Sie sind auf Seite 1von 11

161

6 Gemische
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

6.1 Die Zusammensetzungen von Gemischen

Aufgabe 6.1
Die Zusammensetzung von Luft ist zum einen durch die Stoffmengenanteile:
78,1 % N2; 20,93 % O2; 0,9325 % Ar und 0,03 % CO2 zum anderen durch die
Massenanteile: 75,51 % N2; 23,01 % O2; 1,286 % Ar und 0,04 % CO2 gegeben.
a) Berechnen Sie unter Verwendung der Stoffmengenanteile und
b) unter Verwendung der Massenanteile die molare Masse der Luft.

6.2 Ideale Gemische

6.3 Gemisch idealer Gase

Aufgabe 6.2
1 m3/s feuchte Luft mit einer Temperatur von 20 °C und einem Druck von
750 kPa wird adiabat auf 100 kPa gedrosselt. Die feuchte Luft soll näherungs-
For personal use only.

weise als Gemisch idealer Gase angenommen werden. Sie setzt sich aus
20,96 Vol.-% O2, 78,87 Vol.-% N2 und 0,17 Vol.-% Wasserdampf zusammen.
Die Änderung der kinetischen und der potenziellen Energie soll vernachlässigt
werden.
a) Berechnen Sie die Dichten der ungemischten Komponenten vor der Drosse-
6
lung,
b) die Dichte der feuchten Luft vor der Drosselung,
c) die Zusammensetzung der feuchten Luft in Massenanteilen,
d) die spezielle Gaskonstante der feuchten Luft,
e) den Massenstrom der feuchten Luft und
f) die Entropieänderung des Luftstromes bei der adiabaten Drosselung.
162 6 Gemische

6.4 Gas-Dampf-Gemisch; Feuchte Luft


Beispiel 6.1
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

Die Luft in einem Kühlraum ( V = 13,5 m3 , t = 2 °C , 90 % relative Feuchte,


p = 101,325 kPa ) wird einmal pro Stunde durch Außenluft ( 30 °C , 50 % relative
Feuchte, p = 101,325 kPa ) ersetzt. Gesucht ist die daraus resultierende Kühllast.
Berechnen Sie:
a) die auf die Masse der trockenen Luft bezogenen Enthalpien der Außenluft und
der Luft im Kühlraum,
b) den Massenstrom der auszutauschenden trockenen Luft,
c) den beim Abkühlen der Außenluft abzuführenden Wärmestrom (Kühllast) (Die
Enthalpie des anfallenden Kondensats soll vernachlässigt werden.) und
d) den anfallenden Kondensatstrom.

Zu a): Gegeben: VMi = 13,5 m3 , t1 = 30 °C , t2 = 2 °C , p = 101,325 kPa ,


ϕ1 = 0,5 , ϕ 2 = 0,9
Gesucht: ( h1+x )1 , ( h1+x )2

( h1+x )1 = c pl t1 + x1 ( r0 °C + c pd t1 )
For personal use only.

(Gl 6.67a)
kJ  kJ
( h1+x )1 = 1, 004 30 °C + 13,3135 ⋅ 10 −3  2500,9
kg K  kg

kJ  kJ
+ 1,86 30 °C  = 64,1587
kg K  kg

ϕ1 ps1
x1 = 0, 622 (Gl 6.61.b)
p − ϕ1 ps1
0,5 ⋅ 0,042 467 bar g
x1 = 0,622 = 13,3135
1,013 25 bar − 0,5 ⋅ 0,042 467 bar kg

ps1 = ps ( 30 °C ) = 0,042 467 bar (T 6.1)

kJ  kJ
( h1+x )2 = 1, 004 2 °C + 3,925 ⋅ 10 − 3  2500,9
kg K  kg

kJ  kJ
+ 1,86 2 °C  = 11,8389
kg K  kg
6.4 Gas-Dampf-Gemisch; Feuchte Luft 163

ϕ 2 ps2
x2 = 0,622 (Gl 6.61.b)
p − ϕ 2 ps2
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

0,9 ⋅ 0,007 060 bar g


x2 = 0,622 = 3,925
1,013 25 bar − 0,9 ⋅ 0,007 060 bar kg
ps2 = ps ( 2 °C ) = 0,007 060 bar (T 6.1)

Zu b): Gesucht: m l
ml pl p − ϕ 2 ps 2 VMi
ρ l∗ = = = ⋅ (Gl 6.58)
V Mi Rl T2 Rl T2 τ
p − ϕ 2 ps 2 V Mi
m l =
Rl T2 τ

101 325 Pa − 0,9 ⋅ 706 Pa 13,5 m 3 kg


m l = = 4,779 84 ⋅ 10 − 3
J 3600 s s
287,1 275,15 K
kg K

Zu c): Gesucht: Q12


For personal use only.

