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Topologisches Satzmodell

Angelika W öllstein

1. Einführung

Im Fokus der hier eingenommenen Analyseperspektive steht die Theorie des topologi­
schen Satzmodells, das der Deskription und Kontrastierung syntaktischer Strukturen auf
Satzebene dient (vgl. u. a. Reis 1980, Höhle 1986, Pafel 2009, Wöllstein 2010). Es er­
möglicht darüber hinaus, jegliche Sätze des Deutschen, unabhängig von deren Komple­
xität, zu analysieren und Satztypen in direkter Gegenüberstellung miteinander zu ver­
gleichen, indem sie musterhaft aufeinander bezogen werden.

Vorfeld Linke Mittelfeld Rechte Nachfeld


Satzklammer Satzklammer
VF LSK MF RSK NF

Abbildung 1: Topologisches Satzmodell - die Grundpositionen

Die für die grammatische Wohlgeformtheit erforderlichen linearen Strukturzusammen­


hänge können so auf schematisch anschauliche Weise erfasst und neben einer deskriptiv
adäquaten Analyse - eben der Satztypen im Deutschen - insbesondere auch zum Aus­
gangspunkt grammatischer (Unterrichts-)Diskurse und Werkstätten (Wöllstein 2013)
gemacht werden (bspw. für die Interpunktion, vgl. Bredel 2011: 87, für die Analyse
kleiner Wortgruppen wie NP oder PP, vgl. Kamowski/Pafel 2002, Ramers 2006, oder für
die kontrastive Sprachbetrachtung, vgl. Wöllstein/Zepter 2013).
Grundsätzlich aber bilden topologische Satzmodelle Sätze des Deutschen auf eine li­
near geordnete Folge von Felder- und Klammerpositionen ab, vgl. Abb. 1, um derart
bestimmte syntaktische Muster und Beschränkungen ebenso wie Möglichkeiten linearer
Ordnung deutlich werden zu lassen. Vor diesem Hintergrund werden letztlich auch
sprachübergreifende Beobachtungen und Generalisierungen möglich, wie bereits bei
Höhle (1986) angedeutet.
Zwar werden Sätze einerseits generell aus Struktureinheiten aufgebaut, die i. d. R.
mehr als ein Wort umfassen können; je nach theoretischem Rahmen und Analysefokus
sind das Konstituenten, Phrasen bzw. Wortgruppen oder Satzglieder. Andererseits sind
jedoch in einer gegebenen Sprache - hier Deutsch - nicht alle linearen Abfolgen dieser
Einheiten möglich bzw. können unterschiedliche Funktionen erfüllen und bspw. einen
Satztyp syntaktisch definieren oder informationsstrukturrelevante Aspekte spezifizieren,
vgl. zu einer umfangreichen Satztyp-Diskussion und dem Stand der Forschung hierzu
Meibauer/Steinbach/Altmann (2013). Unabhängig von jedem Analysemodell jedoch
gehört es zum grundlegenden Verständnis über syntaktische Strukturen, dass Sätze nicht
aus einer Folge von Wörtern bestehen, sondern aus eben o. g. Struktur- bzw. Gliede­
rungseinheiten, die wiederum zu größeren Einheiten zusammengefasst werden können
(vgl. Musan 2008, Pittner/Berman 2010, Wöllstein et al. 1997). Das, was darüber hinaus
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für die Wortstellung in Sätzen einer Sprache sowie deren Analyse folglich primär rele­
vant ist, sind somit (universal) nicht Wörter, sondern vielmehr solche (komplexen) Ein­
heiten. Innerhalb dieser Gliederungseinheiten erfährt darüber hinaus die Linearisierung
hierin enthaltener Einheiten ihre Beschränkungen, vorgegeben durch den Kopf oder
Kern einer Einheit relativ zu seinen Komplementen (knapp erläutert bspw. in Wöllstein
2010: Abschn. 1.5). Das erklärt aber immer noch nicht, warum eine Konstituentenfolge
wie in (1) - Konstituenten sind durch die Klammem angezeigt - nicht eine ihrer Anzahl
gemäßen X! (= Fakultät) Stellungsvarianten erlaubt, bzw. warum nur eine kleine Aus­
wahl davon überhaupt grammatisch wohlgeformten Sätzen des Deutschen entspricht.
Zwar können (bestimmte) Gliederungseinheiten im Satz verschoben (la-c) sowie durch
andere (passende) ersetzt werden (2), dabei müssen aber stets bestimmte Abfolgebedin­
gungen, d. h. lineare Bedingungen, berücksichtigt werden; eben diese tragen dazu bei,
die für eine Sprache wie dem Deutschen konstitutive Wortstellung zu determinieren:
(3a) zeigt, dass satzinitial im kanonischen Deklarativsatz (ohne Herausstellungen an der
linken Satzperipherie) nicht mehr als eine Konstituente satzinitial auftreten darf, vgl.
erneut (la); (3b) zeigt, dass im durch dass-/ob-eingeleiteten Nebensatz Verben i. d. R.
allen nicht-satzartigen Konstituenten folgen müssen - was als Verbendstruktur bezeich­
net wird - und darüber hinaus, dass das finite Verb i. d. R. allen nichtfmiten folgen muss
(3b’); (3c) zeigt, dass bei Fragesätzen das relevante Fragepronomen satzinitial auftreten
muss und (einfache) Fragen im Deutschen nicht durch bloßes Ersetzen der fraglichen
Konstituente in situ erzeugt werden können (vgl. aber Mehrfachfragen (3d)). (3c) ist
hingegen als Echofrage, die keine gültige Konstituentenfrage ist, mit entsprechender
Akzentuierung einer Konstituente möglich: Alex ist WOhin gegangen?; zur Diskussion
von assertiven Fragen und Echofragen s. Reis (2013).

(1 ) a. [A lex ] [ist] [in d e n W a ld ] [ g e g a n g e n ], [u m H o lz z u h ack en ].


b. [ln d e n W ald ] [ist] [A le x ] [g e g a n g e n ], [u m H o lz z u h a c k e n ].
c. [U m H o lz z u h a c k e n ], [ist] [A le x ] [in d e n W ald ] [g e g a n g e n ].

(2 ) a. [E r] [ist] [in d e n W a ld ], [u m H o lz z u h a c k e n ].
b. [A lex ] [ist] [d o rt], [u m H o lz z u h a c k e n ].

(3 ) a. * [A lcx ] [in d e n W ald ] [ist] [g e g a n g e n ] [u m H o lz z u h a c k e n ].


b. *..., d a s s [in d e n W a ld ] [u m H o lz z u h a c k e n ] [ist] [g e g a n g e n ] [A lex ]
b ’ *..., d a s s [A le x ] [in d e n W ald ] [u m H o lz z u h a c k e n ] [ist] [g e g a n g e n ]
c. * [A lex ] [ist] [in d e n W a ld ] [g e g a n g e n ] [w a ru m ]?
d. [W er] [ist] [w o h in ] [g e g a n g e n ]?

