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Thomas Wolkinger

Hyper Hyper
Welche Zukunft hat Lokaljournalismus?
Praktische und theoretische Annäherungen

„Local news is the very stuff that democracy is made of. “1

Einleitung

Das Forschungsprogramm, das Robert Ezra Park in seinem einleitenden


Beitrag zum 1925 erstmals erschienenen Sammelband The City vorgelegt hat,
beeindruckt auch heute noch. Es ist gleichsam ein „Manifest“2 der Chicagoer
Schule der Stadtsoziologie. Park strukturiert darin sorgfältig sein Forschungs-
feld – die Stadt als „Labor oder Klinik, in der sich die menschliche Natur und
soziale Prozesse auf vorteilhafte und erfolgversprechende Weise studieren
lassen“3 – und führt an die hundert Fragen oder Fragenkomplexe an, die seiner
Ansicht nach eines genaueren Studiums bedürfen.
Kein Wunder, dass Park, der – bevor er sich der Forschung zuwandte – selbst
mehr als zehn Jahre als Reporter gearbeitet hatte, im Abschnitt „Advertising
and social control“ auch der Stadt als Informations- und Kommunikationsraum
prominent Platz einräumt. Diese unterscheide sich von kleineren Gemeinden
insbesondere dadurch, dass im Dorf persönliche Informationen, also Tratsch,
über alle Bewohner jederzeit frei verfügbar seien. Dafür gebe es in der Stadt
die Zeitung: „The newspaper is the great medium of communication within
the city, and it is the basis of the information which it supplies that public
opinion rests.“ In der Stadt werde Lesen „zur Notwendigkeit“4, wie Park in
einem späteren Kapitel schreibt, in dem er sich an einer „Natural History of

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the Newspaper“ versucht. Auch demokratiepolitisch hätten Zeitungen wich-
tige Aufgaben. Ob sie diese auch grundsätzlich erfüllen könnten oder zu dieser
Zeit tatsächlich schon erfüllten, lässt er aber offen. Da müsse man erst noch
weiterforschen.5
Dass der Journalismus, zumal der lokale, heute noch „eine wichtige
kommunal- oder regionalpolitische Aufgabe“6 zu erfüllen hätte, ist auch 90 Jahre
nach Parks programmatischem Text unbestritten. Ob und in welcher Form er sie
aber erfüllen kann, ist unklarer denn je. Denn einerseits gilt gerade der Lokal-
journalismus als „Krisenverlierer“7, andererseits in Zeiten von Internet und
Bürgerjournalismus aber auch als Hoffnungsträger: „Nirgendwo ist die deutsche
,Zeitungskrise´, sofern man sie mit Auflagenverfall gleichsetzt, größer als im
Lokalen“8, so Daniel Chmielewski. Aber: „Der lokale Raum, und noch kleinteiliger
der sogenannte hyperlokale Raum, wird wieder stärker ins Visier genommen,
um mögliche Erlösmodelle zu erschließen und Leserschaften zu binden“9, analy-
siert Wiebke Möhring.
Dennoch wirkt die Debatte über den Lokaljournalismus der Zukunft merk-
würdig kraftlos, so sie überhaupt geführt wird. Der Lokaljournalismus wird nach
wie vor sowohl von der Kommunal- als auch von der Medienpolitik sowie seitens
der Kommunikationswissenschaft „sträflich vernachlässigt“10. Für größere
Analysetiefe jenseits weltanschaulicher Verengung in der Diskussion plädiert
auch Michael Haller. Vielleicht solle man erst einmal versuchen, die Lebenswelten
der Leser besser zu verstehen, bevor man voreilige Schlüsse ziehe, so Haller im
August 2012.11 Robert E. Park hätte zugestimmt. Und der Schockstarre, die einige
Verleger und Medienmacher angesichts aktueller krisenhaften Erscheinungen
befallen hat, entgegengehalten: „It is safe to say that when anything shocks us,
we do not understand it.“12
Der vorliegende Text versteht sich als Beitrag, die Schockstarre rund um die
Diskussionen zur Zukunft des Lokaljournalismus zu überwinden, die Fragestel-
lungen ein wenig zu weiten, um den neuen, durch Internet und Globalisierung
entgrenzten, lokalen Räumen auf den Grund zu gehen. Er versucht dies, indem er

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Perspektiven der Stadtsoziologie in die Betrachtung mit einbezieht, außerdem
praktische Erfahrungen aus einer Reihe explorativer (hyper)lokaler journalisti-
scher Projekte auswertet, die am Studiengang Journalismus und Public Relations
(JPR) der FH JOANNEUM Graz mit konzipiert bzw. umgesetzt wurden.

Die Projekte
Über die vergangenen zwei Jahre war der Studiengang JPR wiederholt in
journalistische bzw. interdisziplinär ausgerichtete Projekte im (hyper)lokalen
Bereich involviert, in Graz ebenso wie in Wien. Weniger um eine am Reißbrett
entwickelte Forschungsagenda abzuarbeiten, vielmehr im Sinne einer schritt-
weisen und explorativen Annäherung an das „Labor“ Stadt, das seit einigen
Jahren derart massiven Veränderungsprozessen unterworfen ist, dass ein
grundlegendes Neudenken des Verhältnisses von Stadtraum und (medialer)
Öffentlichkeit notwendig erscheint. Im Folgenden werden vier dieser Projekte
und Projektbeteiligungen exemplarisch angeführt und kurz beschrieben.

Annenpost
Ursprünglich vom Schriftsteller Stefan Schmitzer als gedruckte Publika-
tion für „literarische Berichte“ im Rahmen des vom Kunstverein < rotor >
erdachten Projekts Annenviertel. Die Kunst des urbanen Handelns konzi-
piert,13 wird die Annenpost seit Herbst 2011 im Rahmen der Lehrveranstal-
tungen Projektarbeit 1 und 2 der Bachelorausbildung des Studiengangs JPR
jeweils vom ersten Jahrgang als hyperlokaler journalistischer Weblog über
das Grazer Annenviertel betrieben. Der Kunstverein < rotor > proklamierte
das Annenviertel 2009 als eigenen Stadtteil, der sich – ohne fixe Grenzen zu
haben – im Wesentlichen aus den Grazer Bezirken Lend und Gries, zwei der
diversesten Viertel der Stadt, zusammensetzt. Seither ist die Bezeichnung in
die Alltagssprache eingeflossen.14
Die Annenpost versteht sich sowohl als öffentliches Medium als auch als
Ausbildungs- und Experimentierplattform,15 ist außerdem Partner eines