Enthalpiebilanz: Isobare Abkühlung 1 → 2 :


H = H + H
1 2 + Q kon 12

m l ( h1+ x )1 = m l ( h1+ x )2 + m l ( x2 − x1 ) cw t 2 + Q12


6
Die Enthalpie des anfallenden Kondensats wird vernachlässigt.
Q12 = m l  ( h1+ x )2 − ( h1+ x )1 

kg kJ
Q12 = 4,779 84 ⋅ 10 −3 11,8389 ⋅ 10 −3 − 64,1587 ⋅ 10 − 3 
 
s kg

Q12 = − 250 W

Zu d): Gesucht: m kon


m kon = m l ( x 2 − x1 )

kg g
m kon = 4,779 84 ⋅ 10 −3  3,925 ⋅ 10 −3 − 13,3135 ⋅ 10 −3  = − 0, 045
 
s s
164 6 Gemische

Aufgabe 6.3
Gegeben ist feuchte Luft von 101,325 kPa (abs.) und 20 °C. Gemessen wird eine
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

Taupunkttemperatur von 10 °C.


Berechnen Sie die relative Feuchte der Luft.

Aufgabe 6.4
Feuchte Luft (101,325 kPa, 20 °C, relative Feuchte: 60 %) bestehend aus Was-
serdampf und 100 kg trockener Luft wird isobar auf 4 °C abgekühlt. Dabei kon-
densiert ein Teil des Wasserdampfes.
a) Skizzieren Sie die Zustandsänderung in einem Mollier-h,x-Diagramm,
b) Berechnen Sie die Masse des Kondensats und
c) die abzuführende Wärme (es ist eine genaue Rechnung gefordert).

Aufgabe 6.5
400 kg/h feuchte Luft mit 20 °C und 60 % relativer Feuchte werden isobar bei
101,325 kPa mit 300 kg/h nebliger feuchter Luft mit 20 °C und einem Wasser-
überschuss von 5 g H2O/(kg tL) gemischt.
a) Skizzieren Sie die Zustandsänderung in einem Mollier-h,x-Diagramm.
For personal use only.

b) Bestimmen Sie den Feuchtegehalt und die Enthalpie des Mischzustandes (es
ist eine genaue Rechnung gefordert).
c) Überprüfen Sie Ihre Ergebnisse mit einer grafischen Lösung im h,x-Dia-
gramm.

Aufgabe 6.6
Ein Gasversorgungsunternehmen bezieht Erdgas bei 2,5 MPa (Überdruck),
10 °C, Taupunkttemperatur –8 °C. Im Ortsnetz wird der Druck auf 1,6 MPa
(Überdruck) reduziert, die Gastemperatur im Ortsnetz beträgt 5 °C. Atmosphäri-
scher Bezugsdruck 100 kPa.
Ermitteln Sie
a) die relative Feuchte beim Bezug,
b) die relative Feuchte im Ortsnetz und
c) die Taupunkttemperatur im Ortsnetz (auf ganze Zahl gerundet).
6.4 Gas-Dampf-Gemisch; Feuchte Luft 165

Aufgabe 6.7
200 kg/h feuchter Luft von 101,325 kPa, 25 °C und 40 % relativer Feuchte wer-
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

den 1 kg/h Wasserdampf mit 110 °C zugeführt.


a) Der Mischzustand (Temperatur, relative Feuchte, Feuchtegehalt und spezifi-
sche Enthalpie) ist zu bestimmen.
b) Überprüfen Sie Ihre Ergebnisse mit einer grafischen Lösung im h,x-Dia-
gramm.

