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VLUN-Matriarchat

1. Dominanz und Hegemonie


Das dominante und somit aktive, handelnde Geschlecht ist die Frau. Im Matriarchat arbeiten Frauen, haben
prestigeträchtige Positionen in Firmen inne und führen Politik und Krieg. Die Arbeit im Haushalt und mit den
Kindern erledigen Männer (→ Geburt, Kinderpflege & Erbe).

2. Weiblichkeit
Als typisch weiblich gilt rationales Denken, bedachtes Handeln, das Einstehen von Fehlern und daraus folgend
Selbstkritik aber auch Selbstsicherheit. Es wird sozial erwartet die eigenen Fehler einzusehen und zuzugeben.
Grundsätzlich stehen Frauen für rationale Entscheidungen und gut durchdachte Vorgehensweisen. Es ist
jedoch in weniger öffentlichen Handlungsfeldern sozial geduldet, eine gewisse «trial and error»-Mentalität
auszuleben, welche vor allem durch die selbstsichere Mentalität der Frauen und der hohen sozialen
Bewertung des Zugebens von Fehlern unterstützt wird.

Sowohl in der Politik, als auch in Beruf und Sport gilt eine starke Wettbewerbshaltung zwischen Frauen. Eine
Diskussion mit guten Argumenten für sich zu gewinnen gilt als besonders weiblich. Dieser Wettbewerb findet
jedoch immer unter Frauen statt. Eine richtige Frau ist erfolgreich sowohl im Berufsleben als auch im
Familienleben.

Die Fruchtbarkeit (→ Geburt, Kinderpflege & Erbe) der Frau gilt sowohl sozial als auch religiös (→ Religion)
als sakrosankt. Sie ist unantastbar weiblich und ist die erste Instanz für die Validität einer Frau. Frauen sind
mit ihrer ersten Monatsblutung ein vollwertiges Gesellschaftsmitglied. Sie dürfen wählen, heiraten, Geld
verdienen, Auto fahren, etc. Weibliche Unfruchtbarkeit ist ein soziales Tabu.

Frauen besitzen zwar muskulär einen weniger performativen Körper; körperliche Stärke, Schnelligkeit und
Geschicklichkeit wird jedoch – obwohl es sich um eine positive Eigenschaft handelt – abschätzig den Männern
(→ Aggressivität & Krieg) zugeordnet. Frauen sind willensstark und zeichnen sich vielmehr – durch diese
Willenskraft – als besonders schmerzresistent aus. Nur eine Frau ist in der Lage, die Schmerzen einer Geburt
auszuhalten. Der Schmerz einer Geburt gilt als der stärkste Schmerz überhaupt. Ihm sind nur Frauen
gewachsen. Körperlicher Schmerz, wie er im Krieg erlitten wird, wird als oberflächlicher und schwächerer
Schwerz bewertet.

Die zwei Hauptkörpermerkmale einer Frau sind ihre Brüste und ihre langen Haare. Die Grösse der Brüste wird
jedoch nicht als Referenz für Weiblichkeit verwendet. Ihr Zweck ist die Milchproduktion und ist nicht von der
Körbchengrösse abhängig. Ein Merkmal für besonders hegemoniale Weiblichkeit, Erfolg, Alter, Reife und
Weisheit ist sowohl die Länge als auch die Pflege der Kopfhaare. Erfährt eine Frau einen Einschnitt in ihrer
Ehre oder ihrer Weiblichkeit, ist sie sozial gezwungen ihr Haar zu schneiden. So können besonders
hegemoniale Frauen gut erkannt werden. Das Haar offen oder stilvoll geflochten zu tragen ist Privileg der
sozial höheren Klassen, das Haar schlicht nach oben gebunden zu tragen, wird vor allem tiefer stehenden
Frauen geraten und wird auch verwendet, um den Respekt höher gestellten Frauen zu zeigen. Wenn es auch
sozial verpönt ist, so bietet der Schwarzmarkt doch Langhaarperücken an und im Ausland lassen sich
Verliererinnen Extensions in das Haar einarbeiten. Zweites Kriterium für weibliches Haar ist dessen Pflege.
Gepflegtes Haar ist Zeichen für Wohlstand. Keine Frau pflegt ihre Haare selbst. Dies machen entweder Diener
(daher die Sichtbarkeit von Wohlstand) oder die verheirateten Männer.

