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Klagebegründung des Klägers Robert W.

Goldberg

in der Sache

Robert W. Goldberg ./. Die Schwenninger BKK – Az.: S 25 KR 104/13

Mit Widerspruchsbescheid vom 25.02.2013 wies die Beklagte den Widerspruch des Klägers gegen die
Höhe der Beitragsnachforderungen, die die Beklagte für die Kranken- und
Pflegeversicherungsbeiträge 2010, 2011 und 2012 erhob, als unbegründet zurück. In Ihrer
Begründung ging die Beklagte auf keine der Einwände des Klägers ein, und zwar, dass die
Ermessungsgrundlage unbillig sei und der allgemeinen kaufmännischen Handhabung und der
geltenden Rechtsprechung widerspräche. Die Beklagte hielt lediglich folgendes fest:

„Da der Gesetzgeber den Spitzenverband Bund im § 240 SGB V legitimiert hat, entsprechende
Regelungen rechtswirksam zu treffen, sind diese zwingend zu beachten.

Aus diesem Grund ist festzustellen, dass die Kundenbetreuerin den Ausgangswert zu Ermittlung der
Beitragshöhe korrekt festgesetzt hat.

Der Bescheid vom 06.11.2012 ist daher nicht zu beanstanden.

Die Ausschussmitglieder empfehlen dem Widerspruchsführer, den Einkommensbescheid für das Jahr
2011 umgehend nach Erstellung durch das Finanzamt vorzulegen.“ (Anlage 1) (Es handelt sich hier
nicht um den Einkommenssteuerbescheid für 2011 sondern um den für 2012. Der Bescheid für 2011
hatte die Beklagte bereits am 08.02.2013 erhalten. Er war Grundlage einer Beitragserhöhung vom
18.02.2013, die der Kläger auch bei der Beklagten beanstandete.) (Anlage 2)

Der Kläger beanstandet, dass Regelungen des GKV-Spitzenverbands, worauf die Beklagte verweist,
nicht zu beachten sind, wenn diese zur Folge haben, dass grundsätzliche Vorgaben des Gesetzgebers
nicht eingehalten werden. In diesem Fall geht es um die vom Gesetzgeber vorgegebenen
Beitragssätze. Wie es unten aus dem Zitat aus Der Ratgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung
des Bundesministeriums für Gesundheit hervorgeht sieht der Gesetzgeber vor, dass die
Jahreseinkünfte bzw. die Beitragsbemessungsgrenzen und die vorgegebenen Beitragssätze der
Beitragsberechnung zugrunde liegen. Beitragsbemessungsgrenzen werden zugrunde gelegt, wenn
die jährlichen Einkünfte die untere Grenze nicht erreichen bzw. die obere Grenze übersteigen.

Der Kläger beanstandet, dass die Beklagte die vom Gesetzgeber vorgesehene Handhabung überwirft
und eine Berechnungsmethode anwendet, die zur Folge hat, dass der Kläger höhere Beiträge zahlt
als vom Gesetzgeber vorgegeben. Darüber hinaus behält sich die Beklagte das Recht vor Minus-
Beträge nachzufordern, sieht aber nicht vor bzw. stellt nicht in Aussicht die Erstattung von
Zahlungen, die die festgesetzten Beitragssätze übersteigen.

Die Beiträge bemessen sich nach einem Prozentsatz der Beitragspflichtigen. Bei Pflichtversicherten
sind dies Arbeitsentgelt, Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, Versorgungsbezüge (z.B.
Betriebsrenten) sowie Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit, das neben einer Rente der
gesetzlichen Rentenversicherung oder Versorgungsbezügen erzielt wird. Freiwillige Mitglieder zahlen
darüber hinaus Beiträge aus sonstigen Einnahmen wie zum Beispiel aus Kapitaleinkünften oder aus
Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. (Anlage 3)

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Der Kläger ist seit 1990 Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen, zunächst bei der DAK, dann bei der
BKK Ost-Hessen, die in Folge einer Fusion und Umbenennung heute als Die Schwenninger
Krankenkasse geführt wird. Der Kläger hat bis heute keine Beitragszahlung verspätet bezahlt,
geschweige versäumt.

Der Kläger ist freiwilliges Mitglied der Schwenninger Krankenkasse. Er hat keinen Anspruch auf
Krankengeld und bezahlt den ermäßigten Beitragssatz für die Krankenversicherung.

