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Pharmakologie


Fragenkatalog mit Antworten

Medikamente bei Allergie, Asthma, COPD 2


Pharmakologie der Herzinsuffizienz 8
Pharmakotherapie der arteriellen Insuffizienz 13
Pharmakotherapie gastrointestinaler Erkrankungen 24

!1 by Prof. Woodhouse
Medikamente bei Allergie, Asthma, COPD

1. Was geschieht im Asthmaanfall bei der Sofortreaktion? Nennen Sie die


pathophysiologischen Vorgänge.

Was geschieht: Bronchospasmus

Ödem

Verengung der Atemwege 

Vorgänge: Immunologische und nicht immunologische Stimuli stimulieren —>
Mastzellen —> schütten Histamin, Prostaglandiene, Leukotriene aus —>
Bronchokonstriktion —> sofort Reaktion

2. Was geschieht bei der Spätreaktion des Asthmaanfalls? Nennen Sie die
pathophysiologischen Vorgänge.

Was geschieht: Entzündung

Verengung der Atemwege

hyperreaktives Bronchialsystem

Vorgänge: Immunologische und nicht immunologische Stimuli stimulieren —>
Mastzellen —> schütten chemotaktische Mediatoren aus —> rekrutieren eos,
neutros, makrophagen —> schütten dann Leukotriene, O2-Radikale und Proteasen
aus —> Bronchokonstriktion —> Spätreaktion

3. Welche Rezeptoren vermitteln (patho)physiologisch eine


Bronchokonstriktion? Welche Second-Messenger-Mechanismen sind jeweils
beteiligt?

Rezeptoren: M2,3-Rezeptor

A1-Rezeptor

CysLT1-Rezeptor

Second-Messenger-Mechanismen: durch Hemmung der Adenylatcyclase kommt es


zu einem absinken des cAMP Spiegels —> Bronchokonstriktion

IP3: fördert Ca2+ Ausschüttung aus ER —> Bronchokonstriktion

4. Welche Rezeptoren vermitteln physiologisch eine Bronchodilatation? Welche


Second- Messenger-Mechanismen sind beteiligt? Nennen Sie wenigstens 2
Agonisten, die therapeutisch verwendet werden.

Rezeptoren: β2-Rezeptoren

Second-Messenger-Mechanismen: Adenylatcyclase wird angeregt —> cAMP
Spiegel steigt —> Bronchodilatation

Agonisten: Terbutalin, Fenoterol, Salbutamol


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5. Welche Substanzgruppen, die zur Therapie von Asthma bronchiale eingesetzt
werden, wirken sofort bronchodilatatorisch? Nennen Sie je einen Wirkstoff
und die Anwendungsart!

Substanzgruppen: β2-Mimetika (kurz wirkende): „Reliever“, „RABA“

Wirkstoff: Terbutalin: akuter Asthma Anfall. Inhalation

6. Nennen Sie 3 therapeutische Wirkungen der β2-Mimetika.



Bronchodilatation

Mukoziliäre Klärfunktion wird erhöht

Mediatorenfreisetzung wird gehemmt

7. Nennen Sie ein Beispiel für ein kurzwirksames β2-Mimetikum, dessen


ungefähre Wirkdauer und Indikation.

Terbutalin: 2-6h

Indikation: COPD


8. Nennen Sie ein Beispiel für ein langwirksames β2-Mimetikum („LABA‟),


dessen ungefähre Wirkdauer und Indikation. 

Formoterol: ca. 12h

Indikation: COPD


9. Nennen Sie ein Beispiel für ein ultralang wirksames β2-Mimetikum, dessen
ungefähre Wirk- dauer und Indikation. 

Indacaterol: ca. 24h

Indikation: nur bei COPD

10. Welche Wirkstoffgruppe wird zur Bedarfsmedikation bei Asthma bronchiale


eingesetzt? Nennen Sie ein Beispiel! Wie werden die Wirkstoffe appliziert? 

Werkstoffgruppe: Beta-2-Sympathomimetika

Bsp.: Terbutalin —> Inhalation


11. Lang wirksame β2-Mimetika sollen nicht als Primärmedikation eingesetzt


werden. Auf welcher Beobachtung basiert diese Empfehlung? Mit welchen
Präparaten sollen sie kombiniert werden? Wann kommen sie zum Einsatz?

nicht als Peimärmedikation, denn durch lange Mimetika wird zwar die Häufigkeit
eines Anfalls runtergesetzt, doch wenn dann mal einer kommt, ist dieser viel
heftiger und kann zum Tod führen. 

In Kombination mit Glucocorticoiden


Einsatz: schweres Asthma (ab Stufe 3) + COPD

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12. Nennen Sie 3 unerwünschte Nebenwirkungen der β2-Mimetika. 

Tremor, Tachykardie, Hyperglykämie

13. Welche Substanzgruppen, die zur Therapie von Asthmabronchiale eingesetzt


werden können, wirken antientzündlich? Nennen Sie dazu je einen Wirkstoff!

Substanzgruppen: 

Glucocorticoide —> Bsp.: Mometasom

Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten —> Bsp.: Montelukast

14. Welche Effekte werden bei Asthmabronchiale durch Leukotriene vermittelt?


Nennen Sie 3 Beispiele! 

- verstärkte Schleimproduktion

- Kontraktion glatter Muskelzellen

- Rekrutierung und Aktivierung von Entzündungszellen


15. Nennen Sie ein Beispiel für einen Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten.


Beschreiben Sie kurz dessen Wirkung und Indikation. 

Bsp.: Montelukast

Wirkung: blockieren den Leukotrien CysLT1-Rezeptor —> Bronchodilatation und
Reduktion der Drüsensekretion

Indikation: zusätzliche Therapie bei leichtem bis mittelschwerem Asthma, wenn
durch inhalative Glucocorticoide und bedarfsweise Anwendung von β2-Mimetika
keine ausreichende Symptomkontrolle möglich ist.


16. Auf welche Weise wirkt Theophyllin bronchodilatatorisch? Erläutern Sie die 2
Wirkmechanismen. Was versteht man unter dem Begriff „therapeutisches
Drug-Monitoring“? 

Wirkmechanismen: 

1) Phosphadiesterasehemmung —> cAMP steigt —> Bronchodilatation

2) Antagonist an Adenosinrezeptor —> Ausschüttung von Entzündungsmediatoren
wird gehemmt + cAMP steigt

therapeutisches Drug-Monitoring: individuelle Dosierung von Arzneistoffen, muss
bei geringer therapeutischen Breite 


17. Unter welchen Symptomen leiden Patienten mit einer Theophyllin-


Intoxikation? Nennen Sie 3 Beispiele. 

Unruhe, Erregbarkeit, Sinustachykardie (bei Serumwerte: 20-25 μg/ml)

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18. Theophyllin wird größtenteils in der Leber über CYP1A2 metabolisiert. Welche
Wechsel- wirkungen müssen daher beachtet werden bzw. welche Folgen hat
dies für bestimmte Patientengruppen? Nennen Sie 3 Beispiele! 

Raucher: schneller Abbau von Theophylllin durch CYP1A2 Induktion

Kinder: geringere HWZ von Theophyllin als bei Erwachsenen

Patienten die Chinolon-Antibiotika zu sich nehmen: CYP1A2 wird gehemmt.


19. Wann kommt Roflumilast zum Einsatz? Erläutern Sie den Wirkmechanismus!
Nennen Sie die wichtigste Kontraindikation!

Einsatz: COPD

Wirkmechanismus: PDE-4-Hemmer —> cAMP kann nicht abgebaut werden

Kontraindikation: schwere Leberfunktionsstörung


20. Zu welcher Wirkstoffgruppe gehört Tiotropiumbromid? Nennen sie die


Indikation und 3 mögliche Nebenwirkungen!

Wirkstoffgruppe: Anticholinerika

Indikation: COPD

Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Übelkeit, Husten


21. Worauf basiert die antientzündliche Wirkung der Glucocorticoide? Welcher


Wirkstoff kann zur systemischen Glucocorticoidtherapie bei Asthma
eingesetzt werden?

Wirkung: Beeinflussung des Glucocorticoid-IL-1-Regelkreises und
Synthesehemmung weiterer Interleukine

Wirkstoff: Prednisolon


22. Wie lange dauert es, bis die optimale Wirkung der Glucocorticoide eintritt?
Nennen Sie 2 schnell und 2 langsam eintretende Wirkungen der
Glucocorticoide.

