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DEUTSCH
Instruments

Oszilloskop
HM 1004-3 .01/.02/.03

MANUAL•HANDBUCH•MANUEL
MANUAL•HANDBUCH•MANUEL
Inhaltsverzeichnis

CE Konformität ............................................................ 4
Technische Daten ........................................................ 5
Allgemeines ................................................................. 6
Symbole .................................................................... 6
Aufstellung des Gerätes ........................................... 6
Sicherheit .................................................................. 6
Betriebsbedingungen ................................................ 6
Garantie ..................................................................... 6
Wartung .................................................................... 7
Oszilloskop
Schutzschaltung ........................................................ 7
Netzspannung ........................................................... 7 HM 1004-3 .01/.02/.03
Art der Signalspannung ............................................. 8
Größe der Signalspannung ....................................... 8
Gesamtwert der Eingangsspannung ........................ 9
Zeitwerte der Signalspannung ................................. 9
Anlegen der Signalspannung .................................. 10
Bedienelemente und Readout ................................. 11
Menü ........................................................................... 21
Inbetriebnahme und Voreinstellungen .................. 22
Strahldrehung TR .................................................... 22
Tastkopf-Abgleich und Anwendung ....................... 22
Abgleich 1kHz ......................................................... 22
Abgleich 1MHz ........................................................ 23
Betriebsarten der Vertikalverstärker ..................... 23
XY-Betrieb ............................................................... 24
Phasenvergleich mit Lissajous-Figur ...................... 24
Phasendifferenz-Messung
im Zweikanal-Betrieb (Yt) ....................................... 24
Phasendifferenzmessung im Zweikanalbetrieb ..... 25
Messung einer Amplitudenmodulation .................. 25
Triggerung und Zeitablenkung ................................ 25
Automatische Spitzenwert-Triggerung .................. 26
Normaltriggerung .................................................... 26 Auto Set ...................................................................... 29
Flankenrichtung ....................................................... 26 Komponenten-Test ................................................... 30
Triggerkopplung ...................................................... 26
Bildsynchronimpuls-Triggerung .............................. 27 Abgleich ...................................................................... 32
Zeilensynchronimpuls-Triggerung .......................... 27 RS232-Interface - Fernsteuerung ............................ 32
Netztriggerung ........................................................ 27
St.150601-Hüb/tke

Sicherheitshinweis .................................................. 32
Alternierende Triggerung ........................................ 28 Beschreibung .......................................................... 32
Externe Triggerung ................................................. 28 Baudrateneinstellung .............................................. 32
Triggeranzeige ......................................................... 28 Datenübertragung ................................................... 32
Holdoff-Zeiteinstellung ........................................... 28
B-Zeitbasis (2. Zeitbasis) / Delay Triggerung ......... 29 Bedienungselemente HM1004-3 ...................................... 33

Änderungen vorbehalten 3
KONFORMITÄTSERKLÄRUNG
DECLARATION OF CONFORMITY
DECLARATION DE CONFORMITE Instruments
Herstellers HAMEG GmbH Angewendete harmonisierte Normen / Harmonized standards applied / Normes
Manufacturer Kelsterbacherstraße 15-19 harmonisées utilisées
Fabricant D - 60528 Frankfurt Sicherheit / Safety / Sécurité
EN 61010-1: 1993 / IEC (CEI) 1010-1: 1990 A 1: 1992 / VDE 0411: 1994
Bezeichnung / Product name / Designation: EN 61010-1/A2: 1995 / IEC 1010-1/A2: 1995 / VDE 0411 Teil 1/A1: 1996-05
Überspannungskategorie / Overvoltage category / Catégorie de surtension: II
Oszilloskop/Oscilloscope/Oscilloscope Verschmutzungsgrad / Degree of pollution / Degré de pollution: 2

Typ / Type / Type: HM1004-3 Elektromagnetische Verträglichkeit / Electromagnetic compatibility /


Compatibilité électromagnétique
mit / with / avec: -
EN 61326-1/A1
Optionen / Options / Options: - Störaussendung / Radiation / Emission: Tabelle / table / tableau 4; Klasse / Class /
Classe B.
mit den folgenden Bestimmungen / with applicable regulations / avec les Störfestigkeit / Immunity / Imunitee: Tabelle / table / tableau A1.
directives suivantes
EN 61000-3-2/A14
EMV Richtlinie 89/336/EWG ergänzt durch 91/263/EWG, 92/31/EWG Oberschwingungsströme / Harmonic current emissions / Émissions de courant
EMC Directive 89/336/EEC amended by 91/263/EWG, 92/31/EEC harmonique: Klasse / Class / Classe D.
Directive EMC 89/336/CEE amendée par 91/263/EWG, 92/31/CEE
EN 61000-3-3
Niederspannungsrichtlinie 73/23/EWG ergänzt durch 93/68/EWG Spannungsschwankungen u. Flicker / Voltage fluctuations and flicker /
Low-Voltage Equipment Directive 73/23/EEC amended by 93/68/EEC Fluctuations de tension et du flicker.
Directive des equipements basse tension 73/23/CEE amendée par 93/68/CEE
Datum /Date /Date Unterschrift / Signature /Signatur
27.03.2001

E. Baumgartner
Technical Manager /Directeur Technique

Allgemeine Hinweise zur CE-Kennzeichnung

HAMEG Meßgeräte erfüllen die Bestimmungen der EMV Richtlinie. Bei der Konformitätsprüfung werden von HAMEG die gültigen Fachgrund- bzw.
Produktnormen zu Grunde gelegt. In Fällen wo unterschiedliche Grenzwerte möglich sind, werden von HAMEG die härteren Prüfbedingungen
angewendet. Für die Störaussendung werden die Grenzwerte für den Geschäfts- und Gewerbebereich sowie für Kleinbetriebe angewandt (Klasse
1B). Bezüglich der Störfestigkeit finden die für den Industriebereich geltenden Grenzwerte Anwendung.
Die am Meßgerät notwendigerweise angeschlossenen Meß- und Datenleitungen beeinflußen die Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte in
erheblicher Weise. Die verwendeten Leitungen sind jedoch je nach Anwendungsbereich unterschiedlich. Im praktischen Meßbetrieb sind daher
in Bezug auf Störaussendung bzw. Störfestigkeit folgende Hinweise und Randbedingungen unbedingt zu beachten:

1. Datenleitungen
Die Verbindung von Meßgeräten bzw. ihren Schnittstellen mit externen Geräten (Druckern, Rechnern, etc.) darf nur mit ausreichend abgeschirm-
ten Leitungen erfolgen. Sofern die Bedienungsanleitung nicht eine geringere maximale Leitungslänge vorschreibt, dürfen Datenleitungen (Eingang/
Ausgang, Signal/Steuerung) eine Länge von 3 Metern nicht erreichen und sich nicht außerhalb von Gebäuden befinden. Ist an einem
Geräteinterface der Anschluß mehrerer Schnittstellenkabel möglich, so darf jeweils nur eines angeschlossen sein.
Bei Datenleitungen ist generell auf doppelt abgeschirmtes Verbindungskabel zu achten. Als IEEE-Bus Kabel sind die von HAMEG beziehbaren
doppelt geschirmten Kabel HZ72S bzw. HZ72L geeignet.

2. Signalleitungen
Meßleitungen zur Signalübertragung zwischen Meßstelle und Meßgerät sollten generell so kurz wie möglich gehalten werden. Falls keine
geringere Länge vorgeschrieben ist, dürfen Signalleitungen (Eingang/Ausgang, Signal/Steuerung) eine Länge von 3 Metern nicht erreichen und sich
nicht außerhalb von Gebäuden befinden.
Alle Signalleitungen sind grundsätzlich als abgeschirmte Leitungen (Koaxialkabel - RG58/U) zu verwenden. Für eine korrekte Masseverbindung
muß Sorge getragen werden. Bei Signalgeneratoren müssen doppelt abgeschirmte Koaxialkabel (RG223/U, RG214/U) verwendet werden.

3. Auswirkungen auf die Meßgeräte


Beim Vorliegen starker hochfrequenter elektrischer oder magnetischer Felder kann es trotz sorgfältigen Meßaufbaues über die angeschlossenen
Meßkabel zu Einspeisung unerwünschter Signalteile in das Meßgerät kommen. Dies führt bei HAMEG Meßgeräten nicht zu einer Zerstörung oder
Außerbetriebsetzung des Meßgerätes.
Geringfügige Abweichungen des Meßwertes über die vorgegebenen Spezifikationen hinaus können durch die äußeren Umstände in Einzelfällen
jedoch auftreten.

4. Störfestigkeit von Oszilloskopen

4.1 Elektromagnetisches HF-Feld


Beim Vorliegen starker hochfrequenter elektrischer oder magnetischer Felder, können durch diese Felder bedingte Überlagerungen des
Meßsignals sichtbar werden. Die Einkopplung dieser Felder kann über das Versorgungsnetz, Meß- und Steuerleitungen und/oder durch
direkte Einstrahlung erfolgen. Sowohl das Meßobjekt, als auch das Oszilloskop können hiervon betroffen sein.
Die direkte Einstrahlung in das Oszilloskop kann, trotz der Abschirmung durch das Metallgehäuse, durch die Bildschirmöffnung erfolgen.
Da die Bandbreite jeder Meßverstärkerstufe größer als die Gesamtbandbreite des Oszilloskops ist, können Überlagerungen sichtbar
werden, deren Frequenz wesentlich höher als die –3 dB Meßbandbreite ist.

4.2 Schnelle Transienten / Entladung statischer Elektrizität


Beim Auftreten von schnellen Transienten (Burst) und ihrer direkten Einkopplung über das Versorgungsnetz bzw. indirekt (kapazitiv) über
Meß- und Steuerleitungen, ist es möglich, daß dadurch die Triggerung ausgelöst wird.
Das Auslösen der Triggerung kann auch durch eine direkte bzw. indirekte statische Entladung (ESD) erfolgen.
Da die Signaldarstellung und Triggerung durch das Oszilloskop auch mit geringen Signalamplituden (<500µV) erfolgen soll, läßt sich das
Auslösen der Triggerung durch derartige Signale (> 1kV) und ihre gleichzeitige Darstellung nicht vermeiden.
HAMEG GmbH

4 Änderungen vorbehalten
Technische Daten
Vertikal-Ablenkung
Betriebsarten: Kanal I oder Kanal II,
Kanal I und Kanal II alternierend oder chop.,
(Chopperfrequenz ca. 0,5MHz)
Summe oder Differenz von K I und K II
(beide Kanäle invertierbar)
XY-Betrieb: über Kanal I und Kanal II
Bandbreite: 2x 0–100MHz (-3dB)
Anstiegszeit: <3,5ns,
Überschwingen: max. 1%
Ablenkkoeffizienten: 14 kalibrierte Stellungen
von 1mV/cm bis 20V/cm mit 1-2-5 Teilung
variabel 2.5:1 bis mindestens 50V/cm
Genauigkeit der kal. Stellungen:
1mV/cm – 2mV/cm: ±5% (0 bis 10MHz (-3dB))
5mV/cm – 20V/cm: ±3%
Eingangsimpedanz: 1MΩ II 15pF
Eingangskopplung: DC-AC-GD
Eingangsspannung: max. 400V (DC + Spitze AC).
Verzögerungsleitung: ca. 70ns
Triggerung 100MHz Analog-Oszilloskop HM1004-3
Automatik (Spitzenwert): <20Hz-200MHz (≥0,5cm) mit Auto-Set, Save/Recall, Readout und Cursor
Normal mit Level-Einstellung: DC-200MHz (≥0,5cm)
Flankenrichtung: positiv oder negativ
ALT.-Triggerung (≥8mm); Triggeranzeige mit LED
Quellen: Kanal I oder II, K I alternierend K II, 2 Kanäle, 1mV– 50V/cm mit Verzögerungsleitung, 1MHz Kalibrator
Netz und extern. Kopplung: AC (10Hz- 200MHz), 2 Zeitbasen bis 5ns/cm, alternierend und mit 2. Triggerung
DC (0 -200MHz), HF (50kHz - 200MHz), LF (0 -
1,5kHz). NR (Noise reject): DC–50MHz (≥ 8mm) Triggerung: DC –200MHz, TV-Sync. Separator. RS232-Schnittstelle
Aktiver TV-Sync-Separator für Bild und Zeile
Triggerung extern: ≥0,3Vss von DC bis 100MHz Das mit modernster Technik ausgestatteten Oszilloskop HM1004-3 verfügt
Triggerung Zeitbasis B: mit Level-Einstellung über ein prozessorgesteuertes System, das vor allem die Bedienung weitge-
und Flankenwahl. DC–200MHz. hend automatisiert. Dominierend sind dabei die "Autoset"- und "Save/
Horizontal-Ablenkung Recall"- Funktionen, mit welchen auch ungeübte Personen die Geräte sehr
Zeitbasis A: 22 kalibrierte Stellungen leicht bedienen können. Selbstverständlich sind alle über "Autoset" gesetzten
von 0,5s/cm bis 50ns/cm mit 1-2-5 Teilung, Meßparameter danach noch manuell veränderbar. Mit Hilfe der "Save/Re-
Genauigkeit der kalibrierten Stellungen: ±3% call"-Funktionen können 9 komplette Einstellprogramme inclusive Cursor
variabel 2,5:1 bis mindestens 1,25s/cm,
mit X-Dehnung x10 bis 5ns/cm ±5% gespeichert und jederzeit wieder aufgerufen werden.
Hold-off-Zeit: variabel bis ca. 10:1 Alle kalibrierten Werte und diverse Funktionen werden mit Hilfe der
Zeitbasis B: 18 kalibrierte Stellungen "Readout"-Funktion auf dem Bildschirm angezeigt. Für die genaue Ermittlung
von 20ms/cm bis 50ns/cm mit 1-2-5 Teilung,
Betriebsarten:: A / ALT / B der Zeit-, Frequenz- und Amplitudenwerte stehen 2 Cursoren zur Verfügung.
Bandbreite X-Verstärker: 0-3MHz (-3dB). Die hohe Übertragungsgüte der Meßverstärker mit Verzögerungsleitung
Eingang X-Verstärker über Kanal II, erlaubt sowohl die naturgetreue Darstellung von impulsartigen Signalen, wie
Ablenkkoeffizienten wie Kanal II, auch Aufzeichnungen mit dem HM1004-3 bis in den Frequenzbereich um
X–Y- Phasendifferenz: <3° unter 220kHz.
200MHz. Ebenso exzellent ist die Triggerung. Bereits ab 5mm Bildhöhe
Bedienung / Steuerung werden einwandfrei stehende Bilder dargestellt. Ferner gestattet die echte 2.
Manuell über Bedienungsknöpfe Zeitbasis mit Hilfe der 2. Triggerung die Aufzeichnung stark gedehnter
Auto Set (automatische Parametereinstellung)
Save und Recall für 9 Einstellprogramme Signalausschnitte, auch wenn sie asynchron sind.
Schnittstelle: RS-232 (serienmäßig). Die eingebaute RS-232 Schnittstelle ermöglicht die Steuerung und die
Fernbedienung HZ68 (optionell). Abfrage der Einstellparameter mittels PC.
Readout / Cursoren
Anzeige der Meßparameter und diverser Im Lieferumfang: Betriebsanleitung auf CD-ROM, Netzkabel und
Funktionen auf dem Bildschirm. 2 Tastköpfe 10:1.
Cursormessungen von ∆U, ∆t oder 1/∆t (Freq.),
(Einzeln oder im Tracking-Betrieb).
Separate Einstellung der Readout-Helligkeit
Komponententester
Foto mit 1MHz Rechteck- und 200MHz Foto eines FBAS -Signals mit Burst-Dar-
Testspannung: ca. 7Veff (Leerlauf) ca. 50Hz Sinus-Signal, alternierend getriggert stellung über Zeitbasis B u. 2.Triggerung
Teststrom: max. 7mAeff (Kurzschluß)
Prüfkreis liegt einpolig an Masse (Schutzleiter)
Verschiedenes
Röhre: D14-375GH, 8x10cm, Innenraster.
Beschleunigungsspannung: ca. 14kV
Strahldrehung: auf Frontseite einstellbar
Kalibrator: Rechteckgenerator (ta <4ns),
≈1kHz/1MHz; 0,2V ±1%
Netzanschluß: 100-240V ±10%, 50/60Hz
Leistungsaufnahme: ca. 38 Watt bei 50Hz
Zul. Umgebungstemperatur: 0°C...+40°C
Schutzart: Schutzklasse I (IEC1010-1 / VDE 0411)
Gewicht: ca. 5,9kg. Farbe: techno-braun
Gehäusemaße: B 285, H 125, T 380 mm 08/00

Änderungen vorbehalten 5
Allgemeines

Allgemeines den Bestimmungen der Schutzklasse I. Die berührbaren


Metallteile sind gegen die Netzpole mit 2200V Gleichspannung
Sofort nach dem Auspacken sollte das Gerät auf mechani- geprüft. Durch Verbindung mit anderen Netzanschlußgeräten
sche Beschädigungen und lose Teile im Innern überprüft können u.U. netzfrequente Brummspannungen im Meßkreis
werden. Falls ein Transportschaden vorliegt, ist sofort der auftreten. Dies ist bei Benutzung eines Schutz-Trenn-
Lieferant zu informieren. Das Gerät darf dann nicht in Betrieb transformators der Schutzklasse II leicht zu vermeiden. Das
gesetzt werden. Oszilloskop darf aus Sicherheitsgründen nur an vorschrifts-
mäßigen Schutz-kontaktsteckdosen betrieben werden. Der
Symbole Netzstecker muß eingeführt sein, bevor Signalstromkreise
angeschlossen werden. Die Auftrennung der Schutzkontakt-
Bedienungsanleitung beachten verbindung ist unzulässig.

Hochspannung Die meisten Elektronenröhren generieren γ-Strahlen. Bei


diesem Gerät bleibt die Ionendosisleistung weit unter dem
Erde gesetzlich zulässigen Wert von 36 pA/kg.

Aufstellung des Gerätes Wenn anzunehmen ist daß ein gefahrloser Betrieb nicht mehr
möglich ist, so ist das Gerät außer Betrieb zu setzen und
Für die optimale Betrachtung des Bildschirmes kann das gegen unabsichtlichen Betrieb zu sichern.
Gerät in drei verschiedenen Positionen aufgestellt werden
(siehe Bilder C, D, E). Wird das Gerät nach dem Tragen Diese Annahme ist berechtigt,
senkrecht aufgesetzt, bleibt der Griff automatisch in der
Tragestellung stehen, siehe Abb. A. • wenn das Gerät sichtbare Beschädigungen hat,
• wenn das Gerät lose Teile enthält,
Will man das Gerät waagerecht auf eine Fläche stellen, wird der • wenn das Gerät nicht mehr arbeitet,
Griff einfach auf die obere Seite des Oszilloskops gelegt (Abb. • nach längerer Lagerung unter ungünstigen
C). Wird eine Lage entsprechend Abb. D gewünscht (10° Verhältnissen (z.B. im Freien oder in feuchten Räumen),
Neigung), ist der Griff, ausgehend von der Tragestellung A, in • nach schweren Transportbeanspruchungen (z.B. mit einer
Richtung Unterkante zu schwenken bis er automatisch einra- Verpackung, die nicht den Mindestbedingungen von Post,
stet. Wird für die Betrachtung eine noch höhere Lage des Bahn oder Spedition entsprach).
Bildschirmes erforderlich, zieht man den Griff wieder aus der
Raststellung und drückt ihn weiter nach hinten, bis er abermals Betriebsbedingungen
einrastet (Abb. E mit 20° Neigung). Der Griff läßt sich auch in
eine Position für waagerechtes Tragen bringen. Hierfür muß Der zulässige Umgebungstemperaturbereich während des
man diesen in Richtung Oberseite schwenken und, wie aus Betriebs reicht von 0°C... +40°C. Während der Lagerung
Abb. B ersichtlich, ungefähr in der Mitte schräg nach oben oder des Transports darf die Temperatur zwischen -40°C
ziehend einrasten. Dabei muß das Gerät gleichzeitig angeho- und +70°C betragen. Hat sich während des Transports
ben werden, da sonst der Griff sofort wieder ausrastet. oder der Lagerung Kondenswasser gebildet, muß das
Gerät ca. 2 Stunden akklimatisiert werden, bevor es in
Betrieb genommen wird. Das Oszilloskop ist zum Ge-
brauch in sauberen, trockenen Räumen bestimmt. Es darf
nicht bei besonders großem Staub- bzw. Feuchtigkeitsge-
halt der Luft, bei Explosionsgefahr sowie bei aggressiver
chemischer Einwirkung betrieben werden. Die Betriebs-
lage ist beliebig. Eine ausreichende Luftzirkulation
(Konvektionskühlung) ist jedoch zu gewährleisten. Bei Dau-
erbetrieb ist folglich eine horizontale oder schräge Betriebs-
lage (Aufstellbügel) zu bevorzugen.

Die Lüftungslöcher dürfen nicht abgedeckt werden!

Nenndaten mit Toleranzangaben gelten nach einer Anwärm-


zeit von min. 20 Minuten und bei einer Umgebungstemperatur
zwischen 15°C und 30°C. Werte ohne Toleranzangabe sind
Richtwerte eines durchschnittlichen Gerätes.

Garantie
Jedes Gerät durchläuft vor dem Verlassen der Produktion
Sicherheit einen Qualitätstest mit 10-stündigem ,,burn-in“. Im intermit-
tierenden Betrieb wird dabei fast jeder Frühausfall erkannt.
Dieses Gerät ist gemäß VDE 0411 Teil 1, Sicherheitsbestim- Dem folgt ein 100% Test jedes Gerätes, bei dem alle Be-
mungen für elektrische Meß-, Steuer-, Regel- und Labor- triebsarten und die Einhaltung der technischen Daten geprüft
geräte, gebaut und geprüft und hat das Werk in sicherheits- werden. Dennoch ist es möglich, daß ein Bauteil erst nach
technisch einwandfreiem Zustand verlassen. Es entspricht längerer Betriebsdauer ausfällt. Daher wird auf alle Geräte
damit auch den Bestimmungen der europäischen Norm EN eine Funktionsgarantie von 2 Jahren gewährt. Voraussetzung
61010-1 bzw. der internationalen Norm IEC 1010-1. Um ist, daß im Gerät keine Veränderungen vorgenommen wur-
diesen Zustand zu erhalten und einen gefahrlosen Betrieb den. Für Versendungen per Post, Bahn oder Spedition darf nur
sicherzustellen, muß der Anwender die Hinweise und Warn- die Originalverpackung verwendet werden. Transport- oder
vermerke beachten, die in dieser Bedienungsanleitung ent- sonstige Schäden, verursacht durch grobe Fahrlässigkeit,
halten sind. Gehäuse, Chassis und alle Meßanschlüsse sind werden von der Garantie nicht erfaßt.Bei einer Beanstandung
mit dem Netzschutzleiter verbunden. Das Gerät entspricht sollte man am Gehäuse des Gerätes eine stichwortartige

6 Änderungen vorbehalten
Allgemeines

Fehlerbeschreibung anbringen. Wenn dabei gleich der Name Die Netzeingangssicherung ist von außen zugänglich. Netz-
und die Telefon-Nr. (Vorwahl und Ruf- bzw. Durchwahl-Nr. stecker-Buchse und Sicherungshalter bilden eine Einheit. Ein
oder Abteilungsbezeichnung) für evtl. Rückfragen angeben Auswechseln der Sicherung darf und kann (bei unbeschädig-
wird, dient dies einer beschleunigten Abwicklung. tem Sicherungshalter) nur erfolgen, wenn zuvor das Netz-
kabel aus der Buchse entfernt wurde. Dann muss der
Wartung Sicherungshalter mit einem Schraubenzieher herausgehebelt
werden. Der Ansatzpunkt ist ein Schlitz, der sich auf der Seite
Verschiedene wichtige Eigenschaften des Oszilloskops soll- der Anschlusskontakte befindet. Die Sicherung kann dann
ten in gewissen Zeitabständen sorgfältig überprüft werden. aus einer Halterung gedrückt und ersetzt werden.
Nur so besteht eine weitgehende Sicherheit, daß alle Signale
mit der den technischen Daten zugrundeliegenden Exaktheit Der Sicherungshalter wird gegen den Federdruck eingescho-
dargestellt werden. Sehr empfehlenswert ist ein SCOPE-
ben, bis er eingerastet ist. Die Verwendung ,,geflickter" Siche-
TESTER HZ60, der trotz seines niedrigen Preises Aufgaben
rungen oder das Kurzschließen des Sicherungshalters ist
dieser Art hervorragend erfüllt.
unzulässig. Dadurch entstehende Schäden fallen nicht unter
Die Außenseite des Oszilloskops sollte regelmäßig mit ei- die Garantieleistungen.
nem Staubpinsel gereinigt werden. Hartnäckiger Schmutz an
Gehäuse und Griff, den Kunststoff- und Aluminiumteilen läßt
sich mit einem angefeuchteten Tuch (Wasser +1% Entspan Sicherungstype:
nungsmittel) entfernen. Bei fettigem Schmutz kann Brenn- Größe 5 x 20 mm; 250V~, C;
spiritus oder Waschbenzin (Petroleumäther) benutzt werden. IEC 127, Bl. III; DIN 41 662
Die Sichtscheibe darf nur mit Wasser oder Waschbenzin (aber (evtl. DIN 41 571, Bl. 3).
nicht mit Alkohol oder Lösungsmitteln) gereinigt werden, sie Abschaltung: träge (T) 0,8A.
ist dann noch mit einem trockenen, sauberen, fuselfreien
Tuch nachzureiben. Nach der Reinigung sollte sie mit einer
handelsüblichen antistatischen Lösung, geeignet für Kunst- ACHTUNG!
stoffe, behandelt werden. Keinesfalls darf die Reinigungs- Im Inneren des Gerätes befindet sich im Bereich des
flüssigkeit in das Gerät gelangen. Die Anwendung anderer Schaltnetzteiles eine Sicherung:
Reinigungsmittel kann die Kunststoff- und Lackoberflächen
angreifen. Größe 5 x 20 mm; 250V~, C;
IEC 127, Bl. III; DIN 41 662
Schutzschaltung (evtl. DIN 41 571, Bl. 3).
Abschaltung: flink (F) 0,8A.
Dieses Gerät ist mit einem Schaltnetzteil ausgerüstet, wel-
ches über Überstrom und -spannungs-Schutzschaltungen ver- Diese Sicherung darf nicht vom Anwender ersetzt
fügt. Im Fehlerfall kann ein sich periodisch wiederholendes werden!
tickendes Geräusch hörbar sein.

