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Авторы: Е.М. Коцаренко, В.А. Шевцова, Т.М.

Рогач

Wirtschaftsdeutsch
«Немецкий язык для экономистов»

Учебно-методическое пособие "Wirtschaftsdeutsch“ «Немецкий язык


для экономистов» предназначено для студентов магистрантов,
аспирантов экономических специальностей, изучающих немецкий
язык. Оно может быть использовано - в отдельных разделах - на
занятиях со студентами факультета права при подготовке к
спецкурсу «Экономическое административное право», а также
всеми, кто хотел бы совершенствовать свои знания по немецкому
языку в области рыночной экономики.
Пособие включает 5 тем по ключевым сферам экономики, где
представлены текстовой материал, лексико-грамматические
упражнения по совершенствованию навыков чтения, понимания,
говорения, а также упражнения по формированию
профессиональной компетенции.

Минск 2010

1
Reihe 1

_Markt* Marktwirtschaft * Wirtschaftspolitik_

Textarbeit

Markt, Marktwirtschaft

Der Begriff Markt hat eine direkte und eine übertragene Bedeutung. Im direkten
räumlichen Sinn bedeutet „Markt": Marktplatz, Markthalle, Wochenmarkt usw.
Im übertragenen abstrakten Sinn ist „Markt"
- ein Instrument der Information über die Wünsche der Käufer und Verkäufer
und
- ein Instrument der Koordination der Produktions-, Konsum-, Kauf- und Ver-
kaufsentscheidungen der Marktteilnehmer.
In den sozialistischen Ländern hat es Märkte im direkten Sinn immer gegeben.
Viele von ihnen waren auch offiziell erlaubt. Markt oder Märkte im übertragenen
Sinn waren aber verboten oder unterdrückt. Die Informations- und
Koordinationsfunktion des Marktes sollte der zentrale Plan erfüllen. Die
Beziehungen der Wirtschaftssubjekte auf Märkten im direkten und im übertragenen
Sinne wurden in der sozialistischen Wirtschaftstheorie als „Ware-Geld-Beziehung"
bezeichnet.
In einer Marktwirtschaft werden die Produktions-, Konsum-,Kauf- und Verkaufs-
entscheidungen der Wirtschaftssubjekte grundsätzlich überwiegend durch Märkte
und die freie Preisbildung auf ihnen - und nicht durch einen zentralen Plan
-koordiniert.
Privateigentum an den Produktionsmitteln ist, grundsätzlich gesehen, weder ein
notwendiges noch ein hinreichendes Charakteristikum der Marktwirtschaft. In
einer Marktwirtschaft ohne - oder mit stark eingeschränktem - Privateigentum auch
und gerade an den Produktionsmitteln würden aber mit der Zeit die Märkte und die
freie Preisbildung auf ihnen an Bedeutung verlieren. Statt dessen würde die Rolle
des Staates an Bedeutung gewinnen, was letztlich zu zentraler Planung fuhren
würde. Außerdem ist Privateigentum meist mit zusätzlichen Leistungsanreizen
verbunden, die zu mehr Effizienz, höherem Lebensstandard und höherem
Wirtschaftswachstum fuhren. Daher ist Privateigentum für eine Marktwirtschaft
unverzichtbar.
Freie Märkte und Privateigentum allein sind für eine real existierende, auf Dauer
angelegte und effizient organisierte Marktwirtschaft aber noch nicht ausreichend.
Vielmehr muss für die Handlungen der Wirtschaftssubjekte ein rechtlicher
Rahmen existieren, der klar, stabil und leistungsfördernd ist sowie auf allgemeiner
Zustimmung beruht. Dieser Rechtsrahmen muss aber weder allumfassend noch
2
sehr detailliert sein. Ein sehr wichtiger Teil dieses Rechtsrahmens sind die
Vertragsfreiheit und der staatliche Schutz von Verträgen.
Sowohl die Schaffung und Pflege eines solchen marktwirtschaftlichen
Rechtsrahmens wie auch die konsequent marktwirtschaftliche Anwendung und
Interpretation der Vorschriften dieses Rechtsrahmens erfordern eine kontinuierliche
Anstrengung staatlicher und öffentlicher Stellen. Überspitzt kann man sagen, dass
Marktwirtschaft im Grunde eine staatliche Veranstaltung ist. Ohne einen solchen
rechtlichen Rahmen kann sich eine Marktwirtschaft allenfalls im Sinne einer
Bazaarwirtschaft entwickeln, in der die langfristige Kapitalbildung für die
Produktion von Gütern und somit auch das Wirtschaftswachstum gering bleibt.

Theoretisch kann auch eine Planwirtschaft effizient organisiert sein. Tatsächlich


ist sie das i.a. nicht, vor allem deshalb, weil sie den Wirtschaftssubjekten weniger
starke Anreize zum letztlich gesamtwirtschaftlich sinnvollen Handeln geben kann
und weil sie das Problem der Information über die Ziele der Wirtschaftssubjekte
nur unzureichend losen kann. Märkte sind dagegen sehr effiziente Instrumente zum
Setzen von Anreizen und zum Offenlegen von Zielen. Daher ist langfristig der
individuelle Lebensstandard in Marktwirtschaften meist größer als in
Planwirtschaften.
Auf philosophisch-ideologischer Ebene ist der eigentliche Grund für die
Befürwortung von Marktwirtschaft jedoch nicht ihre größere wirtschaftliche
Effizienz, sondern die größere persönliche Freiheit der Bürger im Vergleich zu
einer staatlichen Planwirtschaft.

R.Osterkamp, Marktwirtschaft verstehen u. gestalten

WORTSCHATZ

Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprache aus dem


Zusammenhang des Textes:

der Markt, pl. Märkte


die Wirtschaft, -en
die Marktwirtschaft
der Konsum (an D.)
Syn.: der Verbrauch
konsumieren
Syn.: verbrauchen
die Ware, -n
Syn.: pl.Güter
das Eigentum
das Privateigentum an Produktionsmitteln

3
einschränken
der Lebensstandard
der Anreiz, -e
der Leistungsanreiz
die Effizienz
effizient
rechtlich
der rechtliche Rahmen
die Vorschrift, -en
der Vertrag, pl. Verträge
die Vertragsfreiheit
die Befürwortung von D.
staatliche und öffentliche Stellen
das Wachstum
das Wirtschaftswachstum
an Bedeutung gewinnen
an Bedeutung verlieren

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

Lesen Sie den Text noch einmal und beantworten Sie die Fragen:

1. Was versteht die Wirtschaftswissenschaft unter dem Begriff „Markt" im


übertragenen abstrakten Sinn?
2. Was bedeutet „Markt" im direkten räumlichen Sinn?
3. Wodurch werden in einer Marktwirtschaft die Produktions-, Konsum-,
Kauf und Verkaufsentscheidungen der Wirtschaftssubjekte koordiniert?
4. In welchem Fall würde die Rolle des Staates in einer Marktwirtschaft an
Bedeutung gewinnen?
5. Kann man in einer Marktwirtschaft auf freie Märkte und Privateigentum ver-
zichten?
6. Womit ist Privateigentum verbunden?
7. Freie Märkte und Privateigentum an den Produktionsmitteln sind für eine
Marktwirtschaft unverzichtbar aber noch nicht ausreichend. Was ist sehr
wichtig für eine real existierende, auf Dauer angelegte und effizient
organisierte Marktwirtschaft?
8. Wessen kontinuierliche Anstrengungen sind erforderlich für eine real existie-
rende, auf Dauer angelegte und effizient organisierte Marktwirtschaft?
9. Der individuelle Lebensstandard in Marktwirtschaften ist meist größer als in
Planwirtschaften. Aus welchen Quellen? (Woher?)