Die Eloquenz und Schlagfertigkeit der Frauen zeigt sich nicht nur in Diskussionen, sondern auch im
allgemeinen Sprechen. Humor, Witz und Redegewandtheit sind ein Zeichen für besonders weibliche Frauen.
Auch demagogische Rhetorik ist ein Attribut das besonders weibliche Frauen auszeichnet (→ Aggression und
Krieg).
In Gesprächen unter Frauen gelten Männer als Objekte. Frauengespräche können durchaus versaut sein und
Eroberungsgeschichten wie auch sexistische Bemerkungen kommen oft vor.

3. Männlichkeit
Als typisch männlich gilt Impulsivität und Emotionalität. Männer werden in zwei Gruppen eingeteilt: die
brutalen, unkontrollierten und wertlosen und die altruistischen, mitfühlenden und gewissenhaften.

Männer der brutalen Gruppe sind nicht in der Lage die eigenen Emotionen zu steuern und lassen ihnen vor
allem in Form körperlicher Gewalt freien Lauf. Sie sind chaotisch, schwer zu bändigen und für die zivile
Gesellschaft komplett wertlos. Sie werden in Anstalten – sogenannten «Männeroptimierungszentren» –
bewusst gedrillt, ihre körperliche Stärke unter Aufsicht trainiert und ihr persönlicher Willen, ihre Kognition
und ihre Libido kontrolliert tief gehalten (→ Aggressivität & Krieg).

Die Gruppe der Altruisten sind die sozialisierbaren Männer. Ziel jeder Frau ist es möglichst viele solcher
Männer als Söhne – wenn sie schon keine Tochter gebären – zu haben. Sie gelten als die weit besseren
Männer. Nicht zuletzt deswegen, weil die Frauen bis zu einem gewissen Grad von ihnen abhängig sind (was
sie jedoch nicht zugeben). Dementsprechend wird es auch sozial stark gefördert und propagiert, dass es eine
Ehre ist und als besonders hochgeachtet wird, ein solcher Mann zu werden. Diese Männer gelten als selbstlos
und besonders gewissenhaft, anständig, kontrolliert und treu. Durch die zusätzliche angeborene Kinderliebe
sind sie die perfekten Männer für den Haushalt und die Kinderbetreuung zuständig (→ Geburt, Kinderpflege
& Erbe).

Die Morphologie der brutalen Männer ist muskulös und mesomorph. Sie gilt als komplett unattraktiv,
abstossend und unrein. Als ein schöner attraktiver Mann, gelten zierliche, ectomorphe Männer. Übergewicht
wird als Paradoxie zum gewünschten Altruismus und Kinderliebe beurteilt. Ein fetter Mann isst selber, anstatt
die Kinder zu füttern. Die Grösse von Männern ist unwichtig. Kurze Haare gelten (als Konsequenz zu den
Frauen) als männlich und so auch als attraktiv. Bärtige Männer werden mit Ekel betrachtet. Ein Bart stört im
Alltag. Ausserdem wird er als unhygienisch und kratzig empfunden. Eine Frau würde nie mit einem
unrasierten Mann ins Bett gehen.

4. Geburt, Kinderpflege & Erbe


Nur eine Frau hat die Zähigkeit, Willensstärke und Schmerzresistenz ein Kind zu gebären. Wenn auch die
darauffolgende Kinderpflege ganz klar die Arbeit des Mannes ist, so ist doch die Geburt, der heilige Akt der
Lebensgebung, selbstverständlich von Natur und Gott der Frau in den Schoss gelegt. Im Anschluss an die
Geburt wird das Kind jedoch sofort in die Obhut des Mannes gegeben. Nur ein Mann mit seiner emotionalen
und mitfühlenden Art kann verstehen, was einem Kind fehlt und was es braucht. Frauen verbringen nur wenig
ihrer Zeit mit Familie und Kindern. Sie ruft die Arbeit, der Erfolg, die Welt. Sie lieben zwar ihre Männer und
Kinder von ganzem Herzen, jedoch muss eine Frau ihre Familie ernähren. So hat jede einigermassen
erfolgreiche Frau einen sogenannten «Milchbubis». «Milchbubis» sind Fahrradkuriere, welche Frauen bei der
Arbeit die Milch abpumpen und sofort nach Hause transportieren. Die Medizin versucht seit Jahrzehnten
chemisch vergleichbare Muttermilch zu synthetisieren. Jedoch pocht sowohl die Kirche als auch viele
Matriarchinnen darauf, dass nichts der Fruchtbarkeit echter Muttermilch nahe kommt.