Netzspannung
Das Gerät arbeitet mit Netzwechselspannungen von 100V bis
240V. Eine Netzspannungsumschaltung ist daher nicht vor-
gesehen.

Änderungen vorbehalten 7
Die Grundlagen der Signalaufzeichnung

Art der Signalspannung Die mit der AC/DC -Taste gewählte Eingangskopplung wird
mit dem READOUT (Schirmbild) angezeigt. Das = -Symbol
Die Oszilloskope HM1004-3 und HM1505-3 erfassen prak- zeigt DC-Kopplung an, während AC-Kopplung mit dem ~ -
tisch alle sich periodisch wiederholenden Signalarten Symbol angezeigt wird (siehe “Bedienelemente und Read-
(Wechselspannungen) mit Frequenzen bis mindestens out”).
100MHz (-3dB) beim HM1004-3 (HM1505-3: 150 MHz (-3dB))
und Gleichspannungen. Größe der Signalspannung
Der Vertikalverstärker ist so ausgelegt, daß die Übertragungs- In der allgemeinen Elektrotechnik bezieht man sich bei
güte nicht durch eigenes Überschwingen beeinflußt wird. Wechselspannungsangaben in der Regel auf den Effektiv-
wert. Für Signalgrößen und Spannungsbezeichnungen in der
Die Darstellung einfacher elektrischer Vorgänge, wie Oszilloskopie wird jedoch der Vss-Wert (Volt-Spitze-Spitze)
sinusförmige HF- und NF-Signale oder netzfrequente Brumm- verwendet. Letzterer entspricht den wirklichen Potential-
spannungen, ist in jeder Hinsicht problemlos. Beim Messen verhältnissen zwischen dem positivsten und negativsten
ist ein ab ca. 40 MHz (HM1505-3: ca. 70 MHz) zunehmender Punkt einer Spannung.
Meßfehler zu berücksichtigen, der durch Verstärkungsabfall
bedingt ist. Bei ca. 80 MHz (HM1505-3: ca. 110 MHz) beträgt Will man eine auf dem Oszilloskopschirm aufgezeichnete
der Abfall etwa 10%, der tatsächliche Spannungswert ist sinusförmige Größe auf ihren Effektivwert umrechnen, muß
dann ca. 11% größer als der angezeigte Wert. Wegen der der sich in Uss ergebende Wert durch 2 x √2 = 2,83 dividiert
differierenden Bandbreiten der Vertikalverstärker (-3dB zwi- werden. Umgekehrt ist zu beachten, daß in Veff angegebene
schen 100 MHz und 140 MHz; HM1505-3: -3dB zwischen 150 sinusförmige Spannungen den 2,83fachen Potential unter-
MHz und 170 MHz) ist der Meßfehler nicht so exakt definier- schied in Vss haben. Die Beziehungen der verschiedenen
bar. Spannungsgrößen sind aus der nachfolgenden Abbildung
ersichtlich.
Bei sinusförmigen Vorgängen liegt die -6dB Grenze für
den HM1004-3 sogar bei 160 MHz, beim HM1505-3 bei
220 MHz. Die zeitliche Auflösung ist unproblematisch.

Bei der Aufzeichnung rechteck- oder impulsartiger Signals-


pannungen ist zu beachten, daß auch deren Oberwellenan-
teile übertragen werden müssen. Die Folgefrequenz des
Signals muß deshalb wesentlich kleiner sein als die obere
Grenzfrequenz des Vertikalverstärkers. Bei der Auswertung
solcher Signale ist dieser Sachverhalt zu berücksichtigen.

Schwieriger ist das Oszilloskopieren von Signalgemischen,


besonders dann, wenn darin keine mit der Folgefrequenz
ständig wiederkehrenden höheren Pegelwerte enthalten sind, Spannungswerte an einer Sinuskurve
auf die getriggert werden kann. Dies ist z.B. bei Burst-Signalen Veff = Effektivwert; Vs = einfacher Spitzenwert;
der Fall. Um auch dann ein gut getriggertes Bild zu erhalten, ist Vss = Spitze-Spitze-Wert;
u.U. eine Veränderung der HOLD OFF- Zeit erforderlich. Vmom = Momentanwert (zeitabhängig)

Fernseh-Video-Signale (FBAS-Signale) sind mit Hilfe des akti- Die minimal erforderliche Signalspannung am Y-Eingang für ein
ven TV-Sync-Separators leicht triggerbar. 1cm hohes Bild beträgt 1mVss (±5%), wenn mit dem READOUT
(Schirmbild) der Ablenkkoeffizient 1mV angezeigt wird und die
Die zeitliche Auflösung ist unproblematisch. Beispielsweise Feineinstellung kalibriert ist. Es können jedoch auch noch
wird bei ca. 100MHz und der kürzesten einstellbaren Ablenk- kleinere Signale aufgezeichnet werden. Die möglichen Ablenk-
zeit (5ns/cm) alle 2cm ein Kurvenzug geschrieben. koeffizienten sind in mVss/cm oder Vss/cm angegeben. Die
Größe der angelegten Spannung ermittelt man durch Multipli-
Für den wahlweisen Betrieb als Wechsel- oder Gleich- kation des eingestellten Ablenkkoeffizienten mit der abgelese-
spannungsverstärker hat jeder Vertikalverstärker-Eingang eine nen vertikalen Bildhöhe in cm. Wird mit Tastteiler 10:1 gearbei-
AC/DC-Taste (DC = direct current; AC = alternating current). tet, ist nochmals mit 10 zu multiplizieren.
Mit Gleichstromkopplung DC sollte nur bei vorgeschaltetem
Tastteiler oder bei sehr niedrigen Frequenzen gearbeitet Für Amplitudenmessungen muß sich die Fein-Einstellung in
werden bzw. wenn die Erfassung des Gleichspannungsan- ihrer kalibrierten Stellung befinden. Unkalibriert kann die
teils der Signalspannung unbedingt erforderlich ist. Ablenkempfindlichkeit mindestens bis zum Faktor 2,5:1 ver-
ringert werden (siehe “Bedienelemente und Readout”). So
Bei der Aufzeichnung sehr niederfrequenter Impulse können kann jeder Zwischenwert innerhalb der 1-2-5 Abstufung des
bei AC-Kopplung (Wechselstrom) des Vertikalverstärkers stö- Teilerschalters eingestellt werden. Ohne Tastteiler sind damit
rende Dachschrägen auftreten (AC-Grenzfrequenz ca. 1,6Hz Signale bis 400Vss darstellbar (Ablenkkoeffizient auf 20V/cm,
für 3dB). In diesem Falle ist, wenn die Signalspannung nicht Feineinstellung 2,5:1).
mit einem hohen Gleichspannungspegel überlagert ist, die
DC-Kopplung vorzuziehen. Andernfalls muß vor den Eingang Mit den Bezeichnungen
des auf DC-Kopplung geschalteten Meßverstärkers ein ent-
sprechend großer Kondensator geschaltet werden. Dieser H = Höhe in cm des Schirmbildes,
muß eine genügend große Spannungsfestigkeit besitzen. U = Spannung in Vss des Signals am Y-Eingang,
DC-Kopplung ist auch für die Darstellung von Logik- und A = Ablenkkoeffizient in V/cm (VOLTS / DIV.-Anzeige)
Impulssignalen zu empfehlen, besonders dann, wenn sich
dabei das Tastverhältnis ständig ändert. Andernfalls wird sich läßt sich aus gegebenen zwei Werten die dritte Größe errech-
das Bild bei jeder Änderung auf- oder abwärts bewegen. nen:
Reine Gleichspannungen können nur mit DC-Kopplung ge-
messen werden.

8 Änderungen vorbehalten
Die Grundlagen der Signalaufzeichnung

Alle drei Werte sind jedoch nicht frei wählbar. Sie müssen hochspannungsfester Kondensator (etwa 22-68nF) vorzu-
innerhalb folgender Grenzen liegen (Triggerschwelle, Ablese- schalten.
genauigkeit):
Mit der auf GD geschalteten Eingangskopplung und dem Y-
H zwischen 0,5cm und 8cm, möglichst 3,2cm und 8cm, POS.-Einsteller kann vor der Messung eine horizontale Raster-
U zwischen 0,5mVss und 160Vss, linie als Referenzlinie für Massepotential eingestellt werden.
A zwischen 1mV/cm und 20V/cm in 1-2-5 Teilung. Sie kann beliebig zur horizontalen Mittellinie eingestellt wer-
den, je nachdem, ob positive und/oder negative Abweichun-
Beispiel: gen vom Massepotential zahlenmäßig erfaßt werden sollen.
Eingest. Ablenkkoeffizient A = 50mV/cm (0,05V/cm),
abgelesene Bildhöhe H = 4,6cm, Gesamtwert der Eingangsspannung
gesuchte Spannung U = 0,05x4,6 = 0,23Vss

Eingangsspannung U = 5Vss,
eingestellter Ablenkkoeffizient A = 1V/cm,
gesuchte Bildhöhe H = 5:1 = 5cm

Signalspannung U = 230Veff x 2x√2 = 651Vss


(Spannung >160Vss, mit Tastteiler 10:1 U = 65,1Vss),
gewünschte Bildhöhe H = mind. 3,2cm, max. 8cm,
maximaler Ablenkkoeffizient A = 65,1:3,2 = 20,3V/cm,
minimaler Ablenkkoeffizient A = 65,1:8 = 8,1V/cm,
einzustellender Ablenkkoeffizient A = 10V/cm

Die vorherigen Beispiele beziehen sich auf die Ablesung


mittels des Innenrasters der Strahlröhre, können aber we-
sentlich einfacher mit den auf ∆V -Messung geschalteten Die gestrichelte Kurve zeigt eine Wechselspannung, die um
Cursoren ermittelt werden (siehe “Bedienelemente und 0 Volt schwankt. Ist diese Spannung einer Gleichspannung
Readout”). Die Spannung am Y-Eingang darf 400V (unabhän- überlagert (DC), so ergibt die Addition der positiven Spitze zur
gig von der Polarität) nicht überschreiten. Gleichspannung die maximal auftretende Spannung (DC + AC
Spitze).
Ist das zu messende Signal eine Wechselspannung die einer
Gleichspannung überlagert ist (Mischspannung), beträgt der Zeitwerte der Signalspannung
höchstzulässige Gesamtwert beider Spannungen (Gleich-
spannung und einfacher Spitzenwert der Wechselspannung) In der Regel handelt es sich in der Oszilloskopie um zeitlich
ebenfalls + bzw. -400V (siehe Abbildung). Wechselspannun- wiederkehrende Spannungsverläufe, im folgenden Perioden
gen, deren Mittelwert Null ist, dürfen maximal 800Vss betra- genannt. Die Zahl der Perioden pro Sekunde ist die Folge-
gen. frequenz. Abhängig von der Zeitbasis-Einstellung (TIME/
DIV.) können eine oder mehrere Signalperioden oder auch nur
Beim Messen mit Tastteilern sind deren höhere Grenzwerte ein Teil einer Periode dargestellt werden. Die Zeitkoeffizienten
nur dann maßgebend, wenn DC-Eingangskopplung am werden mit dem READOUT (Schirmbild) angezeigt und in
Oszilloskop vorliegt. ms/cm, µs/cm und ns/cm angegeben.

Für Gleichspannungsmessungen bei AC-Eingangskopplung Die folgenden Beispiele beziehen sich auf die Ablesung
gilt der niedrigere Grenzwert des Oszilloskopeingangs (400V). mittels des Innenrasters der Strahlröhre, können aber we-
Der aus dem Widerstand im Tastkopf und dem 1MΩ Ein- sentlich einfacher mit den auf ∆T- bzw. 1/∆T-(Frequenz)
gangswiderstand des Oszilloskops bestehende Spannungs- Messung geschalteten Cursoren ermittelt werden (siehe
teiler ist, durch den bei AC-Kopplung dazwischen geschalte- “Bedienelemente und Readout”).
ten Eingangs-Kopplungskondensator, für Gleichspannungen
unwirksam. Gleichzeitig wird dann der Kondensator mit der Die Dauer einer Signalperiode, bzw. eines Teils davon, ermit-
ungeteilten Gleichspannung belastet. Bei Mischspannungen telt man durch Multiplikation des betreffenden Zeitabschnitts
ist zu berücksichtigen, daß bei AC-Kopplung deren Gleich- (Horizontalabstand in cm) mit dem eingestellten Zeit-
spannungsanteil ebenfalls nicht geteilt wird, während der koeffizienten. Dabei muß die Zeit-Feineinstellung kalibriert
Wechselspannungsanteil einer frequenzabhängigen Teilung sein. Unkalibriert kann die Zeitablenkgeschwindigkeit minde-
unterliegt, die durch den kapazitiven Widerstand des stens um den Faktor 2,5:1 verringert werden. So kann jeder
Koppelkondensators bedingt ist. Bei Frequenzen ≥40Hz kann Zwischenwert innerhalb der 1-2-5 Abstufung der Zeit-Ablenk-
vom Teilungsverhältnis des Tastteilers ausgegangen werden. koeffizienten eingestellt werden.

Unter Berücksichtigung der zuvor erläuterten Bedingunge Mit den Bezeichnungen


können mit HAMEG-Tastteilern 10:1 Gleichspannungen bis
600V bzw. Wechselspannungen (mit Mittelwert Null) bis L = Länge in cm einer Periode (Welle) auf dem Schirmbild,
1200Vss gemessen werden. Mit Spezialtastteilern 100:1(z.B. T = Zeit in s für eine Periode,
HZ53) lassen sich Gleichspannungen bis 1200V bzw. Wechsels- F = Folgefrequenz in Hz,
pannungen (mit Mittelwert Null) bis 2400Vss messen. Aller- Z = Zeitkoeffizient in s/cm (TIME / DIV.-Anzeige)
dings verringert sich dieser Wert bei höheren Frequenzen
(siehe technische Daten HZ53). Mit einem normalen Tastteiler und der Beziehung F = 1/T lassen sich folgende Gleichungen
10:1 riskiert man bei so hohen Spannungen, daß der den aufstellen:
Teiler-Längswiderstand überbrückende C-Trimmer durch-
schlägt, wodurch der Y-Eingang des Oszilloskops beschädigt
werden kann. Soll jedoch z.B. nur die Restwelligkeit einer
Hochspannung oszilloskopiert werden, genügt auch der 10:1-
Tastteiler. Diesem ist dann noch ein entsprechend

Änderungen vorbehalten 9
Die Grundlagen der Signalaufzeichnung

Alle vier Werte sind jedoch nicht frei wählbar. Sie sollten
innerhalb folgender Grenzen liegen:

L zwischen 0,2 und 10cm, möglichst 4 bis 10cm,


T zwischen 5ns und 5s,
F zwischen 0,5Hz und 100MHz,
Z zwischen 50ns/cm und 500ms/cm in 1-2-5 Teilung
(ohne X-Dehnung x10), und
Z zwischen 5ns/cm und 50ms/cm in 1-2-5 Teilung
(bei X-Dehnung x10).

Beispiele:
Länge eines Wellenzugs (einer Periode) L = 7cm,
eingestellter Zeitkoeffizient Z = 0,1µs/cm,
gesuchte Periodenzeit T = 7x0,1x10-6 = 0,7µs
gesuchte Folgefrequenz F = 1:(0,7x10-6) = 1,428MHz. Bei einem eingestellten Zeitkoeffizienten von 5ns/cm ergäbe
das Bildbeispiel eine gemessene Gesamtanstiegszeit von
Zeit einer Signalperiode T = 1s,
eingestellter Zeitkoeffizient Z = 0,2s/cm, tges = 1,6cm x 5ns/cm = 8ns
gesuchte Länge L = 1:0,2 = 5cm.
Bei sehr kurzen Zeiten ist die Anstiegszeit des Oszilloskop-
Länge eines Brummspannung-Wellenzugs L = 1cm, Vertikalverstärkers und des evtl. benutzten Tastteilers geo-
eingestellter Zeitkoeffizient Z = 10ms/cm, metrisch vom gemessenen Zeitwert abzuziehen. Die An-
gesuchte Brummfrequenz F = 1:(1x10x10-3) = 100Hz. stiegszeit des Signals ist dann

TV-Zeilenfrequenz F = 15 625Hz, ta= √tges2 - tosc2 - tt2


eingestellter Zeitkoeffizient Z = 10µs/cm,
gesuchte Länge L = 1:(15 625x10-5) = 6,4cm. Dabei ist tges die gemessene Gesamtanstiegszeit, tosz die
vom Oszilloskop (HM1004-3: ca. 3,5ns) und tt die des Tast-
Länge einer Sinuswelle L = min. 4cm, max. 10cm, teilers, z.B. = 2ns. Ist tges größer als 34ns, kann die Anstiegs-
Frequenz F = 1kHz, zeit des Vertikalverstärkers vernachlässigt werden (Fehler
max. Zeitkoeffizient Z = 1:(4x103) = 0,25ms/cm, <1%).
min. Zeitkoeffizient Z = 1:(10x103) = 0,1ms/cm,
einzustellender Zeitkoeffizient Z = 0,2ms/cm, Obiges Bildbeispiel ergibt damit eine Signal-Anstiegszeit von
dargestellte Länge L = 1:(103 x 0,2x10-3) = 5cm.
ta= √82 - 3,52 - 22 = 6,9ns
Länge eines HF-Wellenzugs L = 1cm,
eingestellter Zeitkoeffizient Z = 0,5µs/cm, Die Messung der Anstiegs- oder Abfallzeit ist natürlich nicht
gedrückte Dehnungstaste X-MAG. (x 10) : Z = 50ns/cm, auf die oben im Bild gezeigte Bild-Einstellung begrenzt. Sie ist
gesuchte Signalfreq. F = 1:(1x50x10-9) = 20MHz, so nur besonders einfach. Prinzipiell kann in jeder Bildlage und
gesuchte Periodenzeit T = 1:(20x106) = 50ns. bei beliebiger Signalamplitude gemessen werden. Wichtig ist
nur, daß die interessierende Signalflanke in voller Länge, bei
Ist der zu messende Zeitabschnitt im Verhältnis zur vollen nicht zu großer Steilheit, sichtbar ist und daß der Horizontal-
Signalperiode relativ klein, sollte man mit gedehntem Zeitmaß- abstand bei 10% und 90% der Amplitude gemessen wird.
stab (X-MAG. x10) arbeiten. Durch Drehen des X-POS.- Zeigt die Flanke Vor- oder Überschwingen, darf man die 100%
Knopfes kann der interessierende Zeitabschnitt in die Mitte nicht auf die Spitzenwerte beziehen, sondern auf die mittle-
des Bildschirms geschoben werden.

Das Systemverhalten einer Impulsspannung wird durch de-


ren Anstiegszeit bestimmt. Impuls-Anstiegs-/Abfallzeiten ren Dachhöhen. Ebenso werden Einbrüche oder Spitzen
werden zwischen dem 10%- und 90%-Wert ihrer vollen (glitches) neben der Flanke nicht berücksichtigt. Bei sehr
Amplitude gemessen. starken Einschwingverzerrungen verliert die Anstiegs- oder
Abfallzeitmessung allerdings ihren Sinn. Für Verstärker mit
Messung: annähernd konstanter Gruppenlaufzeit (also gutem Impuls-
verhalten) gilt folgende Zahlenwert-Gleichung zwischen An-
• Die Flanke des betr. Impulses wird exakt auf 5cm Schreib- stiegszeit ta (in ns) und Bandbreite B (in MHz):
höhe eingestellt (durch Y-Teiler und dessen Feineinstel-
lung.) Anlegen der Signalspannung
• Die Flanke wird symmetrisch zur X- und Y-Mittellinie
positioniert (mit X- und Y-Pos. Einsteller). Ein kurzes Drücken der AUTO SET-Taste genügt, um automa-
• Die Schnittpunkte der Signalflanke mit den 10%- bzw. tisch eine sinnvolle, signalbezogene Geräteeinstellung zu
90%-Linien jeweils auf die horizontale Mittellinie loten und erhalten (siehe “AUTO SET”). Die folgenden Erläuterungen
deren zeitlichen Abstand auswerten (T=LxZ,). beziehen sich auf spezielle Anwendungen, die eine manuelle
• Die optimale vertikale Bildlage und der Meßbereich für die Bedienung erfordern. Die Funktion der Bedienelemente wird
Anstiegszeit sind in der folgenden Abbildung dargestellt. im Abschnitt “Bedienelemente und Readout” beschrieben.

Vorsicht beim Anlegen unbekannter Signale an den


Vertikaleingang!