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losen Annenviertel-Netzwerks,16 zu dem u.a. auch die Stadtbaudirektion Graz
mit dem Stadtteilmanagement Annenviertel zählen. Die am Weblog verhan-
delte thematische Bandbreite ist groß, Themen und Perspektiven werden mit
dem Anspruch gewählt, der Diversität im Viertel auch in der Berichterstat-
tung gerecht zu werden. Die Publikumsinteraktion beschränkt sich derzeit
auf Kommentare im Blog und Reaktionen auf der Facebook-Seite, die aktuell
bei 1525 „Likes“ hält.17

Unser Plan vom Annenviertel


Ebenfalls in Kooperation mit dem Kunstverein < rotor > und dem Stadtteilma-
nagement Annenviertel sowie der Agentur En Garde, entstand im Auftrag der
Design-Biennale in Saint-Etienne und als offizieller Beitrag der UNESCO City of
Design Graz zur Ausstellung EmpathiCITY18 das kollaborative Mapping-Projekt
Unsere Plan vom Annenviertel19. Anders als in herkömmlichen Kartographien
wurde versucht, den Stadtteil „für sich sprechen zu lassen“20. In einem offenen
Mapping-Workshop sowie einer Reihe von durch Studierende geführten Inter-
views mit Viertelbewohnern aus den verschiedenen Communitys, die nicht
am Workshop teilnahmen, wurden „interessante, wichtige, kuriose, sehens-
werte, schöne, praktische Orte“ samt dazugehöriger Geschichte gesammelt,
ausgewertet, beschrieben und auf dem Viertelplan verzeichnet, der dann in
einer Auflage von 20.000 (deutsch) bzw. 10.000 Stück (englisch) gedruckt und
verteilt wurde.21

Poste es!
Für die Programmschiene Into the city der Wiener Festwochen 2012 entwi-
ckelte der Studiengang JPR gemeinsam mit dem Künstler Michael Hieslmair das
Projekt Poste es!, das in Kooperation mit der Gebietsbetreuung Stadterneuerung
10 rund um die Quellenstraße im zehnten Wiener Gemeindebezirk Favoriten
„neueste Nachrichten, Reportagen, Interviews – Stadtbewohnern für Stadtbe-
wohner“ im Rahmen eines „Community-Weblogs“ und einer „Installation im

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öffentlichen Raum“ sichtbar machte.22 Die Geschichte der Sozialreportage in
Österreich, an deren Anfang Victor Adlers Artikelserie in der Gleichheit über
die Arbeitsbedingungen der Ziegelarbeiter am Wienerberg,23 somit ganz in der
Nähe des Projektgebiets, stand, diente als Hintergrundfolie. Daran knüpfte sich
die Frage: Wie lassen sich derart unterschiedliche Lebenswelten, wie sie etwa
in Wien Favoriten aufeinander treffen, in Zeiten des Web 2.0 sichtbar machen
und produktiv vernetzen?
Methodisch bediente sich das Projekt verschiedener Recherche- und Über-
setzungsverfahren der Kunst, des Journalismus sowie der Sozial- und Geis-
teswissenschaften. Das Teilprojekt [00:00:00-7:02:53], ein gedruckter Band
mit Wortlauttranskriptionen von mehr als sieben Stunden offen geführter
Gespräche mit Viertelbewohnern, der während der Projektlaufzeit im Atatürk
Kulturverein sowie in der Kirche zur Heiligen Familie zur Lektüre auflag, mag
dafür als Beispiel dienen.24
Formal stand bei Poste es! das Verweben von Stadt und virtuellem Raum im
Vordergrund. Das von einer Gruppe von Künstlern und Journalisten gemeinsam
mit Bewohnern an unterschiedlichen Orten – in Ali´s Teestube, am Würstel-
stand Alles Walzer, alles Wurst oder beim Friseur Viva – erarbeitete Material
fand Eingang in den Weblog25 und wurde außerdem an die Orte des Entstehens
sowie in den Ausstellungsraum in der Gebietsbetreuung 10 „zurückgespielt“.
Der Weblog wurde mit Projektende eingestellt, verschiedene Reaktivierungs-
versuche verliefen erfolglos.

Graz, offene Stadt?


Das Elevate-Festival 2013 hatte so etwas wie eine Live-Mapping-Show unter
dem Titel Graz, offene Stadt? geplant,26 für die der Studiengang JPR gemeinsam
mit dem Sozialhistoriker Joachim Hainzl das Teilprojekt Mapventure &
Storywalk entwickelte.27 Einem Recherche-Mob nicht unähnlich begaben sich
eine Gruppe Studierender sowie weiterer Teilnehmer an Orte, deren Eigen-
schaft als „öffentliche“ zumindest in Diskussion steht, und versuchten diese

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unter Moderation von Joachim Hainzl während zwei Stunden zu vermessen
bzw. journalistisch zu fassen. Das live generierte Material (GPS-Signale, Text,
Bild, Kurzvideo, Livestream) wurde direkt bzw. über Twitter zum Hashtag
#e13graz veröffentlicht und teilweise in den Show-Raum im Forum Stadtpark
eingespielt. Fünf weitere Projektgruppen steuerten zeitgleich Live-Recherchen
zu verwandten Themen bei.

Was ist heute noch „das Lokale“?


Wenn also wahr ist, dass die Qualität der lokalen Berichterstattung „mitent-
scheidend für die Qualität der Demokratie“28 ist, dann lohnt zunächst ein
erneuter Blick auf die Frage, unter welchen Umständen überhaupt von Lokal-
journalismus oder von „hyperlokalem“ zu sprechen ist. In der Regel wird „das
Lokale“ rein formal definiert. Möhring versteht unter lokalen Räume „sozio-
kulturelle Räume, in denen sich die Menschen zuhause fühlen“, außerdem
lasse sich das Lokale mittels bestehender Verwaltungseinheiten und Gemein-
degrenzen oder auch anhand des Verbreitungsgebiets eines Mediums ding-
fest machen. „Eine klare Abgrenzung von sublokalen, lokalen und regionalen
Inhalten und Räumen ist somit bis heute schwierig.“29
Dazu kommt, dass durch die Individualisierung der Lebensstile und
Tagesrhythmen aber auch durch das Internet „lokaler Ort“ und Zeit vielfach
nicht mehr synchron erlebt werden. „Lokalisierung findet heute mehr und
mehr zu einem großen Teil in Social Networks statt. Social Networks ,transzen-
dieren’ den konkreten landschaftlichen Ort“30, was zumindest für junge, urban
geprägte Menschen gelte.
Ist „das Lokale“ in Zeiten des Internet wirklich am Verschwinden? Und
bestehen vielleicht Unterschiede zwischen Stadt und Nicht-Stadt? Die
Meinungen gehen in dieser Hinsicht auseinander. Hanno Rauterberg etwa
behauptet, dass von der einstigen Vision, Öffentlichkeit verlagere sich völlig
ins Netz, heute nur noch wenig übrig sei. Das zeige sich bereits daran, dass alle
relevanten Protestbewegungen der letzten Jahre die „Asphaltwirklichkeit“ der