Optimale Wirkung: erst nach Wochen

schnell: Permissiver Effekt für Katecholamine, Membranwirkungen

langsam: Entzündungshemmung, Immunsupression


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23. Nennen Sie 3 lokale Nebenwirkungen der inhalativen Glucocorticoide! Wie
kann man diese reduzieren? Nennen Sie einen Vertreter der inhalativen
Glucocorticoide!

Nebenwirkungen: 

1) Candiasis (Soor) der Mundschleimhaut und der Zunge

2) Heiserkeit

3) gereizte Schleimhäute

Nebenwirkungen reduzieren: Inhalation mit spacer unterstützen, damit Wirkstoff in
untere Atemwege gelangt.

Vertreter: Fluticason 


24. Nennen Sie 3 Indikationen für die systemische Gabe von Glucocorticoiden in
der Asthma- therapie!

1) Schweres Asthma bronchiale (Stufe 4)

2) Initial bei Eistellung auf inhalative Therapie

3) Akute Exazerbationen (z. B. durch intercurrente Infekte)


25. Nennen Sie einen Degranulationshemmer, dessen Wirkungsmechanismus


und Indikation.

Degranulationshemmer (Mastzellstabilisator): Nedocromil

Wirkungsmechanismus: Hemmung der Freisetzung von Histamin und Leukotrienen

Indikation: Nur zur Prophylaxe (v.a. bei Jugendlichen undKindern)


26. Was ist Omalizumab? Erläutern Sie den Wirkmechanismus und nennen Sie
eine Indikation.

Omalizumab: = humanisierter monoklonaler Antikörper gegen IgE

Wrkmechanismus: bindet selektiv an Immunglobulin E (IgE) und unterdrückt damit
eine allergische Reaktion

Indikation: COPD


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27. Nennen Sie 3 charakteristische Anzeichen für einen Status asthmaticus.
Erläutern Sie kurz die Therapieoptionen. Würden Sie Ihrem Patienten zur
Beruhigung ein Sedativum verabreichen? Begründen Sie Ihre Entscheidung.

Anzeichen

extreme Kurzatmigkeit und Atemnot

Atemfrequenz >25/min

Pulsfrequenz > 120/min


Therapieoptionen

Patient aufsetzen

Sauerstoffgabe 2l/min

β2-Mimetikum: Salbutamol 0,25 mg langsam i.v

kein Sedativum zur Beruhigung, denn es kann dadurch zu Atemdepressionen und
Kreislaufproblemen kommen.


28. Worin unterscheiden sich Antihistaminika der 2. Generation von Vertretern


der 1. Generation? Nennen Sie 3 Unterschiede!


1. wirken auf ZNS zentrale NW anticholinerg


Generation

2. wirken nicht auf ZNS keine zentralen NW weniger



Generation

29. Welche Wirkung vermittelt Histamin durch die Bindung an H1-Rezeptoren?


Nennen Sie je 2 Vertreter der Antihistaminika der 1. und 2. Generation.

Wirkung: Juckreiz, Konstriktion in Bronchien und Darm, Vasodilatation,
Gefäßpermeabilitätssteigerung

Vertreter 1. Generation: Dimetinden, Pheniramin

Vertreter 2. Generation: Bilastin, Azelastin


30. Was ist eine Pseudoallergie? Nennen Sie 2 Beispiele für die
pseudoallergische Histamin- freisetzung durch Pharmaka. 

Pseudoallergie: = Reaktion vom Körper auf Noxe, die Allergie gleicht, jedoch nicht
auf Antigen-Antikörper-Reaktion beruht.

Bsp.: Morphin, Iopamidol

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Pharmakologie der Herzinsuffizienz
1. Was ist die Definition von Herzinsuffizienz und mit welchen Mechanismen
versucht der Organismus eine Herzinsuffizienz zu kompensieren? 

Def.: wenn das Herz unfähig ist, das vom Organismus benötigte Herzzeitvolumen
bei normalem enddiastolischen Ventrikeldruck bereit zu stellen.

Kompensation: Neuroendorkine Aktivierung, Hypertrophie, Dilatation, Remodeling


2. Welche Anpassungsmechanismen bei Herzinsuffizienz fallen unter den


Überbegriff der neurohumoralen (endokrinen) Aktivierung? Was wird damit
erreicht? 

Sympathoadrenales System: Sympathikusaktivierung + Noradrenalin Ausschüttung
—> positiv chronotrop, inotrop

Renin-Angiotensin-Aldosteron-System: Vasokonstritktion

Adiuretin: Wasserrentetion —> Erhöhung der Vorlast

ANP/BNP: Gegenspieler von RAAS, senkt Plasmavolumen und Blutdruck 

—> Herz wird vor übermäßiger Belastung geschützt


3. Nennen Sie die Therapieprinzipien der HI und je mindestens ein Beispiel für
eine Substanzgruppe, die dafür verwendet wird. 

1) Hemmung der neurohumeralen Aktivierung: ACE-Hemmer

2) Senkung von Vor und Nach -Last: Diuretika

3) Steigerung der Kontraktionskraft: Herzglykoside

4. Welche Medikamentengruppen stehen Ihnen zur Therapie der chronischen


Herzinsuffizienz zur Verfügung? Nennen Sie dazu je einen Wirkstoff als
Beispiel. 

1) ACE-Hemmer: Captopril

2) AT1-Anatognisten: Telmisartan

3) Diuretika: Furosemid

4) Aldosteron Antagonisten: Spironolacton

5) beta - Blocker: Bisoprolol

6) Herzglykoside: Digitoxin


5. Nennen Sie einen ACE-Hemmer und erklären Sie seine Wirkungsweise und
Effekte bei Herzinhsuffizienz. 

ACE blockiert Angiotensin Converting Enzyme —> somit entsteht kein
Angiotensin-2, Blutdruck fällt ab —> Herz wird geschont

Beisp.: Captopril


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6. Bei ACE Hemmern kann Reizhusten als Nebenwirkung auftreten. Erklären Sie
warum und welche Therapiealternative es gibt. 

ACE Hemmer verhindern auch den Abbau von Bradykenin, somit kommt es leichter
zu einer Bronchokonstriktion.

Alternativ: AT1-Antagonisten


7. Warum werden ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz verschrieben? 



ACE-Hemmer verbessern die Symptomatik, körperliche Belastbarkeit und die
Überlebens- wahrscheinlichkeit bei Patienten mit leichter, mittlerer und schwerer
Herzinsuffizienz.


8. Nennen Sie je 3 ACE Hemmer und AT1-Antagonisten. Was sind die


Hauptindikationen?

ACE Hemmer: Captopril, Lisinopril, Enalapril

ACE IND: HI, Hypertonie


AT1-Blocker: Losartan, Valsartan, Candesartan

AT1-Bl. IND: HI, Hypertonie, wenn ACE-Hemmer Nebenwirkungen heftig sind.


9. Nennen Sie einen AT1-Antagonisten und erklären Sie seine Wirkungsweise


und Effekte bei Herzinsuffizienz. 

Losartan: Verhindert die Bindung von Angiotensin 2 an AT1-Rezeptor.

—> Herz wird geschützt vor Überbelastung


10. Welche Unterschiede bestehen zwischen ACE-Hemmern und AT1-Blockern


bezüglich ihrer Pharmakodynamik und Pharmakokinetik? 

ACE-Hemmer Dynamik: ACE blockiert Angiotensin Converting Enzyme —> somit
entsteht kein Angiotensin-2, Blutdruck fällt ab —> Herz wird geschont

ACE-Hemmer Kinetik: in Leber metabolisiert, dann erst Wirksam, in Niere
ausgeschieden

AT1-Blocker Dynamik: Verhindert die Bindung von Angiotensin 2 an AT1-Rezeptor.
—> Herz wird geschützt vor Überbelastung

AT1-Blocker Kinetik: im Dünndarm resorbiert. In Niere Ausgeschieden aber nur zum
Teil

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11. Warum werden Diuretika bei der Behandlung der Herzinsuffizienz
verschrieben (akute/chronische Verabreichung)? Nennen Sie je eine
geeignete Substanz zur Akut- bzw. Langzeittherapie bei dieser Indikation. 

Akut: Abnahme des zirkulierenden Blutvolumens Ventr. Füllungsdrücke ,
Stauungszeichen —> Schleifendiuretika: Furosemid

Langzeittherapie: Senkung der Nachlast —> Thiazide: Hydrochlorothiazid


12. Warum dürfen Thiazide bzw. Schleifendiuretika bei Herzinsuffizienz nicht als
Monotherapie verschrieben werden? Womit müssen sie kombiniert werden? 

Wirken nur auf Blut —>in Kombination mit ACE-Hemmern/AT1-Blockern und
Betablockern


13. Warum werden zur Ödemausschwemmung bei Herzinsuffizienz


Schleifendiuretika, nicht aber Thiaziddiuretika verwendet? 

