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«ânqe des Pluriversums tasse, die Kontinente als Wol- oder Chip oder Mikrochip ist
ken hinter der Skyline. Diese ein winziges Stück Silikon, auf
e Weibel L'Vffb ) imaginàren, künstlichen Land- dem m it Hilfe von Fotomasken
schaften schaffen neue raumli- manchmal in 15 Schichten (lay-
i^arallel redisions che Beziehungen, wo der ge- ers) bis zu 500 Chips oder
.Venry Jesionka f/> 7 - samte Code des Raumes ver- 500.000 Komponenten gedruckt
:: Bruno Degazio fO fügbar und solcherart zu einem werden, so da(3 es elektronische
All-Raum (in Parallèle zum Signale manipulieren kann, d. h.
Video ist vor allem eine Raum-AII) wird. Desgleichen Hunderttausende Bits von Infor-
j^iK. Jedoch nicht in den tendiert die Bewegung in den mationen speichern und Millio-
'stfischen Materialien und Bildern - ihre Gestalt in der nen von Operationen durchfüh-
:stanzen wie Marmor, Holz Zeit, ihr Rhythmus, der sich ren kann. Wenn also ein Chip
' fett, sondern im relativ wiederum nicht auf das Bild dem Foto einer gigantischen
jfrétanzlosen, immaterielien selbst und seinen Schnitt be- Stadt, aufgenommen aus der
e'ktronischen Medium. Als schrankt, sondern auch für die Luft, âhnelt, so ist das ein
fdhe artikuliert sie nicht den zeitliche Gestaltung der Bild- reaies Modell und Metapher zu-
svJ/gangenen Raum klassischer elemente selbst gilt, für ihre gleich für die Kompression von
,%rste'llungen mit seinen kon- Wiederkehr und ihren Wandel -, Raum und Zeit im elektroni­
^tanten Grôf3en, sondern die zu einem Zeitbegriff, wo eben- schen Zeitalter. Diese Mikro-
%iinftige relativistische elektro- falls aile Zeitelemente frei ver- Elektronik hat auch die Voraus-
'nische Raumzeit. Anders als bei fügbar sind. Diese All-Zeit, in setzungen für die Eroberung
îen Sku'lpturen aus Holz und der die Vergangenheit, die Ge- des Weltalls mittels Space
èisen, wo Raum und Zeit gefro- genwart und die Zukunft virtuell Shuttle etc. geschaffen. Der
•Tiefi ;sind, wo die râumlichen gleichwertig sind und in einer gleichzeitige VorstoD in Mikro-
;|und zeitlichen Beziehungen un- universalen Simultaneitât zu- elektronik und Makrokosmos
ïerànderliche Grôben bleiben, sammenflieben, in einem infini- konnte im Juii 1969 am Beispiel
isin:d in elektronischen Skulptu- ten Jetzt, korrespondiert also der Mondlandung durch ein
ièn die râumlichen und zeitli- mit dem All-Raum, dem infiniten einziges Bild überwâltigend er-
4èhen Beziehungen veranderbar, Hier. Die elektronische Plastik kannt werden. Aus dem Fenster
Id'aHn ihnen nicht nur die Bilder, artikuliert also jene neue Raum­ (eine A rt natürlicher Biidschirm)
sondern auch die Bildinhalte zeit, welche die elektronischen blickend sah ich den Mond,
■selb;st beweglich sind, und zwar Medien eingeführt haben, visu- weit entfernt und immens ver-
vollkommen unabhangig von- alisiert einen neuen piktorialen kleinert, und gleichzeitig sah
■einander. Raum. ich auf dem TV-Schirm eine
CDie.se relative und veranderbare Diese elektronische Raumzeit riesige VergroOerung eines win-
;Gro6e,der Dinge im Bild selbst, ist das Ergebnis der dritten zigen Teiies eben dieses Mon­
'die ich Skalierung nenne, er- Kommunikationsrevolution, der des. Diese Kollision natürlicher
''noglicht es, die Objekte der elektronischen eben oder soge- und künstlicher Bilder, natürli­
Welt beliebig zu verkleinern und nannten Computer-Revolution. cher und elektronischer Raum-
