Sie sind auf Seite 1von 98

!" #!$!

%& $

' ( !" #!$!

)
* +

* ( + , + +- ./ 0
+ 1 2 3&
4 5 0 .6 + 7 ( ( +' . + 8
,, + 1 2 3&

! "# $! % &' ( " ) "


!" #!$!
,& $

& )

- (
9 / : ,, &' (
)! % 3 " ; : + 62 .' & 6 + . < " ) "
( (' :
)! % 3 ; : + 62 .' 9 : , . . < " ) "
( (' :
)! % 3 # ; : + 62 .' + 1 ' 2 " ) "
= +
)! % 3 ) > / " ) "
)! % 3 $ 3 ' , >6 , 2 " ) "
)! % 5 " 5 + : 3 ' , .' < ( (' " ) "
: ?= / .' + (

&' ( " ) "


!" #
$% #

%
" ' (
!" #!$!

! " # $
' ( !" #!$! 6 < 6 2 + 9 /
2 .' 3 ' , .' < ( ('
: : / , 0 < ( (' :
6 < ( (' : 0 / + /
+
# 3 . + 7 / : ++ 3 / (
6 9 / : / + + +
9 2 . + + ' ( !" #!%!
!" #!.! + + '( ( 9 2 2
. +
) 1 + @( ( + 9 2 / + + + ((
2 : - ++ : 9 + :( )
' :
$ & + 62 + 0 + 9 + ' 0 (
!" 5 ( + , + ( . .'
, + 9 / : + + . + (
/ 1 ,,
% 2 3 0 9 + 9 2 ?
+ ( + 3 .' : : A : .
: ? + + + + 6. .' +
- 2
B * ,, : (2/ 5 ( +< 6 2 0 -
6 : , + , ,( ,< + + + (
, / + )
!" #!$!
"& $

, 1 ) ( ( )

) " 9 2 ( /6 ; :
, .' 1 / : ,1 + 1 2 3&
+ + ( ' : + ( ,, <.
9 2 + 62 C / 2
.. + C + < / . + 3 .' 6 '( ,
, / + ( 2 ( ?+ + + 9
2 ( D .' . + 3 6
0 ( + 2 +? + + . (
'. / (

!" #
& ' $ % & ' ( #" ! )! *+,
" - . + ! !# ! "
! / ! $" 0 1, "1
2" " % . * 0 ! 1, "1
2" " 3 - "1 !# ! "
( # 9 2 .' 3 ' , .' <
( (' : , ' !" #!$! + + :
: A : , 2 ( 2 ++ + 2
A / 3 / + , ++
2 ; 2 ,
2 ) + 9 + 9 2
3 4 + 2 62 E3 8 +
6 + - ./ E3 E3 : E3 -F , . +
6

&' ( " ) "


!" #
(% #

5 ( ( )
" + - :++ , ( + 9 +9 (
2 + 3 / + @( ( : '( (
3 6 + !" = / + 3 ( 2 0 )
+ 1 / : F + '( : +
+ , 2 . +
+3( . / + 9 2 /
+ + . + . + +

' ( )
!" #!%! -6 < ( (' :
!" #!%% 3( . 2 ,< 0 ; 2
6
!" #!,! 9 , (' :
!" #!5! 1 .' , 0< ( 1' :
!" #!"! F '. 9 2 .' D/
+1 .'
!" #!6! +< ( / .' = . ( ' : ?
9 2
!" #!6% + < ( / .' + - /
2 6 0 . -< 5 ? 9 2

!" #!$! 3 ' , .' < ( (' :


!" #!.! ( .1' :
%7 8 ( ' ( !" #!99

# *, . 8 + 2 + + 9
6 + 2 ?/ + ( + 9 2 )
( 2 . + 1 ( 2 ; 2
.'

- C .' - (
C .' 0(
=1 C .' = . ( ' :
3 C .' 3 ' ,
!" #!$!
$& $

" ) !" #!$! !% !6


" + ( + + + 2 ' 9 2
) G3 ' , .' < ( (' : H .

) (
3 &<> )! % 3 "& 6 + " "B
3 9<; )! % 3 9 : , . " "B
3 19- ) ! % 3 #1 ' 2 " "B
3 >3& )! % 3 )> / " "B
3 >-7 ) ! % 3 $ >6 , 2/ + " "B

,7 )

&' ( " ) "


Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 1 von 15

Konstruktionsgrundsätze für Geländer auf Eisenbahnbrücken

Inhalt

Allgemeines .................................................................................................................. Abschnitt 1


Korrosionsschutz der Geländerkonstruktion .................................................................. Abschnitt 2
Hinweise für Geländer an Eisenbahnbrücken an elektrifizierten Strecken ..................... Abschnitt 3
Füllstabgeländer ........................................................................................................... Abschnitt 4
Geländer mit Welldrahtrahmen...................................................................................... Abschnitt 5
Holmgeländer................................................................................................................ Abschnitt 6
Fußleisten an Geländern ............................................................................................... Abschnitt 7
Dehnfugen bei Geländern ............................................................................................. Abschnitt 8
Befestigung der Geländer auf Randkappen .................................................................. Abschnitt 9
Eigengewichte und Erfahrungswerte für Beschichtungsflächen der Konstruktionen .... Abschnitt 10
Checkliste zur Überprüfung der Anwendbarkeit der Typisierung ................................. Abschnitt 11

1 Allgemeines

Aufgaben
Geländer dienen als Schutzausrüstung, d.h. sie schützen:
• vor dem Herabstürzen von Personen sowie das Hindurchrutschen von gestürzten Perso-
nen
• vor dem Herabfallen von Gegenständen auf darunter liegende Verkehrswege, besonders
bei elektrifizierten Strecken
Sie sind daher in erster Linie entsprechend den Vorgaben der Unfallverhütungsvorschriften
(DGUV Vorschriften), der EBA Richtlinie „Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes
an Planung, Bau und Betrieb von Schienenwegen nach AEG“ und den Anforderungen von
Ril 804.1101 auszubilden.

Konstruktionsarten von Geländern


Folgende Konstruktionsarten werden im Ril 804.9060 unterschieden:
• Holmgeländer mit einem oder zwei Zwischenholmen (siehe auch Abschnitt 1.4)
• Füllstabgeländer (siehe auch Abschnitt 1.5)
• Geländer mit Welldrahtgitterrahmen (siehe auch Abschnitt 1.6)

Fachautor: I.NPF 22(T); Dipl.-Ing. Tristan Mölter; (089) 1308-5926 01.04.2018


Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 2 von 15

Wahl der Werkstoffe


Für Holmgeländer ist mindestens die Stahlsorte S235JR und für Geländer mit Reklameta-
feln/Ausfachungen (vorwiegend nicht ruhend beanspruchte Bauteile) ist mindestens die Stahlsor-
te S235J2+N zu verwenden. Die Stahlsorten müssen der DIN EN 10025-2 entsprechen. Abmes-
sungen und Toleranzen der Profile sollen die Grenzwerte der entsprechenden Normen einhalten.

Bemessung und Richtzeichnungen


Für Füllstabgeländer, deren Abmessungen den Richtzeichnungen entsprechen, ist eine bautech-
nisch geprüfte Typenstatik hinterlegt. Für die Typenstatik wurde eine Höhenlage der Windan-
griffsfläche über Gelände von 0 bis 20 m berücksichtigt (siehe Abschnitt 11). Davon abweichende
Geländerkonstruktionen sind projektspezifisch nachzuweisen. Die Nachweise sind bautechnisch
zu prüfen.
Die Befestigung bzw. Verankerung der Geländer mit dem Tragwerk muss projektspezifisch nach-
gewiesen werden.
Ab einer Geländerhöhe ≥ 1,10 m in Verbindung mit einer vollflächigen Ausfachung (geschlossene
Angriffsfläche) muss für den Einzelfall ein entsprechender statischer und dynamischer Nachweis
für Profile und Verbindungen (siehe Ril 804.5601) geführt werden.

Schraubensicherung
Alle Schraubenverbindungen von schwingungsbeanspruchten Bauteilen sind grundsätzlich mit
Losdrehsicherungen (z.B. Keilsicherungsscheiben mit Verwendbarkeitsnachweis) nach
DBS 918 005 zu sichern.

Pfostenabstände
Der Abstand der Geländerpfosten ist mit der Gesamtlänge des Brückenbauwerks abzustimmen.
Der Pfostenabstand sollte a ≤ 2,70 m betragen. Anderenfalls ist ein statischer Nachweis erforder-
lich.

Geländerhöhe
Die Geländerhöhe h richtet sich nach der vorhandenen Absturzhöhe. Folgende Bedingungen sind
einzuhalten:
• Geländer sind ab einer Absturzhöhe von 1 m anzuordnen.
• Bis zu einer Absturzhöhe von 12 m sind die Geländer mit einer Höhe von mind. 1 m aus-
zuführen.
• Ab einer Absturzhöhe von mehr als 12 m müssen Geländer mit h ≥ 1,10m ausgeführt wer-
den.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 3 von 15

Bild 1: Systemskizze Geländer

2 Korrosionsschutz der Geländerkonstruktion

Für die Ausführung des Korrosionsschutzes an Geländerkonstruktionen gelten die ZTV-ING (4-3)
und die TL/TP Ing. (TL KOR-Stahl). Die Hinweise und Vorgaben von Ril 804.6201 und
Ril 804.9011 sind zu beachten.

1- Feuerverzinkung
Wird als Korrosionsschutzsystem eine Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461 vorgesehen, so
sind vor dem Verzinken in die Hohlprofile Entlüftungs- und Ablauföffnungen mit ∅ 20 mm zu boh-
ren. Diese sind durch geeignete konstruktive Maßnahmen (z.B. Kunststoffdeckel) wieder zu
schließen.
3 Hinweise für Geländer an Eisenbahnbrücken an elektrifizierten Strecken

Die in den Richtzeichnungen dargestellten Geländer dürfen nur an Stellen zur Ausführung kom-
men, an denen die Abstände der Standfläche zu aktiven Teilen der Oberleitungsanlagen und dem
Regellichtraum der Oberleitung die Mindestabstände nach DIN EN 50 122-1 VDE 0115 Teil 3
bzw. Ril 997.0101 nicht unterschreiten.
Die Abstände müssen für jeden Einzelfall von der Fachabteilung für Elektro- und Oberleitungs-
technik ermittelt werden, da die dynamischen und thermischen Bewegungen der aktiven Teile der
Oberleitungsanlage und die Bewegungen der aktiven Teile der Fahrzeuge zu berücksichtigen
sind.
Können die Mindestabstände nicht eingehalten werden, so ist der Schutz gegen direktes Berüh-
ren durch das Anbringen eines Berührungsschutzes (Hindernis) herzustellen (siehe auch
Ril 804.9060, Kap. 3).

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 4 von 15

2- Erdung von Geländern (falls erforderlich)


Für Geländer ist
• bei Bauwerkslängen bis 50 m je Randkappe
• bei Bauwerkslängen über 50 m an jedem Randkappenende
• und je Maststandort
ein Erdungsanschluss vorzusehen (siehe auch Ril 997.0223).

4 Füllstabgeländer

Das Füllstabgeländer entspricht den Vorgaben der EBA-Richtlinie „Anforderungen des Brand-
und Katastrophenschutzes an Planung, Bau und Betrieb von Schienenwegen nach AEG“ zur Ab-
sturzsicherung in Bereichen von Rettungswegen.

Füllstabgeländer sind insbesondere auf Eisenbahnbrücken geeignet, auf denen auch nicht unter-
wiesene Personen (öffentlicher Verkehr/Rettungsweg) Zugang haben.

Die Füllstabgeländer in diesem Anhang sind für das Anbringen von Reklametafeln bzw. Ausfa-
chungen bemessen. Das bedeutet, dass die Geländer für Holmlasten sowie Windeinwirkungen
und aerodynamische Einwirkungen infolge Zugvorbeifahrten bemessen sind auf. Die Pfostenpro-
file sind nach Abschnitt 11.5 auszuwählen.
Wenn Füllstabgeländer auf Stahlbrücken eingebaut werden, ist zu beachten, dass die Deckble-
che sowie Schweißnähte der Brücke, auf denen die Geländer befestigt werden, statisch für Holm-
sowie Windlasten und aerodynamische Einwirkungen infolge Zugvorbeifahrten bemessen werden
müssen.
Zeichnungen
A-GEL 1 Füllstabgeländer mit durchgehenden Pfosten
A-GEL 2 Füllstabgeländer mit Geländerausfachung

3- Anordnung der Füllstäbe


Die Füllstäbe sind lotrecht und in einem lichten Abstand von maximal 12 cm auszuführen.