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Stadt gesucht hätten.31 Das Leben zwischen Netz und Stadtraum ist demnach
komplizierter als es auf den ersten Blick scheint. Sicher ist bloß: „Stadt und
Journalismus haben sich seit jeher faszinierende Impulse gegeben.“32
In der Digitalmoderne, so Rauterberg, erscheine der reale städtische Raum
als „Gegenpol zur virtuellen Sphäre“. Ohne die digitalen Techniken wäre es aber
andererseits gar nicht erst zur derzeit beobachtbaren Neubelebung der Stadt
gekommen: „Für die meisten Menschen ist das Leben zwittrig geworden“33.
Ähnlich argumentieren Steve Paulussen und Evelien D´heer: „While the
internet may have turned the world into a ,global village’, there is also a coun-
tervailing tendency: parallel to the globalisation effect of the internet, evidence
for people’s interest in their ,local village’ can be found in the large number
and success of community-based media“34. Kristy Hess schlägt aus ähnlichen
Gründen das Attribut „geo-social“ vor, um das neue Verhältnis von Medien und
Räumen zu charakterisieren.35
Und das Verhältnis zwischen Stadt und Land? Während man einerseits
meinen kann, dass „[l]okal in einer Großstadt (...) etwas anderes als auf dem
flachen Land“36 bedeute und jemand wie Lutz Feierabend, stellvertretender
Chefredakteur des Kölner Stadtanzeiger, genau das aus der Perspektive des
Praktikers bestätigen kann,37 geht die Stadtsoziologie mittelfristig auch in
dieser Frage von Entgrenzungstendenzen aus. „Das Verblassen der Trennlinie
zwischen Stadt und Land ist weltweit in unterschiedlichem Tempo vorange-
schritten, doch ohne Zweifel ist dabei die von Lefebvre vorausgesehene Rich-
tung eigeschlagen worden“38, schreibt der neomarxistische Anthropologe
und Geograph David Harvey in Anlehnung an Henri Lefebvres These von der
„vollständigen Verstädterung der Gesellschaft“39. Rauterberg wiederum greift
den Glokalisierungsdiskurs der 90er-Jahre wieder auf, wenn er schreibt:
„Globales und Lokales verschmelzen zum Glokalen, das Rurale und Urbane
zum Rurbanen.“40
Folglich ist auch „die Stadt“ längst nicht mehr, was sie einmal war. „Rund
um den Globus sind Städte auf dem Weg, sich neu zu erfinden.“41 Die 1933

57
verabschiedete und später von Le Corbusier weiter ausgebaute Charta von
Athen wandere gerade ins Architekturmuseum, so Ralf Fücks, die streng nach
funktional-räumlichen Aspekten in Arbeits-, Wohn- und Kulturräume geglie-
derte Stadt, die auch die spezifische Qualität urbaner Öffentlichkeit zerstört
habe, weiche aktuell wieder funktional durchmischten Stadtkonzepten.42 In
der Digitalmoderne ist Beschleunigung und Bewegung auch ohne Expansion
an der Peripherie oder nach oben zu haben, wie sie noch die Moderne charak-
terisierte, so Rauterberg.43 „Raum scheint eher als etwas, das nicht ist, sondern
wird, also aus Bewegungen und Vorgängen hervorgeht: ein ,Ensemble von
Relationen´.“44
Noch weitaus dramatischer beschreibt Doug Saunders den urbanen
Wandel, wenn er die aktuellen globalen Migrationsbewegungen als Ausdruck
der „letzten großen Wanderungsbewegung der Menschheit“ bezeichnet. „In
diesem Jahrhundert ist ein Drittel der Weltbevölkerung in Bewegung, zieht
vom Dorf in die Stadt.“45 Im Jahr 2050 würden 70 Prozent der Menschheit in
Städten leben, dabei entstehe auch ein völlig neuer Stadtteiltypus, den Saun-
ders als „Ankunftsstadt“ bezeichnet – Stadtviertel, die Herkunfts- und Zielstadt
oder -dorf auf vielerlei Weise miteinander verbinden und zugleich als Nieder-
lassungsplattform wie als Motor sozialer Mobilität dienen.46
Auf welche Weise und in welcher Geschwindigkeit sich der globalisierte
geo-soziale Raum künftig durch Second-Screen- oder Augmented-Reality-Tech-
nologien wie etwa Google Glass weiter „verflüssigt“47, ist aktuell nicht absehbar.

So nah und doch so fern


Was aber könnte es für die journalistische Praxis bedeuten, wenn das Lokale
ins „Geo-Soziale“ fließt, die Welt zusehends verstädtert, die Stadt sich stark
verdichtet, während zugleich das Dorf in die Stadt kippt? Wie reagieren zum
Beispiel die Lokalressorts Wiener Medien darauf, dass – um nur ein kleines
Beispiel anzuführen – ein Gutteil der türkischstämmigen Bevölkerung der
Stadt aus der zentralanatolischen Provinz Yozgat – und da vor allem aus der

