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Exklusi

v
Ganzheitliche Medizin

Zuerst heile
den Geist
Der Weg aus der
Krankheit zur Heilung (2)
Von Dr. phil. HP Rosina Sonnenschmidt, Offenburg.

In der Heilkunst werden Krankheiten nicht als


Fehler im System, sondern als Lösungsversuche des
Organismus angesehen. Entsprechend verändert sich
die Arbeit der Therapeuten dahingehend, durch
Kreativität die Selbstheilungskräfte der Patienten
zu erwecken. Die Heilpraktikerin Rosina Sonnenschmidt
zeigt, wie einfach Lösungen sein können.

D er große englische Heiler,


Tom Johanson, den wir in sei-
ner Praxis in London erleben
durften, sagte zu einer todkranken Pati-
entin im Rollstuhl: „Wenn Sie Ihr Denken
Wenn wir so weiter machen, wird sie bald
gerade sitzen.“

Veränderung im Denken
Der begnadete Geistheiler, der die Gabe
ändern und ein positiver Mensch werden, hatte, Knochen weich zu machen und sie
heilen Sie Ihren Geist. Das ist eine gute zu formen, forderte immer von seinen Pa-
Ausgangsposition, um heil zu werden.“ tienten aktive Mitarbeit. Seriöse Geisthei-
Die Patientin war total in sich verdreht lertätigkeit war und ist immer darauf ausge-
und verkrümmt und hatte ihr Leben lang richtet, den Patienten über den Heilungsakt
nur auf ihre Knie schauen können, so ver- hinaus zur Veränderung im Denken und
bogen war die Wirbelsäule. Handeln anzuregen. Mitgefühl ist wichtig,
Sie nahm die Herausforderung an, ver- aber kein Mitleid(en). Begleiten, Ermun-
suchte in ihrem mühseligen Leben einen tern, Motivieren: Ja. Aber kein Helfersyn-
Sinn zu finden. In dem Maße, wie sie ihr drom, kein Versorgungswahn überschattete
Denken über sich und die Welt änderte, Tom Johansons Heilertätigkeit, auch nicht
entrollte sich ihr Rücken, und eines Ta- die anderer Heiler, bei denen wir lernen
ges saß sie soweit aufrecht, dass sie die durften. Durch sie lernte ich diese hohe Ar-
Welt um sich sehen konnte. Es war für beitsethik kennen und schätzen. Daher ist
uns eine Gnade, diesen Augenblick zu er- es mein Credo, den Patienten an seine Mün-
leben, als Tom heilerisch an der Wirbel- digkeit zu erinnern und meine ganze Kreati-
säule wirkte und die junge Frau plötzlich vität einzusetzen, um ihn zur Tat anzuregen.
aufgerichtet war. Tom strahlte uns an und Wie im Artikel „Krankheit als Irrweg des
sagte: „Das ist ein schöner Erfolg nach Geistes“ (raum&zeit Nr. 136) beschrie-
sieben Monaten harter Arbeit, vor allem ben, ist es überhaupt kein Makel und Pro-
für die Patientin. Sie hat wirklich hart an blem, Fehler zu begehen, im Leben in ei-
sich gearbeitet und ihren Fokus geändert. ne Sackgasse zu geraten, einen falschen

