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Flugsimulator im Eigenbau

Verfasser: Flavio Strässle

Schule: ISME: Interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene


St. Gallen

Eingereicht bei: Michel Tripet


Eingereicht am: 09.01.2012

Flugsimulator im Eigenbau I
Danksagung

Danksagung
Allen Personen, welche mir mit Informationen oder dem Vermitteln von fachspezifi-
schem Wissen halfen, möchte ich herzlich danken.

Besonders möchte ich mich bei meinem Vater bedanken. Ohne die zur Verfügung
gestellte Werkstatt wäre das Projekt nur sehr schwer zu realisieren gewesen.

Auch Beat Sonderegger danke ich vielmals. Er stellte mir in Heiden seine Unter-
druckkabine für das Spritzen des Cockpits zur Verfügung.

Flugsimulator im Eigenbau I
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Danksagung................................................................................................................ I
Inhaltsverzeichnis ..................................................................................................... II
1 Einleitung ................................................................................................................ 1
1.1 Themenwahl / Problemstellung ...................................................................... 1
1.2 Zielsetzung ..................................................................................................... 1
1.3 Vorgehen ........................................................................................................ 2
1.3 Aufbau ............................................................................................................ 2
2 Simulator-Bau......................................................................................................... 3
2.1 Theoretische Grundlagen .................................................................................. 3
2.2 Gehäuse ............................................................................................................ 5
2.2.1 Anforderungen ............................................................................................. 5
2.2.2 Datensammlung und Planerstellung ............................................................ 6
2.2.3. Gehäusekonstruierung ............................................................................... 9
2.3 Bedienungskomponenten ................................................................................ 12
2.3.1 Geplante Komponenten ............................................................................. 12
2.3.2. Schubhebelumbau .................................................................................... 12
2.3.3. Panelbau .................................................................................................. 14
2.3.4. PC-Anbindung .......................................................................................... 16
2.4. Simulatorfunktionen ........................................................................................ 18
3. Schlussbemerkungen ......................................................................................... 20
3.1. Zusammenfassung der Ergebnisse ................................................................ 20
3.2. Ausblick / Weiterbau Simulator ....................................................................... 21
Literaturverzeichnis ................................................................................................ 22
Abbildungsverzeichnis ........................................................................................... 23
Abkürzungsverzeichnis .......................................................................................... 24
Anhang ..................................................................................................................... 25
Anhang A: Zeitplanung .......................................................................................... 26

Flugsimulator im Eigenbau II
Einleitung

1 Einleitung

1.1 Themenwahl / Problemstellung


Bei der Wahl des Themas für diese Arbeit war mir von Anfang an klar, dass ich ein
Thema wählen wollte, welches mit der Fliegerei zu tun hat. Ich hatte schon immer ein
grosses Interesse an Flugzeugen und war zum Zeitpunkt der Themenwahl daran,
mich zum Privatpiloten auszubilden. Ausserdem ist es mein Ziel, nach dieser Schule
eine Karriere als Berufspilot zu beginnen.

Anfangs zog ich verschiedene Projekte, welche mit der Luftfahrt zu tun hatten, in Be-
tracht. Ein alternatives Thema wäre gewesen, Fluginstrumente zu untersuchen und
zu verstehen. Aufgrund meiner Freizeit-Aktivität in einer Online-Flugstaffel, in der mit
Kampfjets geflogen wird, sowie meinem langjährigen Interesse an Flugsimulatoren,
faszinierte mich das Projekt, ein Cockpit für einen Flugsimulator zu bauen, jedoch
am meisten.

Die Wahl des Flugzeugtyps fiel schnell auf die F/A-18C, da dieser Jet im von mir be-
nutzten Flugsimulator (Software) simuliert wird und ausserdem von der Schweizer
Luftwaffe geflogen wird. Den Typ C wählte ich, weil es das Flugzeug ist, welches in
den meisten Simulatoren zum Einsatz kommt.

1.2 Zielsetzung
Das Ziel des Projektes war es, den Grundstein für einen voll funktionsfähigen F/A-
18C Simulator zu legen. Aufgrund der Komplexität und Grösse eines Cockpits ist es
nicht möglich, im Rahmen einer Maturaarbeit das komplette Cockpit zu erstellen.
Somit beschränkte ich mich nach Absprache mit der betreuenden Lehrperson auf
folgende Punkte:

- Erstellung des Gehäuses für den Flugsimulators

- Erstellung eines funktionstüchtigen Panels zur Befehlseingabe

- Anbindung des Panels mittels spezieller Hardware an den Simulator

Flugsimulator im Eigenbau 1
Einleitung

1.3 Vorgehen
Das Projekt sollte mit der Planungsphase beginnen. Diese diente dazu, Informatio-
nen zu sammeln und alle nötigen Details zu planen, so dass später keine Unge-
reimtheiten entstehen.

Der nächste Schritt sollte die Erstellung des Simulatorgehäuses umfassen. Als Mate-
rial war Holz geplant, da ich mit der Verarbeitung von Holz schon Erfahrung hatte,
und mir eine Werkstatt für diese Art von Arbeiten zu Verfügung stand. Danach sollte
das Panel erstellt und mit dem Flugsimulator verbunden werden.

Als letzte Phase war die Erstellung der Dokumentation geplant, um die Ergebnisse
zusammenzufassen und auszuwerten.

1.3 Aufbau
Der Aufbau der Dokumentation soll den Leser möglichst gut durch das Projekt füh-
ren, so dass keine Unklarheiten entstehen. Im ersten Schritt werden dem Leser die
theoretischen Grundlagen erklärt. Anschliessend wird der Bau des Cockpits Schritt
für Schritt geschildert, so dass der ganze Ablauf nachvollzogen werden kann.

