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Herz Kreislaufsystem

 Grundlagen

 Krankheiten

 Untersuchungsmethoden
Kreislauf

 Pumpe (Herz)

 Transportsystem (Blutgefäße)

 Transportmedium (Blut)

22.10.2014 Hochschule Landshut 1


Physiologische Grundlagen

 Herzfrequenz: Anzahl der Herzschläge pro Minute (Erwachsener in


Ruhe: ca. 70/min)

 Schlagvolumen: Blutmenge, die pro Kontraktion aus jeder


Herzkammer ausgetrieben wird (je Herzkammer ca. 70 ml, maximal bis
zu 200 ml)

 Herzzeitvolumen (HZV): Blutmenge, die pro Zeiteinheit ausgeworfen


wird;
 Herzfrequenz (Puls) x Schlagvolumen (Auswurfleistung des Herzens);
entspricht dem Herzminutenvolumen, wenn die Zeiteinheit 1 Min. beträgt;
Bsp.: 70 Schläge x 70 ml = 4,9 l/min; bei erhöhtem Bedarf wird das HZV
gesteigert, in Ruhe gesenkt
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Herz Kreislauf System

Quelle: twzk.de
Quelle: urgo.com

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Das Herz-Kreislaufsystem

Das Kardiovaskuläre System

Neben dem Herzen gehören auch die Blutgefäße zum Herz-Kreislaufsystem ( kardiovaskuläres
System).
kardiovaskuläres System

Körperkreislauf Lungenkreislauf
• ausgehend von der linken Vorhof/ • ausgehend vom rechten Vorhof /
Herzkammer Herzkammer
• Transport von sauerstoffreichem Blut durch • Transport von sauerstoffarmem Blut zur
den Körper Lunge
• „Hintransport“ durch Aorta, und Arterien, • Austausch von O2 und CO2 in den
Arteriolen und Kapillaren Lungenkapillaren (Diffusion)
• Austausch von O2, CO2, Nährstoffen und • „Rücktransport“ über Venen zum linken
Stoffwechselendprodukten durch Vorhof / Herzkammer
Kapillarenwände
• „Rücktransport“ über Venen
Blut - Aufgaben

 Transport (O2, CO2, Nährstoffe, Hormone, Elektrolyte, Hormone, Vitamine,


Medikamente) Transporteiweiße

 Homöostase (Gleichgewicht) im Säure-Basenhaushalt pH 7,4

 Regulierung der Körpertemperatur

 Regulierung des osmotischen Druckes

 Signalübermittlung (Hormone)

 Blutgerinnung

 Abwehrfunktion (humorale und zelluläre Abwehr)

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Blutgefäße

 Arterien (führen vom Herz weg)


 Druckstabil, dicke elastische Wand, „Windkesselfunktion“, regulierbar durch
Muskelzellen in der Wand, Hochdrucksystem

 Kapillaren / Kapillargefäße (Endgefäße)


 Im Endorgan, durchlässige Wand, keine Muskelzellen in der Wand

 Venen (führen zum Herz hin)


 Volumensspeicher ( ca. 60% des Blutvolumens), dünne Wand, Klappen ,
regulierbar durch Muskelzellen in der Wand, Niederdrucksystem

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Das Herz-Kreislaufsystem Gefäßwand arterien

Arterien

Arterien sind aus drei Wandschichten aufgebaute Gefäße, die einen Hohlraum (Lumen)
umschließen. Einschichtiges Plattenepithel

Glatte Muskelzellen

Bindegewebe und
elastische Fasern

Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Anatomy_artery.png&filetimestamp=20060215175355
Das Herz-Kreislaufsystem Venen

Nachdem das Blut die Kapillaren durchflossen hat, gelangt das


Blut in kleine Venen (Venolen), die das Blut sammeln, zu den
Venen und über diese wieder zum Herzen zurückführen.

In den Venen und Venolen des Körperkreislaufs befinden sich


etwa 65% der gesamten Blutmenge. In den Venolen und Venen
des Lungenkreislaufs weitere 10%. ( Kapazitätsgefäße).

Da in den Venen ein geringerer Druck als in den Arterien Schematischer Aufbau einer Vene:
herrscht, sind Venen dünnwandiger aufgebaut. 1) Flussrichtung des Blutes
2) Taschenklappen

Sie besitzen darüber hinaus ein System von „Taschenklappen“


(siehe Ziffer 2 im Bild), die ähnlich dem Klappensystem des
Herzens einen Rückfluss des Blutes
Quelle: verhindern.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Veincrosssection.svg&filetimestamp=20110410122109
Kapillaren

 Wand durchlässig
 Stoffwechselprodukte,
Nährstoffe, Eiweiße

 Gas

 Flüssigkeit

 Zellen

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Herzkreislauferkrankungen

 Pumpe

 Transportsystem

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Der Blutdruck

Der Blutdruck ist die Kraft, die das Blut auf die umgebenden Gefäßwände ausübt. Diese Kraft wirkt
sowohl in den Arterien als auch in den Venen.