Die Urangst jeder Frau ist die, einen fremden Jungen untergejubelt zu bekommen. Es existieren zahlreiche
Fabeln und Märchen über hinterhältige untreue Männer, welche die eigenen Töchter an viel Geld zahlende
Frauen verkaufen und anstelle derer die Söhne einer anderen Frau in die Familie bringen (→ Marginalisierung
und Gegenbewegungen). Männer welche solche Akte verüben, werden verächtlich als «Kuckucksväter»
beschimpft. Frauen welche Opfer solcher Intrigen sind, werden abschätzig und belustigt als «Rotkehlchen»
bezeichnet.
5. Aggressivität & Krieg
Aggression wird in zwei Teile aufgespalten: physische und verbale Aggression. Physische Gewalt ist ganz klar
dem männlichen Geschlecht zugeschrieben. Sie gilt als roh, unrein und unehrenhaft. Keine Frau würde sich
mit ihr die Hände schmutzig machen. Körperliche Gewalt ist die Konsequenz aus unbedachtem Handeln,
Impulsivität und unkontrolliertem Charakter. Verbale Gewalt ist das Produkt wohldurchdachtem rationalem
Abwägen. Sie ist schneidend, exakt und in ihrer Verletzung ausgesprochen gewollt.

Männer sind das nötige Übel, welches für die notwendige rohe körperliche Gewalt des Krieges gebraucht
wird. Sie sind die Soldaten, welche mit ihrer körperlichen Stärke kämpfen. Hierfür werden Männer der
brutalen Gruppe (→ Männlichkeit) benutzt. In den dafür vorgesehenen «Männer-Camps» werden sie zu
rohen, impulsiven und brutalen Kampfmaschinen ausgebildet. Sie besitzen keinen eigenen Willen sondern
horchen widerspruchslos auf ihr Führerin.

Die grosse Kunst, Krieg zu führen und ihn mittels strategischer Überlegungen und taktischer Entscheidungen
zu gewinnen ist eine Fertigkeit, welcher nur Frauen gewachsen sind. Frauen sind die geborenen
Taktikerinnen, da sie sich nicht von emotionalen Rührungen leiten lassen, sondern in der Lage sind im
entscheidenden Moment kühl abzuwägen und rational zum richtigen Mittel zu greifen. Nur Frauen sind
herzlos und berechnend genug, Kriegstaktiken erfolgreich zu ersinnen und durchzuführen. Auch sind sie
rhetorisch in der Lage, ihre Soldaten anzupeitschen und sie zu ihren physischen Höchstleistungen zu bringen.

6. Eheleben, Liebe & Sexualität


Eine Frau sucht sich wohlbedacht den perfekten Mann. Hier spielt anfangs vor allem das physisch-attraktive
eine beträchtliche Rolle. Schlanke Männer mit knackigem Po gelten als besonders sexy. Im Anschluss daran,
holt die Frau Informationen über den Mann ein. Dies vor allem bezüglich seiner Fähigkeit eine Familie zu
verwalten, seiner Treue, seiner Gewissenhaftigkeit und seiner Anständigkeit. Erst jetzt erbittet sich die Frau
bei der Mutter des Mannes die Hand des Sohnes.