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Ganzheitliche Medizin
zur Versorgung mit Pillen, Spritzen und den Patienten mit Impulsen versorgen, oh-
Globuli suchen. Bei den Homöopathen ne mit allen Sinnen hineingefühlt, geschaut,
besteht die Hoffnung, das Simile, das rich- gehört zu haben, ob der Patient zur Wand-
Ast am Lebensbaum gewählt zu haben tige Mittel werde es schon richten, dass lung bereit war und welche deutlichen Zei-
oder in einem Konflikt zu stecken. Das der Patient alle Erkenntnisschritte allein chen es dafür gab. Irgendwie schwebt über
gehört zu unserem Menschsein. Auch vollzieht. Es gibt ja auch tatsächlich diese viele Praxen das Credo: Der Herr wird’s
die daraus vielleicht erwachsene Krank- Wunder, nur stellt sich mir die Frage: Was schon richten. Der Herr aber stöhnt vom
heit ist nicht wirklich ein Problem, son- tun, wenn das Mittel stimmt, aber der Pati- Himmel runter und versucht, uns Thera-
dern bereits ein Lösungsversuch. Einzig ent einfach nicht gedeiht, alles nur zäh vor- peuten dauernd in Richtung Heilkunst zu
die mangelnde Bereitschaft, etwas im Le- an geht und Homöopath wie Patient sich rücken anstatt dem Helfersyndrom zu er-
ben zu ändern, umzukehren, nach vorne durch jahrelange Behandlungen hindurch liegen. Ich wage gar nicht hinzuhören, was
in die Freiheit zu gehen, Altes loszulas- schleppen? Normalerweise ist das die „un- Hahnemann von der anderen Seite zu un-
sen, ist der selbstzerstörerische Akt und endliche Geschichte“, indem der Patient serem Versorgungswahn sagt, der auch die
führt in eine immer tiefer verwurzelnde zum Therapeutensammler wird und die moderne Homöopathie befallen hat.
Krankheit, die schließlich das entspre- Materia medica durchstreift, ohne wirklich Scherz beiseite!
chende Miasma weckt. Heilung kann nur heil zu werden. Solche Patienten besuchen
stattfinden, wenn Veränderung sein darf. mich so oft in der Praxis, dass mir die Ähn- Unterschätzte Willenskraft
Wir sehen das deutlich an den Kindern. lichkeit der „Fälle“ ins Auge springt. Hier Erwartungsgemäß fällt es jedem Patien-
Wenn sie nicht durch ständiges Impfen in- setze ich zwei bereits hochgradig bewähr- ten in Gestalt des „Therapeutensammlers“
fantilisiert werden, sondern eine Krank- te Lösungsangebote an: schwer, diese Übung des Dankens zu voll-
heit durchstehen dürfen, machen sie Ent- 1. Der Patient bekommt vor dem verein- ziehen. Er sieht zunächst nicht ein, warum
wicklungssprünge. Sie sind nicht mehr die barten Termin die Aufgabe, aufzuschreiben: er jemandem danken soll, der bei ihm kei-
gleichen wie vor den Windpocken oder 100 Gründe, um heil und ganz zu werden. ne Heilung bewirkt hat. In dieser Phase
Masern (siehe auch „Kinderkrankheiten Es ist ganz unglaublich, was dadurch pas- erkennt der Patient noch nicht, dass er an
– Selbstheilungsversuche des Körpers“ in siert! Allein darüber könnte ich ein eige- einem Heilungsprozess auf allen Seinsebe-
dieser Ausgabe). Es gibt keine lineare, ad- nes Buch schreiben, so fabelhaft sind die nen beteiligt ist, ja, die Hauptperson auf der
ditive Entwicklung, sondern nur fortwäh- Reaktionen. Erst in dem Prozess, zunächst Bühne des Lebens ist. Lässt er sich aber auf
rende Wandlung in spiralförmigen Bewe- allerlei Wünsche aufzuschreiben, dann, tie- diese Übung ein, geschieht etwas unglaub-
gungen nach vorne und nach oben. fer dringend, einige Gründe zu entdecken, lich Schönes. Die Erwartungshaltung „Du
