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Kalkulation von Bauleistungen

1. Kalkulation ist ein Teilgebiet der kosten und Leistungsrechnung, mit der ein Angebotspreis vor der
Leistungserstellung ermittelt wird oder aber nach fertigstellung einer Leistungseinheit überprüft
wird, ob die vorab geschätzten und tatsächlich angefallenen Kosten übereinstimmen.

Die kalkulation stellt eine wesentliche Schlüsselrolle bei der Planung, bei der Fertigstellung,
während der Nutzungsphase und bis zum Abriss für alle Projekt-und Objektbeteiligten für ein
Bauprojekt dar.

2. Die KLR Bau unterteilt die Kalkulation in zwei Stufen:


 Vor der Auftragserteilung
 Vorkalkulation
 Angebotskalkulation
 Auftrags-und Vertragskalkulation
 Nach der Auftragskalkulation:
 Arbeitskalkulation
 Nachtragskalkulation
 Nachkalkulation

3. Wer benötigt die kalkulation für ein Bauprojekt? – Investoren, Bauherren, Auftraggeber/Kunden,
Bauunternehmer, Planer, Architekten, alle Bau-und Immobilienprojektbeteiligten,
Banken/Geldgeber.
Wofür- Entscheidungsgrundlage – detaillierte und verlässliche kalkulation, um zu entscheiden, ob
die geplante Investition den gewünschten Ertrag erbringt.

4. Auf welcher Grundlagen entscheiden Investoren?


 Die Investoren benötigen ein realitisches und auskömmliches Angebot, damit ihre
Finanzierung-und Liquiditätsstruktur eine gesunde Basis bildet.
 Investitionen bergen immer bestimmte projektspezifische Risiken; diese müssen
indentifiziert, kalkulatorisch erfasst und im Angebot berücksichtigt werden.
 Unkalkulierbare Projektrisiken müssen durch entsprechenden Erträge aus dem Projekt
abgefangen werden.
 Der verbleibende Gewinn muss ausreichen, um die Investoren zu der geplanten Investition
zu motivieren.

5. Szenarien nach der Angebotsabgabe


Vorbedingungen (Erwartung): Der Investor erwartet von dem Bauunternehmen ein für ihn
lukratives und auskömmliches Angebot.
Szenario 1: Der Bauunternehmer hat dem Auftraggeber (Kunden) ein seriöses und detailliertes
Angebot mit einem auskömmliches Preis unterbreitet,welches die Erwartung des Investors trifft, so
kann er auf den Zuschlag hoffen.
Szenario 2: Der Bauunternehmer hat ein unrealistisches Angebot unterbreitet, in dem viele unnötige
Risikozuschläge einkalkuliert werden, oder eine fehlerhafte und überteuerte kalkulation enthält. So
kann folgendes passieren:
 Der Investor hat von einem Mitbewerber des BUs ein besseres Angebot bekommen und
vergibt den Auftrag anderweitig
 Der Investor hat kein weiteres oder kein lukratives Angebot bekommen und entscheidet
sich gegen die geplante Investition

6. Wie und was prüfen Banken und Geldgeber?


 Vorprüfung der Kalkulation nach DIN 276 bzgl. Kostengruppe  Anschließend findet eine
Prüfung über Vergleichprojekte statt  und final werden die Kalkulationen für die
Schlüsselgewerke wie z.B TGA (Technische Gewerke Anlagen) geprüft
 Die Banken und die Geldgeber müssen überprüfen ob die vorliegende Kalkulation realistisch
und auskömmlich sind und ob der geplante Kapitaleinsatz gesichert ist.

7. Rolle der Architekten und Planer


 Bauherren und Investoren beauftragen häufig die Architekten/Planern für die Erstellung der
Kalkulation oder lassen ein vorhandenes Angebot prüfen
 Nutzen das Verfahren nach Kostengruppren über die DIN 276-nehmen zur genaueren
Ermittlung die aktuelle BKI zugrunde und vergleichen mit einer großen Anzahl an
Erfahrungswerten, welche aus diversen, andern Bauprojekten vorliegen.

8. Ein korrekte Kalkulation ist von existenzieller Bedeutung:


 Fehlkalkulation führen zu:
 unvorhersehbare finanzielle Defizite, welche für ein Bauunternehmen das Ende
bedeuten können,
 Ausschluss von öffentlichen submissionen formellen gründen,
 Verlust der Wettbewerbsfähigkeit
 Korrekte und realistische Kalkulationen sichern einem Bauunternehmen:
 Wettbewerbsfähigkeit,
 Aufträge und Folgeaufträge,
 Arbeitsplätze
9. Anwendungen der Kalkulationen von Bauleistungen
 In jedem Lebenszyklus eines Projektes/einer Baustelle bei der:
 Kostenschätzung einer Projektidee
 Angeboterstellung durch ein Bauunternehmen
 Projektentwicklung für die Investitionsentscheidung
 Realisierung und Fertigstellung der Baumaßnahmen

10. Wo hilft das Wissen über eine Kalkulation? –


 erstellung eines Angebotes und Nachtrages
 Prüfung eines vom Nachunternehmen erstellten Angebotes oder Nachtrages
 Fortführung einer Arbeitskalkulation über die Grundlagen der Urkalkulation

11. Divisionskalkulation einfachste kalkulationsart, ein/zwei/mehrstufige,


Äquivalenzziffernkalkulation
Umlagekalkulation kalkulation über Angebotsendsumme und mit vorberechneten Zuschlägen

12. Elemente der Kalkulation über die Angebotsendsumme: Einzelkosten der Teilleistung (EkdT),
Baustelle, Baustellegemeinkosten (BGK), allgemeine Geschäftskosten (AGK), Wagnis und
Gewinn (W+G)

EkdT + BGK = HK  HK + AGK = SK SK + W+G = AGSnetto AGSnetto + MwSt. = AGSbrutto