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Riemen und Komponenten

Technik · Wissen · Tipps

Power Transmission Group


Automotive Aftermarket
Inhalt

Seite

Einleitung 3

Zahnriemen 4
Funktion 5
Aufbau/Werkstoffe 6
Profilformen/Handhabung 9
Wartung und Austausch 10
Zahnriemenwechsel 12
Steuerketten 13

Komponenten
Zahnriementrieb 14
Umlenk- und Führungsrollen 15
Spannvorrichtungen 16
Wasserpumpen 18

Keil- und Keilrippenriemen 22


Funktion, Handhabung 23
Aufbau, Werkstoffe, Profilformen 24
– Keilriemen
– Keilrippenriemen
– Elastische Keilrippenriemen
Wartung und Austausch 30

Komponenten
Keilrippenriementrieb 32
Torsionsschwingungsdämpfer 33
Umlenk- und Führungsrollen,
Spannvorrichtungen 34
Generatorfreiläufe 36

nhang
A 38
Fehlerbilder Rollen,
Spanner und Riemenscheiben
Einleitung
Hohe mechanische Leistung auf Abruf, völlig unabhängig von
Wind- oder Wasserkraft – die Verbreitung der Dampfmaschine
entfacht in den Manufakturen die industrielle Revolution. Über
Stahlwellen an der Hallendecke, Riemenscheiben und flache
Transmissionsriemen aus Leder werden die einzelnen Produkti-
onsmaschinen angetrieben.

Auch die ersten Kraftfahrzeuge und Motorräder nutzen dieses


Prinzip der Leistungsübertragung. Schnell jedoch werden die
flachen Riemen in diesem Einsatzfeld durch einen besseren ver-
drängt: Der Keilriemen mit seinem trapezförmigen Querschnitt
überträgt die notwendigen Kräfte schon bei deutlich geringerer
Vorspannung und setzt sich als Standard für den Antrieb von
Nebenaggregaten durch.

Als Weiterentwicklung des Keilriemens erobert der Keilrippen-


riemen seit Anfang der 1990er-Jahre das Automobil. Er kann
mit seinen Längsrippen nochmals größere Kräfte übertragen.
Seine flache Bauweise erlaubt die Umlenkung und den gleich-
zeitigen Antrieb mehrerer Aggre­gate. Dies gibt der immer
kompakteren Bauweise von Motoren neuen Schub. Für die
synchrone Kraftübertragung zum Antrieb der Nockenwelle in
Kfz-Motoren werden seit den 1960er-Jahren Zahnriemen ein-
gesetzt.

Die Enkel und Urenkel der alten Transmissionsriemen sind


heute Hightech-Produkte. Für ihren ordnungsgemäßen Betrieb
müssen auch die übrigen Komponenten des Riementriebs
wie beispielsweise Spann-/Umlenkrollen oder Wasserpumpen
höchsten Anforderungen gewachsen sein. Mit dieser Publikati-
on wollen wir das Fachwissen über Riementriebe in Pkw-Moto-
ren erweitern und die Diagnosesicherheit verbessern.

Adrian Rothschild
Product Manager Europe
Automotive Aftermarket
4

Zahnriemen
Zahnriemen garantieren eine absolut synchrone Kraftübertragung da
durch die Zähne eine formschlüssige Verbindung zwischen Antriebsrad
und Riemen hergestellt wird. In Verbrennungs­motoren werden sie für
den Antrieb von Nockenwellen, Einspritzpumpen, Ausgleichs­wellen und
Wasserpumpen eingesetzt.

Zahnscheibe Nockenwelle

Umlenkrolle

Spannrolle

Zahnscheibe Wasserpumpe

Umlenkrolle

Zahnscheibe Kurbelwelle

Konfigurationsbeispiel

Zahnriementriebe gibt es in vielen


unterschiedlichen Varianten.
5

Funktion

Der Zahnriemen überträgt die Drehbewe- Damit der Brennraum vollständig mit Gas Bei einem Viertaktmotor (Ansaugen –
gung der Kurbelwelle auf die Nockenwel- beziehungsweise dem Luft-Kraftstoffge- Verdichten – Arbeiten – Ausstoßen) dür-
len. Ihre Nocken betätigen Übertragungs- misch gefüllt und die Abgase effektiv fen sich die Ventile nur bei jeder zweiten
glieder wie Tassenstößel, Kipp- oder abgeleitet werden können, müssen die Kurbelwellenumdrehung öffnen, um die
Schlepphebel, welche die Bewegung Ventile in exakt definierten Zeitfenstern vier Takte zu realisieren.
schließlich auf die Ventile weiterleiten. geöffnet und wieder geschlossen wer- Kurbel- und Nockenwelle rotieren in die-
Ausgehend von der Nockenwelle werden den. Bei der Betätigung zum falschen sem Fall deshalb im Verhältnis 2 :1, das
die Ventile also geöffnet und durch die Zeitpunkt liefert der Motor nicht die ge- heißt, die Nockenwelle dreht sich halb
Kraft der Ventilfedern wieder geschlos- wünschte Leistung und es kann zu einem so schnell wie die Kurbelwelle.
sen. Dieser Prozess ermöglicht den Gas- schwerwiegenden Motorschaden kom-
wechsel im Viertakt-Verbrennungsmotor. men, wenn die Ventile mit dem Kolben
­kollidieren.

Zahnscheibe Nockenwelle

Die Ventilsteuerung wird durch


die Zahnscheiben der Nockenwel-
len angetrieben.

Einlass- und Auslassventil öff-


nen abwechselnd bei jeder Um-
drehung der Nockenwelle. Die
Öffnungs­i ntervalle müssen exakt
eingehalten werden. Bei Fehlstel-
lungen können im schlimmsten
Fall die Ventile mit dem Kolben
Ventilsteuerung zusammenstoßen.

> Nockenwelle (Siehe auch Grafik Seite 8


„Funktion Viertaktmotor“ .)
> Ventilfeder

> Ventilschaft mit Teller

Zahnscheibe Kurbelwelle

Die Kurbelwellenzahn-
scheibe treibt den Zahn-
riemen an. Beim Viertakt-
motor hat sie halb so viele
Zähne wie die Zahnschei-
ben der Nockenwellen.

Durch diese 2 : 1-Unterset-


zung rotieren die Nocken-
wellen mit genau halber
Kurbelwellendrehzahl.
Zahnriemen 6

Rückengewebe

Hoch belastete Zahnriemen werden auf dem


Riemenrücken mit einem temperaturbestän-
digen Gewebe aus Polyamid verstärkt, das
gleichzeitig die Verschleißbeständigkeit der
Kanten erhöht.

Elastomerkörper

Er besteht aus hochfestem, faserverstärktem


Polymer mit eingebetteten Zugsträngen.
Für anspruchsvolle Antriebe mit hohen Anfor-
derungen an Temperatur, Alterungsbestän-
digkeit und dynamischer Festigkeit werden
HNBR-Elastomere (Hydrierter Acrylnitrilbuta-
dien-Kautschuk) eingesetzt. Dieser Werkstoff
ist hoch alterungsbeständig und kann bis ca.
140 °C eingesetzt werden.

Zahngewebe

Das Polyamidgewebe schützt die Zähne vor


Verschleiß und Zahnabscherung. Bei hohen
Belastungen werden Gewebe mit PTFE-Antei-
len verwendet.

Zugstränge

Sie werden vorwiegend aus hoch belastba-


ren Glas­f asern hergestellt, die besonders
längenstabil und biegewechselfest sind. Um
ein neutrales Ablaufverhalten des Riemens
zu gewährleisten, werden rechtsdrehend und
linksdrehend verzwirnte Fasern paarweise
eingebettet.

Gebrochene Glasfasern schwächen die Belast-


barkeit des Riemens derart, dass es zu einem
kurzfristigen Ausfall kommen kann. Zahn­
riemen deshalb nicht knicken oder verdrehen!
7

Zahnriemenaufbau

Ein Zahnriemen ist aus vier wesentlichen Komponenten


aufgebaut:

> Polyamidgewebe
> Elastomerkörper
> Zugstränge
> Rückengewebe (je nach Ausführung)

Darüber hinaus gibt es einige Sonderfälle, beispielsweise:

> I n Öl laufende Zahnriemen, die eine schmalere Bauform


des Motors ermöglichen. Deren Komponenten sind für die-
se Einsatzumgebung speziell ausgerüstet und beständig
gegen Öl und Verunreinigungen im Öl wie z. B. Rußpartikel,
Kraftstoff, Kondenswasser und Glykol.

>D
 oppelzahnriemen, die beidseitigen formschlüssigen
Antrieb erlauben (z. B. für Ausgleichswellen).

>Z
 ahnriemen mit einer gerippten Rückseite zum Antrieb von
Nebenaggregaten.
Zahnriemen 8

Funktion des Viertaktmotors:


Erst die Synchronisierung der Dreh­
bewegungen zwischen Kurbelwelle
und Nockenwellen macht den Motor
funktionsfähig.