Die Beklagte bestreitet nicht die Höhe der vom Gesetzgeber vorgegebenen Beitragssätze, wie
nachfolgend aufgestellt.

(1) 2010 2011 2012 2013


Beitragssatz, Krankenversicherung 14,3% 14,9% 14,9% 14,9%
Beitragssatz, Pflegeversicherung + 2,2% 2,2% 2,2% 2,3%
Beitragssatz, insgesamt = 16,5% 17,1% 17,1% 17,2%

Der Kläger hatte in den betreffenden Jahren folgende Gesamteinkünfte. Diese sind der Beklagte
bekannt und werden von ihr nicht bestritten:

(2) 2010 2011 2012


Gesamteinkünfte, Kläger 27.378,00 26.749,00 11.585,00

In 2010 und 2011 lagen die Einkünfte höher als die jeweilige untere Beitragsbemessungsgrenze; die
erzielten Einkünfte liegen daher der Beitragsberechnung zugrunde. In 2012 erreichten die Einkünfte
nicht die untere Beitragsbemessungsgrenze; diese Grenze liegt daher der Beitragsberechnung
zugrunde. Nachfolgend die unteren Beitragsbemessungsgrenzen für die Jahre 2010 bis 2013.

(3) 2010 2011 2012 2013


Untere Beitragsbemessungsgrenze,
jährlich 22.995,00 22.995,00 23.625,00 24.255,00
Untere Beitragsbemessungsgrenze,
monatlich 1.916,25 1.916,25 1.968,75 2.021,25

Werden (1), (2) und (3) zugrunde gelegt, ergeben sich folgende vom Kläger zu zahlenden
Jahresbeiträge sowie Nachzahlungen, entsprechend den im Laufe des jeweiligen Jahres gezahlten
Beträge:

(4) 2010 2011 2012


Einkünfte bzw. Beitragsbemessungsgrenze 27.378,00 26.749,00 23.625,00
Beitragssatz, insgesamt x 16,5% 17,1% 17,1%
Zu zahlende Jahresbeiträge = 4.517,37 4.574,08 4.039,88
Gezahlte Beträge - 3.511,30 3.920,66 4.039,80
Nachzahlungsbeträge = 1.006,07 653,42 0,08

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Die Beklagte erhob mit Schreiben vom 06.11.2012 eine nicht aufgeschlüsselte Nachforderung über
EUR 1.953,84 für die Jahre 2010, 2011 und den Zeitraum 01.01. – 30.09.2012.

Einer Bitte um Aufschlüsselung der EUR 1.953,84 kam die Beklagte nicht nach.

Für diesen Betrag über EUR 1.953,84, der vom Kläger widersprochen wurde, wurde in Dezember
2012 zwischen dem Kläger und der Beklagten eine Ratenzahlungsvereinbarung abgeschlossen.
Demnach zahlt der Kläger diesen Betrag mit Verzinsung gemäß § 288 I BGB über zehn Monate ab.
Der Kläger hat bis heute alle fälligen Raten termingemäß bezahlt und wird seine weiteren
Verpflichtungen termingemäß erfüllen.

Die von der Beklagten erhobene Beitragsforderung für das jeweilige Jahr geht aus dem o.a. Schreiben
vom 06.11.2012 sowie einem zweiten Schreiben auch mit Datum vom 06.11.2012. (Anlage 4 /
Anlage 5)

Mit dem zweiten Schreiben vom 06.11.2012 wurde, auf der Grundlage des vom Kläger vorgelegten
Vorauszahlungsbescheids für 2012, die Beitragshöhe ab dem 01.10.2012 festgesetzt. (Anlage 6)

(5) 2010 2011 2012


Von der Beklagten geforderte
Jahresbeiträge 4.517,28 4.681,56 4.521,12

Folgende effektive Beitragssätze ergeben sich aus dem Verhältnis dieser Jahresbeiträge zu den
Einkünften bzw. der unteren Beitragsbemessungsgrenze. Siehe bitte (4).