Im Klinischen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff Blutdruck immer den Druck in den Arterien.

Blutdruck

systolischer Blutdruckwert diastolischer Blutdruckwert


• Blutdruckwert während der • Blutdruckwert während des Erschlaffens
Kammerkontraktion des Herzens des Herzmuskels in der Diastole
• Idealwert: <120 mmHg • Idealwert: <80 mmHg
• Normalwert: 120-129 mmHg • Normalwert: 80-84 mm HG
Blutdruckwerte nach WHO in mm Hg

 Optimal <120 <80

 Normal <130 <85

 Hochnormal 130-139 85-89

 Hypertonie Grad I 140-159 90-99

 Hypertonie Grad II 160-179 100-109

 Hypertonie Grad III >180 >110

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Blutdruckregulation

 Gehirn

 Druck- und Volumenrezeptoren im Herz-Kreislaufsystem,

 sympathisches und parasympathisches Nervensystem

 Niere

 Hormone
 Adrenalin, Noradrenalin, Renin, Angiotensin

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Blutdruck

Blutdruckmessung (I)

Standardmethode zur Blutdruckmessung: Riva-


Rocci-Methode (Abkürzung RR)

Ablauf:

 Stethoskop in Armbeuge

 Aufpumpen der Manschette bis keine


Pulsgeräusche mehr hörbar sind

 Langsames Ablassen des Drucks in der Manschette


bis zum Einsetzen der Korotkow-Geräusche
(Strömungsgeräusche des einströmenden Blutes)

 Weiteres Absenken des Drucks bis zu einem


Nachlassen der Korotkow-Geräusche
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Blood_pressure_measurement.JPG&filetimestamp=20090614121015
Blutdruck

Blutdruckmessung (II)

Korotkov-Geräusche und Blutdruck

Das Einsetzen der Geräusche zeigt des


systolischen Wert des Blutdrucks an.

Das Nachlassen der Töne zeigt den diastolischen


Wert des Blutdrucks an.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Korotkow_deutsch.png&filetimestamp=20060528084706
Herzerkrankungen

 Herzmuskel
 Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung

 Herzklappen
 Stenose (zu eng), Insuffizienz (zu weit)

 Herzrhythmus
 zu schnell, zu langsam, unregelmäßig

 Folge : Herzinsuffizienz

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Besonderheiten des Herzmuskels

Entsprechend seiner zentralen Rolle im kardiovaskulären System weist der


Herzmuskel eine Reihe von Besonderheiten und Unterschieden zu konventionellen
Skelettmuskeln auf:

 Alles-oder-nichts-Prinzip

Die Kontraktion eines Skelettmuskels ist umso stärker, je mehr Muskelfasern durch
einen Reiz erregt werden. Dies beruht auf voneinander getrennten motorischen
Einheiten, die gegeneinander isoliert sind und getrennt voneinander durch eine
Erregung rekrutiert werden.

Beim Herzmuskel sind die motorischen Einheiten nicht voneinander getrennt,


sondern über „gap junctions“ miteinander verbunden. Eine Erregung erfasst daher
immer alle Herzmuskelzellen.
Besonderheiten des Herzmuskels

 Nicht-Tetanisierbarkeit

Unmittelbar nach einer Kontraktion ist ein Skelettmuskel wie auch der Herzmuskel für eine gewisse
Zeit nicht mehr durch einen neuen Reiz erregbar (Refraktärzeit).

Im Gegensatz zu Skelettmuskeln ist die Refraktärzeit für den Herzmuskel mit etwa 0,3 s relativ
lang.

Dies schützt den Herzmuskel vor einer zu schnellen Kontraktionszeit und verhindert insbes. auch
eine Dauerkontraktion (Tetanus).
Aortenklappe Aorta
Mitralklappe Li Vh/Li Kammer
Pulmonalklappe Lungenarterie
Trikuspidfalklappe Re Vh/Re Kammer
Herzklappen

Quelle: cardionet.com Quelle: herzchirurgie jena

Quelle: cardiopraxis greiz

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EKG

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/ECG_principle_slow.gif

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Elektrokardiogramm (EKG)
Definition
• Graphische Darstellung elektrischer Potentiale,
die während der Herztätigkeit auftreten.
• Erregungsbildung  Erregungsleitung 
Depolarisation  Repolarisation
• (Schwache!) Impulse, die sich im Körper
ausbreiten (Summation)
 Ableitung über EKG-Elektroden
Kardiologie
Innsbruck
EKG Erregungsbildung Erregungsleitung

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/ECG_principle_slow.gif

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EKG Kurve und anatomisches Korrelat

Quelle: jameda.de

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I

III II

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Normales EKG

Normalbefund; Linkstyp

Akuter Hinterwandinfarkt

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Risikofaktoren für
koronare Herzkrankheit / Herzinfarkt
1. Ordnung 2. Ordnung
 Fettstoffwechsel (Cholesterin)  Bewegungsmangel