Wirtschaftspolitik

4
Wirtschaftspolitik wird v.a. von staatlichen Stellen und von der Zentralbank
durchgeführt, die die wichtigsten „Träger" der Wirtschaftspolitik sind. Sie sollen
im gesamtwirtschaftlichen Interesse handeln. Oft werden auch die
Zusammenschlüsse von Arbeitnehmern (Gewerkschaften) und Arbeitgebern
(Unternehmer-Verbände) zu den Trägern der Wirtschaftspolitik gerechnet, denn
auch sie beeinflussen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung mit ihren
Entscheidungen. Sie orientieren sich dabei aber vor allem an den Interessen ihrer
Mitglieder. Für ein sinnvolles wirtschaftliches Handeln ist es erforderlich, dass
bestimmte wirtschaftliche Instrumente eingesetzt werden können und dass
bestimmte Ziele verfolgt werden. In den meisten Ländern mit Demokratie und
Marktwirtschaft werden vor allem folgende Ziele der Wirtschaftspolitik verfolgt:

(1) Stabiles Preisniveau


(2) Vollbeschäftigung
(3) Ausgeglichene Zahlungsbilanz
(4) Angemessenes Wirtschaftswachstum
(5) Gerechte Einkommensverteilung
(6) Umweltschutz.

Nur die ersten drei genannten Ziele sind recht genau definiert, so dass sich
entscheiden lässt, ob sie in einem Land in einer bestimmten Periode erreicht
wurden oder nicht. Die anderen drei Ziele sind nicht klar definierbar, allenfalls im
Sinne von „mehr ist besser", wobei diese Definition beim Ziel der gerechten
Einkommensverteilung versagt.

In den real existierenden Volkswirtschaften werden die genannten Ziele - die ersten
drei oder alle sechs - allenfalls vorübergehend und ausnahmsweise, nie aber
dauerhaft und nie alle gleichzeitig realisiert („magisches Vieleck der Ziele"). Das
liegt u.a. daran, dass einige Ziele untereinander in Konflikt stehen. Das ist z.B. der
Fall bei den Zielen: 1 und 2, 1 und 4, 2 und 3, 3 und 4. Einige Ziele unterstützen
sich allerdings auch gegenseitig, z.B. die Ziele 1 und 3, 1 und 5, 2 und 4, 2 und 5.
Bei einigen Zielen ist es umstritten, in welcher Beziehung sie zueinander stehen,
z.B. 4 und 5 oder 4 und 6. In manchen Situationen ist es auch unklar, welche
wirtschaftspolitischen Maßnahmen welche Ziele wie stark und wann beeinflussen.
Es ist die fortdauernde Aufgabe der ökonomischen Theorie, und speziell der
Theorie der Wirtschaftspolitik, diese Zusammenhänge weiter aufzuhellen.

Die Aufgabe der praktischen Wirtschaftspolitik besteht darin, sich in dem


„magischen Vieleck" der wirtschaftspolitischen Ziele zurechtzufinden und
diejenigen Zielkombinationen anzustreben, die erstens realisierbar und zweitens
für die Bürger akzeptabel sind. Gelingt dies einer Regierung nicht, muss sie in
einer Demokratie damit rechnen, dass sie abgewählt wird.

5
WORTSCHATZ
Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprache aus dem
Zusammenhang des Textes:

die Wirtschaftspolitik _
der Zusammenschluß, -ü e _
die Gewerkschaft, -en _
der Verband, - ä e _
beeinflussen A. _
einsetzen A. _
das Preisniveau
die Vollbeschäftigung _
die Zahlungsbilanz _
ausgeglichen» _
das Wirtschaftswachstum _
angemessen
die Einkommensverteilung__
gerecht _
allenfalls _
im Sinne _
versagen _
vorübergehend _
dauerhaft _
in Konflikt stehen _
in Beziehung stehen _
der Zusammenhang _
aufhellen _
bestehen in D. _
sich zurechtfinden in D. _
anstreben A. _
rechnen mit D.__
abgewählt werden _

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

Lesen Sie den Text noch einmal und beantworten Sie die Fragen:
1. Von wem wird die Wirtschaftspolitik durchgeführt?
2. Warum werden die Zusammenkünfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern
zu den Trägem der Wirtschaftspolitik gerechnet?
3. Woran orientieren Sie sich dabei?
4. Welche Ziele der Wirtschaftspolitik werden in den meisten Ländern mit
Demokratie und Marktwirtschaft verfolgt?

6
5. Welche Ziele sind recht genau definiert und welche sind nicht klar
definierbar?
6. Wie werden die wirtschaftlichen Ziele realisiert?
7. Stehen einige Ziele untereinander in Konflikt?
8. Können sich einige Ziele auch gegenseitig unterstützen?
9. Worin besteht die Aufgabe der praktischen Wirtschaftspolitik?
In welchem Falle muss die Regierung damit rechnen, dass sie nicht wiedergewählt
wird?

7
Reihe 2

Kapitalmarkt * Wertpapiere * Börsen

Kapitalmarkt

Der Kapitalmarkt ist die Sammelbezeichnung für den Markt für Kredite und für
Beteiligungen. Man spricht auch vom Finanzmarkt. (Das Wort „Finanz" hat im
Deutschen neben der Bedeutung „Kredit" auch die Bedeutung „Steuern"
(Finanzamt). Der Kapitalmarkt kann nahezu beliebig weit unterteilt werden je nach
Art der gehandelten Kredite (Länge der Laufzeit, Art der Schuldner, Art der
Gläubiger, Art der Verzinsung, Art der Sicherheiten etc.) und nach Art der
gehandelten Beteiligungen (Anteile an Unternehmen (Aktien), Kauf oder Fusion
von Unternehmen etc.).

Die Nachfrager auf diesen Märkten werden Anleger oder Investoren genannt. Sie
legen ihr liquides Geld-Kapital an, indem sie Wertpapiere (Verschuldungspapiere
oder Beteiligungspapiere) kaufen. Diese Wertpapiere repräsentieren ein
Zahlungsversprechen (z.B. Zins, Dividende, Tilgung) für die Zukunft. Die
Nachfrager können die Papiere kaufen, soweit sie Einnahmeüberschüsse
(Einnahmen größer als Ausgaben) erzielen oder erzielten. Es sind daher Sparer und
Gläubiger. Diese Sparer sind i.a. private Haushalte, aber oft auch
Versicherungsunternehmen.

