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Finanz- und Investitionswirtschaft

Grün: wurde besonders hervorgehoben; Markierungen sind allerdings nicht vollständig!

Einführung + LE01 Investition unter Sicherheit 1


Finanzen: Geldmittel, Staatshaushalt
Finanz- Alle finanziellen Maßnahmen zur Planung, Steuerung und Kontrolle von
wirtschaft: Zahlungsströmen, aufgegliedert in Kapitalbeschaffung (Finanzierung), -verwendung
(Investition) und -verwaltung.
Funktions- Funktion Controller Treasurer
teilung in (Gewinn – Manager) (Finanz – Manager)
der Finanz- Position Leiter des Leiter der
wirtschaft Rechnungswesens Finanzwirtschaft
Aufgabe Sicherung der Sicherung der jederzeitigen
Gewinnerzielung Zahlungsfähigkeit
Steuerungs- Gewinn Liquidität und Rentabilität
größe
Aufgaben/  Allgemeine  Kapitalbeschaffung
Ziele Unternehmensplanung und -  Liquiditätssicherung
steuerung sowie Kontrolle der  Pflege der
Geschäftsablaufs Beziehungen
 Berichterstattung und  zu den Kredit- und
Interpretation des Eigenkapitalgebern
Unternehmens-ergebnisses  Überwachung der
 Unterstützung des Gewährung von
Managements zur Erreichung Kundenkrediten
vorgegebener Ziele  Regelung und
 Bereitstellung von Unterlagen Koordination von
für das Finanzamt und andere Kapitalanlagen
staatl. Stellen außerhalb des
 Sicherung des Vermögens durch Unternehmens
innerbetriebliche Kontrolle

Investitionen: All jene Aktivitäten und Maßnahmen, welche Geldausgaben für die
Bereitstellung eines bestimmten Leistungspotentials bewirken und mit denen zu
einem späteren, zukünftigen Zeitpunkt größere Geldeinnahmen oder kleinere
Geldausgaben erreicht werden sollen
Teilgebiet der Finanzwirtschaft: Kapitalverwendung
Investitions- Hauptaugenmerk liegt auf dem Investitionsentscheidungprozess, bestehend aus
wirtschaft: der Investitionsauswahl, -entscheid, -durchführung und -kontrolle
Entscheidungs- 1. Investitionsanregung
prozess 2. Entscheidungskriterien
3. Investitionsauswahl (Alternativen)
4. A) monetäre Daten (quantitative Bewertung durch Investitionsrechnung)
B) monetär schwer erfassbare Daten (= Imponderabilien) (qualitative
Bewertung durch Nutzwertanalyse)
5. Investitionsantrag
6. Investitionsentscheid
7. Investitionsdurchführung
8. Investitionskontrolle (Soll/Ist Abgleich)
Charakt.  Grundsatz der langfristigen Betrachtungsweise (5,10,20 Jahre)
Merkmale  Grundsatz der langfristigen Kapitalbindung
 Grundsatz der vermehrten Fixkosten
 Grundsatz der Komplexität von Datenbeschaffung und –einwertung
(Ausfilterung relevanter Daten, nicht relevante Daten nicht gewertet)
1
Investitions- Sachinvestition Finanzinvestition Immaterielle Investition
arten (Real- bzw.
Produktions-
investitionen)
z.B. Ersatz-, z.B. Kauf von Investitionen für F&E,
Erweiterungs-, Beteiligungs-/ Ausbildungsinvestitionen,
Rationalisierungs- Forderungspapieren, Sozialinvestitionen
investitionen Grundstücken und
Immobilien
Investitions- Vorteilhafte Investitionen durchführen, Unvorteilhafte nicht (länger)
entscheid durchführen
Entscheidungen werden anhand von Investitionsrechnungen getroffen
Investitions- Ziel: Voraussichtliche Auswirkungen einer geplanten Maßnahme vorab ermitteln,
rechnung Aufzeigen spezifischer IP, die zum Unternehmenserfolg beitragen werden
Zahlungs- Eine auf einem Zeitstrahl abgetragene Reihe von Zahlungen, die in einer
strom bestimmten Höhe zu einem bestimmten Zeitpunkt und mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit eintreten
Vorteilhaftig- Abhängig von:
keit einer  Höhe der Ein- und Auszahlungen
Investition  Zeitpunkt bzw zeitliche Verteilung der Ein- und Auszahlungen
 Wahrscheinlichkeit des Eintreffens der Ein- und Auszahlungen
 Alternative Anlegemöglichkeiten des zu invest. Kapitals bzw
Mindestverzinsungsforderung des Investors

LE 01:
Road Show: Veranstaltung, bei der ein Unternehmen im Rahmen eines Börseganges der
internationalen Investorenschaft präsentiert wird. Ziel ist die Beschaffung von Eigenkapital.

F&E | R&D: Forschung und Entwicklung | Research and Development

Des-/Disinvestition: Unvorteilhafte Investitionen werden nicht weiter durchgeführt

Imponderabilien: Unwägbare Gegebenheiten, nicht quantifizierbare Risiken

Hurdle rate: Minimale Rendite, die erreicht werden muss, damit Investition interessant erscheint

Impliziter Zinssatz: In der Investition „enthaltener“ Zinssatz

2
LE 02 Investition unter Sicherheit 2
Endwertberechnung
Endwertformel 𝑇 𝑇
𝑇−𝑡 𝑇
𝑍𝑇
𝐸𝑇 = ∑(1 + 𝑖) ∗ 𝑍𝑡 𝑜𝑑𝑒𝑟 𝐸𝑇 = (1 + 𝑖) ∗ ∑
(1 + 𝑖)𝑡
𝑡=0 𝑡=0
Finanzmittelüberschuss/ 𝐸0 = 𝑍0
-fehlbetrag zu t = 0
Ausdrücke i =Kalkulationszinssatz
t = Zeitpunkt
T = Planungshorizont z.B. 10 Jahre Planung  10
Z = Zahlungsmittelbestand zu Zeitpunkt t
Aufzinsungsfaktor (1 + 𝑖)𝑇−𝑡

Kapitalwertberechnung
Kapitalwert KW(Z) Bringt zum Ausdruck, um welchen Betrag (in GE) der heutige Wohlstand
Barkapitalwert eines Investors anwächst, wenn das Investitionsprojekt relativ zu einer
entsprechenden Alternative – ausgedrückt durch den Kalkulationszins i
– durchgeführt wird. Ist der Kapitalwert eines IP positiv, so ist das IP
bzw. der diesbezügliche Zahlungsstrom attraktiver als die
entsprechende Alternative.

𝑇 𝑇
𝑍𝑇 1
∑ 𝑡
𝑜𝑑𝑒𝑟 ∑ 𝑍𝑡 ∗
(1 + 𝑖) (1 + 𝑖)𝑡
𝑡=0 𝑡=0
Abzinsungsfaktor 1
(1 + 𝑖)𝑡
Investitionsauswahl „ Realisiere die Investition mit dem maximalen Kapitalwert“
„Realisiere nie eine Investition mit einem negativen Kapitalwert“

Mindestverzinsungsanforderung = Kapitalmarktzinssatz + Risikoaufschlag


Kapitalmarktzinssatz: Laufzeitadäquater risikoloser Zinssatz z.B. Effektivzins Staatsanleihe
Risikoaufschlag: Finanzierungskonditionen des Investors sowie investitionsbedingte Unsicherheiten

LE 03 Investition unter Sicherheit 3


Barwert: Höhe des Kapitals zur Einzahlung in das IP
Endwert: Höhe des Kapitals zum Ende des IP

LE03 Skript Folie B6-13:

Bsp. Aufgabe: Wie viel Geld muss eine Person heute auf ein Konto einzahlen, welches mit 5 %
verzinst ist, sodass sie in 2 Jahren 11025 € hat?
x = Barwert = gesucht
11025
𝑥 ∗ (1 + 0,05)2 = 11025 𝑥= 2 = 10000
1,05
Bsp. Aufgabe: Sie erhalten 10.000 € und sollen diese zzgl. 1025 € Zinsen in 2 Jahren zurückzahlen.
Wie hoch ist der Zinssatz?
r = Zinssatz = gesucht
11025 2 11025
10000 ∗ (1 + 𝑟)2 = 11025 (1 + 𝑟)2 =
10000
𝑟 = √10000 − 1 = 0,05 → 5%

