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licht.

wissen
Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung
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licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

01

2
Editorial

Licht und Sicherheit sind eng miteinander verknüpft. Die Allgemeinbeleuchtung, als eine
vom Netz der allgemeinen Stromversorgung abhängige Beleuchtung, ist dem Betreiber und
Benutzer bekannt und in den einschlägigen Vorschriften und Richtlinien entsprechend
dokumentiert. Bei der netzunabhängigen Notbeleuchtung, die erst nach dem Ausfall oder
dem Absinken der Netzspannung wirksam wird, kann man derartige Kenntnisse nicht
erwarten.

Erschwerend für das Verständnis der Notbeleuchtung ist die Vielfalt der Normen, Vorschrif-
ten und Richtlinien. Bedingt durch die Angleichung von nationalen und internationalen
Normen hat hier in den vergangenen Jahren eine deutliche Vereinheitlichung stattgefun-
den – insbesondere auch bei den Begrifflichkeiten. Der Oberbegriff lautet Notbeleuchtung.
Das ist die Beleuchtung, die bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung wirksam wird. Dient diese
Notbeleuchtung dem sicheren Verlassen des Gebäudes oder dem Beenden eines potenziell
(im Falle des Netzausfalles) gefährlichen Arbeitsablaufes, spricht man von Sicherheits-
beleuchtung. Dieses Heft widmet sich diesem Thema.

Entsprechend der Verpflichtung des Arbeitsschutzgesetzes muss der Betreiber eine


Gefährdungsbeurteilung seiner Betriebstätte bzw. des entsprechenden Arbeitsplatzes
durchführen. Ergibt sich hierbei, dass bei Netzausfall und damit dem Ausfall der Allgemein-
beleuchtung mit einer Gefahr für die Beschäftigten zu rechnen ist, muss eine Sicherheits-
beleuchtung installiert werden. Das Heft berücksichtigt insbesondere die Belange des
Arbeitsschutzes über die neuen Technischen Regeln für Arbeitsstätten und die entsprechen-
den Regeln der Berufsgenossenschaften. Auch die Passagen des Baurechtes zum
Thema Sicherheitsbeleuchtung werden an den entsprechenden Stellen erwähnt. Ergänzt
wird das Heft durch die lichttechnischen und elektrotechnischen Normeninhalte.

Eine umfassende Änderung der Produkte der Sicherheitsbeleuchtung ist durch die Ent-
wicklung der LED eingetreten. In Zukunft wird man sich neben diesen technischen Änderun-
gen zusätzlich um barrierefreie Flucht- und Rettungswege sowie dynamische Wegeleit-
systeme kümmern müssen. Technische Regeln werden immer mehr auf internationaler
Ebene erarbeitet. Europa wird enger zusammenwachsen (müssen). Mittelpunkt muss immer
der Mensch bleiben sowie die Hauptaufgabe der Sicherheitsbeleuchtung: dem Menschen
bei Ausfall der künstlichen Beleuchtung zu helfen, den jeweiligen Bereich gefahrlos verlas-
sen zu können.

Prof. Dr. Bruno Weis

[Titel + 01] Ohne Strom kein Licht: Von


einem Netzausfall ist auch die Beleuchtung
betroffen. In Krankenhäusern, Schulen und
Versammlungsstätten muss sofort die netz-
unabhängige Sicherheitsbeleuchtung ein-
springen. Sie ermöglicht das sichere Verlas-
sen von Gebäuden, gibt Orientierung und
reduziert Unfallgefahren.

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licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Sicherheits-
beleuchtung
kann Leben
retten
Seite 6

Licht trotz
Netzausfall
Seite 8

Sicherheits-
beleuchtung
Seite 10

Fluchtwege
Seite 12

Arbeitsstätten
Seite 16

Antipanik-
beleuchtung
Seite 20

Ausleuchtung
entscheidet
Seite 22
l
l

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Vorteile
hinterleuchteter
Rettungszeichen
Seite 24

Leuchten für
Sicherheits-
beleuchtung
Seite 26

Auswahl,
Errichtung
und Betrieb
Seite 30

Baurechtliche
Anforderungen
Seite 35

Hoch
oder runter?
Seite 47

Normen und
Verordnungen
Seite 48

Schriftenreihe,
Impressum
Seite 50

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licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

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03 04

6
Sicherheitsbeleuchtung kann Leben retten
Stromausfälle – auch Blackouts genannt – sind keine Seltenheit. Und mit zunehmender, internationaler Vernetzung
nimmt das Risiko weiter zu. Versagt nach einem Stromausfall die allgemeine Beleuchtung, springt die Sicherheits-
beleuchtung ein. Sie schützt vor Panik und Unfällen.

„Engpässe im Winter: Netzbetreiber warnt chen für Flucht- und Rettungswege mit
vor Stromausfall in Deutschland“, „IHK be- den grün-weißen Piktogrammen weisen
fürchtet Stromengpässe durch Energie- den Weg. Rettungszeichenleuchten müssen
wende“ – dies sind nur zwei der zahlreichen während der Betriebszeiten stets einge-
Schlagzeilen der vergangenen Jahre. Nicht schaltet sein und eine Mindesthelligkeit auf-
erst seit der Energiewende mehren sich in weisen.
Europa die Klagen über kurzzeitige Strom-
ausfälle. Auch längere Blackouts sind zu Wesentlich ist nicht nur der beleuchtete
verzeichnen. Und es sind längst nicht nur Hinweis zum Ausgang, sondern auch die
Naturkatastrophen, die zur Unterbrechung Sicherheit auf dem Weg dorthin. Eine unab-
der Energieversorgung führen. Auch ein hängige Beleuchtung des Flucht- und Ret-
technischer Defekt im Umspannwerk oder tungsweges ist ein Muss, um Hindernisse,
ein Kurzschluss in einer Überlandleitung Stufen oder Ähnliches zu erkennen und Un-
kann den Bahnverkehr lahmlegen, Ampeln fälle zu vermeiden.
ausfallen und Millionen Menschen im Dun-
keln sitzen lassen. Eine gründlich geplante und fachgerecht in-
Richtig planen und auswählen stallierte Sicherheitsbeleuchtung entlastet
Die Ursachen für Stromausfälle sind meist und unterstützt den Menschen in einer be-
vielschichtig und lassen sich nur schwer drohlichen Situation – und bisweilen rettet
kalkulieren. Die Folgen sind indes bekannt: sie Menschenleben.
Mit einem Blackout geht der Verlust von
Wirtschaftskraft einher und die Gefahr für
Menschen steigt.

Ohne Strom kein Licht


Die größte Sorge bei einem Stromausfall ist,
dass Menschen in Panik geraten. Plötzliche
Dunkelheit lässt schnell Ängste entstehen,
denn 80 Prozent aller Informationen errei-
chen uns über die Augen. Unzureichendes Richtig planen und auswählen
Sehvermögen irritiert Ortskundige ebenso
wie Besucher, mangelnde Ortskenntnis ver- Damit die Sicherheitsbeleuchtung bei einem Blackout
stärkt die Furcht noch. Sind viele Personen auch funktioniert, fordern einschlägige Normen und
anwesend, entsteht ein kaum kalkulierbares Vorschriften eine vernünftige und fachgerechte Instal-
Risiko. lation, aber auch eine regelmäßige Wartung. Verant-
wortlich ist letztendlich der Betreiber des Objektes.
Licht gibt Sicherheit und Orientierung
Bei einem Stromausfall springt die Sicher- Um den Anforderungen und Vorschriften gerecht zu
heitsbeleuchtung ein. Sie muss unabhängig werden, ist es ratsam und notwendig, die Sicherheits-
von der Stromversorgung des Gebäudes beleuchtung normgerecht von einem Fachplaner
funktionieren. entwerfen zu lassen. Er kann die angemessene und
auf das Objekt zugeschnittene Sicherheitsbeleuch-
Kennzeichnen und beleuchten tung planen und unter Berücksichtigung modernster
[02 – 04] Die Schlagzeilen belegen: Ein
Besonders wichtig ist im Falle einer Strom- Technik eine energieeffiziente Lösung finden. Pro-
Stromausfall kann ganze Regionen lahmle-
gen: Straßenbahnen stehen still, Computer unterbrechung oder Gebäudeevakuierung dukte von Qualitätsherstellern bieten eine gleichblei-
stürzen ab und schlagartig fällt die Beleuch- der Hinweis, wie Personen den kürzesten bend hohe Güte.
tung aus. Weg zum Ausgang finden: Sicherheitszei-

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licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Licht trotz Netzausfall


Wenn die allgemeine Beleuchtung nach einem Stromausfall versagt, schaltet die Sicherheitsbeleuchtung ein.
Ist nach einem Netzausfall zudem mit Unfallgefahren zu rechnen, muss die Sicherheitsbeleuchtung zur Vermeidung
von Unfällen beitragen.

Die Sicherheitsbeleuchtung sorgt dafür, nung ausfällt und absinkt. Die Notbeleuch-
dass nach einem Ausfall der allgemeinen tung gliedert sich in
Beleuchtung ein Mindestmaß an Helligkeit 쐍 Sicherheitsbeleuchtung und

gewährleistet ist, und hilft auch in anderen 쐍 Ersatzbeleuchtung.