4- Pfostenprofil
Die Pfostenprofile von Füllstabgeländern sind in Abhängigkeit von Windgeschwindigkeit, Gelän-
dekategorie und Höhe über Geländeoberkante nach Abschnitt 11.5 auszuwählen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 5 von 15

5- Geländerausfachung
Die Ausfachung in Verbindung mit der zugehörigen Befestigungskonstruktion am Geländer muss
über einen eisenbahnspezifischen Verwendbarkeitsnachweis verfügen.
Die primäre Funktion einer Geländerausfachung ist der Lärmschutz (siehe Ril 804.9060A05
Lärmschutzwände).
Für Geländerausfachungen mit Bauartzulassung liegen die entsprechenden Nachweise in den
Grenzzuständen der Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Ermüdung vor.
Geländerausfachungen ohne Bauartzulassung (z.B. Lkw-Planen) sind projektspezifisch nachzu-
weisen und bautechnisch zu prüfen. Wird bei den Geländerausfachungen wesentlich von den
technischen Baubestimmungen abgewichen, ist zusätzlich der Nachweis gleicher Sicherheit
(i.d.R. UiG/ZiE) zu führen. Die Pfostenprofile der Füllstabgeländer (siehe Abschnitt 11.5) sind
gemäß den Einwirkungen aus der Ausfachung zu dimensionieren.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 6 von 15

5 Geländer mit Welldrahtrahmen

Neben den Füllstabgeländern erfüllen auch die Geländer mit Welldrahtgitterrahmen die Vorgaben
der EBA-Richtlinie „Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes an Planung, Bau und
Betrieb von Schienenwegen nach AEG“ zur Absturzsicherung in Bereichen von Rettungswegen.
Zusätzlich zu den unter Abschnitt 1.1 genannten Werkstoffen und Profilen sind für Geländer mit
Welldrahtrahmen Winkelstähle nach Norm und Welldrahtmatten mit Drahtdurchmesser d ≥ 4 mm
und einer Maschenweite von 30 mm zu verwenden.
Geländer mit Welldrahtrahmen können auf Eisenbahnbrücken mit oder über elektrifizierten Stre-
cken eingesetzt werden. Im Einzelfall sind mit dem Fachbereich Elektro- und Oberleitungstechnik
folgende Details zusätzlich zu Abschnitt 1.3 zu klären:
• Ist das Gitter als evtl. erforderlicher Berührungsschutz (Hindernis) ausreichend?
• Sind evtl. zusätzliche Maßnahmen zum Schutz gegen direktes Berühren von aktiven Tei-
len der Oberleitungsanlage und dem Regellichtraumprofil der Oberleitung notwendig?
Zeichnungen
A-GEL 3 Geländer mit Welldrahtrahmen
A-GEL 4 Geländer mit Welldrahtrahmen als vertikaler Berührschutz

6 Holmgeländer

Holmgeländer dürfen nur auf untergeordneten Bauwerken (z.B. Flügelwände) montiert werden.
Für die Absturzsicherung von Rettungswegen sind Holmgeländer nicht zulässig. Des Weiteren
sind Holmgeländer für das Anbringen von Reklametafeln nicht bemessen. Der Abschnitt 11.5 gilt
somit für diese Geländerart nicht. Sollten Reklametafeln an dieses Geländer angebracht werden,
ist die Konstruktion projektspezifisch nachzuweisen. Die Nachweise sind bautechnisch zu prüfen.
Holmgeländer können mit einem oder zwei Zwischenholmen ausgeführt werden. Die Anzahl der
erforderlichen Zwischenholme richtet sich nach der Geländerhöhe und dem einzuhaltenden
Grenzabstand der Holme.
Es ist mindestens ein Knieholm und eine Fußleiste je Geländer nach DGUV Vorschrift 1 auszu-
führen.
Zeichnungen
A-GEL 5 Holmgeländer mit einem Zwischenholm
A-GEL 6 Holmgeländer mit zwei Zwischenholmen

6- Maximale Grenzabstände bei Holmgeländern


Folgende maximalen Grenzabstände sind einzuhalten:
• lichter Abstand Lauffläche zu Knieholm ≤ 50 cm
• lichter Abstand Lauffläche zu Handlauf ≤ 50 cm

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 7 von 15

7 Fußleiste an Geländern

Zeichnungen
A-GEL 7 Fußleiste für Geländer auf Eisenbahnbrücken -angeschraubt-
A-GEL 8 Fußleiste für Geländer auf Eisenbahnbrücken -angeschweißt-

7- Fußleiste
Als zusätzliche Schutzeinrichtung ist unabhängig vom Geländertyp eine Fußleiste anzubringen.
Diese muss eine Höhe von mindestens 10 cm und einen Abstand zwischen UK Fußleiste und OK
Randkappe von maximal 1 cm aufweisen. Fußleisten können durch Schraub- oder Schweißver-
bindung mit dem Geländer verbunden werden. Sollte die Fußleiste abgewinkelt sein, so müssen
die abstehenden Schenkel zur Lauffläche gerichtet sein (siehe auch Ril 804.1101). Die Fußleiste
ist an jedem zweiten Pfosten zu stoßen. Bei angeschweißten Fußleisten ist darauf zu achten,
dass der Korrosionsschutz bei der Montage nicht beschädigt wird.

8 Dehnfugen bei Geländern

Dehnfugen sind im Bereich von Querfugen im Tragwerk (Überbau/Überbau bzw. Über-


bau/Widerlager) und bei langen Durchlaufträgern anzuordnen. Die Anzahl und Abstände der er-
forderlichen Dehnfugen auf Durchlaufträgern sind rechnerisch zu ermitteln.
Bei der Konstruktion von Dehnfugen an Füllstabgeländern ist darauf zu achten, dass der Abstand
zwischen den Füllstäben bei maximaler Fugenbreite zwischen Überbau/Überbau bzw. Über-
bau/Widerlager 12,0 cm nicht überschritten wird.
Bei Ausführung von Geländern mit Welldrahtgitter sowie Geländern mit angeschweißter Fußleiste
ist die Dehnfuge konstruktionsbedingt in besonderer Weise auszubilden. Konstruktive Details sind
den nachfolgenden Richtzeichnungen zu entnehmen.
Zeichnungen
A-GEL 9 Dehnfuge für Geländer – Variante A –
A-GEL 10 Dehnfuge für Geländer – Variante B –
A-GEL 11 Dehnfuge für Geländer mit Welldrahtrahmen
A-GEL 12 Dehnfuge für Geländer mit Welldrahtrahmen -Vertikaler Berührschutz-
A-GEL 13 Dehnfuge für Fußleisten

8- Dehnfugen im Bereich des Längsholms


Längsholme sind durch eine mittig (ausgenommen Geländer mit Welldrahtgitter) zwischen den
Geländerpfosten angeordnete Dehnfuge zu trennen. Die Anzahl der Dehnfugen hängt von der
Gesamtlänge des Geländers ab. In Abhängigkeit von der Geländerlänge und der Aufstelltempera-
tur ist ein bestimmtes Einstellmaß ∆ c [mm] vorzusehen, um eine ausreichend dimensionierte
Dehnfuge zu erhalten.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 8 von 15

Einstellmaß ∆ c [mm]
bei einer Aufstelltemperatur von Länge des Steck-
Geländer- bzw. stückes a [mm]
Tragwerkslänge Variante A Variante B
[m] Variante Variante
T =±0°C T =10°C T=+20°C T = ±0°C T=+10°C T=+20°C
A B

10
9 8 7 12 11 10 25 30
(bzw. ≤ 8,10m)
20 18 16 14 21 19 17 40 45
30 27 24 21 30 27 24 55 60
40 36 32 28 39 35 31 70 75
50 45 40 35 48 43 38 85 90

9- Dehnfugen im Bereich der Fußleiste


Dehnfugen sind in Längsholmen und Fußleisten grundsätzlich mittig (ausgenommen Geländer
mit Welldrahtgitter) zwischen den Geländerpfosten anzuordnen. Die Anzahl der Dehnfugen hängt
von der Gesamtlänge des Geländers ab. Dehnfugen sind stets im gleichen Geländerfeld (ein Ge-
länderfeld entspricht dem Feld zwischen zwei Geländerpfosten) anzuordnen. In Abhängigkeit von
der Geländerlänge und der Aufstelltemperatur ist ein bestimmtes Einstellmaß ∆c [mm] vorzuse-
hen, um eine ausreichende Dehnfuge zu erhalten.
Einstellmaß ∆ c [mm]
Geländer- bzw. bei einer Aufstelltemperatur T Maß a [mm] bei
Tragwerkslänge bei angeschweißter Fußleiste bei angeschraubter Fußleiste angeschweißter
[m] T Fußleiste
T =±0°C T=+20°C T = ±0°C T=+10°C T=+20°C
=+10°C

10 12 11 10 9 8 7 30
20 21 19 17 18 16 14 45
30 30 27 24 27 24 21 60
40 39 35 31 36 32 28 75
50 48 43 38 45 40 35 90

10- Dehnfuge bei Geländern mit Welldrahtrahmen


Die Ausbildung der Dehnfuge in Geländerlängsrichtung ist im Gegensatz zu den Holm- und Füll-
stabgeländern an zwei unterschiedlichen Stellen vorzusehen, da die Welldrahtgitter nicht trennbar
sind.
Für die Längsholme ist die Dehnfuge entsprechend der Rz A-GEL 9 bzw. 10 anzuordnen. Zusätz-
lich ist an der Anschlussstelle des Welldrahtes an der Holmkonstruktion eine Dehnfuge auszubil-
den. In Abhängigkeit von der Geländerlänge und der Aufstelltemperatur ist ein bestimmtes Ein-
stellmaß ∆ c [mm] vorzusehen, um eine ausreichende Dehnfuge zu erhalten.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 9 von 15

Geländer- Einstellmaß ∆ c [mm] bei Aufstelltemperatur T von


bzw.
Maß a [mm]
Tragwerks- T =±0°C T =+10°C T=+20°C
länge [m]

10 12 11 10 30 *)
20 21 19 17 45
30 30 27 24 60
40 39 35 31 75
50 48 43 38 90
HINWEIS:
Das Maß b [mm] bei geschraubten Fußleisten lässt sich berechnen aus: b = 2 x a – 10 [mm].
*) Für das Maß a = 30 mm ist ein b-Maß nicht definiert.

Es wird empfohlen, die Ausbildung der einzelnen Dehnfugen zur einfachen Handhabung so zu
wählen, dass überall gleiche Einstellmaße entstehen, d.h. die Dehnfugen für die Welldrahtgitter
lassen sich gut mit der Ausführung einer angeschweißten Fußleiste und einer Dehnfuge im
Längsholm nach Variante B (A-GEL 10) kombinieren.

9 Befestigung der Geländer auf der Randkappe

Die konstruktive Ausbildung der Geländerpfostenbefestigung muss den Regelungen und Anforde-
rungen des Ril 804.5601 entsprechen. Die erforderlichen Nachweise der Standsicherheit sind zu
führen und bautechnisch zu prüfen.
Bei der konstruktiven Ausbildung wird zwischen der Befestigung auf massiven und auf stählernen
Bauteilen unterschieden.
Zeichnungen
A-GEL 14 Geländerpfostenbefestigung auf Randkappen aus Stahl
A-GEL 15 Geländerpfostenbefestigung auf Randkappen aus Stahlbeton
– Verbundanker und Betonschrauben –

11- Geländerpfostenbefestigung auf Randkappen aus Stahl


Für das Aufschweißen von Geländern und Pfostenfußplatten gelten die spezifischen Regelungen
nach DIN EN 1090-2 (Anhang A, Tabelle A.3) in Verbindung mit den ergänzenden Regelungen in
Ril 804.4101 und DBS 918 005, Tabelle 22.
Die Auswirkungen von zusätzlichen Schweißungen sind insbesondere im Hinblick auf die Ermü-
dungssicherheit der Überbaukonstruktion zu berücksichtigen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 10 von 15

12- Geländerpfostenbefestigung auf Randkappen aus Stahlbeton


Geländer auf Randkappen aus Stahlbeton können mittels Verbundankern oder Betonschrauben
befestigt werden. Es dürfen nur Befestigungselemente mit einem eisenbahnspezifischen Ver-
wendbarkeitsnachweis verwendet werden. Ferner ist darauf zu achten, dass die Befestigungs-
elemente von Füllstabgeländern mit Ausfachungen bzw. mit Reklametafeln für die Abtragung von
dynamischen Lasten zugelassen sind. Die Verbindungen sind gegen Lösen zu sichern.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 11 von 15

10 Eigengewichte und Erfahrungswerte für Beschichtungsflächen der


Konstruktionen

Aus der Tabelle sind folgende Werte für die jeweilige Geländerkonstruktion zu entnehmen:
• Eigengewichte der Geländerkonstruktion bei einem Pfostenabstand von ≤ 2,70 m, z.B. für
die weitere Bemessung der Randkappen u.ä.
• Erfahrungswerte für die Beschichtungsfläche von Geländern bei einem Pfostenabstand
von ≤ 2,70 m für die Ausschreibung bzw. weitere Planung der Korrosionsschutzausfüh-
rung.