Flugsimulator im Eigenbau 2
Simulator-Bau

2 Simulator-Bau

2.1 Theoretische Grundlagen


Das für den Flugsimulator wichtigste Element ist eine möglichst detaillierte Nachbil-
dung der Arbeitsumgebung des Piloten, also des Cockpits. Das Cockpit gestattet es
dem Piloten, möglichst schnell die nötigen Befehle an das Flugzeug weiterzugeben
und ermöglicht somit eine präzise Steuerung des Flugzeugs.

Für Flugsimulatoren werden mehr oder weniger exakte Nachbildungen dieser Cock-
pits verwendet. Sie enthalten alle im echten Flugzeug vorhandenen Schalter und An-
zeigen und sind im Massstab 1 : 1 nachgebaut. Das Cockpit wird mit entsprechender
Software und Elektronikkomponenten an einen Computer mit einer Flugsimulator-
Software angeschlossen.

Als Ergebnis entsteht eine Trainingsstation, in welcher angehende und ausgebildete


Piloten ohne Stress oder Gefahr Flugmanöver und Navigationsverfahren trainieren
können.

Jedes Flugzeug hat in etwa die gleiche Grundausstattung an Anzeigen und Kontroll-
möglichkeiten. Moderne Kampfjets wie die F/A-18C, welche als Vorlage für den
Cockpitbau diente, haben die Instrumente teilweise nur noch in digitaler Form und
nicht mehr analog wie in Kleinflugzeugen. Daher werden auf der folgenden Seite
kurz die wichtigsten Komponenten eines Cockpits anhand einer Tecnam P2002 er-
klärt.

Flugsimulator im Eigenbau 3
Simulator-Bau

Abbildung 1: Veranschaulichung der drei Achsen anhand einer Tecnam P2002.

1. Joystick: Mit dem Joystick wird die Längsachse mit Hilfe der Querruder (A)
und die Querachse mit Hilfe der Höhenruder (B) kontrolliert.
2. Pedale: Die Pedale steuern das Seitenruder (C), welches für Drehungen um
die Hochachse zuständig ist.
3. Schubregler: Der Schubregler dient der
Leistungseinstellung.
4. Fahrtmesser: Aktuelle Geschwindigkeit
in NM/h.
5. Künstlicher Horizont: Lage zu Erdober-
fläche.
6. Höhenmesser: Höhe des Flugzeugs
7. Wendezeiger: Kurvenanzeige
8. Kurskreisel: Ausrichtung bezüglich
Norden
9. Variometer: Sink- und Steigraten des Abbildung 2: Cockpit der Tecnam P2002.

Flugzeugs

Flugsimulator im Eigenbau 4
Simulator-Bau

2.2 Gehäuse

2.2.1 Anforderungen
Vor der Planung des Simulatorgehäuses war es notwendig, das gewünschte Zielpro-
dukt mit den wichtigsten Eigenschaften zu umschreiben.

Der wichtigste Punkt, welchen es zu beachten gab war, dass die Konstruktion mög-
lichst authentisch und massstabsgetreu werden sollte. Die Panels und Fluginstru-
mente, welche später eingebaut werden sollen, besitzen eine festgelegte Grösse und
würden in einem falsch konstruierten Gehäuse keinen Platz finden.

Weiter galt es zu beachten, dass die Konstruktion stabil genug ist um alle Kräfte,
welche bei der Benutzung entstehen, auffangen zu können. Das sind zum Beispiel
die Bewegungen des Joysticks und des Schubreglers, aber auch das Einsteigen ins
Cockpit, da man die Seitenwände übersteigen muss.

Ausserdem musste auch ein Augenmerk auf die Komplexität der Konstruktion gelegt
werden. Das Cockpit der F/A-18 besitzt ziemlich viele schwierig zu erstellende
Schrägen und verwinkelte Formen, welche möglichst einfach konstruiert werden
mussten, damit diese überhaupt aus Holz hergestellt werden konnten.

Als letzten Punkt galt es zu beachten, dass das Cockpit auseinandernehmbar sein
musste, damit es notfalls transportiert werden kann. Als Vorbild diente das Cockpit
einer F-16 eines anderen Cockpitbauers. Das Cockpit der F/A-18C sollte wie das der
F-16 in 3 Hauptteile zerlegt werden können, damit die Konstruktion transportierbar
ist.

Flugsimulator im Eigenbau 5
Simulator-Bau

2.2.2 Datensammlung und Planerstellung


Das Sammeln der Daten über die F/A-18 war eine der grössten Herausforderungen.
Über andere Flugzeuge, wie zum Beispiel die F-16, gab es viele Informationen und
zum Teil auch Pläne. Über die F/A18 waren jedoch nur sehr wenig Daten im Internet
verfügbar.

Aufgrund dieses Umstandes wäre es sehr hilfreich gewesen, einen Besichtigungs-


termin beim Schweizer Militär zu erhalten. Leider ist es aus Sicherheitsgründen heu-
te nicht mehr möglich, die F/A-18-Simulatoren oder sogar einen echten Jet zu be-
sichtigen.

Eine weitere mögliche Informationsquelle wäre das 3D-Modell der F/A-18 im Flugsi-
mulator X von Microsoft gewesen. Die ersten Pläne erstellte ich mit Hilfe dieser In-
formationen. Leider wurde schnell klar, dass das Modell eine ungenügende Genau-
igkeit besass und somit für die Planung ungeeignet war.

Glücklicherweise gab es im Internet ein paar wenige Berichte über den Eigenbau
eines F/A-18 Simulators. Das Kontaktieren der Personen hinter diesen Projekten
führte schliesslich zu brauchbaren Informationen. Das Internet war somit eine grosse
Hilfe bei der Datenbeschaffung, da es ohne dieses Hilfsmittel niemals möglich gewe-
sen wäre, die wenigen Personen weltweit auszumachen, welche die Gelegenheit
hatten eine F/A-18 zu besichtigen und zu vermessen.