Notsituationen: Bei einer Gebäudeevakuie-


rung trägt sie zum Beispiel wesentlich dazu Sicherheitsbeleuchtung
bei, dass sich ortsfremde ebenso wie orts- Die Hauptaufgabe der Sicherheitsbeleuch-
kundige Personen schneller orientieren und tung ist, mittels Rettungszeichen- und zu-
über Flucht- und Rettungswege in sichere sätzlichen Sicherheitsleuchten
Bereiche retten können.
쐍 den Personen/Besuchern eines Gebäu-
Eine Vielzahl von Normen, Vorschriften und des, ein sicheres und gefahrloses Verlas-
Richtlinien beschäftigt sich mit der Sicher- sen zu ermöglichen,
heitsbeleuchtung. Unternehmer, Betreiber, 쐍 Panik zu verhindern,
Installateure, Licht- und Elektroplaner müs- 쐍 Unfallgefahren auf dem Flucht- und Ret-
sen die relevanten Vorgaben kennen und tungsweg erkennbar zu machen.
anwenden.
Das Arbeitsschutzgesetz fordert Unterneh-
Die Notbeleuchtung gilt heute nach interna- men auf, eine Gefährdungsbeurteilung ihrer
tionaler Normung und gemäß den Europäi- Arbeitsplätze zu erstellen. Geht aus dieser
schen Richtlinien als Oberbegriff einer netz- Gefährdungsbeurteilung hervor, dass nach
unabhängigen Beleuchtung. Sie schaltet einem Ausfall der allgemeinen Beleuchtung
sich immer dann ein, wenn die Netzspan- mit einer Gefährdung gerechnet werden

[05 + 06] Eine netzunabhängige Kennzeich-


nung der Flucht- und Rettungswege und
eine zusätzliche Sicherheitsbeleuchtung sind
für viele Gebäude verpflichtend. 05

8
muss, ist eine Sicherheitsbeleuchtung zu
installieren.

Bereiche der Sicherheitsbeleuchtung


Die Sicherheitsbeleuchtung unterscheidet
sich wiederum in folgende Bereiche:
쐍 Sicherheitsbeleuchtung für Flucht- und

Rettungswege einschließlich ihrer Kenn-


zeichnung,
쐍 Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsberei-

che mit besonderer Gefährdung und


쐍 Antipanikbeleuchtung.

Ersatzbeleuchtung
Kennzeichnend für die Ersatzbeleuchtung
ist, dass mit einer Gefährdung der Arbeit-
nehmer bei einer Störung der Allgemeinbe-
leuchtung nicht gerechnet werden muss.
Besteht nach einem Netzausfall keine Ge-
fahr für Beschäftigte, aber eine Tätigkeit
muss zwingend fortgesetzt werden, springt
die Ersatzbeleuchtung ein und stellt genü-
gend Licht zur Verfügung.

Weitere Informationen zu Normen


und Verordnungen sind auf Seite 49 zu
finden.

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licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Hervorzuhebende Stellen nach DIN EN 1838

Mindestens 2 m über Nahe*1 jeder Erste-


dem Boden Hilfe-Stelle*2

h h

h
min. 2 m

h
An jeder Kreuzung der Flure/Gänge

An jeder im Notfall Nahe*1 jeder Brand-


zu benutzenden Aus- bekämpfungs- oder
gangstür. Meldeeinrichtung*2

h
Sicherheits- und Rich-
tungszeichen an Flucht-
und Rettungswegen
müssen auch bei unge-
störter Allgemeinbe-
leuchtung be- oder hin- Bei jeder Richtungsänderung
terleuchtet sein.

Außerhalb und nahe*1 Nahe*1 Fluchtgeräten


jedes Notausgangs für Menschen mit
bis zu einem sicheren Behinderung
Bereich
h
h

Antipanikbeleuchtung auch auf Wegen


zu Räumen, in denen Sicherheits-
beleuchtung erforderlich ist, die jedoch
nicht direkt an einen Flucht- und
Rettungsweg angrenzen.
Nahe*1 jeder Niveau- Nahe*1 Schutzbe-
änderung im Flucht- reichen für Menschen
und Rettungsweg, mit Behinderung und
z. B. eine Rampe oder Rufanlagen, Kommuni-
ein Podest kationseinrichtungen
für diese Bereiche
sowie Alarmeinrich-
tungen in Behinderten-
toiletten.

Nahe*1 Treppen, um Antipanikbeleuchtung


jede Treppenstufe in Toiletten für Men-
direkt zu beleuchten. schen mit Behinderung

WC
*1 Max. 2 m Abstand in der Horizontalen
*2 Vertikale Beleuchtungsstärke 5 Lux
© licht.de
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Sicherheitsbeleuchtung
Die Sicherheitsbeleuchtung muss immer dann eingeplant werden, wenn bei einem Ausfall der allgemeinen
Beleuchtung das gefahrlose Verlassen eines Gebäudes nicht gewährleistet werden kann und damit die Gefahr
von Unfällen besteht.

Die Sicherheitsbeleuchtung sorgt unter an- nung des Flucht- und Rettungsweges müs-
derem auch dafür, dass bei einem Ausfall sen mindestens zwei Meter über dem
der allgemeinen Stromversorgung Arbeiten Boden angebracht werden, um eine räum-
mit erhöhter Unfallgefahr sicher beendet liche Ausleuchtung und Erkennbarkeit zu
werden und auch ortsfremde Personen be- gewährleisten:
troffene Räume und Gebäudeteile gefahrlos 쐍 An Notausgängen entlang des Flucht-

verlassen können. Vorgaben des nationalen und Rettungsweges sind alle Rettungszei-
Baurechts und aus dem Arbeitsschutz chen zu beleuchten oder hinterleuchten.
müssen bei Planung und Installation beach- 쐍 Ist ein Notausgang nicht direkt zu sehen,

tet werden. müssen ein oder mehrere beleuchtete


oder hinterleuchtete Rettungszeichen ent-
Sicherheitsbeleuchtung gliedert sich in: lang des Flucht- und Rettungsweges in-
쐍 Sicherheitsbeleuchtung für Flucht- und stalliert werden.
Rettungswege,
쐍 Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsberei-
Nach DIN EN 1838 sind nicht nur Flucht-
che mit besonderer Gefährdung, und Rettungswege generell gut auszu-
쐍 Antipanikbeleuchtung sowie leuchten. Die Norm sieht darüber hinaus
쐍 Kennzeichnung der Flucht- und Rettungs-
auch die Beleuchtung weiterer sicherheits-
wege. relevanter Bereiche und potenzieller Gefah-
renstellen vor. Sicherheitsleuchten müssen [08] Richtungsänderungen im Flucht-
Merkmale der Sicherheitsbeleuchtung deshalb an festgelegten Stellen angebracht und Rettungsweg müssen gekennzeichnet
Leuchten zur Ausleuchtung und Kennzeich- werden (siehe Abb. 7 und 8). werden.

Anzeigen von Richtungsänderungen

© licht.de
08

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licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Sicherheitsbeleuchtung für Fluchtwege


Die Sicherheitsbeleuchtung für Flucht- und Rettungswege muss ausreichende Sehbedingungen zur
Orientierung auf Wegen und Gebäudeflächen gewährleisten. Brandbekämpfungs- und andere Sicherheitseinrich-
tungen müssen leicht zu finden und zu nutzen sein.

Damit Mitarbeiter und Besucher sich im ermöglicht, Rettungseinrichtungen eindeu-


Notfall so schnell wie möglich in Sicherheit tig zu erkennen und sicher zu benutzen, so-
bringen können, müssen Flucht- und Ret- fern Personen anwesend sind.“ Auch die
tungswege normgerecht beleuchtet und Technische Regel für Arbeitsstätten ASR
entsprechend gekennzeichnet sein. Erfor- A2.3 schreibt vor: „Fluchtwege sind mit
derlich sind: einer Sicherheitsbeleuchtung auszurüsten,
쐍 Rettungszeichenleuchten oder beleuch- wenn bei Ausfall der allgemeinen Beleuch-
tete Rettungszeichen zur Kennzeichnung, tung das gefahrlose Verlassen der Arbeits-
쐍 Leuchten zur Beleuchtung der Flucht- stätte nicht gewährleistet ist.“ Während die
und Rettungswege. Normen von „Rettungswegen“ sprechen,
verwenden die ASR den Begriff „Flucht-
Außerdem ist jeder Betrieb verpflichtet, wege“. Beide Begriffe meinen aber weitge-
Flucht- und Rettungspläne für jedermann hend dasselbe.
sichtbar anzubringen: Mitarbeiter und Besu-
cher müssen Gelegenheit haben, sich die Flucht- und Rettungswege sind entspre-
Flucht- und Rettungswege einzuprägen, um chend der Norm immer auf Streifen von
Nottreppen und Notausgänge jederzeit zu zwei Meter Breite bezogen; breitere Wege
finden. Flucht- und Rettungspläne dienen werden als mehrere Zweimeterstreifen be-
ebenso der Orientierung von Rettungsmann- trachtet.
schaften, beispielsweise der Feuerwehr.
Die wichtigsten lichttechnischen Anforde-
Lichttechnische Anforderungen rungen nach DIN EN 1838 als auch nach
[09] Das Verhältnis der größten zur kleins-
ten Beleuchtungsstärke entlang der Mittellinie Nach DIN EN 1838 ist die Sicherheitsbe- den Technischen Regeln für Arbeitsstätten
darf 40:1 nicht überschreiten. So werden zu leuchtung für Flucht- und Rettungswege ASR A3.4/3 lauten:
hohe, die Sehaufgabe störende Hell-/Dunkel- der „Teil der Sicherheitsbeleuchtung, der es 쐍 Auf der Mittelachse des Flucht- und

unterschiede vermieden.

[10] Bei horizontalen Flucht- und Rettungs-


wegen darf die Lichtstärke für alle Azimutwin-
kel (Winkel mit Draufsicht rundum) innerhalb
der Zone von 60° bis 90° gegen die Vertikale
bestimmte Werte nicht überschreiten (siehe
Tabelle Seite 15).