Konstruktion Anzahl der Geländerhöhe Gewicht gk (ca.) in kg/m Beschichtungsfläche A


Zwischen- in m in m²/lfdm
holme
1,00 15,5 0,56
1
Holmgeländer 1,10 16,0 0,58
ohne Fußleiste 1,00 21,0 0,75
2
1,10 21,5 0,77
1,00 23,0 0,87
1
Holmgeländer 1,10 23,5 0,89
mit Fußleiste,
angeschraubt 1,00 28,5 1,06
2
1,10 29,0 1,08
1,00 19,4 0,76
1
Holmgeländer 1,10 19,9 0,78
mit Fußleiste,
geschweißt 1,00 24,9 0,95
2
1,10 25,4 0,97
36,5 1,15
1,00 (bei Pfostenabstand (bei Pfostenabstand
Füllstabgeländer von 1,35m: 35,5) von 1,35m: 1,10)
mit durchgehen- --
den Pfosten 40,2 1,26
1,10 (bei Pfostenabstand (bei Pfostenabstand
von 1,35m: 38,7) von 1,35m: 1,19)
Geländer mit 1,00 22,5 1,50
Welldrahtrah- --
1,10 23,5 1,55
men

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 12 von 15

11 Checkliste zur Überprüfung der Anwendbarkeit der Typisierung für Füllstabge-


länder

Es sind alle freien Felder auszufüllen. Die Checkliste ist dem Bauwerksbuch beizuheften.

Allgemeine Angaben zur Baumaßnahme

Projektbezeichnung:

Strecke:

Streckennummer:

Kilometer:

Ansprechpartner:
(mit Telefonnummer)

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 13 von 15

11.1 Geländer auf Brückenbauwerk

Ja  Nein  )1

)1
Weiter mit Punkt 3 (Punkt Nr. 2 ist nur für Geländer auf Brücken relevant)

11.2 Verhältnis b/d

b/d Verhältnis

Bauwerksbreite b [m]: ……. [m]

Überbauhöhe inkl. Fahrbahn-


……. [m]
aufbau d [m]

b/d Verhältnis ≥6 ≥4 ≥3  ≥ 1,5

Rechtwinkliger Abstand ag von


……. [m]
Gleismitte zu Geländer

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 14 von 15

11.3 Windzone / Geländekategorie / Höhe über Gelände

Windzone *

Geländekategorie **

Höhe über Geländeoberkante*** ……. [m]

Entwurfsgeschwindigkeit vE  ≤ 120 km/h  ≤ 160 km/h  ≤ 200 km/h

* Windzone siehe DIN EN 1991-1-4/NA.A


** Geländekategorie siehe DIN EN 1991-1-4/NA.B
*** Maximale Höhe (Geländeroberkante) bis zur Geländeoberkante

11.4 Ausführung Geländer

Detail 1
Schnitt Pfosten Fußplatte

Detail 2
Draufsicht Fußplatte

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente auf Ingenieurbauwerke“, 804.9060A01
Anhang A01, Geländer Seite 15 von 15

11.5 Geländerart Füllstabgeländer, Zulässige Höhe über GOK [m]

01.04.2018
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
<
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke“, 804.9060A02
Anhang A02, Reklametafeln Seite 1 von 4

Konstruktionsgrundsätze für Reklametafeln auf Eisenbahnbrücken

Inhalt

Allgemeines .................................................................................................................. Abschnitt 1


Anbringen von Reklametafeln/Ausfachungen an Geländern ......................................... Abschnitt 2
Anbringen von Reklametafeln an stählernen Bauteilen ................................................. Abschnitt 3
Anbringen von Reklametafeln an massiven Tragwerken ............................................... Abschnitt 4

1 Allgemeines

Besonderheiten von Reklametafeln


Das Anbringen von Reklametafeln ist auch an Eisenbahnbrücken möglich. Aufgrund von Wind-
beanspruchungen (aus Höhenlage und Zugverkehr) ist ein besonderes Augenmerk auf die Befes-
tigung der Reklametafeln am Brückenbauwerk zu legen.

Ausführungsformen von Reklametafeln


Reklametafeln können aus Stahl oder Aluminium ausgeführt werden. Sie sind mit oder ohne Be-
leuchtung ausführbar. Sollte eine beleuchtete Reklametafel vorgesehen werden, hat die Kabelzu-
führung bei Stahltragwerken im Kabeltrog und bei massiven Tragwerken in einem Zusatzkunst-
stoffrohr bzw. Leerrohr (d = 30 mm) zu erfolgen. Das Leerrohr muss so verlegt werden, dass kei-
ne Stolperstelle auf der Lauffläche der Randkappe entsteht.
Ist die Ausführung von etwaigen Werbemaßnahmen in der Planungsphase noch nicht bekannt,
so ist das spätere Anbringen von Reklametafeln in Stadtgebieten stets miteinzuplanen.

Bemessung
Alle Profile sowie Schraub- bzw. Schweißverbindungen sind in Anlehnung an Ril 804.5501 sta-
tisch und im Bereich von Sog-Druck-Lasten dynamisch zu bemessen. Schraubverbindungen sind
gemäß DBS 918005 auszuführen.

Schraubensicherung
Alle Schraubenverbindungen von vorwiegend nicht ruhend beanspruchten Bauteilen sind grund-
sätzlich mit Losdrehsicherungen (Keilsicherungsscheiben mit Verwendbarkeitsnachweis) nach
DBS 918005 gegen Lösen zu sichern.

Fachautor: I.NPF 22(T); Dipl.-Ing. Marek Skierniewski; Tel.: 089/1308-6292 01.04.2018


Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke“, 804.9060A02
Anhang A02, Reklametafeln Seite 2 von 4

Korrosionsschutz
Für die Ausführung des Korrosionsschutzes der Haltekonstruktion bzw. Befestigung der Reklame-
tafeln gelten die ZTV-ING (4-3) und die TL/TP Ing. (TL KOR-Stahl). Des Weiteren sind die Hin-
weise und Vorgaben von Ril 804.6201 und Ril 804.9011 zu beachten.
Der Korrosionsschutz von Reklametafeln aus un- oder niedriglegiertem Stahl ist vorzugsweise als
Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461 auszuführen.

Es sind Verbindungsmittel aus nichtrostendem Stahl zu verwenden. Falls erforderlich sind Zu-
satzmaßnahmen zur Verhinderung von Kontaktkorrosion vorzusehen.
Für die Abmessung der Reklametafel und deren Befestigung ist zu beachten, dass die Unterkan-
te der Reklametafel inkl. Befestigung nicht über die Unterkante des Tragwerkes hinausragen darf.
Dies ist besonders beim Anbringen der Werbung an der Unterseite der Gehwegkonsole zu be-
rücksichtigen.

2 Anbringen von Reklametafeln/Ausfachungen an Geländern

Reklametafeln können u.a. an Geländern montiert werden. Es ist zu beachten, dass Reklameta-
feln nur an Füllstabgeländern (siehe Ril 804.9060A01, Geländer) angebracht werden dürfen.
Reklametafeln an Holmgeländern im Bereich von Rettungswegen erfüllen nicht die Anforderun-
gen der EBA-Richtlinie „Anforderungen an den Brand und Katastrophenschutzes an Planung,
Bau und Betrieb von Schienenwegen nach AEG“. Die Befestigung- bzw. Haltekonstruktion von
Reklametafeln und Ausfachungen an Geländern sind statisch und dynamisch nachzuweisen.
Zeichnungen
A-REK 1 Reklametafeln an Geländern
A-REK 2 Füllstabgeländer mit Geländerausfachung

1- Reklametafeln an Geländern
Reklametafeln müssen über eine geschraubte Haltekonstruktion an Füllstabgeländern befestigt
werden. Die Pfostenprofile sind nach Ril 804.9060A01, Abschnitt 11.5, auszuwählen. Die
Schraubverbindungen mit zugehöriger Losdrehsicherung müssen den Anforderungen des
DBS 918005 entsprechen. Um den Korrosionsschutz der Pfostenprofile nicht zu beschädigen, ist
zwischen Pfostenprofil und Haltekonstruktion ein Elastomerband zu legen. Die Haltekonstruktion
ist an die Erdung anzuschließen.
Alternativ zur geschraubten Haltekonstruktion können auch geschweißte Haltekonstruktionen zur
Anwendung kommen. Bei dieser Konstruktion ist besonders auf den Korrosionsschutz zu achten.
Die Schweißnähte dürfen nur von einer Fachfirma mit einer Herstellerqualifikation der Klasse
EXC2 nach DIN EN 1090-2 ausgeführt werden.
Das Anbringen der Reklametafel sollte nicht in der Ebene der Gesimse erfolgen (Verschmutzung
der Gesimse).

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke“, 804.9060A02
Anhang A02, Reklametafeln Seite 3 von 4

2- Geländerausfachung
Die Ausfachung muss über einen eisenbahnspezifischen Verwendbarkeitsnachweis verfügen. Die
primäre Funktion einer Geländerausfachung ist der Lärmschutz (siehe Ril 804.9060A05, Lärm-
schutzwände). Die Ausfachung muss so konstruiert werden, dass an der bahnabgewandten Seite
Reklametafeln an der Ausfachung befestigt werden können.

3 Anbringen von Reklametafeln an stählernen Bauteilen

Reklametafeln können an verschiedenen Stellen am Bauwerk angebracht werden. Für den jewei-
ligen Befestigungsort sind die entsprechenden Richtzeichnungen zu beachten. Grundsätzlich
muss immer anhand eines Standsicherheitsnachweises überprüft werden, ob die vorhandenen
Bauteile für die Anbringung von Reklametafeln geeignet sind.
Zeichnungen
A-REK 3 Freihängende Reklametafel an stählernen Gehwegkonsolen

3- Anbringen an stählernen Gehwegkonsolen


Die in Richtzeichnung A-REK 3 angegebenen Profilabmessungen und Anschlüsse gelten für die
Befestigung bis zu Konsolabständen von 2,70 m. Regelungen und Richtzeichnungen für stähler-
ne Gehwegkonsolen sind Ril 804.9010 zu entnehmen.
Die Inspizierbarkeit von hinter Reklametafeln liegenden Tragwerksteilen muss stets gegeben
sein. Die Befestigung von Reklametafeln muss demontierbar sein.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Richtzeichnungen „Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke“, 804.9060A02
Anhang A02, Reklametafeln Seite 4 von 4

4 Anbringen von Reklametafeln an massiven Tragwerken

Für die Anbringung von Reklametafeln an massiven Tragwerken ist Richtzeichnung A-REK 4 zu
beachten, wobei die dort angegebenen Profilabmessungen und Anschlüsse für Abstände bis zu
2,70 m gelten.
Die Inspizierbarkeit von hinter Reklametafeln liegenden Tragwerksteilen muss stets gegeben
sein. Die Befestigung von Reklametafeln muss demontierbar sein.
Zeichnungen
A-REK 4 Reklametafeln an massiven Tragwerken

4- Befestigungshülsen
In Stadtgebieten sind vorsorglich Befestigungshülsen an jedem neuen massiven Tragwerk mit
einer Stirnhöhe ≥ 95 cm vorzusehen. Sie sind einem Abstand von 1,00 m symmetrisch zur Mitte
der lichten Weite anzuordnen. Es sind Befestigungshülsen aus einer Kupfer-Nickellegierung
(Werkstoff: CuNiSi) mit einem Durchmesser von 25 mm, einer Länge von 40 mm mit Innengewin-
de M 12 und einer Sechskantschraube M 12 nach DIN EN ISO 4034 zu verwenden.

5- Erdung
Reklametafeln über elektrifizierten Strecken sind zu erden (siehe Ril 997 und Ril 804.9030).

01.04.2018
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22 (I)
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
<
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22 (I)
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22 (I)
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A03
Anhang A03, Berührungsschutz (Hindernis) Seite 1 von 4

Konstruktionsgrundsätze für den Berührungsschutz (Hindernis)

Inhalt

Allgemeines .................................................................................................................. Abschnitt 1


Anbringen des Berührungsschutzes an massiven Brücken ........................................... Abschnitt 2
Anbringen des Berührungsschutzes an stählernen Brücken ......................................... Abschnitt 3

1 Allgemeines

Aufgabe des Berührungsschutzes (Hindernis)


Der Berührungsschutz dient als Schutz vor unterführten elektrifizierten Strecken und Anlagen.
Folgende Schutzaufgaben sind zu erfüllen:
- Schutz von Personen, aber auch von Tieren oder Gegenständen, vor einem elektrischen
Schlag, der das Berühren oder die gefahrbringende Annäherung an bzw. in die Gefahren-
zone von aktiven Teilen der Oberleitungsanlage durch den Aufbau eines Hindernisses er-
reicht.
- Funktionelles Hindernis gegen ein unerlaubtes Hingreifen einer oder mehrer Personen in
die aktiven Teile der Oberleitungsanlage (Vandalismus).
Sie sind daher in erster Linie entsprechend den Vorgaben der Unfallverhütungsvorschriften (UVV-
Vorschriften), den Anforderungen von Ril 804.1101, Ril 997.0101 sowie Ril 997.0204 auszubil-
den.