(6) 2010 2011 2012


Von der Beklagten geforderte Beiträge 4.517,28 4.681,56 4.521,12
Einkünfte bzw. Beitragsbemessungsgrenze / 27.378,00 26.749,00 23.625,00
Effektive Beitragssätze gemäß
Nachforderungen = 16,5% 17,5% 19,1%

Für 2010 entspricht der effektive Beitragssatz der gesetzlichen Vorgabe. Für 2011 und 2012 jedoch
übersteigen die effektiven Beitragssätze bei weitem die vom Gesetzgeber vorgegebenen
Beitragssätze:

(7) 2010 2011 2012


Beiträgssätze, effektiv gemäß Beklagte 16,5% 17,5% 19,1%
Beiträgssätze, gesetzliche Vorgabe - 16,5% 17,1% 17,1%
Differenz = 0,0% 0,4% 2,0%

Der Kläger glaubt dargestellt zu haben, dass die Berechnungsmethode der Beklagten zur Folge hat,
dass der Kläger höhere Beträge leistet als vom Gesetzgeber vorgesehen. Diese Berechnungsmethode
betrachtet der Kläger daher als unbillig bzw. sittenwidrig. Dass die Beklagte keine Erstattung von
Beiträgen vorsieht bzw. in Aussicht stellt, widerspricht ebenfalls der üblichen kaufmännischen
Handhabung, Kosten entsprechend abzurechnen. Die Abrechnung von Kosten ist Usus in jedem
Wohn- und Gewerbemietverhältnis und ist eben so üblich in der Abrechnung von Gas-, Strom – und

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Wasserkosten. Diesen Abrechnungen liegt der Verbrauch zugrunde, wie auch die gesetzlich
vorgegebenen Beitragssätze den Beiträgen der Kranken- und Pflegeversicherung zugrunde liegen.

Der Kläger bittet um folgendes Urteil:

1. Die Beklagte wird verurteilt, die Berechnungen für die Jahre 2011 und 2012 entsprechend (4) zu
berichtigen und diese Abrechnung dem Kläger binnen vier Wochen nach Mitteilung des Urteils
vorzulegen.

2. Die Beklagte wird verurteilt, die Beitragserhöhung vom 18.02.2013 entsprechend den Klägers
Einkünfte für 2012 bzw. entsprechend seinen laufenden Einkünften in 2013 binnen vier Wochen
nach Mitteilung des Urteils rückwirkend zum März 2013 anzupassen.

3. Die Beklagte wird verurteilt dem Kläger für seinen Aufwand EUR 1.500,00 zu bezahlen.

Dahin gestellt ist die Aufrichtigkeit der Empfehlung der Beklagten: Die Ausschussmitglieder
empfehlen dem Widerspruchsführer, den Einkommensbescheid für das Jahr 2011 umgehend nach
Erstellung durch das Finanzamt vorzulegen. (Es handelt sich wie o.a. nicht um den Steuerbescheid für
2011 sondern um den für 2012.) Zu bedenken ist, dass die Beklagte die für die Steuererklärung
erforderliche Bescheinigung dem Kläger erst am 26.03.2013 übersandte und erst nachdem diese vom
Kläger mit E-Mails vom 24. und 26.03.2012 angefordert wurde. Der Bitte des Klägers um
Übersendung per E-Mail wollte die Beklagte aus Datenschutzgründen nicht nachkommen. Die
maschinell erstellte Bescheinigung kam unaufgefordert in der ersten April Hälfte. Der Kläger erkennt
in dieser Handlungsweise kein Entgegenkommen der Beklagten oder Bewusstsein dessen öffentlich-
rechtlichen Auftrags.

Usw.

Der Kläger ist bereit von seiner Klage abzusehen, falls die Beklagte Nr. 1 und Nr. 2 zustimmt.

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Stellungnahme des Klägers Robert W. Goldberg zur Klageerwiderung der Beklagten vom 21.06.2013

in der Sache

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Obwohl die Beklagte in ihrer vorgerichtlichen Korrrespondenz mit dem Kläger und in ihrem
Widerspruchsbescheid vom 25.02.2013 nur auf den GKV Spitzenverband als maßgebliche Instanz in
der Feststellung der zu berechnenden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge beruft, weist sie nun
in ihrer Klageerwiderung vom 21.06.2013 auf Gesetze und Rechtsprechung und gibt hiermit zu
verstehen, dass diese eine Berechnung der Beiträge, losgelöst von den tatsächlichen Einkünften des
Klägers bzw. des Beitragszahlers, vorschreibt bzw. als richtig bestätigt.