Diese Linearisierungsbedingungen der Gliederungseinheiten lassen sich besonders leicht


erfassen, wenn man sich einen Satz als ein gegliedertes Feld gemäß Abb.l vorstellt, das
aus einer fixen Abfolge einzelner darin enthaltener Einheiten besteht.
Topologisches Satzmodell 145
Vorfeld Linke Mittelfeld Rechte Nachfeld
Satzklammer Satzklammer
VF LSK MF RSK NF
Alex ist in d e n W a ld gegangen u m H o lz z u h a c k e n

ln d en W ald ist A le x gegangen u m H o lz z u h a c k e n

Um H o lz z u ist A le x in d e n gegangen
hacken W ald

Abbildung 2: Topologisches Satzmodell - Beispiele für die Besetzung der Grundpositio­


nen

So analysiert geht in kanonischen deklarativen Hauptsätzen dem finiten Verb in der LSK
nur genau eine (jedoch beliebig komplexe) Konstituente voraus; das finite Verb befindet
sich dann an der zweiten Strukturposition innerhalb des linearen Satzmodells; linear
deshalb, weil das Modell außer auf der Ebene komplexer Sätze rein die Linearisierung
im Satz auftretender Gliederungseinheiten entsprechenden Felder- und Klammerpositio­
nen zuweist. Die nichtsatzwertigen Gliederungseinheiten werden damit nicht in ihrer
hierarchischen Gliederung oder Relation konstituentenintemer (ggf. regierenden) Einhei­
ten analysiert, so wie es beispielsweise Valenz- oder generative Modelle tun, indem
relativ zum regierenden Kopf Komplemente und/oder Spezifikatoren in ihren hierarchi­
schen Relationen zueinander analysiert werden. Auch muss beachtet werden, dass die
Phrasen- oder Konstituentengrenzen zumeist quer zu den Grenzen der Klammer- und
Felderpositionen im topologischen Satzmodell verlaufen.
Für das Deutsche werden je nach Formtyp (wie z. B. Verbstellung) und Satz-
typ/Satzmodus zunächst folgende zu besetzende Basispositionen angenommen: Vorfeld
(= VF), Mittelfeld (= MF) und Nachfeld (= NF), wobei das Mittelfeld an seinen beiden
äußeren Rändern jeweils von einer linken Satzklammer (= LSK) und einer rechten Satz­
klammer (= RSK) umrahmt wird, die einen spezifischen Status aufweisen; die beiden
Satzklammem markieren diejenigen Positionen, auf denen im Deutschen funktionale
Einheiten/Köpfe auftreten: das Finitum (= FINIT) oder der Satzeinleiter
(= C(omplementizer)), vgl. Abb. 5, und (weitere) Verben, vgl. Abb. 6, im Verbalkom­
plex (= VK), vgl. Abb. 4 und Abb. 5; Abb. 3 bis Abb. 5 unterscheiden sich voneinander
nur in der linken Satzperipherie durch ein (nicht-)vorhandenes Vorfeld. Die Gemein­
samkeit in Abb. 3 und Abb. 4 zeigt die Distanzstellung des (ggf.) mehrteiligen Verbal­
komplexes, die im Hauptsatz des Deutschen die Satzklammer bewirkt:

VF LSK MF RSK NF
F2-Sätze K F IN IT X VK Y
F in ite S ä tz e (= K o n s titu e n te )

Abbildung 3: V2-Sätze (Deklarativ- und Konstituentenfragesatz)


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LSK MF RSK NF
FI-Sätze F IN IT X VK Y
F in ite S ä tz e

Abbildung 4: VI-Sätze (Entscheidungsinterrogativsätze, Imperativ- und VI-Kondi­


tionalsätze)

LSK MF RSK NF
E-Sätze C X VK Y
V e rb e n d s ä tz e

Abbildung 5: VE-Sätze ((C-eingeleitete) (in-)finite Verbend-Nebensätze)

Klammerpositionen einerseits und Felderpositionen andererseits sind durch die sie fül­
lenden Einheiten klar unterschieden: Felderpositionen beherbergen (beliebig viele) Phra­
sen bzw. Konstituenten (= X/Y) - nur das VF ist auf eine Konstituente beschränkt (= K).
Klammerpositionen dagegen können nicht von Phrasen bzw. Konstituenten eingenom­
men werden.
Das topologische Satzmodell (uniform und/oder differenziert nach Satztyp) beinhaltet
grob folgende Positionen und Felder mit folgenden inhaltlichen Beschränkungen:
Vorfeld (K): Feld für eine Konstituente
LSK (FINIT/C): Position für das Finitum bzw. die satzeinleitende oder verknüp­
fende Konjunktion; in diesem Fall verbleibt auch das Finitum in RSK/VK, bei
infiniten Komplementsätzen bleibt auch die LSK (C) unbesetzt
Mittelfeld (X): Feld für Konstituenten
RSK (VK): Position für abtrennbare Verbzusätze, ggf. des finiten und weiterer
infiniter Verben
Nachfeld (Y): Feld für (schwere oder satzartige) Konstituenten

VF LSK MF RSK NF
F2-Sätze K F IN IT X VK Y

A le x ist in d e n W ald gegangen u m H o lz


zu hacken
Fl-Sätze F IN IT X VK Y

Ist A le x in d e n gegangen u m H o lz
W ald z u hacken
E-Sätze c X VK Y

d a ss A le x in d e n g e g a n g e n ist u m H o lz
W ald z u hacken
(u m ) H o lz zu hacken

Abbildung 6: Satztypen - Beispiele für die Besetzung und das Fehlen der VF-Position
Topologisches Satzmodell 147
Entsprechend der Verbstellungstypen (V2-, VI- und VE-Stellung, vgl. Abb. 6) im Deut­
schen kann nach Reis (1980) und Höhle (1986) zunächst mit diesen drei differenten
Mustern mit entsprechend kontrastierender Initialstruktur gerechnet werden: strukturell
selbständige Verbzweit-, strukturell selbständige Verberstsätze und i. d. R. strukturell
unselbständige (ggf. durch Satzeinleiter bzw. -verknüpfer eingeleitete) Verbendsätze;
Verbend- bzw. E-Sätze sowie Verberst- bzw. Fl-Sätze weisen keine Vorfeldbesetzung
resp. kein Vorfeld nach Reis (1980) und Höhle (1986) auf. Folgt man diesem Modell, ist
mit differenten satzinitialen Strukturen und nicht mit einem für alle Satztypen uniformen
Modell zu rechnen. Das nicht nach Satztyp jeweils differenzierende fünfgliedrige
Grundmodell in Abb. 2 bezeichnet man als das uniforme Modell. Das nach Satztyp
strikt differenzierte topologische Satzmodell in Abb. 6 bezeichnet man als Differenz­
modell, vgl. Höhle (1986).' diskutiert u. a. in v. Stechow/Stemefeld (1988: 388ff.) und
knapp Aspekte davon in Wöllstein (2010: 77ff.). Abb. 3 bis Abb. 5 nehmen eine verglei­
chende Perspektive zu den Modellen ein, sodass gezeigt werden kann, bzgl. welcher
Annahmen uniformes und differenziertes Modell kontrastieren.