Mit dem Abschluss der Datensammlung ging der Bau des Gehäuses in die Pla-
nungsphase. Diese dauerte, das zeitaufwändige Datensammeln nicht eingerechnet,
von allen Arbeitsschritten am längsten. Viele Entwürfe mussten verworfen und ande-
re Ansätze gesucht werden.

Eine Datenquelle war auch das Handbuch des US-Militärs für die F/A-18. Da die
Version C, welche wie schon in der Einleitung beschrieben als Vorbild für den Flug-
simulator dient, etwas älter ist, sind die Regierungen nicht übermässig streng mit der
Geheimhaltung der Daten.

Flugsimulator im Eigenbau 6
Simulator-Bau

In dem Handbuch befand sich unter anderem eine Abbildung, in der alle Panels der
F/A-18C enthalten sind. Ein Ausschnitt daraus ist in Abbildung 3
(http://publicintelligence.net/u-s-navy-f-18-natops-flight-manuals/; Zugriff: 31.01.2012)
ersichtlich. Diese Abbildung konnte mit den erhaltenen Massangaben richtig vergrös-
sert werden. In der Abbildung 4 sind dies die gelb markierten Bereiche. Da dieser
Teil des Cockpits am wichtigsten ist, damit nachher auch alle Panels hineinpassen,
wurde er als Ausgangspunkt der Planung des 3D-Modells verwendet.

Abbildung 3: Panelplan aus Navy-Handbuch. Abbildung 4: Panels im 3D-Modell.

Nach der richtigen Positionierung dieser wichtigen Teile war sichergestellt, dass die
elektronischen Komponenten später hineinpassen. Zusammen mit den Grundab-
messungen, welche von den anderen Cockpitbauern zur Verfügung gestellt wurden,
konnte mit Gewissheit davon ausgegangen werden, dass das Cockpit eine genügen-
de Funktionalität und Originaltreue aufweisen wird.

Von diesem Ausgangspunkt aus wurde das ganze Cockpit mit allen Teilen komplett
in 3D am PC vorgezeichnet. Diese Vorgehensweise ermöglichte es, Unstimmigkeiten
und Fehler frühzeitig zu erkennen und Material zu sparen. Ausserdem half eine de-
taillierte Stückliste genau die Menge an Holz zu bestellen, welche für die Realisie-
rung des Projektes erforderlich war. Zudem konnten die genauen Abmessungen mit
Längen und Winkel dem Modell entnommen werden.

Flugsimulator im Eigenbau 7
Simulator-Bau

Wie schon beschrieben, sollte das Cockpit in kleinere Bestandteile zerlegbar sein. In
der untenstehenden Abbildung 5 ist das Cockpit in seine Komponenten zerlegt zu
sehen. Die Basis bildet der Mittelteil, auf den später der Sitz und das Instrumenten-
brett montiert werden sollten. Seitlich an dem Mittelteil werden die Seitenkonsolen
befestigt. Schliesslich wird der Hinterteil der Mittelkonsole mit den Instrumenten
durch eine Abdeckung verschlossen. Das letzte Element ist der Bogen, welcher im
echten Cockpit einen Teil der Cockpithaube darstellt. An diesem Bogen sind im Vor-
bild der analoge Kompass und drei Spiegel befestigt.

Abbildung 5: Explosionsansicht des 3D-Modells.

Als letzte Abbildung der Planung ist rechts in


Abbildung 6 das komplette 3D-Modell zu se-
hen. Mit dieser Grundlage konnte die Erstel-
lung des Gehäuses angegangen werden.

Abbildung 6: Komplettes 3D Modell.

Flugsimulator im Eigenbau 8
Simulator-Bau

2.2.3. Gehäusekonstruierung
Nachdem die Planungsphase abgeschlossen war, galt es das Geplante umzusetzen.
Das Holz für das Gehäuse wurde im Laden aufgrund der Holzliste grob zugeschnit-
ten und war somit bereit für die Verarbeitung. Der erste Schritt war es, sämtliche
Platten mit der Bauteilnummer aus dem 3D-Modell zu beschriften. Die Bauteilnum-
mer identifizierte jedes Bauteil eindeutig und war sehr nützlich, um die Übersicht zu
behalten.

Als erstes Teil sollte der Mittelteil konstruiert werden, da er die Basis des Cockpits
ist. Die weiteren Bauteile sollten danach folgen und bei Bedarf an den Mittelteil an-
gepasst werden. Die Vorgehensweise war bei jedem Einzelteil ähnlich. Zuerst wurde
das gewünschte Teil im 3D-Modell isoliert und mit dem virtuellen Massband vermes-
sen, wie es in Abbildung 7 dargestellt ist. Die Schnittlinien wurden anschliessend auf
das Holz übertragen und das Teil auf diversen Maschinen bearbeitet, bis es die rich-
tige Form hatte.

Abbildung 7: Vermessung der Grundplatte. Abbildung 8: Leimvorgang des Mittelteils.

In Abbildung 8 ist der Mittelteil während des Leimens dargestellt. Aufgrund der Be-
schaffenheit des Holzes war dies auch im weiteren Verlauf oft die beste Variante, die
Bauteile zu verbinden. Der gewählte Baustoff namens MDF ist nur beschränkt für
Schrauben geeignet. In jede Kante, auf die später Leim kommen sollte, wurden zu-
erst mit einer Fräsmaschine Schlitze gefräst. In diese Schlitze wurden Holzscheiben
(Lamellos) gesteckt, um die Teile noch fester zu verbinden.