Aus Sicht des Klägers, verwies die Beklagte bisher weder auf die Gesetzeslage noch auf die
Rechtsprechung weder aus Kalkül noch aus Versäumnis sondern weil sie selbst diese nicht als
maßgelblich hält. Würde sie die Gesetzeslage und die Rechtsprechung als maßgeblich betrachten
hätte sie zweifelsohne darauf hingewiesen, dass die vom Kläger beanstandete Berechnungsweise
sowohl vom Gesetzeswegen vorgeschriegen als auch von der Rechtsprechung bestätigt sei. Dies ist
insbesondere anzunehmen, da der Kläger mit E-Mail vom 05.12.2012 ausdrücklich „um Nachweis“ bat
„sollte die Gesetzeslage oder die Rechtsprechung seine Auffassung nicht stützen.“ Mit ihrer Anwort-E-
Mail auch vom 05.12.2012 wies die Beklagte jedoch weder auf die Gesetzeslage noch auf die
Rechtsprechung sondern lediglich auf die Beitragsverfahrensgrundsätze für Selbstzahler des GKV
Spitzenverbands:

„Als Nachweis erhalten Sie anbei einen Auszug der vom GKV Spitzenverband herausgegebenen
Einheitlichen Grundsätze zur Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder der gesetzlichen
Krankenversicherung und weiterer Mitgliedergruppen sowie zur Zahlung und Fälligkeit der von
Mitgliedern selbst zu entrichtenden Beiträge.“ (Anlage 1)

In ihrem Widerspruchsbescheid berief die Beklagte sich ebenfalls lediglich auf den GKV
Spitzenverband, und zwar als vom Gesetzgeber dazu legitimitiert, bestimmte Regelungen zu treffen, in
diesem Fall die vom Kläger mit seiner Klagebegründung beanstandete Berechnungsweise.

Es ist anzunehmen, dass die Beklagte sich in ihrer Korrespondenz und in ihrem Widerspruchsbescheid
auf die Gesetzeslage und auf die Rechtsprechung hingewiesen hätte, wenn diese maßgeblich wären.
Dies hätte sie sicher getan, wenn nur, um ihre Zeit und die des Klägers nicht unnötigerweise in
Anspruch zu nehmen und um sich nicht unnötigerweise in einem Rechtsstreit mit dem Kläger zu
verwickeln.

Aus Sicht des Klägers finden die Gesetze und Rechtsprechung auf die die Beklagte sich in ihrer
Klageerwiderung verweist in diesem Fall wie unten aufgeführt keine Anwendungen.

Die Beklagte weist in ihrer Klageerwiderung vom 21.06.2013 auf folgendes:

1. § 15 Abs. 1 SGB IV
2. § 240 Abs. 4 Satz 2 SGB V
3. § 240 Abs. 4 Satz 3 SGB V
4. § 240 Abs. 4 Satz 6 SGB V
5. BSG Urteil vom 11.03.2009 – B 12 KR 30/07 R (Anlage 2)
6. BSG Urteil vom 02.09.2009 – B 12 KR 21/08 R
7. Kasseler Kommentar Sozialversicherungsrecht 66. Ergänzungslieferung 2010 § 240 SGB V Rn 51
8. BT-Drucksache 12/3937 S 17
9. §7 Abs. 7 Satz 2-4 der Betragsverfahrensgrundsätze der Selbstzahler
Robert W. Goldberg ./. Die Schwenninger BKK - Az.: S 25 KR 104/13 Seite 1 /3
Stellungnahme des Klägers zur Klageerwiderung der Beklagten vom 21.06.2013
Die Gesetze und Rechtsprechung auf die die Beklagte sich in ihrer Klageerwiderung verweist finden
aus folgenden Gründen keine Anwendungen:

Nr. 1, § 15 Abs 1 SGB IV: Diese Vorgabe wurde und wird nicht vom Kläger bestritten. Sie ist daher im
im Rechtsstreit zwischen dem Kläger und der Beklagten nicht relevant.

Nr. 2, § 240 Abs. 4 Satz 2 SGB V: Diese Vorgabe wurden und wird nicht vom Kläger bestritten. Sie ist
daher im Rechtsstreit zwischen dem Kläger und der Beklagten nicht relevant.

Nr. 3, § 240 Abs. 4 Satz 3 SGB V: Die Vorgabe, dass der GKV Spitzenverband in einem vorgegebenen
Rahmen niedrigere Beträge erheben kann wurde und wird nicht vom Kläger bestritten. Sie ist daher
im Rechtsstreit zwischen dem Kläger und der Beklagten nicht relevant.