3
Kategorisierung von Investitionsrechnungsverfahren:
Investitionsrechnungsverfahren
Dynamische Verfahren Statische Verfahren
 Kapitalwertmethode + weitere  Kostenvergleichsrechnung
 Annuitätenmethode  Gewinnvergleichsrechnung
 Methode der internen Zinsfüße  Rentabilitätsvergleichsrechnung
 Amortisationsrechnung
 Zahlungen (Zahlungsströme)  Andere Größen, die nicht direkt
dominieren als Rechnungselemente zahlungswirksam sind werden
 Zeitlicher Anfall wird miterfasst und - betrachtet
verarbeitet  Nur periodisierte Erfolgsgrößen

Arten Investitionsentscheidungen zu treffen:


1. Wahlentscheidungen
2. Investitionsdauerentscheidungen
3. Programmentscheidungen (Operations Research)

Bench Mark Methode: Vergleichsverfahren, das der kontinuierlichen Verbesserung der


Wettbewerbsposition dient. Ansatz zur Bewertung u. Orientierung von Produkten, Dienstleistungen
und Praktiken durch Vergleich eigener Leistung mit der des stärksten Mitbewerbers
Operations Research: Entwicklung und Einsatz von mathematischen Verfahren zur Unterstützung von
Entscheidungsprozessen

Wirtschaftslichkeitsrechnung
Ziel: Vorab-Ermittlung der voraussichtlichen wirtschaftlichen Auswirkungen einer geplanten
Maßnahme oder in Aussicht gestellten Verhaltensweise

Wirtschaftslichkeitsrechnungen
Investitionsrechnungen Verfahrensvergleich (investitionslos)

Nutzwertanalyse
Im Falle, dass eine Investitionsrechnung mit „weichen“ Größen, also Größen, die quantitativ nicht
oder nur schwer erfassbar sind, durchgeführt werden, so wird eine Nutzwertanalyse durchgeführt.
z.B. Standortwahl eines Unternehmens, Neuerrichtung einer Fabrikationsanlage

Wichtige Einflussgröße: Standortfaktoren


Suche nach dem Standort mit dem größten Nutzen
 Siehe LE03 Folie 23+24

Beliebtes Instrument der Nutzwertanalyse:


Expertenbefragung

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LE 04 Investition unter Unsicherheit 1
Subjektive Wahrscheinlichkeiten: LE04 S.6
Glaubwürdigkeitsgewicht
Beispiel: Preisentwicklung eines Produktes
Intervall Glaubwürdigkeitsgewicht Wahrscheinlichkeit
2,5 - 3,2 3 3/10 = 30%
3,3 - 4,0 6 6/10 = 60%
4,1 - 4,5 1 1/10 = 10%

Objektive Wahrscheinlichkeiten: LE 04 S.6


Ergebnismatrix: Entscheidungsfindung unter Unsicherheit
Umweltzustände 𝑆𝑗 mit pj
𝑆1 mit 𝑝1 𝑆2 mit 𝑝2 𝑆𝑗 mit 𝑝3 𝑆𝑚 mit 𝑝4
𝐴1 𝑟11 𝑟12 …𝑟1𝑗 … 𝑟1𝑚
Alternativen 𝐴𝑖 𝐴2 𝑟21 𝑟22 …𝑟2𝑗 … 𝑟2𝑚
𝐴𝑖 …𝑟𝑖1 … …𝑟𝑖2 ... …𝑟𝑖𝑗 … …𝑟𝑖𝑚 …
𝐴𝑛 𝑟𝑛1 𝑟𝑛2 …𝑟𝑛𝑗 … 𝑟𝑛𝑚
Entscheidung zwischen mind. 2 Die Ergebnisse der Alternativen sind abhängig von
Handlungsalternativen 𝐴𝑖 (i=1,2,…,n) Umweltzuständen 𝑆𝑗 (j=1,2,…,m) , die mit einer
möglich, zu dem besteht eine bestimmten Wahrscheinlichkeit eintreten.
Unterlassensalternative (nichts tun)
Nach der Wahl einer bestimmten Alternative 𝐴𝑖 tritt ein bestimmter Umweltzustand 𝑆𝑗 ein und
dies führt zu einer Rendite/ einem Ergebnis 𝑟𝑖𝑗 .
 Die Unsicherheit des Ergebnisses ist in der Unklarheit begründet, welcher Umweltzustand
eintreten wird. Der Handelnde sollte alle mögl. Zustände 𝑆𝑗 kennen.
Erwartungswert der Stellt keine vernünftige Handlungsempfehlung dar, stellt Chancen und
Alternativen als 1. Risiken nicht dar sondern „mittelt“ nur die möglichen Werte.
𝑚
Entscheidungskriterium
𝜇 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ 𝑟𝑖𝑗
𝑗=1
Varianz der Alternativen Maß für Abweichungen der Wertentwicklung vom Erwartungswert;
als 2. Entscheidungs- ermöglicht Darstellung der Chancen und Risiken.
𝑚
kriterium
2
+ Standardabweichung 𝜎𝑖 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ (𝑟𝑖𝑗 − 𝜇𝑖 )² 𝑆𝑡𝑎𝑛𝑑. 𝑎𝑏𝑤. ∶ 𝜎 = √𝜎²
𝑗=1
Entscheidung Erwartungswert und Varianz hilfreich, hängt aber immer von der
Risikobereitschaft des Investors ab.

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Beispiel LE04 Folie 13 ohne Einzahlung:

𝑆1 mit 𝑝1 = 0,3 𝑆2 mit 𝑝2 = 0,6 𝑆3 mit 𝑝3 = 0,1


𝐴1 +70 +80 +30
𝐴2 +50 +90 +20

Erwartungswert 𝐴1 : 3

𝜇1 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ 𝑟1𝑗 = 0,3 ∗ 70 + 0,6 ∗ 80 + 0,1 ∗ 30 = 72


𝑗=1
Erwartungswert 𝐴2 : 3

𝜇2 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ 𝑟1𝑗 = 0,3 ∗ 50 + 0,6 ∗ 90 + 0,1 ∗ 20 = 71


𝑗=1
Varianz und Stand.abw. 𝜎1 2 = 0,3 ∗ (70 − 72)2 + 0,6 ∗ (80 − 72)2 + 0,1 ∗ (30 − 72)2
von 𝐴1 : = 216 𝜎1 = +√216 = 14,7
Varianz und Stand.abw. 𝜎2 2 = 0,3 ∗ (50 − 71)2 + 0,6 ∗ (90 − 71)2 + 0,1 ∗ (20 − 71)2
von 𝐴2 : = 609 𝜎2 = +√609 = 24,68

Beispiel LE04 S.22 mit Einzahlung:

Einzahlung t=0 𝑆1 mit 𝑝1 = 0,3 𝑆2 mit 𝑝2 = 0,4 𝑆3 mit 𝑝3 = 0,1 𝑆4 mit 𝑝4 = 0,2
𝐴1 -200 +206 +230 +238 +224
𝐴2 -150 +165 +165 +169,5 +150

𝑆1 mit 𝑝1 = 0,3 𝑆2 mit 𝑝2 = 0,4 𝑆3 mit 𝑝3 = 0,1 𝑆4 mit 𝑝4 = 0,2


𝐴1 +206 − 200 +230 − 200 …19% …12%
= 0,003 = 0,15
200 200
= 3% = 15%
𝐴2 +165 − 150 …10% …13% …0%
= 0,1
150
= 10%
𝜇1 𝜇1 = 0,3 ∗ 0,03 + 0,4 ∗ 0,15 + ⋯ = 0,112 = 11,2%
𝜇2 𝜇2 = 0,3 ∗ 0,1 + 0,4 ∗ 0,1 + ⋯ = 0,083 = 8,3%
𝜎1 2 𝜎1 2 = 0,3 ∗ (0,03 − 0,112)2 + 0,4 + (0,15 − 0,112)2 + ⋯ = 0,003216
𝜎1 = √0,003216 = 0,0567 = 5,67%
𝜎2 2 𝜎2 2 = 0,3 ∗ (0,1 − 0,083)2 + 0,4 ∗ (0,1 − 0,083) + ⋯ = 0,001801
𝜎2 = √0,001801 = 0,0424 = 4,24%

𝛔 − 𝛍 − 𝐊𝐨𝐨𝐫𝐝𝐢𝐧𝐚𝐭𝐞𝐧𝐬𝐲𝐬𝐭𝐞𝐦 : LE04 S.28f


Darstellung der Risiko-Rendite-
Positionen, die erreicht werden
können .

