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Atomausstieg - Jein!

Bis vor kurzem war ich auch Befürworter des sofortigen Atomausstiegs,
aufgrund des nicht gelösten Entsorgungsproblems. Bei den derzeitigen
Diskussionen um die Energieversorgung ist mir jedoch klar geworden, dass die
Versorgung mit Strom, nach Abschaltung der Kernkraftwerke sich als ein
aktuell größeres Problem darstellt.
Nach Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurden im
Jahr 2006 26% der Bruttoenergie von Kernkraftwerken produziert. Aus
regenerativen Energien wurden ca. 15% Bruttoenergie gewonnen davon 5%
Windkraft, 4%Wasserkraft, 4% Biomasse und <3% Solarenergie. Windkraft lässt
sich nicht beliebig ausbauen, sie ist für die Anwohner laut, verschandelt die
Landschaft, liefert nicht konstant Strom und ist nicht in allen Regionen
verfügbar. Perspektiven sehe ich in Offshore-Windanlagen.
Wasserkraft benötigt geologisch optimale Vorraussetzungen und ist so auch
nicht beliebig einsetzbar.
Biomasse macht nur sinn, wenn nicht extra Etwas anstatt Nahrungsmittel
angebaut werden muss und produziert CO2.
Solarenergie hat in Deutschland einen zu geringen Wirkungsgrad und liefert
nur Fluktuationsweise Strom.
46% der Bruttoenergie werden von Braun- und Steinkohlekraftwerken
Produziert, 12% durch Erdgaskraftwerke. Dies sind alles fossile Brennstoffe, die
großteils importiert werden müssen, mit der Zeit zuneige gehen und im Preis
steigen. Des Weiteren wird von Ihnen das „böse“ CO2 produziert (CO2
Hysterie).
26% der Stromgrundversorgung zu ersetzen, ist nach meiner Meinung mit
„alternativen“ Energien zurzeit nicht möglich, da sie regional begrenzt und
nicht 24h Strom liefern kann.
Die Ausweitung der Nutzung von Fossilen Brennstoffen ist auch keine Lösung
und würde mehr Abhängigkeiten schaffen. Des weitern müssen Kraftwerke
gebaut werden und das geht nicht von heute auf morgen und ist mit vielen
Protesten der Bevölkerung verbunden.
Kaufen von Atomstrom aus dem Ausland z.B. aus der Tschechischen Republik
oder Frankreich, wäre kontraproduktiv. Der Atommüll würde woanders
produziert, die tschechischen Atomkraftwerke haben schlechtere
Sicherheitsstandards, Strom kann nicht unendlich weit transportiert werden
und es würden stärkere Abhängigkeiten erzeugt.
Der Atomausstieg ist wichtig damit sich die Stromkonzerne Gedanken über
eine alternative Stromerzeugung machen und diesen taten folgen lassen.
Zum jetzigem Zeitpunkt kommen wir mangels Alternativen an einer
Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken nicht vorbei, trotz der
Entsorgungsproblematik und, weil ich es bei den anderen Stoffen immer
betont habe, der Importabhängigkeit von Uran. Neben einer gesicherten
Stromversorgung bliebe uns auch kerntechnisches Know-how länger erhalten.