[11] Für alle anderen Flucht- und Rettungs-


wege und Bereiche dürfen die Grenzwerte 1 Lux 40 Lux 1 Lux 40 Lux 1 Lux 40 Lux 1 Lux
bei keinem Winkel überschritten werden. © licht.de
09
[12] Rettungszeichen müssen auch unter
den Bedingungen der Allgemeinbeleuchtung
gut erkennbar sein. 60°

[13] Auf bis zu zwei Meter breiten Flucht-


und Rettungswegen muss die horizontale
Beleuchtungsstärke auf der Mittelachse min- 60°
destens ein Lux betragen (Messhöhe: zwei
Zentimeter über der Laufebene).

[14] An jeder Stelle eines Flucht- und Ret-


tungsweges muss mindestens ein Rettungs- © licht.de © licht.de
zeichen erkennbar sein. 10 11

12
12

1 Lux
2m
© licht.de
13 14

13
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Rettungsweges muss die horizontale Gleichmäßigkeit der Beleuchtung


Beleuchtungsstärke mindestens ein Weiterhin darf das Verhältnis der größten zur
Lux betragen – gemessen in einer Höhe kleinsten Beleuchtungsstärke entlang der
bis 20 Zentimeter (ASR), besser in zwei Mittellinie den Wert 40:1 nicht überschrei-
Zentimeter Höhe (DIN EN 1838) über ten. Dies gilt für den ungünstigsten Fall, zum
der Laufebene. Im Abstand von einem Beispiel am Ende der Bemessungsbetriebs-
halben Meter nach links und rechts von dauer zwischen zwei Leuchten. Der Grund:
der Mittellinie darf die Beleuchtungs- Bedingt durch die Trägheit des Auges sind
stärke jeweils um 50 Prozent abnehmen Hindernisse oder der Verlauf des Flucht-
(ASR). und Rettungsweges bei zu hohen Hell-
쐍 Innerhalb von 15 Sekunden nach Ausfall /Dunkelunterschieden schwerer erkennbar.
der Allgemeinbeleuchtung muss die
Sicherheitsbeleuchtung hundert Prozent Die Zeitspanne zwischen dem Ausfall der
Lichtleistung erreicht haben. Da Aggre- Allgemeinbeleuchtung bei Störung der
gate mit Verbrennungsmotoren jedoch Stromversorgung und dem Erreichen der
meist eine Umschaltzeit von 15 Sekun- erforderlichen Beleuchtungsstärke sollte
den haben, eignen sich dafür nur batte- möglichst kurz sein. Die Bemessungsbe-
riegestützte Stromquellen. triebsdauer der Sicherheitsbeleuchtung für
쐍 Der Farbwiedergabeindex der Lichtquel- Arbeitsstätten muss mindestens für eine
len sollte mindestens Ra 40 betragen, Stunde gewährleistet sein. Was für andere
damit Sicherheitszeichen und ihre Farben Anwendungsbereiche gilt, erfasst die Ta-
gut erkannt werden können. belle auf Seite 46.

15

14
Oft unterschätzt: Blendungsbegrenzung
Zu hohe Lichtstärke kann physiologische Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege (DIN EN 1838)
Blendung zur Folge haben. Sie wird bei der
Beleuchtung von Flucht- und Rettungswe- Beleuchtungsstärke: Emin = 1 lx
gen zum Problem, wenn dadurch Hinder- Emin = minimale Beleuchtungsstärke horizontal auf dem Boden
nisse oder Rettungszeichen nicht erkannt
werden können. Diese Gefahr besteht ins- Gleichmäßigkeit: Emax : Emin 울 40 : 1
besondere bei frei strahlenden Lampen.
Blendungsbegrenzung:
Bei horizontalen Flucht- und Rettungswe-
gen darf die Lichtstärke für alle Azimutwin- h/m 쏝 2,5 2,5 울 h 쏝 3 3 울 h ⬍ 3,5 3,5 울 h 쏝 4 4 울 h 쏝 4,5 욷 4,5
kel innerhalb der Zone von 60° bis 90° Imax /cd 500 900 1.600 2.500 3.500 5.000
gegen die Vertikale bestimmte Werte nicht
überschreiten. Für alle anderen Flucht- und Bei horizontalen Rettungswegen dürfen die Werte dieser Tabelle für alle Azimutwinkel inner-
Rettungswege und Bereiche dürfen die halb der Zone 60° bis 90° gegen die Vertikale nicht überschritten werden.
Grenzwerte bei keinem Winkel überschrit-
ten werden (siehe Abbildungen Seite 12). Farbwiedergabe: Ra 욷 40

Wichtig ist außerdem die Kennzeichnung Bemessungsbetriebsdauer


der Flucht- und Rettungswege. Die licht- für Rettungswege: 1 Stunde
technischen Anforderungen an Rettungs-
zeichenleuchten bei Stromausfall sind fest-
gelegt in DIN EN 1838. Ferner ist zu be-
achten, dass Rettungszeichenleuchten
nach DIN 4844 auch unter den Bedingun-
gen der Allgemeinbeleuchtung sich gut
gegen die Umgebungshelligkeit abheben
müssen und daher mit erhöhter Leucht-
dichte zu betreiben sind.

Ein hinerleuchtetes Rettungszeichen muss


bei vorhandener Allgemeinbeleuchtung
die geforderten 500 cd/m2 Leuchtdichte in
der weißen Kontrastfarbe erzielen. Weitere
Kriterien zum Erreichen der nötigen Erken-
nungsweite (siehe Abb. 23) sind Gleichmä-
ßigkeit und Kontrast.

[15] Flucht- und Rettungswege müssen


normgerecht beleuchtet und entsprechend
gekennzeichnet sein.

[16] Dieser Grundriss zeigt einen exemplari-


schen Flucht- und Rettungsplan. 16

15
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsstätten


und Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung
Arbeitgeber sind zum Schutz ihrer Angestellten verpflichtet. Dazu gehört eine Gefährdungsbeurteilung für alle
Arbeitsplätze. Sie muss auch ermitteln, ob alle Mitarbeiter bei Ausfall der Beleuchtung ihre Arbeitsplätze gefahrlos
verlassen können.

Die Arbeitssicherheit der Arbeitnehmer ist kann, müssen nur die Ausgänge gekenn-
EU-weit geregelt. In Deutschland gilt das zeichnet sein.
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Es ist die
Grundlage für Rechtsverordnungen wie Arbeitgeber müssen auch dafür sorgen,
zum Beispiel die Arbeitsstättenverordnung dass Mitarbeiter und Besucher nach einem
(ArbStättV). Sie beschreibt die grundsätzli- Netzausfall das Gebäude sicher verlassen
chen Anforderungen des Arbeitsschutzes. können. Ist die Gefahr von Unfällen erhöht
Ihre einzelnen Vorschriften werden durch – wie zum Beispiel auf Treppen, durch Hin-
die Technischen Regeln für Arbeitsstätten – dernisse, die in der Dunkelheit schwer zu
vor der Überarbeitung Arbeitsstättenrichtli- erkennen sind, oder durch einen unüber-
nien (ASR) genannt – konkretisiert. sichtlichen Fluchtweg – muss eine Sicher-
heitsbeleuchtung für Flucht- und Rettungs-
Danach gilt, dass Arbeitgeber ihre Be- wege installiert werden.
schäftigten vor schädlichen Einwirkungen
schützen müssen, die am Arbeitsplatz dro- An Arbeitsplätzen mit besonderer Gefähr-
hen könnten. Das gilt auch für generelle dung ist die Unfallgefahr bei plötzlicher
Unfallgefahren: Denn wenn bei einem Netz- Dunkelheit ungleich höher. Deshalb ist hier
ausfall das Licht ausgeht, kann dies selbst eine Sicherheitsbeleuchtung mit mindes-
den Pförtner gefährden, wenn er im Dun- tens 15 Lux Beleuchtungsstärke vorge-
keln nicht den Weg zum Ausgang findet schrieben. Sie ermöglicht das sichere
oder – weil er nichts sieht – auf dem Ret- Beenden der Arbeit. Eine zusätzliche Ge-
tungsweg stürzt und sich verletzt. Davor fährdung liegt vor, wenn zum Beispiel bei
schützt eine Sicherheitsbeleuchtung. einem Brand Arbeitsplätze und die ihnen
zugeordneten Flucht- und Rettungswege
Arbeitgeber in der Pflicht verrauchen könnten. In diesen Fällen muss
Ob Sicherheitsbeleuchtung notwendig ist neben der Sicherheitsbeleuchtung auch ein
oder nicht, muss jeder Arbeitgeber bei optisches Sicherheitsleitsystem installiert
einer Gefährdungsbeurteilung ermitteln (§ 5 werden.
ArbSchG). Diese und die daraus abgeleite-
ten Maßnahmen müssen dokumentiert Im Schadenfall abgesichert
werden (§ 6 ArbSchG). Wenn sich Arbeitgeber an die ASR halten,
können sie gegenüber den Behörden ins-
Die wichtige Frage lautet: Ist das gefahr- besondere im Schadenfall belegen, dass
lose Verlassen der Arbeitsplätze möglich? alle Vorschriften der ArbStättV eingehalten
Das ist in der Regel nur gegeben, wenn wurden. Werden andere Maßnahmen als
auch bei Netzausfall ausreichend Licht zur jene nach ASR ergriffen, muss der Arbeit-
Verfügung steht – in Arbeitsstätten mit geber – in einem viel aufwendigeren Ver-
Fenstern oder Oberlichtern also tagsüber. fahren – einen eigenständigen Nachweis
Weil es in den Wintermonaten schon nach- über deren Wirksamkeit erbringen.
mittags dunkel wird, fehlt dann aber Licht
zur Orientierung. Deshalb ist fast immer Arbeitsbereiche mit besonderer
eine Sicherheitsbeleuchtung notwendig. Gefährdung
Sie muss eine Beleuchtungsstärke von Besonders groß ist die Unfallgefahr in
mindestens einem Lux haben. In Räumen, „Arbeitsbereichen mit besonderer Gefähr-
17 die jeder Arbeitnehmer gefahrlos verlassen dung“ (ASR A3.4/3 Abs. 4.2) beziehungs-

16
weise an „Arbeitsplätzen mit besonderer
Gefährdung“ (DIN EN 1838). Dies sind zum
Beispiel
쐍 Laboratorien mit akuter Gefährdung wäh-

rend laufender Versuche. Solche akuten


Gefährdungen können Explosionen oder
Brände, das Freisetzen von Krankheitser-
regern oder von giftigen, sehr giftigen
oder radioaktiven Stoffen in gefährlicher
Menge sein.
쐍 Arbeitsplätze, die aus technischen Grün-

den dunkel gehalten werden müssen.