Hier: anhand des Beispiels zuvor.

A1 = A

A2 = B

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LE 05 Investition unter Unsicherheit 2
Diversifikation von Investitionen: Reduzierung der Ergebnisrisiken, in dem mehrere Investitionen
parallel getätigt werden, auf welche das Kapital verteilt wird. Sogenannte „Portfolioauswahl“.

Portfoliorendite
Erwartungswert 𝜇𝑃 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ (𝑤1 ∗ 𝑟1𝑗 + 𝑤2 ∗ 𝑟2𝑗 ) = 𝑤1 ∗ 𝜇1 + 𝑤2 ∗ 𝜇2
Portfoliorendite P
𝑗
Varianz 2
𝜎𝑃 2 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ (𝑟𝑀𝑗 − 𝜇𝑃 )² = 𝑤1 ∗ 𝜎1 2 + 𝑤2 2 ∗ 𝜎2 2 + 2 ∗ 𝑤1 ∗ 𝑤2 ∗ 𝜎12
Portfoliorendite P
𝑗
𝜎𝑃 = √𝜎𝑃 2
Kovarianz Zeigt ob Zusammenhang zwischen sich entwickelnden Werten besteht
𝜎12 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ (𝑟1𝑗 − 𝜇1 ) ∗ (𝑟2𝑗 − 𝜇2 )
𝑗
𝜎12 = 𝜌 ∗ 𝜎1 ∗ 𝜎2
Korrelations- Siehe Kovarianz; normiert Werte auf Intervall zwischen [-1,1]
koeffizient 𝜎12
𝜌=
𝜎1 ∗ 𝜎2
𝜌 > 0 : pos. Korreliert, A1 hoch wenn A2 hoch, niedrig dasselbe
𝜌 < 0 : neg. korreliert, A1 hoch wenn A2 niedrig, andersherum dasselbe
𝜌 = 0 : unkorreliert, vollkommen unabhängig voneinander
Risikominimum 𝜎2 2 − 𝜎12
𝑤1 = 2
𝜎1 + 𝜎2 2 − 2 ∗ 𝜎12

Beispiel LE04 S.31ff: Errechnung der kombinierten Renditen bei Diversifikation (sogenannte
Portfoliorendite P): 𝑤1 = 20% in Investition A1 und 𝑤2 = 80% in Investition A2
𝑆1 mit 𝑝1 = 0,3 𝑆2 mit 𝑝2 = 0,4 𝑆3 mit 𝑝3 = 0,1 𝑆4 mit 𝑝4 = 0,2

𝐴1 3% 15% 19% 12%

𝐴2 10% 10% 13% 0%

𝑤1 * 𝐴1 20%*(+3%) = +0,6% +3% +3,8% +2,4%

𝑤2 * 𝐴2 80%*(+10%) = +8% +8% +10,4% 0%

Zustandsabhängige +0,6+8% = +8,6% 11% +14,2% +2,4%


Rendite kombiniert:

Erwartungswert P1 𝜇𝑃1 = 0,3 ∗ 0,086 + 0,4 ∗ 0,11 + ⋯ = 0,0888 = 8,88 %

Varianz und 𝜎𝑃1 2 = 0,3 ∗ (0,086 − 0,0888) + 0,4 ∗ (0,0,11 − 0,0888) + ⋯


Stand.abw. P1 = 0,001305 𝜎𝑃1 = √0,001305 = 3,61%

Kovarianz 𝜎12 = 0,3 ∗ (0,03 − 0,112) ∗ (0,10 − 0,083) + 0,4 ∗ (0,15 − 0,112)
∗ (0,10 − 0,083) + ⋯ = 0,000074
Korrelations- 0,000074
𝜌 = 0,0567∗0,0424 = 0,0308  leicht pos. korreliert
koeffizient
Risikominimum 0,0424²
𝑤1 = ≈ 0,35
0,05672 − 0,0424²
Risikominimum für 𝑤1 = 35% 𝑢𝑛𝑑 𝑤2 = 65%
Portfoliorenditen in σ − μ − Koordinatensystem zu diesem Beispiel: LE 05 S.15 ff
 Graphische Darstellung hilfreich bei Suche nach der risikominimalen Kombination aus σ und μ.
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LE06 Investitionsrechnung unter Unsicherheit 3
Verfahren zur Investitionsentscheidung unter Unsicherheit
Korrekturverfahren An sämtliche Daten, die in die Investitionsrechnung IR einfließen, werden
nach dem Prinzip der kaufmännischen Vorsicht Zu- oder Abschläge
vorgenommen, sodass „sichere“ Daten entstehen. Anschließend wird
eine IR unter Sicherheit durchgeführt
Sensitivitätsanalyse Analyse, wie empfindlichen Outputgrößen der IR auf Veränderungen
einer oder mehrerer Inputgrößen reagieren
Risikoanalyse Auf Basis von sicheren und unsicheren Informationen, welche über
entsprechende Inputgrößen vorliegen, wird eine konkrete
Häufigkeitsverteilung für die Outputgröße einer IR gewonnen.

Risikoanalyse anhand von 5 Schritten | wird normal mit einem Simulationsprogramm durchgeführt
Ziel ist die Gewinnung einer konkreten Häufigkeitsverteilung für die Outputgröße unter
Berücksichtigung vieler sowohl sicherer als auch unsicherer Informationen (Faktoren)
1. Festlegen der als unsicher angesehenen Inputgrößen
2. Schätzung der zu diesen unsicheren Inputgrößen zugrunde liegenden relativen
Häufigkeitsverteilung
- Bestimmung anhand sogenannter Glaubwürdigkeitsgewichte 𝑔𝑗 , für die jeweiligen
Klassen/Merkmalsausprägungen (siehe S.5)
3. Generierung der Eingabedaten: Aus sicheren und unsicheren Inputgrößen wird ein Satz von
Eingabedaten generiert, auf deren Basis die interessierende Zielgröße berechnet wird.
Dies geschieht unter Verwendung der Monte-Carlo-Simulation:
Erzeugung von Eingabedaten aus unsicheren Inputgrößen erfolgt durch:
a) Erzeugung gleich verteilter Zufallszahlen zwischen 0 und 1
b) Umwandlung dieser Zufallszahlen entsprechend der relativen Häufigkeitsverteilung der
jeweiligen Inputgröße (Beispiel LE06 S.9)
4. Berechnung der den Investor interessierenden Outputgröße unter Verwendung der in Schritt
3 generierten Eingabedaten
5. Solange Fortsetzung der Schritte 3 und 4 bis sich die relative Häufigkeitsverteilung der
interessierenden Outputgröße stabilisiert hat

Beispiel zu den Schritten der Risikoanalyse LE06 S.11ff | Skript nötig!


Simulationsdurchlauf für ein speziellen Investitionsprojekt IP durchzuführen:
I. Simulation einer Nutzungsdauer n, setze t = 1
II. Solange 𝑡 ≤ 𝑛:
 Erzeugung eines zufälligen Produktpreises 𝑣𝑡 , sowie einer entsprechenden
Absatzmenge 𝑥𝑡 aus der Preis-Absatz Fkt. Unter Zugrundelegung der entsprechenden
relativen Häufigkeitsverteilung
 Erzeugung zufälliger Werte für die Ausgaben für Löhne 𝑙𝑡 , Ausgaben für
Fertigungsmaterial 𝑚𝑡 und produktfixe Ausgaben 𝑐𝑡 unter Zugrundelegung der
entsprechenden relativen Häufigkeitsverteilung
 Ermittlung des Investitionsrückflusses 𝑍𝑡 gemäß 𝑍𝑡 = 𝑥𝑡 ∗ (𝑣𝑡 − 𝑙𝑡 − 𝑚𝑡 ) − 𝑐𝑡
III. Berechnung des Kapitalwerts des in II. simulierten Zahlungsstroms.