58
Kleinstadt Akdagmadeni – stammt?48 Aktuell so gut wie gar nicht, wie auch
Recherchen im Zuge des Projekts Poste es! ergaben. Außer in „Ethno-Me-
dien“49, deren das aktuelle Medienhandbuch Migration & Diversität an die
130 verzeichnet,50 die aber in der breiteren Öffentlichkeit praktisch völlig
unbekannt sind, wird nur in Ausnahmefällen über die neuen geo-sozialen
Verhältnisse berichtet. Für Park waren diese Phänomene in den 1920er Jahren
hingegen sehr relevant. Die 270 „Ethno-Medien“, die damals in New York
erschienen, seien in 23 Sprachen publiziert worden, vermerkt er sorgfältig.51
Der Lokaljournalismus hat es offenbar seit Längerem verabsäumt, sich
diesen neuen Lebenswelten zu öffnen. Bereits seit den 80er Jahren, also schon
vor dem Internet, weist Michael Haller für Deutschland nach, habe sich die
Tageszeitung, insbesondere die lokale, Schritt um Schritt vor allem von jungen
Leserinnen und Lesern entfernt und spricht in diesem Zusammenhang von
einem „Prozess der Entfremdung“52. Der „growing gap“ zwischen den Bedürf-
nissen der Leser und dem Nachrichtenangebot der Journalisten dürfte auch auf
den wachsenden kommerziellen Druck auf die Verlage zurückzuführen sein.53
Dazu kommt, dass aufgrund der Veränderung des urbanen Raumes eben
auch die Identifikationspotenziale mit dem traditionellen „Lokalen“ schwinden.
Denn Interesse an lokalen Informationen haben vor allem Leser, die nicht bloß
eine rationale Ortsbindung aufweisen – sich also bloß in einer Stadt aufhalten,
um hier zu arbeiten –, sondern darüber hinaus sozial und emotional an den
Wohnort gebunden sind, sich womöglich, nach längerem Aufenthalt, stark mit
ihm identifizieren.54 Daraus lässt sich auch der inhaltlich eher konservative
Zugang vieler lokaler Gratiszeitungen in Österreich erklären, die sich vorwie-
gend an die „Alteingesessenen“ richten – als Beispiele mögen die bz-Wiener
Bezirkszeitung oder das Wiener Bezirksblatt dienen. Die „geo-soziale“ Ankunfts-
stadt, könnte man sagen, ist in Österreichs Medien noch nicht angekommen.
Noch ein Beispiel: Wenn Martina Salomon im Kurier-Leitartikel über den
Wiener Bezirk Favoriten schreibt, dass eine „Gegend mit hohem Auslän-
deranteil zur No-go-Zone wird, wo Salafisten offen um Nachwuchs  werben

59
und machtvolle Pro-Erdoğan-Demonstrationen ihren Ausgang nehmen“55,
wird dies das Identifikationspotenzial zumindest der „ausländischen“ Wiener
Bevölkerung mit dem Kurier nicht gerade befördern.
Auf die hinter diesem Einzelfall liegenden strukturellen Probleme verweist
eine Untersuchung von Karin Zauner. 93 Prozent der von ihr befragten Chef-
redakteure bzw. Geschäftsführer reichweitenstarker Medien nannten auf
die Frage, in welchen Zusammenhängen ZuwanderInnen in Österreichs
Medien dargestellt würden, den Kontext „Problem/Konflikt“, 63 Prozent
„Kriminalität“, 28 Prozent „Bedrohung/Angst“ und 23 Prozent „Asyl/Asylwer-
berInnen“. Erfolgsgeschichten wurden nur von fünf Prozent erwähnt.56 Ein
Ergebnis, das sich auch mit einer schnelle Inhaltsanalyse untermauern lässt,
wie sie im Zuge des Projekts Poste es! über den APA Online Manager durchge-
führt wurde: So fanden sich unter den rund 300 Treffern bei einer Suche nach
der zentralen Favoritener „Quellenstraße“ seit 1986 zu fast hundert Prozent
nur Negativmeldungen wie Verkehrsunfälle oder Banküberfälle.

Hyperlokaler Journalismus
Welche journalistischen Potenziale bergen nun diese neuen Stadt-
räume? Werden „hyperlokale“ Zugänge, also Plattformen und Netzwerke
für Nutzer, die sich in und über einen „geo-sozial“ eng geführten Raum
austauschen, diesen Räumen gerecht? Was sind überhaupt „hyperlo-
kale Medien“? Harper grenzt „hyperlokalen Journalismus“ sowohl von
„community“ als auch von „public journalism“ ab und spricht von Ersterem
dann, wenn über „a specific neighborhood, a precise geographic location,
or a specific community with common interests that may not be defined
geographically“57 berichtet wird. Im Einzelfall kann also die geographische
Komponente völlig hinter die soziale zurücktreten. Bürger hätten zwar in
vielen Fällen die Möglichkeit, über Kommentare o.ä. am journalistischen
Prozess teilzuhaben („citizen journalism“), definitionsbegründend sei aber
auch das nicht.58 Metzgar, Kurpius und Rowley grenzen „hyperlokale“ von

60
„community media“ ab und schlagen folgende Defintion vor: „Hyperlocal
media operations are geographically-based, community-oriented, origi-
nal-news-reporting organizations indigenous to the web and intended to
fill perceived gaps in coverage of an issue or region and to promote civic
engagement.“59 Reine „communitys of interest“ ganz ohne lokalen Bezug
sind nach dieser Definition ausgeschlossen.
Obwohl in den USA nach den ersten Pleiten hyperlokaler Start-ups, die
rund um das Jahr 2005 erstmals auf den Plan traten,60 ein wenig Ernüch-
terung eingetreten ist, zeichnet sich eine eindeutige Entwicklung noch
nicht ab: „But I refuse to give up hope because there’s a reason for each
fall, there’s much still to do, and it’s still early“61, so Jeff Jarvis, ein nachhal-
tiger Verfechter hyperlokale Zugänge, dessen Studierende an der Graduate
School of Journalism der City University of New York über einige Jahre den
Viertelblog The Local gemeinsam mit der New York Times betrieben.62 In
Deutschland ist das Bild ein anderes: Große Aggregatoren sind bislang
ausgeblieben, mit myheimat.de hat sich aber auch eine überregionale
Bürgerreporter-Plattform etabliert, dazu ist eine Fülle unterschiedlicher
hyperlokaler Initiativen entstanden, die sich im Einzelnen erheblich in
Bezug auf Inhalte, Struktur und Geschäftsmodell unterscheiden.63 Mit Zoom
Berlin betreibt auch die Axel Springer Akademie seit Juli 2012 einen hyper-
lokalen Muster-Blog über die Oranienstraße, der inzwischen aber offenbar
nicht mehr aktualisiert wird. Als der journalist zuletzt „Die Zweite Welle“
hyperlokaler Webseiten untersuchte, die nach Pionieren wie den Prenz-
lauer Berg Nachrichten, den Ruhrbaronen oder dem Heddesheim Blog an
den Start gingen, bilanzierte der Autor, dass mit diesen Projekten aktuell
„leider nicht genug“ Geld verdient würde. Aber: „Der eigentliche Umbruch
steht noch bevor.“64
Eine ähnliche Vielfalt wie in Deutschland sucht man in Österreich vergeb-
lich. Die Gratisblätter der Regionalmedien Austria haben ihre Contents
unter meinbezirk.at gebündelt und für Leserbeiträge geöffnet. Vereinzelt

61
gibt es Nachbarschaftsinitiativen wie MonteLaa.net oder eben Projekte wie
die Annenpost oder Poste es!, die sich ebenfalls als „hyperlokale Medien“
qualifizieren lassen.