Um eine Krankheit zu verstehen, müssen dann noch tiefere Schichten erreichend, musst es wissen, du musst mir die Sympto-
wir alle Zeitebenen bedenken: die Ver- entscheidende Fragen an das eigene Le- me wegmachen, du bist der Therapeut“ wan-
gangenheit, um zum Beispiel die miasma- ben zu stellen und sich selbst Rechenschaft delt sich in Willenskraft, selbst etwas „in die
tische Belastung der Familie zu verste- abzulegen, wozu es eigentlich Sinn macht, Hand“ zu nehmen. Ich habe etliche Fälle er-
hen, aus der der Patient stammt und seine einen Heilungsprozess einzugehen. Immer lebt, dass Patienten den mit mir vereinbar-
„Erbstücke“ (Diathese) mitbringt. Die gelangen Patienten zu einer Erkenntnis, ten Termin absagten mit der Begründung:
Gegenwart klärt darüber auf, was jetzt ist. nämlich, dass sie die volle Verantwortung „Ich habe den tieferen Sinn der Übung begrif-
Was ist wichtig? Welche Symptome ner- für ihr Kranksein und Heilwerden tragen fen. Danke. Es geht mir jetzt so gut, dass ich
ven, mit welchen kann man leben? Wel- und dass sie etwas tun müssen. Wunder- erst mal keine Therapie brauche.“
ches „Bild“ ergeben sie? In der Zukunft bar, was diese einfache Übung an Selbst- Ich gebe zu, dass dies kein finanzieller
liegt die Heilung. Es gilt, Schritte nach heilungskräften bewirkt! „Hit“ der Praxisführung zu sein scheint.
vorne zu tun, um in die Veränderung und 2. Hat der Patient bereits viele Therapeu- Aber, wie bei allen Kollegen, die so arbei-
Wandlung zu gelangen. Jeder Patient be- ten besucht und sagt, nichts ha- ten, „brummt“ die Praxis, weil
stätigt nach seinem Heilungsprozess, ein be geholfen, bekommt er von das Energiefeld frei vom Schat-
anderer geworden zu sein, selbst wenn er mir die zweite Aufgabe, näm- ten der Bequemlichkeit, Fanta-
in der selben Familie, im selben Beruf, am lich jeden Tag einem seiner sielosigkeit und des Helfersyn-
selben Wohnort geblieben ist. Therapeuten zu danken für das, droms ist.
was er oder sie getan hat. Dar- Oder solche Patienten kommen
Arbeit der Therapeuten aufhin kommt sofort das große mit einer völlig anderen Einstel-
So klar das sein mag, so sehr neigen wir Aber: „Aber der Schulmediziner lung zum Termin und sind ein
Therapeuten dazu, mangelnde Kreativi- hat mich doch zur Chemo-The- Ausbund an Kooperation.
tät mit Geschäftigkeit und Faktenwissen rapie gedrängt, der Heilprakti- Diese Übung habe ich auch zu
zu kompensieren. Intellektuelles Wissen ker hat mit seiner Akupunktur meinem Wohl ersonnen, denn
hat seinen Platz, um eine Anamnese und nichts bewirkt, die Homöopa- ich habe keine Zeit und Lust,
Diagnose zu formulieren, doch das Ver- thin hat mir -zig Mittel gegeben die Nr. 34 in der Liste der ab-
ständnis für das Wesen einer Krankheit ohne Erfolg usw. usw.“ Das interessiert geklapperten Therapeuten zu sein. Der
und wie man den Patienten dazu anhält, und beeindruckt mich nicht. Ohne Dank Patient der „unendlichen Geschichte“
seinen Konflikt zu lösen, fehlt oft. Immer kann kein Heilungsimpuls eindringen. sagt ja schon am Telefon: „Ich gehe davon
wieder höre ich von Therapeuten, dass sie Nehme ich dann Kontakt mit den jeweili- aus, dass Sie das Wundermittel kennen.“
sich eine lösungsorientierte Arbeit schwie- gen Kollegen und Kolleginnen auf, erfah- Ja, ich habe tatsächlich das absolute Wun-
rig vorstellen und deshalb lieber Zuflucht re ich ebenfalls immer das gleiche Muster: dermittel. Und damit komme ich zur drit-