쐍 Elektrische Betriebsräume und Räume für

haustechnische Anlagen, die bei Ausfall


der künstlichen Beleuchtung betreten
werden müssen.
쐍 Bereiche mit bewegten Arbeitsmitteln, die

bei einem Stromausfall lange nachlaufen


können. Dazu zählen zum Beispiel Plan-
drehmaschinen.
쐍 Steuereinrichtungen für ständig zu über-

wachende Anlagen, wie etwa Schaltwar-


ten und Leitstände für Kraftwerke, chemi-
sche und metallurgische Betriebe sowie
Arbeitsplätze an Absperr- und Regelein-
richtungen, die betriebsmäßig oder bei
Betriebsstörungen betätigt werden müs-
sen, um Unfallgefahren zu vermeiden und
Produktionsprozesse gefahrlos zu unter-
brechen oder zu beenden.
쐍 Arbeitsplätze, in deren Nähe sich heiße

Bäder oder Gießgruben befinden, die aus


produktionstechnischen Gründen nicht
durch Geländer oder Absperrungen ent-
sprechend gesichert werden können.
쐍 Bereiche um Arbeitsgruben, die aus

Gründen des Arbeitsablaufs nicht abge-


deckt werden können, und
쐍 Baustellen.

Weitere Hinweise zum Thema


Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsstätten
enthält die Publikation licht.forum 56.

[17 + 18] Arbeitgeber müssen dafür sor-


gen, dass Mitarbeiter und Besucher das
Gebäude nach einem Netzausfall sicher ver-
lassen können. Für „Arbeitsplätze mit beson-
derer Gefährdung“ ist eine Sicherheitsbe-
leuchtung zwingend vorgeschrieben. 18

17
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

19

Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung (DIN EN 1838)

Beleuchtungsstärke: Emin 욷 Mindestbeleuchtungsstärke,


mind. aber 15 lx

Gleichmäßigkeit: Emax : Emin ⱕ 10 : 1

Blendungsbegrenzung:

h/m 쏝 2,5 2,5 울 h < 3 3 울 h 쏝 3,5 3,5 울 h 쏝 4 4 울 h 쏝 4,5 욷 4,5


Imax /cd 1.000 1.800 3.200 5.000 7.000 10.000

Die Werte dieser Tabelle dürfen für alle Azimutwinkel innerhalb der Zone 60° bis 90°
gegen die Vertikale nicht überschritten werden.

Farbwiedergabe: Ra 욷 40
Sicherheitsfarben müssen eindeutig erkannt werden.
[19 + 20] An „Arbeitsplätzen mit besonde-
rer Gefährdung“ ist eine Sicherheitsbeleuch- Bemessungsbetriebsdauer
tung mit mindestens 15 Lux Beleuchtungs- für Rettungswege: solange eine Gefährdung besteht
stärke erforderlich. Besteht die Gefahr, dass
bei einem Brand Arbeitsplätze sowie Flucht-
und Rettungswege verrauchen, muss zu- Einschaltverzögerung: 0,5 Sek.
sätzlich ein optisches Sicherheitsleitsystem
installiert werden.

18
Optische Sicherheitsleitsysteme
Optische Sicherheitsleitsysteme sind eine sinnvolle Er-
gänzung zur Sicherheitsbeleuchtung. Sie erleichtern die
Arbeitsplätze mit besonderer sind. Die erforderliche Bemessungsbe- Flucht, wenn Rauch im Raum und auf den Flucht- und
Gefährdung triebsdauer ist bei der Gefährdungsbeurtei- Rettungswegen die Orientierung beeinträchtigt. Wichtig:
In „Arbeitsbereichen mit besonderer Gefähr- lung zu ermitteln. Sie sind kein Ersatz für eine normgerechte Sicherheits-
dung“ werden erhöhte Anforderungen an beleuchtung; sie werden zusätzlich installiert.
die Sicherheitsbeleuchtung gestellt. Die Be- Baustellen
leuchtungsstärke muss mindestens 15 Lux Wegen der besonderen Gefährdung von Zu unterscheiden sind dabei:
betragen. Darauf stellen Technische Regeln Handwerkern auf Baustellen führt die ASR 쐍 lang nachleuchtende Sicherheitsleitsysteme (Schilder),

und Norm übereinstimmend ab. Besser A3.4/3 diese Arbeitsplätze explizit an. Da- 쐍 elektrisch betriebene Sicherheitsleitsysteme (an einer

sind zehn Prozent der Beleuchtungsstärke nach wird eine Sicherheitsbeleuchtung un- Sicherheitsstromquelle),
der vor Ort erforderlichen Allgemeinbe- bedingt notwendig, wenn Tageslicht die 쐍 dynamische Sicherheitsleitsysteme, die die Richtungs-

leuchtung – so lautet die Empfehlung der Flucht- und Rettungswegbeleuchtung mit angaben je nach Lage von Gefahrenstellen „mitden-
ASR. Denn je heller es ist, umso unwahr- mindestens einem Lux Beleuchtungsstärke kend“ verändern.
scheinlicher wird nach dem Netzausfall ein nicht sicherstellen kann und die Beschäftig-
Unfall aufgrund der anhaltenden Dunkelheit. ten daher ihren Arbeitsplatz nicht sicher ver- Als Leitelemente eingesetzte Schilder und andere Leit-
lassen können. systeme werden an der Wand in bis zu maximal 40
Deshalb ist außerdem vorgeschrieben, die Zentimeter Höhe oder direkt auf dem Boden montiert.
erforderliche Beleuchtungsstärke nach Auf jeder Baustelle, auf der in den dunklen Diese Art der Markierung ermöglicht es, den Flucht- und
spätestens 0,5 Sekunden zu erreichen. Abend- oder Nachtstunden gearbeitet wird, Rettungsweg mit Richtungsangaben kenntlich zu ma-
Diese kurze Zeitspanne lässt sich für viele muss deshalb mindestens eine Sicherheits- chen. Im Vergleich zur Kennzeichnung mit Rettungszei-
Leuchtmittel jedoch nur realisieren, wenn beleuchtung für Flucht- und Rettungswege chenleuchten haben optische Sicherheitsleitsysteme den
die Sicherheitsbeleuchtung in Dauerschal- eingerichtet werden. Für Kellergeschosse Nachteil, dass die Markierungen nicht in Sichthöhe
tung betrieben wird. Die Gleichmäßigkeit ist ein erhöhtes Beleuchtungsniveau gefor- angebracht sind. Vorneweg laufende Personen verde-
der Beleuchtung ist in diesen Arbeitsberei- dert – zum Beispiel mindestens 15 Lux Be- cken die niedrig angebrachten Wegweiser für nachfol-
chen kleiner als 10:1. leuchtungsstärke, wie sie die ASR A3.4/3 gend Flüchtende.
auch für Tunnelbauarbeiten fordert.
Bei der Bemessungsbetriebsdauer ist zu Bei Unfallgefahr ist auch eine Sicherheitsbeleuchtung
beachten, dass sie mindestens der Zeit notwendig. Denn nur sie macht Niveauunterschiede,
entsprechen muss, in der Menschen nach Weitere Infos zum Thema Optische Treppen und Hindernisse auf dem Flucht- und Rettungs-
einem Stromausfall Gefahren ausgesetzt Sicherheitsleitsysteme gibt licht.forum 57. weg erkennbar und schützt vor gefährlichen Stürzen.

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19
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

21

Antipanikbeleuchtung
Die Antipanikbeleuchtung ist neben der Sicherheitsbeleuchtung für Flucht- und Rettungswege und der
Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsbereiche mit besonderer Gefährdung die dritte Kategorie der Sicherheits-
beleuchtung. Sie soll im Notfall Hysterie und Panik reduzieren.