Weil die Ödeme größtenteils renal bedingt sind (RAAS) und oft nur mit
Schleifendiuretika auszuschwemmen sind. Kaliumsparende Diuretika (Thiazid) sind
kontraindizierend


14. Was ist die Pharmakodynamik der Schleifendiuretika? 



Hemmung des Na2ClK-Transporters in der Henke-Schleife —> Wiederaufnahme
von Natriumionen, Kaliumionen und Chloridionen aus dem Primärharn in den
Körper —> was zu einer erhöhten Salzkonzentration führt —> Wassermenge i Harn
erhöht sich —> Harnausscheidung wird erhöht


15. Was ist die Pharmakodynamik der Thiazide?



Thiazide wirken vorwiegend an den distalen Tubuli des Nephrons. Sie hemmen an
der luminalen Membran der Tubuluszellen den Natrium/Chlorid-Cotransport. Bei
höheren Dosierungen hemmen die Thiazide zusätzlich die Carboanhydrase. Somit
steigern die Thiazide hauptsächlich über die erhöhte Ausscheidung von Natrium die
Diurese und senken über indirekte Effekte den Blutdruck ab.


16. Verglichen Sie das Nebenwirkungsprofil von Schleifen- und Thiazid Diuretika.

beide: Hypokaliämie, Hypovolemie (Thorombose Risiko)

Schleifen: Tinitus, Hörstörungen

Thiazid: Blutfettwerte gehen rauf


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17. Was sind Pharmakodynamik und Nebenwirkungen von Spironolacton? 

Hyperkaliämie, Beschwerden Magen Darm, Exantheme (Auschlag)

18. Warum werden bei der Behandlung von Herzinsuffizienz β-Blocker


verschrieben? Welche Gruppe davon wird verwendet? 

für Erholung des Herzens kompensatorische Überaktivität vom Sympathikus wir
gedrosselt 

—> selektive Beta-Blocker

19. Nennen Sie β-Blocker, die bei chronischer Herzinsuffizienz verwendet werden
dürfen. Warum gerade diese? 

Selektive beta1-Blocker damit sie nur am Herzen wirken und nicht den ganzen
Körper betreffen (z.B.: wenn beta 2 blockiert wird, dann kommt es zu einer
Vasokonstriktion —> Blutdruckanstieg, wieder schlecht für Herz

beta Blocker: Metoprolol, Bisoprolol, Nebivolol


20. Was ist die Pharmakodynamik von Ivabradin? Welche Nebenwirkungen sind
durch den Wirkmechanismus bedingt? 

Dynamik: Hemmung der sogenannten funny channels (If-Kanäle) im Sinusknoten,
—> Herzfrequenz geht runter

NW: Sehstörungen (Lichtblitze), verschwommenes Sehen, Rhythmusstörungen,
Kopfschmerzen


21. Was ist der Wirkmechanismus von Herzglykosiden? An welchen Strukturen


wirkt sich das aus? Wie? 

Na/K ATPase wird gehemmt, Na/Ca Antiport wird gehemmt —> es bleibt viel Ca+ in
der Zelle, wird im SR gespeichert. Falls jetzt Reiz kommt wird viel mehr Ca+
ausgeschüttet —> Kontraktionskraft wird gesteigert.


Wirken auf: -> Herz, 

-> Autonomes Nervensystem (Parasymp.: Vaguskerne; Sympathikus)


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22. Nennen Sie die Nebenwirkungen der Herzglykoside. Was sind Warnzeichen
für eine Überdosierung? Was ist ein besonderer Risikofaktor für Toxizität
angesichts der üblichen Arzneimittelkombinationen, die bei Herzinsuffizienz
verabreicht werden? 

NW: 

Herzrythmusstörungen: AV-Block, Kammerektopien

gastointestinale NW: Anorexie, Nausea, Emesis

neurotoxische NW: Kopfschmerz, Müdigkeit, Schlaflosigkeit

Warnzeichen: Biegeminus (auf jede Systole folgt eine Extrasystole), ST-Senkung

Risikofaktoren: z.B.: Bettblocker —> Arrythmien

Schleifendiuretika —> Hypokaliämie —> Wirkung der Glykoside verstärkt —>
Arrythmien


23. Welche Substanzgruppen mit positiv inotroper Wirkung zur Therapie der
Herzinsuffizienz kennen Sie? Nennen Sie je einen Vertreter. 

Harzklykoside: Digitoxin


24. Welche pharmakologischen Interventionsmöglichkeiten (Arzneimittelgruppe +


Wirkstoff) haben Sie bei einer akuten HI mit Schocksymptomatik und
niedriger Auswurffraktion?

PDE-Hemmer: Milrinon

Calcium-Sensitiser: Levosimendan

Sympathomimetika: Dobutamin


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Pharmakotherapie der arteriellen Insuffizienz

1. Welche verschiedenen Wirkstoffklassen kommen für die


Thrombozytenaggregationshemmung in Frage? Nennen sie jeweils einen
Wirkstoffnamen.


Cyclooxigenasehemmer: Acetylsalicylsäure

ADP-Hemmer = P2Y12-Rezeptor-Antagonisten: Clopidogrel

Hemmstoffe des Glykoproteins IIb/IIIa: Tirofiban

PDE Hemmer: Dipyridamol


2. Wie wirkt Acetylsalicylsäure? Warum ist eine niedrige perorale Dosis von ASS
(z.B. 100 mg) ideal geeignet für eine effektive Hemmung der
Thrombozytenaggregation? 


ASS = irreversiblen Hemmung von Cyclooxygenase, es werden keine
Prostaglandine produziert, keine Mediatoren für Schmerz Fieber und Entzündungen

auch Bildung von Thromboxan (bestandteil von Thrombozyten) wird gehemmt,
Risiko von Thrombose verringert

schon ab 100mg/d ist optimale Wirkung zu beobachten, jedoch werden auch
längere Blutungen gefördert, deshalb je niedriger die Dosis desto besser, darüber
hinaus ist eine geringe Dosis von ASS COX-1 spezifisch (COX-2 hemmt ja
Aggregation, also wenn Hemmer, COX-2, durch ASS gehemmt wird gibt es keine
Hemmung und es kommt zu einer Thrombozytenaggregation :P)


3. Skizzieren Sie die Rolle und Lokalisation der COX-Isoenzyme im vaskulären


System. Das Fehlen welchen Mediators ist für die
thrombozytenaggregationshemmende Wirkung von ASS verantwortlich? 


COX-1: in Thrombozyten zu finden;

Arachidonsäure kommt auf COX-1, COX-1 schüttet Thromboxan A2 aus —> TXA2
fördert Thrombozytenaggeragtion + Vasokonstriktion

COX-2: in Endothelzellen

Arachidonsäure kommt auf COX-2, COX-2 schüttet Prostacyclin aus —> PGI2
hemmt Thrombozytenaggeragtion + Vasodilatation

ASS hemmt COX-1 somit kommt es zu keiner Ausschüttung von Thromboxan A2
somit —> keine Vasokonstriktion und Thrombozytenaggreagtion

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4. Warum können COX2-Inhibitoren kardiovaskuläre Nebenwirkungen
hervorrufen? Die Bildung welcher Substanz wird gehemmt und wie wirkt sich
dies auf die Thrombozytenaggregation aus? 


COX-2 wird gehemmt und Prostacyclin Synthese wird gehemmt —> es kommt zu
keiner Vasodilatation und zu keiner Aggregationshemmung —> Thrombose Risiko

Problem: durch Hemmung von COX2 steht COX1 mehr Arachidonsäure zu
Verfügung also wird mehr Thromboxan A2 gebildet —> erhöhte aggregatorische
Wirkung auf Thrombozyten —> Inzidenz von kardiovaskulären Ereignissen steigt


5. Welche ASS Dosierung wird typischerweise zur analgetischen bzw.


antithrombotischen Therapie verwendet? Welche pharmakokinetischen
Besonderheiten von niedrigen und hohen ASS Dosen kennen Sie? 


antithrombotisch: 30-300mg; T1/2 = 2-3h; Cmax 0,5-1μm

analgetisch: 500-1000mg; T1/2 = 15h; Cmax 50-100 μm


6. Nennen Sie Beispiele für ADP-Hemmer/P2Y12-Rezeptorantagonisten. Wie ist


die Art der Rezeptorblockade und welche grundsätzlichen Unterschiede gibt
es bei der Pharmakokinetik? Was sind die häufigsten Nebenwirkungen?