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ten Übung, die genau dort die Lösung
bringt, wo das Problem ist.
Kosmisches Bewusstsein
3. Ist der Patient in der Praxis und erfah-
re ich erst jetzt, wie viele Mittel und The-
rapien schon stattgefunden haben, erhebe
ich wie üblich die Anamnese, stelle eine Epochales Bewusstsein
ganzheitliche Diagnose und überreiche
dem Patienten das Wundermittel für sol-
che Fälle: ein schönes grünes Fläschchen
mit der Aufschrift „Kein Mittel“.
Nationales Bewusstsein
Naturgemäß reagiert der an Konsum ge-
wöhnte Patient darauf erstaunt, ärgerlich,
enttäuscht, sauer. Macht gar nichts. Er be-
kommt die Hausaufgabe, darüber nachzu-
denken, was es im Denken, Verhalten, im Gesellschaftliches Bewusstsein
Leben zu ändern gilt und bekommt durch
die grüne Flasche (Grün ist die Hoffnung,
Grün steht für Wachstum, Bewegung, Na-
tur, Musik, Tanz usw.) die Botschaft: Ich
Familiensystemisches Bewusstsein
muss nichts Materielles einnehmen, um
heil zu werden, sondern erst an meiner
Einstellung etwas ändern.

Fehlende Kreativität Individuelles Bewusstsein


Auch über den Erfolg dieser simplen
„Übung“ könnte ich lange referieren, weil Ein guter Therapeut muss alle Bewusstseinsebenen berücksichtigen.
Patienten höchst intelligente Menschen
sind und zu sagenhaften Erkenntnissen
kommen, so man sie denn lässt. Ich traue die Regulationsstarre dringt und der Pati- Krankheit. Die liegt, wie gesagt, im Verbor-
meinen Patienten viel zu, weil ich in die ent seine Themen formulieren kann. genen und ist wie ein Speicher, der mit Er-
Weisheit der Natur vertraue und weiß, wie lebnissen der Einengung, Unterdrückung,
bocksbeinig wir Menschen sind. Alles soll Krankheit als Lösungsversuch Trauma, familiären Übernahmen angefüllt
so bleiben wie es ist, „nur“ die Krankheit Oberstes Gebot ist für mich: Die Ange- wird. Eines Tages ist das Maß voll. Dann
stört und muss weg. Das ist Primitivmedi- bote zur Konfliktlösung müssen einfach reicht ein Tropfen, der das Fass zum Über-
zin und hat mit Heilkunst nichts gemein. sein, so dass jeder Patient, gleich welcher laufen bringt, und das ist der Auslöser, dem
Wir haben aber in unserer westlichen Me- Schulbildung und gleich welchen gesund- Symptome folgen, so dass sich ein Krank-
dizin hervorragende Heilungsimpulse zur heitlichen Zustandes, sie ausführen kann. heits-Bild ergibt. Die Natur im Großen, wie
Verfügung und müssen nur weg von der Der Weg zu Ideen ist die grundlegende der menschliche Organismus im Kleinen
Wahnidee, das müsse auf materieller Basis Erkenntnis: Dort wo das Problem ist, ist sind unglaublich klug, denn sie zeigen klar
oder über Psychotherapie laufen. Ich ha- auch die Lösung. Eine Lösung ist leicht und deutlich, wo sich die Krankheit manifes-
be so viele unkreative Psychologen, Psy- und heiter und in der Regel mit einem tiert. Das Erkennen dieser Zusammenhänge
chotherapeuten und Psychiater in der Pra- Aha-Erlebnis verbunden. Wenn sich in erfordert natürlich, dass wir den Organismus
xis erlebt, dass ich sagen kann, sie wissen der Heilkunst in Richtung Kreativität und nicht als ein irgendwie zusammen gewürfel-
viel über Probleme, wissen viel über psy- Geleiten des Patienten in seine Eigenver- tes Sammelsurium von Organen und Zell-
chische Krankheitsbilder, aber werden in antwortung etwas ändern soll, müssen erst verbänden betrachten, sondern als Orte, an
ihren Ausbildungen nicht genügend in ih- wir Therapeuten kreativ werden. denen sich lange geübte Gedankenmuster
rer Kreativität geschult. Alles ist kompli- Bis jetzt betrat noch kein Patient meine Pra- und Verhaltensmuster ausprägen.
ziert und muss verbalisiert werden. Über xis mit dem Angebot: „Klar, da ist ein Pro- Die alten Chinesen gehen ganz selbstver-
die wesentlichen Probleme angesichts ei- blem, ich komme, um Ihnen zu zeigen, wie ständlich damit um und kennen die psy-
ner Sackgasse kann aber der Patient gar ich es löse!“ Immer stoße ich als erstes auf chisch-mentalen Themen – unerlöst und er-
nicht reden. Er kann allenfalls einen Aus- eine Mauer oder auf Beton in Menschenge- löst – hinter jedem Organ. Dadurch haben
löser als Beginn einer Symptomenentwick- stalt: „Was? Ich soll mein Problem lösen? Ich sie ein ganzheitliches Menschen- und Welt-
lung benennen und sich darüber detailliert kann das nicht.“ Das erachten wir als normal. bild, in dem alles mit allem vernetzt ist.
auslassen. Aber die Ur-Sache liegt im Un- Ist es das? Der Patient hat das Problem und
terbewusstsein, verborgen im still gelegten trägt die Lösung in sich. Die Krankheit ist Die Bedeutung der
Ozean der eigenen Schöpferkräfte. Sie ge- mit ihren Symptomen ein Lösungsversuch Bewusstseinsebenen
langen ans Oberflächenbewusstsein durch des Organismus, denn es gab schon einen Wie kommen wir als Therapeuten zu
Tun. So ist es ja auch bei Kollegen zu sehen, Aus-Löser. Der Auslöser – ein Sturz, Wetter- mehr Kreativität? Kreativität ist ja schöp-
die ihre Patienten malen, singen, tanzen umschwung, ein falsches Wort, eine falsche ferische Kraft mit der Botschaft: Alles ist
lassen, damit überhaupt mal Bewegung in Bewegung – ist nicht die Ur-Sache einer möglich. Durchstreifen wir aber unsere