Flugsimulator im Eigenbau 9
Simulator-Bau

Nachdem der mittlere Teil des Cockpits fertiggestellt war, folgten die beiden Seitent-
eile. Da diese spiegelverkehrt, aber ansonsten identisch waren, bot es sich an, die
Teile gleichzeitig zu konstruieren. Diese Vorgehensweise sparte viel Zeit und doppel-
te Arbeitsschritte. Abbildung 9 zeigt das noch unverkleidete Seitenteil mit den stabili-
sierenden Rippen, welche auch als Auflager für die seitlichen Panels dienen. Da die
Rippen ziemlich schmal sind, wurde stärkeres Sperrholz anstelle der sonst verwen-
deten MDF-Platten verwendet. Dies war auch nötig, da man sich beim Ein- und Aus-
steigen auf der oberhalb der Rippen verlaufenden Kante abstützen muss.

Abbildung 9: Offenes Seitenteil mit Rippen. Abbildung 10: Mittelkonsole

Nachdem beide Seitenteile an dem Mittelteil angebracht und mit dünnen Platten ver-
kleidet waren, folgte der Bau der Mittelkonsole. Auf dieser sind im echten Cockpit die
wichtigsten Bedienelemente platziert. In Abbildung 10 ist dieses Teil kurz vor dem
Einbau ins Cockpit zu sehen. Auch für dieses Element wurden teilweise stärkere Ma-
terialien verwendet, da es später, falls Instrumente eingebaut werden, höheren Be-
lastungen ausgesetzt ist.

Das nächste Teil, welches umgesetzt wurde, war der Schleudersitz der F/A-18. Zu-
erst wurden die grösseren Elemente des
Sitzes hergestellt und anschliessend auf
die Körpergrösse eines ca. 1.80 m gros-
sen Menschen angepasst. Die komplizier-
teste Arbeit am Schleudersitz war das Er-
stellen der Struktur auf der Seite, welche
im Vorbild der Verstärkung dient. Abbil-
Abbildung 11: Schleudersitz SJU-17 im Bau. dung 11 zeigt den Sitz während des Baus.

Flugsimulator im Eigenbau 10
Simulator-Bau

Nachdem der Sitz eingepasst war, fehlte nur noch die Abdeckung, welche vorne über
dem Instrumentenbrett positioniert ist. Diese Abdeckung war als Holzkonstruktion in
Kombination mit Metall geplant. Zuerst wurde der Holzrahmen erstellt und danach
das Metallblech darüber gebogen und mit Schrauben fixiert.

Der letzte Schritt der Gehäusekonstruktion war das Spritzen der Teile. Dies wurde in
einer Malerei mit Luftdruckpistolen und Absauganlagen durchgeführt, um ein mög-
lichst gutes Ergebnis zu erzielen. In Abbildung 12 sind die Arbeiten in der Spritzkabi-
ne zu sehen.

Nachdem die gespritzten Teile trocken waren, folgte der Zusammenbau am Zielort.
Somit war die Holzkonstruktion fertiggestellt und bereit um die elektronischen Kom-
ponenten aufzunehmen. In Abbildung 13 ist die fertig zusammengebaute Holzkon-
struktion vor der Bestückung mit den Bedienungskomponenten zu sehen.

Abbildung 12: Spritzen in der Unterdruckkabine. Abbildung 13: Fertige Holzkonstruktion.

Flugsimulator im Eigenbau 11
Simulator-Bau

2.3 Bedienungskomponenten

2.3.1 Geplante Komponenten


Als wichtigen Teil dieser Arbeit galt es, ein funktionstüchtiges Bedienpanel zu erstel-
len und mit der Simulator-Software zu verbinden. Dieses Panel ist der Hauptbestan-
teil der Arbeiten an den Bedienkomponenten.

Zusätzlich zu dem Panel sollte ein Schubhebel, ein Joystick, Pedale und drei Rah-
men zur Ansteuerung der Bildschirme eingebaut werden. Da der Schubhebel in sei-
nem ursprünglichen Gehäuse nicht in das Cockpit passte, war es ausserdem erfor-
derlich, ein neues Gehäuse für die Schubhebeleinheit zu erstellen.

Ebenfalls sollte eine Infrarot-Kamera eingebaut werden, welche die Kopfbewegungen


des Piloten erfasst damit sich der Pilot in der Simulation orientieren kann. Da es sich
um ein fertig gekauftes System handelt, wird nicht näher darauf eingegangen.

2.3.2. Schubhebelumbau
Der Umbau des Schubhebels war eine technische Herausforderung, da dieser im
Cockpit der F/A-18 nur sehr wenig Platz zur Verfügung hat und nicht klar war, ob der
vorhandene Schubhebel nach dem Um- und Einbau noch fehlerfrei funktionieren
würde.

Als Material für den Schubhebel eignete sich Stahl, da er eine stabile Grundlage für
die Schubhebeleinheit bieten würde. Bevor jedoch die Planung der neuen Schubhe-
beleinheit beginnen konnte, musste das
alte Gehäuse geöffnet und die wichtigen
Komponenten isoliert werden. Nur so war
es möglich, die genauen Lochabstände für
die Befestigungsschrauben auszumessen.
Im Schubhebel befanden sich eine grosse
Anzahl von elektronischen Komponenten.
Abbildung 14: Alte Schubhebeleinheit. Bis auf die Hauptplatine (links oben im
Bild) waren sie aber für den späteren Gebrauch nicht nötig, da diese für die Ansteue-
rung der Schalter nötig sind, welche in der neuen Schubhebeleinheit wegfallen soll-
ten.

Flugsimulator im Eigenbau 12
Simulator-Bau

Nachdem alle unnötigen Komponenten entfernt wurden, konnte die Planung des
neuen Gehäuses mit den erhaltenen Abmessungen beginnen. Da die Aussenmasse
des neuen Gehäuses möglichst schmal sein mussten, wurde eine offene und platz-
sparende Form gewählt.