Zu Anfang wird hier vor allem die romantische, aus Literatur und Film anerzogene, Seite des Lebens in
Zweisamkeit ausgelebt. Flitterwochen, teure, wohl strukturierte Kuraufenthalte und Wellnessferien (ganz zur
Freude der sehr aufs Organiserte bedachten Männer) und viel leidenschaftlicher Sex sind zu Anfang der
Beziehung für beide Teile wichtig. Schliesslich wird dann gemeinsam entschieden, eine Familie zu gründen.
Sobald dann das Familienleben einsetzt, fokussieren die Frauen ihre Aufmerksamkeit auf die Arbeit und
versuchen – gerade in Frauengruppen offen zugegeben – vor den anstrengenden Kindern, dem Lärm und
dem Stress ins Arbeitsleben zu fliehen. Die Männer brillieren ab hier mit dem Talent den Alltagsstress zu
bewerkstelligen und am Abend für die Frau Zeit zu finden und ihr Kopfmassagen und ein offenes Ohr für den
Arbeitsalltag zu schenken.

Bald wird Sex mehr als Mittel zum Zweck gesehen und findet nur noch zur Zeugung von weiteren
Nachkommen statt. Frauen – aus der Zeit von Volljährigkeit bis Eheschliessung wurden hier schon
dementsprechende Erfahrungen gesammelt – sind meist bald vom heterosexuellen Sex gelangweilt und
fühlen sich mehr zum eigenen Geschlecht hingezogen. Die Männer werden meist bald sexuell als
uninteressant betrachtet und die Frauen suchen sich Befriedigung beim gleichen Geschlecht. Dieses
polyamouröse Verhalten ist zwar kein kriminelles Vergehen, wird jedoch gerade von der Kirche (→Religion)
aufs Schärfste kritisiert.
7. Religion
«Gott schuf die Welt in sieben Tagen. Am ersten Frucht des Baumes der Erkenntnis ass, würde
Tag schuf sie Tag und Nacht, am zweiten den wahr denken können. So pflückte Adam eine
Himmel und die Wolken, am dritten Tag Erde, Frucht und ging– in seiner tiefen Selbstlosigkeit
Wasser und Pflanzen, am vierten Tag die – zu Eva, um ihr davon zu geben. Als Eva davon
Sonne, den Mond und die Sterne, am fünften ass, erfüllte sich ihr Geist von Erkenntnis der
die Fische und Vögel und am sechsten Tag die Wahrheit der ganzen Welt. Als Gott dies sah,
Tiere auf Erden und die Menschen. Am siebten erkannte sie ihren Fehler, nichts von ihrer
Tag ruhte sie. Eva und Adam lebten in Frieden Fähigkeit zu denken und zu urteilen abgegeben
und Seligkeit im Paradies. Gott hatte sie nach zu haben. So schenkte sie Eva ihre Fruchtbarkeit
ihrem Ebenbild erschaffen. Im Gegensatz zu und die Fähigkeit zu denken. Zur Strafe aber,
sich, gab sie ihnen jedoch die Gabe des verbannte sie Eva und Adam aus dem Paradies
Mitfühlens und der Liebe. Sie selbst war kalt in die sterbliche Welt. Dort sollten sie und ihre
und gefühllos. Eva und Adam lebten im Nachkommen auf ewig leben und Eva sollte
Paradies glücklich, aber unfruchtbar und Herrscherin über die diese Welt sein, während
durften hier in alle Ewigkeit in Einklang mit den Adam – als Strafe für seine Verführung und
Tieren leben. Alles gab es in Hülle und Fülle. Nur Leichtgläubigkeit gegenüber dem Frosch – ihr
ein Baum – der Baum der Frucht der Erkenntnis folgen und für ihre Nachkommen sorgen
– war ihnen verboten. Eines Tages kam der sollte.» -
Frosch zu Adam und sagte ihm, dass Gott ihnen
Buch Genesa
etwas vorenthielt: die Klugheit. Nur wer von der

Die Kirche wird von Frauen geführt. Allerhöchstes Gut ist die Fruchtbarkeit. Sie gilt als heilig und
unantastbar. Sie ist von Gott gegeben. Es ist eine Sünde die Fruchtbarkeit nicht zum Zeugen von
Kindern zu nutzen. Die Erbsünde verpflichtet jede Frau- als Dank für das göttliche Geschenk ihrer
Fruchtbarkeit – mindestens ein Kind zu zeugen.