1. Takt (Ansaugen)

2. Takt (Verdichten)

3. Takt (Arbeiten)

4. Takt (Ausstoßen)
9

Profilformen Handhabung

Die ersten Zahnriemen nutzten eine ­ tabliert. Die Kreisform ermöglicht eine
e Zahnriemen sind Hochleistungskompo-
Trapez­zahnform, die bereits im Industrie- gleichmäßige Verteilung der auf den nenten, die unter extremen Betriebsbe-
bereich eingesetzt wurde (L-Profil). Mit Zahn wirkenden Kraft und vermeidet dingungen lange Zeit zuverlässig arbeiten
den gestiegenen Anforderungen an das Spannungsspitzen. Die Teilung (t) ist der sollen. Um Schädigungen vor dem Ein-
Geräuschverhalten und die Lastübertra- Abstand zwischen zwei Zähnen und be- satz zu vermeiden ist der richtige Um-
gung haben sich kreisbogenähnliche trägt für Nockenwellenriemen in der Re- gang mit ihnen sehr wichtig.
Zahnformen (HTD- und STD-Profile) gel 8 mm oder 9,525 mm.
Lagerung:
– Kühl (15 – 25 °C) und trocken.
– O hne direkte Sonneneinstrahlung und
Profil- Maßstab 2 : 1 ohne direkten Wärmeeinfluss.

kennung – In der Originalverpackung.
HTD: High Torque Drive; Profilform, welche
– Nicht in der Nähe leicht entzündlicher,
LA für die Übertragung von hohen Kräften opti-
aggressiver Medien sowie von Schmier­
miert ist, etwa für Dieselmotoren mit hohem
stoffen und Säuren.
Einspritzdruck.
– Maximal 5 Jahre (siehe maximales
HTD
STD: Super Torque Drive; geräuschoptimiert, Lagerungsdatum auf der Verpackung).
daher hauptsächlich für Benzinmotoren.
Einbau:
Es gibt eine Vielzahl an Variationen dieser
– Einbauvorschriften des Automobilher-
Zahnformen. Beispielsweise kann eine Nut
STD stellers befolgen.
auf dem Zahnkopf zu einem besseren Ge-
– Vorgeschriebenes Spezialwerkzeug
räuschverhalten führen, da beim Einlaufen
verwenden. Riemen niemals gewaltsam,
in die Zahnscheiben keine großflächige, son-
z. B. unter Verwendung eines Montier­
dern lediglich zwei linienförmige Berührun-
eisens oder Ähnlichem, auf die Schei-
gen zwischen Zahnkopf und Riemenscheibe
ben hebeln. Die Glasfaser-Zugstränge
auftreten.
werden dabei zerstört.
– Nicht knicken oder verdrehen. Niemals
auf einen kleineren Durchmesser als
die Kurbelwellenriemenscheibe biegen.
Glasfaser-Zugstränge werden dadurch
beschädigt.
– Gegebenenfalls die vom Hersteller vor-
gegebene Riemenspannung mit einem

!
Spannungsmessgerät einstellen. Das
Verdrehen des Riemens um 90 Grad ist
Gehen Sie auf Nummer sicher nur für sehr wenige Fahrzeuge zulässig
und darf nicht verallgemeinert werden.
– Riemen vor Öleinwirkung (auch Öl­
> B auen Sie ausschließlich ordnungsgemäß gelagerte, nicht zu alte nebel) und anderen Betriebsflüssigkei-
Zahnriemen ein! ten wie Kühlmittel, Kraftstoffen und
Bremsflüssigkeit schützen. Keine Sprays
> Verwenden Sie ausschließlich Zahnriemen mit der richtigen und keine Chemikalien zur Reduzierung
­Profilform! von Riemengeräuschen einsetzen.

> Z ahnriemen niemals knicken oder verdrehen, die Zugstränge


werden dabei beschädigt!

> B eachten Sie beim Einbau die Vorschriften des Automobil-


herstellers und die oben stehenden Hinweise zur Handhabung!

> B enutzen Sie unbedingt die vorgeschriebenen Spezialwerkzeuge!


Zahnriemen 10

Wartung und Austausch Typisches


Problem Fehlerbild

Zahnriemen sind wartungsfrei, das heißt, sie müssen Zahnriemen gerissen


nicht nachgespannt werden. Sie werden durch die
hohen Temperaturen im Motorraum und den stetigen
Biegewechsel stark beansprucht und unterliegen einem
Alterungsprozess und ständigem Verschleiß. Ihr Zu-
stand sollte vorsorglich im Rahmen von Inspektionen
Kantenverschleiß
nach den Angaben des Fahrzeugherstellers überprüft
werden. Dadurch werden Unregelmäßigkeiten recht-
zeitig festgestellt. Reißt der Zahnriemen bei laufendem
Motor, können Ventile und Kolben im Motor hart auf-
einander- schlagen. Das führt in vielen Fällen zu einem
schwerwiegenden Motorschaden. Um das zu vermei- Verschleiß des Gewebes im Steg
den, ist unter folgenden Umständen ein Austausch er-
forderlich:

1 > Die maximale Laufleistung ist erreicht


Die Prüf- und Wechselintervalle eines Zahnriemens
Verschleiß der Zahnflanken,
werden vom Fahrzeughersteller vorgegeben. Ein Aus-
Fußanbrüche und Zahnabscherer
tausch erfolgt nach einer Laufleistung zwischen 40.000
und 240.000 km. Die Intervalle sind abhängig von der
Kombination aus Riementyp, Motorvariante und Fahr-
zeugmodell. So können gleiche Riemen und Motoren in
unterschiedlichen Modellen auch verschiedene Wech- Zähne und Gewebe lösen sich
selintervalle haben. Der Grund dafür liegt z. B. in ver- vom Unterbau
schiedenen Einbaulagen, unterschiedlichen Getriebe-
übersetzungen und Motorkapselungen. Sofern vom
Fahrzeughersteller nicht anders vorgeschrieben, emp-
fehlen wir den Austausch nach einer Laufzeit von maxi-
Laufspuren auf Zahnseite
mal sieben Jahren. Die Funktion eines alten Riemens ist
durch den Alterungsprozess des Materials nicht mehr
sichergestellt.

2 > Der Riemen ist beschädigt/verschlissen


Beschädigte und/oder verschlissene Riemen müssen Periodisch wellenförmig
ausgetauscht werden. Beheben Sie aber zunächst die abgescherte Zähne
Ursachen. Bei der Diagnose hilft Ihnen die nebenste-
hende Tabelle.

Aufgrund falscher Handhabung beschädigte Zahnrie-


Rückenrisse
men dürfen selbstverständlich niemals eingebaut oder
in Betrieb genommen werden. (Beachten Sie dazu die
Hinweise auf Seite 9.)

Beschädigung des
Riemenrückens

Laufgeräusche
11

Ursache Lösung

➀ Fremdkörper im Trieb ➀ Fremdkörper beseitigen, Komponenten auf Beschädigung prüfen


und ggf. austauschen, Riemen wechseln
➁ Fremdmedien-Einwirkung ➁ Evtl. Undichtigkeiten beseitigen, Riemenscheiben reinigen, Riemen wechseln
➂ Vorspannung zu hoch ➂ Riemen wechseln, Spannung korrekt einstellen
➃ Knicken des Riemens vor bzw. bei der Montage ➃ Riemen wechseln und fachgerecht montieren

➀ S cheibenparallelität nicht gegeben: Riemen läuft gegen ➀ ➁ A


 ntrieb kontrollieren, nicht fluchtende Scheiben ausrichten
Bordscheibe und ggf. ersetzen, Riemen wechseln
➁ Räder axial versetzt: Zahnriemen kann nicht fluchtend laufen
➂ Bordscheibe einer Rolle hat Fehlstelle ➂ ➃ Umlenk-/Spannrolle ersetzen, Riemen wechseln
➃ Lagerspiel von Komponenten

➀ Zu hohe Spannung eingestellt ➀ Riemen wechseln, Spannung korrekt einstellen


➁ Abgenutzte Zahnriemenscheibe ➁ Riemenscheibe erneuern

➀ Spannung zu hoch/niedrig ➀ Riemen wechseln, Spannung korrekt einstellen


➁ Fremdkörper im Trieb ➁ Fremdkörper beseitigen, Komponenten auf Beschädigung prüfen
und ggf. austauschen, Riemen wechseln
➂ Festsitzende Zahnriemenscheibe bzw. Spannrolle ➂ Ursache (z. B. defektes Lager) ermitteln, Abhilfe schaffen, Riemen wechseln

➀ A ufquellen der Elastomermischung und Auflösung ➀ U ndichtigkeiten am Motor oder im Motorraum beseitigen,
der Vulkanisation durch chemische Einwirkung von (z. B. Austritt von Öl, Kraftstoff, Kühlmittel etc.), Riemenscheiben
Betriebsstoffen reinigen, Riemen wechseln

➀ Fremdkörper im Trieb ➀ Fremdkörper beseitigen, Komponenten auf Beschädigung prüfen


und ggf. austauschen, Riemen wechseln
➁ Fehlstellen auf Verzahnung der Zahnriemenscheibe ➁ Z ahnriemenscheibe ersetzen, Riemen wechseln,
durch Fremdkörper oder Werkzeuge bei der Montage fachgerecht montieren
➂ Zahnriemen vor/bei der Montage beschädigt ➂ Riemen wechseln und fachgerecht montieren

➀ Z ahnteilung von Riemen und Zahnscheibe passen nicht ➀ A lle Scheiben auf die Zahnteilung des Riemens überprüfen
zueinander

➀ Umgebungstemperatur zu hoch/niedrig ➀ Ursache beheben, Riemen wechseln


➁ Fremdmedien-Einwirkung ➁ Undichtigkeiten beseitigen, Riemenscheibe reinigen, Riemen wechseln
➂ Ü berhitzung des Riemenrückens durch blockierte/ ➂ Rolle und Riemen wechseln, auf Freigängigkeit achten
schwergängige Rückenrolle
➃ Lebensdauer überschritten ➃ Riemen wechseln

➀ Rückenrollen blockiert, Kunststofflaufmantel geschmolzen ➀ R olle und Riemen wechseln, auf Freigängigkeit der Rolle
(z. B. durch korrekt sitzende Zahnriemenabdeckung) achten
➁ Kontakt des Zahnriemens mit Fremdkörper, ➁ R iemen wechseln. Sicherstellen, dass keine Fremdkörper
z. B.: Zahnriemenabdeckung, Schrauben, Kanten etc. den Zahnriemen berühren

➀ Spannung zu hoch: Riemen heult, pfeift ➀ ➁ Spannung korrekt einstellen


➁ Spannung zu gering: Riemen schlägt gegen Abdeckung
➂ Geräusche durch verschlissene/defekte Rollen/Wasserpumpe ➂ Defekte Komponenten tauschen, Riemen wechseln
➃ Riemenscheiben fluchten nicht ➃ Scheiben und Rollen ausrichten und ggf. ersetzen, Riemen wechseln
Zahnriemen 12