In Abbildung 15 ist zu sehen, wie die isolierte Schubhebeleinheit später in das Ge-
häuse eingepasst werden soll. Aufgrund des detaillierten Modells konnte davon aus-
gegangen werden, dass die Komponenten wie geplant ineinander passen würden.

Abbildung 15: Geplanter Schubhebelumbau. Abbildung 16: Umgebauter Schubhebel.

Die obere Abdeckplatte wurde bei einer lokal ansässigen Schlosserei in Auftrag ge-
geben, da dort die Möglichkeit bestand, die Platte mittels eines Lasers zuzuschnei-
den. Mit diesem Verfahren konnte die nötige Präzision erreicht werden.

Nachdem die Teile angekommen waren, erfolgte der Zusammenbau. Dieser verlief
fast problemlos. Nur das Zusammensetzen der Schubhebeleinheit war mit Proble-
men behaftet, da die Federn, welche diese zusammenhielten, sehr sperrig und
schwierig in Position zu bringen waren. In Abbildung 16 ist der neue Schubhebel kurz
vor dem Einbau ins Cockpit zu sehen.

Nachdem ein Test ausserhalb des Cockpits keine Fehlfunktionen zu Tage brachte,
wurde der Schubhebel eingebaut und getestet. Die Position im Cockpit passte per-
fekt: Die Bedienung war ohne Probleme möglich und alle Schalter funktionierten ta-
dellos.

Flugsimulator im Eigenbau 13
Simulator-Bau

2.3.3. Panelbau
Das Panel, welches nachgebaut wurde, musste folgende Bedingungen erfüllen:

- Möglichst originalgetreue Abmessungen

- Einbau mehrerer funktionstüchtiger Schalter

- Kosten in akzeptablem Rahmen

Im Handbuch der F/A-18C befinden sich, wie schon früher erwähnt, Abbildungen al-
ler Panels im Cockpit der F/A-18C. Somit war das Aussehen der Panels bekannt und
stellte kein grösseres Problem dar. Allerdings war es sehr schwierig Informationen
über die richtigen Abmessungen der Panels zu bekommen. Die Suche danach
brauchte Wochen von Internetrecherchen. Die Quellen der Informationen über die
Abmessungen waren die gleichen, welche auch bei der Konstruktion des Gehäuses
weitergeholfen haben.

Der Kauf der Schalter für das Cockpit er-


folgte über das Internet, weil dies kosten-
günstiger war. Ebenfalls aus Kostengrün-
den sollten die Grundbestandteile des Pa-
nels, die beschrifteten Platten, in Spanien
bei einer spezialisierten Firma hergestellt
werden. Dafür waren allerdings genau
ausgearbeitete digitale Pläne notwendig. Abbildung 17: Explosionsansicht des Panels.

Nachdem die Abbildungen der Panels aus dem Handbuch richtig skaliert waren,
konnten alle nötigen Informationen zur Erstellung der Pläne aus den Abbildungen
entnommen werden. In Abbildung 17 ist das Panel in einer Explosionsansicht zu se-
hen.

Die unterste Platte dient als Montageplatte für die Schalter. Darüber ist eine durch-
sichtige Platte welche nötig ist, um Platz für die Muttern der Schalter zu schaffen.
Ausserdem könnten so nachträglich LED-Lampen in die Metallplatte eingebaut wer-
den, um eine Hintergrundbeleuchtung des Panels zu ermöglichen. Da die oberste
Platte aus einem schwarz gespritzten, aber innen weissen Kunststoff besteht, würde
die Schrift leuchten. Diese wird nämlich durch Weglasern der schwarzen Oberfläche
hergestellt, so dass nur noch das weisse Innere an diesen Stellen zu sehen ist.

Flugsimulator im Eigenbau 14
Simulator-Bau

Als erstes wurden die oberen zwei Panels bei der Firma in Spanien bestellt. So konn-
te sichergestellt werden, dass die Panels rechtzeitig eintreffen. Die Ausführung er-
folgte mittels der mit der Bestellung mitgeschickten digitalen Pläne. Die Firma ver-
wendet ein Laserverfahren, um die Platinen auszuschneiden und zu gravieren. So ist
eine hohe Präzision gewährleistet.

Gleichzeitig erfolgte die Bestellung der Kippschalter. Diese sind fast genau gleicher
Bauart wie die im echten Cockpit verwendeten Schalter. Da die Metallplatte auf die
Durchmesser der Kippschalter angepasst werden muss, mussten sie vor der Erstel-
lung der Metallplatte vermessen werden. Anschliessend wurde die Metallplatte bei
einem lokal ansässigen Unternehmen ebenfalls durch Laserzuschnitt hergestellt.

Nachdem alle Komponenten eingetroffen waren, erfolgte der Zusammenbau des Pa-
nels. Zuerst wurde die Metallplatte und die Schrauben, welche nachher die Kompo-
nenten zusammenhalten, schwarz lackiert. Anschliessend wurden die Kippschalter
und der Drehschalter auf der Metallplatte befestigt.

Als nächstes folgte die Befestigung der zwei Kunststoffplatten und anschliessend
wurde im Holz des Cockpits die nötige Aussparung ausgefräst und das Panel mon-
tiert. Somit war alles bereit für die elektronische Anbindung der Schalter an den
Flugsimulator. In Abbildung 18 ist das Panel fertig eingebaut.

Abbildung 18: Eingebautes Panel. Abbildung 19: Eingebaute Bedienkomponenten.

Mit diesem Schritt wurden ebenfalls die restlichen Bedienkomponenten eingebaut,


also der Joystick, die Pedale und die drei Rahmen zur Ansteuerung der Bildschirme.
In Abbildung 19 sind diese Bedienkomponenten nach dem Einbau dargestellt.