Fragen und Vorschläge zur Weiterentwicklung des


(hyper)lokalen Journalismus

Das Bild ist also überaus ambivalent. Einerseits mutiert der lokale Raum
unablässig, dabei vergrößert sich der „gap“ zwischen Stadtraumbewohnern
und herkömmlichem Lokaljournalismus beständig, die Auflagen der Zeitungen
sinken. Zugleich ist die Experimentierfreude, die neuen urbanen Räume – online
wie offline – medial zu gestalten, zumindest hierzulande nicht besonders stark
ausgeprägt. Was bedeutet das für den Journalismus? Was für eine demokratische
Öffentlichkeit?
Robert E. Park formulierte seine Forschungsfragen in den 1920er Jahren über
eine Form von Stadt, die sich einige Jahrzehnte zuvor, Ende des 19. Jahrhunderts,
ebenfalls in einer Zeit rasanten Wandels herausgebildet hatte. Die Großstadt
der Jahrhundertwende hat sowohl den klassischen Reportertypen als auch das
Repertoire journalistischer Verfahrensweisen und Darstellungsformen hervor-
gebracht, wie sie im Grunde heute noch in den Lehrbüchern erklärt werden – in
der Regel ohne Verweis auf ihre historische Bedingtheit. „Als Kundschafter entwi-
ckelt der Reporter Recherchetechniken, die dem Image des Abenteurers ebenso
wie den veränderten Gegebenheiten in der großstädtischen Welt entsprechen:
die Beobachtung und das Interview, die Untersuchung vor Ort und die underco-
ver-Recherche.“65 Presse und Großstadt, so Lindner, gingen eine „symbiotische
Beziehung“66 ein, in Erscheinungsweise, Distribution und Präsentation „schlägt
sich der großstädtische Rhythmus“67 nieder – ideal abgestimmt auf die „Stei-
gerung des Nervenlebens“68 der neuen großstädtischen Individualisten. „Die
Zeitung neuen Typs ist eine zentrale Institution und Instanz des Übergangs von
der Tradition zur Moderne, der sich als Übergang vom Land zur Stadt, von der
Alten Welt zur Neuen Welt darstellt.“69

62
Doch diese Stadt gibt es nicht mehr, und auch ihre Medien, ihre Repor-
tertypen sind am Verschwinden. Andere Wissenschaften, die mit Kate-
gorien des Lokalen operieren, haben mit grundsätzlichen methodischen
Diskussionen auf diese neuen Gegebenheiten reagiert. Der Ethnologe
George Marcus etwa hat bereits Mitte der 1980er Jahre eine „multi-sited
ethnography“ vorgeschlagen, somit eine mobile Forschungsstrategie, die
das traditionelle „Feld“ als zentralen Ort der Forschung zugunsten eines
multiplen, in einer „diffusen Raum-Zeit“ geschichteten Feldes aufgibt, das
der Ethnograph nach lebensweltlichen Spuren und Zusammenhängen
untersucht.70 Eine ähnliche Neuverortung erscheint auch für die Kommuni-
kationswissenschaften, insbesondere für den Lokaljournalismus, unerläss-
lich. Denn die Lokalzeitung, so wie wir sie kennen, ist für das Eigenheim
gemacht, könnte man mit Rauterberg sagen.71 Was aber ist das Leitmedium
der neuen „geo-sozialen“ Räume der Digitalmoderne?
An diese Grundfrage müsste man viele weitere, drängende Fragestel-
lungen und Untersuchungen anschließen: Was ist die Funktion dieser
Medien und des mit ihnen in Zusammenhang stehenden Journalismus, der
das Lokale nicht bloß ins Hyper-Lokale übertreibt sondern auch über das
Lokale hinaus geht, um aktuellen Lebenswelten an „multiple sites“, an denen
sie sich verwirklichen, nachzuspüren? Was ist die Aufgabe der „Reporter“,
die diesen Journalismus, der – dem doppelten Wortsinn folgend – also ein
„hyper-hyperlokaler wäre“, betreiben? Welche Themen behandeln sie?
Welche Formen nehmen die Kommunikationen an, über die sich dieser
Journalismus darstellt? Abschließend sollen einige dieser Fragen, wie sie
sich auch im Zuge der Arbeit mit Studierenden an der Annenpost, an Post es!
und an den übrigen Projekten am Studiengang JPR immer wieder stellen,
noch detaillierter – von Parks neugierig intervenierendem Forschungs-
gestus ausgehend, der sich sowohl durch seine empirischen Orientierung
als auch durch seine moralische Unvoreingenommenheit auszeichnete72 –
aufgeschlüsselt werden.

63
Neue Funktionen des Lokaljournalismus, neue Strukturen,
neue Rollen
• Wenn „interesseloses Interesse“73, eine distanzierte Einstellung,
wenn also „Objektivität“ die Haltung des Reporters der modernen
Metropole des beginnenden 20. Jahrhunderts war – was ist dann
die journalistische Haltung, die hundert Jahre danach mit den neuen
urbanen Räumen korrespondiert?
• Wird der neue Journalismus einer sein, der „weniger arrogant“
ist? „More willing to listen and take part in a conversation with their
communities, more willing to be part of their communities?“74
• Wird das ein Journalismus sein, der bewusst und selbstreflexiv Posi-
tion in diesen „geo-sozialen“ Communitys bezieht, eine aktivere Rolle
einnimmt? Die eines „Gatewatchers“75? Eines Community-Modera-
tors76? Eines „Chefanwalt[s] für Öffentlichkeit“77? Eines Kurators? Eines
(Stadtteil-)Aktivisten?
• „What are the methods and motives of the newspaper man? Are they
those of an artist? a historian? Or merely those of a merchant?“78 Wird
dieser Journalismus ein „empirischer“79 sein, der sich – wie das bei
Poste es! versucht wurde – sozialwissenschaftlicher Methoden ebenso
selbstverständlich bedient wie künstlerischer?
• Was aber, wenn der „Gap“ zwischen traditionellen Medien und
Bürgern so groß wird, dass bestimmte Stadtteile nicht mehr versorgt
werden können? Und: Ist das bereits der Fall?
• Ist hyperlokale Öffentlichkeit, ist die Informations- und die Integra-
tionsfunktion auf lokaler Ebene ein „öffentliches Gut“80? Oder, um mit
Park zu fragen: „What would be the effect of making the newspaper a
municipal monopoly?“81
• Welche hyperlokalen Geschäftsmodelle werden sich entwickeln?