Sportveranstaltungen, Rockkonzerte oder gungen zu sorgen, damit betroffene Perso- schengruppen schnell Panik entstehen
Vorträge im Audimax der Universität: Wo nen Flucht- und Rettungswege möglichst könnte. Dazu zählen zum Beispiel Aufzugs-
auch immer viele Menschen aufeinander- sicher erreichen können. Für Deutschland kabinen.
treffen, kann bei einem Stromausfall und gilt allerdings, dass weder das Baurecht
plötzlicher Dunkelheit schnell Panik entste- noch die Arbeitsstättenrichtlinie eine kon- Lichttechnische Kriterien
hen. In der Folge können Flüchtende im krete Anwendungsbasis für die Antipanik- Antipanikbeleuchtung sollte direkt nach unten
Gedränge verletzt werden oder – schlimmer beleuchtung bieten. Diese wird deshalb in gerichtet sein und Hindernisse beleuchten.
noch – zu Tode kommen. Deutschland in der Regel mit einer horizon-
talen Beleuchtungsstärke auf der freien DIN EN 1838 schreibt darüber hinaus vor:
Eine Antipanikbeleuchtung trägt dazu bei, Bodenfläche von einem Lux und einer Be- 쐍 Das Verhältnis der größten zur kleinsten
die Sicherheit zu erhöhen. Ihre Aufgabe ist messungsbetriebsdauer von drei Stunden Beleuchtungsstärke darf ein Hell-/Dunkel-
es, die Wahrscheinlichkeit einer Panik zu geplant. verhältnis mit Rücksicht auf die Trägheit
verringern und für ausreichende Sehbedin- der Augen von 40:1 nicht überschreiten.
Eine Antipanikbeleuchtung muss installiert So werden zu hohe, die Sehaufgabe stö-
werden, wenn zum Beispiel in großen Hal- rende Helligkeitsunterschiede vermieden.
len Flucht- und Rettungswege nicht eindeu- 쐍 Der Farbwiedergabeindex der Lichtquel-

tig definiert sind oder die gesamte Hallenflä- len sollte mindestens Ra 40 betragen,
che als Rettungsweg genutzt werden kann. damit Sicherheitszeichen und ihre Farben
Ebenfalls notwendig ist sie in Konferenzräu- gut erkannt werden können.
men, die über 60 Quadratmeter groß sind 쐍 Die Blendungsbegrenzung muss analog

[21 + 22] Bei Stromausfall beugt eine und nicht über ausgewiesene Flucht- und den Vorgaben zur Sicherheitsbeleuchtung
Antipanikbeleuchtung dem Ausbruch einer Rettungswege verfügen, oder auch in klei- für Flucht- und Rettungswege eingehalten
Massenpanik vor. neren Bereichen, wenn durch größere Men- werden (siehe Tabelle Seite 15).

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licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Ausleuchtung entscheidet
Sicherheitszeichen für Flucht- und Rettungswege können beleuchtete Rettungszeichen oder hinterleuchtete
Rettungszeichen sein. Die externen Lichtquellen von beleuchteten Rettungszeichen müssen Teil der Sicherheits-
beleuchtung sein.

Sicherheitszeichen sind ein entscheidender vom Februar 2013 hat diese Zeichen über- installationen muss aber das neue Ret-
Bestandteil der Sicherheitsbeleuchtung. nommen. Das Rettungszeichen muss dabei tungszeichen nach DIN EN ISO 7010 ver-
Deshalb werden sie in der neuesten Version immer mit einem Zusatzzeichen zur Rich- wendet werden.
der DIN EN 1838 schon im Vorwort als Teil tungsangabe, dem Pfeil Typ D nach der DIN
der Sicherheitsbeleuchtung für Flucht- und ISO 3864-3, versehen werden. Lichttechnische Parameter
Rettungswege ausdrücklich erwähnt. DIN EN 1838 und die aktuelle DIN 4844-1
Die Kombination von Rettungszeichen und stellen für beleuchtete und hinterleuchtete
Ein Notfall in einem Gebäude geht nicht Richtungsangabe hat eine bestimmte Be- Sicherheitszeichen differenzierte Anforde-
immer mit einem Stromausfall einher. Bei deutung, die in der Publikation des Zentral- rungen an die lichttechnisch zu erfüllen-
anderen Gefahren wie Feuer, Panik oder verbands Elektrotechnik- und Elektronikin- den Parameter für die unterschiedlichen
Evakuierung ist die Stromversorgung größ- dustrie e.V. (ZVEI) „Kennzeichnung der Betriebsbedingungen. DIN EN 1838 fordert
tenteils noch vorhanden. Die Rettungszei- Fluchtrichtung“ ausführlich beschrieben für Rettungszeichenleuchten im Notbetrieb
chen müssen daher auch bei vorhandener wird. Auf Seite 47 wird das Thema in die- eine wesentlich niedrigere Gesamthelligkeit
Allgemeinbeleuchtung sofort erkannt und sem Heft behandelt. des Rettungszeichens als die DIN 4844-1,
verstanden werden. In diesem Fall gelten die den Normalbetrieb regelt. Sie berück-
die lichttechnischen Werte aus der DIN Die alte Variante aus der DIN 4844-2 aus sichtigt, dass sich das Rettungszeichen bei
4844-1. dem Jahr 2002 unterscheidet sich vor allem ungestörter Allgemeinbeleuchtung gut
durch die eckigen Gliedmaßen der Person gegen die hell beleuchtete Umgebung ab-
Sicherheitszeichen markieren Flucht- und und den schlankeren Pfeil von den neuen hebt und deshalb heller als im Notbetrieb
Rettungswege sowie Brandschutz- und Sicherheitszeichen nach DIN EN ISO 7010. sein muss.
Erste-Hilfe-Einrichtungen. Nach DIN EN ISO Die Sicherheitsaussage ist gleichwertig. Ein
7010 ist ein Sicherheitszeichen ein Zeichen, Austausch der alten Zeichen ist nach Mei- Leuchtdichte, Gleichmäßigkeit der Aus-
„das durch Kombination einer spezifischen nung des ZVEI nicht notwendig. Bei Neu- leuchtung und Kontrast der Rettungszei-
Farbe mit einer geometrischen Form eine chen sind wesentliche Kriterien für eine
allgemeine und durch Zufügen eines graphi- gute Rettungszeichenleuchte und damit für
schen Symbols eine spezielle Sicherheits- die Sicherheit. Die Anforderungen der bei-
aussage ermöglicht.“ In der ASR A1.3 fin- Rettungszeichen den relevanten Normen fasst die Tabelle
det sich eine sehr ähnliche Definition. Das auf Seite 23 zusammen. Weitere Normen
Rettungszeichen ist nach DIN ISO 3864-1 und Verordnungen werden auf Seite 49 be-
ein „Sicherheitszeichen, das einen Flucht- handelt.
weg, den Ort einer Erste-Hilfe-Einrichtung
oder ein sicheres Verhalten kennzeichnet“. Erkennungsweite
Da ein hinterleuchtetes Zeichen besser zu
Wichtig: Der Flucht- und Rettungsweg erkennen ist als ein nur beleuchtetes Zei-
muss eindeutig gekennzeichnet sein und chen, gelten nach DIN EN 1838 und DIN
von jeder Stelle des Flucht- und Rettungs- Neues Rettungszeichen nach DIN EN 4844 unterschiedliche Distanzfaktoren, um
weges muss mindestens ein Rettungszei- ISO 7010:2012-10 und ASR A1.3:2013-02 die jeweils normgerechte Erkennungsweite
chen erkennbar sein, das der Orientierung zu ermitteln (siehe Abb. 23). Das heißt,
auf dem Flucht- und Rettungsweg dient damit beleuchtete Schilder die gleiche Er-
oder Türen im Verlauf des Rettungsweges kennungsweite wie Rettungszeichenleuch-
oder einen Notausgang kennzeichnet. ten erreichen, muss die Zeichenhöhe dop-
pelt so hoch sein. Hinterleuchtete Zeichen
Seit 2012 gilt in Deutschland die DIN EN sind immer die bessere Wahl, da sie auch
ISO 7010, in der alle Sicherheitszeichen zu- bei Rauchentwicklung wesentlich länger
sammengefasst sind. Hier finden sich unter und aus größerer Entfernung erkennbar
den Registrierungsnummern E001 und Bisheriges Rettungszeichen nach sind. Die Norm empfiehlt eine Montagehöhe
E002 die Rettungszeichen für den Notaus- DIN 4844-2:2001-02 nicht höher als 20 Grad über der horizonta-
gang. Die Arbeitsstättenregel ASR A1.3 len Blickrichtung für beleuchtete oder hin-

22
Formel zur Berechnung der Erkennungsweite Sicherheitsleuchte max. 2 Meter
Entfernung vom Schild. Beleuch-
tungsstärke auf dem Zeichen
Hinterleuchtetes Rettungszeichen Beleuchtetes Rettungszeichen vorzugsweise ⱖ 80 lx.

h h

l
l

Die Formel zur Berechnung der Erkennungsweite Die Formel zur Berechnung der Erkennungsweite
von hinterleuchteten Zeichen: von beleuchteten Zeichen (Schilder):
I = h • 200 I = h • 100
z. B. Höhe = 15 cm Ⳏ Erkennungsweite 30 m z. B. Höhe = 15 cm Ⳏ Erkennungsweite 15 m

Erklärung: I = Erkennungsweite h = Höhe des Zeichens


© licht.de
23

Lichttechnische Anforderungen im Vergleich


terleuchtete Rettungszeichen – bezogen auf
die maximale Erkennungsweite. Ein Beiblatt DIN 4844-1 DIN EN 1838
zur DIN EN 1838 zu diesem Thema ist ak-
tuell in Vorbereitung (Stand 2016). helle und dunkle dunkle Umgebung
Einsatzgebiet
Umgebung
Ein beleuchtetes Rettungszeichen
braucht eine Sicherheitsleuchte Betriebsart Normalbetrieb Notbetrieb
Damit ein beleuchtetes Rettungszeichen
die nach DIN EN 1838 geforderte Leucht- Dauerbetrieb ja keine Angabe
dichte nicht unterschreitet, ist im Notbetrieb
eine Beleuchtungsstärke von ca. 30 Lux auf grüne Sicherheitsfarbe nach DIN 4844-1 nach ISO 3864-4
dem Zeichen erforderlich. Um diese zu er-
reichen, wird zu jedem beleuchteten Sicher- weiße Kontrastfarbe nach DIN 4844-1 nach ISO 3864-4
heitszeichen eine eigene Sicherheitsleuchte
benötigt. Durch diese Leuchte wird auch Gleichmäßigkeit der grünen Lmin Lmin
die Forderung der DIN 4844-1 nach einer g 욷 –––– 0,2 g 욷 –––– 0,1
bzw. der weißen Fläche L max L max
Beleuchtungsstärke von vorzugsweise
80 Lux oder mehr auf dem Rettungszei-
Leuchtdichtekontrast zwischen Lweiß
chen bei Netzbetrieb erreicht. Die Sicher- k = ––––– = 5:1 bis 15:1
der grünen und der weißen Fläche L grün
heitsleuchten müssen daher in Dauerschal-
tung betrieben werden.
mittlere Leuchtdichte der
욷 500 cd/m2 keine Angabe
weißen Kontrastfarbe

Leuchtdichte der grünen


keine Angabe 욷 2 cd/m2
Sicherheitsfarbe

rechnerische mittlere Leuchtdichte


욷 200 cd/m2 욷 5 cd/m2
des gesamten Rettungszeichens

[23] Sicherheitszeichen weisen eindeutig


Beleuchtungsstärke für die 욷 50 lx
den Weg – vorausgesetzt, das Piktogramm
hat die richtige Höhe für die notwendige Er-
Beleuchtung des Schildes (vorzugsweise 욷 80 lx) keine Angabe
kennungsweite.

