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Regel von l´Hospital

franz. Mathematiker (1661-1704)


Verfasser des Lehrbuchs der Differentialrechnung:
Analyse des infiniment petits

Die Regel von l´Hospital vereinfacht in vielen Fällen die Grenzwertberechnungen.


2ex − 2
Betrachten wir das Beispiel: lim = ?
x→0 x 0
Hier liegt der Fall vor.
0

Nach der Regel von l´Hospital kann der Grenzwert bestimmt werden, indem man Zähler und Nenner
getrennt ableitet. Beachte: Dies hat nichts mit der Quotientenregel zu tun!

2ex − 2 2ex
Also: lim = lim = 2e0 = 2
x→0 x x→0 1

0 ∞
Mit Hilfe der Regel von l´Hospital lassen sich Grenzwerte für die Fälle und ±
0 ∞
mit x → ∞ , x → −∞ oder x → a ermitteln.
0 ∞
Die Regel kann wiederholt angewandt werden, falls der Fall , bzw. ± , erhalten bleibt.
0 ∞
ex ex ex ex
lim = lim = lim = lim = ∞
x→∞ x3 x→∞ 3x2 x→∞ 6x x→∞ 6

0
Wir können den Satz von l´Hospital für den Fall und x → 0 einsehen.
0
Für die beiden Funktionen f und g gelte, dass sie durch den Ursprung verlaufen. Dann gilt:
f (x) f 0 (x) f 0 (0) f 0 (x)
lim = lim 0 = 0 , falls lim existiert.
x→0 g(x) x→0 g (x) g (0) x→0 g 0 (x)

Begründung: f (x) f 0 (0) x f 0 (0) f und g werden durch ihre Tangenten


lim = lim 0 = 0
x→0 g(x) x→0 g (0) x g (0) im Ursprung approximiert.

Der Fall 0 · ∞ kann manchmal auf einen der genannten Fälle zurückgeführt werden.
ex
Strenggenommen existiert der Grenzwert lim = ∞ nicht, da ein Grenzwert eine reelle Zahl
x→∞ x
ex
ist. Diese Schreibweise beinhaltet, dass die Funktion f (x) = für x → ∞ unbegrenzt wächst.
x

1. Bestimme die Grenzwerte:


ln x 1. Lösungen
a) lim x3 · e−x b) lim
x→∞ x→∞ x2
a) 0 b) 0
5x3 − 4x2
c) lim x3 · ln x d) lim c) 0 d) −∞
x→0+ x→0+ 2x5 + 8x3

Roolfs
l´Hospital Weitere Untersuchungen


1. für x → 0

Diesen Fall führen wir auf Bekanntes zurück. Die Existenz der Grenzwerte wird vorausgesetzt.

1 1
− g 0 (x) 2
f (x) (g(x))2 f (x) g 0 (x)

g(x)
lim = lim = lim = lim ·
x→0 g(x) x→0 1 x→0 1 x→0 g(x) f 0 (x)
− f 0 (x)
f (x) (f (x))2

f (x) g 0 (x)
=⇒ 1 = lim ·
x→0 g(x) f 0 (x)

f (x) f 0 (x)
=⇒ = lim (warum?)
g(x) x→0 g 0 (x)

0
2. für x → ∞
0

1 1
 
1 1
f( ) f 0( )
· − 2 f 0( )
f (x) x x x x f 0 (x)
lim = lim = lim = lim = lim
x→∞ g(x) 1 1 1 1 x→∞ g 0 (x)
 
x→0 x→0 x→0
g( ) 0
g ( )· − 2 g0( )
x x x x


3. für x → ∞

(leichte) Aufgabe

Roolfs