Welche Themen? Welche Konversationen?


• Wenn der Journalismus der Großstadt an der Wende vom 19. zum 20.
Jahrhundert unter anderem die Funktion hatte, „Innensichten fremder

64
Lebenswelten“82 zu vermitteln, wenn er, ganz im Rhythmus der Stadt,
mit „Schlagzeilen“ auf das „Atypische, Unerwartete und Regelwidrige“83
zielte, worauf zielt der neue hyperlokale Journalismus? Auf die Integra-
tion unterschiedlicher Lebenswelten und Räume?
• Wenn die Gegenwart „liquide“ wird, wird dann – neben dem Neuen,
das bis heute den Nachrichtenwert eines Ereignisses zentral bestimmt –
auch das Vergangene wichtiger?84
• Wer nimmt an den neue hyperlokalen Konversationen teil, und was
ist mit den Menschen, die aus sozialen oder kulturellen Gründen nicht
teilnehmen wollen oder können?
• Was sind zeit- und raumgemäße Formen der Partizipation im
Journalismus?

Welche Formen? Welche Verfahren?


• Was bedeutet „Recherche“ in diesen Räumen? Welches Potenzial
haben partizipative Recherchetechniken wie Crowdsourcing?
• Wenn „keine Form (...) für immer“85 Bestand hat: Welche Formen
werden Nachricht, Reportage, Interview, Kommentar künftig annehmen?
• Wie lässt sich der globalisierte „geo-soziale“ Stream sinnvoll formen,
geographisch bzw. zeitlich „einfrieren“, archivieren, mashen, ordnen oder
sichtbar machen?
• Was ist der „Rhythmus“86 der neuen urbane Räume? Was das Äquiva-
lent zur „Schlagzeile“? Ein Tweet? Ein Storify? Eine Timeline? Ein Stream?
Ist der Hashtag der „Artikel“? Oder, um mit Robert E. Park erneut ganz
grundsätzlich zu fragen: „What is news?“87

Anmerkungen
1 Park, Robert E.: The Natural History of the Newspaper. In: Park, Robert E. [u.a.]: The City. With an
Introduction by Morris Janowitz. Chicago 1984 [Erstauflage 1925]. S. 85.
2 Lindner, Rolf: Walks on the Wild Side. Eine Geschichte der Stadtforschung. Frankfurt [u.a.] 2004.
S. 123.
3 Park, Robert E.: The City: Suggestions for the Investigation of Human Behavior in the Urban
Environment. In: Park [u.a.], City, S. 46.
4 Ebda, S. 39.

65
5 Vgl. Park, Robert E.: The Natural History of the Newspaper. In: Ebda, S. 80-98.
6 Wolf, Fritz: Salto Lokale. Das Chancenpotenzial lokaler Öffentlichkeit. Mainz 2010 (= Dokumen-
tation zum 15. MainzerMedienDisput). Im Internet: http://www.netzwerkrecherche.de/files/
mmd-dossier-2010-salto-lokale.pdf. S. 6 (eingesehen am 3. November 2013).
7 Ebda, S. 7.
8 Chmielewski, Daniel: Lokale Leser. Lokale Nutzer. Informationsinteressen im Vergleich. Eine cross-
mediale Fallstudie. Köln 2011. S. 14.
9 Möhring, Wiebke: Profession mit Zukunft? Zum Entwicklungsstand des Lokaljournalismus. In: Das
verkannte Ressort. Probleme und Perspektiven des Lokaljournalismus. Hg. v. Horst Pöttker und Anke
Vehmeier. Wiesbaden 2013. S. 67.
10 Pöttker, Horst: Einleitung. Das verkannte Ressort. Strukturen und Probleme des Lokaljourna-
lismus in der digitalen Medienwelt. In: Ebda, S. 9.
11 Vgl. Haller, Michael: Diagnose: Fehldiagnose! In: 2020 – Die Zeitungsdebatte auf Spiegel Online. Im
Internet: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/michael-haller-zur-zeitungsdebatte-a-917026.
html (eingesehen am 3. November 2013).
12 Park, Natural History, S. 98.
13 Vgl. Annenpost. Literarische Berichte (6 Ausgaben). Hg. v. < rotor > Zentrum für zeitgenös-
sische Kunst. Im Internet: http://rotor.mur.at/con_annen2_annenpost_ger.html (eingesehen am
4.November 2013).
14 So pries etwa das Raiffeisen-Magazin future bereits im März 2011 die Lage eines Wohnbaupro-
jekts wie folgt an: „Das Annenviertel mausert sich zum dynamischen innerstädtischen ,Trend-Karree´
und zieht mit reichhaltigem Kultur- und Freizeitangebot immer mehr junge Menschen an.“
N. N.: Neue Wohnkultur in Graz. In: Future, 01/11. S. 4. Im Internet: http://www.raiffeisenevolution.com/
fileadmin/template01/uploads/pdfs/future_magazin/futuremagazin_01_2011.pdf (eingesehen am
4. November 2013).
15 Vgl. NN: Über uns. Hg. v. Studiengang JPR. Im Internet: http://www.annenpost.at/uber-uns/
(eingesehen am 4. November 2013).
16 Vgl. Stadtteilprojekt Annenviertel: Annenviertel. Mach mit! Im Internet: http:// annenviertel.at/
die-initiative/ (eingesehen am 4. November 2013).
17 Vgl. Studiengang JPR: annenpost.at auf Facebook. Im Internet: http://www.facebook.com/annen-
post (eingesehen am 13. November 2013).
18 Vgl. Biennale Internationale Design Saint-Étienne 2013: Exposition. EmpathiCITY, Making our
City together (14.-31. 3. 2013). Im Internet: http://www.biennale-design.com/saint-etienne/2013/
fr/expositions/020113-z1-empathicity (eingesehen am 4. November 2013).
19 Stadtteilprojekt Annenviertel: Unser Plan vom Annenviertel. Im Internet: http://annenviertel.
at/2013/05/unser-plan-vom-annenviertel-2/ (eingesehen am 4. November 2013).
20 Wolkinger, Thomas: Naša mapa štvrte Annenviertel. In: designum, 3/2013. S. 39.
Eine deutsche Übersetzung findet sich unter http://wolkinger.wordpress.com/2013/08/20/
nasa-mapa-stvrte-annenviertel/ (eingesehen am 4. November 2013).
21 Vgl ebda, S. 39-41.
22 Vgl. Wiener Festwochen: Into the City. Poste es! (12. 5.-9. 6. 2012). Im Internet: http://www.
festwochen.at/index.php?id=eventdetail&detail=744 (eingesehen am 4. November 2013).
Eine umfassendere Dokumentation des Projekts findet sich unter http://wolkinger.wordpress.
com/2012/07/05/p-t-poste-es/ (eingesehen am 4. November 2013).