Zahnriemenwechsel

Beim Zahnriemenwechsel müssen alle nach einem Zahnriemenriss) müssen not- abgenommenem Zylinderkopf eingestellt
Arbeitsschritte nach den Vorgaben des falls die Öffnungs- und Schließzeitpunkte werden. Dabei wird mit einer Messuhr der
Fahrzeugherstellers ausgeführt werden. der Ventile, die Steuerzeiten, neu einge- obere Wendepunkt des entsprechenden
Der Einsatz vorgeschriebener Spezial- stellt werden. Ihre exakten Werte werden Zylinders gesucht, indem die Kurbelwelle
werkzeuge ist dabei unbedingt notwen- vom Fahrzeughersteller definiert und vorsichtig Stück für Stück gedreht wird.
dig. So wird sichergestellt, dass die relati- ­b ezogen auf die Totpunkte in Grad
ve Lage von Kurbel-, Nockenwelle und (° Kurbel­winkel) angegeben (z. B. Einlass- Um Beschädigungen durch Kollisionen
ggf. Einspritzpumpe zueinander nicht ver- ventil öffnet 10° vor OT). der Kolben mit geöffneten Ventilen zu
ändert wird. Ein Zahnriemen darf auf kei- vermeiden, darf der Motor nur mit einem
nen Fall mit Gewalt oder Hebelwerkzeu- Die Öffnungs- und Schließzeitpunkte der montierten Zahnriemen durchgedreht
gen auf die Zahnscheiben montiert Ventile lassen sich mit Bezugsmarken werden. Voraussetzung dafür ist, dass die
werden. Die Laufrichtung muss nicht be- überprüfen. Dazu wird der Kolben eines Steuerzeiten ungefähr stimmen. Ist dies
achtet werden, es sei denn, sie ist mit ei- Zylinders auf den oberen Totpunkt (OT) nicht der Fall, müssen vor dem Durchdre-
nem Richtungspfeil gekennzeichnet. eingestellt. Welcher Zylinder auf OT ge- hen des Motors alle Ventile geschlossen
stellt werden muss, wird vom Fahrzeug- und die Ventilbetätigung wie beispielswei-
Zahnriemen mit Markierungen hersteller vorgegeben (häufig der erste). se Stößel entfernt werden. Wird bei einem
Einige Zahnriemen verfügen als Monta- Über verschiedene Markierungen am Vierzylinder-Viertaktmotor der erste Zylin-
gehilfe über Zündzeitpunkt-Markierungen Motor­block, dem Zylinderkopf, der Zahn- der auf die OT-Position gedreht, müssen
auf dem Riemenrücken. Die aufgedruck- riemenverkleidung, dem Riemen selbst die Ventile des vierten Zylinders ebenfalls
ten Pfeile bestimmen die Laufrichtung und an den Riemenscheiben lassen sich leicht geöffnet sein (Überschneidung,
des Riemens. Die Strich-Markierungen die Steuerzeiten überprüfen und ggf. ein- Gaswechsel). Der erste Zylinder hat den
auf dem Riemen müssen bei der Monta- stellen. Neben den Nockenwellen muss Verdichtungstakt soeben beendet und
ge mit Markierungen an den Riemen- auch die Position von mechanisch ange- kann gezündet werden (Ventile geschlos-
scheiben übereinstimmen. triebenen Zündverteilern, Ausgleichswel- sen). Die Stellung der Ventile lässt sich
len und Einspritzpumpen berücksichtigt nur mit abgenommener Zylinderkopfhau-
Steuerzeiten ermitteln und einstellen werden. be kontrollieren oder per Endoskop durch
Nur wenn die richtige relative Lage der die Zündkerzenbohrung.
Kurbelwelle zu den Nockenwellen nicht Ohne weitere Markierungen kann der OT
mehr gegeben ist (z. B. nach einer kom- nur durch Herausschrauben einer Zünd-
pletten Demontage des Motors oder kerze, Glühkerze, Einspritzdüse oder bei

! Gehen Sie auf Nummer sicher

> Verändern Sie beim Zahnriemenwechsel niemals die relative Lage von
Kurbel- und Nockenwellen zueinander!

> B eachten Sie grundsätzlich die Einbauvorschriften und die vorgegebenen


Wechselintervalle des Automobilherstellers. Gefahr des Motorschadens!

> D rehen Sie den Motor nur mit montiertem Zahnriemen durch!

> B enutzen Sie unbedingt die vorgeschriebenen Spezialwerkzeuge!


13

Steuerketten

Neben Zahnriemen werden auch Steuer-


ketten für die Synchronisierung von
Wellen in Pkw-Motoren verwendet. Die
Ventilsteuerung in Nutzfahrzeugmotoren
erfolgt hauptsächlich durch Stirnräder­
getriebe. Selten werden auch Königs­ Steuerkette und Kettenrad ohne Verschleiß- Durch den Verschleiß an den Bolzen und in
wellen oder Schubstangen eingesetzt. spuren. den Hülsen kann sich die Steuerkette längen.

Gegenüber Steuerketten besitzen Zahn- derfüllung, Gaswechselvorgänge und


riemen vor allem einen Effizienzvorteil. folglich das Abgasverhalten beeinflusst
Sie sind leichter und laufen reibungs- werden. In diesem Fall muss die Steuer-
ärmer, wodurch CO2-Emissionen verrin- kette ersetzt werden.
gert und bis zu 0,1 Liter Kraftstoff auf
100 km eingespart werden können. Für die korrekte Funktion sollten die
Spann- und Führungselemente sowie Zusätzlicher Verschleiß an den Kettenrädern.
Darüber hinaus minimieren die Zugsträn- die Zahnräder im Steuerkettentrieb
ge die Längenausdehnung des Riemens. un-bedingt mit gewechselt werden.
Steuerketten können sich mit zunehmen- Steuerketten können nicht durch Zahn­
der Lebensdauer längen, wodurch Zylin- riemen ersetzt werden.
14

Komponenten
Zahnriementrieb
Der Zahnriemen steuert präzise den Verbrennungsvorgang im Motor.
Für den sicheren Betrieb des Zahnriemens sind verschiedene Kompo-
nenten notwendig, die ihn führen und für die korrekte Vorspannung
sorgen. Sämtliche Komponenten des Riementriebs werden in modernen
Motoren höchsten Beanspruchungen ausgesetzt wie beispielsweise
Schwingungen oder großen Drehzahl- und Temperaturschwankungen.
Sie beeinflussen den gesamten Steuertrieb und erfordern höchste
Qualitätsstandards.
15

Umlenk- und Führungsrollen

Die Lage der angetriebenen Riemenscheiben erfordert norma- Umlenkrollen mit Bordschei-
lerweise eine Verlaufsführung des Zahnriemens durch Umlenk- ben werden als Führungsrollen
und/oder Führungsrollen. bezeichnet. Sie halten den Zahn-
riemen in der gewünschten Spur.
Weitere Gründe für ihren Einsatz sind: Beim Einsatz einer Spannrolle mit
– die Vergrößerung des Umschlingungswinkels, um möglichst Bordscheiben wird keine zusätzli-
viele Zähne im Eingriff zu haben, wenn hohe Leistungen che Führungsrolle benötigt.
übertragen werden sollen, Links: Umlenkrolle
– die Beruhigung von Abschnitten im Trieb, die zu unerwünsch- Rechts: Führungsrolle
ten Schwingungen neigen (z. B. bei großen Trumlängen).

Je größer der Umschlingungswin-


kel ist, desto mehr Zähne greifen
in die Zahnscheibe ein und desto
größere Kräfte können übertragen
werden. Bei Keilrippenriemen ver-
größert sich analog dazu die Kon-
taktfläche mit der Riemenscheibe.

Nicht aufliegende Abschnitte


eines Riemens werden als Trum
bezeichnet.
Rot: Last- oder Zugtrum
Blau: Leertrum

Rillenkugellager

Einreihig oder zweireihig;


mit vergrößertem Fettvorrats-
volumen.

Laufmantel

Aus Stahl oder Kunststoff


(Polyamid), glatt oder gezahnt.
Komponenten Zahnriementrieb 16

Spannvorrichtungen

Um die Riemenspannung im Zahnriemen- Manuelle Spannrolle


trieb aufzubauen und möglichst konstant zu Die gesamte Rolle wird über die ex-
halten, werden unterschiedliche Spannsyste- zentrische Befestigungsbohrung ver-
me verwendet. Ihr Einsatz erfolgt im Leer- dreht, bis die gewünschte Vorspan-
trum. nung des Riemens erreicht ist, und
dann befestigt. Dieses einfache Sys-
– Kurzfristige Spannungsänderungen ent- tem kann veränderliche Faktoren
stehen durch z. B. Temperatur- und Last- (Wärme, Verschleiß) nicht kompensie-
unterschiede. ren und hat keine Dämpfungsfunkti-
– Langfristige Spannungsänderungen wer- on. Deshalb setzten sich seit den
den durch Verschleiß und Längung des 1990er-Jahren andere Spannvorrich-
Zahnriemens hervorgerufen. tungen durch.

Halbautomatische Spannrolle
mit Doppelexzenter

Spannrolle

Mit Laufmantel aus Stahl.

Kugellager

Hier in zweireihiger Ausführung.

Drehfeder

Erzeugt die Vorspannung.

Einstellexzenter mit Einstellscheibe

Innerer Exzenter, erzeugt bei der


Montage den Toleranzausgleich.

Arbeitsexzenter

Äußerer Exzenter, stellt die dynamische


Spannfunktion sicher.
17

Halbautomatische Spannrolle Zwei Bauformen:


Die halbautomatische Spannrolle gleicht Bei der Bauform mit einem Einfachexzen-
sowohl die Längung des Zahnriemens als ter sind die dynamische Spannfunktion
auch temperatur- und lastabhängige und der Toleranzausgleich kombiniert.
Spannungsänderungen durch ein Feder- Bei einem Doppelexzenter (Abbildung)
paket aus. Die Zahnriemenspannung ist sind beide Funktionen getrennt und kön-
dadurch während der gesamten Lebens- nen exakt auf den Trieb abgestimmt wer-
dauer nahezu konstant. Eine mechani- den. Der Doppelexzenter darf nur in der
sche Dämpfereinheit minimiert die Feder- vorgegebenen Drehrichtung gespannt
und Riemenschwingungen, erhöht so die werden, da die Funktion der Rolle trotz
Lebensdauer des Triebs und verbessert scheinbar korrekter Einstellung (Nominal-
sein Geräuschverhalten. Die halbautoma- position, Zeiger auf Kerbe) sonst stark
tische Spannrolle muss bei der Montage eingeschränkt ist bzw. vollständig ver­
manuell gespannt werden. sagen kann.