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natischen Gesellschaftsformen entstehen. chalen Bewusstseins zu betrachten, denn
Wie destruktiv der Schatten monotheisti- es kristallisieren sich bestimmte Gesetz-
scher Religionsphilosophien ist, erfahren mäßigkeiten heraus. Jede Epoche hat ih-
Naturheilverfahren, unsere wunderbaren wir jeden Tag in den Nachrichten. Es spielt ren Schlagschatten in Gestalt einer domi-
Heilweisen, stolpern wir auf Schritt und also eine wichtige Rolle, welcher Gesell- nierenden Seuche, die dem Bewusstsein
Tritt über Verbotsschilder, Glaubenssät- schaft ein Patient angehört, in welchem entspricht, das sie gerufen und erschaf-
ze, was alles nicht sein kann, weil es nicht Menschen- und Weltbild jemand aufge- fen hat.
sein darf. Nicht grenzenlose Freiheit des wachsen ist. Je enger das Weltbild, um so Für mich war eine zwingende Frage, was
Geistes ist angesagt, sondern Einengung, destruktiver die Krankheit! hat die Menschen überleben lassen, was
Beschränkung, Angstmachen, Kritik am Das zweite äußerst heiße Eisen ist die hat ihnen Lebensfreude und Lebensqua-
Andersartigen und Anderen. nationale Herkunft, weil man sofort der lität angesichts unendlichen Elends ver-
Innere Freiheit erzeugt äußere Freiheit. Ausländerfeindlichkeit bezichtigt wird, mittelt? Es waren eben nicht, wie man
Es muss ein geistiger Humus, eine Pyra- wenn man hier deutliche Unterschiede als moderner intellektueller Mensch mei-
midenbasis vorhanden sein, die Anbin- im Verhalten bei Krankheit und Auffas- nen möchte, die besseren Pillen, die bes-
dung an eine große Quelle, damit man sung von Heilung feststellt. Dazu bedarf seren Kräuter und medizinischen An-
schöpferisch sein kann. Wie man dahin es gar nicht der kritischen Auseinander- wendungen, die Seelen-Heilung brachten,
kommt, möchte ich im folgenden etwas setzung mit okzidentalen und orientalen sondern das Schöpferische im Menschen,
näher beleuchten und auch zeigen, wie Nationalitäten. Es reicht, wie ich aus ei- das nach Selbstausdruck rang durch jed-
sich das bei Kollegen verwirklichen lässt. gener zehnjähriger Erfahrung sagen kann, wede Kunst in allen Graden vom volks-
Die Basis ist ein erweitertes Menschen- der gravierende Unterschied zwischen tümlichen Singen, Tanzen, Spielen bis
und Weltbild, eine Lebens-Philosophie. Anrainerländern Mitteleuropas. Der Un- hin zur höchsten Verfeinerung künstle-
Die Abbildung auf S. 37 soll verdeutli- terschied zwischen deutschen und elsässi- rischen Schaffens. Die Anbindung an hö-
chen, mit welchen Bewusstseinsebenen schen beziehungsweise französischen Pa- here Kräfte, einerlei, ob sie in der Natur
wir als Therapeuten konfrontiert sind. tienten ist gewaltig und nicht ein Problem oder in religiösen Bildern ausgedrückt
So wie jede Bewusstseinsebene von unten der Sprache, sondern des nationalen Be- wurde, war das Heilende.
nach oben und von oben nach unten mit al- wusstseins. Das Verständnis für ganzheit- Indem ich 20 Jahre lang Kulturhistorie
len verbunden ist, gilt dies auch für den in- liche Medizin mit allen ihren Zweigen, die betrieb und schließlich die Miasmen aus
dividuellen Patienten. bei uns bereits selbstverständlich gewor- kulturhistorischer Sicht begriffen hatte,
