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Diff Psych, Montag 11.11.

2019, 10-12 Uhr


5. Sitzung

Temperament

- Persönlichkeit in Leistung und Temperament untergliedert


- Temperament = typisches gewohnheitsmäßiges Verhalten, Stil (Art und Weise) wie
man etwas tut
- früher eher Typen: zuerst nur Kategorien (Sanguiniker ja/nein), dann auf Kontinuum
(niedriger bis hoher Sanguiniker)
- heute eher Dimensionen, erfassbar anhand Faktorenanalyse: weil Typen sind
selten „rein“

- Entwicklung anhand der 4:


- Arzt Alkamion mit 4 Grundkräften: kalt vs warm, feucht vs trocken
- Empedokles 4 Elekemte: Wasser, Feuer, Luft, Erde
- Aristoteles schafft Verbindung: Wasser = feucht & kalt, Luft = warm und feucht etc.
- Hippokrates: Elemente haben Sitz in Körpersäften: Wasser = Schleim, Erde =
schwarze Galle etc.
- Galen: Temperament je nach Dominanz/Vorherrschen der Körpersäfte: Sanguiniker
(Blut), Choleriker (gelbe Galle), Phlegmatiger (Schleim), Melancholiker (schwarze
Galle)
- zwar veraltete Theorie mit Körpersäften, aber diese 4 Temperamente noch immer
weiterverwendet (z.B. Pawlow, Eysenck)

- Kant: nimmt ebenfalls diese 4 Temperamente


- Einteilung in Temperamente des Gefühl (melancholisch & sanguinisch) sowie
Temperamente der Tätigkeit (cholerisch & phlegmatisch)
- Einteilung in schwach (melancholisch & phlegmatisch) sowie stark (andere beiden)
- also 2 Dimensionen: Gefühl vs Tätigkeit sowie stark vs schwach

- Wundt: ebenfalls diese 4 Temperamente


- 2 Dimensionen: starke vs schwache Gemütsbewegungen sowie langsame vs
schnelle Wechsel

- Pawlow: Typologie des NS: ausgehend der bekannten 4 Temperamente


- NS mit 3 verschiedenen Eigenschaften: Stärke, Mobilität und Balance
- melancholisch = schwaches NS (Mobilität & Balance spielen dann keine Rolle)
- cholerisch = stark & unbalanciert (Mobilität spielt keine Rolle)
- phlegmatisch = stark, balanciert und langsames NS
- sanguinisch = stark, balanciert und mobil (also am „besten“)

- Eysenck: beschreibt die 4 Temperamente anhand 2 Dimensionen („Superfakoren“):


Extraversion (E) und Neurotizismus (N)
- N- = stabil // N+ = labil // E+ = extravertiert // E- = introvertiert
- Melancholisch E-, N+ // cholerisch E+,N+ // phlegmatisch E-,N- // sanguinisch
E+,N+ (Reihenfolge vom „schlechtesten zum besten“)

- Gesamtsysteme: Faktorensystem (Guilford) PEN-System (Eysenck),


Persönlichkeitssphäre (Cattell), 5-Faktoren-Modell
- Guilford: nach und nach hierarchisches Modell mit vielen vielen Faktoren entwickelt,
die so nicht replizierbar sind
- z.B. Introversion, Emotionalität, Impulsivität, self-Interest,...
- aus Syndromtypen (stark verallgemeinerte Traits) splitten sich Primäre
Wesenszüge ab (z.B. Geselligkeit, Durchsetzungsgrad, Selbstvertrauen,...) und
daraus splitten sich wiederum Traits auf Hexis-Niveau ab (spezifisch, z.B. „gern in
der Öffentlichkeit eine Rede halten“)

- PEN-System (Eysenck)
- kritisch, weil z.B. nach Krebspersönlichkeit geforscht (Persönlichkeitsfaktoren, die
Krebserkrankungen beeinflussen), teilweise durch Tabakindustrie finanziert
- Kontinuum zwischen gesundem vs pathologischem Verhalten
- 3 Dimensionen: E= Extraversion vs Introversion // N = Neurotizismus (emotionale
Stabilität vs Labilität) // P = Psychotizismus (Impulskontrolle vs Impulsivität)
- zu P, E und N jeweils 9 Primärfaktoren zur Charakterisierung (z.B. N mit: ängstlich,
bedrückt, irrational,...)
- P Psychotizismus bedeutet ob man hohe oder gerine Über-Ich-Stärke hat:
Kontinuum Schizophrene Psychoseform – Normalität – manisch depressive
Psychoseform: also quantitative Unterschiede, bipolare Gegensätzlichkeit zwischen
Schizophrenie und manisch-depressiven Psychosen
- P anhand dieser Annahmen nicht einfach zu messen: 200 VPn: 50 Schizos, 100
Normale, 50 manisch-depr.: Ausmaß der Differenz zwischen Gesunden und
Psychotikern muss mit Ausmaß der Unterschiede zwischen P- und P+ proportional
sein
- Trennung schizophren vs manisch-depressiv war im Testergebnis nicht erfolgreich
(zu niedrige Validität)
- P, E und N durch verschiedene Tests erfassbar, die sich mit der Zeit entwickelt
haben: frühester = MMQ (1947), spätester = EPP (1993)

Zusammenfassung:
Temperament
Entwicklung der Erhebung
Entwicklung der 4 Temperamente
Weiterverarbeitung Kant, Wundt, Pawlow, Eysenck
Gesamtsysteme
Guilford
PEN-System (Eysenck)