23
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Vorteile hinterleuchteter Rettungszeichen


Nachleuchtende Rettungszeichen sind nach der DIN EN 1838 für die Sicherheitsbeleuchtung nur dann
zulässig, wenn sie mit einer Sicherheitsleuchte beleuchtet werden, damit die Sicherheitsfarbe Grün im Notfall
auch „Grün“ bleibt.

Bei Rettungszeichenleuchten hingegen ist Erkennungsweite „ Lichtspeichernde Sicherheitsleit-


die Sicherheitsfarbe Grün sowohl im Netz- Mit abnehmender Leuchtdichte der Ret- systeme erfüllen nicht die Vorgabe
betrieb als auch im Notbetrieb eindeutig er- tungszeichen verringern sich Sehschärfe an die Farbwiedergabe und Beleuch-
kennbar – entsprechend den Anforderungen und Erkennbarkeit. So ist ein 20 Zentimeter tungsstärke. Sie können nur in
der DIN EN 1838. Sicherheitszeichen mit großes, beleuchtetes Rettungszeichen aus Verbindung mit einer genormten
lang nachleuchtenden Pigmenten wirken einer Entfernung von 20 Metern noch gut Sicherheitsbeleuchtung, z. B. als
dagegen mit zunehmender Zeit nach dem erkennbar. Eine Rettungszeichenleuchte Bodenmarkierungen, oder als zusätz-
Netzausfall eher dunkel. Die Kontrastfarbe gleicher Größe erreicht indes den doppel- liche Sicherheitsmaßnahme in Be-
Weiß erscheint überwiegend gelblich-grün. ten Wert: Sie ist auch aus 40 Metern Ent- reichen, wo keine Sicherheitsbe-
fernung noch gut zu erkennen. Dagegen leuchtung gefordert wird, zum Ein-
Da die Sicherheitszeichen auch im Notbe- leuchtet ein gleich großes, nachleuchten- satz kommen.“
trieb be- oder hinterleuchtet werden, müssen des Schild nach zehn Minuten meist so
Rettungszeichen mit den richtigen Farbwer- schwach, dass die Erkennungsweite nur Randziffer 68 im Kommentar Opfermann,
ten für die Sicherheits- und Kontrastfarbe noch etwa fünf Meter beträgt. Eine Stunde Streit, Pernack zur Arbeitsstättenverord-
nach DIN EN 1838 eingesetzt werden. nach Netzausfall ist der Zeicheninhalt meist nung 2004
nur noch unmittelbar vor dem Schild zu
Wirksamkeit erkennen.
Notstrombetriebene Leuchten arbeiten unab-
hängig vom Betriebszustand der Allgemein- Lang nachleuchtende Schilder
beleuchtung. Nachleuchtende Materialien Im Vergleich zu beleuchteten Rettungs-
dagegen müssen vor Eintritt des Notfalls aus- zeichen haben lang nachleuchtende Schil-
reichend und dauernd beleuchtet werden. der einen Nachteil: Sie müssen vor Eintritt
Durch die heutigen Stromeinsparungs- und des Notfalls ausreichend und dauernd be-
Lichtsteuerungskonzepte mit zeit- und be- leuchtet werden. Trotz dieser Anregungs-
wegungsgesteuerten Leuchten ist dieser beleuchtung ist ihre Erkennbarkeit zeitlich
Umstand nicht immer automatisch gegeben. begrenzt. Ihre Leuchtdichte, also der Hel-
Für die Anregungsbeleuchtung sind aufgrund ligkeitseindruck, den das Auge von den
ihres Spektrums nicht alle Lampen geeignet Schildern hat, nimmt schnell ab. Damit
(zum Beispiel Natriumdampf-Hochdruck- verringert sich die Erkennungsweite. [24] Rettungszeichenleuchte in Dauer-
lampen, aber auch einige LEDs). Die Anre- schaltung
gungsbeleuchtungsstärke und das Anre- licht.de macht darauf aufmerksam, dass
gungsspektrum sollten daher immer vor Ort optische Sicherheitsleitsysteme bei [25] … 10 Minuten nach Netzausfall;
gemessen und ihre Wirksamkeit überprüft Unfallgefahr nur ergänzend zur Kennzeich-
[26] … 30 Minuten nach Netzausfall;
werden – wie es die ASR A3.4/3 empfiehlt. nung und Sicherheitsbeleuchtung mit
Rettungszeichenleuchten eingesetzt wer- [27] … 60 Minuten nach Netzausfall. Die
Leuchtdichte den dürfen. Vorgeschrieben – dann auch Mindestleuchtdichte der weißen Kontrast-
Leuchten haben über die ganze Betriebs- zusätzlich – sind die optischen Systeme, farbe beträgt 10 cd/m2, wie von DIN EN
dauer eine konstante Leuchtdichte. Dage- wenn im Brandfall eine Verrauchung nicht 1838 gefordert.
gen nimmt der Helligkeitseindruck, den das ausgeschlossen werden kann und Flucht-
[28] Lang nachleuchtendes Standardschild
Auge von nachleuchtenden Schildern hat, und Rettungswege breiter als 3,6 Meter unter Anregungsbeleuchtung
in Minuten ab. Die Leuchtdichte der Ret- sind.
tungszeichenleuchte kann nach 60 Minuten [29] … 10 Minuten nach Netzausfall;
Betriebsdauer bis zu einem Faktor 1.000 Optische Sicherheitsleitsysteme
höher sein als die Leuchtdichte eines nach- werden ausführlich in der gleichnamigen [30] … 30 Minuten nach Netzausfall;
leuchtenden Schildes. Publikation licht.forum 57 behandelt.
[31] … 60 Minuten nach Netzausfall. Die
Mindestleuchtdichte der weißen Kontrast-
farbe beträgt 0,012 cd/m2, wie von der ASR
A3.4/3 gefordert.

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25
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Leuchten für die Sicherheitsbeleuchtung


Eine Sicherheitsbeleuchtung ist nur dann sicher, wenn die eingesetzten Sicherheitsleuchten von einwandfreier
Qualität sind. Normgerechte Produkte und ein fachgerechter Einbau schützen Menschenleben. Dieses Kapitel
informiert über Leuchtentypen, Einteilung und Kennzeichnung.

CE-Kennzeichnung, zwingend Prüfzeichen ENEC, optional


Das CE-Zeichen ist kein Prüfzeichen, aber Das ENEC-Zeichen (ENEC = European
zwingend erforderlich für das Inverkehrbrin- Norm Electrical Certification) dokumentiert,
gen von Produkten innerhalb der EU. Damit dass Leuchten und eingebaute Betriebsge-
dokumentieren Hersteller und Importeure, räte den aktuellen Normen entsprechen.
dass ihre Produkte den „grundlegenden Die Ziffer hinter dem Prüfzeichen weist auf
Anforderungen“ verschiedener, relevanter den Sitz des Prüfinstituts hin, das die
EU-Richtlinien entsprechen. Darunter fallen Leuchte geprüft hat. In Europa gibt es meh-
zum Beispiel die Niederspannungs- und rere unabhängige Prüfinstitutionen, die
EMV-Richtlinie. Auf Verlangen müssen Her- Produkte gemäß ENEC-Regularien untersu-
steller und Importeure den zuständigen Be- chen. Dies beinhaltet auch eine regelmä-
hörden die Konformität nachweisen. ßige Überwachung der Fertigung eines Pro-
duktes. (Die Ziffer 10 im Beispiel steht für
Die Anforderung an Sicherheitsleuchten VDE.)
und ihre Betriebssicherheit sind in DIN EN
60598-1 „Allgemeine Anforderungen und Kennzeichnen von Sicherheitsleuchten
Prüfungen für Leuchten“, DIN EN 60598-2- Nach Norm müssen alle Sicherheitsleuch-
22 „Besondere Anforderungen, Leuchten ten in einer bestimmten Art und Weise ge-
für Notbeleuchtung“ sowie in DIN EN kennzeichnet sein. Ein rechteckiger Balken,
[32 – 35] Für das Inverkehrbringen von Pro-
dukten ist in der EU das CE-Zeichen erfor- 62034 „Automatische Prüfsysteme für bat- unterteilt in drei oder vier Abschnitte, gibt
derlich. Zudem müssen alle Sicherheitsleuch- teriebetriebene Sicherheitsbeleuchtung für codiert den Typ (Einzelbatterie oder zentrale
ten nach Norm gekennzeichnet werden. Rettungswege“ genormt. Versorgung), die Betriebsart (zum Beispiel 0