Aufgabe 6.8
Erdgas hat bei 110,3 kPa (abs.) und 10 °C eine relative Feuchte von 70 %. Das
Erdgas wird auf 300 kPa (abs.) verdichtet, wobei die Gastemperatur auf 70 °C
steigt.
Berechnen Sie:
a) den Wasserdampfpartialdruck vor der Verdichtung und
b) den Wasserdampfpartialdruck,
c) die relative Feuchte und
d) die Taupunkttemperatur nach der Verdichtung.
For personal use only.

Aufgabe 6.9

6
Die Räume eines Rechenzentrums sollen klimatisiert werden. Vorgeschrieben
ist ein Luftwechsel, von 1000 m3/h. Der Außenluft (Zustand 1: 900 mbar, 5 °C,
Taupunkttemperatur: 1 °C) wird zunächst Wärme zugeführt. Die Wärmezufuhr
(Zustandsänderung 1 → 2 ) soll näherungsweise als isobar angenommen werden.
Dann wird Wasser mit 20 °C eingespritzt. Diese Zustandsänderung ( 2 → 3 ) soll
näherungsweise als adiabat und isobar angenommen werden. Mit einem Ventila-
tor (Zustandsänderung 3 → 4 ) wird die Luft (Zuluft, Zustand 4: 950 mbar,
20 °C, relative Feuchte: 60 %) anschließend in die Räume des Rechenzentrums
gefördert. Die Antriebsleistung des Ventilators (näherungsweise als adiabat an-
genommen) soll vernachlässigt werden. Die Änderungen der kinetischen und der
potenziellen Energien sollen vernachlässigt werden.
a) Berechnen Sie den Massenstrom der trockenen Luft,
b) die relative Feuchte der Umgebungsluft,
c) den erforderlichen Wassermassenstrom,
d) den zugeführten Wärmestrom und
e) die Temperatur der Luft nach der Wärmezufuhr.
166 6 Gemische

Aufgabe 6.10
In einem Raum mit einem Volumen von 250 m3 wird bei einem Druck von
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

101,325 kPa und einer Temperatur von 20 °C eine relative Luftfeuchtigkeit von
50 % gemessen.
Berechnen Sie:
a) den Wasserdampfpartialdruck,
b) die Masse des Wasserdampfes, und der Luft und
c) der Feuchtegehalt.
d) Welches Volumen würde der Dampf alleine ausfüllen?

Aufgabe 6.11
Feuchte Luft strömt mit 20 °C (Kühlgrenztemperatur 12,5 °C) in ein Rückkühl-
werk, wird dort erwärmt und befeuchtet und verlässt das Rückkühlwerk mit
26,5 °C (Kühlgrenztemperatur 26 °C). Warmes Kühlwasser (62 l/h) mit der
Temperatur von 50 °C rieselt im Gegenstrom zur feuchten Luft über Füllkörper
und verlässt das Rückkühlwerk mit einer Temperatur von 20 °C. Die Tempera-
turabhängigkeit der spezifischen Wärmekapazität des Wassers ist zu vernachläs-
sigen, es ist mit dem Wert cw = 4,19 kJ/(kg K) zu rechnen. Der Umgebungs-
For personal use only.

druck ist pamb = 101,325 kPa .


a) Tragen Sie die Zustandspunkte der ein- und der ausströmenden feuchten
Luft in ein h,x-Diagramm ein und bestimmen Sie die relativen Feuchten.
Berechnen Sie
b) für die in das Rückkühlwerk einströmende und für die aus dem Rückkühl-
werk ausströmende feuchte Luft die Feuchtegehalte und die auf die Masse
der trockenen Luft bezogenen Enthalpien,
c) den Massenstrom des einströmenden Kühlwassers,
d) aus einer Energiebilanz am Rückkühlwerk, unter Berücksichtigung eines
Gebläses mit einer Leistung von 100 W, den Massenstrom der trockenen Luft,
e) die Kühlleistung,
f) das Verhältnis aus dem Massenstrom der trockenen Luft zum Massenstrom
des in das Rückkühlwerk einströmenden Wassers,
g) das Verhältnis aus Luft- und Wassermassenstrom des entsprechenden idea-
len Rückkühlwerks,
h) den Abkühlgrad und
i) das Verhältnis von tatsächlichem Luftmassenstrom zum Luftmassenstrom
des idealen Rückkühlwerks.
j) Kontrollieren Sie mit dem h,x-Diagramm Ihre Ergebnisse unter b).
6.5 Reale Gemische 167