zu vergroBern; als frei flottie- Zu den Kernen dieser elektroni­ bilder, wo Kirchengewôlbe, in
:rende Zeichen des Raums kann schen Révolution gehoren die denen Hunderte Wohnzimmer
ich soxlann diese Objekte belie- Erfindungen von Transistor Platz hâtten, nun auf dem winzi-
Cbig verschieben und in eine (1947) und Integrated Circuit IC gen Biidschirm des Wohnzim-
neue Art von Mikro- bzw. Ma- (1958), mit dem die mikroelek- mers erscheinen, kleiner als die
'kro-Architektur verwandeln. Ai­ tronische Révolution beginnt, Blumenvase, die sich oft auf
le Objekte werden frei verfüg- die sich dadurch auszeichnet, dem TV-Apparat befindet, und
bar, in ihrer GrôOe veranderbar da(3 Operationen, die früher wo in die Jetztzeit meines Zim-
und in jeder Position einsetz- enorm viel Zeit und Raum bean- mers mittels der elektronischen
’bar. Die Elemente der Land- spruchten, nun in Bruchteilen Bilder immer wieder Ereignisse
schaft.und der Stadt werden zu von Sekunden und - durch in der Vergangenheit evoziert wer­
Mikrochips des Raumes. In der der Tat fotografische Verkleine- den, kennzeichnen auf dominie-
elektronischen Skulptur. Z. B. rungs-Prozeduren - auf Bruch­ rende Weise unsere Raum- und
grôRte Wasserfall der Welt teilen von Zentimetern ausge- Zeiterfahrung im Zeitalter der
(die Niagara Fâlle) in der Kaffee- führt werden kônnen. Ein IC Medienkultur. „Die Gesânge
des Pluriversums” sind also bevor sie insgesamt auf Video tion „besungen“ . Die visuelle
eine Art metaphysisches Ge- transferiert wurden und noch Akzentuierung der verânderten
dicht über die elektronische einmal digital (mit A.D.O., Quan- sozialen Realitât, der neuen'
Raumzeit der Medienkultur und tel etc.) nachbearbeitet wurden. Stadterfahrung, der neuen Welt-
der dritten Kommunikationsre- Die elektronische Skulptur re- erfahrung, durch die von der
volution. flektiert also die realen sozialen Techno-Revolution geschaffe-
Der Mikrochip ist durch die Verânderungen, welche der nen elektronischen Raumzeit
Verkleinerung von Raum und technologische Fortschritt in lâRt unser Videowerk wegen der
Zeit, die gleichzeitig eine énor­ der Eroberung des Raumes und Gleichzeitigkeit und gegenseiti-
me Ausdehnung seiner Kapazi- der Zeit, im Transport- und gen Bedingtheit der Eroberung
tât bedeuten, zu einer Metapher Kommunikationswesen bewirkt von Mikro- und Makrokosmos
und einem Modell für die elek­ hat. Wenn ein Satellit die Erde auch als eine Art kosmologi-
tronische Weit geworden. Die in 90 Minuten umkreisen kann, scher Ode erscheinen. Dieses
Struktur des Mikrochips über- wofür man früher 80 Tage oder Paradox, sowohl eine Ode über
trâgt sich auf fast allé Lebens- Monate gebraucht hat, wenn die den Kosmos wie über den IC zu
formen, denn so vieles ist klei- Fahrt mit dem Taxi zum Flugha- sein, lôst sich in den Versen'
ner geworden. Der Mikrochip fen langer dauert als der Flug eines erlauchten Ahnen:
ist also das eigentliche Monu­ von einem Land ins andere,
ment unserer Zeit. Der neue dann werden Kontinente zu To see a World in a grain of
piktoriale Raum, das ist die Keksen und Stâdte blahen sich sand,
Darstellung des Raumes in Bil- auf zu Gebirgen. Wenn ich im And a Heaven in a wild flower,,
dern, mu(3 dieser im Vergleich Luftraum, der dem Menschen Hold Infinity in the palm of
zum natürlichen Raum verzer- fremd ist, schneller bin als im your hand,
renden Kompression des Rau­ Erdraum, dem natürlichen Ort And Eternity in an hour.
