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S. Engelbrecht-Vandré Übungsaufgaben zur Stöchiometrie | Stand: 24.02.

2013  

Hinweise

Die nachfolgenden Aufgaben sollen dem Selbststudium, vor allem jedoch der „Festigung“ bestimmter
ebenso grundlegender wie unverzichtbarer Fertigkeiten dienen und Sie in die Lage versetzen, einfache
mengenmäßige1 Berechnungen vorzunehmen. Ich habe versucht, ebenso praxisorientierte wie
erschöpfende Aufgabenbeispiele zusammenzustellen. Falls ich zukünftig über weitere schöne Beispiele
stolpere, so füge ich diese hier ein.

Anders als in Klausuren wird hier oft auf Detailangaben z.B. zur Atommasse verzichtet. Das geschieht
bewußt und in dem Bemühen, Sie zur Konsultation entsprechender Quellen anzuregen. Heutzutage
mittels Internet definitiv kein Problem!

Lösungen fehlen – bei „unlösbaren“ Problemen diskutieren Sie die Fragestellung zunächst mit Ihren
Mitstudierenden, dann mit den Betreuerinnen und Betreuern im Praktikum. Ich selbst stehe ebenfalls
gerne zur Verfügung (engel@uos.de).

Folgende Kenntnisse werden stillschweigend vorausgesetzt:

 Dreisatz (heutzutage auch “proportionale Zuordnung“)


 Das Lambert-Beer-Bouguer-Gesetz
 Die Avogadro’sche Zahl (NA)
 Die Definition der Dichte
 Die Formeln für Kreisfläche, Kreisumfang, Zylinder- und Kugelvolumen
 Prefixe und ihre Bedeutung (milli, mikro (μ), dezi … usw.)

Beachten Sie bei Berechnungen immer die Einheiten! Bis auf Logarithmen und Extinktionskoeffizienten
(schauen Sie mal nach, was sich dahinter genau verbirgt!) werden Sie es normalerweise immer mit
Produkten aus Zahlenwert und Einheit zu tun haben. Einheiten können Sie beliebig multiplizieren oder
dividieren, aber nur gleiche Einheiten können Sie addieren oder subtrahieren:

1g Wasser + 500 mg Wasser = 1,5 g Wasser = 1500 mg Wasser


1 Apfel + 1 Birne = 1 Birne + 1 Apfel ≠ 2 Apfelbirnen bzw. Biräpfel

Zur sogenannten „wissenschaftlichen Notation: Zahlenangaben in den Naturwissenschaften


überstreichen oft sehr weite Bereiche, etwa von 0,000000000000000001 bis 1000000000000000000.
Es ist ziemlich unhandlich, damit zu rechnen und, wenn Ihr Rechner nicht entsprechend voreingestellt
ist, auch ungenau. Wesentlich besser ist es, dann auf die wissenschaftliche Notation, d.h. die Darstellung
als Produkt aus Zahlenwert und Zehnerpotenz auszuweichen: 1 · 10 -18 (atto) bzw. 1 · 10 +18 (exa) in den
beiden Beispielen oben (siehe beispielsweise unter http://de.wikipedia.org/wiki/Vorsätze_für_Maßeinheiten).
 

                                                                                                                       
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Stö|chio|me|t|rie [st..., ʃt...] die; - <gr.-nlat.>: Lehre von der mengenmäßigen Zusammensetzung
chemischer Verbindungen u. der mathematischen Berechnung chemischer Umsetzungen (Duden - Das
Fremdwörterbuch, 9. Aufl., Mannheim 2007 [CD-ROM] )
 

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1 Die Aufgaben für den Montag:

Umrechnungen/Präfixe

Beispiel: 0,8 x 10-5 g = 8 µg

1,7 µM = ? mol / l
2,7 cm3 = ? ml
0,5 % (w/v) = ?g/l
0,003 ml = ? μl
0,23 l = ? cm3
760 mM = ?M
18 μl H20 = ? mg
160 µg = ? mg
0,28 M = ? mmol / l
0,73 cm3 = ? µl
4,4 % (v/v) = ? µl / ml
80 µg = ? mg
250 mmol / l = ?M
450 µl = ? cm3
6,4 g / l = ? %(w/v)
45 g / l = ? %(v/v) (Dichte = 1,125 g/cm3)

2 Die Aufgaben für den Dienstag:

Formelmassenberechnungen

Beispiel: Wasser = H2O = 18 Dalton = 18 g/mol

Ammoniak?
Kochsalz?
Schwefelsäure?
Glycin?
Alanin?
Methionin?
Tryptophan?
Chinin (C20H24O2N2)?
ATP?
Harnstoff?
Glucose?