2. Darstellung der Grundlagen und Ziele

In wesentlichen Teilen lagen Grundzüge der Theorie der topologischen Felder bzw. des
topologischen Satzmodells bereits in Erdmann (1886) und auch Herling (1821) vor, vgl.
hierzu Höhle (1986: 332-336). Änderungen erfuhren die älteren topologischen Modelle
u. a. von Erben (1954), Griesbach (1960) und Engel (1970). Dabei bildete der syntakti­
sche Bereich, den ein topologisches Satzmodell umfasst, zunächst der nichtkoordinierte
und nicht an den Peripherien erweiterte Satz. Die Füllung der Positionen und Felder
erfolgte und erfolgt unter spezifischen Besetzungsbeschränkungen bestimmt durch die
Kriterien Verbstellung und Satztyp (bzw. -modus). Das lineare Schema des uniformen
wie des nach Satztyp differenzierten Modells erfasst dabei die für das Deutsche typische
Klammerbildung und damit die Distanzstellung der Verben bei mehrgliedrigem Ver­
balkomplex innerhalb eines (Haupt-)Satzes.

Mittelfeld
i------------------------------- 1
(4) a. Hat er dort Holz gehackt?
b. dass er dort Holz gehackt hat
c. (um) dort Holz zu hacken
I_______________________ I
Satzklammer

Die linke und rechte Klammerposition bilden im topologischen Modell die Satzklam­
mer (= SK). Sie verdankt ihren besonderen Status gegenüber den übrigen Feldern der
Tatsache, dass sie im Wesentlichen die Position funktionaler, den Satztyp - eine Satz­
typspezifik liegt in einem weiteren Verständnis auch bei eingebetteten Sätzen vor - kon­
stituierender Einheiten darstellt; gut sichtbar bei Verberst- und Verbletztstruktur (4).
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Darüber hinaus werden grammatikalitätsrelevante Nachbarschaftsrelationen in Sätzen


transparent, indem distinkte Konstituentenabfolgen auf ein konstant bleibendes Oberflä­
chenmuster bezogen werden. Neben der für das Deutsche typischen Verteilung der Ver­
ben (ggf. des Prädikats) - aufgespalten durch mögliche nichtverbale Satzglieder (5) - ist
zu beobachten, dass bei der Bildung eines Komplementsatzes nicht nur der (falls es sich
um einen finiten Satz handelt) finite Prädikatsteil in der RSK verbleibt, sondern sat­
zinitial eine den Nebensatz einleitende Konjunktion auftreten muss (5a, b) und (5d) vs.
(5c).

[Hauptsatz [eingebetteter Nebensatz]]


(5) a. [Ich verspreche nicht, [dass man dich nicht enttäuschen wird.]]
b. [Ich verspreche nicht, [(*</ass) man dich nicht enttäuschen wird.]]
c. [Ich verspreche nicht, [*dass wird man dich nicht enttäuschen.]]
d. [Ich verspreche nichts, [um dich nicht zu enttäuschen.]]

LSK ist somit genau die Position, in der im finiten Satz das finite Verb oder alternativ
die nebensatzeinleitende Konjunktion stehen muss (5a, d), aber nicht beides stehen kann
(5c). In der LSK können also kategorial zwei ganz unterschiedliche Elemente positio­
niert werden, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie Köpfe aber keine Phrasen sind
und im generativen IP-CP-Modell auch so abgebildet wird. Wegen dieser Besonderheit
bezeichnen wir die LSK im uniformen Modell auch als Positionskategorie.

VF/K LSK/FimV MF/X RSKJVK NF/Y


c
geschlossene SK Er hat H o lz gehackt im W ald

geschlossene SK d a ss e r H o lz gehackt hat im W ald

geschlossene SK bei Er hackt d e n H o lz ­ ab


Verbpartikel s tu m p f
offene rechte SK bei Er ste llt d a s in A u s ­ *in Aus­
Idiomteilen sic h t sicht
offene rechte SK bei Er ist m üde *müde
Prädikativen im W ald *im Wald
S tu d e n t *Student
offene rechte SK bei Er b e fin d e t sic h *im Wald
obilatorischen Adver­ im W ald
bialen
offene linke SK bei (im W a ld ) zu hacken (im W a ld )
infiniten Komplement­ H o lz
sätzen

Abbildung 7: Satzklammerbeschränkung

Als Fixpunkt spannt die Satzklammer das gegliederte Gesamtfeld sozusagen auf, wobei
das MF an seinen beiden äußeren Rändern jeweils von einer linken SK (Position, auf der
die Kongruenzmerkmale (Person, Numerus) realisiert werden und/oder aber Satztyp und
Topologisches Satzmodell 149
Matrix- bzw. Gliedsatzstatus) und einer rechten SK umrahmt wird. Klammerschließende
Ausdrücke bilden ausschließlich verbale Prädikatsteile.
Dieser enge Begriff gültiger klammerschließender Einheiten schließt daher a) nicht­
verbale Teile verbaler Idiome, b) prädikative Komplemente sowie c) obligatorische
Lokal- und Richtungsadverbiale als klammerschließende Einheiten aus (in Abb. 7 ge­
sternt), siehe dazu die Diskussion in Altmann/Hofmann (2008: 70-78). Damit wird deut­
lich, dass das topologische Satzmodell kein funktional orientiertes Modell ist, das Satz­
gliedern Positionen zuweist, sondern mögliche Positionen für Einheiten identifiziert, die
für die Festlegung des syntaktischen Status des Satzes relevant sind. Die Klammerposi­
tionen sind (entsprechend) nicht obligatorisch besetzt; es kann eine offene RSK geben,
vgl. die drei untersten Beispiele in Abb. 7, wie auch eine unbesetzte LSK.
Felder (Vor-, Mittel- und Nachfeld) können phrasal komplex besetzt sein: Satzkonsti­
tuenten treten dabei bevorzugt nicht im MF auf, sondern nachgestellt im NF, Abb. 8.1,
oder vorangestellt im VF, Abb. 8.2.

