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Was ist Phonetik im FSU

NICHT Wissenschaftsgebiet Phonetik (akkustische und psyologische Aspekte erforsch)

NICHT linguistische Disziplin Phonologie (Funktion Zeichen im Sprachsystem)

FSU Phonetik = Einheit phonologischer, phonetischer und didaktischer Aspekte (die Entwicklung von Hör- und
Aussprachefertigkeiten)

Aussprache und Kommunikation

Oft auf Verständlichkeit reduziert (Phonetische Abweichungen, die die Verständlichkeit nicht direkt
beeinträchtigen, werden ignoriert)
Aussprache als nach außen wirksames Persönlichkeitsmerkmal nicht berücksichtigt

Abweichungen im gewohnten Sprachklang haben Einfluss auf die mündliche Kommunikation

fehlende phonetische Grundlagen Fertigkeiten im phonetischen Hören und Aussprechen, Regelkenntnisse auf den Lernenden selbst
negativ auswirken

Reaktion des Gesprächspartner = Unsicherheiten bis hin zu Sprechhemmungen. (SLIKA)

Historischer Stellenwert der Phonetik im Unterricht

Bis anfang 70er Jahre - gute „normgerechte“ Aussprache selbstverständlich (viele Lehrwerke enthielten Übungen,
Phonetische Kurse, das Sprachlabor war für Ausspracheübungen prädestiniert)
Der Ausspracheunterricht beschränkte sich in der Regel auf Nachsprechübungen (methodisch eintönig, uninteressantes,
keine Verbindung zum übrigen Lernprozess)
die kommunikativen Orientierung des Unterrichts änderte die Situation grundsätzlich!

spezielle Ausspracheübungen in den Lehrbüchern - nicht mehr angeboten

90er Jahre – eine neue Wende – Interesse an Aussprachefragen und -materialien nimmt bei Lernenden, Lehrenden wieder zu)
(interessante Zusatzmaterialien auch für Kinder)

Das phonetische Problem im FSU lässt sich nicht von Heute auf Morgen lösen (Viele Lehrende sind nicht genügend ausgebildet, um
Ausspracheabweichungen ihrer Lernenden zu verhindern bzw. effektiv und dauerhaft zu korrigieren) (SLIKA DRINA)

Schwierigkeiten beim Ausspracheerwerb in der Fremdsprache

Schwieriger als Wortschatz oder Grammatik

Die Interferenz der Muttersprache und früher gelernter Fremdsprachen ist stark

ein spezielles Hör- und Aussprachetraining > ein gutes Gedächtnis

Hören
Schwierigkeiten treten auf weil: Sprachwahrnehmung an Klangbildern der Muttersprache orientiert ist (Laut- und
Intonationsmerkmale werden durch das muttersprachige Filter aufgenommen und verarbeitet)

Unterdifferenzierung und Überdifferenzierung (relevante Merkmale der Fremdsprache werden nicht als relevant
gewertet, weil sie es in der Muttersprache nicht sind (Lernende aus Spanien) (irrelevante Merkmale der
Fremdsprache werden wegen ihrer Relevanz in der Muttersprache als relevant gewertet (Lernende aus
China))
richtiges Hören = Voraussetzung für korrekte Aussprache (Hörtraining ist der erste Schritt um Hörmuster zu etablieren

am besten Hörbeispiele vom Band - identische Wiederholbarkeit + Üben zu Hause möglich

Differenzieren - besonders Paare – Staat – Stadt

Hören – Kontrolle

dammit die Lehrenden und Lernenden erkennen, bei welchen phonetischen Erscheinungen Hörschwierigkeiten bestehen

Einfachste Kontrollform - vereinbarte Zeichen (mit Gesten zeigen, ob die erste oder zweite Silbe betont ist, ob die Melodie steigt
oder fällt, ob der Vokal lang oder kurz ist) (besonders für Gruppen)

Artikulieren/Intonieren

Hörtraining = Basis, aber nicht alles!