mes und collagehaften Ver- des Menschen, dann muR ich William Blake
schiebung der Raumsignifikan- vorerst die Idee des natürlichen
ten visuellen Ausdruck verlei- Ortes, des natürlichen Raumes
hen. Das ist es, was man For- und der natürlichen Zeit aufge- Blake’s Verse veranschaulichem
malismus des neuen piktorialen ben und zugeben, daR unser auch den metaphysischen
Raumes in der elektronischen Lebensraum schon lângst Atem, der die formale Diskus,-
Kunst nennen kônnte. Zumal durchsetzt ist von künstlichen sion der elektronischen Raum­
soll eine Kunstform, die wie Zeit-Kompressionen, von zeit durchweht. Blake’s Verse1
dieses Stück elektronisches Ki- Raum- und Zeitverkleinerungen, sind auch Gesânge an das Plu-
no der elektronischen Révolu­ von paradoxen Mikrochips und ri-Versum. Sie sprechen von1
tion selbst ihre Existenz ver- Makromodulen der Zeit und des der metaphysischen Sehnsucht,
dankt, die durch die elektroni­ Raums. In dieser sich stândig die dem Suchen nach einem'
sche Kommunikationsrevolution gegenseitig durchquerenden Li- Pluriversum und dem Aufbre:-
veranderte Raum- und Zeiter- liput-Welt der Zeit und des chen des Uni-Versums zugrun-
fahrung visualisieren. Raums, wo sich gelegentlich de iiegt. Denn wenn eine Stun-
Unsere visuelle Ode an das Subràume und Subzeiten in Ma- de gleichzeitig die Ewigkeit sein
Pluriversum ist nâmlich ein krowelten verwandeln, ist auch kann, dann bedeutet das, daf3
Stück elektronisches Kino, das die Vorstellung eines einheitli- es mehrere Welten nebenein-
sich aus mehreren Teilen zu- chen einzigen Uni-Versums ander geben muR. In der einem
sammensetzt: aus Videoaufnah- kaum mehr haltbar. Welt ist das Sandkorn ein win-
men, aus Fotografien, aus Film- Denn das GroRe erscheint klein ziger Teil des Kosmos, in der
aufnahmen und digitalen Bil- und das Kleine groR, das Ent- anderen Welt ist das Sandkorn
dern. Die Filmaufnahmen wur- fernte wird nah und Stunden selbst ein Kosmos. Das Reich
den mittels eines optischen werden zu Minuten. Diese Rela- der Dinge und Erscheinungen
Printers verândert, manche Vi- tivitât von Raum und Zeit wird unterwirft sich nicht nur einem
deoaufnahmen mittels des Fair- in der elektronischen Skulptur Gesetz. Das Reich des Gesetzes
light Video Computer Instru­ visualisiert. Es wird die erfahre- reicht nur für eine Welt. In einer
ments. Aile Teile wurden also ne Zeit, die neue Erfahrung von anderen Welt gelten andere Ge-
schon auf verschiedenen Vor- Raum und Zeit innerhalb der setze. Wer also dem Reich des
stufen digital nachbearbeitet, technologischen Kommunika- Gesetzes entfliehen will, wech-

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selt die Welt. Nur wer für ewig dersprüche der Quantenmecha- ben, wie Blasen in einem Sel- 5 >’r ’ eingeladt
unter dem Gesetz des Vaters nik und des Einstein-Podolsky- terwasser. Siehe auch „0n the ’i , ' meinsam
stehen môchte, ertrâumt sich Rosen Paradoxes hat aber die plurality o f World’s" von David 1;' M a diese
nur eine Welt, das Uni-Versum. Idee einer Unendlichkeit von Lewis (1986). ‘J -, AUtorens
Die Utopie erhofft sich eine Universen, von parallelen Wel­ Die Sehnsucht nach einem Plu- *;■' * aber wif
Pluralitàt von môgiichen Wel- ten und „many-worlds interpré­ riversum, die Suche nach neu­ ■ tr, ; jnultipler
ten, wovon die unsere nur eine tations" unter führenden zeitge- en possiblen Welten, ist also in \ J ' Süms, sc
môgliche ist. nôssischen Kosmologen und dem Begehren begründet, die; A nossisch
Schon Leibnitz, nicht von unge- Physikern wie John A. Wheeler, tôdlichen Konflikte der alten 'iM ^dfitten I
fâhr der Erfinder des binâren Stephen Hawking einen unge- Welt zu lôsen. Insoferne spie- \ tion Wer
Zahlensystems, der epistemolo- heuren Aufschwung genom- geln sich im pluriversistischen Hundertt
gischen Voraussetzung für den men. Modell der Welt nicht nur von: d,ern bzv
Computer, hat die Idee einer John D. Barrow und Frank J. der Technologie geprâgte neue; ‘werden,
Unendlichkeit von môgiichen Tipler schreiben gar: „The Raum- und Zeiterfahrungen, antwortli
Welten als logisch konsequent Many-Worlds Interprétation may nicht nur neue kosmologische; '1,1 "den ko
vorgetragen. Als Anhânger des well eventually replace the Sta- Prinzipien, sondern auch neue? l^;M :es 20.