6.5 Reale Gemische


Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

Beispiel 6.2
In einem adiabaten Zylinder, der durch einen Kolben verschlossen ist, befindet sich
ein NH3-H2O-Nassdampf bei 4 bar und 90 °C. Der Dampfgehalt des Nassdampfes
beträgt 61 %, die Masse des Nassdampfes beträgt 1 kg.
Bestimmen Sie mit dem h , μ NH 3 -Diagramm für NH3-H2O-Gemische
a) die Massen der siedenden Flüssigkeit und des gesättigten Dampfes,
b) die NH3-Massenanteile der siedenden Flüssigkeit, des gesättigten Dampfes und
des Nassdampfes und
c) die spezifischen Enthalpien der siedenden Flüssigkeit, des gesättigten Dampfes
und des Nassdampfes.
Dem Nassdampf werden isobar 0,1 kg der siedenden Flüssigkeit entnommen. Be-
stimmen Sie
d) die spezifische Enthalpie des Nassdampfes nach der Entnahme der siedenden
Flüssigkeit,
For personal use only.

e) den NH3-Massenanteil des Nassdampfes nach der Entnahme der siedenden


Flüssigkeit und den sich einstellenden Dampfgehalt.

Zu a): Gegeben: p = 4 bar, t1 = 90 °C, x1 = 0,61, m1 = 1 kg


6

Gesucht: m1' , m1''


m '' m ''
x= = (Gl 5.4)
m '+ m '' m
m1'' = x1 ⋅ m1 = 0, 61 ⋅ 1 kg = 0,61 kg

m1' = (1 − x1 ) ⋅ m1 = (1 − 0, 61 ) ⋅ 1 kg = 0,39 kg
168 6 Gemische

alternativ:
m1' = m1 − m1'' = 1 kg − 0, 61 kg = 0,39 kg
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

Zu b): Gesucht: μ NH
'
3 1
, μ NH
''
3 1
, μ NH 3 1
Im h , μ NH 3 -Diagramm für NH3-H2O-Gemische wird für einen Druck von
4 bar und eine Temperatur von 90 °C die Nassdampf-Isotherme konstruiert
(siehe übernächste Seite). Auf der Siede- bzw. der Kondensationslinie
können die NH3-Massenanteile der siedenden Flüssigkeit bzw. des gesät-
tigten Dampfes abgelesen werden:
μ NH
'
3 1
= 0, 2 , μ NH
''
3 1
= 0,85

NH3-Massenbilanz:
μ NH 3 1 ⋅ m1 = μ NH
'
3 1
⋅ m1' + μ NH
''
3 1
⋅ m1''

μ NH
'
3 1
⋅ m1' + μ NH
''
3 1
⋅ m1''
μ NH 3 1 =
m1
0, 2 ⋅ 0,39 kg + 0,85 ⋅ 0,61 kg
μ NH 3 1 = = 0, 5965
For personal use only.

1 kg
alternativ:
Die Nassdampf-Isotherme wird im Verhältnis der Massen 0,61 kg und
0,39 kg geteilt. Für den so bestimmten Zustandspunkt 1 kann der NH3-
Massenanteil abgelesen werden.
Zu c): Gesucht: h1' , h1'' , h1
Die spezifischen Enthalpien können aus dem h , μ NH 3 -Diagramm abgele-
sen werden:
h1' = 300 kJ/kg , h1'' = 1930 kJ/kg , h1 = 1294,30 kJ/kg

alternativ:
m1 ⋅ h1 = m1' ⋅ h1' + m1'' ⋅ h1''

m1' ⋅ h1' + m1'' ⋅ h1''


h1 =
m1
0,39 kg ⋅ 300 kJ/kg + 0,61 kg ⋅ 1930 kJ/kg
h1 =
1 kg
h1 = 1294, 30 kJ/kg
6.5 Reale Gemische 169