Nr. 4; § 240 Abs. 4 Satz 6 SGB V: Die Vorgabe, dass Neufestsetzungen der Beitragshöhe erst zum
Ersten des Monats nach der Vorlage eines Nachweises greift wurde und wird nicht vom Kläger
bestritten. Sie ist daher im Rechtsstreit zwischen dem Kläger und der Beklagten nicht relevant.

Nr. 5, BSG Urteil vom 11.03.2009 – B 12 KR 30/07 R: Die auf den BT-Druck 12/3937 S 17 gestützte
Argumentation des BSGs, dass „Beitragskorrekturen für die Vergangenheit ... nicht vorgenommen
werden (können), weil die Krankenkassen die Einnahmen sonst nicht verläßlich vorausschätzen
können“, verletzt sowohl den Grundsatz des §315 BGB mit dem geregelt wird, dass Bestimmungen,
die von einer Partei festgelegt werden, nach billigem Ermessen zu treffen sind als auch die eigene
Festellung des BSGs in ihrem Urteil 11.03.2009 B 12 KR 21/07 R (Absatz 24), dass Tatsachen
festzustellen sind: „Da die für eine ... Entscheidung des Senats erforderlichen
Tatsachenfeststellungen fehlen, ist der Rechtsstreit an das LSG zur erneuten Verhandlung und
Entscheidung zurückzuverweisen.

Die Argumentation, dass „die Krankenkassen (ihre) Einnahmen sonst nicht verläßlich vorausschätzen
können“ ist nicht begründet und lässt sich nicht begründen, eben weil das Gegenteil zutrifft: In der
Tat können die gesetzlichen Krankenkassen ihre Einnahmen mit ziemlicher Gewißheit berechnen.
Dies ergibt sich aus dem Zugrundelegen des vom Gesetzgeber vorgegebenen Beitragssatzes bezogen
auf die auch zugrundezulegenden Einkünfte der Beitragszahler, die sich in einer bestimmten,
vorgegebenen Spannbreite zwischen einer unteren und einer oberen Betragsbemessungsgrenze
befinden. Hierfür verfügen die Krankenkassen zweifelsohne über das übliche statistische Werkzeug,
um mit ziemlicher Gewissheit bestimmen zu können, wie viele ihrer Beitragszahler wo in dieser
Spannbreite anzusiedeln sind und wie viele ihrer Beitragszahler aus diversen Grunden nicht in die
Lage sein werden ihre Beiträge zu zahlen, usw. Für den Kläger demgegenüber ergibt sich aus der von
ihm beanstandeten Berechnungshandhabung der Beklagten keinerlei Planungssicherheit.

Dieses Urteil lässt sich daher im Streit zwischen dem Kläger und der Beklagten nicht zugrundelegen.

Nr. 6, BSG Urteil vom 02.09.2009 – B 12 KR 21/08 R: Wie für Nr. 4.

Nr. 7, Kasseler Kommentar Sozialversicherungsrecht 66. Ergänzungslieferung 2010 § 240 SGB V Rn


56: Wie für Nr. 5.

Nr. 8, BT-Drucksache 12/3937 S 17: Wie für Nr. 5.

Nr. 9, §7 Abs. 7 Satz 2-4 der Betragsverfahrensgrundsätze der Selbstzahler: Diese Grundsätze des
GKV Spitzenverbands, auf die sich die Beklagte beruft, bilden die Grundlage des Rechsstreits zwischen
dem Kläger und der Beklagten. Ihre Anwendung wird vom Kläger daher zurückgewiesen.

Robert W. Goldberg ./. Die Schwenninger BKK - Az.: S 25 KR 104/13 Seite 2 /3


Stellungnahme des Klägers zur Klageerwiderung der Beklagten vom 21.06.2013
Der Kläger glaubt dargestellt zu haben, dass die Gesetze und die Rechtsprechung auf die die Beklagte
sich in ihrer Klageerwiderung vom 21.06.2013 verweist nicht zu beachten sind. Er bittet das Gericht
daher, seine Klagebegründung bei der Entscheidungsfindung zugrundezulegen und das mit seiner
Klagebegründung erbetene Urteil zu fällen.

Robert W. Goldberg ./. Die Schwenninger BKK - Az.: S 25 KR 104/13 Seite 3 /3


Stellungnahme des Klägers zur Klageerwiderung der Beklagten vom 21.06.2013