Flugsimulator im Eigenbau 15
Simulator-Bau

2.3.4. PC-Anbindung
Als letzter Teil des Projektes musste die Ansteuerung des Simulators durch die Be-
dienkomponenten realisiert werden. Die gekauften Bedienelemente, wie z.B. der
Joystick, konnten ohne grosse Mühe über USB angeschlossen werden. Die an-
schliessende Programmierung erfolgte über die mitgelieferte Software des Herstel-
lers. So funktionierten alle Bedienelemente dieser Kategorie schon wie im echten
Cockpit.

Das selbstgebaute Panel musst jedoch erst verkabelt werden und mittels spezieller
Steuerungskarten (Abbildung 19) an den PC angeschlossen werden. Die Karten sind
speziell für den Cockpitbau konzipiert worden und bestehen aus mehreren Elemen-
ten. Die Hauptplatine (siehe 1, Abbildung 19) wird per USB an den PC mit dem Flug-
simulator angeschlossen. Diese Platine kann dann sowohl Signale vom Cockpit emp-
fangen als auch senden. Das heisst, wenn ein Licht im Cockpit in bestimmten Situa-
tionen leuchten muss, kann dies ebenfalls über diese Steuerungskarte gelöst wer-
den.

Für das selbsterstellte Panel muss die Karte jedoch nur Signale empfangen und an
den Simulator weitergeben. Die Idee ist, dass wenn der Stromkreis mit Hilfe der
Schalter geschlossen oder unterbrochen wird, verschiedene Steuersignale Aktionen
im simulierten Flugzeug auslösen.

Um die Schalter anzuschliessen ist eine zweite Steuerungskarte (siehe 2, Abbildung


19) nötig, welche an die erste angeschlossen wird. Je nach Typ können diese Karten
bis zu 40 Schalter bewältigen. Von diesen untergeordneten Karten können an die
Hauptkarte bis zu 8 Stück pro Anschluss angeschlossen werden. Da die Hauptkarte
über 8 Anschlüsse verfügt ist ein Maxi-
mum von 64 untergeordneten Karten mög-
lich. In Abbildung 20 ist der Anschlussplan
eines Zwei-Wege-Schalters dargestellt.
Wenn der Stromkreis geschlossen ist, wird
das ON Signal gesendet, ansonsten das
OFF Signal. So ist die Position des Schal-
ters immer eindeutig.

Abbildung 20: Anschluss eines Kippschalters.

Flugsimulator im Eigenbau 16
Simulator-Bau

Nach dem oben gezeigten Schema wurde jeder Schalter an die untergeordnete Pla-
tine angeschlossen. Das Prinzip ist für die Drei-Wege-Schalter und den Drehregler
dasselbe. Sie besitzen nur mehr Schaltmöglichkeiten und müssen somit mit mehr
Kabeln angeschlossen werden.

Nachdem alle Kabel angeschlossen waren, wurden die Durchgangstests durchge-


führt. Dabei wird überprüft, ob in den richtigen Schaltpositionen der Stromkreis ge-
schlossen ist. So kann das Programmieren mit dem Wissen durchgeführt werden,
dass allfällige Probleme eher nicht von der Hardware ausgehen.

Nach diesen Tests wurden die Steue-


rungskarten, der PC und die Panels mitei-
nander verbunden. In Abbildung 21 ist die
untergeordnete Steuerungskarte mit der
Unterseite des Panels zu sehen.

Die anschliessende Programmierung der


Schalter erfolgte über eine spezielle Soft-
Abbildung 21: Angeschlossenes Panel.
ware, welche mit den Steuerungskarten
mitgeliefert wird. Damit die Software die untergeordneten Karten erkennt, muss auf
der Karte die richtige Adressierung eingestellt werden. Somit erkennt die Hauptkarte,
wenn man mehrere Karten an einen Anschluss anschliesst, von welcher Karte das
Signal kommt.

In der Software muss danach bei jedem Signal angegeben werden, zu welchem
Schalter es gehört. Anschliessend kann für jede Schalterstellung ein bestimmter Be-
fehl programmiert werden. Zum Beispiel wird durch das Betätigen eines Schalters
der Tastaturbefehl „Ctrl+Alt+P“ ausgelöst. Dieser entspricht dann in der Flugsimula-
tor-Software dem Einschalten der Landelichter.

Damit diese Befehle richtig im Flugsimulator ausgeführt werden, musste zuerst für
jede Schalterposition im Flugsimulator ein Befehl hinterlegt werden, der nachher der
Schaltstellung des echten Panels mit Hilfe der anderen Software wie oben beschrie-
ben zugewiesen wird. Mit diesem letzten Schritt ist das Panel voll einsatzbereit.

Flugsimulator im Eigenbau 17
Simulator-Bau

2.4. Simulatorfunktionen
Der nun fürs erste fertige Simulator bietet schon eine Vielzahl an Nutzungsmöglich-
keiten. Mit den Bedienkomponenten, über welche er jetzt verfügt, können alle wichti-
gen Eingaben getätigt werden. Da erst ein Panel realisiert ist, werden die fehlenden
Panels im Moment noch durch Maus und Tastatur ersetzt.

In Abbildung 22 ist die Sicht des Piloten


zu sehen. Mit der linken Hand wird der
Schub über den Schubhebel präzise
gesteuert. Da die F/A-18 über zwei
Triebwerke verfügt, lässt sich der ver-
bundene Schubhebel in zwei getrennte
aufteilen, um jedes Triebwerk separat
anzusteuern. Ausserdem befinden sich
auf dem Schubhebel weitere Knöpfe
und Schalter, welche zum Beispiel die
Bremsklappen ein- und ausfahren oder
für die Bedienung des Funkgerätes zu-
ständig sind. Abbildung 22: Sicht des Piloten.

