Sie sind auf Seite 1von 4

РЕЛИЗ ПОДГОТОВИЛА ГРУППА "What's News" VK.

COM/WSNWS

MOMENT OPEN / GETTY IMAGES

Kumulonimbus-Wolken

98 DER SPIEGEL Nr. 13 / 23. 3. 2019


РЕЛИЗ ПОДГОТОВИЛА ГРУППА "What's News" VK.COM/WSNWS

Wissenschaft

Eine neue Strategie


Klima Noch immer sind die Vorhersagen zur globalen Erwärmung erstaunlich ungenau. Mithilfe
schnellerer Supercomputer und künstlicher Intelligenz wollen Forscher
jetzt endlich das größte Problem der heutigen Klimamodelle in den Griff bekommen.

E
s ist eine schlichte Zahl, doch wird Um sich jedoch konkret auf das Kom- ihrer Zusammensetzung unterscheiden sie
sie das Schicksal dieses Planeten mende vorzubereiten, taugten die Modelle sich: Die einen bestehen aus winzigen
bestimmen. Sie ist leicht zu be- der Klimaforscher nicht. Als Entschei- Wassertröpfchen, andere enthalten viele
schreiben, doch vertrackt schwie- dungshilfe beim Bau von Deichen und Ent- kleine Körnchen aus Eis.
rig zu berechnen. Die Forscher nennen sie: wässerungskanälen seien sie ungeeignet. Jeder dieser Wolkentypen wirkt anders
»Klimasensitivität«. »Unsere Computer sagen nicht einmal mit auf das Klima ein. Und vor allem: Sie wir-
Sie gibt an, um wie viel sich die Durch- Sicherheit voraus, ob die Gletscher in den ken kräftig.
schnittstemperatur auf der Erde erwärmt, Alpen zu- oder abnehmen werden«, er- Selbst Laien kennen den Effekt. Sobald
wenn sich die Konzentration der Treib- klärt Stevens. sich eine Wolke vor die Sonne schiebt,
hausgase in der Atmosphäre verdoppelt. Die Schwierigkeiten, denen sich er und wird es kühler. Umgekehrt liegen die Wol-
Schon in den Siebzigerjahren wurde sie seine Forscherkollegen gegenübersehen, ken im Winter oft wie ein Deckel über dem
mithilfe primitiver Computermodelle er- lassen sich in ein Wort fassen: Wolken. Die Land, was die Wärme am Boden hält.
mittelt. Die Forscher kamen zu dem träge über den Himmel ziehenden Gebirge Natürliche Prozesse im Computer zu si-
Schluss, dass ihr Wert vermutlich irgendwo aus Wasserdampf sind der Fluch aller mulieren wird immer dann besonders hei-
zwischen 1,5 und 4,5 Grad liegen dürfte. Klimaforscher. kel, wenn kleine Ursachen große Wirkung
An diesem Ergebnis hat sich bis heute, Zunächst ist es die enorme Vielfalt ihrer hervorbringen. Für keinen anderen Faktor
rund 40 Jahre später, nichts geändert. Und Erscheinungsformen, die Wolken so unbe- im Klimageschehen gilt das so sehr wie für
genau darin liegt das Problem. rechenbar macht. Mal bilden sie zarte die Wolken. Alles Gewölk am Himmel zu-
Die Rechenleistung der Computer ist auf Streifen, mal treiben sie in Herden bau- sammengenommen würde, zu Wasser kon-
das Vielmillionenfache gestiegen, aber die schiger Gebilde dahin, oder sie türmen densiert, die Erde mit einem Film von ge-
Vorhersage der globalen Erwärmung ist so sich zu kilometerhohen Unwetterfronten rade einmal 0,1 Millimeter Dicke bede-
unpräzise wie eh und je. »Es ist zutiefst frus- auf. Einige wabern hoch oben als licht- cken. Diese winzige Menge Wasser reicht
trierend«, sagt Bjorn Stevens vom Hambur- durchlässige Schleier am Himmel, andere aus, das Klima massiv zu beeinflussen.
ger Max-Planck-Institut für Meteorologie. schließen sich zu einer dichten, tief hän- Das verdeutlicht eine weitere Zahl: Ver-
Seit mehr als 20 Jahren forscht er nun genden Decke zusammen. Und auch in ringerte sich der Anteil der tief hängenden
schon auf dem Feld der Klimamodellie-
rung. Er hat miterlebt, wie die Modell-
Erde, auf der die Wissenschaftler das Klima
Die Mächtige und die Tückische Zwei Wolkengattungen der Klimaforscher
simulieren, immer komplizierter und rea-
listischer wurde. Die Forscher setzten Mee- Kumulonimbus-Wolken
Sonnenlicht
resströme in den Ozeanen in Bewegung, Q reichen typischerweise in Höhen bis 13 Kilometer
und sie ließen Wälder auf den Kontinenten Q Einerseits wird Sonnenstrahlung reflektiert, andererseits
wachsen. Stevens hat selbst viel beigetra- wird von der Erde abgestrahlte Wärme festgehalten.
gen zum Fortschritt. Und doch musste er Q Abkühlungs- und Wärmeeffekt heben sich wechselseitig auf.
sich immer wieder aufs Neue eingestehen, Q regionaler Einfluss auf die Temperatur
dass seine Zunft, was die Vorhersage des Q bestimmt von großräumiger Luftbewegung
Klimawandels betrifft, auf der Stelle tritt.
Es ist nicht leicht, dieses Versagen der
Öffentlichkeit zu vermitteln. Stevens will
ehrlich sein, er will keine Probleme vertu- Stratokumulus-Wolken
schen. Trotzdem möchte er nicht, dass die Q tief in ein bis zwei Kilometer Höhe hängend
Leute denken, die jüngsten Jahrzehnte der Q hoher Rückstrahlungseffekt
Klimaforschung seien umsonst gewesen. Q kühlende Wirkung
»Die Genauigkeit der Vorhersagen ist Q globaler Einfluss auf die Temperatur
nicht besser geworden, aber unser Vertrau- Q bestimmt von kleinräumiger Luftbewegung
en in sie ist gewachsen«, sagt er. Die For-
scher hätten alles geprüft, was der globalen Sonnenlicht
Erwärmung vielleicht entgegenwirken
könnte. »Nun sind wir sicher: Sie kommt.«
Wärme
Genau das, meint Stevens, sei die Bot-
schaft gewesen, welche die Politiker ge- Wärme
braucht hätten, um sich auf das Pariser
Klimaabkommen einigen zu können. »Wir
haben da einen entscheidenden Beitrag
geleistet«, sagt er.

