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2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

2
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2.1 Energieerhaltung, Energiebilanz

2.2 Arbeit am geschlossenen System

Beispiel 2.1
Eine Glaskapillare mit einer inneren Querschnittsfläche von 5 mm2 ist auf der einen
Seite zugeschmolzen und auf der anderen Seite durch einen 10 cm langen Quecksil-
berfaden (ρ Hg = 13 590 kg/m3) verschlossen. Der von der Glaskapillaren und dem
Quecksilber begrenzte Raum ist mit Stickstoff gefüllt. Stickstoff soll näherungswei-
se als ideales Gas angenommen werden. Der Umgebungsdruck beträgt 98 kPa, die
Umgebungstemperatur 22 °C.
a) Liegt die Kapillare waagerecht, beträgt die Länge des eingeschlossenen Gasvo-
lumens 50 cm. Berechnen Sie für diese Lage die Dichte des Gases (tGas = tamb).
b) Die Glaskapillare wird nun senkrecht gestellt mit der zugeschmolzenen Seite
nach unten. Welche Länge hat nun das eingeschlossene Gasvolumen
(tGas = tamb)?
In der senkrechten Lage wird nun die Temperatur des Gases um 78 K erhöht.
For personal use only.

c) Welche Länge hat nun das eingeschlossene Gasvolumen?


d) Wie groß ist die verrichtete Volumenänderungsarbeit?
e) Welche Arbeit wird am Quecksilber verrichtet?

Gegeben:
A = 5 mm2
pamb = 98 kPa
tamb = t1 = 22 °C
ρ Hg = 13 590 kg/m3

Zu a): Gesucht: ρ1
Thermische Zustandsgleichung des idealen Gases:
(Gl 1.16) p1V1 = mRiT1 :m

V V1
v= → = v1 (Gl 1.1)
m m
p1v1 = RiT1 ⋅ρ : ( RiT1 )
1 1
ρ= → v1 = (Gl 1.2)
v ρ1
22 2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

p1
ρ1 =
RiT1
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Ri = 296,8 J/(kg K) (T 1.5)


Kräftegleichgewicht am Quecksilberfaden
(Haftungskräfte werden vernachlässigt):
F ix = 0 : pamb A − p1 A = 0 → p1 = pamb

98 ⋅ 103 Pa kg K N J
ρ1 = 2
296,8 J 295,15 K Pa m N m
kg
ρ1 = 1,1187
m3

Zu b): Gegeben: t 2 = t amb = 22 °C Gesucht: l2

(Gl 1.7) p2 = pamb + ρ Hg g h


Die Längenänderung des Quecksilberfadens
hat keine Auswirkung auf den Druck.
For personal use only.

ρ Hg = 13 590 kg/m3
h = l H g = 10 cm
g = 9,81 m/s2 (T 1.6)
kg m N s Pa m 2
2
p2 = 98 ⋅103 Pa + 13 590 9,81 0,1m
m3 s2 kg m N
p 2 = 111 332 Pa
Kompression bei konstanter Temperatur 1 → 2:
(Gl 1.17) p 2V 2 = p1V1
p 2 l 2 A = p1 l1 A : p2
p1 98 ⋅103 Pa
l2 = l1 = 50 cm = 44,01 cm
p2 111 332 Pa

Zu c): Gegeben: t3 − t 2 = 78 K Gesucht: l3


Temperaturerhöhung bei konstantem Druck 2 → 3:
V1 T1
(Gl 1.18) =
V2 T2
2.2 Arbeit am geschlossenen System 23

V3 T3
=

2
V2 T2
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l3 A T3
= ⋅l 2
l2 A T2
T3 373,15 K
l3 = l2 = 44,01 cm = 55,64 cm
T2 295,15 K

Zu d): Gesucht: Wv 23
Temperaturerhöhung bei konstantem Druck 2 → 3:
3
(Gl 2.1)

Wv23 = − p dV
2

p = const

Wv23 = p (V2 − V3 ) = p ( l2 − l3 ) A

m2 N J
Wv23 = 111 332 Pa ( 0,4401 − 0,5564 ) m 5 6 2
10 Pa m N m
For personal use only.