den sind, steckt im Nachbarland Frank- wusste ich auch, dass im eigenen schöp-
Individuelle familiäre Ebene reich in den Kinderschuhen. Wer Impf- ferischen Tun ein wichtiger Heilungsim-
In der Therapie interessiert uns verständli- schäden studieren möchte, braucht nur puls für chronisch kranke Patienten liegt.
cherweise zuerst das individuelle Bewusst- über die Grenze zu fahren. Wenn jedes Deshalb bekommen mei-
sein. Wir wollen verstehen, wie der Patient Jahr Lehrer, Geschäftsleute, Therapeu- ne Patienten den Auf-
denkt und fühlt, wie er sich einschätzt und ten eine Mehrfachimpfung von klein auf trag, entsprechend
verhält, kurzum: wir wollen das kleine Uni- aufgezwungen bekommen, hat das Folgen ihrer Möglichkeiten
versum seiner Persönlichkeit möglichst um- für die Art der Ausprägung chronischer ihren Heilungspro-
fangreich erfassen. Krankheiten, für eine überdimensiona- zess zu malen, zu plas-
Seit uns Bert Hellinger wieder einen Ah- le Autoritätsgläubigkeit und mangelnde tizieren, zu schreiben,
nenkult näher gebracht hat, interessiert Kreativität. Das nationale Bewusstsein zu dichten – was auch
viele von uns auch das familiensystemi- prägt durchaus auch das individuelle Be- immer. Hierbei geht es
sche Feld, aus dem der Patient stammt. wusstsein für Krankheit und Heilung. Je nicht um Vorzeigen – man-
Bereits auf dieser etwas höheren Ebe- mehr wir als Therapeuten mit Patienten che Werke bekomme ich nie
ne der Betrachtung werden viele Denk- aus anderen Ländern in Kontakt kommen, zu Gesicht – oder um Bewer-
und Verhaltensmuster sowie eine latente um so mehr Kreativität und Flexibilität ten oder Deuten. Schöpfe-
Krankheitsbereitschaft offenbar und ver- wird von uns gefordert. Die fortschreiten- risches Tun ist Seelennah-
tiefen unser Verständnis für die Krank- de Globalisierung wird von uns Therapeu- rung und zutiefst sinn-voll
heit eines Patienten. Diese beiden Ebe- ten in Zukunft mehr Wissen über Kultu- und nutz-los. Der Patient
nen werden immer mehr von ganzheitlich ren anderer Völker abverlangen. drückt etwas aus, das aus
denkenden Therapeuten beachtet. Sie bie- seinem Innersten flie-
ten auch einen ersten Einblick in die Mi- Epochales Bewusstsein ßen möchte, das sich
asmen, jene Bewusstseinszustände, die die Die nächste höhere Betrachtungsebene aber oft nicht verbal
Krankheit „rufen“. ist das epochale Bewusstsein, mit dem fassen lässt.
sich nur wenige Therapeuten auseinan- Der positive Nebeneffekt ist, dass der
Kultureller Hintergrund der setzen. Für den einzelnen Patienten schwer kranke Patient die Fixierung auf
Mit dem gesellschaftlichen und nationalen der heutigen Zeit spielt es nicht so sehr seine Krankheit, Tag und Nacht, etwas lo-
Bewusstsein tun wir uns schwer, denn es eine Rolle zu wissen, dass er wie ich, wie ckern lernt.
greift an heiße politische und religionsphi- wir alle im technischen Zeitalter lebt. Für Kommen wir zum kosmischen Be-
losophische Eisen. In meiner Praxis konn- mein Verständnis der Miasmen war und wusstsein, der höchsten Betrach-
te ich deutlich sehen, welche Krankheiten ist es sehr aufschlussreich, die menschli- tungsebene, die von Menschen er-
in muslimisch-, jüdisch- oder christlich-fa- che Natur aus dem Blickwinkel des epo- fasst werden kann. In unseren Tagen