99
РЕЛИЗ ПОДГОТОВИЛА ГРУППА "What's News" VK.COM/WSNWS

Stratokumulus-Wolken
Wolken auf Erden auch nur um Zusammen mit Kollegen
vier Prozentpunkte, würde es vom Jet Propulsion Laborato-
weltweit schlagartig um rund ry und vom MIT hat Caltech-
zwei Grad wärmer. Der gesam- Klimatologe Schneider eine
te Temperatureffekt, der im Forscherallianz geschmiedet.
Pariser Abkommen als gerade Ihr Ziel: die »Klimamaschine«
noch hinnehmbar bewertet zu bauen. So nennen Schnei-

FREDERIK / IMAGEBROKER / OKAPIA


wurde, wird also verursacht der und seine Mitstreiter ihr
durch vier Prozent einer neues Computermodell, das
0,1 Millimeter dünnen Schicht vor allem die tückischste Wol-
– kein Wunder, dass da verbind- kengattung ins Visier nehmen
liche Vorhersagen nicht leicht soll: die Stratokumuli.
zu treffen sind. Es handelt sich um den häu-
Es kommt hinzu, dass die Bil- figsten Typ von Wolken auf der
dung von Wolken stark von Erde. Vor allem in den Subtro-
den jeweiligen Bedingungen pen hängen Stratokumuli vie-
vor Ort abhängt. Die Wetter- Gleiche Welt, verschiedene Prognosen lerorts in geschlossenen Decken
küche ist bestimmt von Wir- Die Wirkung der globalen Erwärmung auf die Strahlungseffekte tief über den Ozeanen. Für das
beln, die wenige Kilometer, oft- der Wolken variiert je nach verwendetem Klimamodell drastisch.* Klima sind sie von heraus-
mals sogar nur einige Hundert ragender Bedeutung. Sie sind
Meter oder weniger messen. eine Art Thermostat der Erde.
Selbst die modernsten Klima- Stratokumulus-Wolken re-
modelle aber, die ja den gesam- flektieren einen großen Teil
ten Planeten abbilden, sind für des einfallenden Sonnenlichts,
so kleinräumige Prozesse noch deshalb haben sie eine stark
immer blind. kühlende Wirkung. So sitzt
Die Modellrechnungen der am Himmel über den subtro-
Wissenschaftler sind im Verlauf pischen Meeren eine der wich-
der vergangenen 50 Jahre im- tigsten Stellschrauben der
mer komplexer geworden, das Welttemperatur: Wenn sich
Prinzip jedoch ist dasselbe ge- MPI-ESM-LR (aus Deutschland) MIROC5 (aus Japan) hier neue Stratokumulus-Wol-
blieben: Die Forscher program- ken bilden, wird es kälter auf
mieren eine möglichst original- Erden – und wärmer, wenn sie
getreue Erde in ihre Computer sich auflösen.
ein und geben vor, wie stark die Doch ausgerechnet dieser
Sonne in welcher Weltregion Wolkentyp ist rechnerisch be-
strahlt. Dann schauen sie, wie sonders schwer in den Griff zu
sich die Temperatur auf ihrer bekommen. Denn die Stratoku-
Modell-Erde einstellt. mulus-Dynamik ist bestimmt
Das großräumige Klimage- *globale Erwärmung
auf einem Wasser-
von kleinräumigen Turbulen-
schehen können sie auf diese planeten um 4° C zen. Wer diese originalgetreu
Weise recht gut abbilden. Tief- Quellen: simulieren will, braucht Re-