VF/K LSK/FINIT MF/X RSK/VK

Alex ist in den Wald gegangen

Alex hat versucht

verspro­
Alex hat
chen

Abbildung 8.1: Bevorzugte Positionen von eingebetteten Sätzen - NF

Die Vermeidung der Mittelfeldplatzierung wird i. d. R. mit Verarbeitungseffizienz be­


gründet (keine Distanzstellung der Verbteile) und gilt daher nicht als grammatisch be­
dingt. VF und NF sind für Nebensätze gleichermaßen zugänglich (wie auch für Nicht­
satzkonstituenten und hier besonders unter informationsgliedemden Aspekten):
150 Angelika Wöllstein

VF/K RSK/VK LSK/F1N1T MF/X RSK/VK


LSK/C

MF

c1)
aO ist Alex in den Wald gegangen
N
X2
£ O
D X g

c<L>
O hat Alex versucht
JS cd
-C
o
X s

N
O
X hat er versprochen
X
C/5 <L> J
C
Q < -C

Abbildung 8.2: Bevorzugte Positionen von eingebetteten Sätzen - VF

Noch ein Wort zur kategorial heterogenen Besetzung der LSK durch Verb (als finite
Kategorie markiert) und Satzeinleiter: In einem uniformen Modell wird mit der Beset­
zung der LSK durch eben diese Beschränkung Bezug auf die systematische Eigenschaft
des Deutschen genommen, dass sie gerade in der Positionskategorie LSK alternieren und
eine zentrale Regularität des Deutschen erfassen, die in der komplementären Verteilung
von finitem Verb und satzeinleitender Konjunktion besteht: Besetzt die Konjunktion die
LSK, tritt das Finitum in RSK auf.

3. Ziele und Methoden

Dass ein lineares (nach Satztyp differenziertes) topologisches Modell für eine umfassen­
de Grammatik des Deutschen - gerade auch im aktuellen linguistischen Diskurs - einen
erheblichen Beitrag leisten kann, ist zweifelsohne das Verdienst von Reis (1980). Im
Besonderen zeigt sie, welche Positionen im Satz notwendig sind, um die Ordnung nicht­
verbaler Konstituenten zu erfassen, die das topologische Modell bereitstellt: Die Felder
VF, MF und NF sind gegeben (andere Modelle müssen diesen Nachweis zunächst er­
bringen); MF und NF sind im Deutschen immer voneinander getrennt, ohne dass sepa­
rierende Elemente dies anzeigen (müssten); vor dem MF befinden sich Ausdrücke, die
eine gemeinsame Klasse bilden - nämlich funktionale bzw. funktional ausgezeichnete
Elemente (Finitum und Satzeinleiter). U. a. diese Eigenschaften weisen das topologische
Modell als das empirisch adäquatere aus ggü. etwa generativen Modellen, so u. a. bei
Topologisches Satzmodell 151
Reis 1985 und Brandt et al. 1992, wo unter dem Begriff ,Satz‘ distinkte Satztypen des
Deutschen (VI/V2/VE) keine Beachtung finden, obwohl sie für vielfältige strukturelle
Bedingungen verantwortlich sind und differenziertere Analysen erfordern als die, ggf.
leere Positionen anzusetzen, wie dies - in Anlehnung an generative Modelle - auch das
uniforme topologische Modell intendiert. Reis’ Argumente gegen eine einheitliche Ana­
lysestruktur aller Satztypen machen deren Unterscheidung notwendig, s. Reis (1980: 64):

- Die Satztypen sind nicht einheitlich und dürfen daher nicht einheitlich abgebil­
det werden; vgl. hierzu auch die Diskussion sog. nichtprimärer Satztypen: Im­
perativsatz (Wratil 2013), Optativsatz (Grosz 2013), Exklamativsatz (d’Avis
2013).
- Selbständige Sätze unterscheiden sich strukturell von unselbständigen Sätzen
(Differenzhypothese); vgl. auch Arbeiten zu (in)fmiten Verbendstrukturen -
unselbstständig (Axel-Tober 2013) und selbständig (Rapp/Wöllstein 2009 und
Gärtner 2013).
- selbständiger Satz: finites Verb in LSK mit abhängigen Teilen des Verbalkom­
plexes oder leerstehender RSK; bei V2 obligatorische Vorfeldbesetzung (Op­
penrieder 2013)
- unselbständiger Satz: finites Verb in RSK mit Konjunktionen in der LSK (ob,
dass, weil, wenn)', infinites Verb in RSK mit ohne, um, (an)statt in LSK, oder
infinites Verb in RSK mit leerstehender LSK (Zifonun 2013)

Für eine spätere Analyse werden wir uns im Folgenden einem nach Satztypen differen­
zierten Modell anschließen, wie in Höhle (1986) in drei Teil-Modellen Abb. 3 bis Abb. 5
illustriert - unter Einbeziehung diverser Erweiterungen.
Im Höhle-Modell werden folgende Unterschiede erfasst (wie bereits in Reis 1980
formuliert): a) selbständige F-Sätze unterscheiden sich von unselbständigen E-Sätzen, b)
Satz- und Verbstellungstypen VI-, V2- und VE sind distinkt, wobei F-Sätze nach Fl und
F2 getrennt zu analysieren sind. Somit werden im linksperipheren Bereich vor dem MF
VE- von VI- und V2-Sätzen topologisch voneinander unterschieden (graue Unterlegung
in Abb. 9). VE-Sätze entsprechen den E-Sätzen („E“ für ,elementar1, womit auf die
zugrundeliegende VE-Stellung sämtlicher Satzstrukturen im Deutschen Bezug genom­
men wird). E-Sätze schließen auch freie VE-Sätze mit ein (Höhle 1986: 330), die als
nichtkanonische Hauptsätze gelten (Dass du mir nur nicht zu lange in der Sonne bleibst.
Vgl. Truckenbrodt 2013); F-Sätze sind finite bzw. durch das finite Verb frontierte Sätze
wie bspw. in Entscheidungsfragen (Lohnstein 2013) aber auch unselbständige VI-
Konditionalsätze (Reis/Wöllstein 2010): F2-Sätze und Fl-Sätze bilden kanonische
Hauptsatzstrukturen. Darüber hinaus werden fakultativ koordinierende (und, oder, aber)
und parordinierende Konjunktionen (denn, weil, obwohl) als zur linken Satzperipherie
gehörig angenommen, wie auch fakultativ linksversetzte Konstituenten (die Sonne,
die...), vgl. Abb. 9.
Sätze, die innerhalb eines Trägersatzes eine syntaktische Funktion haben, stehen in
einem topologischen Abschnitt dieses Trägersatzes (Höhle 1986: 332). Umgekehrt gilt:
Weisen sie keine syntaktische Funktion im Trägersatz auf, befinden sie sich auch nicht
152 Angelika Wöllstein

in einem der topologischen Abschnitte des Satzes. Die topologische Analyse einer Bei­
ordnungsstruktur erfordert daher entsprechende Erweiterungen des topologischen Satz­
schemas. Koordinierte Sätze sind strukturell wie auch semantisch nicht subordiniert,
sondern einander nebengeordnet, d. h. es werden zwei satzwertige Strukturen miteinan­
der auf der gleichen syntaktischen Ebene verknüpft, sodass S0= Sj, S2, und S2 fakultativ
durch ein KOORD-Element eingeleitet werden. Typischerweise treten zwischen den
Konjunkten einer Beiordnungsstruktur koordinierende Konjunktionen auf. Darüber hin­
aus sind kanonische Nebenordnungsstrukturen bezüglich ihrer Verbstellung i. d. R.
symmetrisch.