Allgemein: Was sind eigentlich ADP-Hemmer?

blockiert Bindung von Adenosindiphosphat (ADP) an seinen Thrombozytenrezeptor
(P2Y12-Rezeptor). Dadurch wird die ADP-abhängige Thrombozytenaggregation
über den Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorkomplex unterbunden.


Clopidogrel: Prodrug, irreversibel

Prasugrel: Prodrug, irreversibel

Ticagrelor: aktiv, reversibel

Cangrelor: aktiv, reversibel

Info: Prodrug = inaktive oder weniger aktive Vorstufe eines Arzneistoffs, die erst im
Körper, d.h. in vivo durch Stoffwechselvorgänge in die aktive Wirksubstanz
überführt wird.


Nebenwirkungen: 

leichte–mittelschwere Blutungen (~10–15%), schwere Bl. selten !
Überempfindlichkeitsreaktionen

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7. Wie wirkt Clopidogrel? Für welche Indikationen ist Clopidogrel zugelassen?
Welche Vorteile bezüglich Sicherheit/Verträglichkeit hat Clopidogrel
gegenüber ASS? 


Clopidogrel = Thrombozytenaggregationshemmer, der die ADP-abhängige
Thrombozytenaktivierung durch Inhibition der P2Y12-Rezeptoren irreversibel
hemmt. (ADP-Rezeptor-Blocker). 


Indikationen

-) Sekundärprävention nach Schlaganfall, Herzinfarkt oder peripherer arterieller
Verschlusskrankheit

-) Akutes Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung oder beim Myokardinfarkt mit
ST-Strecken-Hebung (zusammen mit ASS).

-) Prävention thromboembolischer Ereignisse beim Vorhofflimmern (zusammen mit
ASS).


Sicherheit/Verträglichkeit

bei Clopidogrel ist die Chance an Gastritis, Gastrointestinale Ulcera, und
gastrointestinale Blutungen zu erkranken, viel geringer als bei ASS


8. Wie wirkt Prasugrel? Für welche Indikationen ist Prasugrel zugelassen?


Welche Arzneimittelinteraktion könnte bei Prasugrel problematisch sein? 


Prasugrel = ADP-Hemmer = P2Y12-Rezeptor-Antagonisten

= Thrombozytenaggregationshemmer, der die ADP-abhängige
Thrombozytenaktivierung durch Inhibition der P2Y12-Rezeptoren hemmt (ADP-
Rezeptor-Blocker).


Indikationen

in Kombination mit ASS bei akutem Koronarsyndrom oder Myokardinfarkt mit
perkutaner Koronarintervention


Interaktion

max. Konzentration geht runter bei Kombination mit Säurehemmern 

(H2-Blockern, PPIs)


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9. Wie wirkt Ticagrelor? Für welche Indikationen ist Ticagrelor zugelassen?
Welche Arzneimittelinteraktionen könnten bei Ticagrelor problematisch sein?


Ticagrelor = ADP-Hemmer = P2Y12-Rezeptor-Antagonisten

= Thrombozytenaggregationshemmer, der die ADP-abhängige
Thrombozytenaktivierung durch Inhibition der P2Y12-Rezeptoren hemmt (ADP-
Rezeptor-Blocker).


Indikationen

-) in Kombination mit ASS bei akutem Koronarsyndrom und Myokardinfarkt


Interaktionen

-) erhöhter Plasmaspiegel bei Komb. mit CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Clarithromycin) 

-) erniedrigter Spiegel mit CYP3A4-Induktoren (z.B. Carbamazepin, Rifampicin) 

-) erhöhter Plasmaspiegel mit Hemmstoffen von P-Glykoprotein (z.B. Verapamil) 


10. Wie wirkt Cangrelor? Für welche Indikation ist Cangrelor zugelassen? Welche
pharmakokinetischen Besonderheiten hat Cangrelor? 


Cangrelor = ADP-Hemmer = P2Y12-Rezeptor-Antagonisten

= Thrombozytenaggregationshemmer, der die ADP-abhängige
Thrombozytenaktivierung durch Inhibition der P2Y12-Rezeptoren hemmt (ADP-
Rezeptor-Blocker).


Indikation

-) in Kombination mit ASS bei percutaner Koronarintervention bei PatienInnen die
vorher keine orale P2Y12 Hemmer erhielten, bzw. bei denen eine orale Therapie
nicht mehr möglich ist (nur stationär) 


Kinetik

-) Kurze HWZ, gut steuerbar – Aggregationsfähigkeit 60 min nach Ende der Infusion
wiederhergestellt

-) Inaktivierung durch Dephosphorylierung im Plasma

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11. Welche physiologische Rolle spielt das Glykoprotein IIb/IIIa? Welche
Hemmstoffe kennen Sie? Was ist ihr Wirkmechanismus? 


physiologische Rolle

-) auch Fibrinogen-Rezeptor" bezeichnet, kommt auf der Oberfläche von aktivierten
Thrombozyten vor

-) fördert Thrombozyten Aggregation


Hemmstoffe

-) Abciximab: monoklonaler AK → Bindung an GP IIb/IIIa 

-) Eptifibatid: Inhibition des GP IIb/IIIa

-) Tirofiban: reversible Hemmung des GP IIb/IIIa 


Wirkmechanismus

Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten hemmen Thrombozytenaktivierung,
indem sie den thrombozytären Rezeptor Glykoprotein IIb/IIIa blockieren.


12. Nennen Sie Hemmstoffe des Glykoprotein IIb/IIIa. Welche Indikationen gibt es
und welche Besonderheiten in der Applikation kennen Sie? 


Indikation

-) perkutane Koronarintervention

-) akutes Koronarsyndrom

-) in Kombination mit Heparin und ASA


Hemmstoffe

-)Abciximab

-) Eptifibatid

-) Tirofiban


Applikation

i.v. Bolus und Infusion

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13. Wie funktioniert die Thrombozytenaggregationshemmung durch
Dipyridamol? Welche Indikationen und welche Nebenwirkungen gibt es?


Dipyridamol ist ein Phosphodiesterase Hemmer (Phosphodiesterase baut eigentlich
cAMP ab), nun wird cAMP nicht mehr abgebaut (cAMP geht rauf) und es kann zu
keiner Aktivierung der Gp IIb/IIIa kommen —> somit kommt es zu keiner
Thrombozytenaggregation (Aggregationshemmer) + es kommt zu einer
Vasodilatation

Dipyridamol hindert auch Erythrozyten Adenosin aufzunehmen, also gibt es viel
Adenosin im Plasma, dieses bindet an den A2-Rezeptor der Thrombozyten und die
Adenylatcylase wird angeregt (die macht aus ATP —> cAMP), somit steigt auch hier
der cAMP spiegel —> also es kommt wieder zu keiner Aktivierung des Gp IIb/IIIa.


Also: Thrombozytenaggregationhemmung geschieht einmal durch Stimulierung der
Adenylatzyklase und durch inhibierung der PDE. (2 Wege mit gleicher Wirkung)


Indikationen

-) Sekundärprävention ischämischer cerebraler Insulte (Hirnifarkt)

-) transitorischer ischämischer Attacken (ähnlich wie ein Schlaganfall)


Nebenwirkungen

-) Blutungen (5–10%), Anämie, Synkopen, Hypotonie, gastrointestinale Symptome
-) Verschlechterung einer koronaren Herzkrankheit (1–10%!)

14. Welcher von Endothelzellen gebildete Mediator relaxiert glatte


Gefäßmuskelzellen und nach welchem Mechanismus? Welche Medikamente
nutzen dies und nach welchen Gesichtspunkten werden sie eingeteilt (+
Wirkstoff)? Bei welchen Krankheitsbildern werden sie eingesetzt?


Mediatoren + Vasodilatation 

-) NO (EDRF): NO aktiviert Guanylatzyklase in glatter Gefäßmuskelzelle —> cGMP
steigt an —> Vasodilatation

-) Prostacyclin: bindet an IP-Rezeptor an glatter Gefäßmuskelzelle —> cAMP steigt
an —> Vasodilatation


Medikamente

Einteilung

-) NO-Donatoren mit Enzymatischer Aktivität —> Glyceroltrinitrat „Nitroglyzerin“

-) NO-Donatoren ohne Enzymatischer Aktivität —> Molsidomin

-) PDE-Hemmer —> Sildenafil


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Info:

PDE-Hemmer, PDE baut cGMP zu GMP um, also würde eigentlich Konstriktion
machen, doch weil es gehemmt wird kommt es zu einer Dilatation.