Zu d): Gegeben: Δ m ' = − 0,1 kg , p 2 = p1 = 4 bar Gesucht: h2


Massenbilanz:
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

m 2 = m1 − Δ m ' = 1 kg − 0,1 kg = 0,9 kg

Energiebilanz:
m 2 ⋅ h2 = m1 ⋅ h1 − Δ m ' ⋅ h1'

m1 ⋅ h1 − Δ m ' ⋅ h1'
h2 =
m2
kJ kJ
1 kg ⋅ 1294, 30 − 0,1 kg ⋅ 300
kg kg kJ
h2 = = 1404, 78
0,9 kg kg

Zu e): Gesucht: μ NH 3 2 , x 2
NH3-Massenbilanz:
m NH 3 2 = μ NH 3 1 ⋅ m1 − μ NH
'
3 1
⋅ Δm '
For personal use only.

m NH 3 2 = 0,5965 ⋅ 1 kg − 0, 2 ⋅ 0,1 kg = 0,5765 kg

6
m NH 3 2 0,5765 kg
μ NH 3 2 = = = 0, 6406
m2 0,9 kg
Mit der spezifischen Enthalpie und der Konzentration kann man den Zu-
stand 2 in das Diagramm eintragen. Konstruiert man die Nassdampf-
Isotherme durch den Zustandspunkt 2 kann man über die Hebelarme den
Dampfgehalt bestimmen.
x 2 = 67,8 %

Die siedende Flüssigkeit und der gesättigte Dampf stehen im Gleichgewicht. Mischt
man sie, ändern sich weder die Temperatur noch die Zusammensetzung der Flüs-
sigkeit oder des Dampfes. Der Mischpunkt liegt im h , μ NH 3 -Diagramm nach der
Mischungsregel auf der Verbindungsgeraden der Zustandspunkte von siedender
Flüssigkeit und gesättigtem Dampf. Seine Lage auf der Geraden hängt von den
Massen der siedenden Flüssigkeit und des gesättigten Dampfes ab. Der Mischpunkt
teilt die Strecke zwischen den Zustandspunkten von siedender Flüssigkeit und ge-
sättigtem Dampf im umgekehrten Verhältnis der Massen.
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019
For personal use only.

170
6 Gemische
6.5 Reale Gemische 171

Aufgabe 6.12
Übungsaufgaben Technische Thermodynamik downloaded from www.hanser-elibrary.com by Technische Universität Hamburg-Harburg - Universitätsbibliothek on May 24, 2019

Ein H2O-Sattdampfmassenstrom ( m 1 = 0,01 kg/s , Temperatur: t1 = 7 °C) und


ein H2O-LiBr-Lösungsmassenstrom ( m 2 = 0,2 kg/s , Temperatur: t2 = 40 °C,
H2O-Massenanteil: μ H 2O 2 = 0, 4 ) werden isobar und adiabat gemischt. Das ent-
stehende Gemisch soll im thermodynamischen Gleichgewicht sein. Zur Lösung
soll das h , μ H 2 O -Diagramm von H2O-LiBr-Lösungen verwendet werden.

Bestimmen Sie
a) den Druck des Sattdampfstromes,
b) den H2O-Massenanteil des Gemisches und
c) die spezifischen Enthalpien der beiden zu mischenden Stoffströme.
d) Berechnen Sie die spezifische Enthalpie des Gemisches.
e) Bestimmen Sie für den Mischzustand den Massenstrom der siedenden Lö-
sung und den Massenstrom des gesättigten Wasserdampfes.
f) Geben Sie die Temperatur des Gemisches an.
For personal use only.

Aufgabe 6.13
Zu einer Ammoniak-Wasser-Lösung ( m1 = 1 kg , t1 = 20 °C , μ NH 3 1 = 0, 6 )
wird isobar Wasser ( m2 = 1 kg , t 2 = 20 °C ) zugegeben. 6
a) Wie groß ist der sich einstellende NH3-Massenanteil?
b) Bestimmen Sie mit dem h , μ NH 3 -Diagramm die Mischungsenthalpie.

Aufgabe 6.14
Bei 20 °C werden in 10 l Wasser 6 kg LiBr gelöst.
Wie groß ist die Siedetemperatur des Gemisches bei 1 bar?