Es wird empfohlen, möglichst immer mit Tastteiler zu mes-


sen! Ohne vorgeschalteten Tastteiler sollte als Signalkopplung
zunächst immer AC und als Ablenkkoeffizient 20V/cm einge-

10 Änderungen vorbehalten
Bedienelemente und Readout

stellt sein. Ist die Strahllinie nach dem Anlegen der Signal- Wenn ein Tastteiler 10:1 oder 100:1 verwendet wird, muß bei
spannung plötzlich nicht mehr sichtbar, kann es sein, daß die Spannungen über 400V immer DC-Eingangskopplung benutzt
Signalamplitude viel zu groß ist und den Vertikalverstärker werden.
total übersteuert. Dann ist der Ablenkkoeffizient zu erhöhen
(niedrigere Empfindlichkeit), bis die vertikale Auslenkung nur Bei AC-Kopplung tieffrequenter Signale ist die Teilung nicht
noch 3-8cm hoch ist. Bei kalibrierter Amplitudenmessung und mehr frequenzunabhängig. Impulse können Dachschräge
mehr als 160 Vss großer Signalamplitude ist unbedingt ein zeigen, Gleichspannungen werden unterdrückt - belasten
Tastteiler vorzuschalten. Ist die Periodendauer des Meßsignals aber den betreffenden Oszilloskop-Eingangskopplungs-
wesentlich länger als der eingestellte Zeit-Ablenkkoeffizient, kondensator. Dessen Spannungsfestigkeit ist max. 400V (DC
verdunkelt sich der Strahl. Dann sollte der Zeit-Ablenkkoef- + Spitze AC). Ganz besonders wichtig ist deshalb die DC-
fizient vergrößert werden. Eingangskopplung bei einem Tastteiler 100:1, der meist eine
zulässige Spannungsfestigkeit von max. 1200V (DC + Spitze
Die Zuführung des aufzuzeichnenden Signals an den Y-Ein- AC) hat.
gang des Oszilloskops ist mit einem abgeschirmten Meßkabel
wie z.B. HZ32 und HZ34 direkt oder über einen Tastteiler 10:1 Zur Unterdrückung störender Gleichspannung darf aber ein
geteilt möglich. Die Verwendung der genannten Meßkabel an Kondensator entsprechender Kapazität und Spannungsfestig-
hochohmigen Meßobjekten ist jedoch nur dann empfehlens- keit vor den Tastteiler geschaltet werden (z.B. zur Brummspan-
wert, wenn mit relativ niedrigen, sinusförmigen Frequenzen nungsmessung). Bei allen Tastteilern ist die zulässige
(bis etwa 50kHz) gearbeitet wird. Für höhere Frequenzen Eingangswechselspannung oberhalb von 20kHz frequenz-
muß die Meß-Spannungsquelle niederohmig, d.h. an den abhängig begrenzt. Deshalb muß die Derating Curve des
Kabel-Wellenwiderstand (in der Regel 50Ω angepaßt sein. betreffenden Tastteilertyps beachtet werden.

Besonders bei der Übertragung von Rechteck- und Impuls- Wichtig für die Aufzeichnung kleiner Signalspannungen ist die
signalen ist das Kabel unmittelbar am Y-Eingang des Oszilloskops Wahl des Massepunktes am Prüfobjekt. Er soll möglichst
mit einem Widerstand gleich dem Kabel-Wellenwiderstand immer nahe dem Meßpunkt liegen. Andernfalls können evtl.
abzuschließen. Bei Benutzung eines 50Ω Kabels wie z.B. HZ34 vorhandene Ströme durch Masseleitungen oder Chassisteile
ist hierfür von HAMEG der 50Ω-Durchgangsabschluß HZ22 das Meßergebnis stark verfälschen. Besonders kritisch sind
erhältlich. Vor allem bei der Übertragung von Rechtecksignalen auch die Massekabel von Tastteilern. Sie sollen so kurz und
mit kurzer Anstiegszeit werden ohne Abschluß an den Flanken dick wie möglich sein.
und Dächern störende Einschwingverzerrungen sichtbar. Auch
höherfrequente (>100kHz) Sinussignale dürfen generell nur Beim Anschluß des Tastteiler-Kopfes an eine BNC-Buchse
impedanzrichtig abgeschlossen gemessen werden. Im allge- sollte ein BNC-Adapter benutzt werden. Damit werden Mas-
meinen halten Verstärker, Generatoren oder ihre Abschwächer se- und Anpassungsprobleme eliminiert.
die Nenn-Ausgangsspannung nur dann frequenzunabhängig
ein, wenn ihre Anschlußkabel mit dem vorgeschriebenen Das Auftreten merklicher Brumm- oder Störspannungen im
Widerstand abgeschlossen wurden. Meßkreis (speziell bei einem kleinen Ablenkkoeffizienten)
wird möglicherweise durch Mehrfach-Erdung verursacht,
Dabei ist zu beachten, daß man den Abschlußwiderstand weil dadurch Ausgleichströme in den Abschirmungen der
HZ22 nur mit max. 2Watt belasten darf. Diese Leistung wird Meßkabel fließen können (Spannungsabfall zwischen den
mit 10Veff oder - bei Sinussignal - mit 28,3Vss erreicht. Wird Schutzleiterverbindungen, verursacht von angeschlossenen
ein Tastteiler 10:1 oder 100:1 verwendet, ist kein Abschluß fremden Netzgeräten, z.B. Signalgeneratoren mit Störschutz-
erforderlich. In diesem Fall ist das Anschlußkabel direkt an kondensatoren).
den hochohmigen Eingang des Oszilloskops angepaßt. Mit
Tastteiler werden auch hochohmige Spannungsquellen nur Bedienelemente und Readout
geringfügig belastet (ca. 10MΩ II 12pF bzw. 100MΩ II 5pF bei
HZ53). Deshalb sollte, wenn der durch den Tastteiler auftre- Die folgenden Beschreibungen setzen voraus, daß die
tende Spannungsverlust durch eine höhere Empfindlichkeits- Betriebsart “KOMPONENTEN TEST” abgeschaltet ist.
einstellung wieder ausgeglichen werden kann, nie ohne die-
sen gearbeitet werden. Außerdem stellt die Längsimpedanz Bei eingeschaltetem Oszilloskop werden alle wichti-
des Teilers auch einen gewissen Schutz für den Eingang des gen Meßparameter-Einstellungen im Schirmbild an-
Vertikalverstärkers dar. Infolge der getrennten Fertigung sind gezeigt (Readout).
alle Tastteiler nur vorabgeglichen; daher muß ein genauer
Abgleich am Oszilloskop vorgenommen werden (siehe
,,Tastkopf-Abgleich”). Die auf der großen Frontplatte befindlichen Leuchtdioden-
anzeigen erleichtern die Bedienung und geben zusätzliche
Standard-Tastteiler am Oszilloskop verringern mehr oder Informationen. Endstellungen von Drehbereichen werden
weniger dessen Bandbreite; sie erhöhen die Anstiegszeit. In durch ein akustisches Signal signalisiert.
allen Fällen, bei denen die Oszilloskop-Bandbreite voll genutzt
werden muß (z.B. für Impulse mit steilen Flanken), raten wir Bis auf die Netztaste (POWER), die Kalibratorfrequenz-Taste
dringend dazu, die Tastköpfe HZ51 (10:1), HZ52 (10:1 HF) und (CAL. 1kHz/1MHz), den FOCUS-Einsteller und den Strahl-
HZ54 (1:1 und 10:1) zu benutzen. Das erspart u.U. die drehungs-Einsteller (TR), werden alle anderen Bedienelemente
Anschaffung eines Oszilloskops mit größerer Bandbreite. Die elektronisch abgefragt. Alle elektronisch erfassten
genannten Tastköpfe haben zusätzlich zur niederfrequenten Bedienfunktionen und ihre aktuellen Einstellungen können
Kompensationseinstellung einen HF-Abgleich. Damit ist mit daher gespeichert bzw. gesteuert werden. Die große Frontplat-
Hilfe eines auf 1MHz umschaltbaren Kalibrators, z.B. HZ60, te ist, wie bei allen HAMEG-Oszilloskopen üblich, in Felder
eine Gruppenlaufzeitkorrektur an der oberen Grenzfrequenz aufgeteilt.
des Oszilloskops möglich. Tatsächlich werden mit diesen
Tastkopf-Typen Bandbreite und Anstiegszeit des Oszilloskops Oben rechts neben dem Bildschirm befinden sich,
kaum merklich geändert und die Wiedergabe-Treue der Signal- oberhalb der horizontalen Linie, folgende Bedienele-
form u.U. sogar noch verbessert. Auf diese Weise könnten mente und Leuchtdiodenanzeigen:
spezifische Mängel im Impuls-Übertragungsverhalten nach-
träglich korrigiert werden.

Änderungen vorbehalten 11
Bedienelemente und Readout

den kann, ist abhängig von der aktuellen Betriebsart der


Zeitbasis.

Die Umschaltung erfolgt mit einem kurzen Tastendruck.


Bei eingeschaltetem READOUT sind folgende Schalt-
sequenzen möglich:

Nur A-Zeitbasisbetrieb: A - RO - A.
(1) POWER - Netz-Tastenschalter mit Symbolen für Ein- (I) A- und B-Zeitbasisbetrieb: A - RO - B - A.
und Aus-Stellung (O). Nur B-Zeitbasisbetrieb: B - RO - B.
XY-Betrieb: A - RO - A.
Wird das Oszilloskop eingeschaltet, leuchten zunächst Komponententest-Betrieb: A - RO - A.
alle LED-Anzeigen auf und es erfolgt ein automatischer
Test des Gerätes. Während dieser Zeit werden das Mit einem langen Tastendruck kann das Readout aus-
HAMEG- Logo und die Softwareversion auf dem Bild- oder eingeschaltet werden. Durch das Abschalten des
schirm sichtbar. Wenn alle Testroutinen erfolgreich been- Readout lassen sich Interferenzstörungen, wie sie auch
det wurden, geht das Oszilloskop in den Normalbetrieb beim gechoppten DUAL-Betrieb auftreten können, ver-
über und das Logo ist nicht mehr sichtbar. Im Normal- meiden.
betrieb werden dann die vor dem Ausschalten gespei-
cherten Einstellungen übernommen und eine der LED’s Bei abgeschaltetem READOUT ergeben sich mit kurzem
zeigt den Einschaltzustand an. Tastendruck folgende Schaltsequenzen:

Es besteht die Möglichkeit, bestimmte Betriebsfunktionen Nur A-Zeitbasisbetrieb: A - A.


(SETUP) zu ändern bzw. automatische Abgleichprozeduren A- und B-Zeitbasisbetrieb: A - B - A.
(CALIBRATE) aufzurufen. Diesbezügliche Informationen Nur B-Zeitbasisbetrieb: B - B.
können dem Abschnitt “Menü” entnommen werden. XY-Betrieb: A - A.
Komponententest-Betrieb: A - A.
(2) AUTO SET
Drucktaste bewirkt eine automatische, signalbezogene Die Strahlhelligkeit der jeweils gewählten Funktion wird
Geräteeinstellung (siehe “AUTO SET). Auch wenn KOM- auch bei ausgeschaltetem Gerät gespeichert. Beim
PONENTEN TEST oder XY-Betrieb vorliegt, schaltet AUTO Wiedereinschalten des Oszilloskops liegen somit die
SET in die zuletzt benutzte Yt-Betriebsart (CH I, CH II oder letzten Einstellungen vor.
DUAL). Sofern vorher alternierender Zeitbasis- (ALT) bzw.
B-Zeitbasis-Betrieb vorlag, wird automatisch auf die A- Mit Betätigen der AUTO SET-Taste wird die Strahl-
Zeitbasis geschaltet. Siehe auch “AUTO SET”. helligkeit auf einen mittleren Wert gesetzt, wenn sie
zuvor unterhalb dieses Wertes eingestellt war.
Automatische CURSOR-Spannungsmessung
Liegt CURSOR-Spannungsmessung vor, stellen sich die (5) TR
Cursorlinien automatisch auf den positiven und negativen Strahldrehung (= trace rotation). Einstellung mit Schrau-
Scheitelwert des Signals. Die Genauigkeit dieser Funkti- benzieher (siehe “Strahldrehung TR”).
on nimmt mit zunehmender Signalfrequenz ab und wird
auch durch das Tastverhältnis des Signals beeinflußt. (6) FOCUS
Strahlschärfeeinstellung durch Drehknopf; wirkt gleich-
Bei DUAL-Betrieb beziehen sich die Cursorlinien auf das zeitig auf die Signaldarstellung und das Readout.
Signal, welches zur internen Triggerung benutzt wird.
(7) SAVE/RECALL
Ist die Signalspannung zu gering, ändert sich die Position Drucktasten für Geräteeinstellungen-Speicher. Das
der Cursorlinien nicht. Oszilloskop verfügt über 9 Speicherplätze. In diesen
können alle elektronisch erfaßten Geräteeinstellungen
(3) RM gespeichert bzw. aus diesen aufgerufen werden, mit
Fernbedienung- (= remote control) LED leuchtet, wenn Ausnahme von: FOCUS, TR (Strahldrehung) und CAL-
das Gerät über die RS232-Schnittstelle auf Fernbedie- Drucktaste.
nungs-Betrieb geschaltet wurde. Dann ist das Oszilloskop
mit den elektronisch abgefragten Bedienelementen nicht Um einen Speichervorgang einzuleiten, ist die SAVE-
mehr bedienbar. Dieser Zustand kann durch Drücken der Taste zunächst einmal kurz zu betätigen. Im Readout
AUTO SET-Taste aufgehoben werden, wenn diese Funk- oben rechts wird dann S für SAVE (= speichern) und eine
tion nicht ebenfalls über die RS232-Schnittstelle verrie- Speicherplatzziffer zwischen 1 und 9 angezeigt. Danach
gelt wurde. sind die SAVE- und die RECALL-Taste zur Wahl des
Speicherplatzes einzusetzen. Mit jedem kurzen Tasten-
(4) INTENS druck auf SAVE (Pfeilsymbol nach oben zeigend) wird die
Drehknopf mit zugeordneter Leuchtdioden-Anzeige und aktuelle Ziffer schrittweise erhöht, bis die “Endstellung”
darunter befindlichem Drucktaster. 9 erreicht ist. Sinngemäß wird mit jedem kurzen Tasten-
druck auf RECALL (Pfeil nach unten zeigend) die aktuelle
Mit dem INTENS-Drehknopf läßt sich die Strahl-Intensi- Platzziffer schrittweise verringert, bis die “Endstellung”
tät (Helligkeit) für die Signaldarstellung(en) und das 1 erreicht ist. Die Geräteeinstellung wird unter der ge-
Readout einstellen. Linksdrehen verringert, Rechtsdrehen wählten Ziffer gespeichert, wenn anschließend die SAVE-
vergrößert die Helligkeit. Taste lang gedrückt wird.

Dem INTENS-Drehknopf sind die Leuchtdioden “A” für Beim Aufruf von zuvor gespeicherten Geräteeinstellungen
A-Zeitbasis, “RO” für Readout und “B” für B-Zeitbasis ist zunächst die RECALL-Taste kurz zu drücken und dann
sowie der “READ OUT” Drucktaster zugeordnet. Wel- der gewünschte Speicherplatz zu bestimmen. Mit einem
cher Funktion der INTENS-Drehknopf zugeordnet wer- langen Tastendruck auf RECALL werden dann die früher

12 Änderungen vorbehalten
Bedienelemente und Readout

gespeicherten Bedienelemente-Einstellungen vom Oszil- Gleichspannungsmessung:


loskop übernommen. Liegt kein Signal am Eingang (INPUT CHI (27)), entspricht
die Strahlposition einer Spannung von 0 Volt. Das ist der
Achtung: Fall, wenn der INPUT CHI (27) bzw. im Additionsbetrieb
Es ist darauf zu achten, daß das darzustellende Signal beide Eingänge (INPUT CHI (27), INPUT CHII (31)) auf
mit dem Signal identisch ist, welches beim Speichern GD (ground) (29) (33) geschaltet sind und automatische
der Geräteeinstellung vorhanden war. Liegt ein ande- Triggerung (AT (11)) vorliegt.
res Signal an (Frequenz, Amplitude) als beim Abspei-
chern, können Darstellungen erfolgen, die scheinbar Der Strahl kann dann mit dem Y-POS. I-Einsteller auf
fehlerhaft sind. eine für die nachfolgende Gleichspannungsmessung
geeignete Rasterlinie positioniert werden. Bei der nach-
Wurde SAVE oder RECALL versehentlich aufgerufen, folgenden Gleichspannungsmessung (nur mit DC-Ein-
schaltet das gleichzeitige Drücken beider Tasten die gangskopplung möglich) ändert sich die Strahlposition.
Funktion ab. Es kann aber auch ca. 10 Sekunden gewartet Unter Berücksichtigung des Y-Ablenkkoeffizienten, des
werden und die Abschaltung erfolgt automatisch. Teilungsverhältnisses des Tastteilers und der Änderung
der Strahlposition gegenüber der zuvor eingestellten “0
Wird das Oszilloskop ausgeschaltet, werden die letzten Volt Strahlposition” (Referenzlinie), läßt sich die Gleich-
Einstellparameter automatisch in den Speicher mit der spannung bestimmen.
Platzziffer 9 geschrieben und dort gespeicherte abwei-
chende Einstellungen gehen verloren. Das läßt sich ver- “0 Volt”-Symbol.
hindern, indem vor dem Ausschalten die in Speicher "9" Bei eingeschaltetem Readout kann die “0 Volt”-Strahl-
gespeicherten Einstellungen aufgerufen werden (RECALL position von Kanal I mit einem Symbol (⊥ ⊥ ) immer ange-
9) und erst danach ausgeschaltet wird. zeigt werden, d.h. die zuvor beschriebene Positionsbe-
stimmung kann entfallen. Das Symbol für Kanal I wird im
Achtung! CHI und DUAL-Betrieb in der Bildschirmmitte links von
Beide Tasten haben auch bei der Menüauswahl eine der senkrechten Rasterlinie angezeigt. Voraussetzung für
Funktion (siehe "Menü"). die Anzeige des “0 Volt”-Symbols ist, daß die Software-
einstellung ”DC REFERENCE. = ON” im “SETUP”-Un-
Unterhalb des zuvor beschriebenen Feldes befinden sich termenü “Miscellaneous” (Verschiedenes) vorliegt.
die Bedien- und Anzeigeelemente für die Y-Meßverstärker,
die Betriebsarten, die Triggerung und die Zeitbasen. ⊥” -
Bei XY- und ADD (Additions)-Betrieb wird kein ”⊥
Symbol angezeigt.

(10)Y-POS. II
Dieser Drehknopf dient dazu, die vertikale Strahlposition
für Kanal II zu bestimmen. Im Additions-Betrieb sind bei-
de Drehknöpfe (Y-POS. I und Y-POS. II) wirksam. Im
XY-Betrieb ist der Y-POS. II Drehknopf abgeschaltet, für
X-Positionsänderungen ist der X-POS. (14) Drehknopf
zu benutzen.

Gleichspannungsmessung:
Liegt kein Signal am Eingang (INPUT CHII (31)) an, ent-
spricht die vertikale Strahlposition einer Spannung von
0 Volt. Das ist der Fall, wenn der INPUT CHII (31) bzw.
im Additionsbetrieb beide Eingänge (INPUT CHI (27),
INPUT CHII (31)) auf GD (ground) (29) (33) geschaltet
sind und automatische Triggerung (AT (11)) vorliegt.
(8) TRS
Mit dem Drücken der Strahltrennungs (= trace separation) Der Strahl kann dann mit dem Y-POS. II-Einsteller auf
-Taste leuchtet die zugeordnete LED, wenn alternieren- eine für die nachfolgende Gleichspannungsmessung
der Zeitbasisbetrieb (A alternierend B) vorliegt. Dann geeignete Rasterlinie positioniert werden. Bei der nach-
wirkt der Y-POS. I -Drehknopf als Y-Positionseinsteller folgenden Gleichspannungsmessung (nur mit DC-Ein-
für die B-Zeitbasis-Signaldarstellung. Ohne diese Funkti- gangskopplung möglich) ändert sich die Strahlposition.
on würden beide Signaldarstellungen (A und B) in dersel- Unter Berücksichtigung des Y-Ablenkkoeffizienten, des
ben Y-Position gezeigt und die mit der B-Zeitbasis erfol- Teilungsverhältnisses des Tastteilers und der Änderung
gende Signaldarstellung wäre nicht erkennbar. Die maxi- der Strahlposition gegenüber der zuvor eingestellten ”0
male Y-Positionsverschiebung beträgt ca. +/- 4 cm. Ein Volt Strahlposition” (Referenzlinie), läßt sich die Gleich-
erneuter Tastendruck auf TRS schaltet die Funktion ab. spannung bestimmen.
Ohne Veränderung des Y-POS. I -Drehknopfs wird TRS
nach ca. 10 Sekunden automatisch abgeschaltet. “0 Volt”-Symbol.
Bei eingeschaltetem Readout kann die “0 Volt”-Strahl-
(9) Y-POS. I ⊥ ) immer ange-
position von Kanal II mit einem Symbol (⊥
Dieser Drehknopf dient dazu, die vertikale Strahlposition zeigt werden, d.h. die zuvor beschriebene Positions-
für Kanal I zu bestimmen. Bei Additionsbetrieb sind bei- bestimmung kann entfallen. Das Symbol für Kanal II wird
de Drehknöpfe (Y-POS. I und Y-POS. II) wirksam. im CH II und DUAL-Betrieb in der Bildschirmmitte rechts
von der senkrechten Rasterlinie angezeigt.
Leuchtet die “TRS”-LED (8), kann mit dem Y-POS. I
Drehknopf die vertikale Position der alternierend darge- Voraussetzung für die Anzeige des “0 Volt”-Symbols
stellten B-Zeitbasis Signaldarstellung bestimmt werden. ist, daß die Softwareeinstellung ”DC REFERENCE. =
Diese Funktion ist für jeden Kanal wirksam. ON” im “SETUP”-Untermenü “Miscellaneous” (Ver-
schiedenes) vorliegt.

Änderungen vorbehalten 13
Bedienelemente und Readout

⊥ ” -Sym-
Bei XY- und ADD (Additions)-Betrieb wird kein ”⊥ über- oder unterschreiten muß (abhängig von der Flanken-
bol angezeigt. richtung), um einen Zeit-Ablenkvorgang auszulösen. In
den meisten Yt-Betriebsarten wird auf dem linken Raster-
rand mit dem Readout ein Symbol eingeblendet, welches
den Triggerpunkt anzeigt. Das Triggerpunkt-Symbol wird
in den Betriebsarten abgeschaltet, in denen keine direkte
Beziehung zwischen Triggersignal und Triggerpunkt vor-
liegt.

Wird die LEVEL-Einstellung geändert, ändert sich auch


die Position des Triggerpunkt-Symbols im Readout. Die
Änderung erfolgt in vertikaler Richtung und betrifft selbst-
verständlich auch den Strahlstart des Signals.
Um zu vermeiden, daß das Triggerpunkt-Symbol andere
Readoutinformationen überschreibt und um erkennbar
zu machen, in welcher Richtung der Triggerpunkt das
Meßraster verlassen hat, wird das Symbol durch einen
nach oben oder unten zeigenden Pfeil ersetzt.