Die Anbieter auf diesen Märkten bieten Verschuldungs- oder Beteiligungspapiere


an. Der Verkauf solcher Papiere ermöglicht ihnen die Finanzierung eines
Ausgabenüberschusses (Ausgaben größer als Einnahmen) und damit auch die
Durchführung von Investitionen in Sachkapital. Es sind Schuldner und - ebenfalls
-Investoren. Diese Schuldner sind i.a. Unternehmen und öffentliche Haushalte.
Der Begriff „Investor" ist also doppeldeutig. Er wird sowohl für den Anleger
(Gläubiger) verwendet, der für sein Geldkapital Verschuldungs- oder
Beteiligungspapiere kauft, als auch für den Anbieter dieser Papiere (Schuldner,
Unternehmer), der das beim Verkauf der Papiere erhaltene Geldkapital in
Sachanlagen (Produktionsmittel) investiert.

Für eine günstige langfristige Entwicklung einer Volkswirtschaft sind Investitionen


in Sachkapital (und Humankapital) notwendig. Um diese Investitionen
inflationsfrei finanzieren zu können, muss in der Volkswirtschaft erstens
ausreichend gespart werden, und zweitens müssen die Ersparnisse zu den
Investoren (i.S. von Investor in Sachkapital) geleitet werden. Beides wird von
einem funktionierenden Kapitalmarkt geleistet. Dieser erhöht das Sparvolumen,
indem er das (freiwillige) Sparen lohnend und sicher macht. Außerdem bringt er
8
Sparer und Sachkapital-Investoren zusammen, was i.a. von Banken vermittelt
wird.

Ein funktionierender Kapitlmarkt kann nicht durch eine Behörde befohlen werden.
Vielmehr muss dieser sich entwickeln. Die staatliche Wirtschaftspolitik kann aber
Hindernisse beseitigen und ihn fördern. Der wichtigste Faktor, damit sich ein
Kapitalmarkt entwickeln kann, ist Vertrauen in die Zukunft. Dieses Vertrauen wird
am stärksten gefährdet durch eine unstete wirtschaftspolitische Linie der
Regierung sowie durch Inflation. Ein modernes Bankensystem ist zwar notwendig,
aber nicht hinreichend für einen funktionierenden Kapitalmarkt. Organisierte
Börsen sind dagegen bloß Ausdruck eines funktionierenden Kapitalmarkts und
entwickeln sich mit diesem. Das Bankensystem aber kann und sollte durch
geeignete Maßnahmen der staatlichen Wirtschaftspolitik gefördert werden.

Oft wird übersehen, dass ein funktionierender Kapitalmarkt durchaus existiert, nur
nicht in formeller, sondern in informeller Art. Diese informellen Kapitalmärkte
sollten nicht durch staatliche Maßnahmen unterdrückt werden. Sind die
Bedingungen auf den formellen Märkten für Schuldner und Gläubiger günstig
genug, gehen sie von selbst an den formellen Kapitalmarkt heran, schon allein
deswegen, weil die Sicherheiten dort i.a. größer sind. Eine solche Entwicklung
setzt u.a. voraus, dass die Besteuerung von Zinseinkommen klar, sicher und nicht
zu hoch ist und das der Zinssatz nicht künstlich niedrig gehalten wird.

Ein nationaler Kapitalmarkt lässt sich - anders als z.B. der Arbeitsmarkt oder der
Gütermarkt - besonders schwer von den Entwicklungen auf den internationalen
Kapitalmärkten abschotten. Auch durch die technische Entwicklung im Bereich der
Telekommunikation sind die nationalen Kapitalmärkte der westlichen
Marktwirtschafen in den letzten Jahrzehnten zunehmend zusammengewachsen.

R.Osterkamp, Marktwirtschaft verstehen u. gestalten

WORTSCHATZ

Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprache aus dem


Zusammenhang des
Textes:
der Kapitalmarkt
der Kredit, -e
die Beteiligung, -en
der Finanzmarkt, ä-e
der Schuldner, -
der Gläubiger, -
die Verzinsung, -en
die Sicherheit, -en
9
der Anteil, -e $
Anteile an Unternehmen
die Fusion von Unternehmen
der Nachfrager, -
der Anleger, -
liquides Geld-Kapital
Wertpapier, -e
das Zahlungsversprechen
der Zins, -en
die Dividende, -n
die Tilgung, -en
der Einnahmeüberschuss, ü-sse
Ant: Ausgabenüberschuss
der Sparer, ~
das Sachkapital
die Börse, -n
die Besteuerung
der Zinssatz, ä- e

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

1. Wie kann der Kapitalmarkt unterteilt werden?


2. Was repräsentieren Wertpapiere und von wеm werden sie verkauft?
3. In welchem Falle kaufen die Nachfrager die Wertpapiere?
4. Wer bietet Verschuldungs- oder Beteiligungspapiere an?
5. Was ermöglicht der Verkauf solcher Papiere?
6. Warum wird der Begriff „Investor" auch für den Anbieter der Wertpapiere ver-
wendet?
7. Was wird von einem funktionierenden Kapitalmarkt geleistet?
8. Was ist für eine erfolgreiche Entwicklung eines Kapitalmarkts notwendig?

10
Reihe 3
_
WETTBEWERB

Textarbeit

Wettbewerb, auch Konkurrenz genannt, erscheint vordergründig oft als Kampf


um Anteile an einem bestehenden begrenzten Marktvolumen (Nullsummenspiel).
Wie Erfahrung zeigt, führt Wettbewerb aber zur Entdeckung neuer Produkte, neuer
Märkte und neuer Herstellungsverfahren, ermöglicht somit Vorteile der
Speizialisierung und des Handels und erzeugt Wirtschaftswachstum.