FGOALS-G2 (aus China) Stevens, Bony, WCRP IPSL-CM5A-LR (aus Frankreich)
druckwirbel ziehen im Mo- chenmodelle mit wenigen Me-
dell, wie in der Wirklichkeit, Änderung der Strahlungseffekte tern Auflösung. »Das liegt weit
über den Nordatlantik, und In- – 20 Watt / m2 von Wolken + 20 Watt / m2 jenseits der Möglichkeiten heu-
dien wird allsommerlich vom tiger Computer«, sagt Schnei-
regenreichen Monsun heim- der. »Wenn wir warten, bis die
gesucht. nötige Rechenkapazität bereit-
Probleme jedoch bereiten die kleinräu- um teilweise mehr als zehn Grad aus- steht, wird der Klimawandel, den wir vor-
migen Details: die Luftturbulenzen über einander. Das lässt jede Prognose der Eis- hersagen wollen, längst eingetreten sein.«
der Meeresoberfläche etwa oder die Wir- bedeckung wie bloße Kaffeesatzleserei Er hofft, den Weg mit seiner Klima-
belschleppen, die Gebirge in den vorbei- erscheinen. maschine abkürzen zu können. Er will den
ziehenden Fronten hinterlassen. Vor allem »Wir brauchen eine neue Strategie«, Computer lehren, einige wenige Regionen
aber die Wolken: Die Forscher können in sagt Stevens. Er sieht sich in der Pflicht, der Erde mit hoher Auflösung zu simulie-
ihren Modellen das Wasser nicht verduns- einer vom Klimawandel bedrohten Gesell- ren, um dann diese Ergebnisse in großräu-
ten, aufsteigen und kondensieren lassen, schaft bessere Entscheidungshilfen an die mige Modelle einzufüttern. Die Zeit dafür
so wie es dies in der Wirklichkeit tut. Sie Hand zu geben. »Wir brauchen neue sei reif, meint er. Erstmals seien die Com-
müssen sich mit mehr oder weniger plau- Ideen«, findet auch Tapio Schneider vom puter leistungsstark genug, um klein- und
siblen Faustregeln behelfen. Caltech im kalifornischen Pasadena. großräumige Simulationen miteinander
»Parametrisierung« heißt das Verfahren, Schneider forscht als Deutscher in Ame- verschränken zu können.
doch die Forscher wissen: In Wirklichkeit rika, so wie Stevens als Amerikaner in Künstliche Intelligenz (KI) soll diese
ist das der Name einer chronischen Deutschland forscht. Beide kennen sich hochkomplexe Aufgabe erleichtern. In der
Krankheit, von der all ihre Klimamodelle aus Studienzeiten. Beide fühlen sich beru- Tat könnte es scheinen, als wären die He-
befallen sind. Oft liefern sie drastisch von- fen, das Rätsel der Wolken zu knacken. rausforderungen der Klimaforschung wie
einander abweichende Ergebnisse. Die Doch sind sie unterschiedlicher Meinung, geschaffen für die Anwendung von KI-
Temperaturen in der Arktis zum Beispiel welcher Weg ans Ziel führen wird. Über Systemen. Denn die Meteorologen stellen
klaffen in den verschiedenen Modellen diese Frage haben sie sich zerstritten. gewaltige Datenkonvolute bereit, in denen