Indikationen

-) Angina pectoris Anfall (Nitroglycerin)

-) Stabile Angina pectoris, zusätzlich zu oder statt Betablocker, Kalziumkanalblocker

-) Risikoreduktion bei akutem Koronarsyndrom


15. Erklären Sie die Regulation des Gefäßtones durch NO? Wo wird dieses
produziert? In welchen Zellen wirkt es und wie? Wie wird die Wirkung
beendet? Nennen Sie zwei Wirkstoffklassen, die in dieses System eingreifen?


NO wird in den Endothelzellen z.B.: durch Spannung ausgeschüttet, diffundiert
dann gleich in die Muskelzelle, aktiviert dort zytosolische Guanylatzyklase, die
cGMP macht.

cGMP aktiviert die Proteinkinase G, welche die Myosin-leichte-Ketten-Phosphatase
aktiviert. Diese Phosphatase wiederum dephosphoryliert das Myosin und führt so
zur Vasodilatation. —> Wirkt auf glatte Gefäßmuskelzellen


Abbau / Beendigung

NO hat Halbwertszeit von ein paar Sekunden und cGMP wird von der
Phosphodiesterase-5 zu GMP abgebaut, somit verliert auch Gefäß an Dilatation


Wirkstoffklassen

-) PDE-5 Hemmer (baut NO zu GMP ab)

-) Stickstoffdonatoren


16. Worauf ist bei der Therapie mit NO-Donatoren zu achten? Welche
Nebenwirkungen können entstehen und erklären Sie diese?


NO-Donatoren dürfen nicht mit PDE-5-Hemmern kombiniert werden, sonst kann es
zu einer Wirkungsverstärkung kommen und zu einem Schock 


Nebenwirkungen

-) Hypotonie, Kopfschmerzen etc. (Vasodilatation) 

-) Reflextachykardie durch Blutdruckabfall (also auch Vasodilatation)

-) Nitrattoleranz (durch Downregulation)

-) Rebound (überschießende Gegenreaktion bei abruptem Absetzen eines
Medikaments durch Up-Regulation)


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17. Was ist eine Reflextachykardie? Bei welchen Medikamentengruppen
(+Beispielwirkstoffen) kann sie vorwiegend auftreten? 


Reflextachykardie bedeutet Beschleunigung des Herzschlags mit dem Ziel, einen
Blutdruckabfall durch vermehrte Herztätigkeit abzufangen.


Kann durch Medikamente zustande kommen

-) Calziumkanalblocker: Nifedipin

-) NO-Donatoren / Nitrate: Glyceroltrinitrat

-) Alpha-Blocker: Tamsulosin

18. Welche Calciumkanalblocker (Wirkstoffklassen / Leitsubstanzen) kommen für


die Behandlung der Koronarinsuffizienz in Frage? Worin besteht der
Unterschied der verschiedenen Klassen hinsichtlich ihrer Pharmakodynamik?
Welche Nebenwirkungen sind charakteristisch für die einzelnen
Wirkstoffklassen? 


allgemeine Wirkung der Calciumkanalblocker

durch Blockierung des Calciumionen-Einstroms in den Zellen der glatten
Gefäßmuskulatur, kommt es zu einer gefäßerweiternde Wirkung.


allgemeine Nebenwirkungen der Claciumkanalblocker

vasomotorischer Kopfschmerz, Flush, Wärme/Hitzewallungen, orthostatische
Hypotension, Schwindel


Dihydropyridine (Wirkstoffklasse)

-) Nifedipin (Leitsubstanz)

—> Pharmakodynamik: Koronarwiderstand und Peripherer Widerstand nehmen ab,
somit kommt es zu einem Blutdruckabfall. Es gibt keine direkte Wirkung auf das
Reizleitungssystem des Herzens, jedoch kommt es zu einem Anstieg der
Herzfrequenz

—> Nebenwirkungen: periphere Ödeme (Knöchelödeme), schnell anflutende
Reflextachykardie


Phenylalkylamine (Wirkstoffklasse)

-) Verapamil (Leitsubstanz)

—> Pharmakodynamik: Koronarwiderstand und Peripherer Widerstand nehmen ab,
somit kommt es zu einem Blutdruckabfall. Es kommt auch zu einer Senkung von
AV-Überleitung, Herzfrequenz und Kontraktilität des Herzens

—> Nebenwirkungen: Bradykardie, AV Block, neg. inotrop


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Benzothiazipine (Wirkstoffklasse)

-) Diltiazem (Leitsubstanz)

—> Pharmakodynamik: Koronarwiderstand und Peripherer Widerstand nehmen ab,
somit kommt es zu einem Blutdruckabfall. Es kommt auch zu einer Senkung von
AV-Überleitung, Herzfrequenz und Kontraktilität des Herzens, aber schwächer als
bei Verapamil (Phenylalkylaminen)

—> Nebenwirkungen: Bradykardie, AV Block, neg. inotrop


19. Beschreiben Sie den pharmakologischen Angriffspunkt und


Wirkmechanismus von Ranolazin! Für welche Indikationen ist die Substanz
zugelassen? Welche Nebenwirkungen sind charakteristisch für Ranolazin? 


Wirkmechanismus

Der späte Natrium-Einstrom durch spannungsabhängigen Na- Kanal des Herzens
wird gehemmt → dadurch kommt es zur Hemmung des reverse mode Na/Ca-
Austauscher → intrazellulärer Calciumspiegel sinkt → bessere Entspannung in
Diastole → Herzmuskeldurchblutung steigt 


Indikationen

Zusatztherapie bei Angina pectoris und Intoleranz von Betablockern und / oder
Calciumkanalblockern


Nebenwirkungen

Schwindel, Kopfschmerzen, gastrointestinale Beschwerden, QT-Verlängerung

20. Was sind die Ziele der pharmakologischen Therapie bei der Angina pectoris?
Welche Wirkstoffklassen gibt es? Nennen Sie je einen Wirkstoff. 


Ziele

-) Verbesserung der Koronardurchblutung

-) Entlastuntgstherapie 

(Senkung der Herzfrequenz, Steigerung der Koronardurchblutung)

-) Anfallstherapie- Prophylaxe


Wirkstoffklassen

-) Betablocker: Bisoprolol 

-) Frequenzsenker: Ivabradin 

-) NO- Donatoren: Glyceroltrinitrat

-) Ca-Kanalblocker:Verapamil


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21. Welche β-Blocker sollten in der Therapie d. Anginapectoris verwendet werden
(Überbegriff+ Beispiel) und warum? Welche anderen Wirkstoffe führen hier
ebenfalls zu einer Frequenzsenkung und über welchen Mechanismus?


-) Beta 1- selektive Blocker (zB. Bisoprolol,Metoprolol), weil die Koronararterien

über Beta 2- Rezeptorern dilatiert → Blockade dieser würde zu einer

Verschlechterung der Koronardurchblutung führen

-) Ivabradin: Hemmung des HCN-If – Kanals


22. Warum ist bei der gleichzeitigen Anwendung von Nitroglyzerin/


Glyceroltrinitrat und Viagra®/Sildenafil Vorsicht geboten? Zu welcher
Substanzklasse gehören die Wirkstoffe jeweils? Erklären Sie den
zugrundeliegenden Mechanismus.


Vorsicht

Beide führen zu einer Gefäßerweiterung

Die Kombination der beiden führt zu einem starkem Blutdruckabfall


Substanzklassen

-) Nitroglyzerin: NO-Donator → Guanylatcyclase → cGMP → Vasodilatation 

-) Sildenafil: PDE5-Hemmer → Hemmt cGMP Abbau → Vasodilatation

23. Nennen sie eine hauptsächlich arteriosklerotisch bedingte periphere arterielle


Durchblutungsstörung. Worin besteht die Therapie der Wahl? Was ist nicht
wirksam und warum? 


Durchblutungsstörung

Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit)


Therapie

-) Rekanalisation (Stent, Bypass, Ballondilatation) 

-) Aggregationshemmer


Nicht Wirksam

Standardvasodilatantien wegen „Steal-Phänomen“ unwirksam

(ich hab leider nicht verstanden was dieses Steak-Phänomen ist, es kommt zu einer
Durchblutungsumverteilung)


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24. Welche Mediatoren regulieren den Tonus der Gefäßmuskelzellen? Welche
davon werden in der Angina pectoris-Therapie genutzt? Nennen Sie Beispiele
für Wirkstoffklassen und je einen Wirkstoff. 