Kennzeichnung von Sicherheitsleuchten


Erster Abschnitt: Bauart
Der erste Abschnitt des Typenschildes
X 1 AB***** 120
enthält einen Buchstaben und gibt Aus-
kunft über die Bauart.
X = mit eingebauter Einzelbatterie
Z = für zentrale Versorgung Dritter Abschnitt: Einrichtungen Vierter Abschnitt
Der dritte Abschnitt enthält sieben Stellen (für Notleuchten mit Einzelbatterien)
und nennt die Einrichtungen. Gegebenenfalls Der vierte Abschnitt gilt nur für Notleuchten
Zweiter Abschnitt: Betriebsart wird die Kennung bei der Installation vervoll- mit Einzelbatterien. Er enthält drei Stellen
Der zweite Abschnitt enthält eine Ziffer. ständigt. und gibt Auskunft über die maximale Be-
Sie kennzeichnet die Betriebsart. A = enthält eine Prüfeinrichtung triebsdauer des Notbetriebes.
0 = Notleuchte in Bereitschaftsschal- B = enthält Fernschaltung für Ruhezustand 10 = für die Angabe einer Betriebsdauer
tung C = enthält Fernausschaltmöglichkeit von 10 Minuten
1 = Notleuchte in Dauerschaltung D = Leuchte für Arbeitsstätten mit 60 = für die Angabe einer Betriebsdauer
2 = Kombinierte Notleuchte in besonderer Gefährdung von 1 Stunde
Bereitschaftsschaltung E = Leuchte mit nicht austauschbarer 120 = für die Angabe einer Betriebsdauer
3 = Kombinierte Notleuchte in Lampe bzw. nicht austauschbaren von 2 Stunden
Dauerschaltung Lampen und/oder Batterie 180 = für die Angabe einer Betriebsdauer
4 = Notleuchte für Mutter-/Tochterbetrieb F = Betriebsgerät mit automatischer von 3 Stunden
in Bereitschaftsschaltung Prüfeinrichtung nach IEC 61347-2-7,
5 = Notleuchte für Mutter-/Tochterbetrieb mit EL-T gekennzeichnet
in Dauerschaltung G = von innen beleuchtetes Sicherheits-
6 = Tochternotleuchte zeichen
32

26
33

34 35

27
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Sicherheitsleuchte für Sicherheitsleuchte in Bereitschafts-


schaltung), eingebaute Einrichtungen (zum
Beispiel Prüfeinrichtung) und die Bemes-
sungsbetriebsdauer in Minuten an. Bei
Einzelbatterieleuchten ist dies zum Beispiel
60 für eine Stunde Betriebsdauer (siehe
Sicherheitsleuchte dazu auch Abb. 32).

Diese herstellerunabhängige Kennzeich-


Rettungszeichenleuchte nung ist deutlich sichtbar an der Leuchte
anzubringen; bei Einbauleuchten ist auch
eine Kennzeichnung in der Leuchte erlaubt.
Zusätzlich sind die Anschlussspannung
und die IP-Klasse anzugeben. Sie gibt Aus-
kunft über den Schutz vor Berührung,
Fremdkörpern (zum Beispiel Staub) und vor
dem Eindringen von Wasser. Das Typen-
schild informiert zum Beispiel optional über
die IK-Klasse, den Widerstand gegen
Schläge auf das Gehäuse sowie über den
Leuchtenlichtstrom im Notbetrieb.

Das nachfolgende Beispiel zeigt die Kenn-


zeichnung einer Einzelbatterieleuchte in
Dauerschaltung mit Prüfeinrichtung und
Fernschaltung für Ruhezustand. Die Be-
36 triebsdauer ist vom Installateur einzutra-
gen.

Vorsicht bei Nachrüstung

Wird eine bestehende Anlage umgerüstet, stellen Leuchtenhersteller vorgesehenen Verwendung


sich Fragen nach der Verantwortlichkeit für die Konfor- einschließlich der von ihm vorgesehenen Lampen- Beispiel für eine Zentralbatterieleuchte in
mität der umgerüsteten Leuchten und die techni- arten. Beides ist in der Regel in Datenblättern oder Bereitschaftsschaltung/Dauerschaltung:
schen, insbesondere sicherheitstechnischen Folgen. Betriebsanleitungen beschrieben.

Das gilt auch für die Nach- bzw. Umrüstung von Bei der Umrüstung mit Konversionslösungen findet
Leuchten der Allgemeinbeleuchtung (Variante B/ eine wesentliche Veränderung an den Leuchten statt,
Abb. 38) zu Sicherheitsleuchten mit anderen Kompo- die daraus ein „neues Produkt“ macht.
nenten, wie zum Beispiel der Einbau von: Qualitätsleuchten und LED
Zudem müssen bei einer Umrüstung vorhandener Zu den Qualitätskriterien einer Sicherheits-
쐍 Not-EVGs zur Reduzierung des Lichtstroms und des Leuchten auf LED-Retrofits oder Konversions-LED- leuchte zählen außer dem Prüfzeichen
쐍 sichere Funktionsfähigkeit im Notfall,
Energieverbrauchs im Notbetrieb, Lampen aufgrund des Sicherheitsaspektes die licht-
쐍 optimale Lichttechnik für die Ausleuch-
쐍 Umschaltmodulen zum Schalten zwischen Netz- technischen Eigenschaften der Leuchte weiter
und Notstromversorgung, eingehalten werden. tung von Sicherheitszeichen sowie Flucht-
쐍 Einzelbatteriepacks als Notstromversorgung der und Rettungswegen,
쐍 Energieeffizienz mit geringem Energiever-
Leuchte bei Netzausfall, Beim Betreiber oder seinem Umbaubeauftragten liegt
쐍 LED-Retrofits oder Konversions-LED-Lampen. die Verpflichtung zu einer fachgerechten Ausführung brauch im Netz- und Notbetrieb,
쐍 Montage- und Wartungsfreundlichkeit mit
unter Einhaltung des Standes der Technik für die
Die Konformitätsbewertung, einschließlich der CE- Sicherheit und der elektromagnetischen Verträglich- entsprechend günstigen Kosten,
쐍 Recyclingfähigkeit am Ende der Lebens-
Kennzeichnung und eventueller Prüfzeichen der keit (EMV). Gegebenenfalls muss der Beweis durch
ursprünglichen Leuchten, gilt für den Zustand des eine entsprechende Dokumentation erbracht werden. dauer.
Inverkehrbringens und damit im Rahmen der vom In allen Fällen sind die Typenschilder zu aktualisieren.
Sicherheitsleuchten und Rettungszeichen
sind häufig rund um die Uhr im Einsatz.

28
Variante A: eigenständige LED-Sicherheitsleuchten
Montageabstand = 15,6 m

Emax = 5 lx Emin = 1 lx

g2 = Emax/Emin = 5/1; PLampe = 2 x 3 W = 6 W; Höhe des Flures: 3 m


© licht.de
37

Variante B: Leuchten der Allgemeinbeleuchtung als Sicherheitsleuchten


Montageabstand = 8 m

Emax = 101 lx Emin = 19 lx

g2 = Emax/Emin = 5/1; PLampe = 3 x 35 W = 115 W; Höhe des Flures: 3 m


© licht.de
38

Hier haben sich langlebige LED-Lösungen gemeinbeleuchtung eingesetzt werden 쐍 Es sind geringere Montageabstände erfor-
durchgesetzt. LED-Systeme mit geringer und die bei Netzausfall als Sicherheits- derlich, um die vorgeschriebene Gleich-
Anschlussleistung erreichen – ein leistungs- leuchte fungieren. mäßigkeit einzuhalten.
starkes Thermomanagement und hochwer- 쐍 Der Energieverbrauch und damit die vor-
tige Betriebsgeräte vorausgesetzt – eine Beste Leistung bieten eigenständige Sicher- zuhaltende Notstromkapazität können
sehr lange Lebensdauer. Das bedeutet ge- heitsleuchten (Variante A, siehe Abb. 37). um ein Vielfaches höher sein als bei Vari-
ringeren Wartungsaufwand und hilft, Ener- Sie halten alle Qualitätskriterien ein: ante A.
gie zu sparen. Zudem ermöglicht die kleine 쐍 Das Licht wird entsprechend weit verteilt.

Bauform der LED formal reduzierte und vi- 쐍 Die vorgeschriebene Gleichmäßigkeit wird

suell dezente Rettungszeichenleuchten. Um auch bei großen Montageabständen er-


eine optimale Effizienz von LED-Leuchten reicht.
zu erreichen, können zusätzliche Optiken 쐍 Die verwendeten Leuchtmittel – zum Bei-

und Reflektoren erforderlich sein, damit die spiel Hochleistungs-LEDs – haben einen
Anzahl der installierten Leuchten reduziert geringen Energieverbrauch.
werden kann – unter Einhaltung der norma-
tiven Vorgaben. Weil die Installation separater Sicherheits-
leuchten zusätzlichen Montageaufwand
Varianten der Sicherheitsbeleuchtung bedeutet, favorisieren einige Bauherren
Neben Rettungszeichenleuchten zur Kenn- Leuchten mit der Doppelfunktion Allgemein-
zeichnung müssen Sicherheitsleuchten zur beleuchtung/Sicherheitsbeleuchtung –
Beleuchtung der Flucht- und Rettungswege Variante B (siehe Abb. 38). [36] Rettungszeichen- und Sicherheits-
installiert werden. Die Beleuchtung kann in Ihr Nachteil: leuchten im Betrieb nach einem Stromausfall
zwei Varianten realisiert werden: 쐍 Da diese Leuchten nicht speziell für die

쐍 durch eigenständige Sicherheitsleuchten,


[37] Sicherheitsbeleuchtung mit eigenstän-
Sicherheitsbeleuchtung nach DIN EN
digen Sicherheitsleuchten
deren Lichtverteilung auf diese Aufgabe 1838 entwickelt wurden, ist ihre Lichtver-
abgestimmt ist, teilung nicht optimal für die Ausleuchtung [38] Leuchten der Allgemeinbeleuchtung,
쐍 mit Leuchten, die im Normalfall für die All-
von Flucht- und Rettungswegen. die als Sicherheitsleuchten eingesetzt sind.