Einsatz des Berührungsschutzes (Hindernis)


Der Berührungsschutz (Hindernis) ist auszuführen, wenn die Mindestabstände von aktiven, der
Berührung zugänglichen Teilen der Oberleitungsanlage zu Standflächen, die von Personen betre-
ten werden dürfen, nicht eingehalten werden.
Von einer Brückenstandfläche (z.B. Gehweg) aus sind in gerader Linie zu aktiven Teilen der
Oberleitungsanlage im ungünstigsten Fall (inkl. Bauwerksverformungen) mindestens 1,50 m Ab-
stand einzuhalten. Kann dies aufgrund der Örtlichkeiten nicht sichergestellt werden, ist ein Berüh-
rungsschutz als zusätzliche Schutzausrüstung auszuführen.
Die Einbauhöhe „h“ des Berührungsschutzes ist so festzulegen, dass die Oberkante des Berüh-
rungsschutzes mindestens 1,50 m von der Unterkante der Standfläche entfernt ist und gleichzei-
tig die Höhe als Absturzsicherung (siehe UVV) eingehalten wird.
Die Mindestabmessungen und Anforderungen an den Berührungsschutz müssen Ril 997.0101,
Bild 5 entsprechen.
Die freizuhaltende Gefahrenzone ist in Ril 997.0101, Bild 4 und Bild 6 dargestellt.

Fachautor: I.NPF 22(T), Dipl.-Ing. Tristan Mölter; (089) 1308-5926 01.04.2018


Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A03
Anhang A03, Berührungsschutz (Hindernis) Seite 2 von 4

Ausführungsformen des Berührungsschutzes (Hindernis)


Der Berührungsschutz ist entsprechend den Vorgaben von M 997.0101, Abschnitt 4, Absatz 3
auszubilden. In der Regel soll ein Berührungsschutz vollwandig und aus leitfähigem Material sein.
In Ausnahmefällen ist auch die Ausbildung eines Maschengitters aus einem leitfähigen oder
nicht-leitfähigem Material möglich. Bei der Verwendung von nicht-leitfähigem Material ist der Be-
rührungsschutz (Hindernis) mit einem leitfähigen Rahmen zu umfassen und mit der Bahnerde zu
verbinden (siehe M 997.0101 und M 997.0204).
Der Berührungsschutz kann als vertikaler Berührungsschutz (siehe auch Elt 2 der RiZ-ING des
BMVBS) oder als horizontaler Berührungsschutz ausgebildet werden.
Der direkte Anschluss an das Brückentragwerk ist je nach Ausführungsform des Tragwerkes den
nachfolgenden Abschnitten zu entnehmen.

Bemessung
Für den Berührungsschutz ist ein statischer Nachweis zu führen. Dabei sind die dynamischen
Einflüsse zu beachten. Die Schraub- sowie Schweißverbindungen müssen den Anforderungen
des DBS 918005 entsprechen. Des Weiteren sind die Vorgaben des Ril 804.4101 zu beachten.
Sämtliche Nachweise sind bautechnisch zu prüfen.

Schraubensicherung
Alle Schraubenverbindungen von Bauteilen, die vorwiegend nicht ruhend beansprucht sind, sind
grundsätzlich mit Losdrehsicherungen (z.B. Keilsicherungsscheiben mit Verwendbarkeitsnach-
weis) nach DBS 918005 zu sichern.

Korrosionsschutz
Die stählernen Bauteile des Berührungsschutzes sind vor Korrosion zu schützen. Der Korrosions-
schutz ist gemäß den Anforderungen und Vorgaben der ZTV-ING (4-3) und der TL/TP Ing. (TL
KOR-Stahl) herzustellen. Des Weiteren sind bei Korrosionsschutz die Hinweise und Vorgaben
von Ril 804.6201 und Ril 804.9011 zu beachten.

Erdung
Der Berührungsschutz ist nach Ril 997 zu erden. Die Kontaktstellen müssen gemäß Ril 997.9107
metallisch blank sein.
Als eine Entscheidungshilfe, ob und in wieweit Schutzvorrichtungen vor Berührungsspannungen
(Schutzerdung) vorzusehen sind, ist Ril 997.0204, Bild 2 zu verwenden.
Die Erdung des leitfähigen Rahmens ist nach Ril 997.0204 vorzusehen. Hilfestellungen und Hin-
weise sind Ril 804.9030 zu entnehmen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A03
Anhang A03, Berührungsschutz (Hindernis) Seite 3 von 4

2 Anbringen des Berührungsschutzes an massiven Brücken

Zeichnung
A-BRS 1 Horizontaler Berührungsschutz an Eisenbahnbrücken, (Stahlblechvarianten),
– Schnitt und Ansicht –
A-BRS 2 Vertikaler Berührungsschutz an Eisenbahnbrücken

1- Befestigung der Anschlussplatte


Die Anschlussplatte ist mit Verbundankern oder Betonschrauben am Gesims der Randkappe zu
befestigen. Die Verbundanker bzw. Betonschrauben müssen für die Abtragung von vorwiegend
nicht ruhend wirkenden Beanspruchungen zugelassen sein. Bei der Verankerung ist das
Ril 804.5601 zu beachten.
Die Abstände der Verbundanker bzw. Betonschrauben ergeben sich aus den konstruktiven sowie
statischen Randbedingungen.

2- Anschlussplatte mit Kragarmen


Die Kragarme sind aus U-Profilen auszuführen und an die Anschlussplatten anzuschweißen. Der
Kragarm ist nach Anforderungen der Ril 997 auszuführen. Die Anschlussplatte ist mit jeweils zwei
vertikalen und zwei horizontalen Langlöchern die der Justierung dienen, auszuführen.

3- Abdeckung BRS 1 (Stahlblechvarianten)


Auf den Kragarmen sind Z-Profile zur Befestigung der Abdeckung anzubringen. Die Abdeckun-
gen sind aus nicht rostendem Stahlblech (Variante 1) oder aus Trapezblech (Variante 2) auf den
Z-Profilen zu befestigen. Bei der Befestigung der Abdeckungen auf den Z-Profilen ist auf evtl.
auftretende Kontaktkorrosion bei der Verwendung unterschiedlicher Stähle zu achten.

4- Wasserrinne
Anfallendes Regenwasser muss durch eine Wasserrinne nach außen abgeleitet werden. Die Be-
festigung erfolgt an der Verankerung der Anschlussplatte.

5- Erdungsschienen
Die Erdungsschienen sind nach der Richtzeichnung Elt 2 (Richtzeichnungen für Ingenieurbau-
werke RiZ-ING) der BAST auszuführen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken (und sonstige Ingenieur-
Telekommunikationstechnik Bauwerke) planen, bauen und instand halten
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A03
Anhang A03, Berührungsschutz (Hindernis) Seite 4 von 4

3 Anbringen des Berührungsschutzes an stählerne Brücken

Die Ausbildung des Berührungsschutzes an stählerne Brücken erfolgt analog zu massiven Brü-
cken. Der in der Richtzeichnung A-BRS 1 dargestellte Berührungsschutz kann auch an stählerne
Brücken angebracht werden.
Folgendes ist bei der Anschlussausbildung an stählerne Brücken zu beachten:
• Der Anschluss des Berührungsschutzes kann an der Gehwegkonsole erfolgen, sofern eine
Brücke mit außen liegenden Gehwegen vorliegt. Die stählerne Gehwegkonsole ist in
Ril 804.9010 geregelt bzw. dargestellt. Die Ausbildung des Anschlusses kann in Anlehnung
an die Rz A-REK 10 geschehen. Die Verbindungen des Berührungsschutzes an das Trag-
werk sind nachzuweisen. Die Zusatzlast aus Berührungsschutz ist in den entsprechenden
Nachweisen der Gehwegkonsole und dessen Anschluss zu berücksichtigen. Die Nachweise
sind bautechnisch zu prüfen.
• Bei (nachträglichem) Einbau sind aus Korrosionsschutzgründen und im Hinblick auf Wirt-
schaftlichkeit geschraubte Anschlüsse den geschweißten vorzuziehen.
• Ist die Anschlussmöglichkeit an der Gehwegkonsole nicht ausführbar, ist das Hindernis an
den Brückenüberbau selbst zu montieren. Es sind die Regelungen von Ril 804.4101 zu be-
rücksichtigen. Die Anschlussstellen sind in Anlehnung an die Vorgaben für die Montage von
Gehwegkonsolen an der Außenseite eines Stahltragwerkes (siehe Ril 804.9010) auszuwäh-
len. Der statische Nachweis ist zu erbringen. Der Kerbfall ist bei der Nachweisführung des
Tragwerkes zu berücksichtigen. Die Nachweise sind bautechnisch zu prüfen.

01.04.2018
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 1 von 9

Lagerwechsel
Inhalt

Allgemeines .................................................................................................................. Abschnitt 1


Grundsätzliches zum Lagerwechsel .............................................................................. Abschnitt 2
Hinweise zum Anheben der Überbauten beim Lagerwechsel........................................ Abschnitt 3
Arbeitsvorbereitung für einen Lagerwechsel.................................................................. Abschnitt 4
Arbeitsfolge beim Lagerwechsel.................................................................................... Abschnitt 5
Anforderungstabelle für einen Lagerwechsel................................................................. Abschnitt 6
Richtzeichnungen ......................................................................................................... Abschnitt 7

1 Allgemeines
Es sind die Regelungen der Ril 804.5101 bei der Planung, Bemessung, Konstruktion und Ausfüh-
rung bei Eisenbahnbrückenlagern der DB Netz AG zu beachten.
Wird von den Bestimmungen der Ril 804.5101 oder dieses Kapitels abgewichen, ist eine unter-
nehmensinterne Genehmigung (UiG) erforderlich, die bei der Zentrale der DB Netz AG zu bean-
tragen ist.

2 Grundsätzliches zum Lagerwechsel


Nach Ril 804.5101 sind alle für einen möglichen Lagertausch zu beachtenden Maßnahmen und
Randbedingungen für jede gelagerte Eisenbahnbrücke in einem Lagerwechselkonzept festzule-
gen. Die Festlegungen der oben genannten Richtlinie sind dabei zu beachten.
Folgende Punkte sind bei der Erstellung eines Lagerwechselkonzeptes und beim Lagerwechsel
zu beachten:
• Bei Brücken mit Schotteroberbau darf der Lagerwechsel den planmäßigen Eisenbahnbetrieb
nicht wesentlich beeinträchtigen, d.h. der Lagerwechsel ist unter dem rollenden Rad durchzu-
führen.
• Bei Brücken mit der Oberbauform „Feste Fahrbahn“ oder mit direkter Schienenbefestigung ist
der Lagerwechsel unter Betrieb bzw. unter dem rollenden Rad nicht möglich, da durch das
Anheben des Überbaus zusätzlich abhebende Schienenstützpunktkräfte entstehen, die zu
Schäden an den Schienenstützpunkten führen. Um Schäden an den Schienenstützpunkten zu
vermeiden müssen ggf. die Schienenbefestigungen gelöst werden.
• Eventuelle Streckensperrung oder Langsamfahrstelle sind rechtzeitig zu beantragen.
• Hinsichtlich der Gewährleistung der Lagersicherheit sind die zulässigen Windgeschwindigkei-
ten für den Zeitpunkt des Lagerwechsels projektbezogen zu ermitteln.