Mit der rechten Hand werden die Quer- und Längsachse kontrolliert. Durch die stabi-
le Montage auf dem Cockpitboden ist eine präzise Kontrolle des Flugzeugs möglich.
Mit Hilfe des Joysticks werden auch die Ziele aufgeschaltet und die Waffensysteme
ausgelöst. Ausserdem erfolgt die Trimmung über den Joystick. So kann das Flug-
zeug wieder gerade ausgerichtet werden, wenn es ohne Steuereingaben nicht gera-
deaus fliegt.

Als letzte Möglichkeit für die Eingabe von Steuersignalen verfügt der Pilot über zwei
Pedale, welche das Seitenruder ansteuern. Am Boden lenken die Pedale bei einge-
schalteter Bugradsteuerung auch das Bugrad. Ausserdem werden wie im Vorbild mit
den Fussspitzen die Radbremsen betätigt, um das Flugzeug nach der Landung zu
bremsen.

Flugsimulator im Eigenbau 18
Simulator-Bau

Zur Ansteuerung der drei Bildschirme im Cockpit sind die drei Rahmen mit den
Druckknöpfen vorgesehen. Sie funktionieren ähnlich wie die Tasten bei einem Bank-
automaten. Über diese Tasten wird der Computer, welcher im Flugzeug für die ver-
schiedensten Dinge wie Navigation, Waffensysteme und weiteres zuständig ist, be-
dient.

Die Nutzungsmöglichkeiten des Simulators sind vielfältig. Mit der realitätsgetreuen


Sitzposition und den Bedienkomponenten kann jedes Flugzeug gesteuert werden.
Allerdings ist die Bedienung natürlich für die F/A-18C optimiert. Am besten kann die
F/A-18 auf Onlineflügen simuliert werden, da dort auch andere Piloten anzutreffen
sind und so zum Beispiel Navigationsverfahren zusammen geübt werden können. Mit
wachsender Erfahrung sind komplette Flüge möglich, welche in etwa wie folgt ablau-
fen:

Zuerst wird eine Mission mit Aufgaben kreiert und danach das virtuelle Flugzeug rich-
tig ausgestattet. Anschliessend wird das Flugzeug gestartet. Dieser Vorgang dauert
ca. 10-20 Minuten, da verschiedene Systeme hochgefahren und Checks ausgeführt
werden müssen. Nachdem dies erledigt
ist, folgt die Freigabe zum Rollen durch die
simulierte Flugplatzkontrolle mit anschlies-
sender Startfreigabe und Start. Danach
wird das Flugzeug mit Hilfe der Instrumen-
te über eine bestimmte Abflugroute geflo-
gen und es folgt der Flug über Wegpunkte
zum Ziel. Dort wird versucht, das Ziel der
Abbildung 23: F/A-18C kurz vor dem Start.
Mission zu erreichen und anschliessend
folgt der Rückflug. Bei längeren Flugzeiten über einer Stunde muss eventuell wäh-
rend des Rückflugs noch eine Luftbetankung bei einem Tankflugzeug durchgeführt
werden. Beim Zielflughafen wird die Landeerlaubnis eingeholt und die Piste wird
wieder über eine bestimmte Route angeflogen. Nach der Landung erfolgt das Rollen
zurück aufs Vorfeld und anschliessend wird das Flugzeug ausgeschaltet. Je nach
Länge des Anflugwegs zum Ziel kann ein Flug mehrere Stunden dauern. Viele der
Dinge, welche dabei geübt werden, können auch auf die zivile reale Fliegerei über-
tragen und dort angewendet werden, da zum Beispiel die Navigation mit jedem Flug-
zeug ähnlich bewerkstelligt wird.

Flugsimulator im Eigenbau 19
Schlussbemerkungen

3. Schlussbemerkungen

3.1. Zusammenfassung der Ergebnisse


Nach Abschluss dieser Arbeit bin ich um einige Erfahrungen reicher. Das Projekt war
ein hoch gestecktes Ziel und forderte viel Einsatz, um es rechtzeitig fertigzustellen.
Anfangs war sehr viel theoretische Arbeit nötig und zum Teil war es schwierig, einen
Fortschritt zu erzielen, da aufgrund der anfangs schlechten Informationen über die
Abmessungen des Cockpits immer wieder Dinge nicht zusammenpassten. Allerdings
konnte ich meine Kenntnisse über die Planung mittels Computern nochmals stark
ausweiten und nachdem die Planung abgeschlossen war, führten die ersten Arbeiten
am Projekt schnell zu guten Resultaten.

Auch der Bau des Gehäuses war sehr interessant, da ich vieles über die Konstrukti-
on mit Holz erlernen konnte. Die zum Teil ziemlich komplizierten Teile erforderten ein
hohes Mass an Geschick und ohne die detaillierten Pläne wäre es nur schwer mög-
lich gewesen, diese korrekt zu erstellen.

Mit der Erstellung des Panels folgte eine weitere interessante Arbeit. Da meine
Kenntnisse im elektronischen Bereich sich vor dem Projekt auf das Theoretische be-
grenzten, war diese Arbeit eine besondere Herausforderung. Da ich jedoch schon
immer Interesse daran hatte, wie Computer die Signale eines Schalters verarbeiten,
konnte ich mir mit diesem Teil der Arbeit das Wissen über das Thema selbst aneig-
nen.

Schlussendlich war die Arbeit ein voller Erfolg, aber auch nicht ohne zum Teil
schwierige Abschnitte, welche schlussendlich alle bewältigt werden konnten. Die Er-
fahrungen, welche ich durch das Projekt gewonnen habe, möchte ich jedenfalls nicht
missen und das fertige Cockpit wird mich immer wieder an dieses Projekt erinnern.