Automatische Spannrolle
Sie arbeitet wie eine halbautomatische Spannrolle mit Einfachexzenter, ist jedoch be-
reits vorgespannt und mit einer Sicherung (Splint o.  Ä. – in der Zeichnung rot markiert)
fixiert. Nach dem Einbau aller Komponenten wird die Sicherung (Splint) entfernt und
die Rolle stellt die korrekte Spannung automatisch ein.

Spanndämpfer-System
Bei sehr hohen dynamischen Kräften kommen auch hydraulische Spannsysteme zum
Einsatz. Die Spannrolle ist hier an einem Hebelarm montiert, dessen Bewegung durch
einen Hydraulikzylinder gedämpft wird. Eine Druckfeder im Hydraulikzylinder erzeugt
die Vorspannung. Durch ihre asymmetrische Dämpfung bietet sie schon bei geringen
Vorspannkräften sehr gute Dämpfungseigenschaften.

! Gehen Sie auf Nummer sicher

> Spannen Sie Zahnriementriebe nur bei auf ca. 20 °C abgekühltem Motor!

> N eben den Riemen sind auch die übrigen Komponenten eines Antriebs-
systems hohen Belastungen ausgesetzt und müssen ausgetauscht werden!
Verschleiß ist nicht unbedingt sichtbar.

> Achten Sie bei der Montage aller Komponenten des Zahnriementriebs
auf äußerste Präzision:
– Keine Fluchtungsfehler!
– Kein Achsversatz!
– Keine Schiefstellungen!
– Vorgeschriebene Anzugsdrehmomente beachten!

Dreh- und Befestigungspunkte der > B enutzen Sie unbedingt vorgeschriebenes Spezialwerkzeug!
Spannsysteme sind rot markiert.
Komponenten Zahnriementrieb 18

Wasserpumpen
Auffangbehälter mit Deckel

Die in einem Verbrennungsmotor entstehenden Konstruktionsbedingt können Kleinst-


hohen Temperaturen müssen abgeleitet werden, mengen an Kühlflüssigkeit austreten.
um Beschädigungen durch Überhitzung (defekte Deshalb besitzen viele Wasser-
Zylinderkopfdichtung, Risse im Zylinderkopf) zu ver- pumpen einen Auffangbehälter
hindern. In der Fahrzeugtechnik hat sich dafür die oder einen Ableitungsschlauch.
Flüssigkeitskühlung durchgesetzt. In den thermisch
belasteten Bereichen des Motorblocks und des Zylin- O-Ring
derkopfs sind dafür Kanäle angeordnet (Wasser-
Zur Abdichtung des Pumpengehäuses
mantel), die vom Kühlmittel durchströmt werden.
zum Motor. Neben O-Ringen werden
Es transportiert die entstandene Wärme zum Kühler,
auch Flachdichtungen aus verschiedenen
der sie an die Außenluft abgibt.
Materialien eingesetzt.
Die Wasserpumpe fördert das Kühlmittel in einem
Kreislauf, der den kontinuierlichen Abtransport über-
Pumpenrad (Impeller)
schüssiger Wärme sicherstellt.
Für die hydraulische Funktion der Wasser-
Kühlmittelkreislauf pumpe. Es gibt geschlossene (wie abgebildet)
Zum Kühlmittelkreislauf gehören die Kühlwasser­ und offene Pumpenräder, deren Formgebung
kanäle in Motorblock und Zylinderkopf, mindestens ihre hydraulischen Eigenschaften bestimmt.
ein Kühler mit einem Lüfter/Gebläse, die Wasser- Zum Einsatz kommen verschiedene metallische
pumpe, das Thermostat, der Ausgleichsbehälter Werkstoffe oder hoch temperaturbeständige Kunststoffe.
­sowie die verbindenden Schläuche und etwaige
Sekun­därkreisläufe wie z. B. für den Wärmetauscher Gleitringdichtung
der Innenraumheizung oder für die Kühlung eines
Ist verantwortlich für die hydraulische Abdichtung zwischen Wasser-
Turboladers.
pumpengehäuse und der Pumpenwelle (Integrallager). Diese Dich-
tungsart hat eine geringe Durchlässigkeit von ca. 12 g/10.000 km.
Der Antrieb der Wasserpumpe erfolgt in den meis-
Statt Gleitringdichtungen (siehe Abbildung rechts unten) finden
ten Fällen mechanisch über den Zahnriemen, Keilrie-
vereinzelt auch Lippendichtungen Verwendung.
men oder Keilrippenriemen. Die mechanische Ener-
gie des Motors wird als hydraulische Leistung an das
Gehäuse
Kühlmedium abgegeben.
Hermetisch dichter Körper, in dem Lager und Gleitringdichtung
Die Leistung eines Motors verbessert sich mit stei- befestigt sind. Er nimmt die entstehenden Kräfte auf und muss zum
gender Betriebstemperatur. Aus diesem Grund wird Motor perfekt abgedichtet sein. Gehäuse werden aus Aluminium-
der Kühlmittelkreislauf mit einem Druck von bis zu druckguss, seltener aus Gusseisen oder Polymeren gefertigt.
drei bar betrieben. Somit kann die Temperatur der
Kühlflüssigkeit auf über 100 °C erhitzt werden, ohne Integrallager
zu kochen. Motoren arbeiten auf diese Weise bei hö-
Besteht aus der Pumpenwelle und zwei Lagern: entweder mit 2 Kugel-
heren Temperaturen und damit effizienter.
lagern oder wie abgebildet mit einem Rollenlager und einem Kugel-
lager. Das Lager nimmt die aus der Riemenspannung resultierenden
Um die Motortemperatur besser regulieren zu kön-
Kräfte auf.
nen, gibt es verschiedene Entwicklungstendenzen.
Von einem Elektromotor angetriebene Wasserpum-
Wellendichtringe
pen, schaltbare Wasserpumpen oder ein steuerbarer
Verschluss der Flügel des Pumpenrads ermöglichen Schützen die Wälzlager vor Schmutz- und Feuchtigkeitseintritt und
eine bedarfsgerechte Steuerung der Wasserpumpe, verhindern das Austreten des Lagerschmierstoffs.
wodurch eine weitere Effizienzsteigerung realisiert
und die zügige Erwärmung des Motors auf die ge- Riemenscheibe
wünschte Betriebstemperatur gewährleistet werden.
Für den Antrieb der Pumpe. Glatt oder gezahnt für Zahnriemen, gerippt
für Keilrippenriemen. Sie werden aus Sintermetall oder Kunststoff her-
gestellt.
19

Gleitringdichtung

Der Dichtungsspalt zwischen den


beiden Gleitringen (rot) ist nur weni-
ge Mikrometer breit und kann durch
Schmutzpartikel im Kühlmedium
zerstört werden.

➀ Beide Gleitringe sind in eine Sekun-


därdichtung (blau) eingebettet und
werden durch eine Spiralfeder zu-
sammengedrückt.

➀ Welle, ➁ Gehäuse


Komponenten Zahnriementrieb 20

Typische
Fehlerbilder
Kühlflüssigkeit
Eine Mischung aus Wasser (destilliert bzw. demineralisiert) und Ethylenglykol bildet
die Basis des Kühlmittels. Ethylenglykol senkt den Gefrierpunkt und erhöht gleichzeitig
den Siedepunkt der Mischung, um den Abtransport einer größeren Wärmemenge zu
ermöglichen. Bei einem Mischungsverhältnis von 1 : 1 und unter Atmosphärendruck
liegt der Gefrierpunkt bei ca. –35 °C und der Siedepunkt bei ca. 108 °C.

Innerhalb des Kühlkreislaufs werden viele unterschiedliche Werkstoffe eingesetzt,


die bei Kontakt miteinander zu Korrosion führen können. Neben ihrer Funktion als
„Wärmetransporter“ soll die Kühlflüssigkeit vor diesem elektrochemischen Effekt
schützen und kompatibel zu unterschiedlichen Werkstoffen sein. Diese Schutzfunktion
wird durch die Zugabe von antioxidativ wirkenden Substanzen (sogenannte Inhibito-
ren) erreicht, die gleichzeitig Ablagerungen und Schaumbildung reduzieren.

Es können organische, anorganische und gemischte Inhibitoren verwendet werden,


die untereinander jedoch oft nicht kompatibel sind. Verschiedene Kühlmittel dürfen
deshalb keinesfalls gemischt werden. Von den Herstellern verwendete Färbungen
weisen auf die Präsenz verschiedener Inhibitoren hin. Die Fahrzeughersteller schrei-
ben die zu verwendende Kühlmittelqualität vor.

! Gehen Sie auf Nummer sicher

> Wird die Wasserpumpe vom Zahnriemen angetrieben, empfehlen wir


den Austausch der Wasserpumpe zusammen mit den Spann- und Umlenk-
rollen vorsorglich bei jedem Zahnriemenwechsel.

> Entleeren Sie den Kühlkreislauf vollständig und spülen Sie


ihn gründlich mit Wasser (bei erkennbarer Trübung System-
reiniger verwenden)! Eine Anleitung dafür finden Sie unter:
www.contitech.de/wapu-fit

> Verwenden Sie abgelassene Kühlflüssigkeit nicht wieder, sondern


entsorgen Sie diese fachgerecht!

> Reinigen Sie die Dichtflächen sorgfältig und schonend


(ggf. Dichtungsentfernerspray verwenden)!

> Verwenden Sie nur dann eine Dichtmasse, wenn keine Dichtung vor-
gesehen ist! Dichtmasse nur sparsam verwenden! Beachten Sie ggf.
die Aushärtungszeit vor dem Befüllen des Kühlsystems! Benetzen Sie
den O-Ring vor dem Einbau mit Silikonöl!

> Entlüften Sie das Kühlsystem nach Herstellervorgaben!