Fachautor: I.NPF 22(T), M. Eng. Peter Dul; Tel.: 089/1308-5412 01.04.2018


Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 2 von 9

• Für den Lagerwechsel ist ein Zeitpunkt mit geringen Temperaturschwankungen anzustreben.
Die mittlere Bauwerkstemperatur soll zwischen +5 °C und +20 °C liegen.
• Die Auswechslung von Lagern und Lagerteilen muss unter Vermeidung jeglicher Beschädi-
gung des Tragwerks erfolgen.
• Die Zugänglichkeit zu den Lagerkonstruktionen ist zu gewährleisten. Diese sind gemäß
Ril 804.9020 und RiZ-ING Zug zu planen.
• Arbeitsflächen sind im Pfeilerkopf und auf der vorderen Widerlagerwand vorzusehen. Zusätz-
liche Arbeitsbühnen können durch Ausfahren von Rüstträgern am Pfeilerkopf bzw. am Wider-
lager geschaffen werden.
• Die Pressen dürfen nur an ihren vorgesehenen Pressenansatzpunkten aufgestellt werden.
• Der Lagerwechsel ist achsweise symmetrisch durchzuführen.
• Da beim Ausbau der Lager einer Lagerachse die Vorrichtungen zum Lastabtrag der Horizon-
talkräfte (z.B. Knaggenkonstruktionen o.ä.) unwirksam werden, muss deren Ableitung beim
Lagerwechsel unterm rollenden Rad durch Hilfskonstruktionen gewährleistet werden. Für die
verwendete Hilfskonstruktion ist ein Nachweis der Tragsicherheit und der Gebrauchstauglich-
keit zu führen. Dieser ist bautechnisch zu prüfen.
• Die Auswirkungen des Anhebens auf den Oberbau sind prinzipiell zu untersuchen und ent-
sprechende Maßnahmen zu treffen.
• Der Hub- und Absenkvorgang darf nur während den Zugpausen durchgeführt werden. Es ist
zu gewährleisten, dass in diesem Zeitraum kein Zug die Brücke überquert.
• Der Hub- und Absenkvorgang an allen Lagerungspunkten muss messtechnisch begleitet wer-
den.
• Während der Dauer des Lageraustausches ist bei zweigleisigen Tragwerken nur die größere
der Horizontalkräfte aus Bremsen oder Anfahren anzusetzen. Die Bremslast darf auf den 0,65
fachen Betrag reduziert werden, wenn sichergestellt wird, dass in dieser Zeit keine Schwer-
wagen über die Brücke verkehren.
• Bei der Erstellung des Lagerwechselkonzeptes ist der Lagerhersteller zu involvieren, sofern
das Lagerwechselkonzept nicht vom Lagerhersteller selbst erstellt wird. Die Hinweise des La-
gerherstellers sind zu beachten.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 3 von 9

3 Hinweise zum Anheben der Überbauten beim Lagerwechsel


• Der Überbau ist mittels geeigneter Pressen ggf. mit Gleiteinrichtungen bzw. Montagelager in
den jeweiligen Achsen kontrolliert um 5 bis maximal 10 mm zur Freisetzung der Bestandsla-
ger anzuheben.
• Die gewählten Pressen mit Stellring müssen hierzu geeignet sein.
• Der Anhebevorgang erfolgt i.d.R. weggesteuert, wobei stets auf ein gleichmäßiges Anheben
an beiden Pressenansatzpunkten einer Lagerachse zu achten ist. Die ermittelte Kraftvertei-
lung an den Pressenansatzpunkten muss während des Anhebevorgangs annähernd immer
gleich bleiben.
• In Abhängigkeit der zum Einsatz vorgesehenen Hubpressen sind die Hydraulikdrücke für die
Erwartungswerte der Pressenkräfte pro Ansatzpunkt daher im Vorfeld zu ermitteln.
• Während des Anhebens sind die Hydraulikdrücke ständig zu überwachen. Treten Abweichun-
gen zu den ermittelten Erwartungswerten auf, sind die Arbeiten zu unterbrechen und eine
Analyse der Ursachen durchzuführen. Vor Wiederaufnahme der Arbeiten sind erkannte Fehler
zu beheben.
• Die Lagesicherheit der Pressen ist nachzuweisen. Zusätzlich sind die Pressenfüße gegen
seitliches Ausweichen konstruktiv ausreichend zu sichern.
• Vor Beginn der Arbeiten ist sicherzustellen, dass der Überbau an den jeweiligen anzuheben-
den Bauwerksachsen frei liegt, so dass ein Anheben in vertikaler Richtung ohne Behinderung
vollzogen werden kann.
• Nach Abschluss der Arbeiten ist vor der Verkehrsfreigabe das Spiel (Gleitspalt) der querfes-
ten Lager (ggf. Führungslager) zu kontrollieren und mit den planmäßigen Sollmaße zu ver-
gleichen.
• ACHTUNG:
Bei älteren Stahlüberbauten sind die die Pressenansatzpunkte der Pfeiler- und Endquerträger
i.d.R. nur für das Anheben des Überbaus ohne Verkehrseinwirkung ausgelegt. Eine Verkehrs-
freigabe kann daher nur nach dem Einlagern des Überbaus auf die neuen Lager erfolgen. Die
Pressen müssen unter Verkehrseinwirkung freigesetzt sein.

4 Arbeitsvorbereitung für einen Lagerwechsel


Eine gründliche Arbeitsvorbereitung soll ungewollte Arbeitsunterbrechungen vermeiden, damit
der Bauzustand "Lagerwechsel" in der kürzest möglichen Zeit durchgeführt werden kann und der
planmäßige Eisenbahnbetrieb auf der Brücke nicht mehr als nötig gestört wird.
Zuordnung von Lagerungs- und Arbeitsflächen am Widerlager:
Lagerungsflächen für das alte und neue Lager sowie für Baustoffe und Werkzeuge sind
den Arbeitsflächen für Ein- und Ausbau, Anheben und Transport durch Vorplanung güns-
tig zuzuordnen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 4 von 9

Geräteaufbau und -kontrolle:


Alle für den Lageraustausch erforderlichen Geräte, Hilfskonstruktionen und das Arbeitsge-
rüst am Widerlager sind rechtzeitig aufzubauen und auf ihre Funktionsfähigkeit (insbeson-
dere Kraftübertragung und Lagestabilität nach DIN 4420) zu überprüfen.
Werkzeuge und Kleingeräte vorhalten:
Werkzeuge und Kleingeräte für erforderliche Nebenarbeiten und Eventualtätigkeiten (z.B.
Feinregulierung der Lager-Solllage) müssen vorgehalten werden.
Bei Wechsel unter Betrieb, Festhaltkonstruktion (Stabilisierungsmodul) bereithalten.
Ersatzgeräte vorhalten:
Für den Arbeitsablauf entscheidende und verschleißanfällige Geräte (z. B. Seile und Seil-
züge) sind Ersatzgeräte vorzuhalten, so dass bei Ausfall sofort mit dem Ersatzgerät wei-
tergearbeitet werden kann.
Auswahl der neuen Lager:
Die Konstruktion des neuen Lagers muss ein Auswechseln mit dem geringst nötigen An-
hebemaß gestatten.
Lagerteile verbinden:
Alle auszutauschenden Lagerteile sind miteinander zu verbinden, so dass der Verschub
für den Aus- und Einbau in einem Arbeitsgang möglich ist.
Auswahl der Pressen:
Die notwendigen Pressenkräfte für das Anheben des Überbaus sind zu berechnen und die
Pressen mit entsprechenden Kraft- und Hebereseven auszuwählen.
Auswirkungen auf das Gleis bei FF:
Die Zwangskräfte in den Schienen und den Befestigungen infolge Vertikalversatz und
Drehwinkel beim Anheben des Überbaus sind zu untersuchen (Ril 804.540X). Bei unzu-
lässigen Beanspruchungen müssen die notwendigen Maßnahmen vorbereitet werden, um
die Schienenbefestigungen nicht zu beschädigen. Z. B. können die Schienenbefestigun-
gen gelöst werden, dabei ist die zu lösende Länge mit dem Fachbereich Oberbau abzu-
stimmen.
Auswirkungen auf Längskraftkopplungen:
An Überbauenden mit Längskraftkopplungen ist zu untersuchen (siehe Kapitel „Abtragung
der Längskräfte“), welche Zwangskräfte in den einzelnen Bauelementen der Längskraft-
kopplung beim Anheben der Überbauten entstehen können. Gegebenenfalls sind entspre-
chende Maßnahmen (z. B. Lockern und Nachspannen der Koppelspannglieder) vorzube-
reiten, um die Zwangskräfte in zulässigen Grenzen zu halten.
Auswirkungen auf die Fugenkonstruktionen:
An Trennfugen (Längs- und Querfugen) ist zu prüfen, welche Auswirkungen das Anheben der
Überbauten auf die Fugenkonstruktionen an der Trennfuge hat. Gegebenenfalls sind die Fugen-
konstruktion für die Zeit des Lageraustausches zu lösen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 5 von 9

5 Arbeitsfolge beim Lagerwechsel


Die Arbeitsfolge ist so zu planen, dass der Auswechselvorgang vom Abheben bis zum Absetzen
des Überbaus auf das neue Lager in wenigen Stunden möglich ist.
• Die neu einzubauenden Lager oder Lagerteile sollen neben der Hebeeinrichtung lagern.
• Die Pressen sollen neben den Lagern aufgestellt und sämtliche Arbeitsvorbereitungen so ge-
troffen werden, dass ein zügiges Auswechseln der Lager möglich ist.
• Bei Fester Fahrbahn sind die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um Schäden an den
Schienenstützpunkten zu vermeiden, z.B. Lösen der Schienenbefestigungen.
• An Widerlagern und Pfeilern mit Längskraftkopplungen sind die notwendigen Maßnahmen zu
treffen, um unzulässige Zwangskräfte in der Längskraftkopplung zu vermeiden.
• Die Fugenkonstruktionen an Längs- und/oder Querfugen sind gegebenenfalls zu lösen. Falls
bituminös eingeklebte Fugenkonstruktionen vorhanden sind, müssen diese ebenfalls entfernt
werden. Dies geschieht durch aufspitzen des Schutzbetons und durch das teilweise Abtragen
der Abdichtung. In diesem Falle ist ebenfalls ein Abdichtungsplan zu erstellen.
• Die Verschraubung der Anker- bzw. Gleitplatten mit dem Lager ist zu lösen, und das Lager ist
anzuheben bis dieses frei wird.
• Das Lager ist nach innen herauszunehmen und seitlich zu lagern.
• Der Einbau des neuen Lagers und das Ablassen der Pressen hat auf Solllage zu erfolgen.
• Das neue Lager wird durch Keilplatten, Futterbleche oder ähnliche Maßnahmen so angepasst
bis die obere Platte satt anliegt.
• Das Lager ist mit den Anker- bzw. Keilplatten wieder zu verschrauben und die Pressen sind
abzulassen.
• Bei Fester Fahrbahn müssen ggf. die Schienenstützpunkte wieder hergerichtet werden.
• Gegebenenfalls sind die Längskraftkopplungen wieder in den Soll-Zustand zu bringen.
• Die Fugenkonstruktionen an Längs- und/oder Querfugen sind ggf. wieder einzubauen.
• Nach dem Absenken in Solllage ist die Gleislage zu prüfen und ggf. zu korrigieren bzw. nach-
zustopfen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 6 von 9

6 Anforderungstabelle für einen Lagerwechsel


In der Anforderungstabelle sind die Mindestanforderungen und Mindestleistungen bei einem La-
gerwechsel festgelegt.
Die Pkt. h - u sind vor Beginn der Arbeiten mit einem Bauablaufplan aufzuzeigen.

Pkt. Unterlagen und Gewerke AG AN


a Bestandspläne Brücke und Inspektionsbericht X
b Lagersystem X
c Bestandspläne Lager X
d Statik Bestandslager X
e Bestandsaufnahme Pressenstellflächen (PSF) X

f Festlegung der Einwirkungsgrößen für Lager und PSF X


Erstellen von Angebotsunterlagen und Vergabe der Bauleis-
g X
tung
h ggf. Herstellen der PSF X
Erstellen von Lagerwechselkonzept, -versetzplan und
i X
-einbauplan
j Erstellen Lagerstatik und Werkstattzeichnungen X
k Prüfung Lagerstatik und Werkstattzeichnungen X
l Einarbeitung der Prüfanmerkungen X
Freigabe der Lagerstatik und Werkstattzeichnungen durch
m X
BV
n Lager herstellen und liefern X
o Überwachung des Lagereinbaus X X
p Gewährleistung der Aufnahme der Horizontalkräfte X
q Überbau an den PSF anheben X
r Bestandslager ausbauen X
Anschlussflächen und Verankerungen für die neuen Lager
s X
herstellen
t Lager einbauen, incl. Herstellen der Anschlussfugen X
u Überbau an den PSF absenken X
v Abnahme des Lagerwechsel X X
w Bestandspläne erstellen X

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 7 von 9

Anmerkung:
1. Die Unterlagen a bis f sind vor dem Lagerwechsel bereit- oder aufzustellen und zu prüfen.
2. Gewerk g kann eine eigene Ausschreibung sein oder im Lagerwechsel integriert werden,
3. Die Gewerke i bis u sind vom Lagerhersteller durchzuführen, vor Ort von einer Fachkraft
für den Einbau von Lagern im Bauwesen nach EN 1337.
Vor den Pkt. a und h ist einer Ortsbegehung mit Fotodokumentation und Erläuterung der Zugäng-
lichkeiten, Transportmöglichkeiten, Einschränkungen, Besonderheiten usw. der Bestandsbrücke
durchzuführen.

