionen gehabt, aber bestimmte Vorlieben an Jesu
de hätte sie mich nicht irritieren müssen, denn sie
Geburtstag: Ein Großelternteil kam für ein paar Tage zu
Besuch. An Heiligabend stellten wir den Weihnachts-
wurde uns jedes Jahr gestellt, obwohl wir während baum auf – Hauptsache, er war schief, ein „Krüppel-
der Feiertage immer dasselbe taten. Doch im Okto-
baum“. Markus bereitete in der Küche das Essen vor –
ein Gericht aus der Familie seines verstorbenen Vaters:
ber vor drei Jahren war nichts mehr dasselbe. Alles Weißwürste mit Sauerkraut und Pfefferkuchensoße.
war anders. Hauptsächlich das „Wir“.
Etwas, das er auch im Rollstuhl nahezu ohne Barrieren
konnte. Deshalb durfte da auch niemand hineinpfu-
schen. Ein Blick von Markus genügte und wir verließen
die heiligen Hallen vom Chef des „Essens auf Rädern“.

46 Lydia 04/2019
Es war ein augenzwinkerndes Wiederkeh- Ein wenig Struktur
ren jedes Jahr. Eins, über das man kaum Als meine Eltern und Markus' Mutter
sprach, weil es einfach dazugehörte, genau- fragten, was wir an Weihnachten vorhät-
so wie der klebrige Schokoladenkuchen für ten, war dieses Fest für mich deshalb so
Jesus, das Lesen der Weihnachtsgeschichte weit entfernt wie eine Reise nach Neu- Diesen Platz in LYDIA haben wir dafür bereitgehalten,
und die Bescherung unterm Tannenbaum. seeland. Auch für sie war der Verlust fun- Ihnen in Stichworten Gottes Plan für unsere Erlösung
Bis Markus im Sommer darauf entschied, damental. Markus' Mutter hatte ihren aufzuzeigen. Denn wir möchten Ihnen nicht nur Glau-
aus dem „Wir“ auszusteigen, aus dem gan- einzigen Sohn verloren. Für meine Eltern benserfahrungen anderer Menschen nahebringen, son-
zen Leben auszusteigen. Damit war schon war Markus wie ein zweiter Sohn gewesen. dern auch Sie persönlich zu einer lebendigen Beziehung
im Sommer Weihnachten, wie wir es bis Mein Vater war stinksauer auf ihn und zu Jesus Christus ermutigen. Wenn Sie sich nicht über
dahin kannten, vorbei. Für immer. wollte nicht mehr über ihn reden. Meine Sinn und Ziel Ihres Lebens im Klaren sind, lesen Sie bitte,
Mutter vermisste ihn sehr und fing wieder was die Bibel darüber sagt:
Leben nach der Abrissbirne an zu rauchen. Sie sehnten sich – wie alle,
Im Juli 2016 beging Markus Suizid, wenn ein geliebter Mensch stirbt und eine 1. Gott liebt Sie.
„Denn Gott hat die Menschen so sehr ge­liebt, dass er
genau einundzwanzig Jahre und einen Tag Lücke hinterlässt – nach einer Art Norma-
seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn
nach seinem Motorradunfall, nach über lität. Warum also nicht wie jedes Jahr fra- glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige
zwei Jahrzehnten Leben mit Querschnitts- gen, was wir an Weihnachten vorhätten? Leben haben“ (Johannes 3,16).
lähmung. Zurück blieb ich mit meiner Das brachte wenigstens etwas Struktur,
dreijährigen Tochter und einem Haufen etwas, das man planen und worauf man 2. Jeder Mensch ist durch Sünde ­
von Gott getrennt.
Schulden, die er ohne mein Wissen im sich freuen konnte.
„Doch es ist kein Mensch auf der Erde so gottes­fürch­tig,
Laufe der Jahre angehäuft hatte. Ich verlor Im Gegensatz zu mir hatten sie aber dass er nur Gutes tut und niemals sündigt“ (Prediger
meine Stelle; bis dahin hatten wir gemein- noch ihr gewohntes Leben, ihre Wohnung, 7,20). „Alle sind schuldig geworden und spiegeln nicht
sam auf Spendenbasis eine Beratungsstelle ihren Job, dieselben Menschen in ihrem mehr die Herrlichkeit wider, die Gott dem Menschen
in unserem Haus betrieben – allein konnte Alltag. Ich hingegen wusste im Oktober ursprünglich verliehen hatte“ (Römer 3,23).
ich sie nicht aufrechterhalten. weder, ob ich jemals wieder meinen Beruf
3. Jesus Christus ist der einzige
Was sich in drei Sätzen schildern lässt, würde ausüben, noch ob ich an Weihnach- Ausweg aus der Sünde.
fühlte sich in Wahrheit noch schneller an. ten überhaupt in unserem Haus würde „Vergesst nicht: Auch Christus hat gelitten, obwohl er frei
Mit einem einzigen Ein- und Ausatmen, leben können – geschweige denn, ob ich von jeder Schuld war. Er tat es für unsere Sünden und starb
Markus' letztem Atemzug, wurde unser überhaupt das Geld hätte, meiner Tochter für uns schuldige Menschen, und zwar ein für alle Mal. So