Mediatioren

-) Konstriktion: Endothelin, Adrenalin, Noradrenalin, Angiotensin II, Calzium

-) Dilatation: NO, cGMP, cAMP, Prostacyclin, Adrenalin, Kalium


Angina Pectoris

-) NO-Donatoren: Nitroglyzerin

-) Calziumkanalblocker: Nifedipin, Verapamil, Diltiazem 

-) Na/Ca-Austauscher-Hemmer: Ranolazin


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Pharmakotherapie gastrointestinaler Erkrankungen

1. In welchen Zellen und über welchen Mechanismus erfolgt die Sekretion von
Magensäure? Welches sind die wichtigsten stimulatorischen, welches die
wichtigsten hemmenden Mediatoren? 


Zellen

Magensäure wird in Belegzelle (auch Parietalzellen genannt) der Mucosa des
Magens gebildet.


Mechanismus

Magensäure = HCl, also brauchen wir im Lumen H+ und Cl-, weil H+ + Cl- = HCl

Durch einen Stimulus wird die H+/K+ - ATPase angeworfen 

—> sie pumpt H+ ins Lumen und dafür K+ in die Zelle hinein (Antiport)

—> somit haben wir schonmal unser H+ für HCl

währenddessen macht die Carbonanhydrase im Zytoplasma aus H2O und CO2 

—> HCO3- und H+

Dieses HCO3- wird verwendet um Cl- gegen HCO3- im Austausch aus dem Blut in
die Zelle zu bekommen.

Nun haben wir Cl- in der Zelle, das kann jetzt einfach über einen Cl- Kanal in das
Lumen wandern

—> somit haben wir jetzt endlich unser H+ und unser Cl- im Lumen für unsere HCl


stimulierende Mediatoren

-) Gastrin

-) Acetylcholin

-) Histamin


hemmende Mediatoren

-) Prostaglandine

-) Somatostatin

-) Epidermal Growth Factor


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2. Welche säurebedingten Erkrankungen kennen Sie? Mit welchen
Substanzgruppen kann man sie behandeln? Nennen Sie dazu je einen
Wirkstoff. 


Erkrankungen

-) Ulcus Pepticum

-) Refluxösophagitis

-) Zollinger-Ellison-Syndrom


Substanzgruppen + Wirkstoff


Hemmung der Aggressiven Faktoren

-) Antacida —> Maalox

-) Histamin-H2-Antagonisten (H2-Blocker) —> Ranitidin

-) Protonenpumpenhemmer (PPI) —> Omeprazol


Förderung der Produktiven Faktoren

-) Sucralfat


Info

Antazidum werden basische Substanzen bezeichnet, die nach Einnahme die Säure
des Magensaftes neutralisieren und damit zur Linderung von Sodbrennen und
epigastrischen Schmerzen beitragen.


3. Nennen sie mindestens 2 Protonenpumpenhemmer. Was ist ihr Angriffspunkt


und Wirkmechanismus? 


Protonenpumpenhemmer (PPI)

-) Omeprazol

-) Pantoprazol


Angriffspunkt

H+/K+ - ATPase an luminalen Seite wird irreversibel gehemmt.


Wirkmechanismus

Verabreichung in magensaftresistenten Arzneiformen

PPI erreichen die Belegzellen auf dem Blutweg Akkumulation und Aktivierung im
sauren Milieu (pH < 5), nur wenn H+/K+-ATPase (Protonenpumpe) aktiv ist.


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4. Was sind die häufigsten Nebenwirkungen der PPIs und was kann vor allem
bei chronischer Gabe auftreten? Warum? 


häufigsten Nebenwirkungen (1–10%)

-) gastrointestinale Beschwerden

-) Kopfschmerzen


chronische Gabe (erhöhte Neigung zu:)

-) Infektionen 

-) Osteoporose 

-) Hypomagnesiämie

-) Rebound nach Absetzen möglich


Warum?

durch fehlende HCl kann es durch schlechtere Abtöten der Bakterien und Erregern
leichter zu Infektionen kommen.

Bestandteile der Nahrung können schlechter gespalten werden

—> Mg2+ und Ca2+ Mangel —> Osteoporose steigt


5. Was sind die wichtigsten Arzneimittelinteraktionen der PPIs?




-) durch Änderung des Magen-pH (verminderte Resorption verschiedener

Arzneimittel, sowie von Mg, Ca, Fe, Vit. B12)

-) Abschwächung der Wirkung von Alendronat (zur Prophylaxe und Therapie der

Osteoporose)

-) Metabolismus über CYP2C19 —> Verzögerung der Inaktivierung von Phenytoin,

Diazepam u.a.

-) Risiko für unzureichende Aggregationshemmung durch Clopidogrel + Omeprazol
(verringerte Aktivierung durch Konkurrenz um CYP2C19?)


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6. Was sind H2-Blocker und wie wirken sie? Nennen sie die beiden wichtigen
Wirkstoffe und mögliche Nebenwirkungen. 


H2-Rezeptorantagonisten sind Arzneistoffe, die eine Blockade von
Histaminrezeptoren bewirken. Sie werden zur Hemmung der Magensäuresekretion
eingesetzt.


Wirkung

H2 Rezeptor wird blockiert und Hauptstimulus (Histamin) kann nicht mehr binden.
HCl Sekretion geht runter, jedoch nicht ganz, es gibt noch Acetylcholin und Gastrin


Wirkstoffe

-) Ranitdin

-) Famotidin


Nebenwirkungen

-) Obstipation

-) Diarrhoe

-) Kopfschmerzen

-) Übelkeit

-) Benommenheit

-) Überempfindlichkeitsreaktionen

-) Leberfunktionsstörungen


7. Wann werden Antazida sinnvoll eingesetzt? Aus welchen Verbindungen sind


die meisten aufgebaut und wie wirken sie? Welche Nebenwirkungen bzw.
Risiken können damit verbunden sein? 


einzige Indikation

-) Sodbrennen, Selbstbehandlung nach Mahlzeit


Aufbau

aus Aluminium und Magnesium —> die puffern die Säure


Nebenwirkungen

Antazida können die Bioverfügbarkeit von anderen Medikamenten herabsetzten,
weil sich komplexe bilden können


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8. Was ist Natriumalginat? Wann ist es indiziert und wie wirkt es? 


Polysaccharid aus Braunalgen


Wirkung

-) Reaktion mit HCl zu Alginsäure-Gelschaum mit nahezu neutralem pH 

-) schwimmt wie ein Floß auf dem Mageninhalt und verhindert Reflux

-) wird nicht resorbiert


Ind.: Sodbrennen, Refluxkrankheit (v.a. wenn durch Hiatushernie verursacht)


9. Beschreiben sie eine Tripeltherapie zur Eradikation von H. pylori. 



Triple-Therapie = medikamentöse Behandlung mit drei verschiedenen Wirkstoffen.
(Kombinationstherapie)


7 Tage lang wird 1 Protonenpumpenhemmer vor dem Essen genommen und 2
Antibiotika nach dem Essen


Bsp.: (Omeprazol 2 x tgl. 20mg) + (Clarithromycoin 2 x tgl. 500mg) + (Amoxcillin 2 x
tgl. 1000mg)


10. Was ist Sucralfat, wie wirkt es und wann wird es eingesetzt? 

= wasserunlösliche Verbindung aus Al(OH)3 (= Aluminiumhydroxid) und
Saccharosesulfat


Eingesetzt / Indikation

-) Therapie eines Ulcus duodeni, Ulcus ventriculi („Stressulcus“)

-) Prophylaxe.

-) Refluxösophagitis


Wirkung

Wirkung entfaltet Sucralfat in saurer Umgebung, wo es zu einem geleeartigen
Überzug der Magenschleimhaut wird.







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11. Was sind Prokinetika? Nennen sie einige Substanzen und auf welche
Darmabschnitte sie wirken. 

Prokinetika fördern die gastorintestinale Motilität, dieser Effekt wird durch einen
Eingriff in die neurohumerale Steuerung der Darmmotorik ausgelöst.


Substanzen

Dopamin-D2-Rezeptor-Antagonisten: Domperidon und Metoclopramid 

—> auf Magen + Dünndarm

Motilin-Agonist: Erythromycin —> Magen + Dünndarm

selektiver Serotonin 5-HT4-Agonist: Prucaloprid —> Magen + Dickdarm

Indirekte Parasympathomimetika: Neostigmin + Distigmin —> dünn + dick Darm


12. Wie und auf welche Rezeptoren wirkt Domperidon bzw. Metoclopramid?
Wieso wurde ihre Verwendung als Prokinetikum eingeschränkt? 

beides sind Dopamin-D2-Rezeptor-Antagonisten (auf D2R, 5HT3R, 5HT4R)

beide wirken auf Magen und Dünndarm


Einschränkung

Domperidon: kaum ZNS-gängig; wegen des cardialen Risikos (QT- Verlängerung)
nur mehr als Antiemetikum empfohlen

Metoclopramid: wegen des hohen Risikos für extrapyramidale NW nur mehr als
Antiemetikum zugelassen!