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ist es dem genialen Arzt Peter Gienow Spiritueller Rahmen geworden. Wir brauchen aber einen geis-
gelungen, die hermetischen Gesetze zu Zur Ganzheitlichkeit im Denken und tigen Horizont, eine größtmögliche Weite
beleuchten, die hinter den Miasmen und Handeln gehört aber ein großräumiges und Freiheit, um den Patienten in seiner
somit hinter der Homöopathie stehen Wahrnehmen mit allen physischen und Ganzheit zu verstehen, um geradewegs auf
(siehe raum&zeit Nr. 132, 133, 134). Da- Hellsinnen und eine geistige Heimat. Pe- das richtige Mittel zu stoßen, um immer
mit trifft er die meisten heutigen Homö- ter Gienow ist nicht deswegen so erfolg- mehr erfolgreiche Heilungsverläufe zu er-
opathen an einem der wundesten Punkte, reich in seiner Mittelfindung, weil er so leben. Es muss nicht unbedingt die Her-
denn, sich so weit in den Kosmos hinaus viele Mittel kennt, sondern weil er das metik sein, obgleich sie ideal geeignet ist,
zu lehnen, um den Patienten vor mir in Kleine im Großen und das Große im Klei- die Schöpfungsgesetze und Lebensgesetze
seiner Leidensdynamik zu verstehen, ist nen wieder erkennt, weil er in der Her- = Naturgesetze zu begreifen, es kann das
für die meisten Zeitverschwendung. Aber metik zuhause ist, sie im Patienten wieder Weltbild der chinesischen Medizin, des Ay-
genau das ist unser Problem in der Ho- erkennt und deshalb einen viel größeren urveda oder des Schamanismus sein. Ent-
möopathie ebenso wie in allen anderen Speicher zur Verfügung hat, aus dem er scheidend ist eine geistige Heimat, die ei-
westlichen Naturheilverfahren. Wir mei- im Einzelfall schöpfen kann. nem inneren Halt gibt und die nirgendwo
nen, ohne Philosophie, ohne ein spiritu- Noch etwas anderes ist augenfällig, wenn einengt und ängstlich macht. Ein spiritu-
elles Menschen- und Weltbild auskom- wir uns als Therapeuten in ein spirituel- elles Menschen- und Weltbild macht uns
men zu können, und nennen uns dennoch les Weltbild einbinden und damit an die toleranter, offener und nährt aufs Beste
„ganzheitlich Praktizierende“. Natur-Gesetze: Man wird einfacher im unser Handwerk, weil auf diese Weise In-
Denken und Handeln, und Ein- spiration möglich ist.
fachheit ist die Gabe der Indem wir uns – auf welche Weise auch
Zukunft, wollen wir den immer – dem kosmischen Bewusstsein
immer komplizierter und öffnen, weitet sich nicht nur unser Wissen
komplexer werdenden um Zusammenhänge, wir gewinnen auch
Krankheiten gewachsen einen viel größeren Wahrnehmungsradi-
sein. us. Der Patient vor uns ist mit allen Be-
wusstseinsebenen verbunden- so wie wir
Weiter Horizont hilft als Therapeuten auch. Wenn ich aber nur
zu verstehen ein Weltbild von einem Quadratmeter ha-
Ich belegte einmal ein Se- be, erkenne ich auch beim Patienten nur
mester das Fach „Luft- einen Quadratmeter, nur die „Causa Ma-
bildinterpretation“ im Rah- terialis“, das Messbare, Berechenbare.
men der Geografie. Unser Dass es hier mehr zu entdecken gilt, spü-
Professor war Philosoph und ren offenbar viele Therapeuten intuitiv,
sagte einführend: denn es ist eine erfreuliche Tatsache, dass
„Meine Damen und Herren. an unserer Sensitivitäts- und Heilerschu-
Wenn Sie die Bilder verstehen lung zu 80 Prozent professionelle Thera-
und deuten wollen, die aus Flug- peuten teilnehmen, weil durch sie Kreati-
zeugen und Raketen von unserer vität, Glaube an die eigenen Fähigkeiten
Erde aufgenommen wurden, müs- und Lebensbejahung geweckt werden
sen Sie einen geistigen Halt, einen und den Praxisalltag positiv befruchten.
inneren Halt haben. Denn nur dann
begreifen Sie das Paradoxon, dass je Dieser Exkurs in die verschiedenen Be-
weiter wir uns von der Materie weg wusstseinsebenen soll dazu dienen, uns
bewegen, wir um so deutlicher erken- Therapeuten klar zu machen, dass wir nur
nen, was unter ihr ist, welchen Ord- kreativ sein können, wenn sich unser geis-
nungen sie folgt.“ tiger Horizont weitet, wenn wir eine uner-
Ich denke oft an diese Worte, wenn schütterliche Anbindung an die Natur im
Kollegen stöhnend fragen, warum Makro- und Mikrokosmos heranreifen
sie denn ihren Kopf mit den herme- lassen. Das ist die Basis, um an den ener-
tischen und kabbalistischen Geset- getischen Fluss von Kreativität = Schöp-
zen belasten oder bei mir Bilder ferkraft angeschlossen zu sein.
und Musik aus dem Mittelal- Wie lässt sich das nun trainieren?
ter anhören, wo sie doch „nur“ Bekanntlich bin ich für einfache Lösun-
wissen wollen, welches Mittel gen. In meiner Therapeutenschulung
muss man bei welchem Symp- steht außer der Vermittlung von Wissen
tom geben? über Wort, Bild und Ton immer auch das
Eben, so reduktionistisch ist spielerische Umsetzen von bestimmten
unser Denken auch in der Themen im Zentrum. Ob es sich nun um
Pablo Picasso, „Der Tanz“, Homöopathie, Phytothera- die Miasmen, Krebstherapie oder Arznei-
Monte Carlo, Juni 1925 pie oder sonst einer Therapie mittelbilder handelt, immer bekommen