Wv23 = − 0,0647 J

Zu e): Gesucht: WHg


W Hg = m Hg g Δ h

m m
ρ= = → mHg = ρ Hg lHg A (Gl 1.2)
V lA
W Hg = ρ Hg lHg A g ( l3 − l 2 )
kg m2 m
WHg = 13 590 3
0,1 m 5 6
9,81 2
m 10 s
2
Ns J
⋅ ( 0,5564 − 04401) m
kg m N m
W Hg = 0,007752 J

alternativ:
2
Wn12 = − ( p − p
1
b ) dV (Gl 2.6)
24 2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

p = p2 = const
Die thermische Ausdehnung des Quecksilberfadens
hat keine Auswirkung auf den Druck.
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pb = pamb
W n23 = ( p 2 − p amb ) (V2 − V3 )

W n23 = ( p 2 − p amb ) ( l 2 − l3 ) A
m2
Wn23 = (111 332 − 98 000 ) Pa ( 0, 4401 − 0,5561) m 5
10 6
0,58 m 3 N J
Wn23 = −13 332 Pa 6 2
10 Pa m N m
W n23 = − 0,007752 J

Aufgabe 2.1
Ein Niederdruckspeicher besteht aus einem zylindrischen Behälter und einer
Scheibe, die wie ein Kolben das Gas (ideales Gas) im Zylinder von der Atmo-
sphäre oberhalb der Scheibe trennt. Die Scheibe wird gegenüber dem Zylinder
For personal use only.

durch eine Rollmembran abgedichtet. Sie wirkt mit einer Gewichtskraft von
750 kN auf das Gas. Die Querschnittsfläche des Zylinders beträgt 250 m2 und
der Umgebungsdruck 101 kPa.
a) Welcher Druck herrscht im Gas?
Das Gas erwärmt sich infolge Sonneneinstrahlung. Dabei wird die Scheibe rei-
bungsfrei um 10 cm angehoben.
b) Wie groß ist die verrichtete Volumenänderungsarbeit?
c) Welche Nutzarbeit wird bei dieser Erwärmung vom Gas abgegeben?

2.3 Innere Energie


Aufgabe 2.2
In einem adiabaten Zylinder sind von einem Kolben 10 kg Stickstoff bei
200 kPa und 20 °C eingeschlossen. Stickstoff soll näherungsweise als ideales
Gas angenommen werden. Durch Zufuhr von 50 kJ Dissipationsenergie, bei
konstant bleibendem Druck, erhöht sich die Temperatur um 40 K.
a) Wie groß ist die abgegebene Volumenänderungsarbeit?
b) Um welchen Wert ändert sich die innere Energie des Gases?
c) Skizzieren Sie die Zustandsänderung in einem p,V-Diagramm und tragen
Sie die Volumenänderungsarbeit als Fläche ein.
2.5 Arbeit am offenen System und Enthalpie 25

2.4 Wärme
Aufgabe 2.3
2
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In einem Zylinder befindet sich Luft, die durch einen konstant belasteten Zylin-
der auf einen Druck von 200 kPa gehalten wird. Durch Zufuhr von 200 kJ Wär-
me vergrößert sich das Volumen der Luft reversibel um 100 l.
Wie groß ist die Änderung der inneren Energie?