Graphische Darstellung LE06 S.21ff

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Zur Berechnung des Erwartungswertes wird die übliche Formel verwendet, anstelle der Rendite 𝑟𝑖𝑗
verwenden wir hier nun aber die Klassenmitte (siehe Graphen):
16

𝜇 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ 𝑌𝑗 = 𝑝1 ∗ 𝑌1 + 𝑝2 ∗ 𝑌2 + ⋯ = +2005,10 𝑓ü𝑟 𝐼𝑃 𝐴 𝑢𝑛𝑑 + 2401,6 𝑓ü𝑟 𝐼𝑃 𝐵


𝑗=1

Dieselbe Umformung wird auch bei der Berechnung der Varianz + Standardabweichung angewandt:

16 16
2 2
𝜎𝑖 = ∑ 𝑝𝑗 ∗ (𝑌𝑗 − 𝜇𝑖 )² | 𝜎𝑖 = √∑ 𝑝𝑗 ∗ (𝑌𝑗 − 𝜇𝑖 ) = 772,16 𝑓ü𝑟 𝐼𝑃 𝐴 𝑢𝑛𝑑 810,13 𝑓ü𝑟 𝐼𝑃 𝐵
𝑗=1 𝑗=1

Abschließende Beurteilung Risikoanalyse LE06 S.30

LE07 Arten und Kosten der Finanzierung 1


Die Finanzierung (Kapitalbeschaffung) umfasst alle betrieblichen Prozesse zur Bereitstellung und
Rückzahlung der finanziellen Mittel einer Unternehmung.

Finanzierungsmöglichkeiten werden hinsichtlich der Kapitalherkunft- und Art gegliedert:


Kapitalherkunft:
 Aus dem Finanzmarkt (Außenfinanzierung)
 durch Veräußerung von Unternehmensleistungen (Innenfinanzierung) zugeführt werden.

Finanzierung nach der Kapitalart:


 Kapitalgeber = Gläubiger (z.B. Bank), Finanzierung mit Fremdkapital FK
 Kapitalgeber = Eigentümer (z.B. Gesellschafter), Finanzierung mit Eigenkapital EK

Fremdfinanzierung: Eigenschaften und Merkmale


 Fremdkapital wird der Unternehmung für einen begrenzten Zeitraum oder Sachleistungen,
die erst später zu bezahlen sind, zur Verfügung gestellt.
 Externer Partner erhält Gläubigerrechte ggü der Unternehmung
 Hohe Flexibilität, Anpassung an wechselnden Kapitalbedarf
Wesentliche Merkmale: Vertragsfreiheit und Kapitaldienst
Fremdkapitalverträge:
 Im Allgemeinen nicht kündbar; Ausnahmen: a) nicht ordnungsgemäße vertragliche
Erfüllung b)vertraglich vereinbarte Kündigungsrechte
 Schuldner: Stellung von Sicherheiten
 Kreditgeber:
- Hat keine Mitbestimmung in der Geschäftsführung
- Befriedigungsrecht im Falle einer Insolvenz der Unternehmung
Einteilung der Fremdfinanzierung nach Laufzeit:
 Kurzfristige Kredite (bis 1 Jahr)
 Mittelfristige Kredite (1-5 Jahre)
 Langfristige Kredite (ü5 Jahre)
Märkte für Fremdkapital:
Der Kapitaldienst, d.h. die vertraglich vereinbarte Zins- und Tilgungsleistungen, ist die zentrale
Komponente der Fremdfinanzierung
 Zinsen (GE): Das Entgelt für die leihweise Überlassung eines Geldbetrages für einen
bestimmten Zeitraum zu einem festgelegten Zinssatz
 Tilgung: Die Art und Weise der Rückführung eines leihweise überlassenen Geldbetrages

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Spread(s): Aufspannung -> Zinsunterschiede messen zwischen 2 Zinsstrukturkurven (in bp)
Basis points bp: Maßeinheit bei Zinsen (Anstieg, Abfall) 100 bp = 1 %
Issue Price: „Ausgabepreis“, wie viel % des Werts des Anleihe müssen beim Kauf bezahlt werden
EURIBOR: Euro Interbank Offered Rate ist ein Durchschnittszinssatz in Euro im Interbankengeschäft
Floating Rate FLR: Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Aktienkursen

Anleihen:
(auch Bonds, Schuldverschreibungen, festverzinsliche Wertpapiere, Rentenpapiere) entsprechen
(langfristigen) Krediten, welche durch UN oder öffentl. Einrichtungen mittels Ausgabe von
Teilschuldverschreibungen aufgenommen werden.
Eine Anleihe kann dabei als ein Zahlungsstrom gesehen werden, wobei die Struktur eines solchen aus
einer Anleihe resultierenden Zahlungsstroms üblicherweise so aussieht:

+K: zufließender Betrag bei Emission -C: Zinszahlungen


-N: Tilgungszahlungen T: Laufzeit der Anleihe
Orange aus Sicht des Käufers

Ratings von Anleihen:


 Beurteilung von Anleihebonitäten (bzw. derjenigen der Emittenten) durch Vergabe
komprimierter Noten
 Die Fähigkeit des Anleiheemittenten seinen Zins- und Tilgungsleistungen fristgerecht und
vollständig nachzukommen wird bewertet
 Notenermittlung (Ratingverfahren) berücksichtigt sowohl quantitative Kriterien (z.B.
bilanzielle Kennzahlen) als auch qualitative Kriterien (z.B. Managementqualitäten des
Emittenten)

Ratingagenturen z.B. Moody’s (Aaa, Aa1, Aa2, Aa3, A1…), S&P (AAA, AA+, AA, AA-, A+…)
 Anleihen mit der höchsten Ratingnote nennt mal Tripple A Papiere.
 Bis zur Note Baa3 (Moody’s) bzw. BBB- (S&P) wird den Anleihen ein Investment Grad
bescheinigt.
 Darunter liegende Benotungen werden als Non-Investment Grade bezeichnet
 Ratingsymbole sollen Hinweise bzgl. des Bonitätsrisikos der Anleihen geben

Ausfallwahrscheinlichkeiten (Default Probability):


 Jedem Ratingsymbol kann eine bestimmte
Ausfallwahrscheinlichkeit zugeordnet
werden
 Gibt an, mit welcher Wsh. ein Kreditnehmer
seine finanziellen Verbindlichkeiten nicht
mehr erfüllen kann
 Ermitteln sich im Normalfall auf Basis von
historischen Ausfällen

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LE 08 Arten und Kosten der Finanzierung 2
Eigenfinanzierung:
 Zuführung von Eigenkapital EK durch die Eigentümer einer Unternehmung
 Dient als Basis zur Finanzierung des Unternehmensvermögens
 Sorgt für eine Risikoreduzierung bzgl. der Haftungsfunktion
 Stellt eine Grundlage für die Gewinnverteilung dar
 Hohe Relevanz in Fragen der Kreditwürdigkeit
 Stellt für den Kapitalgeber (Eigentümer) eine Chance zur ertragsreiche Investition dar

Eigenkapitalgeber:
 Mögl. 1 Bisherige Eigentümer erhöhen ihre Einlagen | Mögl. 2 Neue Eigentümer tätigen
Einlagen
 Anspruchsrecht auf Gewinn, am Vermögen und am Liquidationserlös des UN
 Erhalten Informations- und Mitentscheidungsrechte
 Tragen jedoch ebenso das unternehmerische Risiko mit
 Rechtsform der Unternehmung ist mitentscheidend bei der Aufbringung von EK; untersch.
Rechtsformen haben untersch. Rechtsfolgen für die Eigenkapitalgeber (z.B. Nachschuss-
pflicht, Pflicht im Fall einer Insolvenz dasselbe Kapital erneut einlegen zu müssen)

