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Simplexmethode

In einer kleinen Manufaktur werden 2 Produkte A und B hergestellt, wobei die Menge
x vom Produkt A und die Menge y vom Produkt B hergestellt werden sollen. Für die
Fertigung stehen 3 Maschinen M1, M2 und M3 zur Verfügung. Es ergeben sich
Restriktionen in Bezug auf die Kapazitäten der Maschinen durch vorgegebene
Maschinenstunden pro Planungsperiode (Monat) und der zeitlichen Beanspruchung
der Maschinen zur Herstellung der Produkte A und B.

Maschinenbeanspruchung in Stunden Zur Verfügung


Maschine zur Erzeugung einer Einheit stehenden
Produkt A Produkt B Maschinenstunden
je Periode
M1 6 2 480
M2 10 10 1000
M3 1 4 280

Für das Produkt A wird ein Gewinn pro Produkt von 10€ und für das Produkt B von
20€ erzielt.

Lösungsschritte im Simplexverfahren

1. Schritte Aufstellen Zielfunktion (ZF):

 ZF: max. Gewinn; G:= 10x + 20y

X und Y sind die Basisvariablen zur Zählung der Produkte A und B.

2. Schritt Aufstellen der Nebenbedingungen:

 I: 6x + 2y <= 480
 II: 10x + 10y <= 1000
 III: 1x + 4y <= 280
 VI: x, y >= 0 (Nichtnegativitätsbedingungen)

3. Schritt mit Hilfe von Schlupfvariablen(S1;S2 und S3) werden aus den
Ungleichungen Gleichungen hergestellt:

I: 6X + 2Y + S1 = 480

II: 10X + 10Y + S2 = 1000

III: 1X + 4Y + S3 = 280

IV: X, Y, S1, S2, S3, >= 0


4. Schritt Aufstellen des Ausgangstableau

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
6 2 1 0 0 0 480 240=480/2
10 10 0 1 0 0 1000 100=1000/10
1 4 0 0 1 0 280 70=280/4
-10 -20 0 0 0 1 0

5. Schritt Bestimmung der Pivotspalte.

Hierzu wählt man in der Gewinnzeile die Basisvariable mit dem negativsten Wert
aus. Diese ist im Ausgangstableau gelb markiert.

6. Schritt Zeilenauswahl zur Bestimmung des Pivotelements

Hierzu wird der Wert der Ergebnisspalte durch den Wert in der Pivotspalte dividiert
und in die letzte Spalte eingetragen. Der Quotient aus der Zielfunktionszeile wird
nicht gebildet. Ebenso werden keine Quotienten gebildet, falls die Werte der
Pivotpalte 0 sind.

Nun wählt man den kleinsten der berechneten Quotienten aus und markiert die Zeile
(hier grün). Zum Pivotelement wird das Element, welches sich im Schnittpunkt von
Pivotspalte und Pivotzeile befindet (rot markiert).

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
6 2 1 0 0 0 480
10 10 0 1 0 0 1000
1 4 0 0 1 0 280 /4
-10 -20 0 0 0 1 0

7. Schritt Pivotelement auf 1 bringen

Dazu werden alle Werte der Pivotzeile durch den Wert des Pivotelemts dividiert

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
6 2 1 0 0 0 480
10 10 0 1 0 0 1000
1/4 1 0 0 1/4 0 70
-10 -20 0 0 0 1 0
8. Schritt alle anderen Elemente in der Pivotspalte auf 0 bringen

1. Zeile

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
6 2 1 0 0 0 480
10 10 0 1 0 0 1000
1/4 1 0 0 1/4 0 70 *(-2) + I in I
-10 -20 0 0 0 1 0

3. Zeile mit -2 Multiplizieren und 1. Zeile addieren, das Ergebnis in die 1. Zeile
schreiben.

2. Zeile

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
11/2 0 1 0 -1/2 0 340
10 10 0 1 0 0 1000
1/4 1 0 0 1/4 0 70 *(-10) + II in II
-10 -20 0 0 0 1 0

3. Zeile mit -10 Multiplizieren und 2. Zeile addieren, das Ergebnis in die 2. Zeile
schreiben.

4. Zeile

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
11/2 0 1 0 -1/2 0 340
15/2 0 0 1 -5/2 0 300
1/4 1 0 0 1/4 0 70 *(20) + IV in IV
-10 -20 0 0 0 1 0