2.5 Arbeit am offenen System und Enthalpie

Beispiel 2.2
In einem gekühlten Verdichter werden pro Sekunde 2 kg Luft komprimiert. Luft
soll näherungsweise als ideales Gas angenommen werden. Die Luft tritt mit
100 kPa und 20 °C in den Verdichter ein und verlässt ihn mit 500 kPa und
191,52 °C. Dabei wird der Luft eine technische Leistung von 386,16 kW zugeführt.
41,82 kW werden dissipiert. Durch die Kühlung wird der Luft ein Wärmestrom von
41,82 kW entzogen. Die Änderung der kinetischen und der potenziellen Energie
soll vernachlässigt werden.
a) Wie groß ist der reversible Anteil der technischen Leistung?
For personal use only.

b) Wie ändert sich der Enthalpiestrom der Luft während des Durchströmens?
c) Wie groß ist die Änderung des inneren Energiestroms?

Gegeben:
W diss12 = 41,82 kW

c2 ≈ c1 , z 2 = z1

Zu a): Gesucht: W t12


rev

rev d
W t12 = W t12 + W diss12 (Gl 2.11)

W t12 = W t12
rev
+ W diss12 − W diss12
W t12
rev
= W t12 − W diss12 = (386 ,16 − 41,82 ) kW
W rev = 344 ,34 kW
t12
26 2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

Zu b): Gesucht: H 2 − H 1
1. HS der Thermodynamik für offene Systeme:
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Wt12 + Q12 = H 2 − H1 +
m 2
2
( )
c2 − c 21 − mg ( z 2 − z1 ) (Gl 2.17)

Vernachlässigung der Änderung der kinetischen


und der potenziellen Energie.
d
Wt12 + Q12 = H 2 − H 1 ( )

W t12 + Q12 = H 2 − H 1
H 2 − H 1 = (386,16 − 41,82) kW = 344,34 kW

Zu c): Gesucht: U 2 − U 1
Definition der Enthalpie:
d
H = U + pV ( ) (Gl 2.12)

H = U + pV

H 2 − H 1 = U 2 + p 2V2 − (U 1 + p1V1 )


For personal use only.

H 2 − H 1 = U 2 − U1 + p2V2 − p1V1 − p2V2 + p1V1

U 2 − U1 = H 2 − H 1 − p2V2 + p1V1


Thermische Zustandsgleichung des idealen Gases:
d
pV = mRiT ( ) (Gl 1.16)

pV = mR
 iT :p
mR
 iT1
V1 =
p1
Ri = 287,1 J/(kg K) (T 1.5)
2
2 kg 287,1 J 293,15 K N m Pa m
V1 = 3
s kg K 100 ⋅ 10 Pa J N
3
m
V1 = 1, 683
s
2 kg 287,1 J 464,67 K N m Pa m 2 m3
V2 = = 0, 534
s kg K 500 ⋅ 10 3 Pa J N s
2.6 Formulierungen des ersten Hauptsatzes der Thermodynamik 27

3
m
U 2 − U1 = 344 340 W + (−500 ⋅103 ⋅ 0,534 + 100 ⋅103 ⋅1,683) Pa

2
s
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3
m N J Ws
U 2 − U1 = 344 340 W − 98 487 Pa
s Pa m 2 N m J
kW
U 2 − U1 = 245 853 W = 245,853 kW
W 1000

Aufgabe 2.4
In einer Turbine werden stündlich 10 000 kg Helium von 3,5 MPa, 950 °C adia-
bat auf 500 kPa, 480 °C irreversibel expandiert. Helium soll näherungsweise als
ideales Gas angenommen werden Dabei wird eine Leistung von 6779,75 kW
abgegeben und eine Leistung von 4104,61 kW dissipiert. Die Änderung der ki-
netischen und der potenziellen Energie soll vernachlässigt werden.
a) Wie groß ist die Änderung des Enthalpiestromes?
b) Wie groß ist die reversible technische Leistung?

2.6 Formulierungen des ersten Hauptsatzes der Thermodynamik


Aufgabe 2.5
For personal use only.