Im Wettbewerb stehen nicht nur Unternehmen als Anbieter, sondern auch


Unternehmen als Nachfrager, und nicht nur Unternehmen, sondern auch private
Haushalte, Arbeitskräfte und Kapitalanleger. Auch ganze Länder stehen im
Wettbewerb, nämlich um die Investitionen internationaler Unternehmen.
Wettbewerb ist unbequem, weil er zu Anstrengung und Leistung zwingt. Deswegen
versucht er, dem Wettbewerb auszuweichen. Bei der Schaffung neuer Produkte hat
ein Unternehmen vorübergehend eine Monopolstellung, aber nur so lange, bis
Nachahmer auf den Markt treten. Eine solche vorübergehende Monopolstellung ist
volkskswirtschaftlich sinnvoll. Dagegen ist es volkswirtschaftlich schädlich, wenn
dem Wettbewerb dadurch ausgewichen wird, dass sich Unternehmen zu Kartellen
zusammenschließen oder dass Konkurrenten vom Markteintritt abgehalten oder
mit illegalen Methoden vom Markt verdrängt werden (ruinöser Wettbewerb).
Dass es Wettbewerb gibt, ist somit nicht selbstverständlich. Vielmehr ist die
Herrrstellung und Aufrechterhaltung eines intensiven Wettbewerbs eine Aufgabe
der staatlichen Wirtschaftspolitik und zwar speziell der Wettbewerbspolitik. Die
Wettbewerbspolitik strebt i.a. eine Verschärfung des Wettbewerbsdrucks an, unter
dem die Unternehmen stehen, mit dem doppelten Ziel, den Konsumenten zu
nützen (niedrige Preise, höhere Qualität) und die Wettbewerbsfähigkeit der
Unternehmen zu erhöhen (und dadurch langfristig auch Arbeitsplätze zu sichern).
Die Unternehmensvertreter argumentieren dagegen oft genau umgekehrt: Bevor
der Wettbewerbsdruck auf die Unternehmen erhöht werden dürfe, müsse dieser
zunächst (künstlich) vermindert werden, da sich die Unternehmen nur so eine
international ausreichende Wettbewerbsfähigkeit erarbeiten könnten.

Wettbewerbsfähigkeit meint die Fähigkeit eines Unternehmens oder einer


Volkswirtschaft, sich im nationalen oder internationalen Wettbewerb zu behaupten.
Oft wird von hoher oder geringer, sinkender oder steigender Wettbewerbsfähigkeit
gesprochen. Ein mögliches Maß für die Höhe bzw. Veränderung der
Wettbewerbsfähigkeit ist der Marktanteil, den ein Unternehmen oder eine
Volkswirtschaft bei bestimmten Produkten hat.
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Wenn auf einem Markt bereits eine Monopolstellung eingetreten ist, wie es in den
post-sozialistischen Ländern auf vielen Märkten der Fall ist, ist die Aufgabe der
staatlichen Wettbewerbspolitik sehr schwierig. Die Gründung einer (weiteren)
Staatsfirma zum Zwecke der Intensivierung des Wettbewerbs wäre fragwürdig
(teuer, unsichere Wirkung). Sinnvoll kann es dagegen sein, private Neugründungen
von Unternehmen zu subventionieren (nur in der Gründungsphase, nicht dauerhaft)
oder Hemmnisse, die dem Markteintritt neuer Wettbewerber entgegenstehen
(Markteintrittshemmnisse), zu beseitigen. In vielen Fällen nationaler Monopole
besteht die wirksamste Maßnahme der Wettbewerbspolitik in der Zulassung von
ausländischer Konkurrenz (Senkung von Importschranken, Anreize für
Direktinvestitionen).
R.Osterkamp, Marktwirtschaft verstehen u. gestalten

WORTSCHATZ

Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprache aus dem


Zusammenhang des Textes:
der Wettbewerb______
Syn: die Konkurrenz
der Anteil, -e___
der Anbieter, -__
der Nachfrager, -_________
der Kapitalanleger, -__________
das Produkt, -e_______
Syn.: das Erzeugnis
der Nachahmer, -________
die Wettbewerbspolitik_______
der Wettbewefbsdruck_______
der Konsument, -en_____
Syn.: der Verbraucher, der Käufer
die Wettbewerbsfähigkeit____.__
sinnvoll_____
die Importschranken, pl.______
Anreize für Direktinvestitionen, pl.

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

Lesen Sie den Text noch einmal und beantworten Sie die Fragen zum
Detaiiverständnis:

1. Was ist Wettbewerb?_


2. Welche positive Einwirkung hat Wettbewerb für eine Marktwirtschaft?
3. Wer steht im Wettbewerb?
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4. Was ist ein Kartell? Mit welchem Ziel werden Kartelle von Unternehmen bzw.
Firmen gebildet?
5. Die Wettbewerbspolitik ist ein Teil der staatlichen Wirtschaftspolitik. Was ist die
Aufgabe der Wettbewerbspolitik?
6. Was strebt die Wettbewerbspolitik an?
7. Was versteht man unter dem Begriff „Wettbewerbsfähigkeit"?
8. Auf welche Weise kann die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens gemessen
werden?
9. Wie können neue Wettbewerber vom Staat zum Zwecke der Intensivierung des
Wettbewerbs gefordert werden?

13
Reihe 4
UNTERNEHMERTUM

Gewerbefreiheit • Unternehmensformen • Eigenkapital/Fremdkapital •


Konkurs

Gewerbefreiheit, Gewerbefleiß

Gewerbefreiheit bedeutet, dass jedermann frei ist (d.h., dass es ihm nicht verboten
werden kann), mit seinem eigenen Kapital einen Gewerbebetrieb zu errichten und
zu betreiben. Gewerbefreiheit ist eine bürgerliche Errungenschaft des ausgehenden
Mittelalters gegen die Zunftordnungen des Handwerks. Ihre besondere
wirtschaftliche < (und soziale) Dynamik hat die Gewerbefreiheit aber erst in der
industriellen Revolution entfaltet. Gewerbefreiheit ist ein unverzichtbares
Grundelement einer modernen marktwirtschaftlichen Ordnung.

In einer real existierenden Marktwirtschaft ist die Gewerbefreiheit nie vollständig,


sondern immer eingeschränkt. Die Einschränkungen resultieren v.a. aus
Bestimmungen über den Ort des Gewerbebetriebs sowie über Sicherheit am
Arbeitsplatz und Umweltschutz. Wegen dieser Einschränkungen und Auflagen ist
für die Errichtung eines Gewerbebetriebs im Normalfall auch in einer
Marktwirtschaft eine Genehmigung erforderlich. Das Genehmigungsverfahren
kann so aufwendig und langwierig sein, dass die Gewerbefreiheit ausgehöhlt wird
und Investoren abgeschreckt werden. Es ist eine Sache, „Gewerbefreiheit" z.B. in
der Verfassung zu garantieren; es ist aber eine ganz andere Sache, Gewerbefreiheit
in der Wirklichkeit zu haben.