21

Problem und Ursache Lösung

Undichtigkeiten am Pumpenlager
➀ G eringe Kondensatspur an Gehäuse (Bohrung) ➀ Konstruktionsbedingt tritt Kühlflüssigkeit in Kleinstmengen an der
oder Auffangbehälter Gleitringdichtung aus. Dies stellt keine Undichtigkeit dar
➁ Verwendung von Wasser statt Kühlmittel ➁ D ie vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Kühlflüssigkeit
verwenden, Wasserpumpe wechseln
➂ Verunreinigungen oder Fremdkörper im Kühlmittelkreislauf ➂ Kühlsystem gründlich mit Systemreiniger spülen und neu befüllen,
ggf. Fremdkörper entfernen, Wasserpumpe wechseln
➃ Ü bermäßiger Auftrag von Dichtmittel hat die mechanische ➃ Kühlsystem gründlich mit Systemreiniger spülen und neu befüllen,
Dichtung zerstört, Dichtmittelanhaftung an der Gleitringdichtung Wasserpumpe wechseln. Dichtmasse nur verwenden, wenn keine
Dichtung vorgesehen ist
➄ Verwenden von Dichtung und Dichtmasse ➄ Z usätzliche Dichtmasse darf unter keinen Umständen an vorhandene
Dichtungen angebracht werden. Wasserpumpe wechseln

Undichtigkeiten an den Dichtflächen


➀ Wasserpumpe oder Dichtung sitzt nicht korrekt ➀ P umpe auf richtige Bauform prüfen, Sitzflächen gründlich reinigen,
Papierdichtungen am Gehäuse provisorisch fixieren
➁ Dichtflächen nicht ausreichend gesäubert ➁ Dichtflächen gründlich u. schonend reinigen,
ggf. mit Dichtungsentferner
➂ Ungleichmäßig aufgetragene Dichtmasse ➂ Dichtmasse dünn und gleichmäßig auftragen

Korrosion
➀ Verwendung falscher Kühlflüssigkeit ➀ ➁ Wasserpumpe wechseln, Kühlsystem gründlich mit Systemreiniger
➁ Verwendung von Wasser statt Kühlmittel spülen und mit der vom Hersteller vorgeschriebenen Kühlflüssigkeit
bzw. einem falschen Mischverhältnis neu befüllen

Lager und Lagerwelle sind stark verschlissen


➀ Überlastung des Lagers durch defekte Lüfterkupplung ➀ Wasserpumpe und Lüfterkupplung austauschen
➁ Überlastung des Lagers durch falsche Zahnriemenspannung ➁ Riemenspannung immer fachgerecht einstellen
➂ E indringen von Kühlmittel in das Lager durch undichte ➂ U rsache für eindringendes Kühlmittel beheben
Gleitringdichtung (siehe: Undichtigkeit am Pumpenlager), Wasserpumpe wechseln

Deformierte oder abgerissene Flügel am Pumpenrad


➀ Fremdkörper im Kühlkreislauf ➀ ➁ F
 remdkörper (Flügelteile) aus Kreislauf entfernen, sorgfältiges
➁ L agerschaden an der Pumpenwelle erzeugt Unwucht und Spülen des Kreislaufs, Wasserpumpe fachgerecht austauschen,
Kontakt mit Motorgehäuse System mit der vom Hersteller vorgeschriebenen Kühlflüssigkeit
neu befüllen

Beschädigtes Antriebsrad
➀ B eschädigte bzw. abgerissene Bordscheiben durch ➀ F luchtung des Riementriebs überprüfen und korrigieren,
Fluchtungsfehler. Der Riemen läuft nicht mittig und drückt korrekten Sitz der Wasserpumpe am Motor sicherstellen
ständig gegen die Bordscheiben

Geräusche
➀ Luftblasen verbleiben im Kühlkreislauf ➀ Kühlsystem fachgerecht entlüften

Überhitzung
➀ Kein ausreichender Kühlmitteltransport durch verbliebenen ➀ Kühlsystem fachgerecht entlüften
Lufteinschluss im Pumpenraum
22

Keil- und
Keilrippenriemen
Keil- und Keilrippenriemen übertragen die Drehbewegung der Kurbel-
welle über Riemenscheiben auf Nebenaggregate. Sie werden dort ein-
gesetzt, wo synchrone Drehbewegungen nicht erforderlich oder nicht
gewollt sind, z. B. für die Lichtmaschine, die Wasserpumpe, die Hydraulik-
pumpe, die Servolenkung, den Kompressor der Klimaanlage oder
den Lüfter.

Typischer Keilrippenriementrieb
mit konventionellem Keilrippen-
riemen

Spannhebel

Generatorfreilauf

Spannrolle

Riemenscheibe Klimakompressor

Riemenscheibe Kurbelwelle

Konfigurationsbeispiel

Keilriemen- und Keilrippenriemen-


triebe gibt es in vielen unterschied-
lichen Varianten.
23

Funktion Handhabung

Keil- und Keilrippenriemen arbeiten als Keilrippenriemen sind eine Weiterent- Keil- und Keilrippenriemen sind Hochleis-
kraftschlüssige Antriebselemente und wicklung des Keilriemens und haben tungskomponenten, die unter extremen
nutzen zur Kraftübertragung die Haft­ mehrere Längsrippen. Die Kraftübertra- Betriebsbedingungen lange Zeit zuverläs-
reibung zwischen Riemen und Riemen- gung erfolgt durch die Haftreibung zwi- sig arbeiten sollen. Um Schädigungen vor
scheibe. schen den Flanken der einzelnen Rippen dem Einsatz zu vermeiden, ist der richti-
und der gerillten Riemenscheibe. Keilrip- ge Umgang mit ihnen sehr wichtig.
Keilriemen haben einen trapezförmigen penriemen besitzen deshalb eine größere
Querschnitt und laufen in einer keilförmi- Reibfläche als Keilriemen und erlauben Lagerung:
gen Rille in der Riemenscheibe. Sie er- das Übertragen größerer Drehmomente. –  Kühl (15 – 25 °C) und trocken.
möglichen den Antrieb von ein bis zwei Durch den flexibleren Aufbau lassen sich –  Ohne direkte Sonneneinstrahlung und
Aggregaten. Bei gleichem Platzbedarf auch Triebe mit Gegenbiegungen und ohne direkten Wärmeeinfluss.
können sie wesentlich größere Dreh­ kleinen Umlenkdurchmessern realisieren. –  Nicht in der Nähe leicht entzündlicher,
momente übertragen als Flachriemen. Ein Riemen kann mehrere Aggregate aggressiver Medien sowie von Schmier­
Aufgrund der Reibung an den Riemen- gleichzeitig antreiben und wird somit den stoffen und Säuren.
flanken (kraftschlüssig) sind die auf die Anforderungen an eine kompakte Motor- –  Maximal 5 Jahre.
Lager wirkenden Kräfte geringer. Sollen bauweise gerecht.
mehrere Aggregate gleichzeitig angetrie- Einbau:
ben werden, ist ein Riementrieb mit meh- Elastische Keilrippenriemen werden un- –  Einbauvorschriften des Automobil-
reren Keilriemen notwendig. ter Vorspannung montiert und benötigen herstellers befolgen.
keine Spannvorrichtung. –  Vorgeschriebenes Spezialwerkzeug
verwenden. Riemen niemals gewalt-
sam, z. B. unter Verwendung eines
Montiereisens oder Ähnlichem, auf die
Scheiben hebeln.
Riementypen im Vergleich –  Gegebenenfalls die vom Hersteller vor-
gegebene Riemenspannung mit einem
Elastische Spannungsmessgerät einstellen.
Keilriemen Keilrippen-
Keilrippen- –  Riemen vor Öleinwirkung (auch Öl­
riemen
riemen nebel) und anderen Betriebsflüssigkei-
ten wie Kühlmittel, Kraftstoffen und
Bremsflüssigkeit schützen. Keine
Umlenkung mit Gegenbiegung – ++ ++
Sprays und keine Chemikalien zur Re-
geringe Umlenkdurchmesser o ++ ++ duzierung von Riemengeräuschen ein-
setzen.
beidseitiger Aggregateantrieb – ++ ++

Wirkungsgrad + ++ +

Bauvolumen o ++ ++

Erzeugung der Vorspannung Aggregatverstellung Spanner Riemen

Montage ohne ohne nur mit


Spezialwerkzeug Spezialwerkzeug Spezialwerkzeug

Kontaktfläche im Verhältnis relativ klein relativ groß relativ groß


zum Querschnitt
Keil- und Keilrippenriemen 24

Elastomerkörper

Er besteht aus einer abriebstabilen Kaut-


schukmischung NR/SBR (Naturkautschuk
mit Styrol-Butadien-Kautschuk) oder
CR/SBR (Chloropren-Kautschuk mit
Styrol-Butadien-Kautschuk).

Rückengewebe

Die Gewebelage dient als Versteifung und


Verstärkung.

Zugstränge

Die Zugstränge bestehen aus Polyesterfasern


und sind in eine Kautschukmischung einge-
bettet.
25

Keilriemen Profilformen

Keilriemen sind aus drei wesentlichen Komponen- Keilriemen haben einen trapezförmigen Querschnitt. Sie unter-
ten aufgebaut: scheiden sich – abhängig vom Einsatz – in ihrer Länge, den ge-
nauen Maßen des Querschnitts und der Bauart. Schmalkeilrie-
> Elastomerkörper men sind mit einer Gewebelage ummantelt; flankenoffene
> Zugstränge Keilriemen verzichten darauf.
> Rückengewebe
Werden Keilriemen durch zu kleine Riemenscheibendurchmes-
Mit ihrem hohen Aufbau haben sie eine schlechte ser oder Umlenken gestaucht, kommt es zu einer erhöhten
Rückenflexibilität. Sie können deshalb nicht umge- Wärme­entwicklung und vorzeitigem Verschleiß. Bei flanken­
lenkt werden und Aggregate nur mit der Innensei- offenen Keilriemen kann deshalb die Innenseite gezahnt sein,
te antreiben. um geringere Umlenkdurchmesser realisieren zu können.
Durch eine asymmetrische Verzahnung wird die Bildung von
Für die Übertragung großer Drehmomente kön- Geräuschen reduziert.
nen zur Vergrößerung der Reibfläche mehrere
Keilriemen parallel verwendet werden (Satzrie-
 Profilkennung
men). Damit die Vorspannung identisch ist und die
Riemen gleichmäßig belastet werden, müssen sie
exakt dieselbe Länge besitzen und immer im Satz AVX
getauscht werden. AVP


Maßstab 2:1

Die Längenangaben von Keilriemen


beziehen sich

auf die Länge außen (La),


auf die Länge der Zugträger (Ld) oder
auf die Länge innen (Li).

