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Carlo Brand 11B

Findet ihr die Europäische Union gut oder sollten wir sie lieber sofort auflösen?
Wir hier in Brüssel haben regelmäßig mit der EU zu tun, während sie in anderen
Teilen von Europa quasi unsichtbar ist. Ist sie nun gut oder schlecht für ihre
Mitglieder?

Die EU besteht aus 27 Mitgliedstaaten hat, insgesamt 450 Millionen Einwohner


und wäre als Land auf Platz drei der Bevölkerungsreichsten Länder. Sie besitzt
gemessen am Bruttoinlandsprodukt die zweitgrößte Wirtschaft und hat den
größten Binnenmarkt der Welt. Der ursprüngliche Gedanke, der zur Gründung
der EU führte war Frieden. Denn vor der Gründung gab es auf dem
europäischen Kontinent regelmäßig blutige Auseinandersetzungen zwischen
den Ländern und ihren Kulturen. Allein der 1. Weltkrieg hat rund 10 Millionen
Opfer gefordert. Der Plan diese Kriegs-Kultur zu beenden, war es die Wirtschaft
so eng zwischen den Nationen zu verknüpfen, dass es unwirtschaftlich und
undenkbar wäre Krieg zu führen. Aufgegangen ist der Plan alle Male, zwischen
den Mitgliedern der EU gab es seit ihrer Gründung keinen Krieg mehr und das
sind immerhin über 60 Jahre. Zum Vergleich gab es im selben Zeitraum vor der
Gründung 2 Weltkriege und etliche andere blutige Konflikte. Das hört sich
schön und gut an, aber welche positiven und negativen Aspekte bringt die
Europäische Union mit sich?

Bekannte positive Beispiele sind das grenzenlose Reisen, billige


Auslandsgespräche innerhalb der EU, guten Verbraucherschutz und hohe
Standards für Gesundheit und Sicherheit. Zum Beispiel können wir dank den
europäischen Richtlinien und Kontrollen, sorgenlos im Internet shoppen gehen
und müssen uns keine Sorgen darüber machen, ob wir unser gekauftes Produkt
auch bekommen. Vor nicht einmal 3 Jahren mussten wir noch darauf achten,
dass wir beim Überqueren der Landesgrenzen die Mobilen Daten ausgestellt
haben, um eine unangenehm hohe Telefonrechnung aus dem Weg zu gehen.
Außerdem ist die EU dank Förderprogramme zum weltweiten Zentrum der
Wissenschaft geworden und stellt deswegen auch weltweit die meisten
Wissenschaftler zur Verfügung. Länder, die der EU beitreten erfahren einen
starken Wirtschaftsboost, weil Grenzen und Zölle jetzt kein Hindernis mehr
darstellen.
Carlo Brand 11B

Trotz dieser Vorteile misstrauen viele Bürger der EU. Vielleicht wegen ihrer
eher undurchsichtigen Öffentlichkeitsarbeit oder der komplexen Bürokratie, die
weitestgehend noch vorherrscht und starke Kritik erntet. Doch ein bekanntes
und tiefgreifendes Problem sind die Nachwirkungen der Flüchtlingskrise von
2015, denn die Asylsuchenden wurde ungleichmäßig zwischen den
Mitgliederstaaten aufgeteilt, was zu starken Unmut in den Ländern und
zwischen den Ländern geführt hat. Populisten der deutschen AFD, der
französische Front National oder der hier in Belgien vertretenen Vlaams Belang
sprießten aus dem Boden und machten die Europäische Union für die Probleme
verantwortlich, um ihren Wahlkampf anzufeuern. Ein aktuelles Thema der
Austritt Großbritanniens, der Brexit, zeigt erst ganz besonders was passiert,
wenn man sie verlässt. Denn die Wiedereinführung der Grenzen und des Zolls
könnte für die Briten bei einem harten Brexit einem Medikamenten und
Nahrungsengpass von mehreren Tagen, Wochen oder sogar Jahren bedeuten.
Zurück zur Einstiegsfrage, ob wir die Europäische Union behalten oder doch
lieber auflösen sollten. Die EU hat eindeutig einige Probleme und Baustellen,
nichtsdestotrotz hat die EU eine starke wirtschaftliche Macht, Die EU ist
Marktführer in der Wissenschaft und Die EU garantiert vor allem das, was uns
allen am wichtigsten ist, Frieden, seit 62 Jahren. Außerdem gibt sie uns eine
Identität, Stabilität und fördert den Zusammenhalt ihrer Mitglieder, was gerade
bei Supermächten wie China oder der USA notwendig ist. Als einzelne Staaten
haben wir in einer globalisierten Welt kaum eine Chance, aber als Union
können wir uns in der Zukunft behaupten. Ich bin ein Europäer und hoffentlich
seid ihr es auch!