E-Sätze (KOORD) (O X VK Y
und dass Holz brennt
Fl-
(KOORD) (Kl) FINIT X VK Y
Sätze
Und Holz hat das rasch gebrannt
F2- (KOORD)/
(Kl) K FINIT X VK Y
Sätze (PARORD)
Und Holz das hat rasch gebrannt

denn/weil/obwohl Holz das hat rasch gebrannt

Abbildung 9: Durch Positionen für Koordination, Parordination und Linksversetzung


innerhalb der linken Peripherie erweiterte Struktur

Sätze, die entgegen koordinierten Strukturen semantisch untergeordnet sind und damit in
einem topologischen Abschnitt dieses Trägersatzes zu analysieren wären, jedoch struktu­
rell mit V2-Stellung auftreten, werden bei Höhle als parordinierte Strukturen analog zu
Beiordnungsstrukturen analysiert, da die Konjunktion nicht die für Nebensätze typische
VE-Struktur fordert. Beispiele für Konjunktionen dieser Art sind u. a. denn (adverbialer
Kausalsatz) und weil/obwohl (adverbialer Kausal- bzw. Konzessivsatz); konjunktional
eingeleitete Sätze mit V2-Anschluss lassen sich entsprechend nicht als kanonische Ein­
bettungsstruktur (E-Satz) analysieren. Dass sie nicht - wie für Adverbialsätze mit kano­
nischer Verbendstellung typisch - in gleicher Weise in den Trägersatz integriert sind (s.
Günthner 1993; Hafka 1996), zeigt die ungrammatische Voranstellung (6) parallel zu
koordinierten Strukturen (7):

(6) a. Weil/Obwohl die Axt weg ist, ist Alex in den Wald gegangen,
b. *Weil/Obwohl die Axt ist weg, ist Alex in den Wald gegangen.

(7) a. Es ist schön hier, und wir müssen leider gehen,


b. *Und wir müssen leider gehen, es ist schön hier.
Topologisches Satzmodell 153
Zur linksversetzten Konstituente: Für das VF gilt, dass es nur durch eine einzige Konsti­
tuente besetzt ist: *Alex das Holz hat gehackt enthält initial zwei Konstituenten und ist
im Deutschen ungrammatisch. An bestimmte Bedingungen gebunden (u. a. gleiche Satz­
gliedfunktion) ist jedoch satzinitial das Auftreten zweier Konstituenten im Deutschen
möglich (zu Herausstellungen in das linke und rechte Außenfeld, s. Abb. 10 und 11).
Selbst bei Entscheidungsfragen kann dem Finitum eine Konstituente vorausgehen -
zugleich gilt jedoch, dass bei Entscheidungsfragen das VF unbesetzt bleibt:

(8) a. [Bei Sturm], [da] schickt man keinen raus.


b. [In Parks], [da/dort] ist Feuer unerwünscht.
c. [Kommst du heute nicht], [so/dann] kommst du morgen.
d. [Proviant], [den] darf man wohl mitbringen.
e. [Proviant], man darf [den] doch wohl mitbringen.
f. [Proviant], warum darf man [den] nicht mitbringen?
g. [Dass er Holz hackt], [damit] hat keiner gerechnet.
h. [Proviant], darf man [den] wohl mitbringen?

In (8) geht das vom Verb abhängige Satzglied einer Proform (Resumptivum oder Korre­
lat) voraus. Dabei kongruieren kasustragende Bezugselemente und Proform (8d-f, h).
Die Proform bezieht sich neben Nominalphrasen auch auf Präpositionalphrasen (8a, b)
oder ganze Sätze (8c, g). Die Proform tritt immer anaphorisch auf, muss aber dem Be­
zugselement nicht unmittelbar folgen (8e, f, h), sondern ist abhängig vom ausgedrückten
Satzmodus und anderweitig besetztem VF: a) im Deklarativsatz vor und nach der LSK
(8d, e), und b) im Entscheidungsinterrogativ- und Ergänzungsinterrrogativsatz nur nach
der LSK. Den Typ von Herausstellungskonstruktion in (9) bezeichnet man als Linksver­
setzung (= Left-dislocation) mit obligatorisch aufnehmender Proform:

(9) Proviant, warum soll man *(den) nicht mitbringen dürfen?

Kommen wir zu weiteren Bedingungen bzw. Voraussagen, die das Differenzmodell


macht: In E-Sätzen existiert kein Vorfeld. Die C-Position (= Complementi-
zer/Komplementierer) wird strikt von FINIT bei Fl - und F2-Sätzen von C unterschieden
- es gibt keine gemeinsame Position für C-Elemente und finite Verben. C kann besetzt
werden von:
- dass, o b ,...
- bei Infinitivkonstruktionen, die als Komplemente fungieren, ist C unbesetzt
- weil, obwohl, bevor, nachdem, zumal, indem, ehe, wenn
- bei Infmitivkonstruktionen, die als Adverbiale fungieren: um, ohne, (ari)statt
- y'e+Komparativ-Phrase, so+Positiv-Phrase

Als umstritten muss gelten, dass das Differenzmodell insbesondere bei E-Sätzen satz­
initiale Phrasen (Relativphrase, süddt. wo, Interrogativphrase) nicht von satzinitialen
funktionalen Einheiten unterscheidet (Satzeinleiter, Satzverknüpfer), die als Köpfe be­
handelt werden, diskutiert in Wöllstein (2010: Abschn. 2.4, 3.1).
154 Angelika Wöllstein