Mit den Tabellenwerten unten können Sie für


wichtige Keilriementypen eine Umrechnung
vornehmen.

Profilbezeichnung
Obere Riemenbreite (b = Nennbreite)
Wirkbreite
Untere Riemenbreite
Riemenhöhe (h)

AVX10
10 8,5 4,5 8 La = Ld + 13 La = Li + 51 Li = Ld – 38 Li = La – 51

AVX13
13 11,0 6,8 9 La = Ld + 18 La = Li + 57 Li = Ld – 39 Li = La – 57

AVX17
17 14,0 7,3 13 La = Ld + 22 La = Li + 82 Li = Ld – 60 Li = La – 82

Alle Angaben in mm.


Keil- und Keilrippenriemen 26

Elastomerkörper mit Rückenstruktur

Er besteht aus besonders abriebstabilem


synthetischen ­K autschuk. Zum Einsatz kom-
men überwiegend Mischungen aus Ethylen-
Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) mit hoher
thermischer und Witterungsbeständigkeit.

Rippenbeschichtung

Diese Beschichtung wirkt geräuschdämmend


und gewährleistet auch bei Fluchtungsfehlern
bzw. Schiefstellungen der Scheiben ein gutes
Geräuschverhalten.

Zugstränge

Die Zugstränge werden vorwiegend aus hoch-


verstreckten Polyesterfasern gefertigt, die
besonders längenstabil sind. Um ein neutrales
Ablaufverhalten des Riemens zu gewährleis-
ten, werden rechtsdrehend und linksdrehend
verzwirnte Fasern paarweise eingebettet.
27

Keilrippenriemen

Keilrippenriemen sind aus drei wesent- Auch bei fortgeschrittener Abnutzung zeigen hoch-
lichen Komponenten aufgebaut: wertige EPDM-Keilrippenriemen oft nur geringe
klassische Verschleißerscheinungen. Der Grad der
>E lastomerkörper mit Rückenstruktur Abnutzung muss daher bei diesen Typen mit einer
> Zugstränge Profilschablone überprüft werden (z. B. ContiTech
> Rippenbeschichtung Belt Wear Tester).

Sie bieten durch die flache Bauform mit


mehreren aneinandergereihten Rippen
eine große Reib­fläche zur Kraftübertra-
gung. Keilrippenriemen erlauben relativ
kleine Umlenkdurchmesser, wodurch
sich hohe Übersetzungsverhältnisse
ergeben. Sie können mit Gegenbiegung
und beidseitig antreibend eingesetzt
werden. Dadurch ist ein Keilrippenrie-
men in der Lage, mehrere Aggregate
gleichzeitig anzutreiben. Für die Über-
tragung großer Drehmomente können
Keilrippenriemen einfach mit einer hö-
heren Anzahl an Rippen ausgestattet
werden.

Keilrippenriemen besitzen eine


sprechende Bezeichnung. Beispiel:
6PK1080 (6 Rippen, PK-Profil, Bezugs-
länge 1.080 mm)
Profilformen

Keilrippenriemen werden nur mit wenigen verschie-


denen Querschnitten eingesetzt. Abhängig vom Ein-
satzfall variieren die Länge und die Anzahl der Rip-
pen (also die Breite).

 Profilkennung


PK


DPK




PJ

Maßstab 2:1, Maße in mm


Keil- und Keilrippenriemen 28

Elastomerkörper mit Rückenstruktur

Er besteht aus besonders abriebstabilem


synthetischen ­K autschuk. Zum Einsatz kom-
men überwiegend Mischungen aus Ethylen-
Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) mit hoher
thermischer und Witterungsbeständigkeit.

Rippenbeschichtung

Diese Beschichtung wirkt geräuschdämmend


und gewährleistet auch bei Fluchtungsfehlern
bzw. Schiefstellungen der Scheiben ein gutes
Geräuschverhalten.

Zugstränge

Die Zugstränge werden aus elastischen Poly-


amidfasern gefertigt. Um ein neutrales Ablauf-
verhalten des Riemens zu gewährleisten,
werden rechtsdrehend und linksdrehend ver-
zwirnte Fasern paarweise eingebettet.
29

Elastische
Keilrippenriemen Profilformen

Elastische Keilrippenriemen sind aus Elastische Keilrippenriemen werden mit


drei wesentlichen Komponenten aufge- den Profilen PK und PJ eingesetzt.
baut:

>E lastomerkörper mit Rückenstruktur  Profilkennung


> Zugstränge
> Rippenbeschichtung
PK


Elastische Keilrippenriemen werden mit
einer Initialvorspannung montiert, die

sie aufgrund ihrer Elastizität weitestge-
hend selbstständig halten. Von norma- PJ


len Keilrippenriemen sind sie optisch
kaum zu unterscheiden.
Maßstab 2:1, Maße in mm
Sie werden in unteren und mittleren
Leistungsbereichen verwendet, wenn
feste Achsabstände vorhanden sind.
Elastische Keilrippenriemen können mit zwei
Da sie ihre Spannung über die gesamte
Längen gekennzeichnet sein:
Lebensdauer h ­ alten, ist kein Spannele-
1. der Produktionslänge und
ment im Trieb erforderlich.
2. der (größeren) Einsatzlänge des gespannten
Riemens im eingebauten Zustand.
Elastische Keilrippenriemen dürfen
Die Kennzeichnung von ELAST-Riemen ist herstel-
nicht mit klassischen Keilrippenriemen
lerabhängig. ContiTech-Riemen werden auf dem
vertauscht werden. Ist werksseitig ein
Rücken mit der Einsatzlänge, gefolgt von der
elastischer Keilrippenriemen verbaut,
Produktionslänge in Klammern gekennzeichnet.
darf dieser auch nur durch einen elasti-
Beispiel: 6PK1019 (1004) ELAST.
schen Keilrippenriemen ersetzt werden.
Für eine beschädigungsfreie Montage ist in der Re-
gel Spezialwerkzeug erforderlich. Hierbei wird nach
mehrfach verwendbaren Werkzeugen und Einweg-
lösungen (liegen dem Riemen oft bei) unterschie-
den.

Montage mit dem


UNI-TOOL ELAST von ContiTech.
Keil- und Keilrippenriemen 30

Wartung und Austausch Typische


Problem Fehlerbilder

Keil- und Keilrippenriemen unterliegen ständigen Starker Verschleiß des Profils


Biegewechseln und sind den Umgebungseinflüssen oder der Flanken
wie Staub, Schmutz und großen Temperaturunter-
schieden im Motorraum direkt ausgesetzt. Aus die-
sem Grunde altern und verschleißen sie und sollten
nach einer Laufleistung von 120.000 km ausge- Ungleicher Verschleiß des Profils
tauscht werden.

Das Spannen von Keilriemen erfolgt meist durch ein-


stellbare/verschiebbare Achsen der Aggregate. Nur
in wenigen Ausnahmefällen wird eine Spannrolle ver-
wendet. Keilrippenriemen hingegen arbeiten auf- Kantenbildung auf den Rippen (a)
grund ihrer großen Länge mit mehreren Umschlin- und Abrieb im Profil (b)
gungen der Aggregate meistens in Kombination mit
Spann- und Umlenkrollen. Elastische Keilrippenrie-
a b
men kommen ohne Spannvorrichtung aus. Sie müs-
sen i. d. R. mit Spezialwerkzeug montiert werden.
An- und Ausbrüche im Profil

!
Beschädigung des Profils
Gehen Sie
auf Nummer sicher

> B auen Sie ausschließlich ordnungsgemäß


Abgetrennte Rippen
gelagerte, nicht zu alte Riemen ein!

> Verwenden Sie ausschließlich Riemen mit


dem richtigen Profil und der richtigen
Länge! Keilriemenlängen werden unter-
schiedlich angegeben (La, Ld oder Li)! Ausgerissener Zugstrang aus dem
Riemenrücken oder der Riemen-
> Elastische Keilrippenriemen dürfen nicht flanke
mit klassischen Keilrippenriemen vertauscht
und nur durch elastische Keilrippenriemen
ersetzt werden!
Beschädigung des Riemenrückens

> B eachten Sie beim Einbau die Vorschriften


des Automobilherstellers und die Hinweise
zur Handhabung auf Seite 23!

> B enutzen Sie unbedingt vorgeschriebenes Ausfall des Riemens durch


Spezialwerkzeug! chemische Einwirkung von
Betriebsstoffen

Verhärtete, polierte Flanken


31

Ursache Lösung

➀ Riemenscheiben, Rollen oder Aggregate defekt bzw. schwergängig ➀ Defekte Teile tauschen, Riemen wechseln
➁ Riemenscheiben fluchten nicht ➁ Scheiben und Rollen ausrichten und ggf. ersetzen, Riemen wechseln
➂ Hoher Schlupf ➂ Riemenlänge prüfen, Riemen wechseln, Spannung korrekt einstellen
➃ Riemenscheibenprofil verschlissen ➃ S cheiben ersetzen, Riemen wechsel
➄ Starke Riemenschwingungen ➄ OAP, TSD und Spanneinheit prüfen und ggf. ersetzen, Riemen wechseln

➀R
 iemenscheiben fluchten nicht ➀ N icht fluchtende Scheiben und Rollen ausrichten oder ggf. ersetzen,
Riemen wechseln
➁S
 tarke Riemenschwingungen ➁ OAP, TSD und Spanneinheit prüfen und ggf. ersetzen, Riemen wechseln

➀R
 iemenscheiben fluchten nicht ➀ Trieb überprüfen, nicht fluchtende Scheiben und Rollen ausrichten
oder ggf. ersetzen, Riemen wechseln
➁ OAP oder TSD defekt ➁ OAP, TSD und Spanneinheit auf Funktion prüfen und ggf. ersetzen,
Riemen wechseln
➂ Riemen wurde seitlich versetzt auf die Rippenscheiben aufgelegt ➂ Riemen wechseln, auf korrekten Sitz des Riemens achten

➀ Zu geringe oder zu hohe Riemenspannung ➀ Riemen wechseln, Spannung korrekt einstellen


➁ Lebensdauer überschritten ➁ Riemen wechseln
➂ Riemen wird zu heiß ➂ U rsache beheben (z. B. zu hohe Motortemperatur,
Lüfterfunktion prüfen, schwergängige Aggregate), Riemen wechseln