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3 Die Aufgaben für den Mittwoch:

Der Molbegriff

1 mol „Stoff“ = Formelmasse von „Stoff“ in Gramm = NA Teilchen dieses Stoffes


Beispiel: 1 mol Wasser = 18g Wasser = 6,022 ·1023 Moleküle Wasser

1 mol Trp = ? g
9 g Wasser = ? mol
1 g ATP = ? mmol
1 mol Lysozym = ? kg (Molmasse Lysozym = 14313)
1 mol Glucose = ? g
100 mg Glucose = ? mmol
2 mmol Hämoglobin = ? g (Molmasse Hb = 64 kDa)
500 g Kochsalz = ? mol

4 Die Aufgaben für den Donnerstag:


Konzentrationen & Molarität

1 mol „Stoff“ pro Liter := 1 mol/l := 1M „Stoff“


Beispiel: Wieviel molar ist reines Wasser?
1l Wasser = 1kg Wasser (DichteWasser = 1 g/ml) = 1000g
1mol Wasser = 18g  1000/18 = 55,55 molWasser/l2

Wieviel g NaCl braucht man für die Herstellung von 50 ml einer 10 mM Lösung?
Wieviel g ATP für 10 ml 5 mM ATP?
Wieviel g NaCl für 1l 0,9%(w/v) NaCl?
Wieviel mmol NaCl sind in 100 ml einer Lösung mit 58,44 g NaCl enthalten?
Wieviele Millimole Kochsalz enthält eine isotone Kochsalzlösung (0,9 % (w/v))?
Männer haben Bluthämoglobinwerte von 14 -18, Frauen von 12 – 16 g/dl. Also wieviel mM?
Wie konzentriert (mol/l) ist reines Quecksilber?
Wieviel Gramm Tris-Puffer benötigt man für 500 ml einer 2M Lösung ? (MTris = 121 g/mol)
Blut-Harnstoff-Gehalt (blood urea nitrogen) = 7 - 20 mg/dl. Wieviel mM?
Upper limit of normal für Cholesterol im Serum (uln) = ~200 mg/dl. Also wieviel mM?
Lactat: uln = 1,8 mM. Wieviel Gramm/Deziliter? Wieviel mg/ml? Wieviel g/l?

                                                                                                                       
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 Beachte: Molaritäten können NICHT beliebig groß sein!!  

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5 Die Aufgaben für den Freitag:


Anwendungen
1) Eine Flasche Wodka (700 ml) enthält 37,5 Volumenprozent Alkohol.
(Ethanol, Dichte = 0,80 g/ml)

(a) Wieviel ml Ethanol enthält die Flasche?


(b) Wieviel g Ethanol enthält die Flasche?
(c) Wieviel mol Ethanol enthält die Flasche?
(d) Wie hoch ist die Ethanol-Konzentration in der Flasche? (molar, M)
(e) Falls jemand (unvernünftigerweise) kontinuierlich trinken würde, welcher Wodka wäre
wirksamer: einer mit 37,5 Volumenprozent oder einer mit 37,5 Gewichtsprozent Alkohol?
(f) Um welchem Faktor wäre die „Wirksamkeit“ erhöht?

2) Vollmilch enthält 3,3 g Protein pro 100 ml. Die mittlere Molekularmasse pro Aminosäurerest ist
110 Dalton.
Wie hoch wäre die Gesamt-Aminosäurekonzentration in Milch (in mM), wenn Sie das Eiweiß
vollständig hydrolysieren würden?
Wieviel mmol Aminosäure (Gesamt) nehmen Sie auf, wenn Sie einen Becher (250 ml) Milch
trinken?

3) Nach Angaben des Herstellers enthalten 100 g Nuß-Nougat-Creme durchschnittlich 54 g


Kohlenhydrate. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei ausschließlich um Saccharose
(C12H22O11) handelt. Die Dichte von Nuß-Nougat-Creme ist 1,30 g / ml.

Wie groß ist die Molekularmasse von Saccharose?


Wie groß ist das Volumen von 400 g Nuß-Nougat-Creme (= kleines Glas)?
Wie hoch ist die Konzentration (M) der Saccharose in Nuß-Nougat-Creme?        
 
4) Wieviele Moleküle ATP gibt es in einer Zelle? (ZellØ = 1 μm, Kugel, 5mM ATP)

5) 5g H2 + 5g O2  ? g Wasser (was & wieviel davon bleibt übrig?)

6) Wieviele Tryptophanreste enthält das Protein?


[Protein]3 = 100 μg/ml MProtein = 17250 g/mol [Trp] = 11,6 μM
Welche Extinktion (4 Nachkommastellen) würden Sie erhalten, wenn Sie selektiv Trp mit
εTrp280nm = 5600 lmol-1cm-1 messen könnten?

Weitere Aufgaben finden Sie in Altklausuren und im Praktikumsskript. Chemiker lernten – wenigstens
früher – aus dem „Nylén/Wigren“. Ich füge hier einen Auszug als Scan bei. Rechnen Sie! Und nicht
vergessen:

Ich höre und ich vergesse


Ich sehe und ich erinnere mich
Ich tue und ich verstehe
(altes chin. Sprichwort)

                                                                                                                       
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 Konzentrationsangaben stehen oft in eckigen Klammern [ ]

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Diese Übungen finden sich auch im Intranet unter Lehrmaterialien/Biochemie/Engelbrecht/bcGm.

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