In einem Druckbehälter befindet sich 1 kmol eines idealen Gases bei einer Tem-
peratur von 20 °C. Das Manometer zeigt einen Druck von 400 kPa an. Der Um-
gebungsdruck beträgt 101,3 kPa. Ri = 4122 J/(kg K).
a) Wie groß ist das Behältervolumen?
b) Wie groß ist das spezifische Volumen des Gases?
Durch Zufuhr von 623,6 kJ Wärme steigt der Druck im Behälter. Das Manome-
ter zeigt nun einen Druck von 485,5 kPa an.
c) Wie groß ist die Änderung der inneren Energie des Gases?
d) Wie groß ist die Änderung der Enthalpie?

Aufgabe 2.6
In einem offenen System werden pro Sekunde 10 kg Luft von 100 kPa, 20 °C
reibungsbehaftet, adiabat auf 500 kPa, 300 °C verdichtet. Luft soll näherungs-
weise als ideales Gas angenommen werden. Dabei wird eine Leistung von
2814,56 kW zugeführt und eine Leistung von 884,13 kW dissipiert. Die Ände-
rung der kinetischen und der potenziellen Energie soll vernachlässigt werden.
a) Wie groß ist die reversible technische Leistung?
b) Wie groß ist die Änderung des Enthalpiestromes und
c) die Änderung des Stromes der inneren Energie?
28 2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

2.7 Kalorische Zustandsgleichungen

2.7.1 Kalorische Zustandsgleichungen eines homogenen Systems


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2.7.2 Spezifische Wärmekapazitäten eines homogenen Systems

Beispiel 2.3
a) Berechnen Sie die mittlere spezifische Wärmekapazität bei konstantem Druck
von Luft für den Temperaturbereich von 40 °C bis 200 °C. Luft soll nähe-
rungsweise als ideales Gas angenommen werden.
b) Vergleichen Sie das Ergebnis mit der wahren spezifischen Wärmekapazität bei
der mittleren Temperatur und
c) mit dem arithmetischen Mittelwert der wahren spezifischen Wärmekapazitäten
von 40 °C und 200 °C.
200 °C
Zu a): Gesucht: c pm
40 °C

T
cm T2 =
1
1 

T2 − T1 
b
2
( ) (
c
a (T2 − T1 ) + T 22 − T 12 + T 23 − T 13
3
) (Gl 2.39)

( ) ( 
)
For personal use only.

d 4 e
+ T 2 − T 14 + T 25 − T 15 
4 5 
a = 1,0679 kJ/(kg K) , (T 2.2)

b = −0,5378 ⋅10−3 kJ/(kg K 2 ) , (T 2.2)

c = 1,3544 ⋅10−6 kJ/(kg K3 ) , (T 2.2)

d = −9,8872 ⋅10−10 kJ/(kg K 4 ) , (T 2.2)

e = 2,4484 ⋅10−13 kJ/(kg K 5 ) (T 2.2)

200 °C 1  kJ
c pm = 1,0679 ( 473,15 − 313,15) K
40 °C ( 473,15 − 313,15) K  kg K
0,5378 ⋅10−3 kJ

2 kg K 2
(
473,152 − 313,152 K 2 )
1,3544 ⋅10−6 kJ
+
3 kg K 3
(
473,153 − 313,153 K 3 )
9,8872 ⋅10−10 kJ

4 kg K 4
(
473,154 − 313,154 K 4)
2.7 Kalorische Zustandsgleichungen 29

2,4484 ⋅10−13 kJ 
+ ( )
473,155 − 313,155 K 5 

2
5
5 kg K 
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200 ° C J
c pm = 1012,4643
40 ° C kg K

Zu b): Gesucht: c p (tm )


c = a + bT + cT 2 + dT 3 + eT 4 (Gl 2.35)
40 °C + 200 °C
tm = = 120 °C
2
kJ kJ
c p (120 °C ) = 1,0679 − 0,5378 ⋅10−3 393,15 K
kg K kg K 2
kJ
+1,3544 ⋅10−6 393,152 K 2
kg K 3
kJ
−9,8872 ⋅10−10 4
393,153 K 3
kg K
kJ
For personal use only.