Nur F2-Sätze (V2-Sätze) und Fl-Sätze (VI-Sätze) - zusammengefasst als F-Sätze -


haben eine FINIT-Position. Nur F2-Sätze wiederum verfugen aber über ein K-Feld für
eine Konstituente. Die FINIT-Position ist ausschließlich für das finite Verb zugänglich.
Das X-Feld entspricht dem MF mit keiner Beschränkung für Konstituenten (also einer
Folge von beliebig vielen (auch: null) Konstituenten. VK entspricht der RSK mit einer
Folge von (beliebig vielen) Verben plus Verbzusatz (z. B. trennbare Partikel). Treten
mehrere Verben in der VK-Position auf, ist jedes Verb in VK i. d. R. vom unmittelbar
folgenden Verb selegiert. Im E-Satz befindet sich in VK mindestens ein Verb, das nicht
von einem anderen Verb selegiert wird; im F-Satz kann VK leer sein. Das Y-Feld ent­
spricht dem NF. Vor den jeweiligen Satzanfängen (C-FINIT-Position oder K-Feld) gibt
es mit KL (= Konstituente links) und KOORD/PARORD weitere Besetzungsmöglich­
keiten. Einheiten in KOORD und PARORD (und, oder, aber, denn, (weil und obwohl
mit V2-Anschluss)) verknüpfen Sätze mit symmetrischer Verbstellung oder schließen
bei fehlendem ersten Konjunkt an den Diskurs an (Fabricius-Hansen 1992).
Im Wesentlichen weicht ein uniformes von einem differenten Modell in den folgen­
den Punkten ab: a) die Schaffung eines C-Feldes (das kein Feld für den Träger der Fi-
nitheitskategorien ist) im differenten Modell nimmt Bezug auf grundlegende kategoriale
Unterschiede. Als Träger der Finitheitskategorie wird das Verb von sämtlichen Satzein­
leitungselementen, die in Verbendsätzen mögliche C-Einheiten sein können, strikt ge­
trennt. Demgegenüber gilt die LSK im uniformen Modell nicht als kategorienspezifische
Position, sondern - wie oben bereits erwähnt - als Positionskategorie für (Satztyp
und/oder -modus mitspezifizierende) Köpfe bzw. für Nichtphrasen und daher sind Rela­
tiv- und Interrogativphrasen in der LSK ausgeschlossen (vgl. die Diskussion in Holler
2013); b) In einem uniformen Modell sind VF und LSK zwar konstitutive Bestandteile
des Modells, aber nicht obligatorisch - sondern in Abhängigkeit zum Satztyp - zu beset­
zen. So betrachtet die linke Satzperipherie (mit VF = K und LSK = FINIT/C) eines Dif­
ferenzmodells diese Positionen satztypabhängig als konstitutive Bestandteile, die obliga­
torisch besetzt sind, und ist damit restriktiver als das uniforme Modell.
Beiträge zum Differenzmodell (auch spätere wie Pafel 2009) thematisieren in erster
Linie die Kontraste in der linken Peripherie, die satztypkonstitutiv sind. Herausstellun­
gen an beiden Peripherien (außer Linksversetzung) werden nicht behandelt. Zifonun et
al. (1997) machen zur Topologie der linken Satzperipherie einen Vorschlag, wobei i. E.
diskutiert werden muss, welche (die Sprechereinstellung darlegenden) Ausdrücke als in
den Satz integriert gelten können, vgl. für die Herausstellungen nach rechts auch Alt­
mann (1981), Haftka (1993), Frey (2004; 2005) und Averintseva-Klisch (2009) und
didaktisch aufbereitet in Averintseva-Klisch (2013).
Topologisches Satzmodell Konjunktion 155
Interaktive
Einheiten

Partikeln
Vokativ

LT/FT

VF/K
Ach und das soll ich glauben?
Hi Max siehst du mich?
Aber immerhin wir leben noch.
, , mitbrin-
Also den Hund, den kannst du
gen.
, ich keinen
Und der Hund, dem würde ^ t geben.
Zucker

Abbildung 10: Herausstellungen nach Links in Zifonun et al. (1997: 1580); Erläuterung:
LT/FT = linksangebundene/freie Thematisierungsausdrücke (oben als Linksversetzungen
diskutiert) und Konjunktion (oben als KOORD mit Anschlussfunktion (ggf.) an den
Kontext diskutiert)

Im NF können i. d. R. nur nicht-fokussierte Ausdrücke stehen (PPs scheinen hier eine


Ausnahme zu sein). Es ist fakultativ und dient der Verkürzung des Mittelfeldes. Die
linke Grenze von NF ist der klammerschließende Ausdruck oder ggf. das Mittelfeldende.
Nachträge sind fokusmäßig abgegrenzt, intonatorisch hervorgehoben und beziehen sich
auf einen im Trägersatz unmittelbar vorausgehenden fokussierten Ausdruck (Das ist
TRAgisch, [nt und zwar SEHR tragisch]). Der Nachtrag NT ist topologisch noch dem
weiten NF anzusiedeln. Es gilt darüber hinaus, dass nachgestellt Komplementsätze Ad­
verbialsätzen vorangehen. Als zentrale Arbeiten gelten vor allem Vinckel 2006 und
Averintseva-Klisch (2009).

RSK enges NF rechtes AF weites NF


Du hast ihn doch gesehen heute, den Dieb, als wir das Geschäft betraten.
Wir sollten alle fahren mit dir, Alex, weil das netter ist.

Abbildung 11: Abfolgetendenzen innerhalb der rechten Peripherie (Zifonun et al. 1997:
1650)

Für einen Kurzüberblick zur Abfolge der (Nicht)-Satzkonstituenten in der rechten Satz­
peripherie vgl. auch Wöllstein (2010: Abschn. 4.6).
Kehren wir nochmals zurück zu der Deskription der Positionen K (= VF) und C (kon­
trastiv zu F und im uniformen Modell LSK) im Differenzmodell: Obwohl nun eine ge­
nauere Deskription von C und K im Differenzmodell noch ausgeblieben ist (Höhle weist
damit bereits auf die Unterscheidung hin, die bzgl. Köpfen und Nichtköpfen in der lin­
ken Peripherie hier gemacht worden ist), besteht doch der Gewinn des Differenzmodells
156 Angelika Wöllstein

darin, dass es ebenso wie eine zwar sprachspezifisch differenzierte generativ-syntak­


tische Analyse einen sprachvergleichenden Ansatz und die topologische Analyse kleine­
rer Einheiten (z. B. NP) ermöglicht. Bezugnehmend auf den Sprachen vergleich weist
Höhle (1986: 338) selbst daraufhin, dass der MF-Begriff (X-Feld) nicht primär ist, son­
dern vielmehr eine Einheit, die er das S-Feld nennt, und das S-Feld resp. MF in Sprachen
wie z. B. Englisch vom VK-Komplex ,aufgespalten‘ werden kann und als S-Feld die
Gesamtkonstituente bei Topikalisierung kennzeichnet (Pafel 2009 bestimmt VK mit
Ausdehnung auf X als Verbalphrase):

S-Feld
E-Sätze C X, VK X2 Y
F1-Sätze FINIT x, VK x2 Y
F2-Sätze K FINIT X, VK x2 Y

