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UIC-KODEX 130

19. Ausgabe, August 2008


Übersetzung V

Kommerzielle Rahmenbedingungen für den internationalen


Vertrieb von Bahnprodukten
Conditions commerciales pour la distribution internationale des produits ferroviaires
Commercial framework for the international distribution of rail products
Merkblatt einzuordnen in den Abschnitt:
I - Personenverkehr und Gepäckbeförderung

Gültig
ab 1. August 2008
für alle Mitglieder des Internationalen Eisenbahnverbandes.

Liste der Änderungsanzeigen:


1. Ausgabe, Dezember 1929 Erstfassung erschien unter dem Titel "Reisebüros" und der Nr. 21 -
neu codiert: Nr. 130 in 1953 mit der 10. Ausgabe

17. Ausgabe, April 2006 Überarbeitung des Merkblatts gemäß einer Entscheidung der SG
"Preis/Kommerzielle Fragen" am 22.09.2005

18. Ausgabe, Januar 2008 Hinzufügung zu den Punkten 2.1 und 3.1

19. Ausgabe, August 2008 Übersetzungskorrekturen im Punkt 2.1 in den französischen und
englischen Ausgaben

Der Merkblattverantwortliche ist im UIC-Kodex angegeben.

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Inhalt

Zusammenfassung ..............................................................................................................1

1- Verkaufbare Angebote/Produkte ............................................................................... 2

2- Verkauf durch EVU und über ihre Vertriebswege .................................................... 3

2.1 - Grundsätze ........................................................................................................... 3


2.2 - Empfehlungen für Vertriebsvereinbarungen ......................................................... 3

3- Verkauf durch akkreditierte Dritte ............................................................................. 4

3.1 - Grundsätze ........................................................................................................... 4


3.2 - Zulassung ............................................................................................................. 4
3.3 - Finanzielle Haftung ............................................................................................... 4
3.4 - Inhalte der Zulassungsverträge ............................................................................ 4

4- Fahrvergünstigungen im internationalen Verkehr................................................... 5

Anlage A - Modalitäten für die Ausgabe internationaler Fahrvergünstigungen........ 6


A.1 - Gegenstand .......................................................................................................... 6
A.2 - Beteiligte EVU....................................................................................................... 6
A.3 - Art der Beförderungsausweise ............................................................................. 6
A.4 - Ausgabe ............................................................................................................... 6
A.5 - Begünstigte........................................................................................................... 6
A.6 - Wagenklassen ...................................................................................................... 6
A.7 - Benutzung ............................................................................................................ 7
A.8 - Berechnung der Kontingente ................................................................................ 7
A.9 - Anwendungsmodalitäten ...................................................................................... 8

Anlage B - Check-Listen für Musterzulassungsverträge............................................. 9


B.1 - Mustervertrag 1..................................................................................................... 9
B.2 - Mustervertrag 2................................................................................................... 12

Liste der Abkürzungen ......................................................................................................15

Glossar ...............................................................................................................................16

Bibliographie ......................................................................................................................17

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Zusammenfassung

Dieses Merkblatt hat zum Ziel, den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) den Vertrieb ihrer
Angebote/Produkte international zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen, soweit keine
abweichenden Regelungen vereinbart werden.

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1 - Verkaufbare Angebote/Produkte

Dies umfasst:

1.1 - die eigenen Angebote/Produkte eines EVUs;

1.2 - die internationalen Angebote/Produkte einer Gruppierung von EVU, der dieses EVU angehört;

1.3 - die Angebote/Produkte anderer EVU oder einer Gruppierung von EVU, der dieses EVU nicht an-
gehört, aber wofür das EVU die Vertriebsrechte besitzt;

1.4 - ergänzende Angebote/Produkte in Kombination mit den Bahnprodukten wie in Punkte 1.1 bis
1.3 beschrieben.

Die vertraglichen Rahmenbedingungen, unter denen diese Angebote/Produkte verkauft werden kön-
nen, sind in den Punkten 2 - Seite 3 und 3 - Seite 4 beschrieben.

Die technischen Rahmenbedingungen, unter denen diese Angebote/Produkte verkauft werden


können, sind in den UIC-Merkblättern Nr. 914, 918-0 und 918-1 (siehe Bibliographie - Seite 17)
beschrieben.

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2 - Verkauf durch EVU und über ihre Vertriebswege

2.1 - Grundsätze

Jedes EVU regelt und organisiert den weltweiten Vertrieb der eigenen Angebote/Produkte selbst oder
über Vertriebsvereinbarungen mit anderen EVU.

Handelt es sich um internationale Angebote/Produkte mehrerer EVU, die als Gruppierung agieren, ist
eine Vertriebsvereinbarung mit der Gruppierung dieser EVU erforderlich. Die Gruppierung kann ein
EVU oder eine Business Unit zum Verhandlungsführer bestimmen.

Angebote/Produkte, die von einem EVU in den TCV-Tarif oder Ost-West-Tarif eingestellt werden, kön-
nen grundsätzlich von allen beteiligten EVU weltweit verkauft werden, es sei denn, das betroffene
EVU verlangt einen besonderen Vertrag.

Für Globalpreise ist eine besondere Vereinbarung erforderlich, es sei denn, das betroffene EVU erteilt
eine allgemeine Verkaufsgenehmigung für andere EVU.

Den Vertrieb von Gemeinschaftsangeboten/-produkten (z.B. InterRail und Eurail-Pässe) regeln die
Mitglieder der Gemeinschaft.

Die Weitergabe der Verkaufsberechtigung für Angebote/Produkte anderer EVU darf nur mit deren Zu-
stimmung erfolgen. Die Verkaufsberechtigung kann sowohl an andere EVU, Tochtergesellschaften
und Beteiligungen von EVU als auch an sonstige Dritte weitergegeben werden.

2.2 - Empfehlungen für Vertriebsvereinbarungen

Es wird empfohlen, dass die Vertriebsvereinbarungen u.a. folgende Punkte beinhalten:

- Festlegung der Angebote/Produkte wie in Punkt 1 - Seite 2 beschrieben einschl. Verkaufs- und
After Sales-Bestimmungen;

- Abrechnungsbestimmungen;

- Bestimmungen zur Vergütung.

Weitere Inhalte der Vertriebsvereinbarungen können sein:

- Vertriebswege;

- Vertriebssysteme;

- Verkaufsgebiete;

- Marketingmaßnahmen.

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3 - Verkauf durch akkreditierte Dritte

3.1 - Grundsätze

Jedes EVU kann jedem Dritten in jedem beliebigen Land die Zulassung zum Verkauf seiner eigenen
und seiner verkaufsberechtigten Angebote/Produkte erteilen.

Die Weitergabe der Verkaufsberechtigung für Angebote/Produkte anderer EVU an Dritte darf nur mit
deren Zustimmung erfolgen.

3.2 - Zulassung

Die Zulassung erfolgt:

- entweder direkt über einen Vertrag mit einem Dritten;

- oder über einen GSA (siehe Liste der Abkürzungen - Seite 15). Beim GSA kann es sich auch um
ein EVU handeln. Der GSA kann ein eigenes Vertriebssystem nutzen.

Die EVU können ihren Vertriebspartnern eine Vergütung gewähren.

3.3 - Finanzielle Haftung

Das zulassende EVU haftet gegenüber den anderen EVU finanziell allein für die Erfüllung des
Zulassungsvertrages mit einem Dritten oder GSA.

3.4 - Inhalte der Zulassungsverträge

Die EVU können sich an der Check-Liste (Musterzulassungsverträge gemäß Anlage B - Seite 9)
orientieren, um die kommerziellen Beziehungen eindeutig zu bestimmen, und u.a. folgende Bestim-
mungen aufnehmen:

- Der Dritte haftet gegenüber dem zulassenden EVU für die ihm überlassenen Fahrscheine. Alle
Fahrscheine müssen abgerechnet werden.

- Der Dritte muss die ihm überlassenen Fahrscheine nach den Bestimmungen des zulassenden
EVUs verkaufen.

- Der Dritte muss die Beförderungsausweise gemäß dem Tarif des/der leistungserbringenden EVU
ausstellen und verkaufen.

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4 - Fahrvergünstigungen im internationalen Verkehr

Zur Verkaufsförderung der Eisenbahnleistungen wird den leistungserbringenden EVU empfohlen, den
Vertreibern internationale Fahrvergünstigungen nach Anlage A - Seite 6 zu gewähren.

Diese Anlage führt die EVU auf, die sich an diesem Verfahren beteiligen.

Mit Beginn des Jahres 2006 werden nur noch elektronisch erstellte Beförderungsausweise anerkannt.

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Anlagen

Anlage A - Modalitäten für die Ausgabe internationaler


Fahrvergünstigungen

A.1 - Gegenstand

Diese Bestimmungen regeln die Gewährung von Fahrvergünstigungen für Studieneisen und
Verkaufsförderungsfahrten an Reisebüropersonal:

- für Einzelreisen und

- für Gruppenreisen.

A.2 - Beteiligte EVU

ATOC, BLS, CFF/SBB, CFL, CFR, CH, CP, DB, DSB, HZ, NS, NSB, ÖBB, ONCFM, RENFE, SNCB,
SNCF, SZ, Trenitalia, VR (siehe Liste der Abkürzungen - Seite 15).

A.3 - Art der Beförderungsausweise

Es werden internationale Freifahrkarten entsprechend den Tarifbestimmungen des betroffenen Zuges


- Globalpreis oder TCV - mit einer besonderen Eintragung ausgestellt.

A.4 - Ausgabe

Der kommerzielle Dienst jedes beteiligten EVUs bestimmt eine Stelle, die die Anträge der vom EVU
zugelassenen Reisebüros entgegen nimmt und die Beförderungsausweise erstellt. Er gibt den übri-
gen beteiligten EVU die Anschrift dieser Stelle bekannt.

A.5 - Begünstigte

Die Beförderungsausweise sind für die Personen, die in der Reiseabteilung des Reisebüros arbeiten
und mit Vorrang für diejenigen bestimmt, die in der Abteilung "Eisenbahnverkehr" tätig sind.

A.6 - Wagenklassen

Für Eigentümer und Leiter der Reisebüros werden Beförderungsausweise 1. Klasse ausgestellt, für
ausführendes Personal Beförderungsausweise 2. Klasse. Der Übergang in die höhere Wagenklasse
ist nach den Tarifbestimmungen des betroffenen Zuges zugelassen.

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Anlagen

A.7 - Benutzung
A.7.1 - Zuschlagpflichtige Züge
Grundsätzlich sind die Inhaber von internationalen Freifahrkarten in allen zuschlagpflichtigen Zügen
gegen Zahlung der entsprechenden Zuschläge zugelassen. Jedes leistungserbringende EVU hat
jedoch die Möglichkeit, auf den eigenen Zügen und unter gewissen Bedingungen auf die Erhebung
dieser Zuschläge zu verzichten.

A.7.2 - Liege- und Bettplätze

Die Reisenden müssen die Platzreservierungsgebühren und die Zuschläge für Liege- und Bettplätze
zahlen. Die geschäftsführenden EVU für Liege- oder Schlafwagen können auf die Erhebung des
Liege- oder Bettplatzzuschlages in ihren eigenen Wagen verzichten.

A.7.3 - Streckenwechsel

Streckenwechsel ist zulässig, außer auf den Zügen der CFF/SBB und der BLS.

A.7.4 - Globalpreis-Tarifierung

Für die Züge mit Globalpreis-Tarifierung gelten die Bestimmungen des leistungserbringenden EVUs.

A.8 - Berechnung der Kontingente

A.8.1 - Einzelreisen (Studienreisen und Verkaufsförderungsfahrten)

Die Anzahl der internationalen Freifahrkarten, die einem Reisebüro für Einzelreisen zu gewähren ist,
wird anhand des jährlichen Umsatzes im internationalen Verkehr (nationaler Anteil plus ausländische
Anteile) aus der Summe der Einnahmen aus Beförderungsausweisen, Bettplatzzuschlägen, Zuschlä-
gen für Liegeplätze und bestimmte Züge, Platzreservierungsgebühren und Autoreisezug-
Beförderungsscheinen für alle unter Punkt A.2 - Seite 6 aufgeführten beteiligten EVU festgesetzt.

Für einen Umsatz von 10 000 EUR wird jeweils ein Beförderungsausweis gewährt. Diese Schlüssel-
zahl wird von Zeit zu Zeit überprüft.

Die DB gewährt Freifahrt nur auf der Basis bi- oder multilateraler Vereinbarungen mit anderen EVU.

A.8.2 - Gruppenreisen (Studienreisen und Verkaufsförderungsfahrten)

Für Gruppenreisen als Studienreisen und Verkaufsförderungsfahrten können die EVU jeweils eine
internationale Freifahrkarte an jede von der Bahn akkreditierte und auf dem Gebiet eines jeden EVUs
gelegenen Verkaufsstelle abgeben. Diese Anzahl kann durch bi- oder multilaterale Vereinbarungen
ggf. erhöht werden.

DB, Trenitalia und RENFE legen kein besonderes Kontingent für diese Reisen fest. Sie verfahren
dabei nur nach bi- oder multilateralen Vereinbarungen zwischen den EVU.

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Anlagen

A.9 - Anwendungsmodalitäten

Die Kontingente werden im Laufe des Monats Mai für den Zeitraum eines Jahres (vom 1. Juni des
Jahres N bis zum 31. Mai des Jahres N + 1) festgelegt.

Jedes beteiligte EVU teilt den anderen beteiligten EVU spätestens bis zum 31. März jeden Jahres die
Zahl der internationalen "Sitzplatz"-Freifahrkarten mit, die es im vorhergehenden Kalenderjahr aus-
stellen durfte.

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Anlagen

Anlage B - Check-Listen für Musterzulassungsverträge

B.1 - Mustervertrag 1

Anwendungsbereich

Dieser Mustervertrag kann verwendet werden, wenn ein EVU einen Vertriebsvertrag mit einem aus-
ländischen Vertriebspartner abschließt, dem es die für die elektronische oder manuelle Ausgabe er-
forderlichen Beförderungsausweise/Fahrausweisvordrucke zur Verfügung stellt und der die
Abrechnung der monatlichen Verkaufsergebnisse vornimmt.

Art. 1 - Vertragsparteien

Dieser Vertrag wird abgeschlossen zwischen:

dem EVU YY (vollständige Adresse) und dem Agenten XX (vollständige Adresse).

Art. 2 - Gegenstand des Vertrages

Mit diesem Vertrag ermächtigt das EVU den Agenten, ZZ Beförderungsausweise auszugeben.

- Ausgabestellen (Liste der Geschäftsstellen als Beilage zum Vertrag).

Art. 3 - Gültigkeit, Dauer und Verlängerung

- Inkrafttreten, Dauer, Verlängerung.

- Beendigung.

Art. 4 - Verpflichtung des EVUs

- Lieferung von Dokumentation, Instruktionen (insbes. betr. Rückerstattungen), Tarifen und


Beförderungsausweisen.

- evtl. Ausbildung des Verkaufsstellenpersonals.

- Gewähren von ..% Verkaufsprovision.

Art. 5 - Verpflichtung des Agenten

- Allgemeine Verpflichtungen (Förderung des Verkaufs der Beförderungsausweise dieses Vertrags;


keine speziellen Vereinbarungen mit anderen Reiseorganisationen treffen, die den Bestimmun-
gen dieses Vertrags zuwiderlaufen; EVU über sämtliche Änderungen in der Organisation des
Agenten informieren).

- Werbung.

- Ausgabebestimmungen.

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Anlagen

Art. 6 - Abrechnungsbestimmungen

1. Haftung des Agenten


Der Agent haftet gegenüber dem EVU für die Beförderungsausweise, welche Letzteres ihm zur
Verfügung stellt; er haftet insbesondere für den Preis jedes ihm gelieferten Beförderungs-
ausweises, der sich nicht mehr in seiner Verwahrung befindet, sei er verkauft oder aus anderen
Gründen nicht mehr auffindbar.
Für verlorene Beförderungsausweise schuldet der Agent dem EVU für jeden fehlenden Fahr-
ausweis den höchstmöglichen Preis.

2. Garantieleistung
Zur Deckung des Werts der gelieferten Beförderungsausweise sowie des zu erwartenden Um-
satzes ist das EVU berechtigt, einen Geldbetrag in bar, eine Bankgarantie oder Kaution als
Garantie zu verlangen. Die Höhe des Garantiebetrags beläuft sich auf ……(Euro/US Dollar)
Bei Beendigung des Vertrags kann die Rückgabe der Garantie erst verlangt werden, wenn
bestätigt wurde, dass das EVU keine offen stehenden Forderungen gegenüber dem Agenten hat.

3. Rückerstattungen an die Kunden


Vollständig unbenützte Beförderungsausweise können an den Kunden rückerstattet werden.
Der Agent kann die entsprechenden Beträge (Verkaufspreis abzüglich ..% Gebühr) in seiner
monatlichen Verkaufsabrechnung an das EVU in Abzug bringen.
Die Gesuche um Teilrückerstattung von Beförderungsausweisen sind dem EVU zu unterbreiten.

4. Abrechnung
Die Abrechnungsvorschriften sind nach den internen Bedürfnissen des EVUs oder gemäß UIC-
Merkblatt Nr. 301 (siehe Bibliographie - Seite 17) zu erstellen. Die Abrechnung kann in elektronis-
cher oder manueller Form erfolgen. Folgenden Punkte sind zu beachten:
• Lieferung der Beförderungsausweise,
• Bestandskontrolle,
• Abrechnung sämtlicher im entsprechenden Monat ausgegebener Beförderungsausweise,
• Art der Abrechnung,
• Rückerstattungen,
• Periodizität,
• Abrechnungswährung,
• Provision.

Die Datensätze resp. die Verkaufsnachweise, die nach den Regeln des EVUs erstellt sind, sind
bis zum … des dem Verkaufsmonat folgenden Monats an folgende Adresse zu senden:
...EVU...
Abteilung Abrechnung Vertriebsagenturen
Straße und Ort

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Anlagen

5. Zahlungen und Anzahlung


Der auf Grund der ausgegebenen Beförderungsausweise geschuldete Betrag ist monatlich als
Banküberweisung in …. (Euro/US Dollar) auf das Konto des EVUs zu überweisen:
• Name und Adresse der Bank
• Konto Nr.
• SWIFT, BIC, IBAN
• Kontobezeichnung

Die Zahlung muss auf dem Bankkonto des EVUs am …Tag des dem Verkaufsmonat folgenden
Monats eintreffen. Eine Anzahlung in der Höhe der geschätzten Monatsverkäufe kann am 20. des
Verkaufsmonats eingefordert werden.

6. Verzugszins
Bei verspäteter Abrechnungsübermittlung oder bei verspäteter Zahlung wird auf dem geschul-
deten Betrag .. % Verzugszins pro Monat erhoben.

7. Revision / Kontrollrecht
Vertretern des EVUs oder einem Dritten, welcher vom EVU beauftragt wurde, beim Vertriebspart-
ner eine Revision durchzuführen (z.B. UIC KAIPV), ist in sämtliche Buchhaltungsunterlagen Ein-
blick zu gewähren und die erforderliche Unterstützung zu leisten. Ausserdem ist der Zugang zu
den gelieferten Fahrausweisvorräten an deren Aufbewahrungsort zu ermöglichen.

8. Aufbewahrung der Buchhaltungsunterlagen


Die Aufbewahrungsfrist der Buchhaltungsdokumente richtet sich nach dem nationalen Recht.

Art. 7 - Sicherheitsbestimmungen für ein elektronisches Vertriebs- und Abrechnungssystem

Die diesbezüglichen Weisungen in UIC-Merkblatt Nr. 301, Anlage F sowie die Vorschriften gemäß
UIC-Merkblatt Nr. 914 sind einzuhalten.

Art. 8 - Verschiedenes

Streitigkeiten / Gerichtsstand

Datum und Unterschriften von EVU und Vertriebspartner.

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Anlagen

B.2 - Mustervertrag 2

Anwendungsbereich

Dieser Mustervertrag kann verwendet werden, wenn ein EVU einen Vertriebsvertrag betr. nationale
oder multinationale Produkte mit einem ausländischen Vertriebspartner abschließt, welcher bereits
über einen Vorrat an blanko Fahrausweisvordrucken zum Ticketdruck von verschiedenen EVU- oder
Eurailprodukten verfügt, und die elektronische Abrechnung der monatlichen Verkaufsergebnisse
durch den ausländischen Vertriebspartner erstellt wird.

In diesem Fall informieren sich die EVU gegenseitig über die Verantwortlichkeiten betreffend Liefe-
rung der Fahrausweisvordrucke, Stockkontrolle und Modus der Monatsabrechnung.

Art. 1 - Vertragsparteien

Dieser Vertrag wird abgeschlossen zwischen:

dem EVU Y (vollständige Adresse) und dem Agenten X (vollständige Adresse):

Art. 2 - Gegenstand des Vertrages

Mit diesem Vertrag ermächtigt das EVU den Agenten, ZZ Beförderungsausweise auszugeben.

- Ausgabestellen (Liste der Geschäftsstellen als Beilage zum Vertrag).

Art. 3 - Gültigkeit, Dauer und Verlängerung

- Inkrafttreten, Dauer, Verlängerung.

- Beendigung.

Art. 4 - Verpflichtung des EVUs

- Lieferung von Dokumentation, Instruktionen (insbes. betr. Rückerstattungen), Tarifen (Lieferung


von blanko Fahrausweisvordrucken erfolgt nur über ein EVU oder über EURAIL GIE).

- evtl. Ausbildung des Verkaufsstellenpersonals.

- Gewähren von ..% Verkaufsprovision.

Art. 5 - Verpflichtung des Agenten

- Allgemeine Verpflichtungen (Förderung des Verkaufs der Beförderungsausweise dieses Vertrags;


keine speziellen Vereinbarungen mit anderen Reiseorganisationen treffen, die den Bestimmun-
gen dieses Vertrags zuwiderlaufen; EVU über sämtliche Änderungen in der Organisation des
Agenten informieren).

- Werbung.

- Ausgabebestimmungen.

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Anlagen

Art. 6 - Abrechnungsbestimmungen

1. Haftung des Agenten


Der Agent haftet gegenüber allen EVU und EURAIL GIE für die korrekte und nachvollziehbare
Ticketformularverwaltung. Der Agent verpflichtet sich zur Durchführung einer monatlichen elek-
tronischen oder manuellen Stockkontrolle für alle erhaltenen und verwendeten (inkl. annullierte,
unbenutzte oder erstattete) Fahrausweisvordrucke. Zwecks Nachvollziehbarkeit übermittelt der
Agent diesen Nachweis dem EVU oder der EURAIL GIE, welche(s) den Agenten mit Ticket-
vordrucken versorgt hat.
Ein eventueller Verlust von Fahrausweisvordrucken ist dieser Stelle umgehend zu melden.
Der dafür zu bezahlende Preis wird in Absprache mit allen beteiligten EVU festgelegt.

2. Garantieleistung
Zur Deckung des Werts des zu erwartenden Umsatzes ist das EVU berechtigt, einen Geldbetrag
in bar, eine Bankgarantie oder Kaution als Garantie zu verlangen. Die Höhe des Garantiebetrags
beläuft sich auf ……(Euro/US Dollar)
Bei Beendigung des Vertrags kann die Rückgabe der Garantie erst verlangt werden, wenn
bestätigt wurde, dass das EVU keine offen stehenden Forderungen gegenüber dem Agenten hat.

3. Rückerstattungen an die Kunden


Vollständig unbenutzte Beförderungsausweise können an den Kunden rückerstattet werden und
dürfen in der monatlichen Verkaufsabrechnung an das EVU in Abzug gebracht werden.
Teilrückerstattungen von Beförderungsausweisen sind zwischen dem EVU und dem Agenten
gesondert zu regeln.

4. Abrechnung
Die Abrechnungsvorschriften sind nach den Bedürfnissen des jeweiligen EVUs oder gemäß UIC-
Merkblatt Nr. 301 zu erstellen. Die Abrechnung erfolgt elektronisch. Folgende Punkte sind zu
beachten:

• Lieferung der Beförderungsausweise,


• Bestandskontrolle,
• Abrechnung sämtlicher im entsprechenden Verkaufsmonat ausgegebener Beförderungs-
ausweise,
• Art der Abrechnung,
• Rückerstattungen,
• Periodizität,
• Abrechnungswährung,
• Provision.

Die Datensätze, die nach den Regeln des EVUs erstellt sind, sind bis zum … des dem Verkaufs-
monat folgenden Monats an folgende Adresse zu senden:
...EVU...
Abteilung Abrechnung Vertriebsagenturen
Straße und Ort

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Anlagen

5. Zahlungen und Anzahlung


Der aufgrund der ausgegebenen Beförderungsausweise geschuldete Betrag ist monatlich als
Banküberweisung in …. (Euro/US Dollar) auf das Konto des EVUs zu überweisen:

• Name und Adresse der Bank


• Konto Nr.
• SWIFT, BIC, IBAN
• Kontobezeichnung

Die Zahlung muss auf dem Bankkonto des EVUs am …Tag des dem Verkaufsmonat folgenden
Monats eintreffen. Eine Anzahlung in der Höhe der geschätzten Monatsverkäufe kann am 20. des
Verkaufsmonats eingefordert werden.

6. Verzugszins
Bei verspäteter Abrechnungsübermittlung oder bei verspäteter Zahlung wird auf dem geschul-
deten Betrag .. % Verzugszins pro Monat erhoben.

7. Revision / Kontrollrecht
Vertretern des EVUs oder einem Dritten, welcher vom EVU beauftragt wurde beim Vertriebs-
partner eine Revision durchzuführen (z. B. UIC KAIPV), ist in sämtliche Buchhaltungsunterlagen
Einblick zu gewähren. Außerdem ist der Zugang zu den gelieferten Fahrausweisvorräten an der-
en Aufbewahrungsort zu ermöglichen.

8. Aufbewahrung der Buchhaltungsunterlagen


Die Aufbewahrungsfrist der Buchhaltungsdokumente richtet sich nach dem nationalen Recht.

Art. 7 - Sicherheitsbestimmungen für ein elektronisches Vertriebs- und Abrechnungssystem

Die diesbezüglichen Weisungen in UIC-Merkblatt Nr. 301, Anlage F sowie die Vorschriften gemäß
UIC-Merkblatt Nr. 914 sind einzuhalten.

Art. 8 - Verschiedenes

Streitigkeiten / Gerichtsstand

Datum und Unterschriften von EVU und Vertriebspartner.

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Liste der Abkürzungen

ATOC Association of Train Operating Companies (Great Britain)

BLS Berner Alpenbahn Gesellschaft: Bern-Lötschberg-Simplon

CFF/SBB Schweizerische Bundesbahnen

CFL Nationalgesellschaft der Luxemburgischen Eisenbahnen

CFR Rumänische Eisenbahnen

CH Hellenische Eisenbahnen AG

CIT Internationales Eisenbahn-Transportkomitee

CP Portugiesische Eisenbahngesesllschaft

DB AG Deutsche Bahn Aktiengesellschaft

DSB Dänische Staatsbahnen

EVU Eisenbahnverkehrsunternehmen

GSA General sales agent

HZ Kroatische Eisenbahnen

NS Niederländische Eisenbahnen

NSB Norwegische Staatsbahnen

ÖBB Österreichische Bundesbahnen

ONCFM Nationalamt der Marokanischen Eisenbahnen

RENFE Nationalverwaltung der Spanischen Eisenbahnen

SNCB Nationalgesellschaft der Belgischen Eisenbahnen

SNCF Nationalgesellschaft der Französischen Eisenbahnen

SZ Slovenische Eisenbahn

TCV Gemeinsamer internationaler Tarif für die Beförderung von Personen


und Reisegepäck

TRENITALIA Italienische Staatsbahnen

VR Finnische Staatsbahnen

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Glossar

Angebot Kommerzielles Tool (Sonderpreis, Inter Rail..) für die Vermarktung eines
Produktes durch eine Gruppierung von EVU

Business Unit Ein Rechtssubjekt mit Rechtspersönlichkeit für die Vermarktung von
Produkten und Angeboten (Eurostar UK, Thalys, Genossenschaft belgi-
schen Rechts...)

Gemeinschaft Eine Struktur, nicht unbedingt mit eigener Rechtspersönlichkeit, die


unter der Verantwortung eines geschäftsführenden EVU steht, und in
der sich mehrere EVU zusammenschließen, um Angebote einzeln zu
vermarkten

Gruppierung von EVU Gemeinsame Struktur für die Vermarktung von Produkten und
Angeboten

Produkt Internationaler Zug (Thalys, Eurostar, ….), der von einer Gruppierung
von EVU vermarktet wird

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Bibliographie

1. UIC-Merkblätter

Internationaler Eisenbahnverband (UIC)


UIC-Merkblatt Nr. 301: Abrechnungsvorschriften für den internationalen "Personen"-Verkehr,
1. Ausgabe, Dezember 2002

UIC-Merkblatt Nr. 914: Technical security standards or electronic sales and distribution systems,
1st edition, August 2006 (dieses Merkblatt ist nur auf Englisch verfügbar)

UIC-Merkblatt Nr. 918-0: Elektronische Platzreservierung und elektronische Ausfertigung der


Beförderungsdokumente - Allgemeine Bestimmungen, 2. Ausgabe, Juni 2005

UIC-Merkblatt Nr. 918-1: Elektronische Platzreservierung und elektronische Ausfertigung der


Beförderungsdokumente - Meldungsaustausch, 3. Ausgabe, April 2008

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Hinweis

Die vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, der Nachdruck sowie die Verteilung jeglicher, einschließlich
elektronischer Art, zu anderen als rein privaten und eigenen Zwecken ohne die ausdrückliche vorherige Zustim-
mung des Internationalen Eisenbahnverbandes, sind untersagt. Die Übersetzung, Anpassung oder das
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sen und kurze Zitate, die durch den kritischen, polemischen, pädagogischen, wissenschaftlichen oder
informativen Charakter des Werkes, aus dem sie stammen, gerechtfertigt sind". (Art. L 122-4 und L 122-5 des
französischen Gesetzes über geistiges Eigentum)
© Internationaler Eisenbahnverband (UIC) - Paris, 2008
Druck: Internationaler Eisenbahnverband (UIC)
16, rue Jean Rey
F - 75015 Paris - Frankreich, August 2008
Dépot légal August 2008

ISBN 978-2-7461-1546-0 (französische Fassung)


ISBN 978-2-7461-1547-7 (deutsche Fassung)
ISBN 978-2-7461-1548-4 (englische Fassung)

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