Artikulieren und Intonieren in der Fremdsprache oft ein Problem

In der Muttersprache = Sprechbewegungen automatisiert

In der FS benötigt es Übung

Automatisierung von Bewegungsabläufen bedarf viel Übung

Monotonie vermeiden (Übungen methodisch abwechslungsreich gestalten)

Nicht nur Laute an sich, sondern intonatorischen Fertigkeiten (Akzentuierung, Rhythmus, Melodie)

Psychische Probleme

Nich nur Hemmungen vor der Gruppe

Sprachweise = Persönlichkeit

Anforderungen an den Lehrenden

Lehrende tragen Verantwortung

Das Korrekturverhalten beinflusst die Motivation

Kenntnisse und Fertigkeiten der Lehrkraft

Bei der Ausbildung von Lehrenden wird Phonetik vernachlässigt

er/sie sollte die phonetischen Grundlagen des Deutschen wissen / welche Regeln und Ausnahmen es gibt
Kenntnisse über die Phonetik der Ausgangssprache auch hilfreich (bei heterogenen Gruppen aber schwer)

Aufgaben im Unterricht

die Bestimmung von Ziel und Inhalt der Aussprache #1 (Gesamtziel der Sprachausbildung, zur Verfügung stehende
Zeit, Gruppenstärke, Ausgangssprachen, individuelle Schwierigkeiten und Besonderheiten)
danach folgen:

• Ausspracheabweichungen erkennen und korrigieren


• Regeln und Kenntnisse vermitteln
• Hinweise auf die Lautbildung geben
• Leistungen kontrollieren und bewerten
• Übungen auswählen bzw. selbst entwikkeln
• Unterrichtsmittel gezielt einsetzen

Vermittlung von Aussprachenormen und –varianten

Standardaussprache (Duden, Medien) = DaF (Lernenden haben den Wunsch, diese in allen deutschsprachigen
Regionen verständliche und akzeptierte Ausspracheform zu erwerben)
In der Realität – Dialekte (werden sie im Unterricht nicht darauf vorbereitet - beim Verstehen große Mühe
bereiten können)

Kommunikationsorientierung

Nachsprechübungen nach wie vor ihre Berechtigung, sie müssen aber kreativ gestaltet sein (situativ-thematische, dialogische
- reale Kommunikationssituationen)
NICHT - Sammlungen von Einzelwörtern - Nonsenssätze

Am besten Wortgruppen die einem Thema oder einer Situation Zugeordnet sind

Phonologischer Ansatz

Der Unterricht muss systematisch organisiert warden (dem Lernenden ein kognitiver Zugang ermöglichen)

Es ist sinnvoller, die Vokallänge/ -kürze als generelles (System-)Merkmal zu lernen, als das lange I oder das kurze E isoliert zu üben

Kontrastiver Ansatz

Kontrastiven Aspekten – in homogenen Gruppen besonders Hilfsreich (pitati zasto)

Differenzierung der Lernziele

Der Fokus hängt vom Lernziel ab

zukünftige Deutschlehrer - höhere Anforderungen gestellt

Teilnehmer von Touristensprachkursen – weniger


Auch bei dem selben Ziel, sind Stufen A1-C2 zu berücksichtigen

Lernstufen

Auch wenn die Forderungen steigen, warden immernoch Aussprachfehler toleriert (diesen Fehler dann zu korrigieren ist
eine schwierige Aufgabe
Phonetik – alle Laute bereits von A1 vorhanden

Grammatik dagegen – jede Stufe etwas neuers

Anfängerunterricht - Grundlagen für die phonetischen Fertigkeiten gelegt (möglichst systematisch vorgehen)

Homogene und heterogene Lerngruppen

Bei sprachlich homogenen Gruppen sind Schwerpunkte relativ einfach festzulegen

In heterogenen Gruppen - gravierende Unterschiede zwischen einzelnen Lernenden (besondere Anforderungen an die
Gestaltung des Unterrichts
Man empfiehlt mit einer Fehleranalyse zu beginnen (Tonband – so kann man Schwerpunkte bestimmen)

Phonetik integrieren

NICHT ganze Unterrichtsstunden an der Aussprache arbeiten

Die festgelegten Schwerpunkte in kurzen Übungsphasen immer wieder aufzugreifen

Eine Verbindung durch die engen Zusammenhang zwischen morphologischen, syntaktischen sowie semantischen Strukturen bzw.
Strukturveränderungen und der Aussprache zu erstellen (Sohn Söhne, fliegen flog geflogen)

der Unterricht ist damit interessanter und lebendiger gestaltet

Zukunft

Um Phonetik im kommunikativen Deutschunterricht künftig wirkungsvoll gestalten zu können, ist es erforderlich:

• Veränderungen in der Lehreraus- und Fortbildung vorzunehmen


• Lehrprogramme hinsichtlich der Vorgaben zur Phonetik zu überprüfen und zu überarbeiten
• zielgruppenspezifische Lehr- und Lernmaterialien zu erarbeiten