Von Gewerbefleiß spricht man, wenn kaufmännisches, technisches,


handwerkliches und landwirtschaftliches Können genutzt wird zur Herstellung von
Produkten, die sich erfolgreich verkaufen lassen (engl, am ehesten:
industriousness). Der Begriff Gewerbefleiß ist zwar sehr plastisch und treffend,
heute aber wenig gebräuchlich geworden. Man spricht heute meist von
„Unternehmertum" (engl, entrepreneurship). Gewerbefleiß kann sich nur unter der
Bedingung der Gewerbefreiheit voll entfalten. Gewerbefleiß ist die bedeutendste,
vielleicht letztlich einzige Ursache für individuellen und kollektiven Wohlstand.
R.Osterkamp, Marktwirtschaft verstehen u. gestalten

Wortschatz

Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprche aus dem


Zusammenhang des Textes:
das Gewerbe__
14
die Gewerbefreiheit__
der Gewerbebetrieb__
die Errichtung eines Gewerbebetriebs_
die Einschränkungen und Auflagen
resultieren _
die Genehmigung _
das Genehmigungsverfahren_
die Zunft, ü-e _
die Zunftordnung des Handwerks
der Gewerbefleiß
das Unternehmertum

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

Lesen Sie den Text noch einmal und beantworten Sie die Fragen:

1. Was bedeutet der Begriff Gewerbefreiheit?


2. Wann ist der Begriff Gewerbefreiheit entstanden?
3. Warum ist die Gewerbefreiheit in einer real existierenden Marktwirtschaft
immer eingeschränkt?
4. Woraus resultieren die Einschränkungen der Gewerbefreiheit?
5. Für die Errichtung eines Gewerbebetriebs ist eine Genehmigung erforderlich.
Wie ist das Genehmigungsverfahren?
6. Was versteht man unter dem Begriff Gewerbefleiß?
7. Unter welcher Bedingung kann sich Gewerbefleiß entfalten?
8. Was kann durch Gewerbefleiß in einer Gesellschaft erreicht werden?

WORTSCHATZÜBUNGEN

Ordnen Sie das jeweils passende Verb zu:


einen Gewerbebetrieb
Gewerbefreiheit
Gewerbefleiß
Aus Bestimmungen (über...)
Investoren
zur Herstellung (von ...)_
(abschrecken, betreiben, einschränken, entfalten, nutzen, resultieren)

Ordnen Sie die aufgeführten Begriffe den Definitionen zu. Ergänzen Sie
jeweils den Artikel:
(selbständige) berufliche
Tätigkeit:
manuell und mit Werkzeugen ausgeführte Berufstätigkeit:
Anordnung, Vorschrift:

15
auferlegte Verpflichtung, Bedingung: _
Zusammenschluß von Handwerken:
bestimmte Art und Weise, nach der man bei seiner Arbeit vorgeht, Methode:

(Auflage, Bestimmung, Gewerbe, Handwerk, verfahren, Zunft)

Rechtsformen der deutschen Unternehmen

Bezogen auf ihre Rechsform lassen sich die meisten Unternehmen den
Personengesellschaften oder den Kapitalgesellschaften zuordnen.

Der Einzelunternehmer ist alleiniger Eigentümer, er haftet unbeschränkt für die


Geschäftsschulden. Der erwirtschaftete Gewinn gehört ihm.

Bei den Personengesellschaften schaffen sich die Gesellschafter mit ihren


Kapitaleinlagen zumeist ein persönliches Wirkungsfeld. Zu diesen Gesellschaften
zählen die offene Handelsgesellschaft (OHG), die Kommanditgesellschaft (KG)
und die Stille Gesellschaft. Die OHG ist eine handelsrechtlich Vereinigung von
zwei oder mehreren Personen zum Betrieb eines Handelsgewerbes unter
gemeinsamer Firma. Jeder Gesellschafter haftet unbeschränkt gegenüber den
Gläubigem der OHG. In der KG haftet der persönlich tätige Gesellschafter
(Komplementär) unbeschränkt, während die übrigen (Kommanditisten) nur in
Höhe ihrer Einlage haften. Dafür sind sie an der Geschäftsführung nicht beteiligt.
Der Stille Gesellschafter beteiligt sich mit seiner Einlage am Gewinn. Er tritt nach
außen nicht in Erscheinung und haftet auch nicht.

Kapitalgesellschaften haben im Gegensatz zu Personengesellschaften eine eigene


Rechtspersönlichkeit; sie sind juristische Personen. Hierzu gehören die
Aktiengesellschaft (AG), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).
Die AG ist eine Handelsgesellschaft, deren Gesellschafter (Aktionäre) mit
Einlagen an dem in Aktien zerlegten Grundkapital beteiligt sind, ohne persöhnlich
für die verbindlichkeiten der gesellschaft zu haften. Häufig bei Großunternehmen.

Die GmbH ist eine Handelsgesellschaft; sie ist eine Kapitalgesellschaft. Für die
Endlichkeit der Gesellschaft haftet den Gläubigern nur das
Gesellschaftsvermögen. Der Anteil jedes Gesellschafters bestimmt sich nach seiner
Stammeinlage, auf deren Höhe auch seine Haftung beschränkt ist, es sei denn, dass
im Gesellschaftsvertrag eine Nachschusspflicht vorgesehen ist. Das Stammkapital
muss mindestens 50000 Euro betragen. Für große Firmen (ab 5000 Mitarbeiter) ist
ein Aufsichtsrat Vorschrift. Häufig im gewerblichen Bereich.

(nach: Marktchance Wirtschaftsdeutsch; sowie nach Humboldt-Wirtschafts-Lexikon)

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WORTSCHATZ
Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprache aus dem
Zusammenhang des Textes:
beziehen (0,0)
bezogen auf A.
die Gesellschaft (-en)
die Personengesellschaft
die Kapitalgesellschaft
die Handelsgesellschaft
die Kommanditgesellschaft
die Stille Gesellschaft
die Aktiengesellschaft
der Gesellschafter (-)
der Geschäftsführer
die Geschäftsführung
der Unternehmer (-)
der Einzelunternehmer
der Eigentümer (-)
haften
die Haftung
mit beschränkter Haftung
der Gewinn (-e)
der erwirtschaftete Gewinn
die Einlage (-n)
die Kapitaleinlage
die Stammeinlage
die Vereinigung (-en)
eine handelsrechtliche
Vereinigung
der Gläubiger (-)
sich beteiligen an D.
beteiligt sein an D.
die Beteiligung an D.
der Anteil (-e)
das Kapital
das Stammkapital
das Grundkapital
in Aktien zerlegen
die Verbindlichkeiten, pl.
das Vermögen (-)
die Nachschusspflicht
der Aufsichtsrat (-rate)
das Gewerbe (-)
17
Eigenkapital, Fremdkapital

Ein Unternehmen (oder ein Haushalt) kann nur dann über Vermögenswerte
verfugen, wenn diese finanziert worden sind. Die Finanzierung kann entweder
durch Eigenkapital, durch Fremdkapital oder durch nicht ausgeschüttete Gewinne
erfolgt sein. Eigenkapital kommt von den Gesellschaftern des Unternehmens, also
den Anteilseignern. In Personengesellschaften ist das Eigenkapital die Einlage der
Gesellschafter. In der Aktiengesellschaft heißt das Eigenkapital Grundkapital.
Das Fremdkapital besteht aus Krediten, die von Unternehmens"fremden", z.B.
Banken oder Lieferanten, dem Unternehmen gegeben wurden. In der Bilanz des
Unternehmens (auch: Unternehmensbilanz, Vermögensbilanz) sind die
Vermögenswerte auf der linken Seite (Aktiva) und die Finanzierung durch Eigen-
bzw. Fremdkapital auf der rechten Seite (Passiva) aufgeführt. Beide Seiten müssen
aus Gründen der Logik einen genau gleichen Wert aufweisen.