100 DER SPIEGEL Nr. 13 / 23. 3. 2019


РЕЛИЗ ПОДГОТОВИЛА ГРУППА "What's News" VK.COM/WSNWS

Wissenschaft

SPIEGEL-Gespräch
die Computer selbstständig nach Mustern kritische Teil des Klimageschehens künftig
suchen könnten. Genau darin liegt die Stär- besser vorhersagbar sein. Allerdings belief   live im Bucerius
ke der KI-Programme, die beispielsweise
auch für Gesichtserkennung eingesetzt
sich der simulierte Zeitraum zunächst nur
auf 40 Tage. »40 Tage und 40 Nächte, für
Kunst Forum
werden. Klimaforscher hat das Symbolwert«, sagt
Bisher allerdings waren die Ergebnisse
enttäuschend. Die Computer, so zeigte
der Hamburger Forscher – so lange trieb
Noah mit der Arche durch die Sintflut.
      Der Widerstand
sich, tun sich schwer damit, Muster, die sie Aber natürlich weiß Stevens: Um den gegen Hitler
anhand des heutigen Klimas erlernt haben, Klimawandel darzustellen, muss er die
in demjenigen der Zukunft wiederzuerken- Modelle für die Dauer von 40 Jahren
nen. Auch fehlen wichtige Daten, etwa laufen lassen. Bis dahin ist es noch ein wei-