7 Richtzeichnungen
Zeichnungen:
A-LAG 1: Lagerwechselkonzept am Beispiel einer Stahlbrücke / Pressenansatzpunkte
A-LAG 2: Lagerwechselkonzept am Beispiel einer massiven Einfeldbrücke / Pressenan-
satzpunkte
A-LAG 3: Ablaufschema Lagerwechsel unter Betrieb
A-LAG 4: Ablaufschema Lagerwechsel ohne Betrieb

1- Pressenansatzpunkte
Die Pressenansatzpunkte sind bereits während der Planung einer gelagerten Eisenbahnüberfüh-
rung festzulegen und in einem Lagerungsplan bzw. Lagerversetzplan darzustellen. Es ist darauf
zu achten, dass die Lage der Pressenansatzpunkte den Lagerwechsel nicht beinträchtigen.
Grundsätzlich sind die Pressenansatzpunkte symmetrisch entlang der Lagerungsachse zu pla-
nen. Der Lastfall „Lagerwechsel unterm rollenden Rad“ ist in der Planungsphase zu führen. Die
Pressenansatzpunkte sind dauerhaft am fertigen Bauwerk zu markieren.
Bei stählernen Eisenbahnbrücken ist die Ril 804.9010 bezüglich der Pressenansatzpunkte zu
beachten.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 8 von 9

2- Messeinrichtung
Der Hub- und Absenkvorgang ist bei allen Lagerungspunkten messtechnisch zu begleiten. Die
Messeinrichtung muss mindestens der unten dargestellten Systemskizze entsprechen. Die Mes-
sung ist zu dokumentieren.

Bild 1: Systemskizze Messeinrichtung

3- Hilfskonstruktion (Stabilisierungsmodul) zur Ableitung der Horizontalkräfte


Beim Lagerwechsel unter dem rollenden Rad ist darauf zu achten, dass die Ableitung der hori-
zontalen Kräfte durch geeignete Hilfskonstruktionen in die Widerlager bzw. Pfeiler gewährleistet
wird. Für die verwendete Hilfskonstruktion ist ein Nachweis der Tragsicherheit und der Ge-
brauchstauglichkeit zu führen. Dieser ist bautechnisch zu prüfen.

Bild 2: Beispiel einer Hilfskonstruktion zur Ableitung der Horizontalkräfte während dem Lagerwechsel

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A04
Anhang A04, Lagerwechsel Seite 9 von 9

4- Lastausgleichsplatte
Bei Durchführung eines Lagerwechsels sind bei massiven Brücken Lastausgleichsplatten zwi-
schen den hydraulischen Pressen und Unterkante Überbau bzw. Oberkante Widerlager zu plat-
zieren. Dies ist unbedingt erforderlich um ein Durchstanzen zu vermeiden.

5- Hydraulische Pressen
Über die hydraulischen Pressen werden die Lasten aus dem Überbau während des Lagerwech-
sels in die Auflagerbänke von Widerlagern und Pfeilern eingeleitet. Um während dem Lager-
wechsel das Hydrauliksystem der Pressen zu entlasten, sind Pressen mit einer Abstelleinrichtung
(Stellring) zu verwenden. Weiterhin ist darauf zu achten, dass die Pressen geringe Verdrehungen
des Überbaus ausgleichen können.

01.04.2018
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 1 von 11

Ausrüstungselemente Lärmschutzanlagen
Inhalt

Allgemeines .................................................................................................................. Abschnitt 1


Lärmschutzwandpfosten ............................................................................................... Abschnitt 2
Abstände/Abmessungen und Randwege ...................................................................... Abschnitt 3
Sockelelemente ............................................................................................................ Abschnitt 4
Verankerung der Lärmschutzwände .............................................................................. Abschnitt 5
Dehnungs-/Bewegungsfugen ........................................................................................ Abschnitt 6
Türen/Tore .................................................................................................................... Abschnitt 7
Erdung .......................................................................................................................... Abschnitt 8
Geländerausfachung ..................................................................................................... Abschnitt 9
Torsionsbalken............................................................................................................ Abschnitt 10

1 Allgemeines
Grundsätzlich sind die Festlegungen des Ril 804.5501 bei der Planung, Bemessung und Ausfüh-
rung von Lärmschutzanlagen an Eisenbahnstrecken der DB Netz AG zu beachten.
Sollte von den Bestimmungen dieses Regelwerkes abgewichen werden, ist eine unternehmensin-
terne Genehmigung (UiG) erforderlich, die bei der Zentrale der DB Netz AG zu beantragen ist.

Aufgaben und Arten von Lärmschutzanlagen


Bauliche Lärmschutzanlagen entlang von Eisenbahnstecken sind dazu bestimmt, den vom Ver-
kehrsweg ausgehenden Schall zu mindern. Auf Ingenieurbauwerken werden grundsätzlich Lärm-
schutzanlagen in Pfosten-Element-Bauweise errichtet.

Korrosionsschutz
Für die Ausführung des Korrosionsschutzes an tragenden Bauteilen (Pfosten etc.) gelten die
ZTV-ING (4-3) und die TL/TP Ing. (TL KOR-Stahl). Die Hinweise und Vorgaben von Ril 804.6201
und Ril 804.9011 sind zu beachten.

Schraubensicherung
Alle Schraubenverbindungen von vorwiegend nicht ruhend beanspruchten Bauteilen sind grund-
sätzlich mit einer Losdrehsicherung (z.B. Keilsicherungsscheiben) nach DBS 918005 zu sichern.

Fachautor: I.NPF 22(T) Dipl.-Ing. Tristan Mölter; (089) 1308-5926 01.04.2018


Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 2 von 11

2 Lärmschutzwandpfosten
Für die Lieferung und Produktion der Pfosten sind die Qualitätsnormen des DB-Standard DBS
918002-002 (Technische Lieferbedingungen für warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen für
den Eisenbahnbrückenbau) einzuhalten.
Zeichnung
A-LSW 1 Lärmschutzwandpfosten

1- Pfostenlänge
Aufgrund von Einbautoleranzen der Sockel- und Lärmschutzwand-Elemente sind die Pfosten an
der Oberseite gemäß Ril 804.5501A01 um maximal 50 mm länger auszubilden als nach rechneri-
schem Mindestmaß erforderlich. Damit wird sichergestellt, dass auch das obere Lärmschutz-
wand-Element vollständig am Pfosten gelagert ist.

2- Sockelauflager
Die Auflager der Sockelelemente sind als T-Auflager herzustellen und an den Pfostensteg anzu-
schweißen. Die T-Auflager sind aus geschweißten Einzelblechen oder Walzprofilen mit einer Ma-
terialqualität nach DBS 918002-02 herzustellen (siehe Ril 804.5501 Abschnitt 6.5, Absatz 1).
Bei Pfosten an Dilatationsfeldern sind die Sockelauflager mindestens um das Dilatationsmaß zu
verlängern (siehe Richtzeichnung A-LSW 07). Es ist sicherzustellen, dass die Sockelelemente bei
einem maximalen Dehnfugenmaß einen genügend großen Einstand in die Sockelauflager auf-
weisen und bei einem minimalen Dehnfugenmaß durch stirnseitigen Kontakt keine Zwangskräfte
hervorrufen.

3- Erdungslaschen
Erdungslaschen für Sockel- oder Prellleitererdung sind an jedem zu erdenden Pfosten anzu-
schweißen. Abhängig von den Druck-Sog-Einwirkungen in Verbindung mit den Kerbfällen ist bei
der Bemessung die Lage der Erdungslaschen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu wählen.
Ausnahmen sind Erdungslaschen am Pfostenkopf. Diese sind für die jeweiligen Bereiche nach
erdungstechnisch geprüfter Ausführungsplanung zu fertigen.

4- Pfostenkappen
Alle Lärmschutzwandpfosten sind mit Pfostenkappen aus beschichtetem Aluminiumblech
(d=2 mm) abzudecken. Die Pfostenkappen sind mit zwei diagonal versetzten Schrauben (min.
M 8, min. Werkstoff 1.4401) mit Gewindebohrungen im Pfosten oder mit einer Mutter zu befesti-
gen. Zur Vermeidung von Kontaktkorrosion sind diese Schrauben vor dem Einbau mit Kupferpas-
te zu bestreichen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 3 von 11

3 Abstände/Abmessungen und Randwege


Die Mindestabstände der Lärmschutzanlagen von der Gleisachse sowie die Pfostenabstände der
der Lärmschutzwände (LSW) sind in Ril 804.5501 geregelt.
Zeichnungen
A-LSW 2 Streckenquerschnitt Zweigleisig; ve bis 160 km/h; 160 bis 300 km/h
A-LSW 3 Randweg
A-LSW 4 Lichtraum niedrige Schallschutzwand

5- Abstand LSW auf freier Strecke


Neben der Ril 804.5501 ist die Ril 800.0130 sowie die EBA-Richtlinie „Anforderungen des Brand-
und Katastrophenschutzes an Planung, Bau und Betrieb von Schienenwegen nach AEG“ bei der
Planung der Mindestabstände fester Gegenstände zur Gleisachse auf der freien Strecke zu be-
achten.

6- Abstand LSW auf Brücken


Für Lärmschutzwände auf Brücken sind die Mindestabstände in Ril 804.1101A01 angegeben und
zu beachten.

7- Pfostenabstände von LSW


Die maximalen Pfostenabstände sind
- außerhalb von Ingenieurbauwerken: 5,00 m
- und auf Ingenieurbauwerken: 2,00 bis 2,50 m
anzusetzen. Ausnahmen und weitere Regelungen sind der Ril 804.5501 zu entnehmen.

8- Mindestabstände nSSW
Die Mindestabstände der nSSW beruhen auf der Ril 800.0130 sowie der DGUV Vorschrift 1.

9- Randweg
Der Kabelkanal muss den aktuellen Richtlinien der DB AG entsprechend ausgeführt werden. Der
Randweg ist mit KG II nach DBS 918 062 aufzufüllen. Beim Übergang zwischen Schotter und
Randwegmaterial wird ein Vließ eingelegt. Das Sockelelement ist auf einseitigen Erddruck zu
bemessen und die Entwässerung muss gewährleistet sein. Darüber hinaus muss eine Abstellung
zum Sockelelement geschaffen werden.

10- Böschung
Die Böschung ist mit KG II nach DBS 918062 oder anstehendem Erdreich aufzuschütten. Alterna-
tiv ist bei steilen Böschungen eine Steinschüttung erforderlich.

11- Kleintierdurchlass
Kleintierdurchlässe sind nach Forderung der örtlichen Naturschutzbehörden anzuordnen. Die
hieraus resultierende Querschnittsschwächung ist bei der Dimensionierung der Sockelelemente
zu berücksichtigen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 4 von 11

12- Lärmschutzwandhöhe auf Eisenbahnbrücken


Grundsätzlich ist die erforderliche Höhe der Lärmschutzwände durch eine schalltechnische Be-
rechnung zu ermitteln. Sollten Brückenbesichtigungsfahrzeuge zum Einsatz kommen, ist das
Lichtraumprofil (Ril 804.1101 Bild 7) der Brückenbesichtigungsfahrzeuge bei der Ermittlung der
Lärmschutzwandhöhe zu beachten (Ril 804.5501 Abschnitt 2, Absatz 1).

13- Handlauf an Lärmschutzwänden auf Eisenbahnbrücken


Gemäß Richtlinie 804.1101 müssen Lärmschutzwände auf Brücken mit einem Handlauf auf der
Gleis zugewandten Seite ausgestattet werden.

4 Sockelelemente
Zeichnung
A-LSW 5 Sockelelemente

14- Sockelherstellung
Betonsockelelemente sind werksmäßig herzustellen. Die Mindestdicke der Sockel beträgt 16 cm.
Die Aufweitung der Sockel aus dem Profilmaß der Pfosten erfolgt einseitig exzentrisch zur Anlie-
gerseite. Die Sockel sind bahnseitig mit glatter Sichtflächenschalung und anliegerseitig mit senk-
rechtem Besenstrich herzustellen.

15- Bewehrung
Die Sockel sind zweilagig bewehrt herzustellen. Die Bewehrung ist zusätzlich für den Grenzzu-
stand der Ermüdung zu bemessen.

16- Transportanker
Je Sockelelement sind zwei zugelassene Montage-/Transportanker aus nicht rostendem Stahl
nach statischen und konstruktiven Erfordernissen vorzusehen, die für eine evtl. Wiederverwen-
dung zu schützen sind.

17- EPDM-Lagerung der Sockel


Die Sockelelemente sind auf bauaufsichtlich zugelassenen EPDM-Lagern auf den Sockelaufla-
gern aufzulagern.