(11) NM / AT - Die letzte A-Zeitbasis bezogene LEVEL-Einstellung bleibt


Oberhalb dieses Drucktasters, der eine Doppelfunktion erhalten, wenn auf alternierenden Zeitbasis- bzw. B-
hat, befindet sich die NM (Normal-Triggerung)-LED. Sie Zeitbasis-Betrieb umgeschaltet und die B-Zeitbasis
leuchtet, wenn mit einem langen Tastendruck von AT getriggert wird. Dann kann mit dem LEVEL-Einsteller der
(automatische -Spitzenwert- Triggerung) auf Normal- Triggerpunkt, bezogen auf die B-Zeitbasis, eingestellt
Triggerung umgeschaltet wurde. Ein erneuter langer werden. Das Triggerpunkt-Symbol wird dann durch den
Tastendruck schaltet auf automatische (Spitzenwert) Buchstaben “ B ” ergänzt.
Triggerung zurück und die NM-LED erlischt.
(14) X-POS.
Die zweite Funktion betrifft die Triggerflankenwahl. Mit Dieser Drehknopf bewirkt eine Verschiebung der Signal-
jedem kurzen Tastendruck wird die Flankenwahl vorge- darstellung in horizontaler Richtung.
nommen. Dabei wird bestimmt, ob eine ansteigende
oder fallende Signalflanke die Triggerung auslösen soll. Diese Funktion ist insbesondere in Verbindung mit
Die aktuelle Einstellung wird oben im Readout unter “TR: 10facher X-Dehnung (X-MAG. x10) von Bedeutung. Im
Triggerquelle, Flankenrichtung ( ), Triggerkopplung” Gegensatz zur in X-Richtung ungedehnten Darstellung,
angezeigt. Mit Umschalten auf alternierenden Zeitbasis- wird mit X-MAG. x10 nur ein Ausschnitt (ein Zehntel)
oder B-Zeitbasis-Betrieb bleibt die letzte Einstellung un- über 10cm angezeigt. Mit X-POS. läßt sich bestimmen
ter A-Zeitbasis-Bedingungen gespeichert und die Taste welcher Teil der Gesamtdarstellung 10fach gedehnt sicht-
kann zur Triggerflankenwahl für die B-Zeitbasis benutzt bar ist.
werden.
(15) X-MAG. x10
Die Spitzenwert-Erfassung (-Triggerung) wird bei auto- Jeder Tastendruck schaltet die zugeordnete LED an bzw.
matischer Triggerung - abhängig von der Betriebsart und ab. Leuchtet die x10 LED, erfolgt eine 10fache X-Deh-
der gewählten Triggerkopplung - zu- oder abgeschaltet. nung. Der bzw. die dann gültige(n) Zeit-Ablenkkoef-
Der jeweilige Zustand wird durch das Verhalten des fizient(en) wird/werden oben links im Readout angezeigt.
Triggerpegel-Symbols beim Ändern des LEVEL-Knopfes X-MAG. x10 wirkt auf die A- und die B-Zeitbasis, also auch
erkennbar: im alternierenden Zeitbasis-Betrieb. Bei ausgeschalteter
X-Dehnung kann der zu betrachtende Signalausschnitt
1. Wird eine in Y-Richtung nicht abgelenkte Strahllinie mit dem X-POS.-Einsteller auf die mittlere vertikale Raster-
geschrieben und bewirkt die Änderung des LEVEL- linie positioniert und danach mit eingeschalteter X-Deh-
Drehknopfes praktisch keine Verschiebung des nung betrachtet werden. Je nach X-POS.-Einstellung ist
Triggerpegel-Symbols, liegt Spitzenwert-Triggerung vor. im alternierenden Zeitbasis-Betrieb der Hellsektor nicht
sichtbar.
2. Läßt sich das Triggerpegel-Symbol mit dem LEVEL-
Drehknopf nur innerhalb der Grenzen der Signal- Im XY-Betrieb ist die X-MAG. Taste wirkungslos.
amplitude verschieben, liegt ebenfalls Spitzenwert-
Triggerung vor. (16)VOLTS/DIV.
Für Kanal I steht im VOLTS/DIV.-Feld ein Drehknopf zur
3. Die Spitzenwert-Triggerung ist abgeschaltet, wenn Verfügung, der eine Doppelfunktion hat.
eine ungetriggerte Darstellung erfolgt, nachdem sich
das Triggerpegel-Symbol außerhalb der Signaldarstel- Der Drehknopf ist nur wirksam, wenn Kanal I aktiv
lung befindet. geschaltet und der Eingang eingeschaltet ist (AC- oder
DC-Eingangskopplung). Kanal I ist im CH I- (Mono),
(12) TR DUAL- ADD- (Additions-) und XY-Betrieb wirksam. Die
Diese LED leuchtet, wenn die Zeitbasis Triggersignale Feinsteller-Funktion wird unter VAR (17) beschrieben.
erhält. Ob die LED aufblitzt oder konstant leuchtet, hängt
von der Frequenz des Triggersignals ab. Die folgende Beschreibung bezieht sich auf die Funktion:
Ablenkkoeffizienten-Einstellung (Teilerschalter). Sie liegt
Im XY-Betrieb leuchtet die TR-LED nicht. vor, wenn die VAR.- LED nicht leuchtet.

(13)LEVEL Mit Linksdrehen wird der Ablenkkoeffizient erhöht, mit


Mit dem LEVEL-Drehknopf kann der Triggerpunkt, also Rechtsdrehen verringert. Dabei können Ablenk-
die Spannung bestimmt werden, die ein Triggersignal koeffizienten von 1mV/div. bis 20V/div. in 1-2-5 Folge

14 Änderungen vorbehalten
Bedienelemente und Readout

eingestellt werden. (18)DUAL - Drucktaste mit mehreren Funktionen.

Der Ablenkkoeffizient wird unten im Readout angezeigt DUAL-Betrieb liegt vor, wenn die DUAL-Taste kurz
(z.B. “Y1:5mV...). Im unkalibrierten Betrieb wird anstelle betätigt wurde. Wenn vorher Einkanal-Betrieb vorlag,
des “:” ein “>” Symbol angezeigt. werden nun die Ablenkkoeffizienten beider Kanäle im
Readout angezeigt. Die letzte Triggerbedingung
(Triggerquelle: “TR:...”) bleibt bestehen, kann aber ver-
ändert werden. Nur wenn kein Eingang auf GD (Ground
= Erde) geschaltet ist, sind alle Bedienelemente, welche
die Y-Ablenkung betreffen, wirksam.
Alle kanalbezogenen Bedienelemente sind wirksam, wenn
kein Eingang auf GD (29) (33) geschaltet wurde.

Das Readout zeigt rechts neben dem Ablenkkoeffizienten


von Kanal II (Y2:...) an, wie die Kanalumschaltung erfolgt.
“ALT” steht für alternierende und “CHP” für Chopper
(Zerhacker) -Kanalumschaltung. Die Art der Kanalum-
schaltung wird automatisch durch die Zeitkoeffizienten-
einstellung (Zeitbasis) vorgegeben.

Chopper (CHP)-Darstellung erfolgt automatisch in den


Zeitbasisbereichen von 500ms/div. bis 500µs/div. Da-
(17)CH I - Diese Drucktaste hat mehrere Funktionen. bei wird während eines Zeit-Ablenkvorganges die Signal-
Mit einem kurzen Tastendruck wird auf Kanal I (Ein- darstellung ständig zwischen Kanal I und II umgeschaltet.
kanal-Betrieb) geschaltet. Wenn zuvor weder Extern-
noch Netz-Triggerung eingeschaltet war, wird auch die Alternierende Kanalumschaltung (ALT) erfolgt automa-
interne Triggerquelle automatisch auf Kanal I umgeschal- tisch in den Zeitbasisbereichen von 200µs/div. bis 50ns/
tet. Das Readout zeigt dann den Ablenkkoeffizienten von div. Dabei wird während eines Zeit-Ablenkvorganges nur
Kanal I (“Y1...) und die Triggerquelle (“TR:Y1...). Die ein Kanal und mit dem nächsten Zeit-Ablenkvorgang der
letzte Funktionseinstellung des VOLTS/DIV.-Drehknopfs andere Kanal dargestellt.
(16) bleibt erhalten.
Die von der Zeitbasis vorgegebene Art der Kanalum-
Alle auf diesen Kanal bezogenen Bedienelemente sind schaltung kann geändert werden. Liegt DUAL-Betrieb
wirksam, wenn der Eingang (27) nicht auf GD (29) vor und werden die DUAL- (18) und die CH I-Taste (17)
geschaltet wurde. gleichzeitig betätigt, erfolgt die Umschaltung von ALT
auf CHP bzw. CHP auf ALT. Wird danach die Zeit-
Mit jedem langen Betätigen der CH I-Taste wird die koeffizienteneinstellung (TIME/DIV.-Drehknopf) geän-
Funktion des VOLTS/DIV.-Drehknopfes umgeschaltet dert, bestimmt der Zeitkoeffizient erneut die Art der
und mit der darüber befindlichen VAR-LED angezeigt. Kanalumschaltung.
Leuchtet die VAR-LED nicht, kann mit dem Drehknopf
der kalibrierte Ablenkkoeffizient von Kanal I verändert ADD (Additions)-Betrieb
werden (1-2-5 Folge). kann durch gleichzeitiges Drücken der DUAL- (18) und der
CH II-Taste (21) eingeschaltet werden, wenn zuvor DUAL-
Leuchtet die VAR-LED nicht und wird die CH I-Taste lang Betrieb vorlag. Im Additionsbetrieb wird das Triggerpegel-
gedrückt, leuchtet die VAR-LED und zeigt damit an, daß Symbol abgeschaltet. Der Additionsbetrieb wird im
der Drehknopf nun als Feinsteller wirkt. Die kalibrierte Readout durch das Additionssymbol “+” zwischen den
Ablenkkoeffizienteneinstellung bleibt solange erhalten, Ablenkkoeffizienten beider Kanäle angezeigt.
bis der Drehknopf einen Rastschritt nach links gedreht
wird. Daraus resultiert eine unkalibrierte Signalamplituden- Im ADD (Additions) -Betrieb werden zwei Signale addiert
darstellung (“Y1>...”) und die dargestellte Signalamplitude bzw. subtrahiert und das Resultat (algebraische Summe
wird kleiner. Wird der Drehknopf weiter nach links ge- bzw. Differenz) als ein Signal dargestellt. Das Resultat ist
dreht, vergrößert sich der Ablenkkoeffizient. Ist die unte- nur dann richtig, wenn die Ablenkkoeffizienten beider
re Grenze des Feinstellbereichs erreicht, ertönt ein aku- Kanäle gleich sind (siehe auch "Betriebsarten der Vertikal-
stisches Signal. verstärker").

Wird der Drehknopf nach rechts gedreht, verringert sich Die Zeitlinie kann mit beiden Y-POS.-Drehknöpfen beein-
der Ablenkkoeffizient und die dargestellte Signalamplitude flußt werden.
wird größer, bis die obere Feinstellbereichsgrenze er-
reicht ist. Dann ertönt wieder ein akustisches Signal und XY-Betrieb wird mit einem langen Tastendruck auf die
die Signaldarstellung erfolgt kalibriert (“Y1:...”); der Dreh- DUAL-Taste eingeschaltet. Die Ablenkkoeffizientenan-
knopf bleibt aber in der Feinsteller-Funktion. zeige im Readout zeigt dann “Y: ...” für Kanal I, “X: ...”
für Kanal II und “XY” für die Betriebsart. Bei XY-Betrieb
Unabhängig von der Einstellung im Feinstellerbetrieb kann sind die gesamte obere Readoutzeile und das
die Funktion des Drehknopfs jederzeit - durch nochmaliges Triggerpegel-Symbol abgeschaltet; das gilt auch für
langes Drücken der CHI -Taste - auf die Teilerschalter- die entsprechenden Bedienelemente. Die Kanal II betref-
funktion (1-2-5 Folge, kalibriert) umgeschaltet werden. fende INV (Invertierung)-Taste (33) und der Y-POS. II-
Dann erlischt die VAR-LED und das möglicherweise noch Einsteller (10) sind ebenfalls unwirksam. Eine Signal-
angezeigte “ > ” Symbol wird durch “ : ” ersetzt. positionsänderung in X-Richtung kann mit dem X-POS.-
Einsteller (14) vorgenommen werden.
Die Beschriftung der Frontplatte zeigt, daß die CH I-Taste
auch zusammen mit der DUAL-Taste (18) betätigt wer- (19)TRIG.
den kann. Siehe Punkt (18). Drucktaste mit Doppelfunktion und LED-Anzeige.

Änderungen vorbehalten 15
Bedienelemente und Readout

Die Drucktaste und die LED-Anzeige sind abgeschaltet, Der Drehknopf ist nur wirksam, wenn Kanal II aktiv
wenn Netzfrequenz-Triggerung oder XY-Betrieb vorliegt. geschaltet und der Eingang eingeschaltet ist (AC- oder
Mit der Drucktaste wird die Wahl der Triggerquelle vorge- DC-Eingangskopplung). Kanal II ist im CH II (Mono)-,
nommen. Die Triggerquelle wird mit der LED-Anzeige DUAL-, ADD- (Additions-) und XY-Betrieb wirksam.
und mit dem Readout angezeigt (”TR:Trigger- Die Feinsteller-Funktion wird unter VAR (21) beschrie-
quelle,....,...”). ben.

Der Begriff “Triggerquelle” beschreibt die Signalquelle, Die folgende Beschreibung bezieht sich auf die Funktion:
deren Signal zur Triggerung benutzt wird. Es stehen drei Ablenkkoeffizienten-Einstellung (Teilerschalter). Sie liegt
Triggerquellen zur Verfügung: vor, wenn die VAR.- LED nicht leuchtet.
Kanal I, Kanal II (beide werden als interne Triggerquellen Mit Linksdrehen wird der Ablenkkoeffizient erhöht, mit
bezeichnet) und der TRIG. EXT. (34) Eingang als externe Rechtsdrehen verringert. Dabei können Ablenkkoef-
Triggerquelle. fizienten von 1mV/div. bis 20V/div. in 1-2-5 Folge einge-
stellt werden.
Anmerkung:
Der Begriff “interne Triggerquelle” beschreibt, daß Der Ablenkkoeffizient wird unten im Readout angezeigt
das Triggersignal vom Meßsignal stammt. (z.B. “Y1:5mV...”). Im unkalibrierten Betrieb wird anstel-
le des “ : ” ein “ > ” Symbol angezeigt.
CHI - CHII - EXT:
Mit jedem kurzen Tastendruck wird die Triggerquelle (21)CH II - Diese Drucktaste hat mehrere Funktionen.
umgeschaltet. Die Verfügbarkeit der internen Mit einem kurzen Tastendruck wird auf Kanal II (Einkanal-
Triggerquellen hängt von der gewählten Kanal-Betriebs- Betrieb) geschaltet. Wenn zuvor weder externe noch
art ab. Die Schaltsequenz lautet: Netz-Triggerung eingeschaltet waren, wird die interne
Triggerquelle automatisch auf Kanal II umgeschaltet. Das
I - II - EXT - I bei DUAL- und ADD- (Addition) Betrieb. Readout zeigt dann den Ablenkkoeffizienten von Kanal II
I - EXT - I bei Kanal I (Einkanal) Betrieb. (“Y2...”) und die Triggerquelle (“TR:Y2...”). Die letzte
II - EXT - II bei Kanal II (Einkanal) Betrieb. Funktionseinstellung des VOLTS/DIV.-Drehknopfs (20)
bleibt erhalten.
Das Triggerpunktsymbol wird bei Extern-Triggerkop-
pelung nicht angezeigt. Alle auf diesen Kanal bezogenen Bedienelemente sind
wirksam, wenn der Eingang (31) nicht auf GD (33)
ALT: geschaltet wurde.
Mit einem langen Tastendruck wird die (interne) alternie-
rende Triggerung eingeschaltet. Dann leuchten die TRIG. Mit jedem langen Betätigen der CH II-Taste wird die
LED‘s CHI und CHII gemeinsam und das Readout zeigt Funktion des VOLTS/DIV.-Drehknopfs umgeschaltet und
“TR:ALT...”. Da die alternierende Triggerung auch alter- mit der darüber befindlichen VAR-LED angezeigt. Leuch-
nierenden DUAL-Betrieb voraussetzt, wird diese Be- tet die VAR-LED nicht, kann mit dem Drehknopf der
triebsart automatisch mit eingeschaltet. In dieser Be- kalibrierte Ablenkkoeffizient von Kanal II verändert wer-
triebsart erfolgt die Umschaltung der internen Trigger- den (1-2-5 Folge).
quellen synchron mit der Kanalumschaltung. Bei alter-
nierender Triggerung wird das Triggerpegel-Symbol Leuchtet die VAR-LED nicht und wird die CH II-Taste lang
nicht angezeigt. Mit einem kurzen Tastendruck kann die gedrückt, leuchtet die VAR-LED und zeigt damit an, daß
alternierende Triggerung abgeschaltet werden. der Drehknopf nun als Feinsteller wirkt. Die kalibrierte
Ablenkkoeffizienteneinstellung bleibt solange erhalten,
In Verbindung mit alternierender Triggerung werden fol- bis der Drehknopf einen Rastschritt nach links gedreht
gende Triggerkopplungsarten nicht ermöglicht: TVL (TV- wird. Daraus resultiert eine unkalibrierte Signalamplituden-
Zeile), TVF (TV-Bild) und ~ (Netztriggerung). darstellung (“Y2>...”) und die dargestellte Signalamplitude
wird kleiner. Wird der Drehknopf weiter nach links ge-
Wenn eine der folgenden Betriebsarten vorliegt, kann dreht, vergrößert sich der Ablenkkoeffizient. Ist die unte-
nicht auf alternierende Triggerung umgeschaltet werden, re Grenze des Feinstellbereichs erreicht, ertönt ein aku-
bzw. wird die alternierende Triggerung automatisch ab- stisches Signal.
geschaltet: ADD (Additions) -Betrieb, alternierender
Zeitbasis- und B-Zeitbasis-Betrieb. Wird der Drehknopf nach rechts gedreht, verringert sich
der Ablenkkoeffizient und die dargestellte Signalamplitude
wird größer, bis die obere Feinstellbereichsgrenze er-
reicht ist. Dann ertönt wieder ein akustisches Signal und
die Signaldarstellung erfolgt kalibriert (“Y2:...”); der Dreh-
knopf bleibt aber in der Feinsteller-Funktion.U n a b h ä n -
gig von der Einstellung im Feinstellerbetrieb kann die
Funktion des Drehknopfs jederzeit - durch nochmaliges
langes Drücken der VAR. -Taste - auf die Teilerschalter-
funktion (1-2-5 Folge, kalibriert) umgeschaltet werden.
Dann erlischt die VAR-LED und das “ > ” Symbol wird
durch “ : ” ersetzt.

Die Beschriftung der Frontplatte zeigt, daß die CH II-


Taste auch zusammen mit der DUAL-Taste (18) betätigt
werden kann. Siehe Punkt (18).

(22)TRIG. MODE - Drucktasten mit LED’s.


(20)VOLTS/DIV. - Für Kanal II steht im VOLTS/DIV.-Feld ein Wird eine der beiden TRIG. MODE-Tasten betätigt, wird
Drehknopf zur Verfügung, der eine Doppelfunktion hat. die Triggerkopplung (Signalankopplung an die

16 Änderungen vorbehalten
Bedienelemente und Readout

Triggereinrichtung) umgeschaltet. Die Triggerkopplung ge Absatz).


wird mit der LED-Anzeige und oben im Readout ange-
zeigt (z.B. TR:...,..., AC”). ALT- (A alternierend mit B) und B-Zeitbasisbetrieb:
In diesen Betriebsarten der Zeitbasis wirkt der DEL.POS-
Ausgehend von AC-Triggerkopplung bewirkt jeder Ta- Drehknopf als Verzögerungszeit-Einsteller (die zuvor im
stendruck auf die untere TRIG. MODE-Taste ein Weiter- A-Zeitbasisbetrieb gewählte Holdoff-Zeiteinstellung bleibt
schalten in der Folge: erhalten). Die Verzögerungszeit wird im ALT- (alternieren-
der A- und B-Zeitbasis) Betrieb auf dem Strahl der A-
AC - Wechselspannungsankopplung Zeitbasis durch den Anfang (links) eines Hellsektors
DC - Gleichspannungsankopplung (Spitzenwerter- sichtbar gemacht.
fassung bei automatischer Triggerung abgeschal- Die Zeitspanne zwischen dem Start der A-Zeitbasis und
tet) dem Hellsektoranfang ist die Verzögerungszeit. Sie wird
HF - Hochfrequenzankopplung mit Unterdrückung nie- im Readout mit “∆ ∆t:...” (Delay time = Verzögerungszeit)
derfrequenter Signalanteile (kein Triggerpegel- angezeigt, wenn sich die B-Zeitbasis im Freilaufbetrieb
Symbol) (ungetriggert) befindet. Die Verzögerungszeitanzeige
NR - Hochfrequenz-Rauschunterdrückung bezieht sich auf den Zeit-Ablenkkoeffizienten der A-Zeit-
LF - Niederfrequenzankopplung mit Unterdrückung basis und dient lediglich als Hilfe zum Auffinden des z.T.
hochfrequenter Signalanteile sehr schmalen Hellsektors.
TVL - TV-Triggerung durch Zeilen-Synchronimpulse (kein
Triggerpegel-Symbol) (24)TIME/DIV.
TVF - TV-Triggerung durch Bild-Synchronimpulse (kein Mit dem im TIME/DIV. Feld befindlichen Drehknopf wird
Triggerpegel-Symbol der Zeit-Ablenkkoeffizient eingestellt und oben links im
Readout angezeigt. Leuchtet die oberhalb des Dreh-
In einigen Betriebsarten, wie z.B. bei alternierender knopfes befindliche VAR-LED nicht, wirkt der Drehknopf
Triggerung, stehen nicht alle Triggerkopplungsarten zur als Zeitbasisschalter. Er bewirkt dann die Zeit-Ablenk-
Verfügung und sind daher nicht einschaltbar. koeffizientenumschaltung in 1-2-5 Folge; dabei ist die
Bei Netzfrequenz-Triggerung leuchtet die separat ange- Zeitbasis kalibriert. Linksdrehen vergrößert und Rechts-
ordnete LED: drehen verringert den Zeit-Ablenkkoeffizienten. Leuchtet
die VAR-LED, wirkt der Drehknopf als Feinsteller. Die
~ - Netzfrequenzankopplung (kein Triggerpegel-Sym- folgende Beschreibung bezieht sich auf die Funktion als
bol) und das Readout zeigt “TR:~”. Zeitbasisschalter.

Die TRIG. -Taste (19) ist dann wirkungslos und es leuch- A-Zeitbasis:
tet keine TRIG. -LED (19). Bei A-Zeitbasis-Betrieb verändert der Drehknopf nur die-
se Zeitbasis. Ohne X Dehnung x10 können Zeit-Ablenk-
koeffizienten zwischen 500ms/div. und 50ns/div. in 1-2-
5 Folge (kalibriert) gewählt werden.

ALT- (A alternierend mit B) und B-Zeitbasisbetrieb:


In diesen Zeitbasisbetriebsarten kann mit dem Drehknopf
nur der B-Zeit-Ablenkkoeffizient bestimmt werden. Der
Einstellbereich der B-Zeitbasis reicht von 20ms/div. bis
50ns/div., ist aber abhängig von der A-Zeitbasis.
Aufgabe des ALT- und B-Zeitbasisbetriebs ist es, einen Teil
(Ausschnitt) der A-Zeitbasis-Signaldarstellung gedehnt dar-
zustellen. Deshalb sollte der Zeit-Ablenkkoeffizient der B-
Zeitbasis immer kleiner sein als der Zeit-Ablenkkoeffizient
der A-Zeitbasis. Der B-Zeitablenkkoeffizient kann auf den
gleichen Wert wie der A-Zeitablenkkoeffizient eingestellt
werden, darf aber in keinem Fall größer sein. Das Oszilloskop
verhindert dieses automatisch.

(23)HO - LED (25)A/ALT


DEL.POS. - B - Mit dieser Drucktaste ist die Zeitbasisbetriebsart
Dieser Drehknopf hat zwei vom Zeitbasisbetrieb abhän- wählbar.
gige Funktionen.
Das Oszilloskop verfügt über 2 Zeitbasen (A und B). Mit
A-Zeitbasisbetrieb: der B-Zeitbasis läßt sich ein Ausschnitt der Signal-
Wird nur die A-Zeitbasis betrieben, wirkt der Drehknopf darstellung der A-Zeitbasis vergrößert darstellen. Das
als Holdoff-Zeiteinsteller. Bei minimaler Holdoff-Zeit ist Verhältnis Zeit-Ablenkkoeffizient A zu Zeitablenkkoeffizient
die HO-LED nicht eingeschaltet. Wird der Drehknopf im B bestimmt die Vergrößerung. Mit zunehmender Vergrö-
Uhrzeigersinn gedreht, leuchtet die HO-LED und die ßerung nimmt die Strahlhelligkeit der B-Darstellung ab.
Holdoff-Zeit vergrößert sich. Bei Erreichen der maxima-
len Holdoff-Zeit ertönt ein Signal. Wenn eine zum Triggern geeignete Signalflanke am
Anfang der B-Zeitbasis-Signaldarstellung vorliegt, kann
Sinngemäß verhält es sich, wenn in die entgegengesetz- die Darstellung auch getriggert vorgenommen werden.
te Richtung gedreht wird und die minimale Holdoff-Zeit
erreicht wurde (HO-LED erlischt). Die letzte Holdoff- A/ALT:
Zeiteinstellung bleibt gespeichert und wird automatisch Mit jedem kurzen Tastendruck wird zwischen A-Zeitbasis
auf den Minimalwert gesetzt, wenn eine andere A- und alternierendem (ALT) Zeitbasisbetrieb gewählt. Die
Zeitbasis Einstellung gewählt wird. (Über die Anwendung aktuelle Zeitbasis-Betriebsart wird durch das Readout
der “Holdoff-Zeiteinstellung” informiert der gleichnami- sichtbar gemacht.