© Ulrich Dahl
über die Feuchtigkeit und die Strömungen ter Weg.
innerhalb der Wolken. Schneider jedoch Globale Vorhersagen aus Pasadena,
glaubt zu wissen, wie er solcherlei Proble- regionale aus Hamburg – es wäre schön,
me umschiffen kann. wenn alles so klappte, wie es sich die bei-
Stevens wünscht seinem Freund in Pasa- den Kontrahenten vorstellen. Einstweilen
dena viel Glück mit seiner Klimamaschine. allerdings ist nur gewiss, dass die Mensch-
»Wir können jeden Fortschritt brauchen«, heit noch einige Zeit auf handfestere
sagt er. An einen Durchbruch aber mag er Klimaprognosen wird warten müssen.
nicht recht glauben. Auch Stevens hat sich Und selbst wenn sich die Wolken irgend-
lange mit dem Stratokumulus-Problem be- wann den Gleichungen der Forscher fügen,
fasst und ist dabei zu der Überzeugung wird die Welt dann sicher vor Über-
gelangt, dass es sich derzeit mit Klima- raschungen sein? Keiner der beiden For-
modellen noch nicht knacken lasse. scher mag da Entwarnung geben. »Wir
Der Hamburger Max-Planck-Forscher betreten unkartiertes Terrain«, sagt Prof. Dr. Wolfgang Benz
hat sich deshalb einem anderen Typ Wol- Schneider. »Da gibt es keine Gewiss-
ken zugewandt, den Kumulonimbussen. heiten.«
Das sind mächtige Gewitterwolken, die Gerade hat er ausgerechnet, was pas- Vor 75 Jahren scheiterte das Attentat auf
sich mitunter, dunkel und bedrohlich, hö- siert, falls sich die Stratokumulus-Wolken Hitler. Die Täter werden als Helden gefeiert,
her als jedes Gebirge bis an den Rand der über den subtropischen Ozeanen großflä- ebenso wie die Mitglieder der Weißen Rose.
Stratosphäre emporrecken. chig auflösen sollten. Seinen Modellrech- Doch der Widerstand gegen die National-
Zwar habe diese Wolkengattung auf die nungen zufolge würde das zwar erst bei sozialisten war vielfältig. Warum dauerte es
Durchschnittstemperatur der Erde einen einer Kohlendioxidkonzentration von so lange, bis auch der Mut von Deserteuren
vergleichsweise geringen Einfluss, erklärt 1200 ppm geschehen. Dieser Wert liegt oder Kommunisten gewürdigt wurde?
Stevens. Denn sie reflektieren ungefähr dreimal so hoch wie der heutige, selbst in
Über diese Fragen diskutieren die
ebenso viel Sonnenstrahlung ins All, wie den düstersten Treibhausszenarien gilt es
SPIEGEL-Redakteure Uwe Klußmann
sie andererseits von der Erde abgestrahlte als unwahrscheinlich, dass er erreicht wird.
und Eva-Maria Schnurr mit dem Berliner
Wärme festhalten. Doch auch Kumulo- Trotzdem war Schneider überrascht, als
nimbusse sind ein wichtiger Klimafaktor. er sah, wie sich in seinem Modell die Wol- Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz.
Denn diese Wolken transportieren Ener- kendecke über Pazifik und Atlantik ver-
gie. Verändert sich ihre Zahl oder ihre Ver- flüchtigte und die Welttemperatur darauf-
teilung, dann kann dies zur Verschiebung hin unaufhaltsam kletterte – um volle acht Dienstag, 2. April 2019, 20 Uhr
großer Wettersysteme oder ganzer Klima- Grad. »Es scheint dort eine Nichtlinearität Bucerius Kunst Forum
zonen beitragen. zu geben, die wir bisher nicht kannten«, Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg
Vor allem eine Eigenschaft macht die sagt er. »Das zeigt, wie schlecht die Stra-
wuchtig-spektakulären Kumulonimbus- tokumuli bisher verstanden sind.«
Tickets sind im Bucerius Kunst Forum und an allen
Wolken für Stevens interessant: Sie sind Stevens unterdessen fürchtet eher, dass
bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
beherrscht von kräftigen Konvektions- es die Kumulonimbus-Wolken sind, die un- Die Eintrittskarte (10 Euro/8 Euro zzgl. Gebühren)
strömen, die großräumig genug wirbeln, erwartet Unfrieden stiften könnten. Tro- berechtigt am Veranstaltungstag zum Besuch der
um für moderne Supercomputer berechen- pische Sturmsysteme seien berüchtigt für Ausstellung »Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre«
bar zu sein. Große Hoffnungen setzt ihre Unberechenbarkeit. »Der Monsun (9. Februar bis 19. Mai 2019).
der Forscher auf eine neue Generation zum Beispiel könnte anfällig für plötzliche
von Klimamodellen, die gerade an den Änderungen sein«, meint er. Die Ausstellung ist am Veranstaltungsabend von
Start gehen. Möglich sei, dass die Berechnungen der 19 bis 19.45 Uhr exklusiv für Veranstaltungsgäste
Während die meisten ihrer Vorgänger feinmaschigen Computermodelle es er- geöffnet. Änderungen vorbehalten.
für Berechnungen ein Raster mit einer Auf- laubten, solche Klimakapriolen frühzeitig
lösung von rund hundert Kilometern über zu prophezeien. »Denkbar ist aber auch,
die Erde legen, haben diese neuen Modelle dass es prinzipiell unvorhersehbare Klima-
die Maschenweite auf fünf oder sogar noch phänomene gibt«, sagt Stevens. »Dann
weniger Kilometer verringert. Um ihre können wir noch so genau simulieren und
Verlässlichkeit zu testen, hat Stevens, zu- kommen trotzdem zu keinen verlässlichen
sammen mit Kollegen in Japan und den Ergebnissen.«
USA, eine erste Vergleichssimulation Das ist die schlimmste aller Möglichkei-
durchgeführt. ten. Denn dann steuert die Menschheit
Dabei zeigte sich, dass diese Modelle auch weiterhin ins Ungewisse.
die tropischen Sturmsysteme recht gut ab- Johann Grolle
bilden. Es scheint also, als würde dieser

101