Vom Standpunkt der Leitung eines größeren Unternehmens (meist angestellte


Manager ohne eigene Anteile an „ihrer" Firma) hat die Finanzierung durch Eigen-
bzw, durch Fremdkapital Vor- und Nachteile. Fremdkapital verursacht Kosten,
nämlich Zinskosten und verringert insoweit den Gewinn. Außerdem müssen die
Zinsen in jedem Fall gezahlt werden, auch wenn kein Gewinn erwirtschaftet
wurde.

Eine zu hohe Fremdfinanzierungsquote kann somit in ungünstigen Situationen das


Überleben des Unternehmens gefährden (Gefahr des Konkurses). Angenehm für
die Manager ist dagegen, dass die Kreditgeber (Fremdkapitalgeber) sich i.a. nicht
in die Geschäftsführung einmischen.

Eigenkapital verursacht dagegen keine (Zins-) Kosten. Die Gesellschafter (Anteils-


eigner, Eigenkapitalgeber) erwarten allerdings einen Gewinn und i.a. auch eine Ge-
winnausschüttung (Gewinnauszahlung). Wenn Verluste entstehen, muss nach
Auflösung der Reserven (Rücklagen) letztlich das Eigenkapital um diesen Betrag
herabgesetzt werden. Unangenehm für die Manager ist dagegen, dass die
Eigenkapitalgeber i.a. versuchen, das Verhalten der Manager zu überwachen und
auf die Geschäftsführung Einfluss zu nehmen.

In Aktiengesellschaften mit sehr vielen kleinen Anteilseignern („Publikumsgesell-


schaften") findet eine echte Überwachung des Managements durch die Aktionäre
allerdings kaum statt. In den Ländern mit einem Universalbankensystem (Banken
dürfen alle Arten von Geldgeschäften betreiben), wie z.B. in Deutschland, können
die Kleinaktionäre eine Bank beauftragen, für sie die Überwachung des
Managements durchzufuhren. Dazu müssen sie die Stimmrechte, die ihre Aktien

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(ihr Aktien-Depot in der Bank) repräsentieren, an die Bank übertragen. Diese erhält
dann vom Aktionär ein „Depotstimmrecht".
Das den Banken übertragene Depotstimmrecht ist wirtschaftlich in einigen
Ländern umstritten, da es zu einem nicht immer erwünschten volkswirtschaftlichen
und politischen Einfluss der Banken in der Wirtschaft führen kann.

R.Osterkamp, Marktwirtschaft verstehen u. gestalten

WORTSCHATZ

die Vermögenswerte, pl
verfügen über A.
das Eigenkapital
das Fremdkapital
ausschütten
(nicht) ausgeschüttete Gewinne
der Nominalwert
der Börsenwert
die Bilanz
aufweisen (ie, ie)
einen genau gleichen Wert
aufweisen
die Kosten; pl.
die Zinskosten der Konkurs der Verlust, -e die Rücklagen, pl.
die Auflösung der Reserven das Depot / depo; lat., fr./
das Depotstimmrecht

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

1. Wodurch kann die Finanzierung eines Unternehmens erfolgt sein?


2. Woraus besteht das Eigenkapital?
3. Woraus besteht das Fremdkapital?
4. In welchem Fall kann sich für ein Unternehmen (einen Haushalt) die Gefahr des
Konkurses ergeben?
5. In welchem Fall werden Gewinner der Anteilseigner (der Gesellschaft) nicht
ausgeschüttet? 6. Was versteht man unter dem Begriff „Universalbankensystem"?
7. Was versteht man unter dem Begriff „Depotstimmrecht"?

Insolvenz, Konkurs, Vergleich

Insolvenz eines Unternehmens (oder einer Privatperson) bedeutet, dass dieses


seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Das Unternehmen
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ist dann insolvent oder zahlungsunfähig. Die Möglichkeiten zur Aufnahme
weiterer Kredite bei Banken, Lieferanten oder Kunden wurden dann bereits
ausgeschöpft (andernfalls könnte das Unternehmen durch weitere Kreditaufnahme
seine Zahlungsfähigkeit wiederherstellen). Meist wird ein insolventes
Unternehmen als „überschuldet" betrachtet und erhält daher keine weiteren
Kredite.

In Marktwirtschaft ist der Fall der Insolvenz i.a. rechtlich so geregelt (im
folgenden am Beispiel Deutschlands erläutert), dass entweder ein Vergleich mit
den Gläubigern oder der Konkurs des Unternehmens folgt.

Das gerichtliche Vergleichsverfahren muss (und kann) vom Schuldner beantragt


werden. Es setzt voraus, dass der Schuldner für mindestens 35% seiner
Verbindlichkeiten aufkommen kann. Es liegt dann bei den Gläubigern, ob sie den
Vergleich akzeptieren. Ist die Voraussetzung für einen Vergleich nicht gegeben
(oder wird dieser von den Gläubigern abgelehnt), muss der Konkurs angemeldet
werden (vom Schuldner oder von einem der Gläubiger). Zur Befriedigung der
Gläubiger wird das gesamte Vermögen des Schuldners herangezogen.

Im Fall von Einzelpersonen oder Personengesellschaften ist dies auch das


Privatvermögen der unbeschränkt haftenden Gesellschafter (aber nicht das
Privatvermögen z.B. der Ehefrau). Im Fall von Kapitalgesellschaften verlieren die
Gesellschafter bzw. Anteilseigner dagegen höchstens ihre Einlage/Anteile. Die
leitenden Angestellten oder andere Mitarbeiter haften überhaupt nicht für die
Schulden des Unternehmens - außer sie haben betrügerisch gehandelt, z.B. indem
sie die Insolvenz verschleiert, die Konkursanmeldung verzögert und dadurch die
Gläubiger noch zusätzlich geschädigt haben.

In einem gerichtlichen Konkursverfahren werden die Ansprüche der Gläubiger


nach einer bestimmten Rangordnung befriedigt. Von höchstem Rang sind die
Lohn- und Gehaltsforderungen der Mitarbeiter. Es folgen die Forderungen der
Lieferanten. Von niedrigstem Rang sind i.a. die Forderungen der Banken. Die
Durchführung des Konkursverfahrens führt zur Liquidierung (Auflösung) des
insolventen Unternehmens.

Die gesetzliche Regelung von Insolvenzfällen, also das Konkursrecht, ist ein
wichtiger Teil der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung. Unternehmen
müssen gegründet werden können, aber auch (geordnet) in Konkurs gehen können.