komplettes Leben, wie es bis dahin gewe- ein Geschenk zu kaufen. Auch wenn in den hat er uns zu Gott geführt“ (1. Petrus 3,18).„Nur Jesus kann
sen war, zerstört. Als ob eine Abrissbirne Läden längst der Vorweihnachtsstress pro- den Menschen Rettung brin­­gen. Nichts und niemand sonst
ohne Vorwarnung ein bis dahin festes pagiert wurde, fühlte sich dieses „Fest der auf der ganzen Welt rettet uns“ (Apostelgeschichte 4,12).
Mauerwerk in einzelne Steine, Mörtel und Liebe“ für mich Jahrzehnte entfernt an. 4. Nehmen Sie Jesus Christus als
Staub zerschlägt, zerfetzt, zerrreist. Ihren persönlichen Herrn und
Es dauerte lange, Monate, Jahre, bis diese Ein neues „Wir“ Erlöser an!
Partikel nach und nach verschwanden und Und dann passierte etwas, womit ich Jesus nennt dieses Geschehen „neu geboren werden“. Er
ich meine Augen wieder öffnen konnte für niemals gerechnet hatte. Einige Wochen sagte: „Wer nicht neu geboren wird, kann Gottes Reich
das, was andere Leben nennen. Noch heute nach Markus' Suizid kam ein Freund zum nicht sehen und erleben“ (Johannes 3,3). Jeder, der Jesus
finde ich ab und zu Reste in meinen Haa- Helfen vorbei. Mit einem Kuchen und Christus als seinen per­sönlichen Erlöser angenommen
hat, ist ein Kind Gottes. „Die ihn aber aufnahmen und an
ren, Wimpern, Augenbrauen. Noch heute einem Blumenstrauß. Etwas, das man
ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu
fällt mir manchmal das Atmen schwer, weil nicht erwartet, wenn man sich haupt- werden“ (Johannes 1,12).
da noch Reste vom Staub rasseln, oder ich sächlich mit Schulden beschäftigt. Es war
spucke kleine Stückchen aus von dem, was etwas absurd. Ich musste lachen. Eines der Wenn Sie in diese persönliche Beziehung zu Gott kom-
unser Leben einmal war. wenigen Male seit Markus' Tod. Ich kannte men wollen, laden wir Sie ein, das folgende Gebet zu
Gleichzeitig drehte sich das Leben außen diesen Mann bis dahin nur aus dem Inter- sprechen:
drei- bis viermal so schnell. Ich wurde dazu net und nannte ihn den Wikinger, weil er Persönliches Gebet
gezwungen, eine existenzielle Entschei- einfach so aussah. Meine Tochter, die sich „Herr Jesus Christus, ich brauche dich und will mit dir
dung nach der nächsten zu treffen, und bis dahin schwer mit fremden Menschen leben. Danke, dass du am Kreuz für meine Sünden gestor-
entwarf in einer Woche so viele Lösungs- getan hatte, nahm ihn an die Hand und ben bist. Ich übergebe dir mein Leben und nehme dich als
meinen Herrn und Erlöser an. Übernimm die Herrschaft
möglichkeiten wie andere Menschen in ging mit ihm Blümchen pflücken. Später
in meinem Leben. Gestalte mich so, wie du mich haben
zehn Jahren. Ich brauchte und verbrauchte setzte er sich aufs Sofa und sofort kamen willst. Amen.“
alle Kraftreserven. Ich fühlte mich wie aus Hund und Katze zu ihm. Es war, als hätte
der Zeit gefallen. Und das blieb erst mal er schon immer bei uns gewohnt. Als hätte Wenn Sie diese Worte aufrichtig gebetet haben, sind Sie
so. Nach so vielen Umbrüchen gleichzeitig sich allein durch sein Auftauchen ein neues jetzt ein Kind Gottes. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre
kam mir jede Woche vor wie ein ganzer „Wir“ ergeben. Bis dahin hatte ich gedacht, Entscheidung für ein Leben mit Jesus Christus mitteilen.
Monat. dass sie eine Erfindung aus Hollywood

Lydia 04/2019 47
D 1 2 0 1 3 / Post ver triebsstück/Gebühr bezahlt/Lydia Verlag/Ger th Medien GmbH/Dillerberg 1/D -35614 Asslar-Berghausen

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Gott, mach deine Engel stark,


wenn sie mich heute begleiten und mir beistehen,
in der Hektik des Tages.

Gott, mach deine Engel stark,


wenn ich meine Grenzen spüre,
die eigene Kraft nicht reichen will.

Gott, mach deine Engel stark,


wenn Traurigkeiten Räume belegen,
wo sonst dein Frieden wohnt.

Gott, mach deine Engel stark,


um mich aufzurichten in meiner Schwachheit,
in meinem Versagen.

Gott, mach deine Engel stark,


damit sie mich aushalten
und mein Murren in Dankbarkeit verwandeln.

Gott, mach deine Engel stark,


damit wir vor dir stehen
und unsere Loblieder zum Himmel steigen.

ILONA BAR THEL