Antiemetikum = gegen Übelkeit


13. Erklären sie die prokinetische Wirkung von Neostigmen bzw. Distigmin. Wie
werden sie bei dieser Indikation verabreicht und auf welche Nebenwirkungen
und Kontraindikationen ist zu achten? 

beides indirekte parasympathomimetika: hemmen Acetylcholinesterase —>
Steigerung der cholinergen Aktivität —> primär nur Tonussteigerung


Verabreichung

i.v oder i.m (intramuskulär)


Nebenwirkungen (parasympathomimetische Nebenwirkungen)

Bradykardie, Hypotonie, Peristaltik- Steigerung, Durchfall, Erbrechen, erhöhter
Speichelfluss, Bronchokonstriktion


Kontraindikation

höhergradige Herzerkrankungen
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14. Das Makrolid-Antibiotikum Erythromycin wird auch als Prokinetikum
verwendet. Wie wirkt es, wann wird es angewendet und was limitiert die
Anwendung? 

ist ein Agonist am Motilinrezeptor → regt wie das körpereigene Peptidhormon
Motilin über Motilin Rezeptor auf Neuronen im Magen und Dünndarm die Peristaltik
an —> Fördert Magenentleerung


Anwendung

Reservemittel bei diabetes Gastroparese


Limitation

wegen rascher Tachyphylaxie (Toleranzentwicklung) → nur einige Tage anwendbar


15. Was ist die medizinische Definition von Obstipation? Nennen sie die
Voraussetzungen für eine Obstipationstherapie und die absolute
Kontraindikation. 


Definition

weniger als 3 Entleerungen pro Woche


Voraussetzungen

hartnäckige Obstipation über mehrere Tage, Darmentleerung vor OP oder
diagnostische Interaktionen, schmerzhafte Analleiden, Vermeiden der Bauchpresse
(zB. nach Ops)


Kontraindikation

Obstruktion (Verschluss eines Hohlorgans) 


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16. Einige Laxanzien wirken durch Erhöhung des intraintestinalen Volumens.
Welche sind das und welchen Wirkmechanismus haben sie? Welches ist für
eine Langzeitanwendung am besten geeignet? 


osmotisch wirkende Laxantien

-) Salze: Na2SO4 (Glaubersaltz), MgSO4 (Bittersalz)

-) Zuckeralkohole: Sorbit, Polyethylenglykol, Lactulose, Lactilol,


→ werden nur zu einem geringen Anteil aus dem Darm aufgenommen und erhöhen
den osmotischen Druck im Darm, Ausgleich des erhöhten Drucks durch Einstrom
von Wasser in den Darm → vergrößertes Stuhlvolumen



Füll- und Quellmittel

Leinsamen, indischer Flohsamen, Kleie, Methylcellulose


→ Quellstoffe vergrößern im Darm unter Wasseraufnahme ihr Volumen und regen
die Peristaltik an. Unter Verwendung von Quellstoffen sollte auf die Zufuhr
ausreichender Mengen von Wasser geachtet werden.


Langzeitanwendung: —> Polyethylenglykol

17. Nennen sie dickdarmwirksame Laxantien! Worauf ist vor allem bei diesen
Laxantien zu achten? 


osmotisch wirkende Laxantien

-) Salze: Na2SO4 (Glaubersaltz), MgSO4 (Bittersalz)

-) Zuckeralkohole: Sorbit, Polyethylenglykol, Lactulose, Lactilol,



Füll- und Quellmittel

Leinsamen, indischer Flohsamen, Kleie, Methylcellulose



ACHTUNG

chronischem Gebrauch —> Elektrolyt Verluste (Na+/K+) 

—> Colon-Atonie (Tonusverlust) —> Laxanzien-Abhängigkeit!


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18. Welche spezifischen Mittel stehen gegen opioidinduzierte Obstipation zur
Verfügung? Welche Eigenschaft der Substanzen ist für diese Indikation
essentiell? Wie werden sie verabreicht? 


Ziel

Opioidrezeptoren im Darm hemmen, ohne die analgetische Wirkung im ZNS zu
beeinflussen —> Nicht ZNS gängige Medikamente werden verwendet

—> Peripher wirksame Opioidrezeptor-Antagonisten



Methylnaltrexon

-) nicht ZNS gängig

-) subkutan verabreicht, jeden 2. Tag


Naloxegol

-) nicht ZNS gängig

-) peroral verabreicht


retardiertes Naloxon

-) wegen der minimalen Bioverfügbarkeit nur im Darm wirksam

-) peroral verabreicht


19. Wo gegen werden Spasmolytika eingesetzt? Welche kennen sie und was sind
ihre Wirkmechanismen und Nebenwirkungen? 


Verwendung

gegen Krämpfen und Koliken


Muskarinrezeptor-Antagonisten —> Butylscopolamin

Wirkung: —> vermind. Affinität zum Muscarinrezeptor im Vergleich zu anderen
Muskarinrezepter Antagonisten, direkte Hemmwirkung auf glatte Muskulatur, 

Ind.: bei Krämpfen und Koliken d. GI- Muskulatur und der. Harnwege

NW: anticholinerg, v.a. Mundtrockenheit


Myotropes Spasmolyticum —> Mebeverin

-) Wirkung: wirkt selektiv auf die galtte Muskulatur und nicht anticholinerg;

-) Ind.:Spasmen bei Reizdarm

-) NW: Überempfindlichkeitsreaktionen


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20. Womit kann eine Reisediarrhoe bei Erwachsenen behandelt werden? 


Opioidrezeptoragonist: Loperamid

→ steigert an der Darmmuskulatur wie ein Opiat die Pendelbewegungen und
hemmt die Propulsivmotorik


Aktivkohle: Carbomedicinalis


21. Welche Antidiarrhoika kommen bei Kindern zur Anwendung? Wie ist die
Wirkungsweise der Substanzen? Welches Antidiarrhoikum darf bei Kindern
nicht gegeben werden? 


1. Opioidrezeptoragonist: Loperamid 

- für Kinder über 12 Jahren geeignet 

- ist ein Agonist am μ-Opioidrezeptor 

- wirkt oral eingenommen praktisch nur im GIT, da die Resorption im Dünndarm und
der Durchtritt durch die Blut-Hirn-Schranke vom Effluxtransporter P-Glykoprotein
verhindert wird (das P-Glykoprotein kann verschiedene Stoffe in das Darmlumen
bzw. die Blutbahn zurückpumpen. 

- wenn ein Teil resorbiert wird, wird er sofort in Leber über CYP3A4 metabolisiert
und so abgebaut. 

- gut verträglich, weil geringe orale Bioverfügbarkeit 

- NW: selten Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, kolikartige
Bauchschmerzen 

- KI: Kinder unter 12 (nicht voll ausgebildete Blut-Hirn-Schranke), Colitis,
antibiotikainduzierte Diarrhöen (weil sonst Keimausscheidung gestört 


2. Opioidrezeptoragonist: Racecadotril 

- für Kinder ab 3 Monaten 

- Prodrug -> zu Thiorphan (indirekter Opioidrezeptor-Agonist -> hemmt Abbau von
endogenen Enkephalinen -> Opioidpeptide gehemmt)

- verstärkt somit opioiderge Wirkung endogener Enkephaline im Darm 

- ZNS Wirkungen fehlen -> nicht durch Blut-Hirn-Schranke 

- (opioiderg wirkende endogene Enkephaline = wirken generell über
Opioidrezeptoren und hemmen so die Sekretion von H2O und Elektrolyten im
Darm) 

NW: selten Kopfschmerz, Obstipation, Übelkeit 


3. generell immer Antidiarrhoika und Rehydrationstherapie (v.a. bei Kindern) 


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22. Welche Antiemetika wirken über D2 Rezeptoren? In welchen Regionen wirken
sie antiemetisch? In welchen Situationen sind sie indiziert und was sind die
typischen, durch D2- Blockade vermittelten Nebenwirkungen? 


D2-Rezeptor-Antagonisten (Antiemetika)

- Phenothiazine (z.B. Perphenazin)

- Butyrophenone (z.B. Domperidon, Droperidol, Haloperidol) 

- Benzamide (Metoclopramid, Alizaprid)


Regionen

Area postrema, Nucleus tractus solitarii 

Magen (nur Metoclopramid, Domperidon)


Indikationen

(peroral oder parenteral)

Erbrechen als NW von Medikamenten (Levodopa, Morphin u.a.) 