Änderungen vorbehalten 17
Bedienelemente und Readout

A: A-Zeitbasis, wird die B-Zeitbasis nicht getriggert. Deshalb


Ist nur die A-Zeitbasis in Betrieb, zeigt das Readout oben erfolgt dann keine Darstellung der B-Zeitbasis. Im (nur) B-
links auch nur “A.....”. Der TIME/DIV.- Drehknopf beein- Zeitbasis-Betrieb verhält es sich nicht anders, nur das
flußt dann nur die A-Zeitbasis. sich dann das B-Symbol auf die Signaldarstellung der B-
Zeitbasis bezieht.
ALT:
Bei alternierendem (ALT) Zeitbasis-Betrieb zeigt das VAR:
Readout die Zeit-Ablenkkoeffizienten beider Zeitbasen Mit einem langen Tastendruck kann die Funktion des
(“A....” und rechts daneben “B....”) an. In diesem Falle TIME/DIV. Drehknopfes geändert werden. Die Ände-
beeinflußt der TIME/DIV.-Drehknopf nur die B-Zeitbasis. rung betrifft nur die gerade aktive Zeitbasis (im alternie-
Bei ALT-Zeitbasisbetrieb wird ein Teil der A-Zeitbasis renden Zeitbasisbetrieb die B-Zeitbasis).
aufgehellt dargestellt (siehe “INTENS”). Die horizontale
Position des aufgehellten Sektors ist mit dem DEL. POS.- Der TIME/DIV. Drehknopf (24) kann als Zeit-Ablenk-
Drehknopf kontinuierlich veränderbar, wenn die B-Zeit- koeffizienten-Schalter oder als Zeit-Feinsteller arbeiten.
basis im Freilauf-Betrieb arbeitet (siehe “HO- DEL. POS.”). Die aktuelle Funktion wird mit der VAR -LED angezeigt.
Der Zeit-Ablenkkoeffizient der B-Zeitbasis bestimmt die Leuchtet die VAR-LED, wirkt der Drehknopf als Fein-
Breite des aufgehellten Sektors. Nur der aufgehellte steller. Nach dem Umschalten auf diese Funktion bleibt
Sektor der A-Zeitbasis-Signaldarstellung wird mit der B- die Zeitbasis noch kalibriert. Wird der TIME/DIV.-Dreh-
Zeitbasis dargestellt. Die vertikale Strahlposition der mit knopf einen Rastschritt nach links gedreht, erfolgt die
B-Zeitbasis vorgenommenen Signaldarstellung kann in Zeitablenkung unkalibriert. Im Readout wird dann anstel-
dieser Zeitbasis-Betriebsart verändert werden (siehe le “A:...” nun “A>...”, bzw. statt “B:...” nun “B>...”
“TRS”). angezeigt. Mit weiterem Linksdrehen vergrößert sich der
Zeit-Ablenkkoeffizient (unkalibriert), bis das Maximum
B: akustisch signalisiert wird. Sinngemäß erfolgt die Verrin-
Ein langer Tastendruck schaltet auf B-Zeitbasisbetrieb, gerung des (unkalibrierten) Zeit-Ablenkkoeffizienten, wenn
falls zuvor A- oder alternierender Zeitbasisbetrieb (ALT) der Drehknopf nach rechts gedreht wird. Ist der elektri-
vorlag. Liegt (nur) B-Zeitbasisbetrieb vor, schaltet ein sche “Rechtsanschlag” erreicht, wird dieser Zustand
kurzer Tastendruck auf (nur) A-Zeitbasisbetrieb, bzw. ein auch durch ein akustisches Signal angezeigt. Dann ist der
langer Tastendruck auf alternierenden Zeitbasisbetrieb. Feinsteller in der kalibrierten Stellung und das vor dem
Zeit-Ablenkkoeffizienten angezeigte “>” Symbol wird
(26)DEL. TRIG. durch das “:” Symbol ersetzt. Bei Feinstellerbetrieb
VAR - Drucktaste mit Doppelfunktion. bleibt die aktuelle Einstellung erhalten, auch wenn die
Zeitbasisbetriebsart geändert wird.
DEL.TRIG:
Mit einem kurzen Tastendruck wird zwischen getriggerter Liegt Feinstellerbetrieb vor und wird die DEL.TRIG. -
oder freilaufender (ungetriggerter) B-Zeitbasis umgeschal- VAR.-Taste lang gedrückt, erlischt die VAR-LED. Dann
tet, wenn alternierender- (ALT) oder B-Zeitbasisbetrieb wirkt der TIME/DIV.- Drehknopf wieder als Zeitbasis-
vorliegt. schalter und die Zeitbasis befindet sich automatisch im
kalibrierten Zustand.
Die aktuelle Einstellung wird oben rechts im Readout
angezeigt. Im Freilaufbetrieb wird die Verzögerungszeit Im untersten Feld der großen Frontplatte befinden sich
(“Dt:...”) angezeigt. Mit kurzem Betätigen der DEL. BNC-Buchsen und vier Drucktasten, sowie eine 4 mm
TRIG.-Taste wird stattdessen “DTr: Triggerflanken- Buchse für Bananenstecker.
richtung, DC (Triggerkopplung)” angezeigt. Die für die
A-Zeitbasis gewählten Trigger-Parameter (LEVEL-Einstel-
lung, Flankenrichtung und Kopplung) werden gespeichert
und bleiben erhalten.

Der Trigger-LEVEL (13) und die Flankenrichtung (11)


können nun, unabhängig von den vorherigen Einstellun-
gen, für die B-Zeitbasis mit denselben Bedienelementen
eingestellt werden. Normal-Triggerung und DC-Trigger- (27)INPUT CH I
kopplung sind für die Triggereinrichtung der B-Zeitbasis BNC-Buchse dient als Signaleingang für Kanal I. Der
fest vorgegeben. Außenanschluß der Buchse ist galvanisch mit dem (Netz)
Schutzleiter verbunden. Bei XY-Betrieb ist der Eingang
Bei geeigneter Einstellung wird auf die nächste geeigne- auf den Y-Meßverstärker geschaltet. Dem Eingang sind
te Signalflanke, die nach Ablauf der im Freilauf eingestell- die im Folgenden aufgeführten Drucktasten zugeordnet:
ten Verzögerungszeit (Anfang des Hellsektors) auftritt,
getriggert. Bei mehreren Triggerflanken in der A-Zeit- (28)AC-
basis Darstellung erfolgt beim Drehen am DEL. POS.- DC - Drucktaste mit zwei Funktionen.
Knopf nun die Verschiebung des Hellsektors nicht mehr
kontinuierlich, sondern von Triggerflanke zu Triggerflanke AC - DC:
springend. Jeder kurze Tastendruck schaltet von AC- (Wechsel-
spannung) auf DC (Gleichspannung) Signalankopplung,
Liegt eine Betriebsart vor, in der das Triggerpegelsymbol bzw. von DC- auf AC-Signalankopplung. Die aktuelle
angezeigt wird, ändert es sich mit dem Umschalten auf Einstellung wird im Readout im Anschluß an den Ablenk-
Delay-Trigger. Das Triggerpegelsymbol wird um den Buch- koeffizienten mit dem “ ~ ” bzw. dem “ = ” Symbol
staben “B” ergänzt und kann mit dem LEVEL-Knopf in angezeigt.
seiner vertikalen Position verändert werden.
Tastteilerfaktor:
Befindet sich das B-Triggerpegelsymbol im alternieren- Mit einem langen Tastendruck kann der im Readout
den Zeitbasis-Betrieb außerhalb der Signaldarstellung der angezeigte Ablenkkoeffizient von Kanal 1 zwischen 1:1

18 Änderungen vorbehalten
Bedienelemente und Readout

und 10:1 umgeschaltet werden. Ein angeschlossener AC - DC:


10:1 Tastteiler wird bei der Ablenkkoeffizientenanzeige Jeder kurze Tastendruck schaltet von AC- (Wechsel-
und der cursorunterstützten Spannungsmessung berück- spannung) auf DC (Gleichspannung) Signalankopplung,
sichtigt, wenn vor dem Ablenkkoeffizienten ein Tast- bzw. von DC- auf AC-Signalankopplung. Die aktuelle
kopfsymbol angezeigt wird (z.B. “Tastkopfsymbol, Y1....”). Einstellung wird im Readout im Anschluß an den Ablenk-
koeffizienten mit dem “~” bzw. dem “=” Symbol ange-
Achtung! zeigt.
Wird ohne Tastteiler gemessen (1:1), muß das Tast-
kopfsymbol abgeschaltet sein. Tastteilerfaktor:
Mit einem langen Tastendruck kann der im Readout
angezeigte Ablenkkoeffizient von Kanal 2 zwischen 1:1
und 10:1 umgeschaltet werden. Ein angeschlossener
10:1 Tastteiler wird bei der Ablenkkoeffizientenanzeige
und der cursorunterstützten Spannungsmessung berück-
sichtigt, wenn vor dem Ablenkkoeffizienten ein
Tastkopfsymbol angezeigt wird (z.B. “Tastkopfsymbol,
Y2....”).

(29)GD - INV - Drucktaste mit zwei Funktionen. Achtung!


Wird ohne Tastteiler gemessen (1:1), muß das Tast-
GD: kopfsymbol abgeschaltet sein.
Mit jedem kurzen Tastendruck wird zwischen einge-
schaltetem und abgeschaltetem Eingang (INPUT CHI (33)GD - INV - Drucktaste mit zwei Funktionen.
(27)) umgeschaltet.
GD:
Bei abgeschaltetem Eingang (GD = ground) wird im Mit jedem kurzen Tastendruck wird zwischen einge-
Readout das Erde-Symbol anstelle des Ablenkkoeffizienten schaltetem und abgeschaltetem Eingang (INPUT CHII
und der Signalankopplung angezeigt. Dann ist das am (31)) umgeschaltet.
Signaleingang anliegende Signal abgeschaltet und es
wird (bei automatischer Triggerung) nur eine in Y-Rich- Bei abgeschaltetem Eingang (GD = ground) wird im
tung unabgelenkte Strahllinie dargestellt, die als Referenz- Readout das Erde-Symbol anstelle des Ablenkkoeffizienten
linie für Massepotential (0 Volt) benutzt werden kann. und der Signalankopplung angezeigt. Dann ist das am
Bezogen auf die zuvor bestimmte Y-Position der Strahl- Signaleingang anliegende Signal abgeschaltet und es
linie, kann die Höhe einer Gleichspannung bestimmt wird (bei automatischer Triggerung) nur eine in Y-Rich-
werden. Dazu muß der Eingang wieder eingeschaltet und tung unabgelenkte Strahllinie dargestellt, die als Referenz-
mit Gleichspannungskopplung (DC) gemessen werden. linie für Massepotential (0 Volt) benutzt werden kann.

Mit dem Readout kann auch ein Symbol für die “0 Volt”- Bezogen auf die zuvor bestimmte Y-Position der Strahl-
Referenzposition angezeigt werden. Siehe Y-POS. I (9). linie, kann der Wert einer Gleichspannung bestimmt
In Stellung “GD” sind die AC-DC -Taste (28) und der werden. Dazu muß der Eingang wieder eingeschaltet und
VOLTS/DIV.-Drehknopf (16) abgeschaltet. mit Gleichspannungskopplung (DC) gemessen werden.

INV Mit dem Readout kann auch ein Symbol für die “0 Volt”-
Mit jedem langen Betätigen dieser Taste wird zwischen Referenzposition angezeigt werden. Siehe Y-POS. II
nichtinvertierter und invertierter Darstellung des Kanal I (10).
Signales umgeschaltet. Bei Invertierung wird im Readout
ein Strich über die Kanalangabe (Y1) gesetzt. Dann erfolgt In Stellung “GD” sind die AC-DC -Taste (32) und der
eine um 180° gedrehte Signaldarstellung von Kanal I. VOLTS/DIV.-Drehknopf (20) abgeschaltet.
Wird die Taste erneut lang betätigt, erfolgt wieder die
nichtinvertierte Signaldarstellung. INV
Mit jedem langen Betätigen dieser Taste wird zwischen
(30)Massebuchse nichtinvertierter und invertierter Darstellung des Kanal II
für Bananenstecker mit einem Durchmesser von 4 mm. Signales umgeschaltet. Bei Invertierung wird im Readout
Die Buchse ist galvanisch mit dem (Netz) Schutzleiter ein Strich über die Kanalangabe (Y2) gesetzt. Dann erfolgt
verbunden. eine um 180° gedrehte Signaldarstellung von Kanal II
(nicht im XY-Betrieb). Wird die Taste erneut lang betätigt,
Die Buchse dient als Bezugspotentialanschluß bei CT erfolgt wieder die nichtinvertierte Signaldarstellung.
(Komponententester-Betrieb), kann aber auch bei der
Messung von Gleichspannungen bzw. niederfrequenten (34)TRIG. EXT. - BNC-Buchse
Wechselspannungen als Meßbezugspotentialanschluß dient als Signaleingang für externe Triggersignale. Die
benutzt werden. Triggerquelle wird mit der TRIG.- Taste (19) bestimmt.
Der Außenanschluß der Buchse ist galvanisch mit dem
(31)INPUT CH II - BNC-Buchse (Netz) Schutzleiter verbunden.
dient als Signaleingang für Kanal II. Der Außenanschluß
der Buchse ist galvanisch mit dem (Netz) Schutzleiter Unter der Strahlröhre befinden sich die Cursor-, Kali-
verbunden. Bei XY-Betrieb ist der Eingang auf den X- brator- und Komponententest-Bedienelemente, sowie
Meßverstärker geschaltet. Dem Eingang sind die im 2 Buchsen.
Folgenden aufgeführten Drucktasten zugeordnet:

(32)AC-
DC - Drucktaste mit zwei Funktionen.

Änderungen vorbehalten 19
Bedienelemente und Readout

Achtung:
Bei DUAL-Betrieb müssen sich die CURSOR-Linien auf
das Signal ( von Kanal I oder II) entsprechend der
gewählten Einstellung (Readout: ∆V1... oder ∆V2...)
beziehen.

(35) MENU ∆ t:
1/∆
Mit einem langen Tastendruck kann ein Menü (MAIN Mit einem kurzen Tastendruck kann zwischen Zeit (∆ ∆t)-
MENU) aufgerufen werden, das die Untermenüs und Frequenzmessung (1/∆ ∆t = Readoutanzeige “f...”)
SETUP und CALIBRATE enthält. gewählt werden, wenn zuvor mit langem Drücken der
Taste I/II- ∆V/∆ ∆t - (TRK) (37) von Spannungs- auf Zeit/
Wenn ein Menü angezeigt wird, sind folgende Tasten Frequenz-Messung umgeschaltet wurde. Dann wird im
von Bedeutung: Readout “∆ ∆t...” oder “f...” angezeigt.

1. Die SAVE- und die RECALL-Taste (7). Achtung:


Mit kurzem Tastendruck läßt sich das nächste Menü Bei XY-Betrieb ist diese Funktion abgeschaltet und
(Untermenü) bzw. der darin enthaltene Menüpunkt weder eine Zeit- noch eine Frequenz-Messung mög-
bestimmen. Das aktuelle Menü bzw. der Menüpunkt lich.
wird mit größerer Strahlhelligkeit angezeigt.
(37) TRK
2. SAVE-Taste (7) mit SET-Funktion.
Wird die SAVE-Taste lang gedrückt (SET-Funktion) wird Die folgende Beschreibung setzt voraus, daß kein CT
das gewählte Menü bzw. der Menüpunkt aufgerufen. (KOMPONENTEN TEST) -Betrieb vorliegt und das READ-
Ist der Menüpunkt mit ON / OFF gekennzeichnet, OUT eingeschaltet ist. Außerdem müssen die CUR-
erfolgt die Umschaltung auf die zuvor nicht aktive SOR-Linien angezeigt werden.
Funktion.
Um Messungen mit Hilfe der Cursoren vornehmen zu
Achtung! können, muß die Position beider Cursorlinien separat und
Einige Menüpunkte stehen nur dem HAMEG Service zur gemeinsam einstellbar sein. Die Positionseinstellung der
Verfügung und es wird „PRESS SECURITY KEY!“ aktiv geschalteten CURSOR-Linie(n) erfolgt mit der “CUR-
angezeigt. Dann muß mit der AUTOSET-Taste (3) SOR”-Wipptaste (39).
zurückgeschaltet werden.
Mit gleichzeitigem kurzen Drücken beider Tasten ON/
3. Die AUTOSET-Taste (3). OFF - CHI/II - 1/∆ ∆t (36) und ∆V/∆ ∆t - I/II (38) kann
Jeder Tastendruck schaltet in der Rangordnung der bestimmt werden, ob nur eine CURSOR-Linie oder beide
Menüstruktur einen Schritt zurück, bis MAIN MENU -Linien (TRK = track) aktiv geschaltet sind.
angezeigt wird. Mit dem nächsten Tastendruck wird das
Menü abgeschaltet und die AUTOSET-Taste übernimmt Werden beide CURSOR als nicht unterbrochene Linien
ihre normale Funktion. angezeigt, erfolgt die CURSOR-Steuerung mit einge-
schalteter TRK -Funktion. Mit der CURSOR-Wipptaste
(39) lassen sich dann beide Linien gleichzeitig beeinflus-
(36)ON/OFF sen.
CHI/II
∆t - Diese Drucktaste hat mehrere Funktionen.
1/∆ (38) I/II -
∆V/∆ ∆t - Diese Drucktaste hat mehrere Funktionen.
Die folgende Beschreibung setzt voraus, daß CT (KOMPO-
NENTEN TEST) -Betrieb nicht vorliegt und das READOUT Die folgende Beschreibung setzt voraus, daß CT (KOM-
eingeschaltet ist. PONENTEN TEST) -Betrieb nicht vorliegt und das READ-
OUT eingeschaltet ist.
ON/OFF:
Wird die Drucktaste lang gedrückt, werden die Meß- I/II:
Cursoren aus- oder eingeschaltet. Mit jedem kurzen Tastendruck wird von CURSOR I auf
II umgeschaltet. Der “aktive” CURSOR wird als eine
CHI/II: nicht unterbrochene “Linie” angezeigt. Diese wird aus
Mit einem kurzen Tastendruck kann bestimmt werden, vielen einzelnen Punkten gebildet. Der nicht-aktive Cur-
welcher Ablenkkoeffizient (Kanal I oder II) bei einer sor zeigt Lücken in der Punktierung.
Spannungsmessung mit Hilfe der CURSOR-Linien zu
berücksichtigen ist, wenn folgende Voraussetzungen Die Positionseinstellung der aktiv geschalteten CUR-
erfüllt sind: SOR-Linie wird mit der “CURSOR”-Wipptaste (39) vor-
genommen.
1. Es muß CURSOR-Spannungsmessung (∆ ∆V) vorliegen;
das Readout zeigt dann “∆∆V1...”, “∆
∆V2...”, “∆
∆VY...” Werden beide CURSOR-Linien als aktiv angezeigt, liegt
oder “∆∆VX...”. Falls “∆t” oder “f” angezeigt wird, TRK (37) Bedienung vor und die I/II -Umschaltung ist
genügt ein langer Tastendruck auf die Taste I/II- ∆V/ wirkungslos. Siehe Punkt (37).
∆t (38) um auf Spannungsmessung zu schalten.
∆ V/∆
∆ t:
2. Das Oszilloskop muß auf DUAL- oder XY-Betrieb Mit einem langen Tastendruck kann zwischen ∆V (Span-
geschaltet sein. Nur dann besteht die Notwendigkeit, nungs-Messung) und ∆t (Zeit-/Frequenzmessung) umge-
die möglicherweise unterschiedlichen Ablenk- schaltet werden, sofern nicht XY-Betrieb vorliegt. Weil
koeffizienten (VOLTS/DIV.) der Kanäle zu berücksich- bei XY-Betrieb die Zeitbasis abgeschaltet ist, sind Zeit-
tigen. bzw. Frequenzmessungen nicht möglich.

20 Änderungen vorbehalten
Menü

∆ V: mit der Taste “ON/OFF - CHI/II - 1/∆ ∆t” (36) vorgenom-


Bei Spannungsmessungen muß das Teilungsverhältnis men werden. Im Readout unten rechts wird dann entwe-
des/der Tastteiler(s) berücksichtigt werden. Zeigt das der “∆∆t...”, oder “ f...” angezeigt. Bei unkalibrierter
Readout kein Tastkopfsymbol an (1:1) und wird mit einem Zeitbasis wird “ ∆∆t >...” bzw. “ f <...” angezeigt. Die
100:1 Teiler gemessen, muß der im Readout abgelesene Messung und das daraus resultierende Meßergebnis
Spannungswert mit 100 multipliziert werden. Im Falle bezieht sich auf die Signaldarstellung der dabei wirksa-
von 10:1 Tastteilern kann das Teilungsverhältnis automa- men Zeitbasis (A oder B). Bei alternierendem Zeitbasis-
tisch berücksichtigt werden (siehe Punkt (28) und (32)). betrieb, in dem die Signaldarstellung mit beiden Zeit-
basen erfolgt, bezieht sich die Messung auf die Signal-
1. Zeitbasisbetrieb (CHI bzw. CHII Einkanalbetrieb, darstellung, die mit der B-Zeitbasis erfolgt.
DUAL und ADD.

Bei ∆V (Spannungs)-Messung verlaufen die CUR-


SOR-Linien horizontal. Die Spannungsanzeige im
READOUT bezieht sich auf den Y-Ablenkkoeffizienten
des Kanals und den Abstand zwischen den CURSOR-
Linien.

Einkanalbetrieb (CHI oder CHII): (39) CURSOR


Wird nur Kanal I oder II betrieben, können die CURSOR Wipptaste steuert die vertikale bzw. horizontale Position
nur einem Signal zugeordnet werden. Die Anzeige des des aktiven Cursors. Die Bewegungsrichtung entspricht
Meßergebnisses ist dabei automatisch mit dem Y-Ab- dem jeweiligen Symbol.
lenkkoeffizienten dieses Kanals verknüpft und wird im
READOUT angezeigt. Die Positionsänderung des Cursors kann schnell oder
langsam erfolgen; je nachdem ob die Wipptaste nur ein
Y-Ablenkkoeffizient kalibriert: “∆ ∆V2:...”.
∆V1:...” oder “∆ wenig oder ganz nach links bzw. rechts gedrückt wird.
Y-Ablenkkoeffizient unkalibriert: “∆ ∆ V1>...” oder
∆ V2>...”.
“∆ (40)CAL.
Drucktaste mit zugeordneter konzentrischer Buchse.
Zweikanalbetrieb (DUAL): Entsprechend den Symbolen auf der Frontplatte, kann
Nur im DUAL-Betrieb besteht die Notwendigkeit, zwi- bei ausgerasteter Taste ein Rechtecksignal von ca. 1kHz
schen den möglicherweise unterschiedlichen Ablenk- mit einer Amplitude von 0,2Vss entnommen werden. Mit
koeffizienten von Kanal I und II, zu wählen. Siehe CHI/II eingerasteter Taste ändert sich die Frequenz auf ca.
unter Punkt (33). Außerdem muß darauf geachtet wer- 1MHz. Beide Signale dienen der Frequenzkompensation
den, daß die CURSOR-Linien auf das an diesem Kanal von 10:1 Tastteilern.
anliegende Signal gelegt werden.
(41)CT
Das Meßergebnis wird unten rechts im Readout mit Drucktaste und 4 mm Bananenstecker-Buchse.
∆V1:...” oder “∆
“∆ ∆V2:...” sichtbar gemacht, wenn die Y- Mit dem Betätigen der CT (Komponententester)- Taste
Ablenkkoeffizienten kalibriert sind. kann zwischen Oszilloskop- und Komponententester-
Betrieb gewählt werden. Siehe Komponenten-Test.
Wird mit unkalibrierten Ablenkkoeffizienten (Readout z.B. Bei Komponententester-Betrieb zeigt das Readout nur
“Y1>...”) gemessen, kann kein exaktes Meßergebnis noch “CT” an. Alle Bedienelemente und LED-Anzeigen
angezeigt werden. Das Readout zeigt dann: “∆ ∆V1>...” außer “INTENS” (4), “READ OUT”-Taste (4), LED “A”
∆V2>...”.
oder “∆ bzw. “RO” (4), “TR” (5) und “FOCUS” (6) sind abge-
schaltet.
Additionsbetrieb (ADD):
In dieser Betriebsart wird die Summe oder Differenz von Die Prüfung von elektronischen Bauelementen erfolgt
zwei an den Eingängen angelegten Signalen als ein Signal zweipolig. Dabei wird ein Anschluß des Bauelements mit
dargestellt. der 4mm Buchse, welche sich neben der CT-Taste befin-
det, verbunden. Der zweite Anschluß erfolgt über die
Die Y-Ablenkkoeffizienten beider Kanäle müssen dabei Massebuchse (30).
gleich sein. Im READOUT wird dann “∆ ∆V...” angezeigt.
Bei unterschiedlichen Y-Ablenkkoeffizienten zeigt das Die letzten Betriebsbedingungen des Oszilloskopbetriebs
READOUT “Y1 < > Y2” an. liegen wieder vor, wenn der Komponententester abge-
schaltet wird.
2. XY-Betrieb:
Gegenüber dem DUAL-Betrieb gibt es bezüglich der
Spannungsmessung mit CURSOR-Linien einige Abwei- Menü
chungen. Wird das an Kanal I (CHI) anliegende Signal
gemessen, werden die CURSOR als horizontal verlaufen- Das Oszilloskop verfügt auch über mehrere
de Linien angezeigt. Die Spannung wird dabei im Softwaremenüs. Im Abschnitt „Bedienelemente und
READOUT mit “∆ ∆VY...” angezeigt. Readout“ ist die Bedienung unter MENU (35) beschrieben.
Bezieht sich die Messung auf Kanal II, werden die CUR-
SOR als senkrechte Linien dargestellt und das READOUT Folgende Menüs, Untermenüs und Menüpunkte stehen zur
∆VX...” an.
zeigt “∆ Verfügung:

∆ t: 1. MAIN MENU.
Liegt weder XY- noch CT (KOMPONENTEN TEST)-Be-
trieb vor, kann mit einem langen Tastendruck auf Zeit- 1.1 CALIBRATE
bzw. Frequenzmessung umgeschaltet werden. Die Um- Informationen über das „CALIBRATION“-Menü können dem
schaltung zwischen Zeit- und Frequenz-Messung kann Abschnitt „Abgleich“ entnommen werden.