Gesetzes jedoch konnte er na- tistical and Copenhagen Inter­ Vorstellungen von der gesell- Film kar
türlich die freie Wahl beliebiger prétations just as the Coperni- schaftlichen Wirklichkeit und •sehr in (
( môglicher Welten, das hiebe ja can System replaced the Ptole- condition humaine. Die Medien- vilisatior
auch die Verànderung der be- maic . . . " (The Anthropic Cos- und Techno-Welt schafft meh- • , ' und der
stehenden Welt in eine andere mological Principle, 1986). Die rere modale parallèle Welten in . 1 formatio
môgliche durch revoiutionâre neueste kosmologische Théo­ der „realen“ Welt. -'Sali nicf
Aktionen, nicht legitimieren, rie, das Inflationàre Universum, Nicht nur neue kosmische Ho.ri- Zwilisati
sondern mubte sie im Gegenteil von Alan H. Guth, Paul J. Stein- zonte sollen erôffnet werden, '^.'jitLoin Rec
dem obersten Gesetz, nâmlich hardt, A. D. Linde und anderen, sondern auch neue soziale-. v 'Werk se
Gottvater selbst überlassen. unterstützt auf vielfâltige Weise Insbesondere stünde es einem 11 chen Ve
Dieser wâhlte die unsrige Welt mit neuen Ideen die Vorstelfun- Werk, das sich für die Absage . jektbegri
als die beste aller môgiichen gen eines Pluriversums. Im in- an die Idee eines einzigen Uni­ lenthalbi
Welten für uns aus. Voltaire hat flationaren Modell des Univer­ versums m it einem einzigen ' ' .Meranital
diesen Kompromib in ..Candide sums scheint es môglich, dab Gesetz einsetzt, nicht gut' an, ; ‘)cles' Ich
oder die beste aller môgiichen das beobachtbare Universum wénn es von einem einzigen Wettstre
Welten" leidlich verspottet. Wes sich aus einem infinitesimalen allmâchtigen Schôpfer hervor- ' Kônig u
Geistes Kind die Vertreter jener Bereich entwickelt hat, also fast gebracht wird, sondern auch im, , , nàhert
Auffassung sind, dab nur eine aus Nichts. Daher haben die Werk selbst sollen sich parallè­ neue ic
einzige Art des Universums Konservationsgesetze, welche le Welten und Re-Visionen spie- - ’ sich. der
môglich ist, nâmlich die unsri­ behaupten, dab gewisse physi- geln. Im pluriversistischen tialtriebe
ge, erkennt man schon an den kalische Grôben wie Energie, Werk sollten mehrere Stimmen nologie
Titeln ihrer Bûcher, z. B. „Fit- lineares Momentum etc. nicht zu Wort kommen, nicht nur der ist. Der
ness of the Environment" (1913) verânderbar sind, keine ewige Monolog eines gottâhnlichen ' >' Mtandpu
und ,,The Order of Nature" Gültigkeit mehr. Unser be- Autors. Die Fiktion des autono- schaft I
(1917) von Lawrence Hender- obachtbares Universum ist auf men Ichs wird in einem Pol'ylog Ëinfait z
son. Eine Hypostasierung kapi- aile Fâfle nur ein sehr kleiner aufgegeben. Die Autoritât des Bilder u
talistischen Monopol- und Herr- Teil des ganzen Universums Autors wird abgesetzt, die Au­ vers ums
schaftsdenkens ins Kosmologi- und es ist deswegen wahr- tonomie des Autors zersetzt. ' seinerV
sche. William James war einer scheinlich sehr unmôglich, die Die Problematisierung der Au- zig güit
der ersten, der um die Jahrhun- Struktur des Universums als torenschaft, wie sie in der Post­ i Schôpfe
dertwende die Idee eines letz- Ganzes zu beobachten. Es ist moderne diskutiert wird und die ! einzig g
ten einzîgen Universums ver- aber durchaus môglich, dab in sich aus der kollektiven Pro- | ’ absolute