+2,4484 ⋅10−13 393,154 K 4


kg K 5
J
c p (120 °C ) = 1011,5763
kg K

Zu c): Gesucht: ( )
c pm = c p ( 200 °C ) + c p ( 40 °C ) / 2

c = a + bT + cT 2 + dT 3 + eT 4 (Gl 2.35)
kJ kJ
c p ( 40 °C ) = 1,0679 − 0,5378 ⋅10−3 313,15 K
kg K kg K 2
kJ
+1,3544 ⋅10−6 3
313,152 K 2
kg K
kJ
−9,8872 ⋅10−10 313,153 K 3
kg K 4
kJ J
+2,4484 ⋅10−13 5
313,154 K 4 = 1004,2968
kg K kg K
kJ kJ
c p ( 200 °C ) = 1,0679 − 0,5378 ⋅10−3 473,15 K
kg K kg K 2
30 2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

kJ
+1,3544 ⋅10−6 473,152 K 2
kg K 3
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kJ
−9,8872 ⋅ 10−10 473,153 K 3
kg K 4
kJ J
+2,4484 ⋅10−13 473,154 K 4 = 1024,1919
kg K 5 kg K
c p ( 200 °C ) + c p ( 40 °C ) 1024,1919 + 1004, 2968 J
c pm = =
2 2 kg K
J
c pm = 1014,2444
kg K
For personal use only.

200 ° C
Die mittlere spezifische Wärmekapazität c pm = 1012,4643 J/(kg K)
40 °C
kann nur in grober Näherung durch die wahre spezifische Wärmekapazität
bei der mittleren Temperatur c p (120 °C ) = 1011,5763 J/(kg K) oder durch
die durch eine lineare Interpolation berechnete mittlere spezifische Wärme-
kapazität c pm = 1014,2444 J/(kg K) ersetzt werden. Die Abweichung dieser
Näherungen hängt vom Verlauf der Funktion der wahren spezifischen Wär-
mekapazität über der Temperatur ab.

Aufgabe 2.7
Berechnen Sie die mittlere spezifische Wärmekapazität bei konstantem Druck
für Stickstoff für den Temperaturbereich von 27 °C bis 500 °C. Stickstoff soll
näherungsweise als ideales Gas angenommen werden.
2.7 Kalorische Zustandsgleichungen 31

Aufgabe 2.8

2
Ein Aluminiumklotz mit einer Masse von 800 g wird von 100 °C auf 300 °C er-
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wärmt.
a) Ermitteln Sie die mittlere spezifische Wärmekapazität für diese Zustandsän-
derung.
b) Wie groß ist die aufgenommene Wärme?

2.7.3 Kalorische Zustandsgleichungen des idealen Gases

Aufgabe 2.9
Schwefeldioxid wird in einem offenen System bei konstantem Druck von
100 °C auf 200 °C erwärmt. Schwefeldioxid soll näherungsweise als ideales Gas
angenommen werden.
Wie ändert sich dabei die spezifische Enthalpie?
For personal use only.

2.7.4 Spezifische Wärmekapazitäten des idealen Gases

Beispiel 2.4
In einem adiabaten, geschlossenen Behälter von 10 m3 befindet sich ideales Gas mit
der molaren Masse 25 kg/kmol. Ein Manometer zeigt den Behälterdruck mit
600 kPa an. Die Temperatur beträgt 20 °C. Der atmosphärische Bezugsdruck sei
99 kPa. Durch eine im Inneren des Behälters befindliche elektrische Heizung mit
3,5 kW Anschlussleistung, die 10 Minuten lang eingeschaltet wird, steigt die Tem-
peratur auf 50 °C an. Ermitteln Sie:
a) die Stoffmenge im Behälter in kmol,
b) die Gasmasse im Behälter,
c) das Normvolumen des Gases im Behälter,
d) die spezielle Gaskonstante des Gases,
e) die Dichte des Gases vor der Beheizung,
f) die Normdichte des Gases,
g) die Druckanzeige des Manometers nach der Beheizung,
h) die spezifische Wärmekapazität bei konstantem Volumen und bei konstantem
Druck und
i) den mittleren Isentropenexponenten.
32 2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