R.Osterkamp, Marktwirtschaft verstehen und gestalten

WORTSCHATZ

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Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprache aus dem
Zusammenhang des Textes:
die Insolvenz
insolvent
Syn. zahlungsunfähig
die Zahlungsverpflichtung (-en)
der Konkurs
das Gericht (-e)
das gerichtliche Konkursverfahren
der Vergleich
das gerichtliche Vergleichsverfahren
die Schuld (-en)
schulden
überschulden
der Schuldner (-)
aufkommen (a,o) für A.
nachkommen (einer Pflicht)
heranziehen (0,0) zu D.
verzögern
schädigen
verschleiern
regeln

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

Lesen Sie den Text noch einmal und beantworten Sie die Fragen:
1. Was versteht man unter dem Begriff „Insolvenz eines Unternehmens bzw. einer
Privatperson"?
2. Wie wird der Fall der Insolvenz in Deutschland geregelt?
3. Von wem muss (und kann) das gerichtliche Vergleichsverfahren beantragt wer-
den?
4. Was setzt das gerichtliche Vergleichsverfahren voraus?
5. In welchem Fall wird das gerichtliche Konkursverfahren angemeldet?
6. Wie werden die Ansprüche der Gläubiger in einem gerichtlichen Konkursver-
fahren befriedigt?_
7. Was versteht man unter dem Begriff „Konkursrecht“?

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Reihe 5

Steuer * Einkommensteuer • Körperschaftsteuer* Umsatzsteuer

Textarbeit
Steuern
Das Wort „Steuern" hat im Deutschen eine Doppelbedeutung. Als Substantiv meint
es Zwangsabgaben an den Staat. Als Verb hat es die Beudeutung „lenken",
„regulieren". Zu unterscheiden ist auch das Wort Besteuerung (Auferlegen und
Eintreib von Steuern) von dem Wort Steuerung (Lenkung) der Wirtschaft.
Sinnvoll kann die Wortkombination vorkommen „Steuerung durch Besteuerung"
(also durch eine Lenkungssteuer; vgl. dazu Artikel Werbung, dort Beispiel für eine
Lenkungssteuer). Die Steuerbehörden, also jene die besteuern, werden oft auch als
Finanzbehörden bezeichnet. „Finanz" hat hier eine andere Bedeutung als in den
Wortverbindungen Finanzmarkt, Hochfinanz, Finanzkapital (s. dazu das Stichwort
„Kapitalmarkt").

Die Aufgaben des Staates verursachen Ausgaben. Diese können finanziert werden
durch Steuern, Gebühren und Beiträge, durch Aufnahme von Krediten und durch
staatliches Vermögen (z.B. Gewinnabführung von Staatsunternehmen). Ein nicht
unbeträchtlicher Teil der Staatsausgaben in der Marktwirtschaft wird durch Kredite
finanziert. Der Anteil ist unterschiedlich von Land zu Land und Jahr zu Jahr, liegt
aber in vielen Fällen im Bereich von 2-5% der Staatsausgaben. Der weitaus
überwiegende Teil der Staatsausgaben wird in Marktwirtschaften mit Hilfe von
Steuern finanziert. Dabei erbringen meistens nur drei Steuerarten 70-80% der
gesamten Steuereinnahmen: die Einkommensteuer (vom Einkommen natürlicher
Personen), die Körperschaftsteuer (vom Gewinn juristischer Personen) und die
Umsatzsteuer (vgl. Artikel Einkommensteuer sowie Artikel Umsatzsteuer). Für ein
funktionierendes Steuersystem in einer Marktwirtschaft ist es nicht nur wichtig,
dass die Steuerarten, die Steuersätze und das Steuerrecht sinnvoll gestaltet sind.
Vielmehr ist es ebenfalls sehr wichtig, daß die Steuerbehörden gut organisiert
sind und wirkungsvoll arbeiten.

In den ehemaligen Planwirtschaften hat die Finanzierung der Staatsaufgaben durch


Gewinnabführung der Staatsunternehmen eine bedeutende Rolle gespielt. Dabei
hatte der Staat einen Zugang zu den Bankkonten der Staatsfirmen und konnte
somit die Gewinnabführung selbst durchführen. Steuern im üblichen Sinne des
Wortes spielten dagegen eine ganz untergeordnete Rolle. Sie wurden als typisch für
den Kapitalismus und als „Instrument zusätzlicher Ausbeutung" betrachtet.

R.Osterkamp. Marktwirtschaft verstehen u. gestalten

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WORTSCHATZ

Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprache aus dem


Zusammenhang des Textes:

Die Steuer, -n _
Die Einkommensteuer___
Die Körperschaftsteuer__
Die Umsatzsteuer____
besteuern _
die Besteuerung _
die Steuereinnahmen, pl._
die Steuerart, - en _
der Steuersatz, ä e _
das Steuerrecht _
die Steuerbehörden, pl. _
Syn.: die Finanzbehöfden
abgeben _
die Abgabe, - n _
die Zwangsabgabe__
abfuhren _
die Gewinnabführung, -en _
aufnehmen (einen Kredit) _
die Aufnahme von Krediten_
der Betrag, ä e _
die Gebühr, -en _

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

Lesen Sie den Text noch einmal und beantworten Sie die Fragen:

1. Was verursachen die Aufgaben des Staates?


2. Wodurch können die Ausgaben des Staates finanziert werden?
3. Welche Steuerarten erbringen den überwiegenden Teil der gesamten
Steuereinnahmen?
4. Was soll für ein funktionierendes Steuersystem sinnvoll gestaltet sein?
5. Was ist ebenfalls wichtig für ein funktionierendes Steuersystem in einer
Marktwirtschft?

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Einkommensteuer, Körperschaftsteuer

Mit der Einkommensteuer wird das Einkommen von natürlichen Personen


besteuert. Sie ist in praktisch allen Marktwirtschaften mit demokratischer
Verfassung progressiv ausgestaltet (progressive Einkommensteuer). D.h., dass die
Steuersätze mit steigendem Einkommen bis zu einem Höchstsatz zunehmen. Die
Höchststeuersätze liegen meist im Bereich zwischen 50 und 60%. Die Progression
der Einkommensteuer bewirkt, dass die Ungleichheit der Einkommenverteilung
nach Steuern geringer ist als vor Steuern.

Für die Ermittlung der zu zahlenden Einkommensteuer werden alle Einkommen,


die ein Steuerpflichtiger haben mag, zusammengezählt. Sonderregelungen
existieren allerdings oft für Renten und Pensionen. Die Lohnsteuer (die
Einkommensteuer auf Lohn und Gehalt) muss vom Arbeitgeber an das Finanzamt
abgeführt werden. Der Arbeitgeber zieht diese Lohnsteuer dem Arbeitnehmer von
seinem Lohn bzw. Gehalt ab.

Selbständige und Freiberufler sowie solche Arbeitnehmer, die neben ihrem


Lohn/Gehalt noch weitere Einkommen beziehen, müssen für das abgelaufene Jahr
eine Einkommensteuererklärung abgeben. Während des Jahres müssen sie
regelmäßig Einkommensteuer-Vorauszahlungen leisten. Sind die geleisteten
Vorauszahlungen größer (kleiner) als die am Jahresende ermittelte gesamte
Steuerschuld, zahlt das Finanzamt den überzahlten Betrag zurück (muss der zu
wenig bezahlte Betrag an das Finanzamt nachgezahlt werden).