Abbildung 12: Mittelfeldspaltung im S-Feld

Einheiten des MF können vor und hinter dem VK auftreten, womit sich Sprachen ohne
die für das Deutsche typische Verbklammer darstellen ließen.
Klassische generative Satzmodelle, die im Zuge der Government & Binding Theory
in den 1980er Jahren von Chomsky (1981, 1986) entwickelt wurden, parametrisieren in
gewissem Sinn einzelsprachlich die Abfolge der verbalen Einheiten zu den nichtverbalen
analog zu dem, was Höhle mit der Gesamtkategorie S-Feld andeutet. Das S-Feld kann je
nach Modellausprägung in einem hierarchischen Modell auf die Kategorien IP oder VP
bezogen werden.
Kern des Satzes ist die Verbalphrase, innerhalb dessen das lexikalische Material the­
matisch verteilt wird - das Verb und seine Argumente etablieren eine Proposition, die
Satzaussage. Die Proposition wird innerhalb der hierarchisch übergeordneten IP referen­
ziell verankert, d. h. auf einen bestimmten zeitlichen Kontext bezogen: Tempus, Finit-
heit, Verbmodus und ebenso Kongruenz mit dem Subjekt werden hier spezifiziert. Die
Proposition wird so als Prädikation abgebildet. Innerhalb der wiederum übergeordneten
CP wird schließlich die Prädikation durch den Satzmodus gekennzeichnet und damit die
Prädikation im Diskurs als ein bestimmter Satztyp verankert. Der so ausgestattete Ge­
samtsatz bzw. die hierarchisch höchste Konstituente ist damit eine C-Phrase, die sich
zunächst zur I-Phrase und dann zur V-Phrase verzweigt.
Die Prädikatspositionen, die im topologischen Modell die beiden Satzklammem mar­
kieren, entsprechen den drei Phrasenköpfen des ,VP-IP-CP-Modells‘. Das Mittelfeld ist
im generativen Modell der strukturelle Bereich zwischen dem linksperipheren C-Kopf
und den rechtsperipheren Köpfen der V- und I-Phrase. Das Vorfeld schließlich entspricht
der Topikposition, das Nachfeld dem strukturellen Bereich rechts vom I-Kopf.
Topologisches Satzmodell 157
(10) Hierarchisches CP/IP-Modell mit entsprechend zugewiesenen Positionen im
Topologischen Satzmodell

CP

s Satztyp/Satzmodus
SpecC C’

C° IP = Komplement von C°

Proposition

Alex wird im Wald Holz hacken.


dass Alex im Wald Holz hacken wird
Wird Alex im Wald Holz hacken?
VF LSK MF RSK NF
K C/F1NIT X VK Y
S-Feld

In einem solchen Modell besteht ein Satz universal aus drei übereinander gelagerten
Schichten: der Verbalphrase (= VP, der Proposition zugeordnet), der Inflection-Phrase
(= IP, der Prädikation zugeordnet; Inflection steht für Tempusmorphologie und Sub-
jekt/Verb-Kongruenz-Morphologie) und einer Complementizer-Phrase (=CP, dem
Satzmodus zugeordnet). Alle Phrasen haben den gleichen hierarchischen Aufbau, allein
die lineare Ordnung bestimmter Subkonstituenten unterliegt der parametrischen Variati­
on die Kopf- und Komplementpositionen betreffend: Die VP bspw. weist sprachspezi-
fisch Kopf/Verb vor Komplement oder Komplement vor KopfTVerb auf. (1 la) illustriert
ein Muster, wo den verbalen Einheiten Komplemente folgen (wie im Englischen und in
romanischen Sprachen), im Gegensatz zu (11b): Hier gehen die Komplemente voran.
Und bei Hauptsatzwortstellung liegt ein durch das MF aufgespaltener Verbalkomplex
vor.
smiled at him ihn angelächelt

Es ist klar, dass innerhalb einer spezifischen Einzelsprache immer nur eine der Parame­
teroptionen möglich ist - im „deutschen Baum“ geht C° voraus, V° und 1° folgen, im
englischen Baum gehen alle drei Köpfe voraus. Betrachten wir nichtsdestotrotz den
hypothetischen Fall, dass wir alle parametrischen Optionen gleichzeitig abbilden wollen.
Hier ergibt sich eine Art Doppelbaum.

(12) Der Doppelbaum: Generative Grundlage des generalisierten linearen Modells

Es ist nun genau diese Doppelbaumstruktur, genauer die Summe aller im ,VP-1P-CP’-
Modell möglichen Positionen, die die Grundlage für das sprachvergleichende Modell
und dessen Felderkonzeption von Wöllstein/Zepter (2005/2010, 2013) bildet.
Das bedeutet, die Satzklammer eines generalisierten linearen Satzmodells, das dem
Sprachvergleich dient, entspricht im generativen Modell der Domäne des C-Kopfes,
Topologisches Satzmodell 159
welcher entweder links- oder rechtsperipher aufireten kann. Die Verbklammer begründet
sich aus den Parameteroptionen des V-Kopfes und des 1-Kopfes. Die einzelnen Felder
motivieren sich wie folgt:

Vorfeld -> Topikposition (Spezifikator der CP)


Linke Satzklammer -> Linksperipherer C-Kopf
Subjektfeld Subjektposition (Spezifikator der IP)
Linke Verbklammer Linksperipherer I-Kopf/V-Kopf
Mittelfeld Konstituenten in VP
Rechte Verbklammer Rechtsperipherer V-Kopf/I-Kopf
Rechte Satzklammer -> Rechtsperipherer C-Kopf
Nachfeld " Extrapositionsdomäne

Alles in allem resultiert das Modell für den Sprachvergleich aus dem Versuch, die Ana­
lyseergebnisse des hierarchisch-linearen generativen Modells in ein dem Lemer leichter
zugängliches lineares Modell zu übersetzen - ein Modell, das darüber hinaus alle mögli­
chen Strukturpositionen gleichzeitig sichtbar macht.
In weiterer Anlehnung an topologische (Satz-)Modelle wird in Zifonun et al. (1997:
2069) ein Schema für die Linearisierung der Nominalphrasen im Deutschen angenom­
men. Ein restriktiveres Nominalphrasenmodell wird von Kamowski/Pafel (2002) vorge­
schlagen, das sich an Höhles Satzmodell anlehnt (Abb. 13), vgl. auch Ramers (2006), der
sich auch mit dem Vergleich zwischen Satz- vs. Nominalgruppentopologie auseinander­
setzt.

Z DEF X NOM Y
nur kalte Winter
Alex’ großer Wunsch nach Mehr
dort jenes wertvolle Stück des Ganzen
sogar ihr mächtiger Glaube an Gerechtigkeit
dein ewiges Nein
hier das Jetzt

Abbildung 13: Topologisches Modell für die NP nach Kamowski/Pafel (2002)

Die NOM-Position ist die Kempositionen der Nominalphrase in diesem Modell und
obligatorisch besetzt von jedweder lexikalischen Kategorie, die den Kern einer Nomi­
nalphrase bilden kann; die DEF-Position ist zwar obligatorisch, aber im Unterschied zu
NOM nicht immer overt gefüllt. I.E. treten auf den Positionen folgende Elemente auf: a)
Z: Modifikatoren (temporal, modal, lokal,...), b) DEF: definiter/indefiniter Artikel,
pränominaler Genitiv, Possessivum, Quantor (d-, ein-, Nomen (GEN), sein- /ihr-, jed-,
kein-, all-), c) X: Attribute i. d. R. Adjektive, d) NOM: nominaler Kem/Kopf, e) Y:
Appositionen unterschiedlicher Art; nachgestellte Präpositionalphrasen, postnominaler
Genitiv.
160 Angelika Wöllstein

4. Analyse

Im Folgenden werden die zu analysierenden Sätze - alles meist nichtkomplexe Deklara­


tivsätze - im nach Satztyp differenzierten Modell analysiert. Auf jeweilige Besonderhei­
ten wird an entsprechender Stelle Bezug genommen, s. grau unterlegte Felder.
In Abb. 14.1 liegt ein einfacher Satz mit offener Satzklammer vor - das Verb (analog
zu einer Prädikativkonstruktion analysierbar, wie: X ist voller...) befindet sich in der
FINIT-Position, sein Komplement voller X besetzt das Mittelfeld, VK und NF sind
unbesetzt.