18- Montage von Sockel- und Lärmschutzelementen


Der Korrosionsschutz der Lärmschutzwandposten darf beim Einheben bzw. Montieren der So-
ckel- und Lärmschutzelemente nicht beschädigt werden. Daher sind die Sockel- und Lärmschut-
zelementen mit Elastomeren Lagersystemen zu versehen. Sämtliche elastomeren Lagersysteme
müssen über einen eisenbahnspezifischen Verwendbarkeitsnachweis verfügen.
Die Fugen zwischen den Sockel- und Lärmschutzelementen sind dauerhaft und schalldicht mit
Elastomerdichtbändern zu verschließen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 5 von 11

5 Verankerung der Lärmschutzwände


Bei der Planung, Bemessung und Ausführung der Verankerung von Lärmschutzwänden sind die
Richtlinien 804.5501, 804.5501A06 und 804.5601 zu beachten.
Zeichnung
A-LSW 6 Variationen der Befestigung

19- Betonschraube
Betonschrauben werden auf bestehende oder neu hergestellte Betonbauwerke nachträglich mon-
tiert. Betonschrauben werden in ein Bohrloch, welches kleiner als das Gewinde der Betonschrau-
be ist, geschraubt. Das selbstschneidende Gewinde sorgt für Formschluss. Um zusätzlich Kräfte
zu übertragen, wird eine Verbundmasse in das Bohrloch eingebracht. Durch den Formschluss der
Betonschraube mit dem Tragwerk ist eine sofortige Belastung möglich. Nach aushärten der Ver-
bundmasse wird die Tragfähigkeit der Betonschraube zusätzlich gesteigert.
Durch die nachträgliche Montage können Einbautoleranzen der Lärmschutzwandpfosten gering
gehalten werden.
Betonschrauben bedürfen eines gültigen Verwendbarkeitsnachweises.
Betonschrauben dürfen für Befestigungen sowohl unter vorwiegend statischer als auch unter dy-
namischer Belastung, gemäß Verwendbarkeitsnachweis, angewendet werden.

20- Ankerkorb
Ankerkörbe werden monolithisch mit dem Betonbauwerk verbunden. Dazu werden die Ankerkör-
be in die Bewehrung, i.d.R. des Ausrüstungsbalkens, eingebunden. Ankerkörbe können erst nach
der Abbindezeit des Beton voll belastet werden. Durch die Montage vor der Betonage sind Ein-
bautoleranzen durch den exakten Einbau der Ankerkörbe möglichst klein zu halten.
Ankerkörbe bedürfen eines gültigen Verwendbarkeitsnachweises.
Ankerkörbe dürfen für Befestigungen sowohl unter vorwiegend statischer als auch unter dynami-
scher Belastung, gemäß Verwendbarkeitsnachweis, angewendet werden.
Als Justierelemente auf den Ankerschrauben unter den Fußplatten sind entweder Kunststoffmut-
tern zu verwenden oder ausreichend dicke Unterlagscheiben, beispielsweise aus Polyamid, zwi-
schen Mutter und Unterkante Fußplatte anzuordnen, damit die Fußplatte nach dem Erhärten des
Untergusses gegen diesen und nicht gegen die Ausgleichsmutter vorgespannt wird.

21- Schubknagge
Um eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der Schubknagge und dem Betonbauwerk herzu-
stellen, ist der Ausgleichsmörtel als fließfähiger Vergussmörtel gesichert in den Ringspalt zwi-
schen Schubknagge und Betonbauwerk einzubringen. Unterstopfmörtel darf aufgrund der Mörtel-
steifigkeit nicht verwendet werden.
Um den fließfähigen Vergussmörtel einzubringen, ist der Rand abzuschalen und eine konstruktive
Verguss- und Entlüftungsöffnung im mittleren Bereich der Fußplatte (außerhalb der Schubknag-
ge) vorzusehen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 6 von 11

6 Dehnungs- / Bewegungsfugen
Zeichnung
A-LSW 7 Dilatationsfuge/Bewegungsfuge

22- Dilatationsverlängerung am Lärmschutzwandpfosten


Werden Lärmschutzwände über Bewegungsfugen in Brücken- oder Stützbauwerken hinwegge-
führt, ist das im Fugenbereich liegende Wandfeld so auszubilden, dass die zu erwartenden Be-
wegungen zwängungsfrei aufgenommen werden können. Es ist für den ungünstigsten Fall die
maximale Längenänderung im Wandfeld über der Bewegungsfuge zwischen den Stegen der
Lärmschutzwandpfosten zu ermitteln. Die Flansche der Lärmschutzwandpfosten sind um dieses
Maß zu verlängern, um einen genügend großen Einstand der Lärmschutzwandelemente sicher-
zustellen.

23- Angeschweißte Dilatationsverlängerung


Für die Lieferung und Produktion der Bleche für die Flanschverlängerung der Lärmschutzwand-
pfosten sind die Qualitätsnormen des DB-Standard DBS 918002-002 (Technische Lieferbedin-
gungen für warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen für den Eisenbahnbrückenbau) einzuhal-
ten.
Um eine zwängungsfreie Dilatationsbewegung der LSW-Bauteile im Lärmschutzwandpfosten
sicherzustellen, sind die Schweißnähte an der Innenseite des Pfostens in Bewegungsrichtung der
Dilatation flächenbündig abzuschleifen.

24- Kerbfälle bei der angeschweißten Dilatationsverlängerung


Die Nahtübergänge der angeschweißten Bleche sind kerbfrei auszubilden. Aufgrund von Kerbwir-
kungen am Pfosten sollen angeschweißte Flanschverlängerung der Lärmschutzwandpfosten über
die gesamte Pfostenlänge angeschweißt werden. Falls dies bautechnisch nicht möglich ist, sind
zusätzlich die Kerbfälle gem. DIN EN 1993-1-9, Tab. 8.4, zu berücksichtigen.

25- Nachträgliche Montage von Flanschverlängerung der Lärmschutzwandpfosten


Die nachträgliche Montage der Flanschverlängerung soll nur in Ausnahmefällen erfolgen, da auf-
grund des geometrischen Versatzes zwischen der Achse der Lärmschutzwandpfosten und des
Schraubanschlusses abscherende Schraubenzwängungen bei der Biegung der Lärmschutz-
wandpfosten entstehen.
Um diese Einwirkung zu minimieren, sind horizontale Fugen gleichmäßig über die gesamte Länge
der Lärmschutzwandpfosten in der Flanschverlängerung anzuordnen (siehe A-LSW 09). Der Ab-
stand zwischen den Fugen darf hierbei das Maß von 1,0 m nicht überschreiten. Die Breite der
Fuge (aFuge) muss 0,5 ≥ aFuge ≤ 1,0 cm betragen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 7 von 11

7 Türen/Tore
Zur Wahrung der Streckenzugänglichkeit für den Service- und Instandhaltungsbetrieb sowie zur
Aufrechterhaltung der Rettungswege sind in Lärmschutzwänden Türen oder Tore anzuordnen.
Weitere Regelungen sind der Ril 804.5501 zu entnehmen.
Aufgrund der dynamischen Einwirkungen (Beanspruchungswechsel infolge Druck-Sog-
Einwirkungen aus Zugverkehr) an Türen/Tore sind für alle Schraubverbindungen die Schrauben-
sicherungen durch Keilsicherungsscheiben mit Verwendbarkeitsnachweis auszuführen.
Zeichnung
A-LSW 8 Lärmschutzwand – Türen und Tore

26- Türen und Tore für die Streckenzugänglichkeit


Türen zur Wahrung der Streckenzugänglichkeit für den Service- und Instandhaltungsbetrieb sind
gemäß Ril 804.5501 Abschnitt 2, Absatz 7 mit einer lichten Öffnung von mindestens 1,0 x 2,0 m
anzuordnen. Der Abstand der Türen sollte nicht mehr als 500 m betragen. Sollten Tore notwendig
werden, sind diese mit einer lichten Breite von mindestens 2,50 m auszuführen.

27- Türen und Tore im Bereich von Rettungswegen


Türen und Tore im Bereich von Rettungswegen müssen gemäß Ril 804.5501 Abschnitt 2, Ab-
satz 9 mindestens die Abmessungen 1,60 x 2,20 m aufweisen. Ein Tor-/Türflügel sollte dabei
mindestens eine Breite von 1,00 m besitzen. Zusätzlich ist die EBA-Richtlinie „Anforderungen des
Brand- und Katastrophenschutzes an Planung, Bau und Betrieb von Schienenwegen nach AEG“
zu beachten.

8 Erdung
Zusätzlich zu diesem Abschnitt sind die Regelungen der Ril 804.5501 Abschnitt 7 zu berücksich-
tigen. Des Weiteren ist für die Gesamtmaßnahme „Bahnerdung“ die Ril 997.0241 zu beachten. In
Abhängigkeit von der örtlichen Situation und der Bauart der LSW können verschiedene Formen
der Bahnerdung angewendet werden.

Definition
An Eisenbahnstrecken der DB AG werden i.d.R. die Fahrschienen als Bahnerde verwendet.
Grundsätzlich sind alle Anlagen bzw. Bauteile aus leitfähigen Baustoffen, wie Metall oder Stahl-
beton bahnzuerden. Der Fachbereich LST ist bei der Planung und Ausführung zu beteiligen.
Der Sammelerder (Erdungssammelleiter) stellt die durchgehende kurzschlussstromfeste Verbin-
dung zwischen Prellleiter bzw. bahnzuerdenden Bauteilen und den Pfosten der Bahnerde her. Ein
Prellleiter oder eine kurzschlussstromfest verbundene Sockelerdung können Sammelerder sein.
Vor der Bauausführung von Lärmschutzwänden ist auf der Baustelle ein geprüfter Erdungsplan
vorzulegen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 8 von 11

Potentialausgleich
Der Potenzialausgleich (2,50 m Handbereich) gem. Ril 997.0204 Abschnitt 2, Absatz 6, ist zu
beachten. Zwischen zugänglichen bahngeerdeten Teilen (z.B. GeIänder, Schallschutzwänden)
und Teilen, die in eine Schutzmaßnahme mit Schutzleiter des öffentlichen Netzes einbezogen
sind und keine Verbindung zur Bahnerde besitzen, ist ein Abstand von mindestens 2,50 m einzu-
halten, um Überbrückungen durch Personen zu verhindern.

Isolierstöße/Isolierfelder
In den Lärmschutzwänden sind Isolierstöße bzw. Isolierfelder bei isolierten Gleisabschnitten vor-
zusehen. Der Fachdienst LST ist nachweislich zu beteiligen.
Zeichnungen
A-LSW 9 Erdung – Höhenlage und Anordnung von Prellleitern und Sockelerdung
A-LSW 10 Erdung; Erdungssystematik, Prellleiter, Erdungsfedern, Innere Erdung
A-LSW 11 Erdung Gabione mit Prellrohr

28- Erdung der Pfosten


An alle Stahlpfosten der Lärmschutzwände sind Erdungslaschen anzubringen. Die Erdungsla-
schen sind an den Sammelerder anzuschließen. Dadurch sind die Pfosten miteinander verbun-
den. Liegt der Wandkopf einer Lärmschutzwand aus Beton im Oberleitungsbereich (z.B. bei ab-
gehenden Kettenwerken), so ist die Oberkante mit einem außenliegenden Prellleiter auszurüsten.
Die Anschlusspunkte am Pfosten für den Prelleiter im Bereich des Wandkopfs sind in der Pla-
nung der Wand und dem geprüften Erdungsplan aufzuführen.

29- Prellleiter
Prellleiter sind gemäß Ril 997.0241 Abschnitt 2, Absatz 3 bei nicht metallenen oder isolierend
beschichteten Wandelementen anzubringen, um bei Berührung einer Lärmschutzwand mit einem
gerissenen Fahrdraht einen Kurzschluss auszulösen. Prellleiter sollten mindestens 5 mm aus der
Lärmschutzwand herausragen und dürfen nicht durch überstehende Wandelemente verdeckt
werden.
Der Prellleiter ist maximal auf der Höhe des Schnittpunktes zwischen der oberen Begrenzungsli-
nie des Oberleitungs-/Stromabnehmerbereiches und der zum Gleis gerichteten Fläche der Lärm-
schutzwand, jedoch nicht tiefer als 0,5 m über dem Erdreich, anzubringen. Gemäß Ril 977.0223
1. (3) beträgt der Überdeckungsbereich der Prellleiter untereinander +/- 0,75 m. Daraus folgt,
dass der max. Abstand der Prellleiter untereinander 1,50 m und der max. Abstand der Prellleiter
zum Randweg 0,75 m beträgt.
Der Prellleiter darf als Erdsammelleitung verwendet werden.
Auf Eisenbahnbrücken wird die Funktion des Handlaufs vom Prellleiter übernommen.

30- Innere Erdung im Sockelelement


Die Erdungsverbindung der Lärmschutzwandpfosten untereinander kann alternativ zum Prelleiter
über eine innere Erdung im Sockelelement hergestellt werden. Die innere Erdung ist mit den
Lärmschutzwandpfosten zu verbinden.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 9 von 11

Die Ausführung der inneren Erdung der Sockel- bzw. Lärmschutzwandelemente ist im Rahmen
des Qualitätsmanagementsystems (QMS) des Herstellers zu dokumentieren.
In die Sockelelemente aus Stahlbeton sind Erdungsbuchsen nach EBS 15.03.19 aus nichtrosten-
dem Stahl mit einem Innengewinde M16 einzubauen.

31- Erdung der Wandelemente


Die Erdung für Lärmschutzwandelemente aus Metall kann durch ein Erdungsblech oder eine Er-
dungsfeder an der Stirnseite der Wandelemente oder durch einen Erdungsanschluss an der Au-
ßenfläche der Wandelemente erfolgen.
Bei Wandelementen aus nicht leitenden Materialien sind außenliegende Prellleiter nach Ril
997.0241 erforderlich.