➀ Fremdkörper im Riementrieb ➀ A lle Komponenten auf Beschädigungen überprüfen,


ggf. reinigen oder austauschen, Riemen wechseln,
Fremdkörper beseitigen

➀ F luchtungsfehler durch versetzte Montage des Riemens ➀ Riemen wechseln, auf korrekte Positionierung des Riemens achten
auf den Rippenscheiben ➁ N icht fluchtende Scheiben und Rollen ausrichten oder ggf. ersetzen,
➁ Riemenscheiben fluchten nicht Riemen wechseln
➂ R iemen springt durch starke Schwingungen in eine versetzte ➂ OAP, TSD und Spanneinheit auf Funktion prüfen und ggf. ersetzen.
Position Riemen wechseln
➃ Fremdkörper (Steinchen) in der Riemenscheibe ➃ Fremdkörper beseitigen, ggf. Riemenscheibe tauschen, Riemen wechseln
➀ F luchtungsfehler durch versetzte Montage des Riemens ➀ Riemen wechseln, auf korrekte Positionierung des Riemens achten
auf den Rippenscheiben
➁ Seitliches Anlaufen des Riemens gegen eine feste Kante ➁  Freien Lauf des Riemens prüfen, nicht fluchtende Scheiben und Rollen
ausrichten und ggf. ersetzen, Riemen wechseln
➂ Zu hohe Vorspannung ➂ Riemen wechseln, Spannung korrekt einstellen

➀ Rückenrolle defekt bzw. schwergängig ➀ Rückenrolle ersetzen, Riemen wechseln


➁ Rollenlaufmantel durch Fremdkörper beschädigt ➁  Trieb auf Fremdkörper prüfen, Rolle ersetzen, Riemen wechseln
➂ Kantenbildung des Rollenlaufmantels durch Verschleiß ➂ Rolle ersetzen, Riemen wechseln

➀ A ufquellen der Elastomermischung und Auflösung der ➀ U ndichtigkeiten am Motor oder im Motorraum beseitigen
Vulkanisation (z. B. Austritt von Öl, Kraftstoff, Kühlmittel etc.), Riemenscheiben
reinigen, Riemen wechseln

➀ Unsachgemäße Vorspannung ➀ Riemen wechseln, Spannung korrekt einstellen


➁ Keine korrekte Satzzusammenstellung bei Keilriemen ➁ Immer einen kompletten Riemensatz austauschen
➂ Falscher Flankenwinkel bei Keilriemen ➂ Riemen wechseln, auf die richtige Zuordnung des Riemens achten
32

Komponenten
Keilrippenriementrieb
Mit steigenden Komfortansprüchen der Fahrer wird auch der Leistungs-
bedarf der Nebenaggregate größer. Torsionsschwingungen zu absor-
bieren hat deshalb im Keilrippenriementrieb einen hohen Stellenwert
gewonnen. Sie entstehen durch das Abbremsen und Beschleunigen
der Kurbelwelle aufgrund der Takte und der Zündfolge des Motors.
Über den Riementrieb erreichen sie alle Nebenaggregate und können
die Ursache für Vibrationen, Geräusche und Bauteilversagen sein.
33

Torsionsschwingungsdämpfer

Riemenscheiben werden häufig (bei Die- und Risse; im Extremfall löst sich der Au- Bei jeder großen Inspektion bzw. alle
selmotoren generell) als Torsionsschwin- ßenteil vom Innenring. Besondere Bean- 60.000 km muss der Zustand des Tor-
gungsdämpfer (TSD) ausgeführt. Ihre spruchung erfahren sie von Motoren, die sions­schwingungsdämpfers deshalb
Elastomerelemente absorbieren Vibratio- oft bei Leerlaufdrehzahl betrieben wer- überprüft werden. Bei der Sichtprüfung
nen und tragen zu einer erhöhten Le- den (z.  B. Taxi) oder die durch Chiptuning (Ausbau!) der Kurbelwellenriemenscheibe
bensdauer von Riemen und Komponen- verändert wurden. ist auf Risse, Ablösung, Ausbrüche und
ten bei. Entkoppelte TSD (eTSD) eliminie- Deformation der Elastomerspur zu ach-
ren darüber hinaus Drehungleichförmig- Ein defekter Dämpfer äußert sich durch ten. E
­ inige Riemenscheiben sind mit Indi-
keiten der Kurbelwelle. einen flatternden Keilrippenriemen, einen katoren in Langlöchern ausgestattet, die
unruhigen Spanner, erhöhte Motorgeräu- den Verschleißgrad anzeigen.
Wartung und Austausch sche und Vibrationen. Riemen, Spanner
Durch die stetige mechanische Belastung und die übrigen Komponenten im Trieb Torsionsschwingungsdämpfer sind auf
und die Umgebungseinflüsse im Motor- verschleißen dadurch schneller. Im Ex- den jeweiligen Motor abgestimmt und
raum neigen die Elastomerelemente von trem­fall kann es zum Bruch der Kurbel- deshalb nicht nachrüstbar.
Torsionsschwingungsdämpfern zum Ver- welle kommen.
härten. Mit der Zeit entstehen Ausbrüche

➁ ➁



Starre Torsionsschwin- Entkoppelter Torsions-
Riemenscheibe gungsdämpfer (TSD) schwingungsdämpfer (eTSD)

mit der Aufgabe, die Neben dem Antrieb Zur Minimierung der Schwingungen
Drehbewegung der des Keilrippenrie- im Riementrieb durch die Dämpfung
Kurbelwelle auf den mens ermöglicht von Torsionsschwingungen und die
Riemen zu übertra- diese Scheibe die zusätzliche Entkopplung des Riemen­
gen, der Aggregate Dämpfung von triebs von der Kurbelwelle. Dies
antreibt. Vibrationen Torsionsschwingun- erfolgt durch eine zweite elastische
und Torsionsschwin- gen. Dazu dient ein Gummimetallverbindung ➄, welche
gungen werden nicht Elastomerelement die Torsionsschwingungen absor-
gedämpft. zwischen Außen- und biert und nicht in den äußeren Ring
Innenring, um die Vi- weiterleitet. Durch ein Gleitlager ➃
brationen der Kurbel- werden die Drehschwingungen ge-
welle zu absorbieren. dämpft. Ein rotierender Schwungring
stabilisiert den Riementrieb.

➀ Schwungring
➁ Riemenscheibe
➂ Elastomerspur Dämpfung
➃ Gleitlager
➄ Elastomerspur Kupplung
Komponenten Keilrippenriementrieb 34

Umlenk- und
Führungsrollen Spannvorrichtungen

Die Lage der angetriebenen Riemen- Die Riemenspannung im Trieb soll so Grundplatte (Montageflansch)
scheiben erfordert normalerweise eine stark sein, dass die Leistungsübertragung
Aus Aluminiumdruckguss.
Verlaufsführung des Riemens durch Um- sicher funktioniert, die mechanischen
lenk- und/oder Führungsrollen. ­Teile aber nur geringem Verschleiß unter-
Reibbelag
liegen. Dieses Optimum sicherzustellen,
Weitere Gründe für ihren Einsatz sind: ist Aufgabe der Spannvorrichtung. Mit Reibring aus Stahl (außen).
– die Vergrößerung des Umschlingungs-
winkels. Dies ist vor allem bei kleinen Sie kompensiert Veränderungen durch
Drehfeder
Scheibendurchmessern notwendig, – Temperaturunterschiede,
um hohe Leistungen zu übertragen – Verschleiß, Erzeugt die Vorspannung.
(z.  B. Lichtmaschine). – Riemenlängung
– die Beruhigung von Abschnitten im und minimiert Schlupf und Schwingun- Gleitlager
Trieb, die zu unerwünschten Schwin- gen des Riemens.
Ermöglicht die Drehung
gungen neigen (z. B. bei großen Trum­
des Spannarms.
längen; siehe Grafik auf Seite 15). Elastische Keilrippenriemen halten selbst-
ständig ihre Spannung und werden ohne
Spannvorrichtung eingesetzt.
Aufbau
– Laufmantel aus Stahl oder Kunststoff
(Polyamid), glatt oder gerillt. Mechanisch gedämpfte
– Einreihiges oder zweireihiges Rillen­ Riemenspanner
kugellager mit vergrößertem Fett­ Mechanische, reibgedämpfte Spanner
vorratsvolumen. sind in verschiedenen Bauformen weit-
– Mit einer Kunststoffschutzkappe ausge- verbreitet. Die Spannrolle ist am Ende
stattet, die vor Schmutz und Staub ­eines Hebelarms gelagert und lenkt den
schützt, da Nebentriebe nicht mit einer Riemen durch eine integrierte Drehfeder
Abdeckung ausgeführt werden. Nach aus. Die so erzeugte Vorspannung kann
Demontage ist eine neue Schutzkappe unter verschiedenen Betriebszuständen
zu verwenden. nahezu konstant gehalten werden.

Eine Reibschicht zwischen Grundplatte

!
und Hebel dämpft jede Hebelbewegung
Gehen Sie auf Nummer sicher mechanisch und reduziert so die Schwin-
gungen im Trieb. Vorspannung und
Dämpfung werden unabhängig voneinan-
der für die jeweilige Anwendung abge-
> S chützen Sie Riemenscheiben, Rollen und Spannvorrichtungen
stimmt.
vor Betriebsflüssigkeiten wie Öl, Bremsflüssigkeit, Kühlmittel,
Kraftstoffen und anderen Chemikalien!
Spanndämpfer-System
Bei sehr hohen dynamischen Kräften
> B eschädigungen der (gerippten) Lauffläche unbedingt
kommen auch hydraulische Spannsyste-
vermeiden!
me zum Einsatz. Die Spannrolle ist hier an
einem Hebelarm montiert, dessen Bewe-
> B ei der Montage von TSD-Scheiben an der Kurbelwelle
gung durch einen Hydraulikzylinder ge-
neue Dehnschrauben verwenden, korrektes Anzugsdrehmoment
dämpft wird. Eine Druckfeder im Hydrau-
beachten!
likzylinder erzeugt die Vorspannung.
Durch ihre asymmetrische Dämpfung
> B enutzen Sie unbedingt vorgeschriebenes Spezialwerkzeug!
­bieten sie schon bei geringen Vorspann-
kräften sehr gute Dämpfungseigenschaf-
ten. Ihr Aufbau entspricht dem Spann-
dämpfer-System zum Spannen von
Zahnriemen, siehe Grafik Seite 17.
35

Spannrolle

Mit einreihigem Lager.