warf: „A Pluralistic Universe" den ersten Bruchteilen von Se- duktion der maschinellen Me- | sich in <
erschien 1909. Sein Freund, der kunden der Entstehung des dienkunst ergibt, mub Bestand^ verse V\
amerikanische mystische Anar- Universums aus dem Nichts teil eines pluriversistischen ; 'n der K
chist Benjamin Paul Blood ver- durch die „big bang“ -Explosion Modells sein. Daher habe ich zen erhê
ôffentlichte 1920 das Buch sich auch andere Universen als Henry Jesionka, der mit mir w . Geseilsc
diesen Fragen übereinstimmt, die. Hyp
..Pluriverse". Aufgrund der Wi- unser sichtbares formiert ha­

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inern Se., !# pingeladen, diese Arbeit ge- Aristokratie. Das Meer, auf dem
d „0n the' .meinsarn zu leisten. das sichere Schiff untergegan-
von David, T ? : m dieser sichtbaren multiplen gen ist, ist bodenlos. Eine
Ltorenschaft spiegeln sich künstliche Lehnrealitât ist der
Schatten des friedlichen Aus-
nnem Piu>v-''f :.aher wiederum nicht nur die
lach n e i l ' V multiplen Modelle des Pluriver- gangs im Spiel der Monopole.
ist also j L ’ T i s , sondern auch die zeitge- Die Duplizitàt der Medien wird
indet, dié" >Vr',nossisohen Bedingungen der nicht nur zur Verbreitung der
Wahrheit, sondern auch zu
der alten": ' T dritten Kommunikationsrevolu-
îrne spie-i ‘m Wenn Firmen-lmperien von ihrer Vereitelung beitragen. Die
sistischenl **'•!) ^underttausenden Stockhol- Erde wird eine einzige Stadt mit
Parks so groB wie Teneriffa.
t nur von-’' S dern bzw. Aktionâren getragen
âgte neue1 r*' K ^ d e n , wer ist dann der ver- Solche Inseln werden die Kon-
ahrungenVVM' ,antwortliche Eigentümer? An zentrationslager der Erholung.
ologisc’h l > 4 ’ den kollektiven Kunstformen Nach der Uniformitât der Arbeit
auch die Uniformitât der Frei-
Peter Weibel
uch neue') 'des 20. Jahrhunderts wie dem
îr geselP iRjim kann man ermessen, wie zeit. Die Seele verschwindet im Geb. 1945 in Odessa, lebt in
keit und corporate heaven. Die religiôse Wien. Studien der Literatur, Me-
u d ,. '<se‘for in der technologischen Zi-
Ikonographie verwandelt sich in dizin, Logik und Philosophie in
a Medien- .*•: v vilisation der Begriff des Autors
afft ) )un'd der Autonomie einer Trans- die Logographie der Firmenge- Paris und Wien. Von 1976 - 81
Wenen ïri%)i;C formation unterworfen wurden. sellschaft von heute. Perverse Lektor für „Theorie der Form“ ,
nicht ein Kunstwerk dieser und pluriverse Welt, multiple seit 1981 Gastprofessor für Ge-
:che H:o|)Ç;ft.^ivilisation dieser Transforma- Verse, Cantos des Pluriver- staltungslehre und Bildnerische
V V erd en K )< ‘ :' illüM JRechnung
Rpr,h n n n n tragen
tr a n p n und
nnri im
im sums. Erziehung an der Hochschule
sozialé£);) * ,Werk selbst die gesellschaftli- für angewandte Kunst. 1981
es einBpr;H‘) ifc :chen Verânderungen des Sub- Gastprofessor am College of Art
e Absa(i:f ii') ^ lt ' jektbegriffs spiegeln? Wo al- and Design, Halifax, Canada.
igen Um- lenthalben das Schiff der Sou- 1979/80 Gastprofessor für „Me-
einzigen verânitat sinkt? Die Diktaturen dienkunst“ , 1981 Lektor für
i g ut an, - J :d e s ichs im kapitalistischen „Wahrnehmungstheorie“ , 1983
einzigen V JMstreit, wo jedes Ich selbst Professor für Fotografie an der
r hervoN Kônig und Souveran sein will, Gesamthochschule Kassel.