66
23 Vgl. Grabovszki, Ernst: Nachwort. In: Emil Kläger. Durch die Wiener Quartiere des Elends und
Verbrechens. Ein Wanderbuch aus dem Jenseits. Hg. v. Ernst Grabovszki. Wien 2011 [Erstauflage
1908]. S. II.
24 Vgl. [00:00:00-7:02:53]. Hg. v. Thomas Wolkinger. Wien 2013 (auf zehn Exemplare limitierte
Auflage). Im Internet unter http://de.scribd.com/twolkinger (eingesehen am 4. November 2013).
25 Vgl. Der Quellenstraßen Blog. Hg. v. Thomas Wolkinger und Michael Hieslmair. Im Internet:
http://quellenstrasse.net/ (eingesehen am 4. November 2013).
26 Vgl. Elevate Festival: Graz, offene Stadt? Den öffentlichen Raum entdecken mit OpenStreetMap
(26. 10. 2013). Im Internet: http://2013.elevate.at/e13graz/ (eingesehen am 4. November 2013).
27 Vgl. Elevate Festival: Mapventure & Storywalk. Im Internet: http://2013.elevate.at/festival/
diskurs-film/diskursprogramm/samstag-26okt/e13graz/1445-hauptbahnhof/ (eingesehen am 4.
November 2013).
28 Flöper, Berthold F.: Vorwort. In: Sonja Kretzschmar [u.a.]: Lokaljournalismus. Wiesbaden 2009. S.
10. Im Internet: http://books.google.com/books?hl=de&lr=&id=BRBwyC3t-jkC&pgis=1 (eingesehen
am 13. November 2013).
29 Vgl. Möhring, Wiebke: Lokaljournalismus. Grundlegende Merkmale und Kennzeichen. In: Dossier
Lokaljournalismus der Bundeszentrale für Politische Bildung (erschienen am 21. 12. 2011). Im
Internet: http://www.bpb.de/gesellschaft/medien/150756/einfuehrung-lokaljournalismus?p=all
(eingesehen am 2. November 2013).
30 Lönneker, Jens: Was ist „lokal“? In: Dossier Lokaljournalismus der Bundeszentrale für Politische
Bildung (erschienen am 29. 2. 2012). Im Internet: http://www.bpb.de/gesellschaft/medien/151097/
was-ist-lokal/ (eingesehen am 2. November 2013).
31 Vgl. Rauterberg, Hanno: Wir sind die Stadt! Urbanes Leben in der Digitalmoderne. Berlin 2013.
S. 11f.
32 Haas, Hannes: Empirischer Journalismus: Verfahren zur Erkundung gesellschaftlicher Wirklich-
keit. Wien [u.a.] 1999. S. 132.
33 Rauterberg, Stadt, S. 15.
34 Paulussen, Steve und D’heer, Evelien: Using Citizens for Community Journalism. In: Journalism
Practice, 5/2013. S. 589. Im Internet: http://dx.doi.org/10.1080/17512786.2012.756667 (einge-
sehen am 2. November 2013).
35 Vgl. Hess, Kristy: Breaking Boundaries. In: Digital Journalism, 1/2013. S. 48-63. Im Internet:
http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/21670811.2012.714933 (eingesehen am 13.
November 2013).
36 Wolf, Fritz: Chancen und Risiken des Lokaljournalismus heute. In: Das verkannte Ressort. Prob-
leme und Perspektiven des Lokaljournalismus. Hg. v. Horst Pöttker und Anke Vehmeier. Wiesbaden
2013. S. 129.
37 „Die Lage ist da völlig unterschiedlich. In der Großstadt treffen wir auf
einen viel stärkeren Verlust an Identifikation mit der Nahwelt.“
Wolf, Salto, S. 12.
38 Harvey, David: Rebellische Städte. Berlin 2013. S. 19.
39 Vgl. Lefebvre, Henri: The Urban Revolution. Minneapolis 2003 [Erstauflage 1970].
40 Rauterberg, Stadt, S. 145.
41 Fücks, Ralf: Der Moloch Stadt erfindet sich neu. In: Urban Futures 2050. Szenarien und Lösungen
für das Jahrhundert der Städte. Hg. Von der Heinrich-Böll-Stiftung. Berlin 2011 (= Schriftenreihe

67
Ökologie, Bd. 18). S. 17.
42 Vgl. ebda.
43 Vgl. Rauterberg, Stadt, S. 51f.
44 Ebda, S. 31.
45 Saunders, Doug: Die neue Völkerwanderung. Arrival City. München 2013. S. 39.
46 Vgl. ebda, S. 37-41.
47 „Fluidität heißt der neue Leitwert. Die Dinge sind im Fluss, wie die Begriffe und das eigene Ich.“
Rauterberg, Stadt, S.21.
48 Vgl. Bernath, Markus: Die Schilling-Könige von Anatolien. In: Der Standard vom 25./26. 9. 2010.
Im Internet: http://derstandard.at/1285199217937/Standard-Reportage-Die-Schilling-Koeni-
ge-von-Anatolien (eingesehen am 31. 10. 2013).
49 Vgl. Matsaganis, Matthew D. [u. a.]: Understanding Ethnic Media. Producers, Consumers and
Societies. Thousand Oaks [u. a.] 2011.
50 Vgl. Akinyosoye, Clara und Inou, Simon: Österreichisches Medienhandbuch. Migration & Diver-
sität 2013. Wien 2013.
51 Vgl. Park, City, S. 26f.
52 Haller, Michael: Die vertraute Fremde. Junge Leser und die Zukunft der Zeitung. In: Dossier Lokal-
journalismus der Bundeszentrale für Politische Bildung (erschienen am 28. 8. 2011). Im Internet:
http://www.bpb.de/gesellschaft/medien/lokaljournalismus/150777/junge-leser?p=all (einge-
sehen am 13. November 2013).
53 Vgl. Bruns, Axel: News Blogs and Citizen Journalism: New Directions for e-Journalism. In: e-Jour-
nalism: New Media and News Media. Hg. v. Kiran Prasad. Dheli 2009. Im Internet: http://snurb.info/
files/News%20Blogs%20and%20Citizen%20Journalism.pdf. S. 102. (eingesehen am 13. November
2013).
54 Vgl. Süper, Daniel: Meine Heimat. Meine Zeitung. Zur Ortsbindung von Lokalzeitungslesern und
Nutzern lokaler Nachrichtendienste. In: Das verkannte Ressort. Probleme und Perspektiven des
Lokaljournalismus. Hg. v. Horst Pöttker und Anke Vehmeier. Wiesbaden 2013. S. 104f.
55 Salomon, Martina: Mehr Augenmerk auf Problemregionen. Im Kurier vom 13. 10. 2013. Im
Internet: http://kurier.at/meinung/kommentare/innenpolitik/mehr-augenmerk-auf-problemregi-
onen/30.828.010 (eingesehen am 13. November 2013).
56 Vgl. Zauner, Karin: Zuwanderung – Herausforderung für Österreichs Medien. Im Internet: http://
medienservicestelle.at/migration_bewegt/wp-content/uploads/2012/01/IBIB_ZuwanderungMe-
dien.pdf (eingesehen am 13. November 2013).
57 Harper, Christopher: Urban Journalism: Street by Street. In: Journal of Literature and Art Studies,
2/2012. S. 643.
58 Vgl. ebda.
59 Metzgar, Emily T. [u.a.]: Defining hyperlocal media: Proposing a framework for discussion. In: new
media & society, 5/2011. S. 774.
60 Vgl. Hopper, Keith: A Brief History of Hyperlocal News. Im Internet: http://keithhopper.com/
blog/brief-history-of-hyperlocal-news (eingesehen am 13. November 2013).
61 Jarvis, Jeff: Hyperlocal cooties. In: BuzzMachine (erschienen am 8. 3. 2013). Hg. von Jeff Jarvis. Im
Internet: http://buzzmachine.com/2013/03/08/hyperlocal-cooties/ (eingesehen am 13. November
2013).
62 Vgl. Jarvis, Jeff: The Times & CUNY (and others) go hyperlocal. In: BuzzMachine (erschienen am

68
28. 2. 2009). Hg. Von Jeff Jarvis. Im Internet: http://buzzmachine.com/2009/02/28/the-times-cuny-
and-others-go-hyperlocal/ (eingesehen am 12. November 2013).
63 Vgl. Neubarth, Julia und Neuberger, Christoph: Der Blogkosmos. Lokale Blogs: Konkurrenz
und/oder Ergänzung? In: Dossier Lokaljournalismus der Bundeszentrale für Politische Bildung
(erschienen am 2. 3. 2012). Im Internet: http://www.bpb.de/gesellschaft/medien/151419/der-blo-
gkosmos?p=all (eingesehen am 2. November 2013).
64 O´Daniel, Benjamin: Die Zweite Welle. In: journalist, 9/2012. Im Internet: http://www.journa-
list.de/aktuelles/meldungen/hyperlokale-webseiten-die-zweite-welle.html (eingesehen am 13.
November 2013).
65 Lindner, Rolf: Die Entdeckung der Stadtkultur: Soziologie aus der Erfahrung der Reportage. Mit
einem aktuellen Nachwort. Frankfurt am Main 2007 [Erstausgabe 1990]. S. 46.
66 Ebda, S. 21.
67 Ebda, S. 44f.
68 Simmel, Georg: Die Großstädte und das Geistesleben. Frankfurt am Main 2006 [Erstausgabe
1903]. S. 9.
69 Ebda, S. 20.
70 Vgl. Marcus, George E.: Ethnography in/of the World System: The Emergence of Multi-Sited
Ethnography. In: Annual Review of Anthropology, 24/1995. S. 95-117.
71 Vgl. Rauterberg, Stadt, S. 27f.
72 Lindern, Walks, S. 117.
73 Ebda, S. 120.
74 Kennedy, Dan: The Wired City. Reimagining Journalism and Civic Life in the Post-Newspaper Age.
Boston 2013. S. 152.
75 Vgl. Bruns, Axel: Vom Gatekeeping zum Gatewatching. Modelle der journalistischen Vermittlung
im Internet. In: Journalismus im Internet. Profession - Partizipation – Technisierung. Hg. v. Christoph
Neuberger [u.a.]. Wiesbaden 2009. Im Internet: http://snurb.info/files/2008_DFG_Vom%20Gate-
keeping%20zum%20Gatewatching_preprint.pdf. S. 107-128. (eingesehen am 14. November 2013).
76 Vgl. Wolf, Salto, S. 34.
77 Golombek, Dieter: Mit Öffentlichkeit dienen. In: Dossier Lokaljournalismus der Bundeszentrale
für Politische Bildung (erschienen am 20.12.2012). Im Internet: http://www.bpb.de/gesellschaft/
medien/151167/mit-oeffentlichkeit-dienen (eingesehen am 13. November 2013).
78 Park, City, S. 39.
79 Vgl. Haas, Journalismus.
80 Habermas, Jürgen: „Keine Demokratie kann sich das leisten“. In: Süddeutsche Zeitung vom 16. 5.
2007. Im Internet: http://www.sueddeutsche.de/kultur/juergen-habermas-keine-demokratie-kann-
sich-das-leisten-1.892340 (eingesehen am 14. November 2013).
81 Park, City, S. 39.
82 Lindner, Entdeckung, S. 47.
83 Ebda, S. 17.
84 Vgl. Rauterberg, Stadt, S. 20-26.
85 Ebda, S. 26.
86 Vgl. Lindner, Entdeckung, S. 44f.
87 Park, City, S. 39.

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