Spannarm

Aus Aluminiumdruckguss.

Die Grundformen mechanischer,


reibgedämpfter Spanner:

➀ Langarmspanner

➁ Kurzarmspanner

➂ Konusspanner

Hellblau: Drehfeder
Dunkelblau: Reibschicht

➀ ➁ ➂
Komponenten Keilrippenriementrieb 36

Generatorfreiläufe

Die Lichtmaschine ist das Bauteil im Trieb mit der


größten Massenträgheit und einem großen Überset-
zungsverhältnis. Sie beeinflusst den gesamten Trieb
deshalb stark. Kontinuierlich steigender Bedarf an
elektrischer Leistung führt zu leistungsstärkeren
Lichtmaschinen, welche in der Regel eine höhere
Masse besitzen und diesen Einfluss verstärken.

Generatorfreilauf
OAP (Overrunning Alternator Pulley)

Außenring

Mit Profil für Keilrippenriemen, korrosionsgeschützt.

Rollenlager

Stützrollen für eine verschleißarme Freilauffunktion.

Freilaufeinheit

Innenhülse mit Rampenprofil, Klemmrollen.

Innenring mit Kerbverzahnung

Der Innenring wird über ein Feingewinde auf die Genera-


torwelle geschraubt. Die Kerbverzahnung dient dem Ein-
griff des Werkzeugs bei der Montage/Demontage.

Beidseitige Lippendichtung

Zum Schutz vor Schmutzeintritt.

Schutzkappe

Deckt die Front der Riemenscheibe ab und schützt vor Ein-


dringen von Schmutz und Spritzwasser.
37

Um den Einfluss der Generatormasse auf


den Riementrieb zu verringern, wird eine
Freilaufriemenscheibe an der Lichtma-
schine verwendet. Sie unterbricht die
Kraftübertragung, sobald die Drehzahl Generatorfreilauf OAP
der Sekundärseite größer ist als die der (Overrunning Alternator Pulley)
Primärseite. Die Generatorwelle kann sich
Durch eine Freilaufeinheit (Klemmrollenfrei-
also schneller drehen als die Riemen-
lauf – blau) kann der Innenring nur in Laufrich-
scheibe. Drehungleichförmigkeiten
tung des Generators gedreht werden. Durch
­werden auf diese Weise kompensiert.
ein Rampenprofil am Innenring blockiert die
­Darüber hinaus kann der Generator bei
mittlere Rollenreihe (Klemmrollen) die Gegen-
einer schnellen Absenkung der Drehzahl
richtung.
(Gangwechsel) „ausdrehen“.

Diese Funktion kann in ausgebautem Zu-


stand leicht überprüft werden. Der Innen-
ring des Freilaufs muss sich in Laufrich-
tung des Generators verdrehen lassen
und in Gegenrichtung sperren. Beim OAD
Entkoppelter Generatorfreilauf
muss in Gegenrichtung eine deutlich zu-
OAD (Overrunning Alternator Decoupler)
nehmende Federkraft festgestellt werden.
Der OAD entkoppelt zusätzlich den Keilrip-
Freilaufriemenscheiben penriementrieb vom Generator durch ein
– verbessern die Laufruhe und das integriertes Feder-Dämpfer-System (blau).
Geräuschverhalten des Riementriebs, Schwingungen können mit dieser torsions-
– minimieren Riemenschwingungen und gedämpften Freilaufeinheit effektiver getilgt
Schlupf, werden. Die Drehfeder absorbiert die Dreh­
– verlängern die Lebensdauer von ungleichförmigkeiten der Kurbelwelle und
­Riemen und Spanneinheit. sorgt somit für einen „weichen“ Antrieb des
Generators. Gleichzeitig ist die Konstruktion
Anzeichen für einen Defekt am Freilauf als Schlingfederkupplung ausgeführt um den
sind Riemenschwingungen, Flattern des Freilauf zu erzeugen.
Riemens, vorzeitiger Verschleiß von Rie-
men und Spanner, Pfeif-/Quietschgeräu-
sche, starke Beanspruchung des Span-
ners.

! Gehen Sie auf Nummer sicher

> Vermeiden Sie unbedingt Beschädigungen auf der Lauffläche!

> Überprüfen Sie die Funktionsfähigkeit bei jedem Riemenwechsel!

> Erneuern Sie die Schutzkappe nach jeder Demontage


(Betrieb nur mit Schutzkappe)!

> B enutzen Sie unbedingt vorgeschriebenes Spezialwerkzeug!


38

Anhang
Fehlerbilder Rollen, Spanner und Riemenscheiben
Typische
Problem Fehlerbilder Ursache

Endanschlag eingearbeitet, ➀ Spannrolle falsch eingestellt (z. B. falsche Richtung gespannt)


Anschlagzunge gebrochen
➁ Spannung zu niedrig oder zu hoch
➂ Spannrolle verölt (Funktionsausfall des dämpfenden Reibelements)

Frontplatte gebrochen ➀ Falsches Anzugsmoment beim Befestigen der Rolle


➁ Unterlegscheibe wurde beim Befestigen der Rolle nicht verwendet

Rolle ist verölt und verschmutzt, ➀ U ndichtigkeiten am Motor führen zum Eindringen von Betriebsflüssigkeit
ggf. Feder gebrochen in die Spannmechanik. Aufgrund der Schmierwirkung der Flüssigkeit
ist die Dämpfungsfunktion des Reibelements nicht mehr gegeben,
Endanschläge der Spannrolle sind beschädigt

Laufmantel gebrochen ➀ Fremdkörper im Riementrieb

➁ Beschädigung der Rolle vor bzw. bei der Montage

Bruch des Spanners ➀ Starke Schwingungen des Keilrippenriemens


➁ Lebensdauer überschritten
➂ B efestigungsschraube des Dämpfers mit falschem
Drehmoment angezogen

Überhitzte Rolle (Anlassfarben) ➀ R olle wird durch Rutschreibung vom Riemenrücken


überhitzt

➁ R olle wurde mechanisch blockiert


(bspw. durch Verkleidungsteile, vorstehende Kanten am Motor)

Ölverlust am Dichtbalg ➀ Faltenbalg eingerissen


des Hydraulikspanners

Anlaufspuren an der Bordscheibe ➀ Rolle befindet sich nicht in der Flucht des Riementriebs

➁ Erhöhtes Lagerspiel der Rolle durch Verschleiß

45°-Risse in der Entkopplungs- ➀ Beschädigung durch extreme Leerlaufbelastung, z. B. Taxi


spur eines eTSD ➁ Lebensdauer überschritten
➂ Überlastung z. B. durch Chiptuning
39

Lösung

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➀ N eue Spannrolle montieren und nach Herstellervorgaben einstellen,
Riemen wechseln
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mationen und Einbautipps per E-Mail auf dem
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überprüfen und ggf. austauschen www.contitech.de/aam-vid-de
➁ Rolle wechseln und fachgerecht montieren

Im Onlineservice PIC (Product


Information Center) lassen sich
➀ Funktion von OAP und TSD prüfen und ggf. ersetzen
Informationen zu jedem Artikel
➁ ➂ N euen Spanndämpfer montieren und auf korrektes
Anzugsmoment achten per Smartphone und PC ab­
rufen. Von technischen Details
wie Riemenprofilen, Stücklisten und Triebbildern bis
hin zu allgemeinen und artikelbezogenen Einbau-
➀ U rsache für rutschenden Riemen beheben (z. B. blockierte tipps und Montageanleitungen finden Mechaniker
Wasserpumpe, blockierte Rolle), Rollen und Riemen wechseln, hier sämtliche verfügbaren Informationen zu einem
auf korrekte Spannung achten
Artikel auf einen Blick. Der QR-Code auf der Produkt-
➁ R olle und Riemen wechseln, auf Freigängigkeit der Rolle
(z.B. durch korrekt sitzende Zahnriemenabdeckung) achten,
verpackung führt direkt zum Produkt.
Drehrichtung beim Spannen beachten www.contitech.de/PIC
➀ A uf korrekte Montage achten, ohne den Faltenbalg zu beschädigen

Die 5-Jahre-Produktgarantie
ContiTech Power Transmission
Group gewährt registrierten
Werkstätten 5 Jahre Garantie
➀ N icht fluchtende Rolle ausrichten oder ggf. ersetzen, auf alle Produkte für den Auto-
auf korrekte Zuordnung der Rolle achten, korrekte Positionierung motive Aftermarket. Werkstätten können sich einfach
des Gegenhalters beachten, Riemen wechseln und kostenlos registrieren unter
➁ Rolle und Riemen wechseln
www.contitech.de/5

➀ ➁ Riemenscheibe fachgerecht wechseln


Kontakt Technische Hotline: +49 (0)511 938-5178
➂ S erienmäßigen Zustand der Motorleistung wiederherstellen,
Riemenscheibe fachgerecht wechseln
Power Transmission Group ContiTech

Markt Segment ContiTech ist eine Division des Continental-Konzerns


Automotive Aftermarket und zählt zu den weltweit führenden Industrie-
spezialisten. Als Technologiepartner stehen wir seit
Kontakt
jeher für Entwicklungs- und Materialkompetenz bei
ContiTech Antriebssysteme GmbH
Komponenten aus Kautschuk und Kunststoff sowie
Philipsbornstraße 1
in Kombination mit anderen Werkstoffen wie Metallen,
30165 Hannover
Gewebe oder Silikon. Darüber hinaus schaffen wir im
Germany
Zusammenwirken mit elektronischen Komponenten
Techn. Hotline +49 (0)511 938-5178 neue, zukunftsweisende Angebote.
aam@ptg.contitech.de
Über Produkte, Systeme und Services hinaus bieten
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wir ganzheitliche Lösungen an und gestalten die
industrielle Infrastruktur entscheidend mit. Digitali-
sierung und aktuelle Trends sehen wir als Chance,
gemeinsam mit unseren Kunden Mehrwert zu
generieren – gegenseitig und nachhaltig.

Daten, Anleitungen oder weitere


technische Informationen im PIC
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