Gegeben:
t 2 = 50 °C
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Zu a): Gesucht: n
Thermische Zustandsgleichung des idealen Gases:
pV = mRiT (Gl 1.16)
mRi = nRm (Gl 1.31) u. (Gl 1.19)
pV = nRm T : ( Rm T )
p1V
n= (1)
R m T1
Rm = 8314,46 J/(kmol K) (Gl 1.30)
p1 = pamb + pe1 = 99 kPa + 600 kPa = 699 kPa (Gl 1.6)
For personal use only.

699 ⋅ 10 3 Pa 10 m 3 kmol K N J
n= 2
8314,46 293,15 K J Pa m N m
n = 2,8678 kmol
Zu b): Gesucht: m
m = nM (Gl 1.19)
kg
m = 2,8679 kmol 25 = 71,695 kg
kmol
Zu c): Gesucht: Vn
Vn = nVmn (Gl 1.22)

Vmn = 22,4 m3/kmol (Gl 1.21)

m3
Vn = 2,8679 kmol 22,4 = 64,239 m 3
kmol
alternativ:
Thermische Zustandsgleichung des idealen Gases:
pV = mRiT (Gl 1.16)
2.7 Kalorische Zustandsgleichungen 33

mRi = nRm (Gl 1.31) u. (Gl 1.19)


pV = nRm T
2
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p nVn = nR m Tn : pn
nR m Tn
Vn =
pn
p1V
n= (1)
R m T1
p1 Tn 699 273,15
Vn = V = 10 m 3 = 64, 279 m 3
p n T1 101, 325 293,15

p1 = pamb + pe1 = 99 kPa + 600 kPa = 699 kPa (Gl 1.6)


pn = 101,325 kPa (T 1.6)
Tn = 273,15 kPa (T 1.6)

Zu d): Gesucht: Ri
Rm (Gl 1.31)
Ri =
For personal use only.

M
8314,46 J kmol J
Ri = = 332,5804
25 kmol K kg kg K

Zu e): Gesucht: ρ 1
Thermische Zustandsgleichung des idealen Gases:
pV = mRiT :m (Gl 1.16)

pv = RiT
1
ρ= (Gl 1.2)
v
p ρ
= Ri T ⋅
ρ RiT
p
ρ=
RiT

699 ⋅ 10 3 Pa kg K N J
ρ1 = 2
332,5804 J 293,15 K Pa m N m
34 2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

kg
ρ1 = 7 ,1695
m3
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Zu f): Gesucht: ρ n
m
ρ= (Gl 1.2)
V
m 71,695 kg kg
(Gl 1.26) ρn = = 3
= 1,116 3
Vn 64,239 m m

Zu g): Gesucht: p2e


Thermische Zustandsgleichung des idealen Gases:
(Gl 1.16) p 2V = mRiT2
:
(Gl 1.16) p1V = mRiT1
p 2 T2
= ⋅ p1
p1 T1
T 323 ,15
p 2 = 2 p1 = 699 kPa = 770,53 kPa
For personal use only.