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erten Ur-Konflikt bedenkt als auch die Die Tante stirbt zwei Jahre später und der
physisch-psychisch-mentalen Konflikte, Geliebte ist um viel Geld reicher. Im Zuge
die sich als Folge daraus ergeben haben. der Enttäuschung bei der Testamentseröff-
die Teilnehmer die Aufgabe, ein Problem Den Ur-Konflikt können wir nur so lösen, nung bekam die Patientin Pankreasstörun-
in einer Gruppe zu lösen. Diese Lösung wie er biologisch entstanden ist, nämlich gen, die sie zwar homöopathisch behandel-
wird szenisch dargestellt. Dazu brauchen durch eine den ganzen Menschen ergrei- te, aber nicht ausheilen konnte. So lebte sie
die Therapeuten (Ärzte und Heilprakti- fende Bewegung, damit sich der Dauer- ein Jahr lang mit ständig schlimmer wer-
ker) keine stundenlange Vorbereitung, stress löst. Deshalb ist die biologische dender Pankreatitis, bis sich ein Karzinom
sondern lernen, spontan Ideen in die Tat Lösung einfach. Man muss nur den Ur- gebildet hatte. Keine Therapie fruchtete.
umzusetzen – die wichtigste Vorausset- Konflikt verstehen und Ideen haben, wie Die Gruppe stellte ihr die Aufgabe, alles
zung für Kreativität. Das ist die Art wie der Patient ihn lösen kann. zu benennen, was ihr eigenes Leben reich
wir als Kinder äußerst effektiv gelernt ha- und lebenswert macht.
ben: Lernen durch Tun. Sie schrieb alles auf, ging zum Grab der
Wir haben aber auch seit ein paar Millio- Fallbeispiel Krebs Tante und sprach die erlösenden Worte:
nen Jahren ein „modernes“ Hirn, das für Hier nun das Beispiel, das während un- „Liebe Tante. Ich schaue zufrieden auf das,
intelligente Lösungen von Konflikten ge- seres Kurses über das Krebsmiasma ent- was mein Leben reich macht. Ich habe ei-
eignet ist. Wenn aber ein Ereignis uner- stand: nen lieben Mann, drei wunderbare Kinder,
wartet eintrifft und sich ein Mensch be- Thema: Pankreas-Karzinom eine gut laufende Praxis. Ich erkenne die
droht fühlt oder in einen emotionalen Der biologische Konflikt hinter Pankreas: Fülle in meinem Leben und kann daher
Ausnahmezustand gerät, löst das auto- Etwas wurde rechtmäßig versprochen deine Erbschaft loslassen. Ich ehre dich
matisch den „Kampf-Fluchtmodus“ des und nicht gehalten. Aus dem Blickwinkel als meine Tante und danke dir für die Zeit,
Althirns aus. Es werden Stresshormo- des Organs gesprochen: es wurde schon die wir uns kannten. Ich wünsche deinem
ne ausgeschüttet, um besondere Kräfte etwas anverdaut und musste wieder her- Freund, dass er glücklich wird und das Er-
(Kämpfen oder Weglaufen) zu mobilisie- gegeben werden. be zu seinem Wohl einsetzt.“
ren. Dann reagiert unser sympathisches Die Therapeutengruppe hatte die Auf- Die Patientin konnte täglich spüren, wie
Nervensystem und wir geraten in physi- gabe, eine biologische und homöopathi- es ihr besser ging und schließlich die Be-
sche Hochform. Aber wir nutzen sie nicht! schwerden aufhörten. Sie hatte als Thera-
Anstatt dem Instinkt zu folgen und sich peutin auch die Gabe zu erkennen, dass
zu bewegen, um den Stress zu lösen, ge- jetzt die gewählten Homöopathika auf
hen wir in die Lähmung und setzen unse- fruchtbaren „Boden“ fielen und ihre
re Intelligenz für die Argumentation ein, Heilkraft voll entfalten konnten.
warum wir gelähmt sind, keine Zeit zur Für die Gruppe war es lehrreicher als vie-
Stressbewältigung haben und lieber An- le Worte, sich in die fatale Situation des
tistresspillen nehmen. Das klingt über- Ur-Konflikts hinein zu versetzen und eine
zeichnet, ist aber als Tatsache allenthalben Lösung zu finden. Selbstverständlich soll-
im Werdegang schwer chronisch kranker te auch eine „intelligente Lösung“ ange-
Menschen vorzufinden. Es ist schlichtweg boten werden, um an die „normale“ ho-
gegen die Natur unseres Menschseins, ei- möopathische Praxisarbeit anzuknüpfen
nen starken Konflikt zu verdrängen und – hier die Wahl der Mittel Carcinosinum
so zu tun, als hätten wir kein Stammhirn. Die alte Tante und ihre Nichte – ein und Hydrastis. Entscheidend war aber das
Wir kommen uns ungemein intelligent vor. Fallbeispiel aus meiner Praxis. Verständnis für den archaischen Anteil in
Doch unser Organismus ist der einzige, uns Menschen, der bei schweren Schick-
der hier intelligent ist, denn erstens ver- sche Lösung zu erarbeiten – nicht durch salsschlägen aktiviert wird und nach Lö-
gisst er keinen Konflikt, sondern macht Diskussion, sondern durch reale Darstel- sung verlangt.
davon einige „Sicherheitskopien“ (zum lung. Die Gruppe stellte dies folgender- Ich habe nur einen kleinen Einblick in die
Beispiel im Gehirn) und zweitens gibt er maßen dar: kreative, lösungsorientierte Arbeit gege-
uns klare Signale – die wir meistens igno- Tante F. ist 83 Jahre alt, allein stehend, ben. Selbstverständlich gibt es Patienten,
rieren: Schwäche, Unwohlsein, Müdigkeit, wird liebevoll von der Patientin (Nich- die einfach selbst den Schritt in die Ver-
Schmerzen, Fieber, Schwellung, Entzün- te) versorgt. Sie macht das Testament änderung tun. Da genügen ein paar Glo-
dung, Schnupfen und so weiter. und verspricht ihrer Nichte das Erbe von buli oder andere Heilungsimpulse. Sie
Hat der Organismus lange genug Signa- viel Geld. Diese ist zwar nicht gierig auf sind jedoch in der Minderheit, und des-
le gesetzt und sind diese auch noch unter- das Geld, erwägt aber, was für Erleichte- halb brauchen wir Ideen, wie wir auch die
drückt worden durch hysterisch anmuten- rungen dies für Haus, Kinder und Familie anderen Patienten erreichen. ■
de Reaktionen wie Impfen, Schmerzmittel, bringen könnte. Sie wiegt sich verständli-
Entzündungshemmer, Fiebersenker usw. cherweise in Sicherheit.
bleibt nur der Weg der Verhärtung im Völlig unerwartet lernt die alte Tante einen Literatur
physischen wie psychisch-mentalen Sin- 35 Jahre jüngeren Mann kennen, verliebt Sonnenschmidt, Rosina: „Wege der ganzheitli-
ne und Zerstörung. sich, lässt sich betören und ändert, ohne chen Heilkunst, Anamnese-Diagnose-Heilung“,
Eine ganzheitliche Therapie muss Impul- die Patientin zu fragen, das Testament. Sie Sonntag Verlag 2005, ISBN 38304-911-82.
se setzen, die sowohl den althirngesteu- überschreibt das Erbe an den Geliebten.

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