Die Einkommensteuer für juristische Personen (Unternehmen) ist die


Körperschaftsteuer (engl.: corporate tax), die auf den Gewinn gezahlt wird. Diese
Steuer ist i.a. nicht progressiv ausgestaltet, sondern hat unabhängig von der
Gewinnhöhe einen einheitlichen Steuersatz. Dieser ist in den meisten Ländern
etwa so hoch wie der Höchststeuersatz der Einkommensteuer für natürliche
Personen. Macht das Unternehmen Verlust, fällt nicht nur keine Körperschaftsteuer
an, sondern das Unternehmen darf i.a. den Verlust in frühere Jahre „zurücktragen"
oder auch insnächste Jahr „vortragen". Gibt es in diesem nächsten Jahr wieder
einen Gewinn, wird dieser um den Verlust-Vortrag reduziert, so dass auch
entsprechend weniger Gewinnsteuern zu zahlen sind. Soweit der Gewinn eines
Unternehmens nicht einbehalten, sondern an die Gesellschafter (Anteilseigner,
Aktionäre) ausgeschüttet wird, ist die Regelung in den meisten Ländern so, dass
die Gesellschafter - und nicht die Unternehmen - den Gewinn versteuern müssen,
und zwar gemäß dem Einkommensteuertarif für natürliche Personen. In manchen
Ländern, wie etwa in Deutschland, erhalten die Anteilseigner Steuergutscheine für
die bereits vom Unternehmen gezahlte Körperschaftsteuer
(Anrechnungsverfahren).

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R.Osterkamp, Marktwirtschaft verstehen u. gestalten
Fassen Sie schriftlich zusammen, was zu folgenden Stichpunkten im Text
gesagt wurde:

progressive Einkommensteuer:
Steuerermittlungsverfahren;
Einkommensteuererklärung:
Einkommensteuer-Vorauszahlung:
Körperschaftsteuer-.
Steuererstattung:
Steuergutschein

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer (eine der „indirekten" Steuern) zielt auf die Besteuerung des
Verbrauchs bzw. des Verbrauchers. Da es sehr aufwendig bzw. praktisch unmöglich
wäre, die Steuer beim Verbraucher zu erheben und von ihm einzufordern, werden
die Umsätze (Verkäufe) der Unternehmen mit der Umsatzsteuer belastet, die auch
von ihnen an das Finanzamt abzuführen ist. Auf alle Verkäufe, nicht nur auf die an
den Endverbraucher, wird die Umsatzsteuer erhoben.

Die Umsatzsteuer kommt heute in fast allen westlichen Industrieländern nicht


mehr in der Form der All-Phasen-Umsatzsteuer, sondern nur noch in der Form der
Mehrwertsteuer vor (value added tax, taxe ä valeur ajoute; müsste auch im
Deutschen, wie im Englischen und Französischen, treffender als
„Wertschöpfungsteuer" bezeichnet werden). Bei der Mehrwertsteuer wird auf jeder
Verarbeitungsstufe nicht der jeweils erreichte Gesamtwert der Ware, sondern nur
der auf dieser Stufe zusätzlich erzeugte Wert - die Wertschöpfung - besteuert. Das
wird dadurch erreicht, dass der Verkäufer dem Käufer der Ware zwar die
Umsatzsteuer auf den gesamten erreichten Warenwert in Rechnung stellt, der
Verkäufer aber für seine Umsatzsteuerzahlung an das Finanzamt seine „Vorsteuer"
davon abziehen darf. Die Vorsteuer stellt diejenige Umsatzsteuerbelastung dar, die
in den Rechnungen der Lieferanten an den von uns betrachteten Verkäufer
enthalten war und von ihm an diese bezahlt werden muss. Der Endverbraucher
kann selbstverständlich dem Finanzamt gegenüber keine Vorsteuer geltend
machen, denn dann würde er keine Umsatzsteuer tragen. Er soll sie aber tragen . In
der mikroökonomischen Steuerwirkungslehre wird untersucht, unter welchen
Umständen die Verbraucher die Umsatzsteuer vollständig tragen und inwieweit sie
von den Unternehmen getragen wird.

Hat ein Unternehmen während eines Monats - der üblichen Abrechnungsperiode


für die Umsatzsteuer - mehr Vorsteuern an Lieferanten bezahlt als es Umsatzsteuer
von seinen Kunden eingenommen hat, ergibt sich für diesen Monat eine
entsprechende Erstattung der Umsatzsteuer vom Finanzamt an das Unternehmen.
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Die Erstattung erfolgt i.a. ca. 2-3 Wochen nach Abgabe der (monatlichen)
Umsatzsteuererklärung. Die Mehrwertsteuersätze liegen heute in den westlichen
Industrieländern meist zwischen 15 und 25%. Die meisten Länder haben einen
einheitlichen Mehrwertsteuersatz, der allerdings für bestimmte Warengruppen (z.B.
Bücher) ermäßigt sein kann.

Die Mehrwertsteuer ist für die Unternehmen und für das Finanzamt administrativ
aufwendiger als eine Allphasen-Umsatzsteuer. Der Vorteil der Mehrwertsteuer liegt
aber dann, dass sie - zumindest theoretisch - neutral ist gegenüber der
durchschnittlichen Verarbeitungstiefe auf den verschiedenen Produktionsstufen.
Dagegen begünstigt die Allphasen-Umsatzsteuer eine hohe Verarbeitungstiefe und
somit eine hohe Konzentration und geringe Spezialisierung der Produktion, was
den Wettbewerb einschränkt und daher gesamtwirtschaftlich nachteilig ist.

R.Osterkamp, Marktwirtschaft verstehen u. gestalten

WORTSCHATZ

Erklären Sie die folgenden Begriffe in Ihrer Muttersprache aus dem


Zusammenhang des Textes:

die Umsatzsteuer____
die Mehrwertsteuer_____
die Wertschöpfung__
die Vorsteuer _
die Abrechnungsperiode_
der einheitliche Mehrwertsteuersatz__
die Steuer erheben _
abziehen (von D.) _
ermäßigen _
begünstigen _
aufwendig _
nachteilig _
Ant.: vorteilhaft

ZUM DETAILVERSTÄNDNIS

1. Worauf zielt die Umsatzsteuer?


2. Auf welche Weise wird die Umsatzsteuer erhoben?
3. In welcher Form kommt heute die Umsatzsteuer fast in allen westlichen Indu-
strieländern vor?
4. Was ist die All-Phasen-Umsatzsteuer?
5. In welchem Fall ergibt sich eine entsprechende Erstattung der Umsatzsteuer
vom Finanzamt an das Unternehmen?
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6. Wie hoch liegen heute die Mehrwertsteuersätze?
7. Gibt es in meisten Ländern auch einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz?
8. Gibt es Ermäßigungen für bestimmte Warengruppen?
9. Worin liegt der Vorteil der Mehrwertsteuer im Vergleich zu einer All-Phasen-
Umsatzsteuer?

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