Chemotherapie/Strahlentherapie-induziertes Erbrechen (in Komb.) 

postoperatives Erbrechen


Nebenwirkung durch D2 Blockade

Sedierung (Metoclopramid > Butyrophenone), Extrapyramidal-motorische
Störungen (Metoclopramid, Butyrophenone), Hormonelle Störungen durch
Prolactinanstieg (alle D2-Antagonisten), Diarrhoe (Metoclopramid), Depressive
Verstimmung (Metoclopramid), QT-Verlängerung (Domperidon, Butyrophenone)


23. Welche Antiemetika wirken als 5HT3-Rezeptor-Antagonisten? In welchen


Regionen wirken sie antiemetisch? Wann sind sie indiziert und wie werden
sie dabei verabreicht? 


5HT3-Rezeptor-Antagonisten (werden peruoral oder parenteral genommen)

Ondansetron

Tropisetron

Granisetron

Palonosetron


Wirkort

vagale Afferenzen

Area postrema und andere Kerne im Hirnstamm


Indikation

Chemotherapie/Strahlentherapie-induziertes Erbrechen (in Komb.) 

postoperatives Erbrechen
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24. Welche Antiemetika wirken als H1 Antagonisten? In welchen Regionen wirken
sie antiemetisch? Nennen Sie die Indikationen und wichtigsten
Nebenwirkungen. 


H1 Antagonisten

Dimenhydrinat

Cyclizin


Regionen

Vestibulärapparat, Hirnstamm


Indikationen

Vestibuläres Erbrechen (Kinetosen, M. Menière) 

Schwangerschaftserbrechen (nur Dimenhydrinat!)


Nebenwirkungen

Sedierung, Magen-Darm-Störungen, Mundtrockenheit Arrhythmien


25. Welche Antiemetika wirken als NK1-Rezeptor-Antagonisten? In welchen


Regionen wirken sie antiemetisch? Wann sind sie indiziert und worauf ist im
Hinblick auf ihre Pharmakokinetik zu achten? 


NK1-Rezeptor-Antagonisten

Aprepitant

Netupitant

Fosaprepitant


Regionen

Nucleus tractus solitarii, Brechzentrum


Indikation

chemotherapie-induziertes Erbrechen (in Komb.

postoperatives Erbrechen


Kinetik

Metabolismus durch CYP3A4

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26. Wann werden Glucocorticoide als Antiemetika eingesetzt? Wie stellt man sich
den Wirkmechanismus vor und was ist eine wichtige Kontraindikation?


es gibt eine hohe dichte an Glucocorticoid-Rezeptoren im ncl. tractus solitarii

(dort auch Teil des Brechzentrums)


- mögliche antiemetische Wirkmechanismen: Unterdruückung inflammatorischer
Mechanismen; u.a. Hemmung der Expression des NK1-Rezeptors

-> Senkung der Serotonin-Freisetzung 

-> Expression von 5HT3-Rezeptoren


Indikation: Chemo/Strahlentherapie induziertes Erbrechen, postoperatives
Erbrechen, Opiat-induziertes Erbrechen


Kontraindikation: systemische Pilzinfektion


27. Welche Antiemetika sind bei Strahlen- und Chemotherapie indiziert? Nennen
Sie die Arzneistoffgruppen und je einen Wirkstoff als Beispiel. 


Dopamin D2-Antagonisten: —> Domperidon 

5-HT3-Antagonisten: —> Ondansetron

Tachykinin NK1-Antagonisten: —> Aprepitant 

Glucocorticoide: —> Dexamethason

Cannabinoide: —> Nabilon


28. Welche Antiemetika sind bei postoperativem Erbrechen indiziert? Nennen Sie
die Arzneistoffgruppen und je einen Wirkstoff als Beispiel. 


Dopamin D2-Antagonisten: —> Domperidon 

5-HT3-Antagonisten: —> Ondansetron

NK1-Antagonisten: —> Aprepitant 

Glucocorticoide: —> Dexamethason

H1-Blocker: —> Cyclizin


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29. Nennen Sie die Substanzgruppen, die bei entzündlichen Darmerkrankungen
eingesetzt werden und je einen Wirkstoff als Beispiel. 


Aminosalicylate: —> Mesalazin, Sulfasalazin

Glucocorticoide: —> Betamethason, Budesonid, Prednisolon 

Immunsuppressiva: —> Azathioprin, 6-Mercaptopurin

Anti – TNFα – AK: —> Infliximab, Adalimumab 

AK gegen α4β7 – Integrin: —> Vedolizumab 

Probiotikum: —> Lactobacilli, Bifidobakterien 

Antibiotikum: —> Rifaximin 


30. Wann und in welcher Form wird 5-ASA (Mesalazin) verabreicht? Was ist der
Wirkmechanismus? Was sind die wichtigsten Nebenwirkungen?


Info

Mesalazin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Aminosalicylate. Es wird bei
chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt.


Wann

v.a. Colitis ulcerosa


Verabreichung 

p.o. (retardiert, magensaftresistent)

rectal


Wirkmechanismus

lokal an der Mucosa: 

aktiviert von PPARγ (Rezeptor) —> dadurch hemmt es die Synthese von
proinflammatorischen Cytokinen —> Entzündung wird gehemmt

hemmt Lipoxygenase 

Sauerstoffradikalfänger 


Nebenwirkungen

Diarrhoe, allergische Reaktionen, Blutbildveränderungen, immunologisch bedingte
Entzündungen innerer Organe; cave Sulfonamidallergie


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31. Welche Glucocorticoide werden bei entzündlichen Darmerkrankungen
systematisch und lokal eingesetzt? Welche dieser Substanzen entspricht
auch nach oraler Einnahme einer lokalen Behandlung? 


Systemisch

Prednisolon, Methylprednisolon, Betamethason


Lokal

bei Colitis ulzerosa: Budesonid, Hydrocortison (als Klysma oder Rektalschaum)

bei M. Crohn: Budesonid (oral/retardiert -> nur lokal wirksam)


[nur lokal wirksam, weil in magensaftresistenten Kapseln appliziert -> Wirkstoff wird
erst im distalen Dünndarm/ proximalen Dickdarm freigesetzt -> nach Resorption
unterliegt es zu 90% dem First-Pass Effekt -> somit kaum systemische Wirkung]


32. Wenn entzündliche Darmerkrankungen nicht auf Glucocorticoide ansprechen,


werden Immunsuppressiva verabreicht. Welche? Wie wirken sie und was ist
die gefährlichste Nebenwirkung? 


Immunsuppressiva


Azathioprin (Prodrug wird dann zu 6-Mercaptopurin)

wird für die Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr eingesetzt

-) hemmt die Purinnukleotidsynthese

-) baut Purinanalogon anstelle der eigentlichen Nukleotide in DNA und RNA


Methotrexat 

Methotrexat hemmt als Folsäure-Antagonist kompetitiv und reversibel das Enzym
Dihydrofolatreduktase —> somit ist die Umwandlung von Dihydrofolsäure in
Tetrahydrofolsäure blockiert. Tetrahydrofolsäure ist aber wichtig für die
Neosynthese von Purinen!


Nebenwirkung

Knochenmarksdepression (temporäre oder dauerhafte Schädigung des
Knochenmarks, die zu einer verminderten Bildung von Blutzellen führt. Meist
handelt es sich um eine Nebenwirkung der Chemotherapie.)


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33. Welche Antikörper werden in der Therapie der entzündlichen
Darmerkrankungen eingesetzt und was bewirken sie? Was sind die
spezifischen Nebenwirkungen einer solchen Therapie?


Anti TNFα-AK : Infliximab, Adalimumab

- blockieren der inflammatorischen Effekte von TNFα

- Abschwächen der Immunantwort

- es kommt zu einer raschen Abheilung der Mucosa und einem raschen Verschluss
von Fisteln

- NW: Infusionsreaktionen, erhöhte Infektionsrate, Knochenmarksdepressionen,
erhöhtes Lymphomrisiko

- CAVE: aktivieren von lateraler TBC 


AK gegen Integrin α4β7: Vedolizumab 

-verhindert Bindung von Integrin α4β7 an Adhäsionsmoleküle an den
Endothelzellen in der Darmmucosa

- verhindert Einwandern con proinflammatorischen T-Lymphozyten in die
Darmmucosa 

-Anwendung bei Versagen oder Unverträglichkeit der Anti TNFα-AK

- NW: Übelkeit, Nasopharynigitis, Infektionen der oberen Atemwege, Husten,
Fieber, Müdigkeit, Arthralgie, Kopfschmerzen

!39 by Prof. Woodhouse