1 auch ino nahert sich dem Ende. Das
1985
h paralle- . neue ich-lose Subjekt erfreut
Associate Prof, for Video and
nen spie- jsich der Emanzipation der Par-
Digital Arts, Center for Media
iistischen ; M riebe, welche von der Tech­
Study, New York State, Univer-
Stimmen * nologie vorangetragen worden
sity of Buffalo.
it ni"' der ist. Der absolute hierarchische
âhh ,ien ‘ Standpunkt der feudaien Gesell- 1984
> autono- s.chaft lôst sich auf. Von der Arte Austriaca, Museo d’Arte
n Polyiog Tintait zur Vielfalt: die multiplen Moderna, Bologna
ritat des und Modelle des Pluri- Muséum of Modem Art, New
, die Au- j v.ersums. Das Universum mit York „Recent Acquisitions11
zersetzt. j seiner VerHERRIichung des ein- 1. Festival Nacional de Video,
der Au- J zig gültigen Standpunktes und Circulo de Bellas Artes, Madrid
der Post- j Schôpfers (Gott) und seinen Clio-Award, New York
j und die 1 einzig gültigen konservierenden 31. Festival Cannes, Prix Natio­
\ie n Pro- j abso.luten Gesetzen verwandelt nal
lien Me- , j sioli in eine pluriverse und per­ „New Narration11, American
Bestand- \ verse Welt vieler Standpunkte. Film Institute, National Video
istischen I In der Kette binârer Ambivalen- Festival, Los Angeles
habe ich zen erhalt allerdings die feudale Organisation des 1. Europâi-
lit mir in % ellschaft ein neues Gesicht: schen Musikvideo-Festivals
instimmt, die Hyperrealitât der Medien- „Der künstliche Wille", elektro-

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nische Medienoper, Bruckner- Henry ,
haus Linz, ARS ELECTRONICA
1985 1957 ir
„Zeit - die 4. Dimension", Mu­ da, gel
Center
séum moderner Kunst Wien
A.I.V.A.C., Locarno Video Festi­ State
val Buffalc
,,Alles und noch viel rnehr", Institut
Kunstmuseum und Kunsthallè
Bern FILME
„B rainw orks“ , Municipal Art „Syna|
Gallery, Los Angeles ' 16 mm
Die neue Dimension der Skulp- >.S-B t
tur, Forum Stadtpark, Graz nuten
1986 î-Spur
Video installation „The legacy- „lt’s y
Minute
of logos", Galleria d’arte mo­
derne, Bologna April stem
„Resu
Video performance und Instal­
Minute
lation, Museo d’arte contempo-
• optiscl
reaneo, Madrid, June
Die 7C
Berliner Film Festival 1986.
einen
1. Biennale de Fotographie
Die 55
d’Art, Paris.
den of
Skulpture in Austria. Galerie In­
! ,.Chris
sam, Vienna.
; / Sup
New Forms in A rt State Univer-
; Ton
sity of San Francisco.
Künstlerphilosophen Kunsthaus* ! ..Syntr
i 5 Mini
Zürich.
I ohroe '
ARS ELECTRONICA, Linz-,
i „Prisir
Brucknerhaus.
I ' mm /
i „Die F
Farbe
Videos und Filme ton
..Arc",
1984 Schwa
Die Landschaft des 21. JahP
hunderts, 30 min. VIDEO
Johnny 1,1 min. „Conv
ten / ’
1985
Peter W eibel: „V ideo Lab yrin th ", M adrid 1984 1 J?!"
Der künstliche Wille, 67 min.
! 2-Kan;
FARBE.
. nlm mî
Casablanca III, 1 min. 4 Mini
Echo der Liebe, 4 min.
! ..Spati
1986 ; Minuti
i
Johnny II
Psalms of Pluriverse, 5 min, mit INSTA
H. Jesionka. ! ..Artifi
Kurt Gôdel - ein mathemati- i sechs
scher Mythos, 60 min, mit W. nal-To
Schimanovich. , Hânge

78
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