 Bluthochdruck  Negativer Stress

 Diabetes  Persönlichkeit (Typ A)


beeinflussbar

 Metabolisches Syndrom

 Übergewicht, Insulinresistenz, Hohe


Insulinspiegel

 Zigarettenrauchen

•Familiäre Veranlagung
•Lebensalter nicht
•Männliches Geschlecht beeinflussbar
Arteriosklerose -
Entstehung der Koronaren Herzkrankheit KHK

Arteriosklerotische Ruptur Gefäßverschluss


Plaques

Risikofaktoren
Medikamentöse Therapie von Herz Kreislauferkrankungen

 Blutdruck
 Medikamente (Betarezeptorenblocker, ACE – Hemmer, Calciumantagonisten, Diuretika
(wassertreibende Medikamente) (häufig!)

 Dilatation einer Nierenarterienstenose (selten!)

 Herzinsuffizienz (=ungenügende Pumpleistung, um die Organe ausreichend zu versorgen)


 Wassertreibende Medikamente

 Drucksenkende (herzentlastende) Medikamente

 Medikamente, die die Herzleistung steigern (z.B. Adrenalin, Digitalis)

 KHK
 Thrombozytenaggregationshemmer (ASS)

 Cholesterinsenker

 Betablocker

 Herzrhythmusstörungen
 Antarrhythmika (Rhythmusstabiliserende Medikamente)

 Antikoagulantien (Blutverdünner, z.B. Markumar), um Hirneembolien (Schlaganfällen) vorzubeugen


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Herzinsuffizienz - Herzschwäche

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Herzinfarkt Statistische Angaben

m : w 2 bis 3 : 1

KHK ist häufigste Todesursache in Industrieländern

270000 Herzinfarkte / Jahr in Deutschland

mehr als ein Drittel stirbt an der Erkrankung

Krankenhaussterblichkeit des akuten HI 3-4%

40 bis 50% haben vor HI keine Beschwerden


Symptome und Folgen der KHK

Angina Pectoris (Brustenge)

Herzinfarkt

Herzinsuffizienz (Herzschwäche,)

Rhythmusstörung

Plötzlicher Herztod
Herzinfarkt

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Diagnostik der KHK und des
Herzinfarktes

Anamnese, Körperliche Untersuchung

EKG, Belastungs - EKG

Ultraschalluntersuchung

Laborwerte

Herzkatheter
KHK - Diagnostik
Herzkatheteruntersuchung
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Therapie der KHK
 Risikofaktoren beeinflussen

 Medikamente (ASS, Betablocker, Hochdruckmedikamente,


Fettsenkende Medikamente)

 Gefäß - Aufdehnung (Dilatation)

 Bypass - Operation

 Behandlung der resultierenden Herzinsuffizienz


(Herzschwäche)
KHK - Therapie PTCA
Percutane Transluminale Coronare Angioplastie

Quelle: Kliniken MTK


Herz Bypass OP

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Therapie des Herzinfarktes
 Zeitfaktor ist entscheidend !

 Notfallversorgung, Transport ins Krankenhaus unter


ärztlicher Begleitung (häufigste Frühkomplikation und
Todesursache ist die Rhythmusstörung/Herzstillstand)

 Auflösen oder Aufdehnen des Blutgerinnsels in der


Herzkranzarterie

 Intensivmedizinische Überwachung

 Notfall - Operation
Erregungsbildung Erregungsausbreitung am Herzen

 Sinusknoten

 Vorhof

 AV Knoten

 His – Bündel

 Tawara – Schenkel (li, re)

 Purkinje – Fasern

 Herzmuskelzelle
Quelle: medizininfo.de

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Herzrhythmusstörungen

 Erregunsbildungsstörungen
 Bradycarde HRS (langsam)

 Tachycarde HRS (schnell)

 Erregungsleitungsstörungen
 VH zum Ventrtikel

 Innerhalb des Ventrikels

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 Der Doppler-Effekt tritt immer dann auf, wenn
Sender und Empfänger einer Welle sich relativ
zueinander bewegen. Zur Bestimmung der
Blutflussgeschwindigkeit in den Blutgefäßen
oder im Herzen detektiert man das von den
Blutkörperchen (Erythrozyten) reflektierte Echo.
Das reflektierte Signal ist um eine bestimmte
Frequenz im Vergleich zur vom Schallkopf
ausgesandten Frequenz verschoben: die
Doppler-Frequenz. Von dem „ruhenden“
Sender, dem Schallkopf, geht eine Welle der
Frequenz aus; ein sich bewegendes Teilchen
mit der Flussgeschwindigkeit reflektiert den
Schall mit der Frequenzverschiebung . Die
gesamte Frequenzverschiebung (mit Winkel
zwischen Teilchenbahn und Schallstrahl.

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