KOORD/ K/VF F1NIT/LSK X/MF VK/RSK Y/NF


PARORD
Das Meer steckt voller wunderbarer,
verrückter und besonderer
Lebewesen

Abbildung 14.1: Selbständiger Deklarativsatz mit offener Satzklammer

In Abb. 14.2 liegt eine Prädikativkonstruktion vor, wobei das Kopulaverb die FINIT-
Position besetzt; das prädikative Komplement wird im Mittelfeld analysiert (s.
Diskussion zu Abb. 7), VK und NF sind unbesetzt. In Abb. 14.2 ist die KOORD-
Position besetzt durch eine an den vorausgehenden Diskurs anknüpfende Konjunktion.

KOORD/ K/VF F1NIT/LSK X/MF VK/RSK Y/NF


PARORD
Und viele davon sind noch unbekannt

Abbildung 14.2: Selbständiger Deklarativsatz (Kopulakonstruktion) mit offener


Satzklammer

In Abb. 14.3 liegen Sätze mit geschlossener Satzklammer vor: eine Passivkonstruktion
(1., 3. Zeile) mit infinitem Vollverb und abtrennbarer Partikel in VK (2. Zeile),
Passivauxiliare und Finitanteil des Partikelverbs stehen in der FINIT-Position.

KOORD/ K/VF FINIT/LSK X/MF VK/RSK Y/N


PARORD F
Mehr als wurden in den vergangenen gefunden
tausend neue Jahren
Arten
Immer wieder kommen neue hinzu
An diese Fülle wird jedes Jahr am 22. Mai erinnert
von Leben

Abbildung 14.3: Selbständige Deklarativsätze mit geschlossener Satzklammer


Topologisches Satzmodell 161
In Abb. 14.4 liegt analog zu Abb. 14.2 eine Prädikativkonstruktion vor, auch hier besetzt
die Kopula die FINIT-Position; das prädikative Komplement wird im Mittelfeld
analysiert.

WORD/ K/VF FINIT/LSK X/MF VK/RSK Y/NF


PARORD
Es ist Achtung - langer Name -
der internationale Tag zur
Erhaltung biologischer
Vielfalt

Abbildung 14.4: Selbständiger Deklarativsatz mit offener Satzklammer

In Abb. 14.5 liegt ein komplexer Satz vor: Der dass-Satz (präpositionales Komplement
mit obligatorischem präpositionalen Korrelat darum im Mittelfeld) wird im NF
analysiert - dort, wo vorzugsweise Komplementsätze auftreten.

WORD/ K/VF FINIT/LSK X/MF VK/RSK Y/NF


PARORD
Dabei geht es darum dass...,

Abbildung 14.5: Komplexer Deklarativsatz mit besetztem Nachfeld

In NF von Abb. 14.6 befindet sich wie in den Abb. 8 dargestellt ein weiteres
vollständiges topologisches Feld, das den dass-Satz enthält. Nachgestellt wiederum
befindet sich ein den dass-Satz modifizierender kausaler Adverbialsatz mit
nichtkanonischer Verbstellung.

C/LSK X/MF VK/RSK Y/NF

dass das spannende geschützt denn...


Leben im Meer werden soll

Abbildung 14.6: Komplexer unselbständiger Verbend-Satz mit besetztem Nachfeld

Verbzweitsatzeinbetter (vgl. Pasch et. al 2003) wie denn fordern ein Satz-Komplement
mit Verbzweitstellung. An anderer Stelle zu diskutieren ist, ob der denn-Satz als in
seinen Bezugsatz syntatktisch integriert gelten kann.

WORD/ K/VF FINIT/C/LSK X/MF VK/RSK Y/NF


PARORD
denn viele Tiere sind bedroht
und Pflanzen
dort

Abbildung 14.7: Einfacher Konditionalsatz mit geschlossener RSK


162 Angelika Wöllstein

In Abb. 14.8 liegt eine koordinierte deklarative Satzstruktur vor. Die Konjunkte sind
strukturell und semantisch (Zweitkonjunkt ist kein Satzglied) unabhängig. Daher ist das
elliptische Zweitkonjunkt auch nicht in das Erstkonjunkt eingebettet. Die Konjunktion
besetzt die KOORD-Position.

KOORD/ K/VF FINIT/LSK XVMF VK/RSK Y/NF


PARORD
Menschen verschmutzen das Wasser
und fangen zu viele Tiere heraus

Abbildung 14.8: Beiordnungsstruktur

In Abb. 14.9 liegt wiederum ein Deklarativsatz vor. Er ist analog zu den vorangehenden
strukturiert. Besonderheit ist, dass satzinitial eine fokussierende Partikel vorliegt; hier
analog zu den Herausstellungen nach links zu Abb. 10 analysiert (kontrovers in Müller
2003).

Partikeln K/VF FINIT/LSK X/MF VK/RSK Y/NF


Auch darauf soll der Tag hinweisen

Abbildung 14.9: Deklarativsatz mit vorangestellter Partikel

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164 Angelika Wöllstein

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g e n in d ie g e rm a n is tis c h e L in g u is tik ; K E G L I 8).
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R e ih e : H e in e , L e n a u n d B jö rn R o th ste in : T h e m a S p ra c h e - W is s e n s c h a ft fü r d e n U n te rric h t).
B a ltm a n n s w e ile r: H o h e n g e h re n .
W ö lls te in , A n g e lik a u n d A le x a n d ra Z e p te r (2 0 0 5 /2 0 1 0 ): D a s G e n e ra lis ie rte L in e a re S a tz m o d e ll -
E in W e rk z e u g fü r d e n k o m p a ra tiv e n S p ra c h u n te rric h t a n S c h u le n . (M a n u s k rip t U n i K ö ln /U n i
T ü b in g e n ).
W ö lls te in , A n g e lik a u n d A le x a n d ra Z e p te r (2 0 1 3 ): W ie u n d w a ru m u n te rs c h e id e n sic h d ie W o rta b ­
fo lg e n in S ä tz e n ? - In : W ö lls te in , A n g e lik a (H rs g .): D a s T o p o lo g is c h e M o d e ll f ü r d ie S chule.
B a ltm a n n s w e ile r: H o h e n g e h re n , (e rs c h e in t).
W ö lls te in -L e is te n , A n g e lik a , A x e l H e ilm a n n , P e te r S te p a n u n d S te n V ik n e r (1 9 9 7 ): D e u tsc h e
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