Kapitalkosten:
Zinsen, die den EK- und FK-Kapitalgebern aus der von ihnen finanzierten Unternehmung zustehen
nennt man Kapitalkosten
 Zusammengesetzt aus EK- und FK-Kosten

Fremdkapitalkosten: abhängig von


 Der Zinsstruktur am Kapitalmarkt
 Den Bonitätsrisiken (dem Rating der kapitalsuchenden Unternehmung)
Zusammenhang:
Sichtweise Bank: 𝐹𝑟𝑒𝑚𝑑𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙𝑘𝑜𝑠𝑡𝑒𝑛 = 𝑙𝑎𝑢𝑓𝑧𝑒𝑖𝑡𝑎𝑑ä𝑞𝑢𝑎𝑡𝑒𝑟 𝑍𝑖𝑛𝑠𝑠𝑎𝑡𝑧 + 𝐵𝑜𝑛𝑖𝑡ä𝑡𝑠𝑎𝑢𝑓𝑠𝑐ℎ𝑙𝑎𝑔 (𝑆𝑝𝑟𝑒𝑎𝑑)
Sichtweise Anleger: 𝑘𝐹𝐾 = 𝑟𝐹 + 𝑆𝐹
𝑘𝐹𝐾 = 𝐹𝑟𝑒𝑚𝑑𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙𝑘𝑜𝑠𝑡𝑒𝑛 𝑟𝐹 = 𝑅𝑖𝑠𝑖𝑘𝑜𝑓𝑟𝑒𝑖𝑒𝑟 𝑍𝑖𝑛𝑠𝑠𝑎𝑡𝑧 𝑆𝐹 = 𝑆𝑝𝑟𝑒𝑎𝑑 (→ 𝐴𝑢𝑓𝑠𝑐ℎ𝑙𝑎𝑔)

Eigenkapitalkosten: orientieren sich an


 Der Zinsstruktur am Kapitalmarkt
 Den so genannten Marktrisiken
Zusammenhang:
𝑘𝐸𝐾 = 𝑟𝐹 + 𝑆𝐸
𝑘𝐸𝐾 = 𝐹𝑟𝑒𝑚𝑑𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙𝑘𝑜𝑠𝑡𝑒𝑛 𝑟𝐹 = 𝑅𝑖𝑠𝑖𝑘𝑜𝑓𝑟𝑒𝑖𝑒𝑟 𝑍𝑖𝑛𝑠𝑠𝑎𝑡𝑧 𝑆𝐸 = 𝑆𝑝𝑟𝑒𝑎𝑑 (→ 𝐴𝑢𝑓𝑠𝑐ℎ𝑙𝑎𝑔)
(Spreads sind hier im Allg. nicht beobachtbar, es gibt’s Modelle zur „Schätzung“ davon)

𝑆𝐸 ≫ 𝑆𝐹 → 𝑆𝐸 𝑘𝑎𝑛𝑛 𝑎𝑢𝑐ℎ 𝑣𝑒𝑟𝑙𝑖𝑒𝑟𝑒𝑛 | 𝑆𝐹 𝑏𝑒𝑘𝑜𝑚𝑚𝑡 𝐾𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙𝑑𝑖𝑒𝑛𝑠𝑡

Verzinsung der Aktiven:


Verlangte Verzinsung auf das EK + Verlangte Verzinsung auf das FK = Verl. Verz. auf d. Aktiven
𝐸𝐾 𝐹𝐾
𝑘𝐴 = ∗ 𝑘𝐸𝐾 + ∗ 𝑘𝐹𝐾
𝐸𝐾 + 𝐹𝐾 𝐸𝐾 + 𝐹𝐾
 auch Gesamtverzinsung/Gesamtkapitalkosten der Aktiven genannt
𝑘𝐴 = 𝑉𝑒𝑟𝑙. 𝑉𝑒𝑟𝑧𝑖𝑛𝑠𝑢𝑛𝑔 𝑎𝑢𝑓 𝑑. 𝐴𝑘𝑡𝑖𝑣𝑒𝑛 𝐸𝐾 = 𝑊𝑒𝑟𝑡 𝑑𝑒𝑠 𝐸𝑖𝑔𝑒𝑛𝑡𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙𝑠 𝐹𝐾 = 𝑊𝑒𝑟𝑡 𝑑𝑒𝑠 𝐹𝑟𝑒𝑚𝑑𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙𝑠
𝑘𝐸𝐾 = 𝑉𝑒𝑟𝑙. 𝑉𝑒𝑟𝑧𝑖𝑛𝑠𝑢𝑛𝑔 𝑎𝑢𝑓 𝑑. 𝐸𝐾 (𝐸𝐾 − 𝐾𝑜𝑠𝑡𝑒𝑛) 𝑘𝐹𝐾 = 𝑉𝑒𝑟𝑙. 𝑉𝑒𝑟𝑧𝑖𝑛𝑠𝑢𝑛𝑔 𝑎𝑢𝑓 𝑑. 𝐹𝐾 (𝐹𝐾 − 𝐾𝑜𝑠𝑡𝑒𝑛)

11
Leverage-Effekt:
Erhöhung der Eigenkapitalrendite durch Finanzierung nicht ausschließlich durch EK, sondern
Einbeziehung von FK.
Berechnung anhand eines Beispiels:
„Zu Fuß“:
EK= 1.000.000; FK= 600.000; 𝑘𝐴 = 20%; 𝑘𝐹𝐾 = 10%
(1) EK + FK = 1.600.000 -> 1.600.000 * (1+20%) = 1.920.000 | (EK+FK) * 𝑘𝐴
(2) 1.920.000 - 600.000 * 10% - 600.000 = 1.260.000 | GK – FK * 𝑘𝐹𝐾 – FK = EKneu
1.260.000−1.000.000
(3) 1.000.000
= 0,26 = 26% | EKneu – EK / EK = EK Rendite
„Direkt“:
600.000 FK
𝑘𝐸𝐾 = 0,2 + (0,2 − 0,1) ∗ = 0,26 = 26% | k EK = k A + (k A − k FK ) ∗
1.000.000 EK

[Zinsen für das FK landen in der GuV als Aufwand -> schmälern somit den Ertrag und damit die
Ertragssteuern. Steuereinsparungen erhöhen den Unternehmenswert relativ im Vgl. zu einem
„gleichen“ UN ohne Verschuldung durch FK.]

Weighted Average Cost of Capital WACC | Gesamtkapitalkosten inkl. Steuern auf FK


𝐸𝐾 𝐹𝐾 𝐹𝐾
𝑊𝐴𝐶𝐶 = ∗ 𝑘𝐸𝐾 + ∗ 𝑘𝐹𝐾 ∗ (1 − 𝜏) 𝑜𝑑𝑒𝑟 𝑊𝐴𝐶𝐶 = 𝑘𝐴 − 𝑘𝐹𝐾 ∗ 𝜏 ∗
𝐸𝐾 + 𝐹𝐾 𝐸𝐾 + 𝐹𝐾 𝐸𝐾 + 𝐹𝐾
𝐸𝐾 = 𝑊𝑒𝑟𝑡 𝑑𝑒𝑠 𝐸𝑖𝑔𝑒𝑛𝑡𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙𝑠 𝐹𝐾 = 𝑊𝑒𝑟𝑡 𝑑𝑒𝑠 𝐹𝑟𝑒𝑚𝑑𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙𝑠 𝜏 = 𝐷𝑢𝑟𝑐ℎ𝑠𝑐ℎ𝑛𝑖𝑡𝑡𝑙. 𝑆𝑡𝑒𝑢𝑒𝑟𝑠𝑎𝑡𝑧
𝑘𝐸𝐾 = 𝑉𝑒𝑟𝑙. 𝑉𝑒𝑟𝑧𝑖𝑛𝑠𝑢𝑛𝑔 𝑎𝑢𝑓 𝑑. 𝐸𝐾 (𝐸𝐾 − 𝐾𝑜𝑠𝑡𝑒𝑛); 𝑘𝐹𝐾 = 𝑉𝑒𝑟𝑙. 𝑉𝑒𝑟𝑧𝑖𝑛𝑠𝑢𝑛𝑔 𝑎𝑢𝑓 𝑑. 𝐹𝐾 (𝐹𝐾 − 𝐾𝑜𝑠𝑡𝑒𝑛)
𝑘𝐴 = 𝑉𝑒𝑟𝑙. 𝑉𝑒𝑟𝑧𝑖𝑛𝑠𝑢𝑛𝑔 𝑎𝑢𝑓 𝑑. 𝐴𝑘𝑡𝑖𝑣𝑒𝑛
Kapitalwertformel mit WACC: (s = Spread)
𝑇
𝑍𝑇