Änderungen vorbehalten 21
Inbetriebnahme und Voreinstellungen

1.2 SETUP ßen die Fokussierung beeinflussen können. Zur Schonung


Das „SETUP“-Menu ermöglicht dem Anwender, der Strahlröhre sollte immer nur mit jener Strahlintensität
Änderungen vorzunehmen, die das Verhalten des gearbeitet werden, die Meßaufgabe und Umgebungsbe-
Oszilloskops betreffen. leuchtung gerade erfordern. Besondere Vorsicht ist bei ste-
hendem, punktförmigen Strahl geboten. Zu hell eingestellt,
Das SETUP-Menü bietet die Untermenüs Miscellaneous kann dieser die Leuchtschicht der Röhre beschädigen. Ferner
und Factory an: schadet es der Kathode der Strahlröhre, wenn das Oszilloskop
oft kurz hintereinander aus- und eingeschaltet wird.
1.2.1 Miscellaneous (Verschiedenes) mit den
Menüpunkten: Strahldrehung TR
1.2.1.1 CONTROL BEEP ON/OFF. In der OFF-Stellung Trotz Mumetall-Abschirmung der Bildröhre lassen sich erd-
werden die Signaltöne abgeschaltet, welche sonst beim magnetische Einwirkungen auf die horizontale Strahllage
Betätigen von Bedienelementen ertönen. nicht ganz vermeiden. Das ist abhängig von der Aufstell-
richtung des Oszilloskops am Arbeitsplatz. Dann verläuft die
1.2.1.2 ERROR BEEP ON/OFF. Signaltöne, mit denen sonst horizontale Strahllinie in Schirmmitte nicht exakt parallel zu
Fehlbedienungen signalisiert werden, sind in der OFF den Rasterlinien. Die Korrektur weniger Winkelgrade ist an
Stellung abgeschaltet. einem Potentiometer hinter der mit TR (5) bezeichneten
Öffnung mit einem kleinen Schraubendreher möglich.
Nach dem Einschalten des Oszilloskops werden CONTROL
BEEP und ERROR BEEP immer auf ON gesetzt. Tastkopf-Abgleich und Anwendung
1.2.1.3 QUICK START ON/OFF. In Stellung ON ist das Damit der verwendete Tastteiler die Form des Signals unver-
Oszilloskop nach kurzer Zeit sofort einsatzbereit, ohne das fälscht wiedergibt, muß er genau an die Eingangsimpedanz
nach dem Einschalten erst das HAMEG-Logo angezeigt des Vertikalverstärkers angepaßt werden. Ein im Oszilloskop
wird. eingebauter Generator liefert hierzu ein Rechtecksignal mit
sehr kurzer Anstiegszeit (<4ns am 0,2Vss Ausgang) und
1.2.1.4 TRIG.-SYMBOL ON/OFF. In den meisten Yt- Frequenzen von ca. 1kHz oder 1MHz. Das Rechtecksignal
(Zeitbasis) Betriebsarten wird mit dem Readout ein kann der konzentrischen Buchse unterhalb des Bildschirms
Triggerpunktsymbol angezeigt. Das Symbol wird in Stellung entnommen werden. Sie liefert 0.2Vss ±1% für Tastteiler
OFF nicht angezeigt. Feinheiten der Signaldarstellung, die 10:1. Die Spannung entspricht einer Bildschirmamplitude von
sonst durch das Triggerpunktsymbol verdeckt werden, 4cm Höhe, wenn der Eingangsteiler auf den Ablenk-
lassen sich dann besser erkennen. koeffizienten 5mV/cm eingestellt ist.

1.2.1.5 DC REFERENCE ON/OFF. Ist ON eingeschaltet und Der Innendurchmesser der Buchse beträgt 4,9mm und ent-
liegt Yt- (Zeitbasis) Betrieb vor, wird im Readout ein „ ⊥ “- spricht dem (an Bezugspotential liegenden) Außendurch-
Symbol sichtbar. Das Symbol zeigt die 0 Volt messer des Abschirmrohres von modernen Tastköpfen der
Referenzposition und erleichtert die Bestimmung von Serie F (international vereinheitlicht). Nur hierdurch ist eine
Gleichspannungen bzw. Gleichspannungsanteilen. extrem kurze Masseverbindung möglich, die für hohe Signal-
frequenzen und eine unverfälschte Kurvenform-Wiedergabe
1.2.2 FACTORY (Fabrik). von nicht-sinusförmigen Signalen Voraussetzung ist.

Achtung! Abgleich 1kHz


Die in diesem Menü enthaltenen Funktionen stehen
nur Werkstätten zur Verfügung, die von HAMEG Dieser C-Trimmerabgleich (NF-Kompensation) kompensiert
autorisiert wurden. die kapazitive Belastung des Oszilloskop-Eingangs. Durch
den Abgleich bekommt die kapazitive Teilung dasselbe Teiler-
verhältnis wie die ohmsche Spannungsteilung.
Inbetriebnahme und Voreinstellungen
Dann ergibt sich bei hohen und niedrigen Frequenzen diesel-
Vor der ersten Inbetriebnahme muß die Verbindung zwischen be Spannungsteilung wie für Gleichspannung. Für Tastköpfe
Schutzleiteranschluß und dem Netz-Schutzleiter vor jeglichen 1:1 oder auf 1:1 umgeschaltete Tastköpfe ist dieser Abgleich
anderen Verbindungen hergestellt sein (Netzstecker also weder nötig noch möglich. Voraussetzung für den Abgleich ist
vorher anschließen). die Parallelität der Strahllinie mit den horizontalen Rasterlinien
(siehe ,,Strahldrehung TR”).
Danach sollten die Meßkabel an die Eingänge angeschlossen
werden und erst dann mit dem zunächst stromlosen Tastteiler 10:1 an den CH.I-Eingang anschließen, dabei Oszil-
Meßobjekt verbunden werden, das anschließend einzuschal- loskop auf Kanal I betreiben, Eingangskopplung auf DC stel-
ten ist. len, Eingangsteiler auf 5mV/cm und TIME/DIV. auf 0.2ms/cm
Es wird empfohlen, dann die AUTO SET - Taste zu drücken. schalten (beide kalibriert), Tastkopf (Teiler 10:1) in die CAL.-
Mit der roten Netztaste POWER wird das Gerät in Betrieb Buchse einstecken.
gesetzt, dabei leuchten zunächst mehrere Anzeigen auf.
Dann übernimmt das Oszilloskop die Einstellungen, welche
beim vorhergehenden Ausschalten vorlagen. Wird nach ca.
20 Sekunden Anheizzeit kein Strahl bzw. das Readout sicht-
bar, sollte die AUTO SET -Taste betätigt werden.

Ist die Zeitlinie sichtbar, wird am INTENS - Knopf eine mittlere


Helligkeit und am FOCUS-Knopf die maximale Schärfe einge-
stellt. Dabei sollte die Eingangskopplung auf GD (ground = Auf dem Bildschirm sind 2 Wellenzüge zu sehen. Nun ist der
Masse) geschaltet sein. Der Eingang ist dann abgeschaltet. NF-Kompensationstrimmer abzugleichen, dessen Lage der
Damit ist sichergestellt, daß keine Störspannungen von au- Tastkopfinformation zu entnehmen ist. Mit dem beigegebe-

22 Änderungen vorbehalten
Inbetriebnahme und Voreinstellungen Betriebsarten der Vertikalverstärker

nen Isolierschraubendreher ist der Trimmer so abzugleichen, 1MHz nicht zur Zeit-Eichung verwendet werden können.
bis die oberen Dächer des Rechtecksignals exakt parallel zu Ferner weicht das Tastverhältnis vom Wert 1:1 ab.
den horizontalen Rasterlinien stehen (siehe Bild 1kHz). Dann
sollte die Signalhöhe 4cm ±1,2mm (= 3%) sein. Die Signal- Voraussetzung für einen einfachen und exakten Tastteiler-
flanken sind in dieser Einstellung unsichtbar. abgleich (oder eine Ablenkkoeffizientenkontrolle) sind hori-
zontale Impulsdächer, kalibrierte Impulshöhe und Nullpotential
Abgleich 1MHz am negativen Impulsdach. Frequenz und Tastverhältnis sind
dabei nicht kritisch.
Ein HF-Abgleich ist bei den Tastköpfen HZ51, 52 und 54
möglich. Betriebsarten der Vertikalverstärker
Diese besitzen Entzerrungsglieder, mit denen es möglich ist, Die für die Betriebsarten der Vertikalverstärker wichtigsten
den Tastkopf auf einfachste Weise im Bereich der oberen Bedienelemente sind die Drucktasten: CHI(17), DUAL (18)
Grenzfrequenz des Vertikalverstärkers optimal abzugleichen. und CHII(21).

Nach diesem Abgleich erhält man nicht nur die maximal Die Betriebsartenumschaltung ist im Abschnitt “Bedien-
mögliche Bandbreite im Tastteilerbetrieb, sondern auch eine elemente und Readout” beschrieben.
weitgehend konstante Gruppenlaufzeit am Bereichsende.
Dadurch werden Einschwingverzerrungen (wie Über- Die gebräuchlichste Art der mit Oszilloskopen vorgenomme-
schwingen, Abrundung, Nachschwingen, Löcher oder Hök- nen Signaldarstellung ist der Yt-Betrieb. In dieser Betriebsart
ker im Dach) in der Nähe der Anstiegsflanke auf ein Minimum lenkt die Amplitude des zu messenden Signals (bzw. der
begrenzt. Signale) den Strahl in Y-Richtung ab. Gleichzeitig wird der
Strahl von links nach rechts abgelenkt (Zeitbasis).
Die Bandbreite des Oszilloskops wird also bei Benutzung der
Tastköpfe HZ51, 52 und 54 ohne Inkaufnahme von Kurven- Der bzw. die Vertikalverstärker bietet/bieten dabei folgende
formverzerrungen voll genutzt. Voraussetzung für diesen HF- Möglichkeiten:
Abgleich ist ein Rechteckgenerator mit kleiner Anstiegszeit
(typisch 4ns) und niederohmigem Ausgang (ca. 50Ω), der bei • Die Darstellung nur eines Signales im Kanal I-Betrieb.
einer Frequenz von 1MHz eine Spannung von 0,2Vss abgibt. • Die Darstellung nur eines Signales im Kanal II-Betrieb.
Der Kalibratorausgang des Oszilloskops erfüllt diese Bedin- • Die Darstellung von zwei Signalen im DUAL (Zweikanal) -Betrieb.
gungen, wenn die CAL.-Taste eingerastet ist (1MHz).
Bei DUAL-Betrieb arbeiten beide Kanäle. Die Art, wie die
Tastköpfe des Typs HZ51, 52 oder 54 an den CH.I-Eingang Signale beider Kanäle dargestellt werden, hängt von der
anschließen, nur Kalibrator-Taste 1MHz drücken, Eingangs- Zeitbasis ab (siehe “Bedienelemente und Readout”). Die
kopplung auf DC, Eingangsteiler auf 5mV/cm und TIME/DIV. Kanalumschaltung kann nach jedem Zeit-Ablenkvorgang (al-
auf 0.1µs/cm stellen (beide kalibriert). Tastkopf in Buchse ternierend) erfolgen. Beide Kanäle können aber auch inner-
0.2Vpp einstecken. Auf dem Bildschirm ist ein Wellenzug zu halb einer Zeit-Ablenkperiode mit einer hohen Frequenz stän-
sehen, dessen Rechteckflanken jetzt auch sichtbar sind. Nun dig umgeschaltet (chop mode) werden. Dann sind auch
wird der HF-Abgleich durchgeführt. Dabei sollte man die langsam verlaufende Vorgänge flimmerfrei darstellbar.
Anstiegsflanke und die obere linke Impuls-Dachecke beach-
ten. Für das Oszilloskopieren langsam verlaufender Vorgänge mit
Zeitkoeffizienten ≥500µs/cm ist die alternierende Betriebsart
Auch die Lage der Abgleichelemente für die HF-Kompensati- meistens nicht geeignet. Das Schirmbild flimmert dann zu
on ist der Tastkopfinformation zu entnehmen. stark, oder es scheint zu springen. Für Oszillogramme mit
höherer Folgefrequenz und entsprechend kleiner eingestell-
Die Kriterien für den HF-Abgleich sind: ten Zeitkoeffizienten ist die gechoppte Art der Kanalum-
schaltung meist nicht sinnvoll.
• Kurze Anstiegszeit, also eine steile Anstiegsflanke.
• Minimales Überschwingen mit möglichst geradlinigem Liegt ADD-Betrieb vor, werden die Signale beider Kanäle
Dach, somit ein linearer Frequenzgang. algebraisch addiert (±I ±II). Ob sich hierbei die Summe oder
die Differenz der Signalspannungen ergibt, hängt von der
Die HF-Kompensation sollte so vorgenommen werden, daß Phasenlage bzw. Polung der Signale selbst und davon ab, ob
der Übergang von der Anstiegsflanke auf das Rechteckdach eine Invertierung im Oszilloskop vorgenommen wurde.
weder zu stark verrundet, noch mit Überschwingen erfolgt.
Tastköpfe mit einem HF-Abgleichpunkt sind, im Gegensatz zu Gleichphasige Eingangsspannungen:
Tastköpfen mit mehreren Abgleichpunkten, naturgemäß ein-
facher abzugleichen. Dafür bieten mehrere HF-Abgleichpunkte Beide Kanäle nicht invertiert = Summe.
den Vorteil, daß sie eine optimalere Anpassung zulassen. Beide Kanäle invertiert (INV) = Summe.
Nach beendetem HF-Abgleich ist auch bei 1MHz die Signal- Nur ein Kanal invertiert (INV) = Differenz.
höhe am Bildschirm zu kontrollieren. Sie soll denselben Wert Gegenphasige Eingangsspannungen:
haben, wie oben beim 1kHz-Abgleich angegeben.
Beide Kanäle nicht invertiert = Differenz.
Beide Kanäle invertiert (INV) = Differenz.
Nur ein Kanal invertiert (INV) = Summe.

In der ADD-Betriebsart ist die vertikale Strahllage von der Y-


POS.-Einstellung beider Kanäle abhängig. Das heißt die Y.POS.-
Einstellung wird addiert, kann aber nicht mit INVERT beein-
flußt werden.
Es wird darauf hingewiesen, daß die Reihenfolge erst 1kHz,
dann 1MHz-Abgleich einzuhalten ist, aber nicht wiederholt Signalspannungen zwischen zwei hochliegenden Schaltungs-
werden muß, und daß die Kalibrator-Frequenzen 1kHz und punkten werden oft im Differenzbetrieb beider Kanäle ge-

Änderungen vorbehalten 23
Betriebsarten der Vertikalverstärker

messen. Als Spannungsabfall an einem bekannten Wider-


stand lassen sich so auch Ströme zwischen zwei hochliegen-
den Schaltungsteilen bestimmen. Allgemein gilt, daß bei der
Darstellung von Differenzsignalen die Entnahme der beiden
Signalspannungen nur mit Tastteilern absolut gleicher Impe-
danz und Teilung erfolgen darf. Für manche Differenz-
messungen ist es vorteilhaft, die galvanisch mit dem Schutz-
leiter verbundenen Massekabel beider Tastteiler nicht mit
dem Meßobjekt zu verbinden. Hierdurch können eventuelle Hierbei muß beachtet werden:
Brumm- oder Gleichtaktstörungen verringert werden.
• Wegen der Periodizität der Winkelfunktionen sollte die
XY-Betrieb rechnerische Auswertung auf Winkel ≤90° begrenzt wer-
den. Gerade hier liegen die Vorteile der Methode.
Das für diese Betriebsart wichtigste Bedienelement ist die • Keine zu hohe Meßfrequenz benutzen. Die im XY-Betrieb
mit DUAL und XY bezeichnete Drucktaste (18). Die benutzten Meßverstärker weisen mit zunehmender Fre-
Betriebsartenumschaltung ist im Abschnitt “Bedienelemente quenz eine gegenseitige Phasenverschiebung auf. Ober-
und Readout” beschrieben. halb der im Datenblatt angegebenen Frequenz wird der
Phasenwinkel von 3° überschritten.
In dieser Betriebsart ist die Zeitbasis abgeschaltet. Die X- • Aus dem Schirmbild ist nicht ohne weiteres ersichtlich, ob
Ablenkung wird mit dem über den Eingang von Kanal II (HOR. die Testspannung gegenüber der Bezugsspannung vor-
INP. (X) = Horizontal-Eingang) zugeführten Signal vorgenom- oder nacheilt. Hier kann ein CR-Glied vor dem Test-
men. Eingangsteiler und Feinregler von Kanal II werden im spannungseingang des Oszilloskops helfen. Als R kann
XY-Betrieb für die Amplitudeneinstellung in X-Richtung be- gleich der 1MΩ-Eingangswiderstand dienen, so daß nur
nutzt. Zur horizontalen Positionseinstellung ist aber der X- ein passender Kondensator C vorzuschalten ist. Vergrö-
POS.-Regler zu benutzen. Der Positionsregler von Kanal II ist ßert sich die Öffnungsweite der Ellipse (gegenüber kurzge-
im XY-Betrieb praktisch unwirksam. schlossenem C), dann eilt die Testspannung vor und
umgekehrt. Das gilt aber nur im Bereich bis 90° Phasenver-
Die maximale Empfindlichkeit und die Eingangsimpedanz schiebung. Deshalb sollte C genügend groß sein und nur
sind nun in beiden Ablenkrichtungen gleich. Die X-Dehnung eine relativ kleine, gerade gut beobachtbare Phasenver-
x10 ist unwirksam. Bei Messungen im XY-Betrieb ist sowohl schiebung bewirken.
die obere Grenzfrequenz (-3dB) des X-Verstärkers, als auch
die mit höheren Frequenzen zunehmende Phasendifferenz Falls im XY-Betrieb beide Eingangsspannungen fehlen oder
zwischen X und Y zu beachten (siehe Datenblatt). ausfallen, wird ein sehr heller Leuchtpunkt auf dem Bild-
schirm abgebildet. Bei zu hoher Helligkeitseinstellung (INTENS
Eine Umpolung des X-Signals durch Invertieren mit -Knopf) kann dieser Punkt in die Leuchtschicht einbrennen,
der INV-Taste von Kanal II ist nicht möglich! was entweder einen bleibenden Helligkeitsverlust, oder im
Extremfall, eine vollständige Zerstörung der Leuchtschicht an
Der XY-Betrieb mit Lissajous-Figuren erleichtert oder ermög- diesem Punkt verursacht.
licht gewisse Meßaufgaben:
Phasendifferenz-Messung
• Vergleich zweier Signale unterschiedlicher Frequenz oder im Zweikanal-Betrieb (Yt)
Nachziehen der einen Frequenz auf die Frequenz des
anderen Signals bis zur Synchronisation. Das gilt auch noch Achtung:
für ganzzahlige Vielfache oder Teile der einen Signal- Phasendifferenzmessungen sind im Zweikanal Yt-Be-
frequenz. trieb nicht möglich, wenn alternierende Triggerung
• Phasenvergleich zwischen zwei Signalen gleicher Fre- vorliegt.
quenz.
Eine größere Phasendifferenz zwischen zwei Eingangssignalen
Phasenvergleich mit Lissajous-Figur gleicher Frequenz und Form läßt sich sehr einfach im Yt-
Zweikanalbetrieb (DUAL) am Bildschirm messen. Die Zeit-
Die folgenden Bilder zeigen zwei Sinus-Signale gleicher Fre- ablenkung wird dabei von dem Signal getriggert, das als
quenz und Amplitude mit unterschiedlichen Phasenwinkeln. Bezug (Phasenlage 0) dient. Das andere Signal kann dann
einen vor- oder nacheilenden Phasenwinkel haben. Die Ab-
lesegenauigkeit wird hoch, wenn auf dem Schirm nicht viel
mehr als eine Periode und etwa gleiche Bildhöhe beider
Signale eingestellt wird. Zu dieser Einstellung können ohne
Einfluß auf das Ergebnis auch die Feinregler für Amplitude
und Zeitablenkung und der LEVEL-Knopf benutzt werden.
Beide Zeitlinien werden vor der Messung mit den Y-POS.-
Knöpfen auf die horizontale Raster-Mittellinie eingestellt. Bei
Die Berechnung des Phasenwinkels oder der Phasenver- sinusförmigen Signalen beobachtet man die Nulldurchgänge;
schiebung zwischen den X- und Y-Eingangsspannungen (nach die Sinuskuppen sind weniger geeignet. Ist ein Sinussignal
Messung der Strecken a und b am Bildschirm) ist mit den durch geradzahlige Harmonische merklich verzerrt (Halb-
folgenden Formeln und einem Taschenrechner mit Winkel- wellen nicht spiegelbildlich zur X-Achse) oder wenn eine
funktionen ganz einfach und übrigens unabhängig von den Offset-Gleichspannung vorhanden ist, empfiehlt sich AC-
Ablenkamplituden auf dem Bildschirm. Kopplung für beide Kanäle. Handelt es sich um Impulssignale
gleicher Form, liest man an steilen Flanken ab.

24 Änderungen vorbehalten
Triggerung und Zeitablenkung

Phasendifferenzmessung im Zweikanalbetrieb

Abb. 2: Amplitudenmodulierte Schwingung:


F = 1MHz; f = 1kHz;
m = 50%; UT = 28,3mVeff.

t = Horizontalabstand der Nulldurchgänge in cm. Oszilloskop-Einstellung für ein Signal entsprechend Abb. 2:
T = Horizontalabstand für eine Periode in cm.
Kanal I-Betrieb. Y: CH.I; 20mV/cm; AC.
Im Bildbeispiel ist t = 3cm und T = 10cm. Daraus errechnet TIME/DIV.: 0.2ms/cm.
sich eine Phasendifferenz in Winkelgraden von Triggerung: NORMAL; AC; int. mit Zeit-Feinsteller
(oder externe Triggerung).

Liest man die beiden Werte a und b vom Bildschirm ab, so


oder in Bogengrad ausgedrückt errechnet sich der Modulationsgrad aus

Relativ kleine Phasenwinkel bei nicht zu hohen Frequenzen Hierin ist a = UT (1+m) und b = UT (1-m).
lassen sich genauer im XY-Betrieb mit Lissajous-Figur mes-
sen. Bei der Modulationsgradmessung können die Feinstellknöpfe
für Amplitude und Zeit beliebig verstellt sein. Ihre Stellung
Messung einer Amplitudenmodulation geht nicht in das Ergebnis ein.