32- Oberleitungs- und Stromabnehmerbereich


Alle berührbaren, leitfähigen Bauteile innerhalb des Oberleitungs- oder Stromabnehmerbereiches
(Rissbereich der Oberleitung) sind gemäß Ril 997.0204 zu erden.

9 Geländerausfachung
Alternativ zu (niedrigen) Lärmschutzwänden auf Brückenbauwerken, können lärmabsorbierende
Ausfachungen an Geländern von Eisenbahnüberführungen montiert werden. Die Oberfläche der
Geländerausfachung ist dabei so zu gestalten, dass eine optimale Schallabsorption gewährleis-
ten ist.
Die Stöße zwischen den einzelnen Ausfachungen (z.B. eine Nut-/Federverbindung) sowie der
Abschluss zwischen OK Randkappe und Ausfachung sind schalldicht auszuführen.
Für Geländerausfachungen mit Bauartzulassung liegen die entsprechenden Nachweise in den
Grenzzuständen der Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Ermüdung vor.
Geländerausfachungen ohne Bauartzulassung (z.B. Lkw-Planen) sind projektspezifisch nachzu-
weisen und bautechnisch zu prüfen. Wird bei den Geländerausfachungen wesentlich von den
technischen Baubestimmungen abgewichen, ist zusätzlich der Nachweis gleicher Sicherheit
(i.d.R. UiG/ZiE) zu führen.
Es dürfen nur Ausfachungen zum Einsatz kommen, die über einen eisenbahnspezifischen Ver-
wendbarkeitsnachweis verfügen.
Zeichnung
A-LSW 12 Füllstabgeländer mit Ausfachung

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 10 von 11

10 Torsionsbalken
Torsionsbalken kommen grundsätzlich zum Einsatz, wenn bestehende Brückenbauwerke keinen
ausreichenden Randweg besitzen oder die Randkappe für eine nachträgliche Montage von
Lärmschutzwänden nicht ausreichend bemessen wurde.
Für die Lieferung und Produktion der Torsionsbalken sind die Qualitätsnormen des DB-Standard
DBS 918002-002 (Technische Lieferbedingungen für warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
für den Eisenbahnbrückenbau) einzuhalten.
Zeichnung
A-LSW 13 Torsionsbalken aus Stahl – Draufsicht, Längsschnitt und Ansicht
A-LSW 14 Torsionsbalken aus Stahl – Wartungssteg
A-LSW 15 Regelgründungen für Torsionsbalken aus Stahlbeton
A-LSW 16 Regelbefestigung für Torsionsbalken aus Stahlbeton

33- Schraubverbindungen
Für dynamisch querkraftbeanspruchte Schraubverbindungen sind Scher-
/Lochleibungsverbindung der Kategorie A als hochfest vorgespannte Passschrauben in der Fes-
tigkeitsklasse 10.9 zu verwenden. Löcher für Passschrauben, die vor Ort aufgerieben werden,
sind nach DIN EN 1090-2, Abschnitt 6.6.3 zunächst mit 3 mm Untermaß herzustellen. Gleitfeste
Verbindungen sind nicht zu verwenden.
Für dynamisch zugbeanspruchte Schraubverbindungen sind hochfest vorgespannte Verbindun-
gen der Kategorie E in der Festigkeitsklasse 10.9 zu verwenden.
Gemäß DBS 918 005, Tab 16, 8.2.1 darf an Schrauben und Muttern generell nicht geschweißt
werden.

34- Korrosionsschutz und Relaxieren/Kriechen der Beschichtungen bei Kontaktflächen


Der Korrosionsschutz von Torsionsbalken ist gem. ZTV-ING Teil 4 Abschn. 3 auszuführen. Die
jeweils zu verwendende Bauteil-Nr. ist der Richtzeichnung A-LSW 12 zu entnehmen.
Um den durch Relaxieren und Kriechen der Beschichtungen entstehenden Vorspannkraftverlust
bei zwei zusammengespannten beschichteten Kontaktflächen (z.B. Montagestöße Torsionsbal-
ken, Pfostenlaschen) zu minimieren, sind die Kontaktflächen nur mit einschichtigen Beschichtun-
gen gem. ZTV-ING Teil 4 Abschn. 3, Bauteil-Nr. 5.1.2, (z.B. ASI-Zinkstaub, 2K-EP-Zinkstaub,
Feuerverzinken) zu beschichten (siehe auch DBS 918 005, 6.2.6 Tab. 25). Der noch verbleibende
Vorspannkraftverlust der hochfest vorgespannten Schraubverbindungen ist durch ein geeignetes
Anziehverfahren oder durch erneutes Anziehen nach einem Intervall von einigen Tagen ausglei-
chen.

35- Wartungsstege
Alle begehbaren Flächen/Wartungsstege auf/an Torsionsbalken sind aus Gründen des Arbeits-
schutzes in der Bewertungsgruppe der Rutschgefahr R12 gemäß BGR 181 auszuführen.

01.04.2018
Bautechnik, Leit-, Signal und Eisenbahnbrücken und
Telekommunikationstechnik sonstige Ingenieurbauwerke
Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, 804.9060A05
Anhang A05, Lärmschutzanlagen Seite 11 von 11

36- Schleppblech für den Randweg


Die Trennfuge im Randweg wird durch ein Schleppblech für den Randweg überbrückt. Um zur
Unfallverhütung eine rutschsichere Oberfläche zu gewährleisten, ist die Oberseite des Bleches
profiliert und beschichtet. Das Schleppblech wird auf der unverschieblichen Seite der Trennfuge
mit Stahlknaggen gehalten und auf der verschieblichen Seite auf Nocken aus Polyamid 6 gela-
gert. Diese Nocken verringern die Gleitreibung und mindern den Unterhaltungsaufwand.
Das Blech muss für die Belastung durch das Brückenbesichtigungsfahrzeug verstärkt werden,
z.B. durch angeschweißte U 80.

01.04.2018
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
a Steckbügel waagerecht Stirnseite; e Bügelform f 4Bü∅8, L=2.06m
red. Sockelquerschnitt Sockelquerschnitt Fe=3.24kg
Sockelelement Schnitt S1 Schnitt S2 ≥lbd
Bügel senkrecht oder
bei HE160

≥l0
Rundstahl d=16mm oder ≥lbd schräg einbauen
Flachstahlband 40x5mm an
jedem zu erdenden
Erdungsbuchse gem. Ebs 15.03.19,M16; Transportanker, rostfreier Stahl Sockelelement mit Transportanker, rostfreier Stahl Erdungsbuchse gem. Ebs 15.03.19,M16; b Steckbügel waagerecht Stirnseite; Allgemeiner Hinweis:
siehe Richtzeichnung mit Rückzugsbewehrung aus Erdungsbuchse gem. 15.03.19 mit Rückzugsbewehrung aus siehe Richtzeichnung Sockelquerschnitt -Bewehrung nur schematisch dargestellt
A-LSW 9 verschweißt Erdungsbuchse gem. Ebs 15.03.19,M16; Transportanker, -Stabdurchmesser und -abstände nach statischen Erfordernissen
Betonstahl Betonstahl A-LSW 9 ≥lbd
siehe Richtzeichnung A-LSW 9 rostfreier Stahl Bügel evtl. -Sichtflächenschalung = glatte Schalung (bahnseitig)

10
≥lbd schräg einbauen -anliegerseitig senkrechter Besenstrich

10
-Betonstahl B 500 B
-Betondeckung cnom=50 mm

Steckbügel Stirnseite, red. Q-Schnitt


I I
c Längseisen Anliegerseitig -Betondeckung stirnseitig: cnom=30 mm (im Stahlträger)
-Betonfestigkeit: C30/37
-Exposoitionsklasse XC4, XD1, XF2
g Steckbügel senkrecht

Längseisen Anliegerseite
Stirnseite

Steckbügel Stirnseite
5
≥lbd

Längseisen Gleisseite
g g d Längseisen Gleisseitig

Besenstrich

Besenstrich
f e f

Gleisseite

Gleisseite
b c b Schematische Darstellung
a d a I Elastisches Lagerungssystem unmaßstäblich
(Zulassung gem. EBA Leitfaden)
Lärmschutzwandpfosten
≥lbd
Schalboden (Gleisseite)

a
c
b
d
Sockelelement
30** Besenstrich (Anliegerseite) 30**

I I
e Sockelbügel für Vollquerschnitt
**: Richtmaß
f Sockelbügel für red. Vollquerschnitt

Detail Sockeleinbindung
Allgemeiner Hinweis zur Betondeckung (siehe Skizze)
-umlaufend, Ober-/Unterseite 5cm
-Stirnseite in Pfostenprofil 3,5cm DB Netz AG
Einspanndetail  HE160 Einspanndetail  HE180 Einspanndetail  HE200 Einspanndetail  HE220 Einspanndetail  HE240 Einspanndetail  HE260 Bearbeitet durch
Modell für die Verankerung der Horizontalbewehrung Technik- und Anlagenmanagement
Gleisseite Gleisseite Gleisseite Gleisseite *
11 2 Gleisseite *
11 2 Gleisseite der Sockelelemente dargestellt für HEA 160: Ingenieurbau - I.NPF 22
11* 2
11* 2 11* 2 11* 2 Das Verankerungsmodell ist unabhängig von der
b d b d b d b b b Lage des Sockels in der Pfostenkammer, da die Frankfurt am Main, den

1.4
a a
0.4
S2

horizontale Lagerung des Sockels im Pfosten über Alle Urheber- und Eingeführt durch

5.1
3.2
S1

das elastische Lagersystem erfolgt. DB Netz AG


0

Nutzungsrechte
4

NETZE

21.1
19.2

19.2

21.1
30

17.4

17.4
Technik - und Anlagenmanagement
15.6
13.8

liegen bei der

16
16

16

16

16

16

16

16

16
12

50
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)

50
Bewehrungsbereich
DB Netz AG Datum:
S2
S1

50
I c I c I c I c I c I c
Anliegerseite Anliegerseite Anliegerseite Anliegerseite Anliegerseite Anliegerseite
Ab HE200 können Pos. a und ≥40
f entfallen, Pos. c kann
beidseitig angeordnet werden. Achse Auflagerlinie Elastisches
* Bei Dilatationsfeld Lagerungs-
vergrößertes Maß elastisches Lagersystem I
system I
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
≥40

≤5.00 2.50 2.50 2.50 2.50 2.50 2.50

≤ 1000

≤ 500

Pfosten

Pfosten
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
698

698
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Begriffe: Bahnerde sind die Schienen und alle daran
angeschlossenen Bauwerke und Bauteile,
z.B. OL-Maste.

Ein Prellleiter löst beim Auftreffen einer


gerissenen Oberleitung den Kurzschluss aus.

Der Sammelerder (Erdungssammelleiter) stellt


die durchgehende kurzschlussstromfeste
Verbindung zwischen Prellleiter/bahnzuerdenden
Bauteil und Bahnerde her.
Ein Prellleiter kann Sammelerder sein.

75
75
Prellleiter Prellleiter

75
max. 1.50
75

75
SO SO SO

75
Bearbeitet durch DB Netz AG
≥ ≥ Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
4.00 4.00 4.00 Alle Urheber- und
Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
30 Richtmaß 16
a=4

10
a=4
A A
a=4

Bearbeitet durch DB Netz AG


Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
<
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
20

10

Bearbeitet durch DB Netz AG


Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
10

Frankfurt am Main, den


Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
Verzahnung

Verzahnung
Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und Eingeführt durch

Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:

Bearbeitet durch DB Netz AG
Technik- und Anlagenmanagement
Ingenieurbau - I.NPF 22
Frankfurt am Main, den
Alle Urheber- und
Nutzungsrechte DB Netz AG
liegen bei der
Technik - und Anlagenmanagement
Aktenzeichen: I.NPF 22 (T)
NETZE
DB Netz AG Datum:
(Firma
OE
Name
PLZ Ort)

DB Netz AG
I.NPF 22 (T) Mö
Richelstr. 3
80634 München

Fax: (089) 13 08-24 05


E-Mail: Tristan.Moelter@deutschebahn.com

Ihr Zeichen / Ihre Nachricht vom Unser Zeichen / Bearbeitung Ruf / Fax / E-Mail Datum

804.9060 – Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, Hinweise für die Fortschreibung

Ich bin tätig als ฀ Planungsingenieur, ฀ Statiker, ฀ Konstrukteur,


฀ Prüfingenieur, ฀ sonstige..............................................

Bei der Arbeit mit der 804.9060 ist mir folgendes aufgefallen:

฀ Druckfehler, ฀ redaktionell, ฀ inhaltlich


804.9060 Hinweis / Verbesserungsvorschlag

804.9060V01 Ausrüstungselemente für Ingenieurbauwerke, Hinweise für die Seite 1


Fortschreibung
Fachautor: I.NPF 22(T); Dipl.-Ing. Tristan Mölter; Tel.: 089 / 1308-5926 Gültig ab: 01.04.2018