(1 + 𝑊𝐴𝐶𝐶 + 𝑠)𝑡
𝑡=0

𝐹𝐾
wird teilweise als Verschuldungsgrad bezeichnet; z.B. 40% Verschuldungsgrad
𝐸𝐾+𝐹𝐾

IDW: Institut der Wirtschaftsprüfer

LE 09 Arten und Kosten der Finanzierung 3


Zinsrechnung Grundlagen:
Zins: abhängig von
 Höhe des an Bank überlassenen Geldbetrags
 Dauer der Überlassung
Zinsberechnung: zusätzlich abhängig von:
 Konkreter Berechnungsweise der Länge des Zinszeitraumes
 Behandlung der bereits gezahlten Zinsen (Zinseszins?)
 Zeitpunkt der Zinszahlung (vorschüssig/nachschüssig?)
Formelausdrücke bei der Zinsrechnung: 𝐾𝐵0 = 𝐴𝑛𝑓𝑎𝑛𝑔𝑠𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙 | 𝐾𝐵𝑛 = 𝐸𝑛𝑑𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙
𝑛 = 𝐴𝑛𝑧𝑎ℎ𝑙 𝑑𝑒𝑟 𝐽𝑎ℎ𝑟𝑒; 𝐿𝑎𝑢𝑓𝑧𝑒𝑖𝑡 | 𝑟 = 𝑍𝑖𝑛𝑠𝑠𝑎𝑡𝑧
Geometrische Verzinsung (auch: zinseszinsliche/exponentielle Verzinsung): Endkapitalermittlung
𝐾𝐵𝑛 = 𝐾𝐵0 ∗ (1 + 𝑟𝑔 )𝑛
Aufzinsungsfaktor: (1 + 𝑟𝑔 )𝑛
Geom. Verzinsung: Anfangskapitalermittlung (auch: Barwertermittlung/Diskontierung)
1
𝐾𝐵0 = 𝐾𝐵𝑛 ∗ ( 𝑛)
(1 + 𝑟𝑔 )
1
Abzinsungsfaktor: (1+𝑟 𝑛
𝑔)

12
Rente:
Nachschüssig:
Wird immer am Ende bezahlt (z.B. Ende des Monats). Bei einer Laufzeit von t0 bis T, wird die
nachschüssige Rente von t1 bis T bezahlt.
Vorschüssig:
Wir immer im Voraus bezahlt (z.B. Anfang des Monats, vgl. Bafög). Bei einer Laufzeit von t0 bis T,
wird die vorschüssige Rente von t0 bis T-1 bezahlt.
Barwertberechnung der nachschüssigen Rente R:
„Zu Fuß“:
𝑇
𝑅

(1 + 𝑖)𝑡
𝑡=1
„Direkt“:
(1 + 𝑖)𝑇 − 1
𝑅∗
𝑖(1 + 𝑖)𝑇
Rentenbarwertfaktor: Nachschüssige Rente: Vorschüssige Rente:
(1 + 𝑖)𝑇 − 1 (1 + 𝑖)𝑇 − 1
𝑅𝐵𝐹 = 𝑅𝐵𝐹 = (1 + 𝑖) ∗
𝑖(1 + 𝑖)𝑇 𝑖(1 + 𝑖)𝑇
Endwertberechnung der nachschüssigen Rente R:
„Zu Fuß“:
𝑇

∑ 𝑅 ∗ (1 + 𝑖)𝑇−𝑡
𝑡=1
„Direkt“:
(1 + 𝑖)𝑇 − 1
𝑅∗
𝑖
Rentenendwertfaktor: Nachschüssige Rente: Vorschüssige Rente:
(1 + 𝑖)𝑇 − 1 (1 + 𝑖)𝑇 − 1
𝑅𝐸𝐹 = 𝑅𝐸𝐹 = (1 + 𝑖) ∗
𝑖 𝑖

Kredite: Tilgungsmöglichkeiten
1. Abzahlungskredit: Tilgungsbeiträge sind
gleichbleibend und werden regelmäßig
bezahlt

2. Festkredit: Während der Laufzeit werden


nur Zinsen bezahlt. Tilgung erfolgt am Ende
der Laufzeit auf einmal (Gesamtbetrag)

13
3. Annuitätenkredit: Kapitalnehmer zahlt
regelmäßig eine sog. Annuität (Zins zzgl.
Tilgung) in gleicher Höhe
Errechnung der Höhe der Annuität:
𝑟 ∗ (1 + 𝑟)𝑛
𝐴𝑛𝑛𝑢𝑖𝑡ä𝑡 = 𝐾𝑟𝑒𝑑𝑖𝑡𝑠𝑢𝑚𝑚𝑒 ∗
(1 + 𝑟)𝑛 − 1
bzw. verbleibende
Kreditsumme und
verbleibende Laufzeit n
r = Zinssatz

Bei allen Kredit-/Tilgungsvarianten ist es möglich die Tilgung für eine gewisse Zeit auszusetzen
 Tilgungsfreiheit (muss allerdings vertraglich geregelt sein)

LE 10 Finanzplanung und Risikomanagement 1


Liquidität:
Kerngegenstand der Finanzplanung ist die Gewährleistung der jederzeitigen Liquidität einer
Unternehmung und der Wahrung des finanziellen Gleichgewichts
 Eine Unternehmung ist zu einem bestimmten Zeitpunkt liquide, wenn sie in der Lage ist,
allen Zahlungspflichten nachzukommen, die zu dem betreffenden Zeitpunkt fällig werden
 Eine UN ist zu einer bestimmten Periode liquide, wenn sie allen Zahlungspflichten in der
betreffenden Periode nachkommen kann
Unterscheidung in:
1. Strukturelle Liquidität:
Analyse der strukturellen Zusammenhänge von Passiven und Aktiven durch Finanzierungsregeln
2. Absolute Liquidität:
Liquidierbarkeit von Vermögensteilen zur
Verwendung bzw. Umwandlung in
Zahlungsmittel
Zentrale Parameter sind hierbei die
Liquidierungsdauer und die Höhe des
Liquidationserlöses
[Höhe des Liquidationserlöses abhängig von: Qualität der Vermögensanteile,
Marktgegebenheiten (Marktexistenz, -gängigkeit, Organisationsgrad des Marktes) Dringlichkeit]

3. Relative Liquidität:
Fähigkeit, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Untergliederung in:
 Statische Liquidität:
Betrachtung der Größenverhältnisse
in der Bilanz; zentral: Zahlungsmittel,
kurzfristige Forderungen, Vorräte
und kurzfristige Verbindlichkeiten
 Kurzfristige Liquiditätsgrade
Beurteilung: Statische
Bilanzkennziffern nicht optimal zur
Beurteilung der Fähigkeit eines Unternehmens den Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu
können (da nur Ein-Zeitpunkt-Betrachtung).
 Dynamische Liquidität: Graphik LE10 S.17 -> nicht prüfungsrelevant!
Sämtliche erwarteten Ein- und Auszahlungen des UN werden im Rahmen eines Finanzplans erfasst,
somit keine bilanzbezogene/zeitpunktbezogene Betrachtung
14
Fire Sale: Schneller Verkauf; „nichts wie raus“

Risiko:
Unter Risiko versteht man die Gefahr einer negativen Abweichung von einer Zielgröße und dessen
Konsequenzen. Eine solche Abweichung kann sich aufgrund unvollkommener Informationen und
der Unsicherheit über die zukünftigen Entwicklungen ergeben. (potenzieller Schaden/Verlust)
Risikomanagement:
Unternehmensweite Messung und Steuerung aller Unternehmensrisiken. Ermöglicht dadurch die
Berücksichtigung von Verbundeffekten (Klumpeneffekten) zwischen untersch. Risiken. Ursachen
für Risikomanagement sind:
 Rechtliche Ursachen (KonTraG, Corporate Governance, Basel II, Basel III …)
 Volkswirtschaftliche Ursachen (Globalisierung, Deregulierung der Finanzmärkte …)
 Technologische Ursachen (kürzere Produktionszyklen, schnelle und kostengünstige
Verfügbarkeit von Informationen …)
Aufbau eines Risikomanagementprozesses:

Systematisierung der Unternehmensrisiken:


Unterteilt in:
 Finanzwirtschaftliche Risiken (Marktrisiken, Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken)
 Leistungswirtschaftliche Risiken (Betriebsrisiken, Absatzrisiken)
Marktrisiko:
Risiko negativer Preisentwicklungen auf den Finanzmärkten, resultierend aus Schwankungen von
Aktien, Währungen, Anleihen (->auch Zinsen) und Rohstoffen (Derivate)
Kreditrisiko:
Risiko einer negativen Abweichung des tats. vom geplanten Ergebnis eines Kreditengagements
Liquiditätsrisiko: nicht prüfungsrelevant
Risiko, dass Geschäfte wegen nicht ausreichender Marktliquidität nur zu ungünstigen Bedingungen
abgeschlossen werden können.

BIZ: Bank für internationalen Zahlungsausgleich


KonTraG: Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
Fat Finger (Fehler): Tippfehler bei Geschäften im Finanzmarkt. durch den wesentlich andere Summen
bewegt werden, als beabsichtigt war.
Risikomanagementsystem RMS: Pflicht für alle börsennotierten Unternehmen

15
LE 11 Finanzplanung und Risikomanagement 2
Risikomessung:
Kern des Risikomanagements, da nur Risiken die mess- und erfassbar sind auch gesteuert werden
können. Messung erfolgt durch quantitative und qualitative Risikomaße.
 Quantitative Risikomessung (Einfache Verlustmaße, Kennzahlen, Value at Risk)
 Qualitative Risikomessung (Scoring-Modelle)

Einfache Verlustmaße:
Liefern einfache, grobe Einschätzung des Risikos.
Mögliche Berechnung des Maximalverlusts (größtmöglicher Schaden einer Vermögensposition)
und des erwarteten Verlusts (mögliche Schäden einer Vermögensposition mit jeweiliger
Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert und aufsummiert (abgeschnittener Erwartungswert))
Beispiel:
Kauf einer Aktie zum Kurs von 1000€. Mit einer Wsh. von 40% Erlös von 1525€, mit Wsh. von 55%
nur 800% und mit Wsh. 5% Totalverlust.
𝑉𝑚𝑎𝑥 = 1000 € 𝑚𝑎𝑥𝑖𝑚𝑎𝑙𝑒𝑟 𝑉𝑒𝑟𝑙𝑢𝑠𝑡
𝑉𝑒𝑟𝑤 = 0,55 ∗ 200 + 0,05 ∗ 1000 = 160 € 𝑒𝑟𝑤𝑎𝑟𝑡𝑒𝑡𝑒𝑟 𝑉𝑒𝑟𝑙𝑢𝑠𝑡

Volatilität: (Typische Kennzahl im Rahmen der Risikomessung)


Kennzahl für die Messung der Schwankungsbreite bzw. Schwankungsintensität. Zentrale Kennzahl
auf dem Gebiet der Risikomessung; Instrumente, Methoden und Anwendungen des
Risikomanagement basieren im Wesentlichen auf der Volatilität
Berechnung: Vgl. Berechnung Standardabweichung:
1. Berechnung von 𝜇: 𝜇 = ∑𝑗 𝑝𝑗 ∗ 𝑟𝑗
2. Berechnung der Varianz 𝜎 2 : 𝜎 2 = ∑𝑗 𝑝𝑗 ∗ (𝑟𝑗 − 𝜇)²
3. Berechnung Volatilität/Vola: 𝜎 = √𝜎² 𝑏𝑧𝑤. 𝜎 = √∑𝑗 𝑝𝑗 ∗ (𝑟𝑗 − 𝜇)²

Sensitivität: (Typische Kennzahl im Rahmen der Risikomessung)


Maß für die Empfindlichkeit der Reaktion des Vermögens (Output) auf Veränderungen einer oder
mehrerer Einflussgrößen (Input).

Musterportfolios:
Erstellung von Musterportfolios über zweistufigen Ansatz:
1. Identifizierung sowie Festlegung versch., repräsentativer „Anlegertypen“ gemäß der jew.
Risikotoleranz. Diese hat eine Spanne zwischen vollkommener Risikoscheu und absoluter
Risikofreude.
2. Mithilfe der Risikotoleranz werden Mischungen aus einer risikolosen und risikobehafteten
Anlage vorgenommen, welche als konkrete Anlageempfehlung in Form einer sogenannten
Musterportfolios angeboten werden.
Gängige Portfolios in der Praxis: (beispielhaft)
 „Sicher“: Investition in ausschließlich
sichere Anlage
z.B. Deutscher Renten Index REX, Korb von
Staatsanleihen
 „Ertrag“: Kombination 2/3 sicherer, 1/3
risikobehafteter Anlagen
 „Wachstum“: Kombination 1/3 sicherer,
2/3 risikobehafteter Anlagen
 „Dynamik“: Investition ausschließlich in risikobehaftete Anlage

16
Renditeentwicklung eines Musterportfolios:
Siehe Graphik unten.

Value at Risk VaR:


Zentrale Standardkennziffer, mittels welcher Risiken resultierend aus Marktpreisveränderungen
quantifiziert werden. Der VaR erlaubt es eine Aussage zu treffen:
„Man ist sich zu 𝛼 (𝑖𝑛 %) sicher, dass ein Portfolio in den nächsten T (Haltedauer) Tagen nicht
mehr als V EUR an Wert verlieren wird.
 Value at Risk stellt max. mögl. Verlust eines Portfolios für eine bestimmte Haltedauer T
und hinsichtlich einer bestimmten Wahrscheinlichkeit 𝛼 dar.
Errechnung des Value at Risk VaR über:
1. Monte-Carlo Ansatz (nicht behandelt, nur Name kennen)
2. Historischen Ansatz (nicht behandelt, nur Name kennen)
3. Analytischer Ansatz / Varianz - Kovarianz – Ansatz:
„Mit einer Wahrscheinlichkeit von 𝛼 verliert man vom Ausgangspunkt 𝜇 ∗ 𝑊 aus gesehen
höchsten einen Betrag in Höhe von 𝑦(𝛼) ∗ 𝜎 ∗ 𝑊.“  Dieser Betrag ist der VaR
𝑊 = 𝐺𝑒𝑙𝑑𝑏𝑒𝑡𝑟𝑎𝑔; 𝜇 = 𝐸𝑟𝑤𝑎𝑟𝑡𝑢𝑛𝑔𝑠𝑤𝑒𝑟𝑡 𝑅𝑒𝑛𝑑𝑖𝑡𝑒; 𝜎 = 𝑉𝑜𝑙𝑎𝑡𝑖𝑙𝑖𝑡ä𝑡
𝛼 = 𝑊𝑎ℎ𝑟𝑠𝑐ℎ𝑒𝑖𝑛𝑙𝑖𝑐ℎ𝑘𝑒𝑖𝑡, 𝑑𝑎𝑠𝑠 𝑅𝑒𝑛𝑑𝑖𝑡𝑒 𝑖𝑛 𝑑𝑖𝑒𝑠𝑒𝑚 𝐼𝑛𝑡𝑒𝑟𝑣𝑎𝑙𝑙 𝑙𝑖𝑒𝑔𝑡;
𝑦(𝛼) = 𝑒𝑖𝑛𝑧𝑢𝑠𝑒𝑡𝑧𝑒𝑛𝑑𝑒𝑟 𝑊𝑒𝑟𝑡 𝑓ü𝑟 𝑏𝑒𝑠𝑡𝑖𝑚𝑚𝑡𝑒𝑠 𝛼

Normalverteilung zur Bestimmung der Rendite und des Value at Risk:

Beispiel:
Mit 99 % Wahrscheinlichkeit
liegt die Rendite des Portfolios
X in dem Intervall:
[𝜇 − 𝑦(𝛼) ∗ 𝜎 ,
𝜇 + 𝑦(𝛼) ∗ 𝜎 ]

Um die tatsächliche Wertentwicklung zu erhalten muss ein Geldbetrag W mit der Rendite
multipliziert werden. Intervall:[𝑊 ∗ 𝜇 − 𝑦(𝛼) ∗ 𝜎 , 𝑊 ∗ 𝜇 + 𝑦(𝛼) ∗ 𝜎 ]

DAX 30: Korb der 30 besten Aktiengesellschaften aus dem deutschen Aktienindex (DE, Frankfurt)
Marktkapitalisierung: Anzahl Aktien * effektiver Aktienwert????
Backtesting: Prüfung der Güte von Modellen
Profit/Loss P/L (Diagramm): Stellt Gewinn und Verlust dar, siehe Zsmf. S. 19+20

17
LE 12 Finanzplanung und Risikomanagement 3
Finanzmärkte sind aufgeteilt in:
1. Kassamarkt/Spotmarkt: Spotgeschäfte
Typischer Markt, z.B. Wochenmarkt oder Börse FRA
z.B. Aktien, Zinsen, Fondanteile, Devisen
Charakteristische Merkmale:
- Vertragsabschluss, Lieferung, Abnahme und Bezahlung erfolgen sofort
2. Terminmarkt: Termingeschäfte
Erfolgt auf sogenannten Terminmärkten
z.B. Futures, Swaps, Optionen
Charakteristische Merkmale:
- Vertragsabschluss erfolgt sofort
- Lieferung, Abnahme und Bezahlung finden erst in der Zukunft statt
Kategorisierung der Produkte nach:
 Art der Erfüllung:
- Unbedingte Termingeschäfte: für beide Seiten verpflichtend
- Bedingte Termingeschäfte: eine Vertragspartei hat das Wahlrecht bzgl. der
Vertragserfüllung (im Normalfall der Käufer)
 Grad der Standardisierung:
- Börsengehandelte Produkte
- Nicht-börsengehandelte Produkte (OTC – Over the counter)

Futures:
Ein standardisiertes unbedingtes Termingeschäft
Futures Kontrakt umfasst:
 Eine standardisierte Menge (Kontraktvolumen)
 Ein bestimmtes zugrunde liegendes Finanzinstrument (Underlying/Basiswert)
 Einen (im Voraus festgelegten) Preis (Liefer- und Abschlusspreis)
 Einen standardisierten, zukünftigen Lieferzeitpunkt (Liefertag)
 Die Lieferart, d.h. eine Lieferverpflichtung (Verkäufer des Futures) oder eine
Abnahmeverpflichtung (Käufer des Futures)
Einen Futures Kontrakt kann man entweder kaufen (-> Long-Position) oder verkaufen (-> Short-
Position). Der Käufer hat die Pflicht, die Kontraktmenge am Liefertag zum Lieferpreis zu kaufen/
abzunehmen; im Gegenzug hat der Verkäufer die Pflicht die Kontraktmenge am Liefertag zum
Lieferpreis zu verkaufen/ liefern.
Unterscheidung:
Futures unterscheiden sich vor allem in ihrem untersch. Underlying. Grobunterscheidung:
 Financial Futures (Staatsanleihen, Zinssätze, Aktien, Aktienindizes…)
 Commodity Futures (Rohstoffe wie Kunststoffe, Kartoffeln, Schweinebäuche…)

Option:
Spezielle Form von Recht, z.B. zum Kauf einer Aktie zu einem bestimmten Preis, bis zu einer
bestimmten zeitlichen Begrenzung.
Der Käufer (damit Inhaber) der Option erwirbt dieses Recht von einem Optionsverkäufer für eine
so genannte Optionsprämie (Preis der Option).
Der Inhaber der Option hat dann die Möglichkeit innerhalb der Laufzeit der Option von dem Recht
Gebrauch zu machen und damit die Option auszuüben, muss dies aber nicht tun.
Wird eine Option ausgeübt, so ist der Optionsverkäufer dazu verpflichtet dem Ausübungswunsch
des Inhabers Folge zu leisten.

18
Unterscheidung von Optionen:
 Optionen, die jederzeit während ihrer Laufzeit ausgeübt werden können (sog.
amerikanische Optionen / american style)  meist teurer
 Optionen, die nur bei Fälligkeit ausgeübt werden können (sog. Europäische Optionen)
Grundgeschäftsarten des Optionsgeschäfts:
 Kauf einer Kaufoption (= Long Call)
 Verkauf einer Kaufoption (= Short Call)
 Kauf einer Verkaufsoption (= Long Put)
 Verkauf einer Verkaufsoption (= Short Put)
Optionstypen:
 Call: Recht, ein Underlying (z.B. Aktie) zu einem im Voraus festgelegten Preis während
(amerk.) oder am Ende der Laufzeit (europ.) der Option zu kaufen. -> Kaufoption
 Put: Recht, ein Underlying zu einem im Voraus festgelegten Preis während oder am Ende
der Laufzeit der Option zu verkaufen. -> Verkaufsoption
Positionierungen:
 Long: Kauf
 Short: Verkauf

Gewinn- und Verlust Profile | Profit & Loss Diagramm:


Zeigen inwiefern eine Option ein gewinn- oder verlustbringendes Instrument sein kann.
Hier:
Long Underlying: Short
Underlying:
50 = Einstands-
kurs 50 = Einstands-
kurs
Man besitzt das
Underlying bei
Verkauf gar
nicht; sondern
leiht das Underlying für die Dauer der Option
von einem Dritten
 Ziel ist es etwas heute teuer zu verkaufen
und später billig zurückzukaufen
Long Call: inklusive Optionsprämie aus Sicht der
Optionskäufers:
 Unter 40: keine Ausübung da Aktie am Markt
billiger zu haben ist
 ab 40: Ausübung; günstiger als auf Markt; liefert
Deckungsbeitrag zur Optionsprämie
 ab 50: Ausübung mit Gewinn = Aktienkurs –
Basispreis – Optionsprämie
Auszahlungsfunktion:
𝑆 − 𝑋, 𝑆 ≥ 𝑋
−𝑂 + 𝑀𝑎𝑥[𝑆 − 𝑋, 0], = {
0, 𝑆<𝑋
O: Optionsprämie; S: Kurs der Aktie; X: Basispreis
Sog. „hockeystick“
Gewinnpotenzial: Theoretisch unendlich
Verlustpotenzial: Optionsprämie

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Long Put: mit Optionsprämie aus Sicht der Verkäufers
 Unter 40: Ausübung mit Gewinn: Basispreis –
Aktienkurs – Optionsprämie
 ab 40: Ausübung; teurer als auf Markt; liefert
Deckungsbeitrag zur Optionsprämie
 ab 50: keine Ausübung, Marktpreis liegt über
Basispreis; Verlust der Optionsprämie

Auszahlungsfunktion:
𝑋 − 𝑆, 𝑆 ≤ 𝑋
−𝑂 + 𝑀𝑎𝑥[𝑋 − 𝑆, 0], = {
0, 𝑆>𝑋
O: Optionsprämie; S: Kurs der Aktie; X: Basispreis

Gewinnpotenzial: Beschränkt auf Basiswert – Optionsprämie


Verlustpotenzial: Optionsprämie

Moneyness-Begriffe:
S X Call ist… Put ist…
Aktueller Kurs > Ausübungspreis In-the-money Out-of-the-money
Aktueller Kurs = Ausübungspreis At-the-money At-the-money
Aktueller Kurs < Ausübungspreis Out-of-the-money In-the-money

Kombination aus Long Put (ohne Optionsprämie) und Long Underlying mit Einstandskurs X:

 Ergibt einen Long Call

Derivate: Finanzinstrumente, deren Preis bzw. Kurs von einem ihnen jeweilig zugrunde liegenden
Marktgegenstand als Basiswert (Underlying) abgeleitet wird (z.B. Optionen, Futures)
Eurex: European Exchange, eine der weltweit größten Terminbörsen für Finanzderivate
XTRA: Große Börse in Europa

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