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Die Sprachgeschichte, Fragen:

1. Ursprache – Sprachfamilie – Indogermanische Sprachfamilie –


Ursprache= verwandte Sprachen bilden eine Familie, die aus einer gemeinsamenUrsprache
entstanden sein muss, verwandte Familien bilden eine „ Großfamilie“, die ebenfalls aus einer
noch älteren Ursprache kommen muss.

Ur- Indifernanisch (*egom)

Latein (ego) Germanisch (*ik); Griech (egö), Slavisch (azu)

Ca.400 Sprchfamilien weltweit in 90 Großfamilien.

Gemeinsamer Ursprung aller Sprachen is das Wahrscheinlichste ( Sprache entstand vor ca.
100.000 Jahren, vllt aus hervorstehendes Merkmal des modernen Menschen)

Was haben alle Sprachen gemeinsam?

Alle haben Wörter und Sätze; Wörter werden aus bedeutungslosen Lauten gebildet;

-alle haben komplexe morphologische und oder syntaktische Strukturen;

-alle haben Frageausdrücke ( wer? was?)und Verneinungsausdrücke ( nicht)

- Ausdrücke für oben, unten,usw.

2. Sprachfamilien
1 Land eine Sprache; ungefär 200; 6000 lebende sprachen, 5.900 die existieren; weitere sind
ausgestorben; 6.600.

Man hat ein problem beim Identifizierung der Sprache,z.B. in dt. Gibt es 1 Sprache mit
verschiedenen Dialekten; 1951, Entnolog, wichtiges Buch, dort wurde Bayrisch als separate
Sprche wurde festegellt.

Jugoslawien;Serbien,Kroatien, Herzegowina, das war das Jugoslawische, später wurde es B K


S;

Luxenburg= Franz sprechen mehrere; aber luxenburgisch ist die hauptsprache; es wird mehr
als Dialekt angesehen;

Switzer_Deutsch auch; Deutsch ist ein kompliziertes Beispiel; Hochdeutschen Raum und
Niederdeutscherraum/ Niederfränkische;

Im italienischen; balisch-keltische; gibt es auch.


Beim Zählen der Sprachen gibt es Dialekten; in Afrika z.B. gibt es verschiedene Variateten;
sie sind verständlich, aber im anderen Teil ist das nicht verständlich; das geht das Alphabet
an.

Meistens sind das Gebiete, die die Dialekte als Sprache auffassen. Das sind sozusagen
verschidene Probleme.

Es gibt 25 Sprachfamilien,die 1 mil sprecher haben;die anderen haben weniger als 1 Million.
Die zweitgröste Sprachfamilie nach dem Indogerm.sind die Sinotibetischen Sprachen;die sind
deswegen so groß weil das Chinesische in mehreren Sprachen zerfällt;dazu gehört das
Tibetische und Sprachen in süd-ost Asien.

Detusch gehört zur Familie des Indoeuropäischen

Frühere Bezeichnung: „Indogermanisch“

Die Indoeuropäische Sprachfamilie:

Antike: geringes Interesse an vergleichender Sprachforschnug;

Mittelalter: Schriftliche Dokumentation vieler europ.Sprachen

Verbreitete Vermutung, dass alle Sprachen vom Hebräischen abstammen;

Kein wirkliches Konzept von Sprachwandenl; eigentlicher Beginn der komparativen


Linguistik mit Entdeckung des Sanskrit ( zusammengesetzt, geschmückt)

Der Philologist Wiliam Jones ( 1786) sagte, dass die Sanskrit-Sprache eine wunderbare
Struktur hat, sie sei perfekter als das Griechische und Lateinische;

Grammatische Ähnlichkeit zwischen Griechisch und Sanskrit;

As-mi (Sanskrit) Deutsch ( ich bin) Latein ( s-um)

Die indoeuropäische Sprachfamilie:

-Sanskr-. As und lat es bedeutet im dt. „sein“;

Beide haben Allomprph „s“

Sanskr. hat noch eine Endung „i“

3.Stammbaumtheorie – Wellentheorie

Die Wellentheorie der Sprachentwicklung wurde ursprünglich von Hugo Schuchardt in einer
seiner Leipziger Vorlesungen im Jahre 1870 in die historische Sprachwissenschaft und
Dialektologie eingeführt.[3] Johannes Schmidt (1843-1901) entwickelte das Konzept in
der Linguistik weiter. In seiner Analyse der Verwandtschaftsverhältnisse der
indogermanischen Sprachen begründete er 1872 die Auffassung von der allmählichen
räumlichen Verbreitung sprachlicher Neuerungen, kurz Wellentheorie genannt.
Die Wellentheorie richtete sich gegen die damals aufkommende Lehrmeinung von
der Ausnahmslosigkeit der Lautgesetze, mit der die Junggrammatiker bis in die 1930er Jahre
entscheidenden Einfluss in der indogermanischen Sprachwissenschaft hatten. In Analogie
zur Wellenlehre in der Physik sah Johannes Schmidt Entwicklungen der indogermanischen
Sprachen und anderer Sprachfamilien als Resultat von Überlagerungen.
Diese Interferenzen und kleinere Änderungen würden in kleinen Gruppen entstehen und sich
ausbreiten. Dabei würde der Effekt im Laufe der Ausbreitung immer schwächer, ähnlich den
Wellen, die ein ins Wasser geworfener Stein erzeugt.
Die Wellentheorie ergänzt die von August Schleicher (1821-1868)
entwickelte Stammbaumtheorie, nach der sich Sprachen analog der Evolution biologischer
Arten aus Ursprachen entwickeln. Mit Hilfe der Wellentheorie kann die Ausbreitung
bestimmter sprachlicher Erscheinungen über Sprachgrenzen hinaus einfacher erklärt werden
als mit evolutionstheoretischen Modellen, wie beispielsweise der genetischen Drift.

Etwa 2000 v.Chr. begann mit der Neubesiedlung des westlichen Ostseeraumes die Abtrennung der
germanischen Sprachen aus dem Indoeuropäischen. Dieser Prozess beinhaltete eine Reihe von
sprachlichen Veränderungen:

 die sprachliche Lautverschiebung,


 den Akzentwandel und
 die Herausbildung schwacher Verben.

Der Prozess war etwa 500 v.Chr. beendet.


Die erste oder germanische Lautverschiebung setzte etwa zwischen 1200 und 1000 v.Chr. ein und war
zwischen 500 und 300 v.Chr. abgeschlossen.

Das Gesetz der ersten oder germanischen Lautverschiebung hat JACOB GRIMM 1822 beschrieben
(grimmsches Gesetz). KARL VERNER ergänzte diese Erkenntnisse und begründete die Gesetzmäßigkeit
der Akzentverschiebung (vernersches Gesetz).

4. Die erste Lautverschiebung/ vernerisches Gesetz

Etwa 2000 v.Chr. begann mit der Neubesiedlung des westlichen Ostseeraumes die
Abtrennung der germanischen Sprachen aus dem Indoeuropäischen. Dieser Prozess
beinhaltete eine Reihe von sprachlichen Veränderungen:

 die sprachliche Lautverschiebung,


 den Akzentwandel und
 die Herausbildung schwacher Verben.

Der Prozess war etwa 500 v.Chr. beendet.

Erste Lautverschiebung
Die erste oder germanische Lautverschiebung setzte etwa zwischen 1200 und 1000 v.Chr. ein
und war zwischen 500 und 300 v.Chr. abgeschlossen. Sie führte zur Differenzierung zwischen
den germanischen und den indoeuropäischen Sprachen.
 Die stimmhaften Verschlusslaute b, d und g wurden
zu stimmlosen Verschlusslauten p, t und k:
labium Lippe; duo twai (zwei); ager Acker
 Die behauchten Verschlusslaute bh, dh und gh wurden
zu stimmhaften Reibelauten (Frikative) und schließlich
zu den stimmhaften Verschlusslauten b, d und g:
nábhas nebul (Nebel); dhur door; ghostis gast.

JACOB GRIMM hat 1822 das Gesetz der ersten oder germanischen Lautverschiebung
beschrieben (grimmsches Gesetz). Er erläuterte den Lautwandel und insbesondere das Muster
für die Veränderungen der Verschlusslaute (p). JACOB GRIMM belegte, dass sich die
Veränderungen innerhalb einer Sprache sowie in Sprachgruppen äußerst langsam und nur
allmählich vollziehen.
Seine Forschungen wurden durch den dänischen Sprachwissenschaftler KARL
VERNER ergänzt. VERNER untersuchte die Verschiebung des Wortakzents, die in Wörtern
der germanischen Sprache nach der von GRIMM
beschriebenen Konsonantenverschiebung eingetreten ist. Von GRIMM noch als
„grammatischer Wechsel“ bezeichnet, weist VERNER die Gesetzmäßigkeit der
Akzentverschiebung nach (vernersches Gesetz).
Er stellte fest, dass die stimmlosen Reibelaute (Frikative), die infolge der germanischen
Lautverschiebung entstanden waren, unter bestimmten Betonungsverhältnissen – nämlich
wenn der Hauptakzent nicht auf die unmittelbar vorhergehende Silbe fiel – stimmhaft
wurden:
Dies hat er auch für den bereits bestehenden Reibelaut s, der ebenfalls stimmhaft wird,
nachgewiesen.

Akzentwandel

Mit der ersten Lautverschiebung erfolgte eine Akzentveränderung des Germanischen.


Während in den indoeuropäischen Sprachen der Akzent auf jeder Silbe liegen konnte,
beschränkte sich dies in den germanischen Sprachen auf eine Wurzel oder Stammsilbe. In den
meisten Fällen war es die erste Silbe des Wortes. Die anderen Silben, die wichtige
grammatische Elemente beinhalteten, wurden oft vernachlässigt oder sogar ganz gestrichen.
Dadurch waren Person, Zeit oder Fall vielfach nicht mehr zu erkennen. Um das wieder
deutlich zu machen, veränderte sich die Betonung der Wörter.
Das Germanische unterschied sich von den indoeuropäischen Sprachen durch Veränderung
der Verschlusslaute und Betonung der ersten Silbe eines Wortes.

Indoeuropäische Sprachen

Beweglich springender Akzent, Veränderung der Betonung bei Flexion des Wortes:
Trápeza, trapézes, trapezón – Der Tisch, des Tisches, der Tische.

Germanische Sprachen

Meist Akzentuierung des Wortes auf der Stammsilbe (erste Silbe des Wortes – exipatorischer
Akzent):
Tón, Betónung, Vertónung.
Herausbildung schwacher Verben

Die erste oder germanische Lautverschiebung beinhaltete auch die Herausbildung schwacher
Verben. Damit war eine Entwicklung vom synthetischen zum analytischen
Sprachbau verbunden. Die Umstellung des Satzbauplans findet sich in allen überlieferten
Schriftbelegen, ausgenommen im Hildebrandslied. Hier sind noch Reste des archaisch-
poetischen Satzbaus festzustellen (z. B. sunufatarungo iro saro rihtun).

Indoeuropäische Sprachen

 Bildung von verschiedenen Zeitformen/Tempora, Kasus usw. mithilfe von Endungen


 viele Konjugationsmöglichkeiten (z. B. zehn Möglichkeiten im Altindischen für die
Bildung des Präsens)

Germanische Sprachen

 Reduzierung der Tempusbildung auf zwei Möglichkeiten: starke Verben, schwache


Verben
 starkes Verb: graben - grub, schwaches Verb: leben – lebte

5.Gliederung der germ. Stämme – Goten – Quellen der gotischen Sprache –


Wulfila

Die gotische Sprache ist als älteste überlieferte germanische Schriftsprache für die
Sprachwissenschaft von großer Bedeutung. Die gotische Sprache gehört zum
ostgermanischen Zweig der germanischen Sprachen und wurde von den Goten eingeführt.

Die Goten wurden seit Christi Geburt in den Quellen erwähnt. 200 Jahre später gründete
dieser Stamm nacheinander Reiche auf dem Balkan in Italien und Spanien.

Die sprachlichen Zeugnisse, die erhalten geblieben sind, stammen fast alle aus Italien, wo die
Ostgoten unter Theoderich (gest. 526) um und nach 500 ein großes Reich errichteten. Die
wichtigste Quelle ist ist die von Bischof Wulfila (um 311 bis 383) übersetzte gotische Bibel
"Codex Argenteus". Die Handschrift ist prachtvoll gestaltet: purpurfarbenes Pergament mit
silbernen und goldenen Buchstaben.

Die übrigen Sprachdenkmäler sind Personennamen, einige Runen-Inschriften in Osteuropa,


das Bruchstück eines Festkalenders, zwei lateinische Verkaufsurkunden aus Ravenna, die
"Skeireins" (Erläuterungen) - eine Erklärung des Johannisevangeliums sowie
Randbemerkungen zu einem lateinischen Text in Verona.

Die gotische Sprache ist im 6. Jahrhundert mit den Goten untergegangen. Nur bei den
sogenannten "Krimgoten" hat sie sich bis in das 18. Jahrhundert erhalten. Schon im Jahr 258
waren die ersten gotischen Siedler auf die Halbinsel Krim im Schwarzen Meer gekommen.
Überlieferte Zeugnisse bestätigen, daß dort auch noch in späteren Jahrhunderten "deutsch",
bzw. "gotisch" gesprochen wurde. Allmählich verdrängten jedoch bis zum 18. Jh. die
tatarischen Sprachen der Umgebung das Krimgotische vollständig. Außer ein paar Flurnamen
sind keine Zeugnisse mehr darüber erhalten, daß auf der Krim einst Menschen lebten, die zur
germanischen Sprachgruppe zählten.

Bei der gotischen Sprache besitzt das Nomen fünf Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ,
Akkusativ und Vokativ, das Verb zwei Tempora: Vergangenheit und Nicht-Vergangenheit
und drei Numeri: Singular, Plural und Dual (als Ausdruck der Paarigkeit des Subjektes).

6. Der Ablaut – Arten des Ablauts – J. Grimm

Der Begriff Ablaut wurde von Jacob Grimm eingeführt und meint in germanischen Sprachen
den systematischen Wechsel des Vokals in etymologisch verwandten Wörtern wie
in fahren und Furt oder singen und Gesang. Dazu gehören auch die zusammengehörigen
Flexionsformen wie fahren-fuhr oder singen-sang.[1]

Im Mittelhochdeutschen gibt es noch 370 Verben mit Vokalalternation, die in 7 verschiedene


Klassen eingeteilt sind, und in Ablautreihen dargestellt werden. Manche Reihen sind aufgrund
historischer Lautwandelprozesse in Untergruppen unterschieden. Zum Neuhochdeutschen hin
wird die Anzahl der starken Verben reduziert, da viele nicht mehr genutzt werden oder zur
schwachen Flexion wechseln.[2]

Arten: Es gibt zwei Arten des Ablauts: den qualitativen Ablaut, bei dem es zu einem Wechsel
in der Klangfarbe des Vokals kommt, und den quantitativen Ablaut, bei dem es zu einem
Wechsel in der Vokaldauer kommt. Der quantitative Ablaut besteht aus drei Stufen: der
Grundstufe, der Dehnstufe und der Schwundstufe.[6]

Der quantitative Ablaut entstand durch einen Druckakzent und die Vokalfärbung blieb gleich.
Wie der qualitative Ablaut entstanden ist, ist bis heute unklar, aber man vermutet, dass die
Umfärbung in einer nicht rekonstruierbaren Phase vor dem Indogermanischen aus einem
musikalischen Akzent oder Tonakzent entstand, weil dabei die Betonungen nicht über
Lautstärke, sondern über Tonhöhe bzw. –verlauf hervorgehoben werden.[7]

7.Präterito- Präsentia
Als Präterito-Präsentien werden Verben bezeichnet, die in ihren Präsensformen die
ehemaligen Präteritumsformen starker Verben bewahren.
Aufgrund einer Tempusverschiebung haben die (ehemaligen) Präteritumsformen im
Althochdeutschen allerdings nur noch präsentische Bedeutung. (Vgl. dazu die Semantik der
Präterito-Präsentien). Da somit die ursprüngliche Präteritumsform Präsensfunktion hat, ergibt
sich die Notwendigkeit, die Bedeutung "Präteritum" durch eine andere Form auszudrücken.
Diese Form wird nach der Art der schwachen Verben gebildet. Ein Dentalsuffix tritt an die
Wurzel in der Ablautstufe des Präsens Plural. (Vgl. dazu die Flexionsformen der Präterito-
Präsentien im Präteritum).
Betrachtet man die Ablautreihen der althochdeutschen Präterito-Präsentien, zeigen sich an
einzelnen Stellen Abweichungen vom Normalverhalten der starken Verben.
8.Primärumlaut – Sekundärumlaut

Der Umlaut

Die Erscheinung des Umlauts gehört zu den Phänomenen des kombinatorischen Lautwandels.
Das bedeutet, dass das Auftreten des Umlaut von seiner lautlichen Umgebung abhängt. So
beruht der Umlaut auf einer partiellen oder vollständigen Assimilation an die Folgesilbe.

1. Primärumlaut
Erste Umlauterscheinungen werden für das Althochdeutsche seit dem 8. Jahrhundert belegt.
Die Entstehung des Primärumlauts wird im allgemeinen in der Forschung als ein Prozess
begriffen, der in der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts als abgeschlossen betrachtet werden kann.
Hierbei handelt es sich um die Umlautung des kurzen /a/ zu einem kurzen /e/, wenn in der
Folgesilbe ein /i/ oder /j/ steht. Dieses Phänomen bezeichnet man als Primärumlaut: ahd. gast
– gesti 'Gast – Gäste'

Im Althochdeutschen wird dieses /e/ als Allophon zu /a/ verstanden, da [a] und [e] zu
einander komplementär distribuiert sind, d.h. nicht in der selben Umgebung auftreten können:
[e] tritt nur vor [i,j] in der Folgesilbe auf, [a] in allen anderen Fällen. Aus diesem Grund ist
die graphische Realisierung des Primärumlauts im Althochdeutschen noch nicht konsequent
durchgehalten. Denn aufgrund des in der Folgesilbe bedurfte der Umlaut einfach noch nicht
einer graphischen Bezeichnung. Erst im Zuge der Nebensilbenabschwächung im
Mittelhochdeutschen, in deren Folge das /i/ in der Folgesibe nicht mehr vorhanden war, setzte
sich eine durchgehende, schriftliche Realisierung des Umlauts durch.

Es bestehen im Althochdeutschen jedoch noch einige Umlauthinderungen. Es wurde nicht


umgelautet

 vor /ht/: ahd. naht – nahti


 bei starken Nebentonsilben: ahd. machtic 'mächtig'
 vor /hs/: ahd. wahsan – wahsit
 vor Konsonant + /w/: ahd. garwita 'gerbte'

Zusätzlich bestanden noch Ausnahmen von der Umlautung im Oberdeutschen. Hier wurde
nicht umgelautet
 bei /r, l/ + weiterem Konsonant: bair. haltan – haltit vs. fränk. heltit
 bei /hh,ch/ und /h/: bair. sachan – sachit vs. fränk. sechit 'streiten'
Alle anderen Vokale sind von der Umlautung noch nicht betroffen.

2. Sekundärumlaut

Im Zuge einer zweiten Umlautperiode zu Beginn des 10. Jahrhunderts werden nun die
ehemals im Althochdeutschen geltenden Umlauthinderungen beseitigt. Dieser nachträglich
eingetretene Umlaut wird als Sekundärumlaut bezeichnet.
mhd.<i,j> naht – nähte, wächset usw<i,j>.
<i,j>3. Restumlaut
Zeitgleich zum Sekundärumlaut tritt nun auch die Umlautung sämtlicher anderer Vokale und
Diphtonge ein. Diese bezeichnet man als Restumlaute:
/ā, o, ō, u, ū, uo, ou/ > /æ, ö, œ, ü, iu, üe, öu/
Bei dieser Umlautbildung stand die Forschung jedoch nun vor dem Problem, dass das
umlautverusachende i bzw j aufgrund der Nebensilbenabschwächung meist schon
geschwunden war und somit gar keinen Umlautungsprozess mehr hätte anstoßen können.
Dies gab in der Forschung zu der Theorie Anlass, dass die Umlautung einheitlich als vorahd.
Prozess zu begreifen sei. Wie [e] seien auch die anderen Umlaute als Allophone zu begreifen,
deren graphische Realisierung erst mit der mhd. Nebensilbenabschwächung notwendig
geworden sei, da vorher das in der Folgesilbe als Umlautanzeiger fungiert hätte.
Untermauert wird diese Annahme von der Tatsache, dass selbst bis in das
Frühneuhochdeutsche die Bezeichnung der Umlaute unvollkommen bleibt, obwohl diese dort
schon lange gesprochen wurden.

9. Althochdeutsche Monophtongierung, Althochdeutsche Diphtongierung

Allgemeines Bearbeiten
Ein Monophthong ist ein aus einem Laut bestehender Vokal.

Bei der althochdeutschen Monophthongierung (als auch bei der ahd. Diphthongierung)
handelt es sich um eine qualitative Veränderungen der Stammsilbenvokale.

Diese werden jedoch nicht durch den Vokal der Folgesilbe veranlasst, wie das bei der
Vokalharmonie und dem Umlaut der Fall ist.

ai/ei → ê Bearbeiten
Die Monophthongierung des germ. ai (ahd. meist schon ei) zu langem ê ist auf wenige Fälle
beschränkt.
ei wird im Ahd. nur dann zu ê, wenn h, r oder w folgt:
got. maiza →ahd. mero 'mehr'
ahd. zîhan →zêh (statt zeih) ‚ziehen‘
germ. laih-> ahd. leh 3.Sg.Ind.Prät. zu ahd. lîhan "(ver)leihen, (her)geben"
Ausnahme: Keine ahd. Monophthongierung findet vor dem in der 2. Lautverschiebung in
postvokalischer Position entstandenen h aus germ. k und im absoluten Auslaut statt:
germ. aik- > ahd. Eih "Eiche"

au/ou → ô Bearbeiten
Germ. au (ahd. meist ou) wird vor den Dentalen d, t, s, z, l, n, r und
germ. h zu ô monophthongiert. Dieser Monophthongierungsvorgang hat sich im Ahd. besser
durchgesetzt als der vorhergenannte.
got. daupus →ahd. tôd 'Tod'
rauÞs → rôt 'rot
germ. hauh-> ahd. hôh "hoch, erhaben, ehrwürdig"
Im Sg. Prät. der st. Verben der 2. Ablautreihe finden sich zahlreiche monophthongierte
Formen:
kiosan – kôs 'wählen, wählte'
ziohan – zôh 'ziehen, zog'

Ausnahme: Wie oben, Keine ahd. Monophthongierung


findet vor dem in der 2. Lautverschiebung in postvokalischer
Position entstandenen h aus germ. k und im absoluten
Auslaut statt:
germ. auk > ahd. ouh "auch, gleichfalls, ferner, sogar,
nämlich"

Die beiden Monophthongierungsvorgänge laufen zwar von der Struktur her, aber nicht
zeitlich parallel. Die Entwicklung von ei zu êbeginnt bereits im 7. Jh. und ist im 8. Jh.
abgeschlossen.Sie soll sich von Norden nach Süden vollzogen haben. Fraglich ist allerdings,
welche Quellen für die Frage der frühen Datierung und auch die Ausbreitung herangezogen
wurden. Die Monophthongierung von germ. au/ou zu ô nimmt erst im 8. Jh. ihren Anfang und
ist im 9. Jh. beendet. Sie hat sich durch die Schreibung ao angekündigt. Im Fränk. und Alem.
gehen die Schreiber schon bald zu ô über; die bayerischen verwenden aber bis zum Anfang
des 9. Jhs. ao. Morciniec erklärt die Tatsache, dass nur unter bestimmten Bedingungen die
ahd. Monophthongierung eingetreten ist damit, dass germ. Diphthonge in sog. ungünstigen
Stellungen sich der Monophthongierung entziehen, die grundsätzlich alle Diphthonge mit
unterschiedlichen Ergebnissen erfasst haben soll.
Als Erklärung für die nicht durchgeführte Monophthongierung im Rahmen der oben
aufgeführten Ausnahmen werden zwei Möglichkeiten genannt:
1. Die ahd. Monophthongierung könnte früher eingetreten sein als die 2. LV.
2. Die phonetische Beschaffenheit von germ. *x kann eine andere gewesen sein als die des
durch die 2. LV entstandene h, so dass nur im ersten Fall die Monophthongierung
durchgeführt wurde.

10. Die zweite ahd. Lautverschiebung


Die zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung vollzog sich von etwa 500 bis 800 n. Chr.
Sie begann in den Alpen und breitete sich mit unregelmäßiger Konsequenz bis in den Norden
aus. An der „Benrather Linie“, der deutschen Ost-West-Furche, verebbte diese sprachliche
Bewegung.
Die zweite Lautverschiebung kennzeichnet die Trennung des Hochdeutschen vom
Niederdeutschen.
Der Übergang vom Germanischen zum Althochdeutschen vollzog sich mit bestimmten
Veränderungen. Sie betrafen vor allem

 die stimmlosen Verschlusslaute im Anlaut und in der Verdopplung,


 die stimmlosen Verschlusslaute nach einem Vokal und
 die stimmhaften Verschlusslaute b, d, g.
Die Konsonantenverschiebung ist die am tiefsten greifende Veränderung in der Geschichte
der deutschen Sprache.

Sprachliche Abgrenzung des Deutschen

Im 5. Jahrhundert n. Chr. kommt es in den verschiedenen Besiedlungsgebieten


der germanischen Großstämme (zwischen Oder und Weichsel, an der Elbe usw.) zu einer
differenzierten Sprachentwicklung. Sie wird als Ursprung heutiger Sprachen, wie Deutsch,
Schwedisch, Dänisch und weiterer, verstanden.
Die deutsche Sprache ist aus dem Westgermanischen hervorgegangen, aus dem sich auch das
Niederländische, das Englische und das Friesische entwickelte.
Die sprachliche Abgrenzung des Deutschen vollzog sich als ein Prozess, der von JACOB
GRIMM 1822 als die zweite (hochdeutsche) Lautverschiebung bezeichnet wurde.

Trennung des Hochdeutschen vom Niederdeutschen

Die zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung vollzog sich von etwa 500 bis 800 n. Chr.
Sie begann in den Alpen und breitete sich mit unregelmäßiger Konsequenz bis in den Norden
aus. An der „Benrather Linie“, der deutschen Ost-West-Furche, die von Aachen über
Düsseldorf, Kassel, Aschersleben, die Saalemündung, Wittenberg, Doberlug, Lübben nach
Frankfurt an der Oder führt, verebbte diese sprachliche Bewegung.
Die zweite Lautverschiebung kennzeichnet die Trennung des Hochdeutschen vom
Niederdeutschen. Aus dieser Entwicklung ergibt sich, dass der Lautstand
des Niederdeutschen älter ist als der des Hochdeutschen.
Das westgermanische Sprachgebiet wurde durch die hochdeutsche Lautverschiebung in zwei
Teile geteilt: den südlichen hochdeutschen Teil und den nördlichen niederdeutschen und
niederländischen, der diese Lautverschiebung nicht mitgemacht hat. Die Veränderungen sind
also nicht in allen deutschen Dialekten gleichermaßen erfolgt.
So sind in den niederdeutschen Dialekten (Plattdeutsch) die alten Laute noch erhalten wie in
dat (das) oder ik (ich).

Zweite (hochdeutsche) Lautverschiebung

Der Übergang vom Germanischen zum Althochdeutschen vollzog sich mit bestimmten
Veränderungen. Sie betrafen vor allem

1. die stimmlosen Verschlusslaute im Anlaut und in der Verdopplung

Germanische Sprachen p t k
Perd settian wekkian
Althochdeutsch pf, f (t)s ch
Pferd setzen wechan (wecken)

2. die stimmlosen Verschlusslaute nach einem Vokal

Germanische Sprachen p t k
opan etan makon
Althochdeutsch ff/f ss (c)h
offen essen machen
3. die stimmhaften Verschlusslaute b, d, g

Germanische Sprachen b d g
bairan daughter giban
Althochdeutsch p t k

peran
Tochter kepan (geben)
(tragen)

Die Konsonantenverschiebung ist die am tiefsten greifende Veränderung in der Geschichte


der deutschen Sprache. Sie führte zur Herausbildung der verschiedenen Mundarten und zur
Teilung des deutschen Sprachraums durch die „maken-machen“-Linie. Das ist die Hauptlinie,
die Niederdeutsch (bzw. Altsächsisch) und Hochdeutsch bzw. Althochdeutsch trennt. Da
diese Linie bei Benrath (nahe Düsseldorf) den Rhein quert, wird sie auch „Benrather Linie“
genannt.

11. Auslautverhärtung
Auslautverhärtung ist, wenn am Silbenende stimmhafte Konsonanten (“weiche Laute”)
zu stimmlosen Konsonanten (“harten Lauten”) werden. Meist betrifft das Plosive (b, d, g)
und Frikative (v, s).

Das gibt es zum Beispiel im Deutschen. Wörter wie Wald, Lob, Tag, brav werden nicht mit
[d, b, ɡ, v] gesprochen, sondern mit [t, p, k, f], nämlich: [valt, loːp, tʰaːk, bʁaːf]. Erst wenn
Wortformen etwas angehängt wird und der entsprechende Laut nicht am Ende der Silbe (also
Auslaut) vorkommt, ist er wieder weich: Wälder, loben, Tage, braves [ˈvɛl.dɐ, ˈloː.bən,
ˈtʰaː.ɡə, ˈbʁaː.vəs].

Auslautverhärtung gibt es im Deutschen, aber zum Beispiel auch in vielen slawischen


Sprachen, wie dem Russischen, sowie im Türkischen, wo diese sogar mitgeschrieben wird,
z.B. kebap ‘(ein/der) Kebap’ vs. kebabım ‘mein Kebap’. Das Englische kennt das Phänomen
nicht, hier wird ein d im Auslaut auch wirklich als [d] gesprochen, z.B. bad [bæːd].

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12.Fremd- und Lehnwörter – Lehnsuffixe – Lehnprägungen – Neologismen


– Bedeutungswandel

Die Liste lateinischer Lehn- und Fremdwörter im Deutschen ist eine Liste
mit deutschen Begriffen, die ihren Ursprung im Lateinischen haben.
Die deutsche Sprache hat so viele Lehnwörter und Fremdwörter aus der lateinischen Sprache
übernommen, dass es unmöglich ist, eine auch nur halbwegs vollständige Liste anzufertigen.
Im Alltagsbereich finden sich deutsche Wörter mit lateinischen Wurzeln überwiegend bei den
Begriffen, die vom Einfluss der Römer geprägt wurden. Auch wissenschaftliche Begriffe
stammen oft aus dem Lateinischen, beispielsweise in der Medizin.
Für Fremdwörter griechischen Ursprungs siehe die Liste von Gräzismen, Lehnwörter sind
jedoch zum Großteil auch hier aufgeführt, da die Entlehnung immer über das Lateinische
erfolgte.
Für Begriffe lateinischen Ursprungs, die aus dem Französischen übernommen wurden,
siehe Liste von Gallizismen; für entsprechende Begriffe, die dem Spanischen entstammen,
siehe Liste von Hispanismen. Einige Begriffe sind allerdings zusätzlich aufgeführt. Ebenso
sind Anglizismen und Italianismen lateinischer Herkunft ergänzend angegeben.
Generell nicht aufgeführt sind rein antike Begriffe, geographische Bezeichnungen sowie
Firmen- und Markennamen.

13.Die Rolle Martin Luthers


Das Alte Testament in zwölf Jahren
Die eigentliche Übertragung der Bibel in die deutsche Sprache leistete Martin Luther. Die
Arbeit des Reformators begann mit dem Neuen Testament, das der streitbare Kirchenmann
1521/22 in nur vier Monaten niederschrieb.
Luther besaß nicht nur hervorragende Griechisch- und Hebräischkenntnisse, sondern sah
sich darüber hinaus als ein Kind des Volkes. Er war beseelt von der Idee einer Übersetzung
der Heiligen Schrift für die Bedürfnisse der einfachen, weniger gebildeten Menschen seiner
Zeit, die zu den griechischen und lateinischen Texten keinen Zugang hatten. Eine Bibel für
das ganze Volk wollte Luther durch seine Übersetzungsarbeit stiften.
Nach der erfolgreichen Übertragung des Neuen Testaments benötigte Luther für die
Übersetzung des Alten Testaments zwölf Jahre. Mit seinem hochgebildeten Freund Philipp
Melanchthon, Professor der griechischen Sprache, glich Luther seine Arbeit ab, bevor sein
Werk drucken ließ. Schließlich konnte Luther im Jahr 1534 seine Arbeit vollenden.

Sprachgewaltige Übertragung
Die Arbeit war bahnbrechend und bis heute kommt keine Auslegung der Heiligen Schrift in
deutscher Sprache an Luthers Sprachgewalt vorbei. Doch was macht eine Übersetzung der
Heiligen Schrift ins Deutsche überhaupt so spektakulär? Es sind gleich mehrere Faktoren,
die Luthers Bibelübersetzung von Anfang an so berühmt wie unverzichtbar machen.

Luther studierte die Bibel


Zunächst steht da die nackte Tatsache der Übersetzung der griechischen und lateinischen
Vorlagen ins Deutsche. Denn bis Luther hatte es eine geschlossene, allgemeinverständliche
und frei zugängliche Übersetzung der Bibel ins Deutsche nie gegeben. Die Texte der
Heiligen Schrift waren in Griechisch und Lateinisch gehalten. So war es schon immer, so
entsprach es den Amtssprachen der katholischen Kirche und so sollte es nach kirchlichem
Willen immer bleiben.
Keinesfalls sollten die von der Kirche als gefährlich erachteteten Texte der Bibel ungefiltert
von den Christen in jener Zeit gelesen werden. Was konnte nicht alles an
Missverständnissen und eigenwilligen Interpretationen in die Texte hineingelesen werden.
Nur durch die ordnende, lenkende Anleitung des mit der Lehrmeinung der Kirche
konformen Klerikers sollten die heiligen Texte an die Menschen weitergegeben werden.
Dem Volk aufs Maul schauen
Dem konnte Luther nichts abgewinnen. Im Gegenteil. Jeder sollte in Luthers Augen
Zugang zur Bibel haben, jeder sollte in der heiligen Schrift die Worte Gottes lesen dürfen.
Doch es war nicht nur Luthers liberale Auffassung über den Zugang des einfachen und
ungebildeten Volkes zu den Bibeltexten, die revolutionär war.
Luther übersetzte die Bibel nicht nur, er legte sie in seiner Übersetzung aus, deutete sie in
den Alltag der Menschen seiner Zeit hinein. "Dem Volk aufs Maul schauen", nannte Luther
das.
Es ging ihm nicht darum, den Text in ein vulgäres Deutsch zu übertragen, wie man es in
den Gassen seiner Zeit sprach. Aber es ging Luther sehr wohl darum, eine Ausdrucksweise
zu finden, deren Worte und Bildhaftigkeit von jedem Deutschen, egal welcher persönlicher
Bildung, verstanden werden konnten.
Deswegen übertrug er schwer verständliche Vergleiche und Bilder der Heiligen Schrift, die
in der Welt der Beduinen und des israelischen Volkes ihren Ursprung hatten, in die
Lebenswirklichkeit der Menschen seiner Zeit.

Luther und die Erfindung des Hochdeutschen


Und noch etwas ist bemerkenswert: Luther verfasste die Bibel nicht in einem
Schriftdeutsch, er wählte ein mündlich gesprochenes Deutsch. Der Text der Bibel ist nicht
zum Stilllesen gedacht, sondern zum Vorlesen, zum Vortragen.
Die Sprachgewalt der Lutherbibel kann für die deutsche Sprache und Kultur gar nicht hoch
genug eingeschätzt werden: Luther markierte mit seiner Bibelübersetzung nichts
Geringeres als den Grundstock des Hochdeutschen, das von hier aus seinen Anfang nimmt.
Die Lutherbibel ist seit der ersten Ausgabe von 1534 mehrfach überarbeitet und sprachlich
angeglichen worden. Dennoch ist sie nach wie vor die offizielle Bibelausgabe der
protestantischen Kirche.
Luthers literarischer Nachlass ist darüber hinaus gewaltig. Er war nicht nur Reformator, er
gehört auch zu den wichtigsten deutschen Autoren aller Zeiten. Sein schriftstellerisches
Werk ist riesig, seine Bedeutung für die Germanisten mit der Goethes oder Thomas
Manns vergleichbar.