Die momentane Amplitude u im Zeitpunkt t einer HF-Träger- Triggerung und Zeitablenkung


spannung, die durch eine sinusförmige NF-Spannung
unverzerrt amplitudenmoduliert ist, folgt der Gleichung Die für diese Funktionen wichtigsten Bedienelemente
befinden sich rechts von den VOLTS/DIV.-Drehknöpfen.
Sie sind im Abschnitt “Bedienelemente und Readout”
beschrieben.
Hierin ist
Die zeitliche Änderung einer zu messenden Spannung
UT = unmodulierte Trägeramplitude, (Wechselspannung) ist im Yt-Betrieb darstellbar. Hierbei lenkt
Ω = 2πF = Träger-Kreisfrequenz, das Meßsignal den Elektronenstrahl in Y-Richtung ab, wäh-
ω = 2πf = Modulationskreisfrequenz, rend der Zeitablenkgenerator den Elektronenstrahl mit einer
m = Modulationsgrad (i.a. ≤1º 100%). konstanten, aber wählbaren Geschwindigkeit von links nach
rechts über den Bildschirm bewegt (Zeitablenkung).
Neben der Trägerfrequenz F entstehen durch die Modulation
die untere Seitenfrequenz F-f und die obere Seitenfrequenz Im allgemeinen werden sich periodisch wiederholende
F+f. Spannungsverläufe mit sich periodisch wiederholender Zeit-
ablenkung dargestellt. Um eine “stehende” auswertbare
Darstellung zu erhalten, darf der jeweils nächste Start der
Zeitablenkung nur dann erfolgen, wenn die gleiche Position
(Spannungshöhe und Flankenrichtung) des Signalverlaufes
vorliegt, an dem die Zeitablenkung auch zuvor ausgelöst
(getriggert) wurde.

Anmerkung:
Abb. 1: Spektrumsamplituden und -frequenzen bei AM Reine Gleichspannungen können die Triggerung nicht
(m = 50%) auslösen, da sie keine zeitlichen Änderungen aufweisen
und somit auch keine Flanke vorliegt auf die getriggert
Das Bild der amplitudenmodulierten HF-Schwingung kann werden könnte.
mit dem Oszilloskop sichtbar gemacht und ausgewertet
werden, wenn das Frequenzspektrum innerhalb der Oszil- Die Triggerung kann durch das Meßsignal selbst (interne
loskop-Bandbreite liegt. Die Zeitbasis wird so eingestellt, daß Triggerung) oder durch eine extern zugeführte mit dem
mehrere Wellenzüge der Modulationsfrequenz sichtbar sind. Meßsignal synchrone Spannung erfolgen (externe Triggerung).
Genau genommen sollte mit Modulationsfrequenz (vom NF-
Generator oder einem Demodulator) extern getriggert wer- Die zur Triggerung benötigte Mindestamplitude des
den. Interne Triggerung ist unter Zuhilfenahme des Zeit- Triggersignals nennt man Triggerschwelle, die mit einem
Feinstellers oft möglich. Sinussignal bestimmbar ist. Bei interner Triggerung wird die
Triggerspannung dem Meßsignal des als Triggerquelle

Änderungen vorbehalten 25
Triggerung und Zeitablenkung

gewählten Meßverstärkers (nach dem Teilerschalter) Mit Normaltriggerung und passender Triggerpegel-Einstel-
entnommen. Die Mindestamplitude (Triggerschwelle) wird bei lung kann die Auslösung bzw. Triggerung der Zeitablenkung
interner Triggerung in Millimetern (mm) spezifiziert und bezieht an jeder Stelle einer Signalflanke erfolgen. Der mit dem
sich auf die vertikale Auslenkung auf dem Bildschirm. Damit Triggerpegel-Knopf erfaßbare Triggerbereich ist stark abhän-
wird vermieden, daß für jede Teilerschalterstellung gig von der Amplitude des Triggersignals. Ist bei interner
unterschiedliche Spannungswerte berücksichtigt werden Triggerung die Bildhöhe kleiner als 1cm, erfordert die Einstel-
müssen. lung wegen des kleinen Fangbereichs etwas Feingefühl.
Bei falscher Triggerpegel-Einstellung und/oder bei fehlendem
Wird die Triggerspannung extern zugeführt, ist sie an der Triggersignal wird die Zeitbasis nicht gestartet und es erfolgt
entsprechenden Buchse in Vss zu messen. In gewissen keine Strahldarstellung.
Grenzen kann die Triggerspannung viel höher sein als an der
Triggerschwelle. Im allgemeinen sollte der 20fache Wert nicht Mit Normaltriggerung sind auch komplizierte Signale triggerbar.
überschritten werden. Bei Signalgemischen ist die Triggermöglichkeit abhängig von
gewissen periodisch wiederkehrenden Pegelwerten, die u.U.
Das Oszilloskop hat zwei Trigger-Betriebsarten, die nachste- erst bei gefühlvollem Drehen des Triggerpegel-Einstellers
hend beschrieben werden. gefunden werden.

Automatische Spitzenwert-Triggerung Flankenrichtung


Gerätespezifische Informationen sind den Absätzen NM - AT Die mit der Drucktaste (11) eingestellte (Trigger-) Flankenrich-
- (11), LEVEL (13) und TRIG. MODE (22) unter “Bedien- tung wird im Readout angezeigt. Siehe auch “Bedien-
elemente und Readout” zu entnehmen. Mit dem Betätigen elemente und Readout”. Die Flankenrichtungseinstellung
der AUTO SET -Taste wird automatisch diese Triggerart wird durch AUTO SET nicht beeinflußt.
eingeschaltet. Bei DC-Triggerkopplung und bei alternierender
Triggerung wird die Spitzenwerterfassung automatisch abge- Die Triggerung kann bei automatischer und bei Normaltrig-
schaltet, während die Trigger-Automatik erhalten bleibt. gerung wahlweise mit einer steigenden oder einer fallenden
Triggerspannungsflanke einsetzen. Steigende Flanken liegen
Die Zeitablenkung wird bei automatischer Spitzenwert-Trig- vor, wenn Spannungen, vom negativen Potential kommend,
gerung auch dann periodisch ausgelöst, wenn keine Meß- zum positiven Potential ansteigen. Das hat mit Null- oder
wechselspannung oder externe Triggerwechselspannung Massepotential und absoluten Spannungswerten nichts zu
anliegt. Ohne Meßwechselspannung sieht man dann eine tun. Die positive Flankenrichtung kann auch im negativen Teil
Zeitlinie (von der ungetriggerten, also freilaufenden Zeitab- einer Signalkurve liegen. Eine fallende Flanke löst die Triggerung
lenkung), die auch eine Gleichspannung anzeigen kann. Bei sinngemäß aus. Dies gilt bei automatischer und bei Normal-
anliegender Meßspannung beschränkt sich die Bedienung im triggerung.
wesentlichen auf die richtige Amplituden- und Zeitbasis-
Einstellung bei immer sichtbarem Strahl. Triggerkopplung

Der Triggerpegel-Einsteller ist bei automatischer Spitzen- Gerätespezifische Informationen sind den Absätzen NM -
wert-Triggerung wirksam. Sein Einstellbereich stellt sich au- AT- (11), LEVEL (13) und TRIG. MODE (22) unter “Bedien-
tomatisch auf die Spitze-Spitze-Amplitude des gerade ange- elemente und Readout” zu entnehmen. Mit AUTO SET
legten Signals ein und wird damit unabhängiger von der wird immer auf AC-Triggerkopplung geschaltet. Die Durch-
Signal-Amplitude und -Form. laß-Frequenzbereiche der Triggerkopplungsarten sind dem
“Datenblatt” entnehmbar.
Beispielsweise darf sich das Tastverhältnis von rechteck-
förmigen Spannungen zwischen 1 : 1 und ca. 100 : 1 ändern, Bei interner DC- oder LF-Triggerkopplung sollte immer mit
ohne daß die Triggerung ausfällt. Normaltriggerung und Triggerpegel-Einstellung gearbeitet
werden. Die Ankopplungsart und der daraus resultierende
Es ist dabei unter Umständen erforderlich, daß der Trigger- Durchlaß-Frequenzbereich des Triggersignals können mit der
pegel-Einsteller fast an das Einstellbereichsende zu stellen Triggerkopplung bestimmt werden.
ist. Bei der nächsten Messung kann es erforderlich werden,
den Triggerpegel-Einsteller anders einzustellen. AC: Ist die am häufigsten zum Triggern benutzte Kopplungs-
art. Unterhalb und oberhalb des Durchlaß-Frequenz-
Diese Einfachheit der Bedienung empfiehlt die automatische bereiches steigt die Triggerschwelle zunehmend an.
Spitzenwert-Triggerung für alle unkomplizierten Meßaufgaben.
Sie ist aber auch die geeignete Betriebsart für den ,Einstieg” DC: Bei DC-Triggerung gibt es keinen unteren Durchlaß-
bei diffizilen Meßproblemen, nämlich dann, wenn das Frequenzbereich, da das Triggersignal galvanisch an
Meßsignal selbst in Bezug auf Amplitude, Frequenz oder die Triggereinrichtung angekoppelt wird. Diese
Form noch weitgehend unbekannt ist. Triggerkopplung ist dann zu empfehlen, wenn bei ganz
langsamen Vorgängen auf einen bestimmten Pegel-
Die automatische Spitzenwert-Triggerung ist unabhängig von wert des Meßsignals getriggert werden soll, oder
der Triggerquelle und ist, sowohl bei interner wie auch wenn impulsartige Signale mit sich während der Beob-
externer Triggerung anwendbar. Sie arbeitet oberhalb 20Hz. achtung ständig ändernden Tastverhältnissen darge-
stellt werden müssen.
Normaltriggerung
HF: Der Durchlaß-Frequenzbereich in dieser Trigger-
Gerätespezifische Informationen sind den Absätzen NM - kopplungsart entspricht einem Hochpaß. HF-Trigger-
AT- (11), LEVEL (13) und TRIG. MODE (22) unter “Bedien- kopplung ist für alle hochfrequenten Signale günstig.
elemente und Readout” zu entnehmen. Hilfsmittel zur Gleichspannungsschwankungen und tieffrequentes
Triggerung sehr schwieriger Signale sind die Zeit-Feinstein- (Funkel-) Rauschen der Triggerspannung werden un-
stellung (VAR.), die HOLDOFF-Zeiteinstellung und der B- terdrückt, was sich günstig auf die Stabilität der
Zeitbasis-Betrieb. Triggerung auswirkt.

26 Änderungen vorbehalten
Triggerung und Zeitablenkung

NR: Diese Triggerkopplungsart weist keine Begrenzung der Signaldarstellung Interferenzstörungen sichtbar
des unteren Durchlaß-Frequenzbereiches auf. Sehr werden. Es sollte dann auf alternierenden DUAL-Be-
hochfrequente Triggersignalanteile werden unterdrückt trieb umgeschaltet werden. Unter Umständen sollte
bzw. verringert. Damit werden aus derartigen Signal- auch das Readout abgeschaltet werden.
anteilen resultierende Störungen unterdrückt oder
vermindert. Es ist ein dem Meßzweck entsprechender Zeit-Ablenk-
koeffizient im TIME / DIV.-Feld zu wählen. Bei der 2ms/div.-
LF: Mit LF-Triggerkopplung liegt Tiefpaßverhalten vor. Die Einstellung wird ein vollständiges Halbbild dargestellt. Am
LF-Triggerkopplung ist häufig für niederfrequente Si- linken Bildrand ist ein Teil der auslösenden Bildsynchron-
gnale besser geeignet als die DC-Triggerkopplung, impulsfolge und am rechten Bildschirmrand der aus mehre-
weil Rauschgrößen innerhalb der Triggerspannung ren Pulsen bestehende Bildsynchronimpuls für das nächste
stark unterdrückt werden. Das vermeidet oder verrin- Halbbild zu sehen. Das nächste Halbbild wird unter diesen
gert im Grenzfall Jittern oder Doppelschreiben, insbe- Bedingungen nicht dargestellt. Der diesem Halbbild folgende
sondere bei sehr kleinen Eingangsspannungen. Ober- Bildsynchronimpuls löst erneut die Triggerung und die Dar-
halb des Durchlaß-Frequenzbereiches steigt die stellung aus. Ist die kleinste HOLDOFF-Zeit eingestellt, wird
Triggerschwelle zunehmend an. unter diesen Bedingungen jedes 2. Halbbild angezeigt.
Auf welches Halbbild getriggert wird, unterliegt dem Zufall.
TVL (TV-Zeile): siehe folgenden Absatz, TV (Zeilensynchron-
impuls-Triggerung) Durch kurzzeitiges Unterbrechen der Triggerung kann auch
zufällig auf das andere Halbbild getriggert werden.
TVF (TV-Bild): siehe folgenden Absatz, TV (Bildsynchron-
impuls-Triggerung) Es können aber auch bei geeigneter Zeit-Ablenkkoeffizienten-
einstellung zwei Halbbilder dargestellt werden. Dann kann im
~ (LINE - Netztriggerung) : siehe Absatz “Netztriggerung” ALT-Zeitbasisbetrieb jede beliebige Zeile gewählt und mit der
B-Zeitbasis gedehnt dargestellt werden. Damit lassen sich
TV (Videosignal-Triggerung) auch in den Zeilen vorkommende asynchrone Signalanteile
darstellen.
Mit der Umschaltung auf TVL und TVF wird der TV-
Synchronimpuls-Separator wirksam. Er trennt die Zeilensynchronimpuls-Triggerung
Synchronimpulse vom Bildinhalt und ermöglicht eine
von Bildinhaltsänderungen unabhängige Triggerung Die Zeilensynchronimpuls-Triggerung kann durch jeden
von Videosignalen. Synchronimpuls erfolgen. Um einzelne Zeilen darstellen zu
können, ist die TIME/DIV.-Einstellung von 10µs/div. empfeh-
Abhängig vom Meßpunkt sind Videosignale (FBAS- bzw. BAS- lenswert. Es werden dann ca. 1½ Zeilen sichtbar. Im allgemei-
Signale = Farb-Bild-Austast-Synchron-Signale) als positiv oder nen hat das komplette Videosignal einen starken Gleich-
negativ gerichtetes Signal zu messen. Nur bei richtiger Ein- spannungsanteil. Bei konstantem Bildinhalt (z.B. Testbild
stellung der (Trigger-) Flankenrichtung werden die Synchron- oder Farbbalkengenerator) kann der Gleichspannungsanteil
impulse vom Bildinhalt getrennt. Die Flankenrichtung der ohne weiteres durch AC-Eingangskopplung des Oszilloskop-
Vorderflanke der Synchronimpulse ist für die Einstellung der Verstärkers unterdrückt werden.
Flankenrichtung maßgebend; dabei darf die Signaldarstellung
nicht invertiert sein. Bei wechselndem Bildinhalt (z.B. normales Programm) emp-
fiehlt sich aber DC-Eingangskopplung, weil das Signalbild
Ist die Spannung der Synchronimpulse am Meßpunkt positi- sonst mit jeder Bildinhaltsänderung die vertikale Lage auf
ver als der Bildinhalt, muß steigende Flankenrichtung gewählt dem Bildschirm ändert. Mit dem Y-Positionseinsteller kann
werden. Befinden sich die Synchronimpulse unterhalb des der Gleichspannungsanteil immer so kompensiert werden,
Bildinhalts, ist deren Vorderflanke fallend. Dann muß die daß das Signalbild in der Bildschirmrasterfläche liegt.
fallende Flankenrichtung gewählt werden. Bei falscher Flanken-
richtungswahl erfolgt die Darstellung unstabil bzw. Die Sync-Separator-Schaltung wirkt ebenso bei externer
ungetriggert, da dann der Bildinhalt die Triggerung auslöst. Triggerung. Selbstverständlich muß der Spannungsbereich
(siehe “Datenblatt”) für die externe Triggerung eingehalten
Die Videosignaltriggerung sollte mit automatischer Triggerung werden. Ferner ist auf die richtige Flankenrichtung zu achten,
erfolgen. Bei interner Triggerung muß die Signalhöhe der die bei externer Triggerung nicht unbedingt mit der Richtung
Synchronimpulse mindestens 5mm betragen. des (am Y-Eingang anliegenden) Signal-Synchronimpulses
übereinstimmen muß. Beides kann leicht kontrolliert werden,
Das Synchronsignal besteht aus Zeilen- und Bildsynchron- wenn die externe Triggerspannung selbst erst einmal (bei
impulsen, die sich unter anderem auch durch ihre Pulsdauer interner Triggerung) dargestellt wird.
unterscheiden. Sie beträgt bei Zeilensynchronimpulsen ca.
5µs im zeitlichen Abstand von 64µs. Bildsynchronimpulse Netztriggerung
bestehen aus mehreren Pulsen, die jeweils ca. 28µs lang sind
und mit jedem Halbbildwechsel im Abstand von 20ms vor- Diese Triggerart liegt vor, wenn oben im Readout “TR:~”
kommen. angezeigt wird. Die Flankenrichtungstaste (11) bewirkt eine
Drehung des ~ -Symbols um 180°.
Beide Synchronimpulsarten unterscheiden sich somit durch
ihre Zeitdauer und durch ihre Wiederholfrequenz. Es kann Zur Triggerung mit Netzfrequenz wird eine Spannung aus dem
sowohl mit Zeilen- als auch mit Bildsynchronimpulsen Netzteil als netzfrequentes Triggersignal (50/60Hz) genutzt.
getriggert werden.
Diese Triggerart ist unabhängig von Amplitude und Frequenz
Bildsynchronimpuls-Triggerung des Y-Signals und empfiehlt sich für alle Signale, die netz-
synchron sind. Dies gilt ebenfalls in gewissen Grenzen für
Achtung: ganzzahlige Vielfache oder Teile der Netzfrequenz. Die
Bei Bildsynchronimpuls-Triggerung in Verbindung mit Netztriggerung erlaubt eine Signaldarstellung auch unterhalb
geschaltetem (gechoppten) DUAL-Betrieb können in der Triggerschwelle. Sie ist deshalb u.a. besonders geeignet

Änderungen vorbehalten 27
Triggerung und Zeitablenkung

zur Messung kleiner Brummspannungen von Netzgleichrich- Triggeranzeige


tern oder netzfrequenten Einstreuungen in eine Schaltung.
Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf die TR -LED,
Im Gegensatz zur üblichen, flankenrichtungsbezogenen die unter Punkt (12) im Absatz “Bedienelemente und Read-
Triggerung, wird bei Netztriggerung mit der Flankenrichtungs- out” aufgeführt ist.
umschaltung zwischen der positiven und der negativen Halb-
welle gewählt (evtl. Netzstecker umpolen) und nicht die Die Leuchtdiode leuchtet sowohl bei automatischer, als auch
Flankenrichtung. Der Triggerpegel kann mit dem dafür vorge- bei Normaltriggerung auf, wenn folgende Bedingungen erfüllt
sehenen Einsteller über einen gewissen Bereich der gewähl- werden:
ten Halbwelle verschoben werden.
1. Das interne bzw. externe Triggersignal muß in ausreichen-
Netzfrequente magnetische Einstreuungen in eine Schaltung der Amplitude (Triggerschwelle) am Triggerkomparator
können mit einer Spulensonde nach Richtung (Ort) und Am- anliegen.
plitude untersucht werden. Die Spule sollte zweckmäßig mit
möglichst vielen Windungen dünnen Lackdrahtes auf einen 2. Die Referenzspannung am Komparator (Triggerpegel) muß
kleinen Spulenkörper gewickelt und über ein geschirmtes es ermöglichen, daß Signalflanken den Triggerpegel unter-
Kabel an einen BNC-Stecker (für den Oszilloskop-Eingang) und überschreiten.
angeschlossen werden. Zwischen Stecker- und Kabel-Innen-
leiter ist ein kleiner Widerstand von mindestens 100Ω einzu- Dann stehen Triggerimpulse am Komparatorausgang für den
bauen (Hochfrequenz-Entkopplung). Es kann zweckmäßig Start der Zeitbasis und für die Triggeranzeige zur Verfügung.
sein, auch die Spule außen statisch abzuschirmen, wobei
keine Kurzschlußwindungen auftreten dürfen. Durch Drehen Die Triggeranzeige erleichtert die Einstellung und Kontrolle
der Spule in zwei Achsrichtungen lassen sich Maximum und der Triggerbedingungen, insbesondere bei sehr niederfre-
Minimum am Meßort feststellen. quenten (Normaltriggerung verwenden) oder sehr kurzen
impulsförmigen Signalen.
Alternierende Triggerung
Die triggerauslösenden Impulse werden durch die Trigger-
Diese Triggerart kann mit der TRIG. -Taste (19) eingeschaltet anzeige ca. 100ms lang gespeichert und angezeigt. Bei Signa-
werden. Bei alternierender Triggerung wird das Triggerpegel- len mit extrem langsamer Wiederholrate ist daher das Auf-
Symbol nicht im Readout angezeigt. Siehe “Bedienelemente leuchten der LED mehr oder weniger impulsartig. Außerdem
und Readout”. blitzt dann die Anzeige nicht nur beim Start der Zeitablenkung
am linken Bildschirmrand auf, sondern - bei Darstellung
Die alternierende Triggerung ist dann sinnvoll einsetzbar, mehrerer Kurvenzüge auf dem Schirm - bei jedem Kurvenzug.
wenn die getriggerte Darstellung von zwei Signalen, die
asynchron zueinander sind, erfolgen soll. Die alternierende Holdoff-Zeiteinstellung
Triggerung kann nur dann richtig arbeiten, wenn die Kanalum-
schaltung alternierend erfolgt. Gerätespezifische Informationen sind dem Absatz DEL.POS.
(23) unter “Bedienelemente und Readout” zu entnehmen.
Mit alternierender Triggerung kann eine Phasendifferenz
zwischen beiden Eingangssignalen nicht mehr ermittelt wer- Wenn bei äußerst komplizierten Signalgemischen auch nach
den. Zur Vermeidung von Triggerproblemen, bedingt durch mehrmaligem gefühlvollen Durchdrehen des LEVEL-Knopfes
Gleichspannungsanteile, ist AC-Eingangskopplung für beide bei Normaltriggerung und A-Zeitbasisbetrieb kein stabiler
Kanäle empfehlenswert. Die interne Triggerquelle wird bei Triggerpunkt gefunden wird, kann in vielen Fällen eine stabile
alternierender Triggerung entsprechend der alternierenden Triggerung durch Betätigung des DEL. POS.- Knopfes er-
Kanalumschaltung nach jedem Zeitablenkvorgang umgeschal- reicht werden. Mit dieser Einrichtung kann die Sperrzeit der
tet. Daher muß die Amplitude beider Signale für die Triggerung Triggerung zwischen zwei Zeit-Ablenkperioden im Verhältnis
ausreichen. von ca. 10:1 kontinuierlich vergrößert werden.