Flugsimulator im Eigenbau 20
Schlussbemerkungen

3.2. Ausblick / Weiterbau Simulator


Da ich mit dem Projekt nur ein Panel der F/A-18C erstellt habe, gibt es noch viel, was
zu tun wäre. Links und rechts des Pilotensitzes und auch vorne auf dem Instrumen-
tenbrett sind im echten Cockpit solche Panels angebracht. Das Ziel ist es, mit der
Zeit immer neue Panels einzubauen. So soll das Cockpit mit der Zeit dem Original
immer näher kommen, bis eines Tages alle Schalter und Anzeigen funktionieren.
Somit wäre zum Beispiel der Kaltstart einer F/A-18C komplett mit denen im Cockpit
vorhandenen Schaltern durchführbar. Ausserdem könnten mit den in Zukunft funktio-
nierenden Instrumenten Instrumentenflüge inklusive Landungen mit sehr hoher Rea-
litätstreue durchgeführt werden.

Mit dem Erstellen der restlichen Panels ist ausserdem die Verwirklichung der Hinter-
grundbeleuchtung geplant. Das schon erstellte Panel ist wie im Abschnitt Panelbau
beschrieben, schon dafür vorbereitet und würde als erstes Testobjekt dienen. Mit der
Hintergrundbeleuchtung würde sich die Realitätstreue noch verbessern und Nacht-
flüge wären ohne externe Beleuchtung des Cockpits möglich.

Wie aus der obigen Beschreibung hervorgeht, ist diese Arbeit der Grundstein für ein
voll ausgebautes F/A-18C Cockpit. Die weiteren Arbeiten daran werden sicher span-
nend bleiben, da sich mit zukünftigen Soft- und Hardwareentwicklungen neue Mög-
lichkeiten auftun werden.

Abbildung 24: Virtuelles Cockpit im Simulator.

Flugsimulator im Eigenbau 21
Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis
Public intelligence. NATOPS FLIGHT MANUAL NAVY MODEL F/A-18A/B/C/D
161353 AND UP AIRCRAFT. Zugriff am 31. Jan. 2012 unter
http://publicintelligence.net/u-s-navy-f-18-natops-flight-manuals/

Logan, Steve. (2012). Planungsskizze F/A-18


England, Norwich: Hobby-Projekt

Patterson, Steve. (2012). Planungsskizzen F/A-18


USA, Phoenix: Professioneller Cockpitbau

Flugsimulator im Eigenbau 22
Abbildungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 0: Titelbild
Abbildung 1: Veranschaulichung der drei Achsen anhand einer Tecnam P2002. ....... 4
Abbildung 2: Cockpit der Tecnam P2002. ................................................................... 4
Abbildung 3: Panelplan aus Navy-Handbuch. ............................................................. 7
Abbildung 4: Panels im 3D-Modell. ............................................................................. 7
Abbildung 5: Explosionsansicht des 3D-Modells. ........................................................ 8
Abbildung 6: Komplettes 3D Modell. ........................................................................... 8
Abbildung 7: Vermessung der Grundplatte. ................................................................ 9
Abbildung 8: Leimvorgang des Mittelteils. ................................................................... 9
Abbildung 9: Offenes Seitenteil mit Rippen. .............................................................. 10
Abbildung 10: Mittelkonsole ...................................................................................... 10
Abbildung 11: Schleudersitz SJU-17 im Bau. ............................................................ 10
Abbildung 12: Spritzen in der Unterdruckkabine. ...................................................... 11
Abbildung 13: Fertige Holzkonstruktion. .................................................................... 11
Abbildung 14: Alte Schubhebeleinheit....................................................................... 12
Abbildung 15: Geplanter Schubhebelumbau. ............................................................ 13
Abbildung 16: Umgebauter Schubhebel. ................................................................... 13
Abbildung 17: Explosionsansicht des Panels. ........................................................... 14
Abbildung 18: Eingebautes Panel. ............................................................................ 15
Abbildung 19: Eingebaute Bedienkomponenten. ...................................................... 15
Abbildung 20: Anschluss eines Kippschalters. .......................................................... 16
Abbildung 21: Angeschlossenes Panel. .................................................................... 17
Abbildung 22: Sicht des Piloten................................................................................. 18
Abbildung 23: F/A-18C kurz vor dem Start. ............................................................... 19
Abbildung 24: Virtuelles Cockpit im Simulator. .......................................................... 21

Flugsimulator im Eigenbau 23
Abkürzungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis
- LED: Lichtemittierende Diode: Bestandteil moderner Lampen
- F/A-18C: F/A steht für „fighter/attacker“ was so viel wie Jäger/Boden-
Angriff auf Deutsch bedeutet. Die 18 und das C stehen für einen
Typ.
- SJU-17: Bezeichnet den Schleudersitz der F/A-18C
- NM: Nautische Meilen
- MDF: Mitteldichte Faserplatte

Flugsimulator im Eigenbau 24
Anhang

Anhang

• ANHANG A: Zeitplanung

Flugsimulator im Eigenbau 25
Anhang A

Anhang A: Zeitplanung

April bis Juli 2012 Materialbeschaffung und Planung


- Beschaffung der nötigen Daten
- Erstellung eines digitalen Planes

Juli bis August 2012 Konstruktion Cockpit


- Bestellung der Holzplatten
- Konstruktion des Cockpits
- Spritzen des Cockpits

August bis September 2012 Feinheiten optimieren, Anschluss an PC


- Panel fertigstellen
- Mit PC verknüpfen und programmieren

September bis 09.01.2012 Dokumentation erstellen


- Grobfassung der Arbeit
- Korrektur und Layout-Anpassung
- Druck und Abgabe

Flugsimulator im Eigenbau 26
Erklärung

Der Unterzeichnende bestätigt mit seiner Unterschrift, dass die Arbeit selbständig
verfasst und in schriftliche Form gebracht worden ist, dass sich die Mitwirkung ande-
rer Personen auf Beratung und Korrekturlesen beschränkt hat und dass alle verwen-
deten Unterlagen und Gewährspersonen aufgeführt sind.

Datum: Unterschrift: