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Ästhetische Ökologie

Jakob von Uexkülls Musiktheorie des Lebens

Maximilian Haas

Ökologie wird gemeinhin nicht mit Ästhetik zusammengebracht. Die


historischen Ursprünge des Begriffs und die wissenschaftlichen Prak-
tiken, die mit ihm verbunden sind, stehen geradezu im Gegensatz zur
Ästhetik - und zwar nicht nur, wenn man diese eng als eine Theorie
der Kunst auslegt, sondern auch wenn man sie als eine allgemeine
Theorie der Erfahrung (im Sinne der Aisthesis)begreift. Auf die Kunst
und auf die Erfahrung kommt es bei der Ökologie nicht an. Eine
Ausnahme bildet die Umweltlehre des deutsch-baltischen Biologen
Jakob von Uexküll, in der die Beziehung eines Tiers zu den Elemen-
ten seines Milieus als eine Subjekt-Objekt-Relation systematisiert wird.
Uexküll präge damit eine starke, vitalistische Lesart dessen, was sich
später als Ethologie etablieren wird. Dabei betrachtet er die Aktivität
eines Tiers jedoch nicht als ein reflexhafies oder aufgezwungenes Ver-
halten, sondern als ein Wechselspiel von subjektiven Wahrnehmungen
und zweckgerichcecen H andlungen , durch die sich Organismus und
Gmwdr gegenseitig hervorbringen, gestalten und erhalten . Infolge-
d~ rüd.'"t das Problem der Sinnlichkeit in den Fokus der Zoologie
und Uexliill behandelt es mit einer Art strategischem Anthropo -
morphismus in Analogie zur menschlichen Erfahrung. Dies ist es,
was den Biologen für Elizabech Grosz letztlich zu einem „animal
phenomeno logist" macht, "wich all ehe irony chat encails".1

Doch Uexkülls Umwelt-Denken beschränkt sich nicht auf die empi-


rischen und pragmatischen Beziehungen zwischen den kompakten
Einheiten von Organismus und Umwelt, Subjekt und Objekt, son-
dern erstreckt sich auch auf die organischen und anorganisc hen Ele-
mente und Prozesse, aus denen sich diese zusammensetzen, d. h. auf
den Bereich dessen, was wir heute als Autökologie bezeichnen . Um

1 Elisabeth Grosz: Becoming Undone. Darwinian Reflections on Lift, Politics, andArt.


Durham/London: Duke UP 2011, S.173.
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nun zu erklären, wie diese Elemente und Prozesse mit den Empfin-
dungen und Akten des Tier-Subjekts zusammenhängen, wendet sich
Uexküll an die Begriffe der Äschecik: Seine »Musiktheorie des Lebens"
bzw. »Komposition slehre der Natur" führt dabei direkt in den Kern
der epistemologischen und weltanschaulichen Probleme der Umwelt·
forschung. 2 Es geht hier nämlich um die Frage, wie Ding und Phäno -
men bzw. Mater ie, Erscheinung und Bedeutung zusammenhängen,
und mithin um das Verhältnis von Biologie, Phänomenologie und
Semiotik im wissenschaftlichen Begriff einer animalischen Natur, die
der menschlichen nicht entgegengesetzt wird. Die musikästhetische.n
Metaphern dienen Uexküll letztlich dazu, den Übergang zwischen
dem, was er als die Wirkseite, und dem, was er als die Merkseite der
Dinge begreift, zu denken - eine Unterscheidung, die im Wesentlichen
mit der Unterscheidung zwischen den primären und sekundären ~a-
litäten bei John Locke zusammenfallc. 3 Somit versteht Uexküll seine
neue Umweltlehre im Ganzen als ein Bindeglied zwischen Natur· und
Kulturwissenschaften.
Des Weiteren widmet sich Uexkülls musiko-biologische Kompositions-
lehre der Frage, wie die Umwelten der Tiere ökologisch zusammen-
hängen, auf welchen Regeln und Zwecken ihr Zusamm enhang beruhe
und welchen Eindru ck dieser auf den menschlichen Betrachter mache,
nämlich den eines genialen Meisterwerks harm onischer Fügung. ~liic
Uexkülls kreationistische m Ordo-Denken verbinden sich viele blumige
Metaphern und politische Probleme, die man (mit Erich H ö rl) genauer
als immuno-politische fassen kann. 4 Zug leich aber äußert sich darin

2 Jakob von Uexküll: Die neue Umweltlehre. Ein Bindeglied zwischen Natur- und
Kulturwissenschafi:en. In: Die E,-zielnmg 13 (1938), $. 185-201 , hier S.195; dcrs.:
Bedeutungslehre . In: Dcrs.: Stl'ei/ziiged11„ch
die Um,ueltm von Tieren und Menschen.
Bedeutungslehre. Frankfurt am Main: Fischer 1983, $. 107- 176, hier$. 140-149.
3 John Locke: Versuchiiber dm menschlichen Verstand,ßd. l: Buch I und 11. Harn •
burg: Meiner 2006, S. ISO.
4 Erich Hörl: Tausend Ökologien . In: D iedrich Dicderichsen / Ansclm Franke
{Hrsg.}: 1/JeWhole Earth. Kalifornien 11ndda., Verschwindendes Außen. Berlin: Stern-
berg 2013, S. 121- 130, hier $.128. Uexküll war Royalist und sympathis ierte zeit-
weise mit dem Nationalsozialismus , er stand im Austausch mit Rassephilosophen
wie Houston Stewart Chamberlain und schrieb bereits 1920 eine Staatsbiologiemit
dem vielsagenden Untertitel Anatomie, Physiologie1111d Pathologiedes Staates{Berlin:
Paetel 1920). Darin übersetzt er seine biologischen Begriffe auf den Staatskörper, den
er mithin als einen wohlproportioniertcn Organismus idealisiert, welcher vor allem
eins zu sein hat: gesund.
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der Versuch, Materie und Bedeutung biologisch zusammenzubringen


und mithin eine ästhetische Ökologie zu denken , die sich auf Tiere
und Menschen zugleich richtet , ohne das Humane dabei mechanis -
tisch auf Körper u nd Verhalten zu reduzieren noch die Tiere .m it see-
lischen ~a litäten auszuma len und aufzuputzen, die wir ebensowenig
beweisen wie ableugnen können".> Die kulturwissenschaft liche Rezep•
tion der Umweltlehre konzentr ierte sich zuletzt v. a. auf die visuellen
Metaphern - die Umwelt als eine semitransparente Seifenblase, djc
gedanklic he Rolle von Filmtricks wie Vergrößerung und Zeit raffer für
das Forschu ngsdesign usw. -, ich möchte den Fokus hier also auf die
klanglichen legen.6 Dari n folge ich Jussi Parikka, der in seiner Studie
über lnsect Media (2010) die klangliche Medialität der Umwelten im
Uexküll'schen Verständnis gegenüber ihrer visuellen aufwertet .7
Jakob von Uexküll hat den Ökologie-Begriff selbst nicht verwendet,
da dieser in einem mechanistischen Geist gebildet wurde, wie Ernst
Haeckels ursprüng liche Defini tion deutlich zeige:
Un ter Oecologie verstehen wir die gesammte Wi ssenschaft von den Beziehun-
gen des Organismus zur umgebenden Au ssenwclt, wohin wir im weiteren Sinne
alle .Exis tenz-Bedingungen" rechnen können. Diese sind theils organ ischer,
thcils anorganischer Nacur; sowohl diese als jene sind [...] von der grösscen
Bedeutung für die Form der Organismen, weil sie dieselbe zwingen, sich ihnen
anzupassen.8

In d iesem Ökologie-Verständnis hat das individuelle Lebewesen also


bloß den Scacus eines abhängigen Faktors innerhalb eines allgemei-
nen Naturhausha lts der Scrukcuren u nd Kräfte, die durch die Gesetze
der Physik und der Chemie ausgedrückt werden . Das Lebewesen wird
hier letztlich gar nicht als ein Individuu m (eigenen Rechts) begriffen,

5 Jakob von Uexküll : Umwelt und lnn emveit ,ltr T;t1·e.Berlin: Springer 1921, $. 5.
6 Vgl. Katja Kynast: Kinematografie als Medium der Umweltforschung Jakob von
Uexkiills. In: Kunsttexte 4 (2010), $. 1-14; Benjamin Bühler: Da s Tier und die Expe•
rimenralisicrnng des Verhaltens. Zur Rhetorik det Umwelt-Lehre Jakob von Uex-
külls. In: Arnc Höcker !Jeannie Moser/ Philippc Weber (Hrsg.}: Wissen. Erz,1hlen.
Narrative de,· H,mumrvissemchaftm. Bielefeld: Transcript 2006, $.41-52 : Heiko
Christians: Crux Scmica - Eine Kulturgeuhichte der Sune von Aischylos bis You7,,be.
Bielefeld: Transcript 2016, S. 199-22 1.
7 Jussi Parikka: lmect Media. A11Archeology of A11imals and Tech11ology.Minncap ·
olis/ London: Unive rsity of Minnesora Press 20 10, $. 57-84.
8 Ern st Haec kel: Generelle Morphologie der Organismen. Allgemeine Gnmdziige
der o,ganiichm Fonnm-Wissm schaft, mechanisch begründet durch die von Charles
Bd. 2. Berlin: Reimer 1866, $. 286.
Da.-win reformirt e Descmden ::.•11Jtorie,
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sondern als variabler Ausdruck seines M ilieus. Es ist seinen äuße-


ren Relationen resclos unterworfen und besitzt kein wirkliches Innen
oder Selbst, das sich etwa in einer eigenen Perspektive, Normacivicäc
oder Zwecksetzung äußern würde . Den M ilieu-Begriff. der diesem
Verständnis von Ökologie zugrunde liege, hat George Canguilhem
in dieser Hinsicht als ein „u niverselle(s] Instrument für die Au f-
lösung organischer Synthesen" kritis iere, .die sich in der Anonymität
der universellen Elemente und Bewegungen individualisiere haben".9
Der mechanistische Begriff des Lebenden verkenne, so Canguilhem
weiter, die zentrische Organisation des Lebenden in seiner jeweiligen
Besonderheit: Er ist Agent eines mathematisch Allgemeine n, das jedes
biologisch Besondere logisch elim iniert.
Jakob von Uexkü ll hat mit seiner Umweltlehre dagegen ein öko-
syscemisches Denken geprägt, das das Zentrische zu seinem ersten Prin-
zip erhebt. Unter dem neu geprägten Begriff der Umwelt verstehe der
Zoologe ein dem Orga n ismus analoges System, das aus jenen Faktoren
bestehe, die für den Organismus in seinen praktischen Lebensvollzügen
des Merkens und Wirkens relevant sind. Die Umwelc ist das individu -
elle Erfahrungs - und Verhaltensmilieu eines besonderen Individuums ,
welches Uexküll in einem kantischen Sinne als possessives und souv,e-
ränes Subjekt dieser Umwelt begreife. Organismus und Umwelt sind
keine eigenständigen Wirklichkeiten, die man erst zueinander in Bezie-
hung setzen müsste, sie sind je schon konstitutiv aufeinander bezogen -
dies ist die philosophische Voraussetzung der Umweltforschung, und
ihre biologische Aufgabe ist es, zu zeigen wie. Dabei zergliedert sie die
Beziehung zwischen Organismus und Milieu in Mer-k-und Wirkwelt,
Innen- und Umwelt, die jeweils durch rekursive Prozesse miteinander
verbunden sind: Durch Wahrnehmung erwirbt der Organismus einen
Eindruck aus der Umwelt, den er prozessiert und mit einer Handlung
beantwortet, die sich auf das wahrgenommene Objekt auswirkt. Uexkü ll
begreife die Interaktion zwischen Organismus und Umwelt also durc h -
aus auf eine maschinelle Weise, die nicht zufällig an die Prozesslogik
der kybernetischen Maschine erinnert . Zugleich aber weist er darauf
hin, dass das Beziehungsgefüge, das Organism us und llmwelc auf diese
Weise unterhalten, aus den Wahrnehmungen und Handlungen des

9 Georges Canguilhem: Das Lebendige und sein Milieu . In: Dcrs.: Die Erkenntnis
desLebens.Berlin: August 2009, S. 233 - 280, hier S. 243.
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Indi viduum s, seinen Akten des Merkens und Wirkens erwächst. Die
Umwelt-Beziehungen, obschon in der sensomotorischen Ausstattung
der Tierart vorgezeichnet, müssen stets enacted werden. Daher darf ein
Tier für Uexküll auch letztlich .nic ht mit einer Maschine, sondern nur
mit dem die Maschine lenkenden Maschinisten verglichen werden". 10
Insofern eine Umwelt also aus der individuellen Erfahrung und Gestal-
tung eines besond eren Ind ividuums erwächst, muss die Forschung , um
diese zu verstehen, ihre angestammte Perspektive verlassen und die
Perspektive des jeweiligen Tier-Subjekts einnehmen: ,,Unsere anthro-
pozentrische Betrachtungsweise muß immer mehr zurücktreten und
der Standpunkt des Tiers der allein ausschlaggebende werden ."" Aus
diesem Anspruch folgen nun einige epistemologische Prob leme, die im
Zusam menhang mit Uexkülls Musikmetaphorik stehen .
Der Organismus trägt seine Umwelt wie ein uns ichtbares Schnecken-
haus mit sich herum. Uexküll vergleicht sie mit einer Seifenblase, die
ihren Inhalt zugleich zeige und verbirgt. Dabei bedeuten die epistemo-
logischen Schlieren auf ihrer Oberfläche letztlich, dass die Umwelc
eines anderen Organismus nicht eigentlich erkennbar ist und die eigene
Umwelt als Bedingung der Erkenntnis unüberwindlich. Als Umwelt
bezeichnet Uexküll nämlich nicht bloß die Summe der Objekte, die
einem Subjekt erscheinen, sonde rn auch die besondere Weise, in der sie
erscheinen, einschließ lich dessen, was Immanuel Kant als die apriori-
schen Formen der Anschauung begriffen hat: Jede Umwelt hat ihren
-eigenen Raum und ihre eigene Zeit , die einem individuellen Geflecht
von Orten und Momenten stattgeben, welches den Objekten ihren
Wert und ihre Bedeutung verleiht. Dies bedeutet indes, dass die Objekte,
die einem wahrnehmenden Subjekt erscheinen, nicht die gleichen sind
wie die, die einem anderen erscheinen, selbst wenn sie materialiter in
demselben Gegenstand beruhen. Es gibt mannigfaltige materielle
Schnittpunkte zwischen den Umwelten, aber keine intersubjektive
Kommunikation zwischen den Organismen. Sie sind einander bloß
Faktoren, sinnliche Datenquellen und operative Instrumente.
Dabei ist das Maschinelle dieser Redeweise irreführend: Uexküll
hat die Organismus-Umwelt -Relation nämli ch nicht nur funktiona l

10 Jakob von Ucxkiill / Georg Kriszac: Scrcifaüge du rch die Umwd ten von Tieren
und Menschen : Ein Bilderbuch unsichtbarer \'v'elten. In: Uexküll : Streifziigedurch
die Umweitenvon Tieren rmd Menschen.Bedmtrmgslehre,$. 3-106, hier S. 8.
11 Uexküll: Umwelt und bmmrvelt der Tiere,S. S.
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ausgelegt, sondern auch ästhetisch und semiotisch: In seiner späteren


Bedeutungslehrebeschreibe er sie als ein Geschehen der harmonischen
Resonanz und der ästhetischen Signifikanz . Der Grundbegr iff hierbei
ist der des Tons, mit dem er u. a. die subjektive Anmutung eines wahr-
genommenen Objekts bezeichnet. Der Ton bestimmt ferner d ie Bedeu-
tung, die ein Objekt in der Umwelt eines Organismus hat . So kann z.B.
dieselbe Seerose für einen Krebs einen .Schutzton", .Wohnton" oder
.Freßton" annehmen, und zwar .je nach der Stimmung, in der sich der
Krebs befinder".12 Zwar wird der Begriff des Tons hier zunächst im
Sinne des Farbtons und der Tönung visuell ausgelegt, doch zugleich
in den Bedeutungshorizont jener musikalischen Kompositionslehre
gerückt, die Uexküll um den Ton-Begriff organ isiert, wie zu sehen sein
wird . Das Visuelle und das Klangliche bilden hier also keinen klaren
Gegensatz, sondern zwei verschränkte Dimensionen einer biologischen
Synästhet ik. Diese wird von einem Resonanzverhältnis zwischen Org .a-
nismus und Umwelt bestimmt, in dem sich objekt ive Eindrücke und
subjektive Bedürfnisse aneinander ausbilden.

Die beiden Begriffe Stimmung und Ton oszillieren dabei zwischen


physikalischen Eigenschaften und der Erscheinung sform der D inge,
d. h. zwischen ihren primären und sekundären ~alitäten: Der Ton ist
zugleich Welle und Klangerfahrung, die Stimmung umfa sst die bio-
chemische Rezeptivität wie die Gemütsverfassung des Subjekt s. Obj eik-
tives Sein und subjektives Erscheinen bilden eine phänomenale Einhe it.
Es ist diese Zwischenstellung der tierlichen Erfahrung zwischen Funk-
tion, Sinnlichkeit und Bedeutung , die Uexküll mit den musikalischen
Metaphern adressiert . Diese verweisen dabei sowohl auf die systema-
tisch organis ierte Hervorbringung der Lebensphänomene, als auch auf
die Tacsache, dass diese nicht darauf zu reduzieren sind. Musik ist mehr
als bloßer Schall, sie setzt einen empfindenden Hörer voraus, der sie
realisiert.
Es gehört zum Begriff musikalischer Töne, dass diese nicht einzeln vor-
kommen, sondern in Verbindung mit anderen Tönen: Das synchrone
Verhältnis der Harmonie und das diachrone Verhältnis der Melodie
bestimmen die Erscheinung eines Tons. Insbesondere das melodische

12 Uexküll / Kri szat: Streifzüge durch die Umweltcn von Tieren und Menschen,
S.57.
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Nac heinander der Töne bildet eine zentrale Denkfigur in Uexküll s


ästhetischer Ökologie. Die Melodie setzt ein organisches Verhältnis
von Teil und Ganzem ins Werk: Die Änderung eines Tons bedeucet
stets die Änderung der gesamten Melodie. Zugleich aber sind die einzel-
nen Töne nur in Bezug auf die Melodie Stimmungs- oder bedeutungs-
tragend. Dies ist umso bemerkenswerte r, als sich eine Melodie als lineare
Abfolge von Tönen in der Zeit entfaltet: ,,In einer M.elod ie findet eine
gegenseitige Beeinflussung zwischen dem ersten und dem letzten To1_1e
statt, und wir dürfen deshalb sagen, der letzte Ton ist zwar nur durch
den ersten Ton möglich, aber ebenso ist der erste Ton nur durch den
letzten Ton möglich."' 3 D ie zeicliche Linearität der Melodie ist in ihrer
organischen Ganzheit aufgehoben.' 4 Uexküll benuczt diese holist i-
sche Metapher, um das harmonische Zusammenspiel der Substanzen,
Organe und Funktionen im Körper zu beschreiben, welche dabei als
„Instrumente eines Orchesters" begriffen werden, ,,die gemeinsam ein
einheicliches Tongebilde hervorrufen": ,,Wie alle Töne der verschiede-
nen Instrumente zur gleichen Melodie verschmelzen, so verschmelzen
die Eigenschafren zu Teilen und die Teile zum Ganzen, das in einer
einheiclichen Leistung zutage tricc."15

Uexkü ll schreibt jedem Körperteil dabei einen eigenen .Ichcon" zu,


eine Eigenschwingung, die durch die jeweilige Melodi e zugleich ange-
schlagen und musikalisch aufgenommen wird: .a musician completely
taken over by its tune" 16 , wie Grosz po inti ert. So wie sich die Umwelt
des Tiers aus Objekt-Tönen zusammensetzt, so setzt sich sein Körper
also aus den Ich-Tönen seiner Organe zusammen . Der Organismus
selbst kann dabei als eine ästhetische Vermitclungsinstanz zwischen
den äußeren und inneren Tongruppen verstanden werden, die sich
in seiner Stimmung verbinden. Die Umwelclehre öffnet sich hier auf
das, was die kompakte Einheit von Organismus und Umwelt zugleich

13 Ucxkiill: Umtvelt und lnnemuelt der Tiere, S. 25.


14 In diesem Sinne exemplifiziert die Melodie die Phänomenologie des inneren
Zeitberuusstseimbei Edmund Husscrl: Das Hören einer Melodie erfo lge immer am
aktuell en Ton, insofern dabei aber die erinnerten Töne ebenso präsent sind wie die
erwarteten (Reccnrion und Prorcncion), erwächst daraus ein musikal ischer Gesamt •
eindruck. Vgl. Edmund Hu sserl: Zur Phiinomenologiedes in11t1·mZeitbetvusstseins.
Den Haag: Springer 1966, S. 23.
15 Ucxküll: Die neue Umweltlehre, S. 186.
16 Grosz : BecomingUndone,S. 182; vgl. Uexküll: Bcdeucungslchrc, S.114 - 117.
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über- und unterschreitet, und bekundet mithin ihren ökologischen


Charakter. Zudem verweist sie bereits auf jene „Mikro -Ethologie", die
GilJcs Deleuze und Felix Guaccari mit und gegen Uexküll entwerfen
werden und in der es „sowohl eine molekulare Perzeption wie eine
molekulare Reaktion gibt".17
Uexkülls Analogie von Biologie und Musik bleibe indes nicht auf di e
Metapher des melodischen Zusammenhangs besch ränkt, die siclh
in der Biologie seit dem 19.Jahrhundert findec}8 Er baue sie zu einer
ganzen Kompositionslehre aus, die sich auf die klassischen Prinzipien
der musikalischen Formenlehre beruft. Wie der Biologe in einer Para-
phrase auf Johann \Volfgang Goethe mit einem Reim festhält, siehe er
dabei insbesondere das Gesetz des Kontrapunkts am Werk: ,,Wär nicht
die Blume bienenhaft, / Und wäre nicht die Biene blumenhaft, / Der
Einklang könnte nie gelingen." 19 Es wäre nun naheliegend, das Ent-
sprechungsverhälmis von Biene und Blume morphologisch als eine
umgekehrte Symmetrie der Körper zu verstehen: Biene und Blume
passen gut ineinander. Mit der musikalischen Metapher des Kontra-
punkts akzentuiere Uexküll dagegen den VolJzugscharalcrer ihra Rda-
tion: Biene und Blume bilden keine gegengleichen Formen. soodc:m
reziproke Funktionen. Eine Verbindung, die für Uexküll dz .,asu:
umfassende musikalische Welcgesccz"birgt, nämlich: .Alle Lchcc.c:sw
entspringen einem Zwiegesang."20 Wie das Beispiel außcrdan z:cigr.
können dabei auch Dritte beteilige sein: Hi er wird die Fortpßanmo;

17 Gilles Deleuze / Felix Guattari: Tausend Plateaus. Kapiralwnus und Sd,,:;»


phrenie. Berlin: Mcrve 1992, S. 75.
18 Die Musik-Metaphern kamen dort zum Tragen, wo ein bio logisches Phänomen
mit der Logik kausaler Verursachung nicht hinreichend zu begreifen ist, und also
vor allem in der vitalistischen Biologie. So hat etwa der Embr yologe Karl Ern st von
Sär die Individualentwicklung des Organismus nach dem Muster von Melodie un d
Harmonie beschrieben: .In den Organismen sind d ie einzelnen Theile derselben
nach dem Typus und Rhythmus des zugehör igen Lcbens-Processes und durch dessen
\Virksamkeit gebaur, so dass sie einem andern Lebens-Processe nicht dienen kö nnen.
Deswegen glaube ich die verschiedenen Lcbens -Processc, mit musikalischen Gedan •
ken oder Thematen sie vergleichend, Schöpfungsgedanken nennen zu können, die sich
ihr e Leiber selbst aufbauen. Was wir in der Musik Harmonie und Melodie nennen, ist
hier Typus (Zusammensein der Thcile) und Rhythmus (Aufeinanderfolge der Bildu,n-
gen)." (Karl Erns t von Baer: WelcheAuffassung de,-lebmden Na.11<1· iu die l"ithtige?und
Wie ist dieseAujfammg arif die Emomologiea11ztt111enden? Berlin: Hirschwald 1862,
S. 53; vgl. Ucxküll: Umwelt 1111d/11nen111eltder Tiere,S. 23 .)
19 Uexküll: Bedeutungslehre, S. 158.
20 Ucxküll: Die neue Umweltlehre, S. 194.
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zwischen zwei Indi viduen der gleichen Art (zwei Blumen) nämlich
durch ein drittes Ind ividuu m anderer Art (eine Biene) bewerkstelligt
und so „erweitert sich das D uett zu einem Trio" 2 1•

Wie nun eine solche kompo sitorische Fügung von organischen Melo-
dien überhaupt zustande kommt, versucht UexküH an der Räuber-
Beute-Beziehung zwischen Spinne und Fliege zu erläutern, bleibt hier
aber vage: ,,Sicher ist das Spinnennetz fliegenhafi gestaltet, weil die
Spinne selbst fliegenhafi ist." Ihre Fliegenhafiigkeit bemesse sich dabei
nicht an einer bestimm ten Fliege,sondern am „Urbi ld der Fliege", das im
Bauplan der Spinne bereits abgebildet sei, insofern „sie in ihrer Körper -
komposit ion gewisse Mot ive aus der Fliegenmelodie aufgenommen
har".22 Biene und Blume, Fliege und Spinne sind also gewissermaßen je
schon in Bezug aufeinander komponiert und somit stets perfekt in ihre
Umwelten eingepasst. Entgegen der evolurionsbiologischen Sicht- und
Redeweise sagt Uexküll „eingepasst" und nicht angepasst - eine Evolu-
tion ist weder möglich noch nötig: 23 Die einfachen wie die komplexen
Tiere leben in individuellen Umwelten, die in ihren Dimens ionen u nd
Elementen von ihnen abhängen . Warum also sollten sie sich stets zum
Besseren, zum Komplexeren entwickeln? Die Nacur ist je schon bestens
eingerichtet. Ihre kompos itorische Ordnung ist invariabel.
Es geht Uexküll mit seiner Kompositionslehre also nicht nur um eine
ästhetische Auslegung der Organismus-Umwelt-Relation, sondern
auch darum, die kompositor ische Planmäßigkeit der Naturordnung im
Ganzen herauszustellen. Diese drückt sich indes nicht nur darin aus,
dass jede Stimme ihre Gegenstimme, dass jede Partie ihren Kontra -
punkt hat, sondern auch darin, dass sie selbst als ein geschaffener Gegen-
stand des Schönen erfahren werden kann, als ein Meisterwerk. Uexküll
setzt hier einen planvoll agierenden Schöpfer voraus, der namentlich
als Natur, Gon oder „Gottnatur" angesprochen und seinerseits mit ver-
schiedenen Funktionen im musikalischen Schaffensprozess in Verbin-
dung gebracht wird: in erster Linie natürlich mit dem Komponisten ,
aber auch mit dem Dirigenten, welcher Einsicht in die „Gesamtpartitur
auf dem Pult" hat, sowie m it dem Pianisten, dessen „unsichtbare Hand"

2 1 Ue.xküll: Die neue Umweltl ehre, S. 194.


22 Uexküll: Bedcurungsl ehr c. $. 159.
23 Uexküll: Um we/J und Innenw elt der Tiere, S.4 {Hcrv. M. H.).
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über jene . riesen hafte Klaviatur [...] spielend hinüberg leitet", auf der
„die Natur ihre überzeid iche und übenäumliche Bedeutungssymphoni .e
spielc".24 Und Gon bürgt nun auch dafür, dass d ie natürliche We lt,
die der Biologe entde ckt, stets die beste aller möglichen gewesen sein
wird und dass es in d ieser, ganz im Gegensatz zur got tverlassenen Welt
Darwins, ,,niemals einen Fort schritt im Sinn des Überlebens des Pas-
senden, niemals eine Auswah l des Besseren durch einen planlos wüte n-
den Kampf ums Da sein" gegeben haben wird.25 Warum auch? In der
Symphonie der Natur gibt es, nach Uexkülls Verständnis, weder Raum
für Improvisation noch für Dissonanz, steht doch hinter allen Dingen
der planende Wille Gottes , der sich dem Biologen im Studium seiner
Partitur bzw. ihr er Aufführung erschließt .
Vor diesem naturth eologischen Hintergrund ist auch die epistemologi -
sche Krit ik zu verstehen , die Uexküll am physikalischen Modell einer
exakten Wissenschaftlichkeit übt, nämlich dass sie sich allein auf die
Wirkseiteder Dinge konzentriert und die Merkseitevöllig unterschlägt.
D ie Wirkseite entspric ht dabei dem Ding in seinen physikalischen
Eigenschaften, die Merkseite dem wahrgenommenen Objekt. Nament -
lich ist es d ie Newton-Mechanik, der Uexküll vorwirft, das .geistige
Band" in den Dingen zerschlagen zu haben, das ihre "Teile und Eigen-
schaften umschli ngt und als solches unsichtbar bleibt" - und das dabei
die (metaphysische) Einheit von Sein und Erscheinung verbiirgt. 26 Die
mechani stische Denkweise Newtons brachte es jedenfalls mit sich, so
Uexküll, ,,daß die Naturforscher von nun ab die Welt behandelten,
wie ein tauber Mensch einen Leierkast en behandelt. Die Drehung der
Walze, das Schwingen der Federn und d ie Luftwellen stellt er wohl

24 Ucxküll: Bedeutung slehre, S. 160, 176. Es lässt sich hier ein zweifacher Goctes-
begriff ausmach en, wie ihn Alfred Norrh Whitehead mit den Begriffen der Urnatur
(p rimordial nature) und der Folgenatur (consequmt nature) Gocres beschr ieben hat :
Die erste besteht ii, der zeitlo sen Vollkommenheit seines schöpferi schen \'v'illens, die
zweite im kreativen Fortsch reiten seiner Schöpfung. Die Urnatur ist der Welt gegc.n-
über tran szendent, die Folgenatur ist mit ihrer Immanenz identisch. Gott ist einer-
scitS der Schöpfer aller pote ntiellen Dinge und Beziehung en und andererse its die
Kraft zu ihrer jeweiligen Aktualisierung im Diesseits der Natur. Vgl. Alfred Nortl1
W' hitehead: Prozeß und R ealität. Entwurf eine,· Kosmologie. Frankfurt am Main:
Suhrkamp 1987, S.616.
25 Ucxkiill: Bedeutun gslehre, S. 165.
26 Uexküll: Die neue Umweltlehre, S. 186.
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fest - die Melodie aber bleibe ihm verborgen." 27 W ie er an den fach-


lichen Umwelten eines Physikers und eines Musikw issenschaftlers
erläutert, öffnet sich dadurch ein tiefer Graben zwischen den Natur-
und den Kulturwissenschaften: "In der einen gibt es nur Wellen, in der
anderen gibt es nur T öne. Beide sind aber gleich wichcig."28 Der For-
derung nach einer W issenschaft, die sowohl die Wirkseice als auch die
Merkseite der Dinge angemessen berücksichtigen und also die moderne
Trennung der Wissenschaftskulturen aufheben würde, beansprucht
Uexki.ill dabei mit seiner ästhetischen Umweltlehre selbst nachge-
kommen zu sein, und tatsächlich hat sie ja Philosophie und Anthropo -
logie ebenso inspiriert wie die Zoologie.
Dieser Anspruch bringt methodische Prob leme mit sich: Wie eingangs
bemerke, hat es die Umweltforschung im Kern auf die Subjektivität
der T iere abgesehen, muss zugleich aber anerkennen, dass sie diese (als
solche) gar nicht erkennen kann. Es bleibt dem Umweltforscher daher
nichts anderes übrig, als seine Aufmerksamkeit auf das Erkennbare,
nämlich auf den sensomocorischen Apparat eines Tiers und auf sein
Verhalten, zu richten, um von hier aus auf d ie Innenwelt desselben zu
schließen. So hat es die Umweltforschung zugleich m ic empfindenden
Subjekten wie mit organischen Maschinen zu tun, wobei sie die tech-
nische Beschre ibung der Körper und des Verhaltens nutzt , um wissen-
schaftliche Skizzen von den l nnenwelcen zu zeichnen. Auf diese Weise
soll es dem Forscher möglich werden, sich in die Perspektive des Tiers
zu versetzen, d. h. sich mic ihm zu identifizieren. Es isc bezeichnend,
dass Uexki.ill diesen Perspektivwechsel zugleich epistemologisch aus-
schließt und biologisch einfordert.

Es ist diese Unvereinbarkeit von theoretischer Mög lichkeit und expe-


rimenteller Praxis, die den poetischen Aufwand verständ lich macht ,
mit dem der Biologe die Natur zur Sprache bringt: Die metaphorische
Schreibweise seiner wissenschaftlichen Prosa ist ebenso auf sie zurück-
zuführen wie jene kolorierten Bilder, die die biologischen Zusammen-
hänge, die sie adressieren, weniger darstellen als vielmehr simulieren.
Die Umweltlehre organisiert sich um eine Lücke, die logisch nicht zu
schließen isc,aber mit den Micceln der Ästhetik provisorisch überbrückt

27 Uexkiill: Di e neue Umweldehre, $. 189.


28 Ebd., S. 185.
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werden kann. Insbesondere das populärwissenschaftliche Buch Streif-


züge durch die Umwelten von Tieren und Menschen lebe von Uexkü lls
erzählerischem Talenc und den Zeichnungen seines Koaucors Georg
Kriszat, die einen Eindruck von den subjekeiven Umwelcen verschiede-
ner T iere vermitteln sollen (vom Hund bis zur Scubenfliege).

Die wissenschaftlich unorthodoxe Spannung zwischen Fakt und Fik-


tion steh t dabei im Einklangmieder allgemeinsten Lehre, die UexküJI
aus der Philosophie Kancs ziehe, und die „die große grundlegend!e
Erkenntnis auch der Biologie bilden" soll, nämlich: ,,Alle Wirklich-
keit ist subjektive Erscheinung".29 Und aus dieser folge eben nicht nur,
dass die Gegenseände der Umweltforschung, die Tiere, mit subjekti -
ven Erscheinungen konfrontiert sind, sondern auch, dass ihre eigenen
Beobachcungen und Urteile auf subjektiven Erscheinungen beruhen.
Die menschliche Perspekeive der Wissenschaften ise selbst partiell und
kann keinen Anspruch auf objektive Erkenntnis erheben. Wissen-
schaftliche Begriffe sind Annäherungen an Naturphänomene, die in
ihrer noumenalen Wirklichkeit nicht zu begreifen sind - und was man
nicht begreifen kann, das muss man eben malen.

29 Jakob von Ucxküll: 1luorttisch~ ßiologit . Frankfurt am Main: Suhrkamp 1973,


S.9.
Tierstudien

13/ 2018

Ökologie
Herausgegeben von
Jessica Ullrich

Neofelis Verlag
Ti erstudien
13/20 18: Ö kologie
H rsg. v.Jessica Ullric h

\Vi ssenschaftlich er Beirat


Pet ra Lange-Bernd t {Hamb urg), Rolan d Borgard s (Frankfurt am Main},
Dorothee Branrz (Berlin}, Thomas Mach o (Berlin), Sabi ne Nessel (Berlin),
Mart in Ullrich (Nü rnberg), Marku s W ild (Basel}.

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Nationalbib liografie; detaillierre b ibliografische Da ren sind im Inte rnet über
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Umschlaggesraltung: Marija Skara


Lektorat & Satz: Ncofclis Verlag {mn/ae)
Druck : PR ESSEL Dig italer Produ ktionsdruck, Remshalden
Gedruck t aufFSC -zcrt ifizicrcem Papier.
ISSN: 2 193-8504
ISBN (Print}: 978 •3·95808 -153·6
ISBN (PDF): 978 -3-95808 -201-4

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Inhalt

Editorial ..... ... ... ... ........ ....... ...... ...... .... 7

Literarische Ökologi en
Alexander Kling
" ... und wozu Dichter in dürftiger Ze it?" Lyrikanthologien in
Zeiten der ökologischen Krise und des Anthropozäns ...... .... 17
Alexandra Böhm
.,you have eo lec t he animals - the animals - decide for thcmsclves".
Natur, Agency und Empachie in T . C. Boyles ökokricischem
Roman When the Killing's Done ........ .... ......... ..... 30

Ökologi en der Begegnu ng mit Wildtieren,


Kumpanti eren und Schwärmen
Markus Wild/Titus Hunderich
Juralandschaft mic Hund , Hügellandschaft mic Biber.
Eine Neubestimmung der ästhetischen Lan dschaft
als T ierlandschaft ..... ..... .............. . .. ..... ... .. 45
Chadotte Blattner
Nun sag, wie hast Du's mit den Wildtieren?
Zur Gretchenfrage im Umwelt- und Ti erschutzrecht .. ......... 56
Marie -Helene Wichmann
To behave/ To be hive. multispecies-Begegnungen im Bienenstoc k .. 70

Musikalische Ökologi en
Roland Bo,gards
Tencakuläres Rappen. Käpm Peng und die Tiere des O ikos .. . ... 85
Maximilian Haas
Ästhetische Ökologie .
Jakob von Uexkülls Musiktheorie des Lebens . .. ....... .... .. 100
Philo sophi sche Ökologien
Ellen Spickernagel
Rousseaus dilettantische Ideen zu Mensch und Tier ......... .. 115
MichaelRosenberger
Über individualistische Denkformen hinaus.
(Tier-)Gerechtigkeit im Spannungsfeld
individualistischer und systcmischer Begründungen ........ .. 124

Marine Ökologi en
Matthias Preuss
Filter. Kleine Mediengeschichte der
Durchdring ung von Meer und Molluske ... ... ...... ....... 139
Inka Lusis
An Ecosystemof Excess(Pinar Yoldas).
Eine affirmative Kritik im Chthuluzän .................... 151

Künstlerische Positi onen


Pinar Yoldas
An Ecosyscem ofExcess, 2014 & Regnum Alba, 2014 . ....... .. 159
Roland Stratmann
Ta xiDerma , 2016. Mit einem Text von Nike Bäczner ........ .. 167
Hayden Fowler
Call of ehe Wild, 2007 175

Rezensionen ... ....... ... ......... ...... .... ........ 181


Abbildungsverzeichnis ................................ 189
Call for Papers: Tiere erzählen ......................... .. 190