T1 293 ,15
(Gl 1.6) pe2 = p 2 − pamb = (770,53 − 99 ) kPa = 671,53 kPa

50 °C 50 °C
Zu h): Gesucht: cvm 20 °C , c pm
20 ° C

1. HS der Thermodynamik für geschlossene Systeme:


Wg12 + Q12 = U 2 − U1 (Gl 2.9)

Adiabate Zustandsänderung: Q12 = 0


Kalorische Z. des idealen Gases: (Gl 2.44) ⋅ m
50 °C
U 2 − U1 = m cvm 20 °C (T2 − T1 )
50 °C
Wg12 = m cvm 20 °C (T2 − T1 )

Wg12 = Pelτ

50 °C
Pelτ = m cvm 20 °C (T2 − T1 ) :  m (T2 − T1 ) 
2.7 Kalorische Zustandsgleichungen 35

50 °C Pelτ
cvm 20 °C =
m( T2 − T1 )

2
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50 ° C 3,5 ⋅ 103 W 10 ⋅ 60 s J J
cvm 20 °C = = 976,358
71,695 kg 30 K W s kg K

50 °C 50 °C 50 °C
c pm − cvm 20 °C = Ri + cvm 20 °C (Gl 2.46)
20 °C

50 °C 50 °C
c pm = cvm 20 °C + Ri
20 °C

50 °C J J
c pm = (976,358 + 332,5804 ) = 1308,94
20 °C kg K kg K

50 ° C
Zu i): Gesucht: κ m 20 ° C

50 °C
50 °C
c pm 1308,94
κ m 20 °C = 20 °C
50 °C
= = 1,3406 (Gl 2.47)
cvm 20 °C 976,358
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Aufgabe 2.10
Für die Zustandsänderung eines idealen Gases (Ri = 296,8 J/(kg K)) ist der mitt-
lere Isentropenexponent gegeben. Er hat den Wert 1,3913.
a) Bestimmen Sie für diese Zustandsänderung die mittlere spezifische Wärme-
kapazität bei konstantem Volumen und
b) bei konstantem Druck.

Aufgabe 2.11
In einem durch einen Kolben verschlossenen Zylinder befinden sich 0,197 kg
Gas bei 400 kPa und 20 °C. Das Volumen des Gases in diesem Zustand ist
0,3 m3. Das Gas soll näherungsweise als ideales Gas angenommen werden. Dem
Gas wird reversibel bei konstantem Druck 40 kJ Wärme zugeführt. Bei dieser
Zustandsänderung erhöht sich seine Temperatur um 39,1 K. Der Umgebungs-
druck beträgt 100 kPa. Berechnen Sie:
a) die molare Masse,
b) die mittlere isobare spezifische Wärmekapazität,
c) die mittlere isochore spezifische Wärmekapazität und
d) das Normvolumen.
36 2 Erster Hauptsatz der Thermodynamik

2.7.5 Molare Wärmekapazitäten des idealen Gases


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Aufgabe 2.12
Von einem einatomigen idealen Gas ist die molare Masse mit 20,179 kg/kmol
bekannt.
a) Geben Sie die Normdichte,
b) das Normvolumen von 1 kg des Gases,
c) die individuelle Gaskonstante,
d) den Isentropenexponenten,
e) die molare Wärmekapazität bei konstantem Druck,
f) die molare Wärmekapazität bei konstantem Volumen,
g) die spezifische Wärmekapazität bei konstantem Druck und
h) die spezifische Wärmekapazität bei konstantem Volumen an.

Aufgabe 2.13
Ein geschlossener Behälter ist mit 15 kmol gasförmigen Propan (Molmasse:
M(C3H8) = 44,096 kg/kmol) gefüllt. Propan soll näherungsweise als ideales Gas
angenommen werden. Das Propan hat eine Temperatur von 15 °C und einen
For personal use only.

Druck von 400 kPa.


Berechnen Sie für das Propan:
a) das Volumen,
b) die spezielle Gaskonstante,
c) die Normdichte,
d) die Masse und das
e) Normvolumen.
Bei einer reversiblen, isochoren Zustandsänderung des Gases wird 30 MJ
Wärme übertragen. Dadurch erhöht sich die Temperatur des Gases um 30 K.
Berechnen Sie für diese Zustandsänderung
f) die mittlere molare Wärmekapazität bei konstantem Volumen und
g) den mittleren Isentropenexponenten.