Priesterinnen leben in hermetisch abgeriegelten Enklaven. Ihre Bestimmung und Pflicht ist es – als
Konsequenz der heiligen Schöpfungsgeschichte – jeder einzelnen Eizelle das Leben zu schenken.
Matriarchinnen sind immer Töchter vorheriger Matriarchinnen. Eine Frau, welche als Tochter einer
Matriarchin geboren wird, gilt von Geburt an, als selig. Bis zum Alter von sechs Jahren werden sie von
den klostereigenen Eunuchen aufgezogen. Anschliessend werden sie von den Klosterlehrerinnen in
Religionsbiologie, Theologie und Liturgie geschult. Mit Eintreten der ersten Monatsblutung werden sie
zur Matriarchin und gelten von nun an bis zum Eintreten der Menopause als potentiell heilig. In dieser
Zeit müssen sie jeder Eizelle die Chance auf ein Leben geben. Nach einer Geburt dürfen höchstens drei
Wochen bis zur nächsten Befruchtung vergehen. Ab der Menopause – sofern sie ihre
Fruchtbarkeitsbusse erfüllt und belegt haben – werden sie heiliggesprochen und verbringen ihr
restliches Leben als Lehrerin im Kloster. Ein Mann, welcher als Sohn einer Matriarchin geboren wird,
wird bis zum Alter von zehn Jahren im Kloster stark bewacht aufgezogen. Anschliessend muss er sich
ein neues Kloster suchen, wo er – im Jahr seiner Geschlechtsreife – eine Matriarchin schwängern muss.
Anschliessend wird er kastriert und ist verpflichtet, sein Leben der Pflege der Matriarchatstöchter zu
widmen.
8. Marginalisierung & Gegenbewegungen
Da es durch die Aufteilung der Männer (→Männlichkeit) viel weniger gesellschaftsfähige Männer als
Frauen gibt, kommt es gezwungenermassen zu dem Dilemma, dass nicht alle Frauen einen heirats- und
familienfähigen Mann finden. Trotzdem müssen sie, aus dem gesellschaftlichen Druck heraus, der
Erwartung, eine fruchtbare Mutter zu sein, gerecht werden. So haben sich in der
Menschheitsgeschichte schon mehrmals Revolten gegen die «Mutterpflicht» - wie sie genannt wird –
erhoben. Diese wurden aber alle von Kirche und Regierung blutig niedergeschlagen (Schliesslich ist es
den liniengetreuen, noch nicht verheirateten Frauen nur recht, wenn die rebellische Konkurrenz aus
dem Weg geschafft wird.). Das Problem ist ein grosses Tabu in der Gesellschaft und mit einer der
Hauptgründe für «Kuckucksväter» (→ Geburt, Kinderpflege & Erbe). Des Weiteren etablieren sich auf
dem Schwarzmarkt mehr und mehr Dienstleistungsmärkte, welche sogenannte «Scheinfamilien»
anbieten: meist alleinerziehende Väter (von ihren Frauen meist für eine Frau verlassen), welche sich
in dieser unehrenhaften Branche finanziell über Wasser zu halten versuchen.

Gesellschaftlich eher geduldet, aber nicht weniger belächelt, werden die sogenannten
«Maskulinistinnen». Sie setzen sich ein für die Abschaffung der «Männercamps» (→ Männlichkeit) und
das Recht der Männer ebenfalls Geld verdienen zu dürfen und fähig zu sein, reflektiert und durchdacht
handeln zu können. Gewisse extremistischen Abspaltungen gehen sogar so weit, den Männern ein
Stimmrecht einräumen zu wollen.

Schliesslich hat sich – bisher nicht salonfähig und gesellschaftlich komplett ignoriert – ein Sexmarkt
etabliert. Eine kleine Zahl von Frauen – es scheinen vor allem die besonders erfolgreichen zu sein –
findet sexuellen Genuss im Koitus mit gewalttätigen bärtigen Männern und bezahlt diesen
sogenannten «Dominati» hohe Preise für eine einvernehmliche Nacht im Hotelzimmer in einem der
diskreten Hotels am Rande der Städte.