3. Zeile mit 20 Multiplizieren und 4. Zeile addieren, das Ergebnis in die 4. Zeile
schreiben.

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
11/2 0 1 0 -1/2 0 340
15/2 0 0 1 -5/2 0 300
1/4 1 0 0 1/4 0 70
-5 0 0 0 5 1 1400

Die erste Iteration ist abgeschlossen, das Verfahren ist noch nicht beendet, da in der
Zielfunktionszeile noch ein negativer Wert bei den Basisvariablen steht.
Die Schritte 5 bis 8 werden nun wiederholt, bis keine negativen Werte bei den
Basisvariablen in der Zielfunktionszeile auftauchen.

5-2. Schritt Bestimmung der Pivotspalte.

Hierzu wählt man in der Gewinnzeile die Basisvariable mit dem negativsten Wert
aus. Diese ist im Ausgangstableau gelb markiert.

6-2. Schritt Zeilenauswahl zur Bestimmung des Pivotelements

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
11/2 0 1 0 -1/2 0 340 61,8=680/11
15/2 0 0 1 -5/2 0 300 40=600/15
1/4 1 0 0 1/4 0 70 280=70/0,25
-5 0 0 0 5 1 1400

Hierzu wird der Wert der Ergebnisspalte durch den Wert in der Pivotspalte dividiert
und in die letzte Spalte eingetragen. Der Quotient aus der Zielfunktionszeile wird
nicht gebildet. Ebenso werden keine Quotienten gebildet, falls die Werte der
Pivotpalte 0 sind.

Nun wählt man den kleinsten der berechneten Quotienten aus und markiert die Zeile
(hier grün). Zum Pivotelement wird das Element, welches sich im Schnittpunkt von
Pivotspalte und Pivotzeile befindet (rot markiert).

7-2. Schritt Pivotelement auf 1 bringen

Zeile 2 Division durch 15/2.

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
11/2 0 1 0 -1/2 0 340
15/2 0 0 1 -5/2 0 300 : 15/2
1/4 1 0 0 1/4 0 70
-5 0 0 0 5 1 1400

8-2. Schritt alle anderen Elemente in der Pivotspalte auf 0 bringen

1. Zeile

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
11/2 0 1 0 -1/2 0 340
1 0 0 2/15 -1/3 0 40 *(-2/11)+I in I
1/4 1 0 0 1/4 0 70
-5 0 0 0 5 1 1400
2. Zeile mit -2/11 Multiplizieren und 1. Zeile addieren, das Ergebnis in die 1. Zeile
schreiben.

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
0 0 1 0 --29/66 0 3660/11
1 0 0 2/15 -1/3 0 40 *(-1/4)+III in III
1/4 1 0 0 1/4 0 70
-5 0 0 0 5 1 1400

3. Zeile

2. Zeile mit -1/4 Multiplizieren und 3. Zeile addieren, das Ergebnis in die 3. Zeile
schreiben.

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
0 0 1 0 --29/66 0 3660/11
1 0 0 2/15 -1/3 0 40 *5+IVin IV
0 1 0 -8/15 1/3 0 60
-5 0 0 0 5 1 1400

4. Zeile

2. Zeile mit 5 Multiplizieren und 4. Zeile addieren, das Ergebnis in die 4. Zeile
schreiben.

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
0 0 1 0 --29/66 0 3660/11
1 0 0 2/15 -1/3 0 40
0 1 0 -8/15 1/3 0 60
0 0 0 2/3 5 1 1600

Die Iteration ist zu Ende, es stehen keine negativen Werte bei den Basisvariablen.

Ergebnistableau:

X Y S1 S2 S3 G Ergebnis
0 0 1 0 --29/66 0 3660/11
1 0 0 2/15 -1/3 0 40
0 1 0 -8/15 1/3 0 60
0 0 0 2/3 5 1 1600

Als Lösung ergibt sich ein maximaler Gewinn von 1600€, der erzielt wird durch den
Verkauf von 40 Stück des Produktes A und 60 Stück des Produktes B.