Externe Triggerung Triggerimpulse die innerhalb dieser Sperrzeit auftreten, kön-


nen den Start der Zeitbasis nicht auslösen.
Die externe Triggerung wird mit der TRIG. -Taste (19) einge-
schaltet. Mit der Umschaltung auf diese Triggerart wird das Besonders bei Burst-Signalen oder aperiodischen Impuls-
Triggerpegel-Symbol abgeschaltet. Mit dem Einschalten die- folgen gleicher Amplitude kann der Beginn der Triggerphase
ser Triggerart wird die interne Triggerung abgeschaltet. Über dann auf den jeweils günstigsten oder erforderlichen Zeit-
die entsprechende BNC-Buchse kann jetzt extern getriggert punkt eingestellt werden.
werden, wenn dafür eine Spannung von 0,3Vss bis 3Vss zur
Verfügung steht, die synchron zum Meßsignal ist. Diese Ein stark verrauschtes oder ein durch eine höhere Frequenz
Triggerspannung darf durchaus eine völlig andere Kurven- gestörtes Signal wird manchmal doppelt dargestellt. Unter
form als das Meßsignal haben. Umständen läßt sich mit der Triggerpegel-Einstellung nur die
gegenseitige Phasenverschiebung beeinflussen, aber nicht
Die Triggerung ist in gewissen Grenzen sogar mit ganzzahligen die Doppeldarstellung. Die zur Auswertung erforderliche sta-
Vielfachen oder Teilen der Meßfrequenz möglich; Phasen- bile Einzeldarstellung des Signals ist aber durch die Vergröße-
starrheit ist allerdings Bedingung. Es ist aber zu beachten, daß rung der HOLD OFF-Zeit leicht zu erreichen. Hierzu ist die
Meßsignal und Triggerspannung trotzdem einen Phasen- HOLD OFF-Zeit langsam zu erhöhen, bis nur noch ein Signal
winkel aufweisen können. Ein Phasenwinkel von z.B. 180° abgebildet wird.
wirkt sich dann so aus, daß trotz positiver (Trigger) Flanken-
wahl die Darstellung des Meßsignals mit einer negativen Eine Doppeldarstellung ist bei gewissen Impulssignalen mög-
Flanke beginnt. lich, bei denen die Impulse abwechselnd eine kleine Differenz
der Spitzenamplituden aufweisen. Nur eine ganz genaue
Die maximale Eingangsspannung an der BNC-Buchse beträgt Triggerpegel-Einstellung ermöglicht die Einzeldarstellung.
100V (DC+Spitze AC). Die HOLD OFF-Zeiteinstellung vereinfacht auch hier die rich-
tige Einstellung.

28 Änderungen vorbehalten
Auto Set

Nach Beendigung dieser Arbeit sollte die HOLD OFF-Zeit Die verzögerte Ablenkung mit der B-Zeitbasis löst derartige
unbedingt wieder auf Minimum zurückgedreht werden, weil Probleme. Sie bezieht sich auf die mit der A-Zeitbasis vorge-
sonst u.U. die Bildhelligkeit drastisch reduziert ist. nommene Signaldarstellung. Die B-Darstellung erfolgt erst,
wenn eine vorwählbare Zeit abgelaufen ist. Damit besteht die
Die Arbeitsweise ist aus folgenden Abbildungen ersichtlich. Möglichkeit, praktisch an jeder Stelle der A-Zeitbasissignal-
darstellung mit der B-Zeitablenkung zu beginnen. Der Zeit-
Ablenkkoeffizient der B-Zeitbasis bestimmt die Ablenk-
geschwindigkeit und damit den Dehnungsfaktor. Mit zuneh-
mender Dehnung verringert sich die Bildhelligkeit.

Bei großer X-Dehnung kann das Signal durch Jittern in X-


Richtung unruhig dargestellt werden. Liegt eine geeignete
Signalflanke nach Ablauf der Verzögerungszeit vor, läßt sich
auf diese Flanke triggern (“after delay” Triggerung).

Auto Set
Gerätespezifische Informationen sind dem Absatz
AUTO SET (2) unter “Bedienelemente und Readout” zu
entnehmen.

Wie bereits im Abschnitt “Bedienelemente und Readout”


erwähnt, werden bis auf wenige Ausnahmen (POWER-Taste,
Kalibratorfrequenz-Taste, sowie Focus- und TR (Strahl-
drehungs)-Einsteller) alle Bedienelemente elektronisch abge-
fragt. Sie lassen sich daher auch steuern. Daraus ergibt sich
die Möglichkeit einer automatischen, signalbezogenen Geräte-
Abb. 1: zeigt das Schirmbild bei minimaler HOLD-OFF- einstellung im Yt (Zeitbasis)-Betrieb, so daß in den meisten
Zeit (Grundstellung). Da verschiedene Teile des Fällen keine weitere manuelle Bedienung erforderlich ist.
Kurvenzuges angezeigt werden, wird kein ste- AUTO SET schaltet immer auf Yt-Betrieb.
hendes Bild dargestellt (Doppelschreiben).
Mit dem Betätigen der AUTO SET-Taste bleibt die zuvor
Abb. 2: Hier ist die Holdoff-Zeit so eingestellt, daß im- gewählte Yt-Betriebsart unverändert, wenn Mono CHI-, CHII-
mer die gleichen Teile des Kurvenzuges ange- oder DUAL-Betrieb vorlag; lag Additionsbetrieb vor, wird
zeigt werden. Es wird ein stehendes Bild darge- automatisch auf DUAL geschaltet. Der bzw. die Y-Ablenk-
stellt. koeffizienten (VOLTS / DIV.) werden automatisch so ge-
wählt, daß die Signalamplitude im Mono (Einkanal)-Betrieb ca.
B-Zeitbasis (2. Zeitbasis) / Delay Triggerung 6cm nicht überschreitet, während im DUAL-Betrieb jedes
Signal mit ca. 4cm Höhe dargestellt wird. Dieses, wie auch die
Gerätespezifische Informationen sind den Absätzen A/ALT - Erläuterungen für die automatische Zeitkoeffizienten (TIME /
B (25), DEL.TRIG. (26), TIME/DIV. (24) und DEL.POS. (23) DIV.)-Einstellung, gilt für Signale, die nicht zu stark vom
unter “Bedienelemente und Readout” zu entnehmen. Tastverhältnis 1:1 abweichen.

Wie im Absatz “Triggerung und Zeitablenkung” beschrie- Die automatische Zeitkoeffizienten-Einstellung sorgt für eine
ben, löst die Triggerung den Start der Zeitablenkung aus. Der Darstellung von ca. 2 Signalperioden. Bei Signalen mit unter-
zuvor dunkelgetastete (abgeschaltete) Elektronenstrahl wird schiedlichen Frequenzanteilen, wie z.B. Videosignalen, er-
hellgetastet (sichtbar) und von links nach rechts abgelenkt, folgt die Einstellung zufällig.
bis die maximale X-Ablenkung erfolgte. Danach wird der
Strahl wieder dunkelgetastet und es erfolgt der Strahlrücklauf Bei eingeschalteter CURSOR-Spannungsmessung beeinflußt
(zurück in die Strahlstartposition). die AUTO SET-Funktion auch die Position der CURSOR-
Linien. Weitere Informationen sind dem Abschnitt AUTO
Nach Ablauf der Holdoff-Zeit kann dann die Zeitablenkung SET (2) unter “Bedienelemente und Readout” zu entneh-
erneut durch die Triggerautomatik bzw. ein Triggersignal men.
gestartet werden. Während der gesamten Zeit (Strahlhinlauf
und -rücklauf) kann ein Eingangssignal gleichzeitig eine Ablen- Durch die Betätigung der AUTO SET-Taste werden folgende
kung in Y-Richtung bewirken. Das wird aber, wegen der nur Betriebsbedingungen vorgegeben:
dann erfolgenden Helltastung, nur während des Strahlhin-
laufs sichtbar. • AC- oder DC-Eingangskopplung (bleibt unverändert)
• interne (vom Meßsignal abgeleitete) Triggerung
Da sich der Triggerpunkt immer am Strahlstart befindet, kann • automatische Spitzenwert-Triggerung
eine X-Dehnung der Signaldarstellung durch eine höhere • Triggerpegel-Einstellung auf Bereichsmitte
Zeitablenkgeschwindigkeit (kleiner Zeit-Ablenkkoeffizient - • Y-Ablenkoeffizient(en) kalibriert
TIME / DIV.) - nur von diesem Punkt beginnend - vorgenom- • A-Zeitbasis-Ablenkkoeffizient kalibriert
men werden. • AC-Triggerkopplung (DC-Triggerkopplung bleibt unverändert)
• B-Zeitbasis abgeschaltet
Ein Signalanteil, der sich am rechten Rand der Signaldarstellung • keine X-Dehnung x10
befindet, ist nicht mehr sichtbar, wenn die Zeitablenkge- • automatische X- und Y-Strahlpositionseinstellung
schwindigkeit um einen Schritt erhöht wird. Dieses Problem
tritt - abhängig vom Dehnungsfaktor - immer auf, es sei denn, Liegt GD-Eingangskopplung vor und wird AUTOSET betätigt,
daß sich das zu dehnende Signal direkt am Triggerpunkt stellt sich die zuletzt benutzte Eingangskopplung (AC oder
befindet (ganz links). DC) ein.

Änderungen vorbehalten 29
Komponenten-Test

Nur wenn DC-Triggerkopplung vorlag, wird nicht auf AC-


Triggerkopplung geschaltet und die automatische Triggerung Nur entladene Kondensatoren dürfen getestet
erfolgt ohne Spitzenwerterfassung. werden!

Die mit AUTO SET vorgegebenen Betriebsbedingungen über- Das Testprinzip ist von bestechender Einfachheit. Ein im
schreiben die vorherigen Einstellungen. Falls unkalibrierte Oszilloskop befindlicher Sinusgenerator erzeugt eine Sinusspan-
Bedingungen vorlagen, wird durch AUTO SET elektrisch nung, deren Frequenz 50Hz (±10%) beträgt. Sie speist eine
automatisch in die kalibrierte Einstellung geschaltet. An- Reihenschaltung aus Prüfobjekt und eingebautem Widerstand.
schließend kann die Bedienung wieder manuell erfolgen. Die Sinusspannung wird zur Horizontalablenkung und der Span-
nungsabfall am Widerstand zur Vertikalablenkung benutzt.
Die Ablenkkoeffizienten 1mV/cm und 2mV/cm werden, we-
gen der reduzierten Bandbreite in diesen Bereichen, im Ist das Prüfobjekt eine reelle Größe (z.B. ein Widerstand), sind
AUTO SET-Betrieb nicht gewählt. beide Ablenkspannungen phasengleich. Auf dem Bildschirm
wird ein mehr oder weniger schräger Strich dargestellt. Ist
Achtung: das Prüfobjekt kurzgeschlossen, steht der Strich senkrecht.
Liegt ein pulsförmiges Signal an, dessen Tastverhältnis Bei Unterbrechung oder ohne Prüfobjekt zeigt sich eine
einen Wert von ca. 400:1 erreicht oder überschreitet, waagerechte Linie. Die Schrägstellung des Striches ist ein
ist in den meisten Fällen keine automatische Signal- Maß für den Widerstandswert. Damit lassen sich ohmische
darstellung mehr möglich. Der Y-Ablenkkoeffizient ist Widerstände zwischen 20Ω und 4,7kΩ testen. Kondensato-
dann zu klein und der Zeit-Ablenkkoeffizient zu groß. ren und Induktivitäten (Spulen, Drosseln, Trafowicklungen)
Daraus resultiert, daß nur noch die Strahllinie darge- bewirken eine Phasendifferenz zwischen Strom und Span-
stellt wird und der Puls nicht sichtbar ist. nung, also auch zwischen den Ablenkspannungen. Das ergibt
ellipsenförmige Bilder. Lage und Öffnungsweite der Ellipse
In solchen Fällen empfiehlt es sich, auf Normaltriggerung sind kennzeichnend für den Scheinwiderstandswert bei einer
umzuschalten und den Triggerpunkt ca. 5mm über oder unter Frequenz von 50Hz. Kondensatoren werden im Bereich 0,1µF
die Strahllinie zu stellen. Leuchtet dann die Triggeranzeige- bis 1000µF angezeigt.
LED, liegt ein derartiges Signal an. Um das Signal sichtbar zu
machen, muß zuerst ein kleinerer Zeit-Ablenkkoeffizient und • Eine Ellipse mit horizontaler Längsachse bedeutet eine
danach ein größerer Y-Ablenkkoeffizient gewählt werden. hohe Impedanz (kleine Kapazität oder große Induktivität).
Dabei kann sich allerdings die Strahlhelligkeit so stark verrin-
gern, daß der Puls nicht sichtbar wird. • Eine Ellipse mit vertikaler Längsachse bedeutet niedrige
Impedanz (große Kapazität oder kleine Induktivität).
Komponenten-Test
• Eine Ellipse in Schräglage bedeutet einen relativ großen
Gerätebezogene Informationen, welche die Bedienung und Verlustwiderstand in Reihe mit dem Blindwiderstand.
die Meßanschlüsse betreffen, sind dem Absatz CT (41) unter
“Bedienelemente und Readout” zu entnehmen. Bei Halbleitern erkennt man die spannungsabhängigen
Kennlinienknicke beim Übergang vom leitenden in den
Das Oszilloskop verfügt über einen eingebauten Komponen- nichtleitenden Zustand. Soweit das spannungsmäßig mög-
ten-Tester. Der zweipolige Anschluß des zu prüfenden Bau- lich ist, werden Vorwärts- und Rückwärts-Charakteristik
elementes erfolgt über die dafür vorgesehenen Buchsen. Im dargestellt (z.B. bei einer Z-Diode unter 10V). Es handelt
Komponententest-Betrieb sind sowohl die Y-Vorverstärker sich immer um eine Zweipol-Prüfung; deshalb kann z.B. die
wie auch der Zeitbasisgenerator abgeschaltet. Jedoch dürfen Verstärkung eines Transistors nicht getestet werden, wohl
Signalspannungen an den auf der Frontplatte befindlichen aber die einzelnen Übergänge B-C, B-E, C-E. Da der Test-
BNC-Buchsen weiter anliegen, wenn einzelne nicht in Schal- strom nur einige mA beträgt, können die einzelnen Zonen
tungen befindliche Bauteile (Einzelbauteile) getestet werden. fast aller Halbleiter zerstörungsfrei geprüft werden. Eine
Nur in diesem Fall müssen die Zuleitungen zu den BNC- Bestimmung von Halbleiter-Durchbruch- und Sperr-
Buchsen nicht gelöst werden (siehe “Tests direkt in der spannung >10V ist nicht möglich. Das ist im allgemeinen
Schaltung”). Außer den INTENS.-, FOCUS- und X-POS.- kein Nachteil, da im Fehlerfall in der Schaltung sowieso
Einstellern haben die übrigen Oszilloskop-Einstellungen kei- grobe Abweichungen auftreten, die eindeutige Hinweise
nen Einfluß auf diesen Testbetrieb. Für die Verbindung des auf das fehlerhafte Bauelement geben.
Testobjekts mit dem Oszilloskop sind zwei einfache Meß-
schnüre mit 4mm-Bananensteckern erforderlich. Recht genaue Ergebnisse erhält man beim Vergleich mit
sicher funktionsfähigen Bauelementen des gleichen Typs
Wie im Abschnitt SICHERHEIT beschrieben, sind alle und Wertes. Dies gilt insbesondere für Halbleiter. Man
Meßanschlüsse (bei einwandfreiem Betrieb) mit dem Netz- kann damit z.B. den kathodenseitigen Anschluß einer
schutzleiter verbunden, also auch die Buchsen für den Diode oder Z-Diode mit unkenntlicher Bedruckung, die
Komponententester. Für den Test von Einzelbauteilen (nicht Unterscheidung eines p-n-p-Transistors vom komplemen-
in Geräten bzw. Schaltungen befindlich) ist dies ohne Belang, tären n-p-n-Typ oder die richtige Gehäuseanschlußfolge B-
da diese Bauteile nicht mit dem Netzschutzleiter verbunden C-E eines unbekannten Transistortyps schnell ermitteln.
sein können.

Sollen Bauteile getestet werden, die sich in Testschaltungen


bzw. Geräten befinden, müssen die Schaltungen bzw. Geräte
unter allen Umständen vorher stromlos gemacht werden.
Soweit Netzbetrieb vorliegt, ist auch der Netzstecker des
Testobjektes zu ziehen. Damit wird sichergestellt, daß eine
Verbindung zwischen Oszilloskop und Testobjekt über den
Schutzleiter vermieden wird. Sie hätte falsche Testergebnisse
zur Folge.

30 Änderungen vorbehalten
Komponenten-Test

Zu beachten ist hier der Hinweis, daß die Anschlußumpolung


eines Halbleiters (Vertauschen der Meßkabel) eine Drehung
des Testbilds um 180° um den Rastermittelpunkt der Bildröh-
re bewirkt.

Wichtiger noch ist die einfache Gut-/Schlecht-Aussage über


Bauteile mit Unterbrechung oder Kurzschluß, die im Service-
Betrieb erfahrungsgemäß am häufigsten benötigt wird. Die
übliche Vorsicht gegenüber einzelnen MOS-Bauelementen in
Bezug auf statische Aufladung oder Reibungselektrizität wird
dringend angeraten. Brumm kann auf dem Bildschirm sicht-
bar werden, wenn der Basis- oder Gate-Anschluß eines
einzelnen Transistors offen ist, also gerade nicht getestet
wird (Handempfindlichkeit).

Tests direkt in der Schaltung sind in vielen Fällen möglich, aber


nicht so eindeutig. Durch Parallelschaltung reeller und/oder
komplexer Größen - besonders wenn diese bei einer Fre-
quenz von 50Hz relativ niederohmig sind - ergeben sich
meistens große Unterschiede gegenüber Einzelbauteilen. Stereo-Kanälen, Gegentaktbetrieb, symmetrischen Brücken-
Hat man oft mit Schaltungen gleicher Art zu arbeiten (Ser- schaltungen. In Zweifelsfällen kann ein Bauteilanschluß ein-
vice), dann hilft auch hier ein Vergleich mit einer funktionsfä- seitig abgelötet werden. Genau dieser Anschluß sollte dann
higen Schaltung. Dies geht sogar besonders schnell, weil die mit dem nicht an der Massebuchse angeschlossenen
Vergleichsschaltung garnicht unter Strom gesetzt werden Meßkabel verbunden werden, weil sich damit die Brummein-
muß (und darf!). Mit den Testkabeln sind einfach die identi- streuung verringert. Die Prüfbuchse mit Massezeichen liegt
schen Meßpunktpaare nacheinander abzutasten und die an Oszilloskop-Masse und ist deshalb brumm-unempfindlich.
Schirmbilder zu vergleichen. Unter Umständen enthält die Die Testbilder zeigen einige praktische Beispiele für die
Testschaltung selbst schon die Vergleichsschaltung, z.B. bei Anwendung des Komponenten-Testers.

Änderungen vorbehalten 31
Abgleich RS232-Interface - Fernsteuerung

Abgleich
Achtung!
Das Oszilloskop verfügt über ein Abgleich-Menü Signaldaten werden von Analogoszilloskopen nicht
(„CALIBRATE“), das mehrere Menüpunkte enthält. Zwei dieser erfaßt und können deshalb auch nicht abgerufen
Menüpunkte (Y AMP und TRIGGER-AMP) können von werden. Bei Analogbetrieb gilt dies auch für Analog-/
Anwendern benutzt werden. Alle anderen Menüpunkte stehen Digital-Oszilloskope.
nur dem HAMEG Service zur Verfügung. Der Aufruf des Menüs
und der Menüpunkte erfolgt wie im Abschnitt „Menü“ Eine direkte Verbindung vom PC (serieller Port) zum Interface
beschrieben. kann über ein 9poliges abgeschirmtes Kabel (1:1 beschaltet)
hergestellt werden. Die maximale Länge darf 3m nicht
Beide Menüpunkte betreffen das Temperaturverhalten des erreichen. Die Steckerbelegung für das RS232-Interface
Oszilloskops unter extremen Umgebungsbedingungen (der (9polige D-Subminiatur Buchse) ist folgendermaßen festgelegt:
Abgleich bei der Hameg GmbH erfolgte bei einer
Umgebungstemperatur von 21°C). Bauteilefehler und ihre Pin
gleichartigen Auswirkungen, die durch Anlegen zu hoher 2 Tx Data (Daten vom Oszilloskop zum externen Gerät)
Eingangsspannungen an den/die Meßverstärker verursacht 3 Rx Data (Daten vom externen Gerät zum Oszilloskop)
wurden, können durch die automatischen Abgleichprozeduren 7 CTS Sendebereitschaft
nicht behoben werden. Während des Abgleichvorgangs darf 8 RTS Empfangsbereitschaft
an den BNC Buchsen kein Signal anliegen. 5 Ground (Bezugspotential), über Oszilloskop
(Schutzklasse I) und Netzkabel mit dem Schutzleiter
1. Y AMP (Meßverstärker Kanal I und II). verbunden.
9 +5V Versorgungsspannung für externe Geräte
Dieser Abgleich betrifft das folgende Verhalten: (max. 400mA).
Änderungen der Y-Strahlposition um mehr als 0,5cm (bei
offenem, aber abgeschirmtem Meßeingang), wenn der Der maximal zulässige Spannungshub an den Tx, Rx, RTS und
Eingangsteiler (Bereich 5mV/cm bis 5V/cm) umgeschaltet wird. CTS Anschlüssen beträgt ± 12Volt. Die RS232-Parameter für
die Schnittstelle lauten:
2. TRIGGER-AMP (Triggerverstärker):
N-8-2 (kein Paritätsbit, 8 Datenbits, 2 Stoppbits,
Dieser Abgleich korrigiert große Abweichungen des RTS/CTS-Hardware-Protokoll).
Triggerpunktes, wenn bei interner Triggerung (Triggerquelle:
CH I oder CH II) von AC- auf DC-Triggerkopplung umgeschaltet Baudrateneinstellung
wird und das Meßsignal (ca. 50 kHz Sinussignal) keinen
Gleichspannungsanteil aufweist (zur Überprüfung AC- Die Baudrateneinstellung erfolgt automatisch. BEREICH: 110
Eingangskopplung wählen). Baud bis 115 200 Baud (keine Parität, Datenlänge 8 Bit, 2
Stoppbit). Mit dem ersten nach POWER-UP (Einschalten des
Unter jedem der Menüpunkte werden Sollwertabweichungen Oszilloskops) gesendeten SPACE CR (20hex, ODhex) wird
der Verstärker korrigiert und die Korrekturwerte werden die Baudrate eingestellt. Diese bleibt bis zum POWER-DOWN
dauerhaft gespeichert. Ein erneuter Abgleich kann erforderlich (Ausschalten des Oszilloskops) oder bis zum Aufheben des
werden, wenn sich die Umgebungsbedingungen erneut stark Remote-Zustandes durch das Kommando RM=O, bzw. die
geändert haben. AUTOSET-Taste (Local), wenn diese vorher freigegeben
wurde, erhalten. Nach Aufheben des Remote-Zustandes (RM-
Es wird darauf hingewiesen, daß diese automatisch LED (3) dunkel) kann die Datenübertragung nur mit Senden
durchgeführten Abgleicharbeiten nur erfolgen sollten, wenn von SPACE CR wieder aufgenommen werden.
das Oszilloskop seine Betriebstemperatur erreicht hat.
Erkennt das Oszilloskop kein SPACE CR als erste Zeichen,
wird TxD für ca. 0.2ms auf Low gezogen und erzeugt damit
RS232-Interface - Fernsteuerung einen Rahmenfehler.

Sicherheitshinweis Hat das Oszilloskop SPACE CR erkannt und seine Baudrate


eingestellt, antwortet es mit dem RETURNCODE O CR LF.
Achtung: Die Tastatur des Oszilloskops ist danach gesperrt. Die Zeit
Alle Anschlüsse der Schnittstelle am Oszilloskop sind zwischen Remote OFF und Remote ON muß mindestens
galvanisch mit dem Oszilloskop verbunden.
tmin = 2 x (1 / Baudrate) + 60µs
Messungen an hochliegendem Meßbezugspotential sind nicht
zulässig und gefährden Oszilloskop, Interface und daran betragen.
angeschlossene Geräte.
Datenübertragung
Bei Nichtbeachtung der Sicherheitshinweise (siehe auch
,,Sicherheit“) werden Schäden an HAMEG-Produkten nicht Nach erfolgreicher Baudrateneinstellung befindet sich das
von der Garantie erfaßt. Auch haftet HAMEG nicht für Schäden Scope im Remote-Zustand und ist zur Entgegennahme von
an Personen und/oder Fremdfabrikaten. Kommandos bereit.

Beschreibung
Das Oszilloskop verfügt auf der Geräterückseite über eine
RS232 Schnittstelle, die als 9polige D-SUB Kupplung
ausgeführt ist. Über diese bidirektionale Schnittstelle können
Einstellparameter von einem externen Gerät (z.B. PC) zum
Oszilloskop gesendet, bzw. durch das externe Gerät abgerufen
werden.

32 Änderungen vorbehalten
Bedienungselemente HM1004-3

Änderungen vorbehalten 33
34 Änderungen vorbehalten
Änderungen vorbehalten 35
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