29
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Auswahl, Errichtung und Betrieb


Wo immer viele Menschen aufeinandertreffen, ist Sicherheitsbeleuchtung ein Muss. Ihre Stunde schlägt, wenn
der Strom ausfällt. Die Sicherheitsbeleuchtung muss sich in diesem Fall sofort über eine Sicherheitsstromquelle
einschalten.

Ersatzenergie wird aus einer „Stromquelle wenige Ausnahmen ausschließlich in Dau- Batterien
für Sicherheitszwecke“ bezogen. Sie ist erschaltung betrieben werden. Entsprechend dem Gesetz über das Inver-
dazu bestimmt, Teile einer elektrischen An- 쐍 Geschalteter Dauerbetrieb – die Sicher- kehrbringen, die Rücknahme und die
lage für Sicherheitszwecke zu versorgen, heitsleuchten werden mit den Leuchten umweltverträgliche Entsorgung von Batte-
zum Beispiel auch die Sicherheitsbeleuch- der Allgemeinbeleuchtung ein- und aus- rien und Akkumulatoren (Batteriegesetz –
tung. Geeignete Quellen für Ersatzenergie geschaltet. BattG) sind gebrauchte Batterien und
sind Batteriesysteme, Stromerzeugungsag- Akkumulatoren für die Wiederverwertung
gregate oder zwei separate, voneinander Das Umschalten vom Normalbetrieb auf die vorzusehen. Diese mit dem Recyclingzei-
unabhängige Einspeisungen aus dem Ver- Stromquelle für die Sicherheitsbeleuchtung chen und der durchgestrichenen Mülltonne
sorgungsnetz. Ist nur eine Stromquelle für muss erfolgen, wenn die Netzspannung für gekennzeichneten Batterien dürfen nicht
Sicherheitszwecke vorhanden, darf diese länger als 0,5 Sekunden den Nennwert der als Restmüll entsorgt und müssen geson-
nicht für andere Zwecke genutzt werden Bemessungsspannung um 40 Prozent un- dert eingesammelt werden, zum Beispiel
(ASR A3.4/3 Pkt. 6.6). terschreitet. Funktioniert die übliche Strom- durch das gemeinsame Rücknahmesystem
versorgung wieder, müssen sich die Leuch- für Gerätealtbatterien (GRS) oder durch
Techniker unterscheiden zwischen einer ten im Bereitschaftsbetrieb automatisch herstellereigene Rücknahmesysteme. Aus-
„Stromquelle für Sicherheitszwecke“ und ausschalten. Hierbei muss sichergestellt gediente Batterien gehen damit in einen
einer „Ersatzstromquelle“. Dieser Begriff be- sein, dass die Allgemeinbeleuchtung sofort geordneten Recyclingkreis, mögliche um-
zeichnet zwar ebenso die ersatzweise Ver- selbstständig auf das notwendige Hellig- weltbelastende Stoffe werden zurückge-
sorgung einer elektrischen Anlage bei keitsniveau schaltet. Andernfalls darf sich wonnen und können für neue Produktionen
Stromausfall; die Stromversorgung wird in die Sicherheitsbeleuchtung erst mit einer verwendet werden.
diesem Fall aber nicht für Sicherheitszwe- entsprechenden Rückschaltverzögerung
cke aufrechterhalten. automatisch ausschalten oder muss in be- Damit Batterien bei der Anwendung nicht
triebsmäßig verdunkelten Räumen, zum beschädigt werden können, sind sie durch
Stromquellen für Sicherheitszwecke Beispiel in Kinos, über eine Handrückschal- einen Tiefentladungsschutz gesichert.
Batteriebetriebene, zentrale Stromversor- tung manuell ausgeschaltet werden. Er verhindert die völlige Entladung der
gungssysteme müssen DIN EN 50171, Ein-
zelbatterieleuchten DIN EN 60598-2-22 und
Stromerzeugungsaggregate DIN 6280-13
und DIN 6280-14 entsprechen. Beim Ein- Batteriestromversorgung
satz von separaten, voneinander unabhän-
gigen Einspeisungen aus dem Versorgungs- Zentrales Stromversorgungs- Batteriespannung beliebig, vorzugsweise 216 V
netz ist der Nachweis zu führen, dass nicht system ohne Leistungs- Blei: 2,0 V/Zelle
beide Stromquellen gleichzeitig ausfallen begrenzung (CPS) Konstruktive Lebensdauer: 10 Jahre bei 20° C Umge-
können. Hier ist also eine entsprechende bungstemperatur
Bestätigung des Netzbetreibers erforderlich.
Zentrales Stromversorgungs- Batteriespannung beliebig, vorzugsweise 24 oder 48 V
Leuchten für die Sicherheitsbeleuchtung system mit Leistungs- Blei: 2,0 V/Zelle
können in drei Schaltungsarten betrieben begrenzung (LPS) Konstruktive Lebensdauer: mind. 5 Jahre/Empfehlung:
werden: 10 Jahre bei 20° C Umgebungstemperatur
쐍 Bereitschaftsbetrieb – die Sicherheits- Max 1.500 W für 1 Stunde
leuchten sind nur bei Netzausfall in Funk- Max. 500 W für 3 Stunden
tion. Diese Art der Schaltung darf in allen
Gebäudearten zur Beleuchtung von Einzelbatterie Li-Ion: 3,6 V/Zelle
Flucht- und Rettungswegen eingesetzt NiMh: 1,2 V/Zelle
werden. NiCd: 1,2 V/Zelle
쐍 Dauerbetrieb – die Sicherheitsleuchten
Konstruktive Lebensdauer: 4 Jahre
sind ständig in Funktion. Insbesondere
Rettungszeichenleuchten müssen bis auf

30
39 40

41 42

[39] Brandabschnittsübergreifende Installa-


tion mit zentraler Unterbringung der Sicher-
heitsstromquelle (Batterie)

[40] Brandabschnittsübergreifende Installa-


tion mit zentraler Unterbringung der Sicher-
heitsstromquelle (Batterie) und dezentraler
Unterverteilung

[41] Brandabschnittsübergreifende Installa-


tion mit zentraler Unterbringung der Sicher-
heitsstromquelle (Batterie) und bereichswei-
ser Installation von Kleinunterverteilern

[42] Brandabschnittsweise Installation der


Sicherheitsstromquelle (Batterie)

[43] Zentrale Batterieanlage

43

31
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

44

Konventionelle Installation
Dauerlicht 1 (DS)
Bereitschaftslicht 1 (BS)
Bereitschaftslicht 2 (BS)
Dauerlicht 2 (DS)
Geschaltetes Dauerlicht 1 (DLS)
Geschaltetes Dauerlicht 2 (DLS)
BS DS BS
DS 쐍
Jede Schaltungsart benötigt zwei
Stromkreise

Je Endstromkreis ist nur eine
Schaltung möglich

Hoher Installationsaufwand bei
nachträglichen Änderungen
DLS

DLS

© licht.de
45

32
Batterie: Wird die minimal zulässige Batte- Steuerungs- und BUS-Systeme der Sicher-
riespannung unterschritten, schaltet der heitsbeleuchtung müssen unabhängig von
Verbraucher ab. entsprechenden Systemen der allgemeinen
Beleuchtung arbeiten (siehe zum Beispiel
Simulation eines Netzausfalls DIN V VDE V 0108-100, Pkt. 4.5).
Ein Prüftaster oder ein Anschluss für eine
Fernprüfeinrichtung zur Simulation eines Prüfung, Wartung und Instandsetzung
Netzausfalls muss an jeder Einzelbatterie- von Sicherheitsbeleuchtung
leuchte oder an der zentralen Stromquelle Der Betreiber ist gesetzlich und normativ
für Sicherheitszwecke angebracht sein. zur regelmäßigen Überprüfung, Wartung
Prüftaster, die von Hand bedient werden, und Instandsetzung der Sicherheitsbe-
müssen selbsttätig in ihre Ausgangslage leuchtung verpflichtet. Denn schon beim
zurückkehren. Ausfall nur einer Sicherheits- oder Ret-
tungszeichenleuchte besteht je nach Raum-
Betriebsanzeigen situation – zum Beispiel in Treppenhäusern
Betriebsanzeigen und Überwachungsein- ohne Tageslichteinfall – ein erhebliches Un-
richtungen sind von der Art des Notbe- fallrisiko. Im Schadenfall trägt der Betreiber
leuchtungssystems abhängig. Bei einfachen die Beweislast über den ordnungsgemäßen
Einzelbatterieleuchten zeigt eine Kontroll- Zustand und Betrieb dieser sicherheitstech-
lampe nur an, dass sie geladen wird. Für nischen Einrichtung.
Zentralbatterieanlagen sind unterschiedliche
Betriebsanzeigen erforderlich, die über Bat- Prüfungen, Wartungen und Instandsetzun-
teriespannung, Ladestrom, Verbraucher- gen dürfen nur durch fachlich geeignetes
strom, speisende Stromquelle und Störun- Personal nach DIN VDE 0105-100, DIN
gen informieren. VDE 1000-10 oder den Technischen Regeln
für Betriebssicherheit (TRBS) 1203 durch-
Sonderfunktionen geführt werden.
Eine zentrale Fernausschalteinrichtung ver-
[44] Eine regelmäßige Revision, Wartung hindert, dass sich Batterien für Einzelbatte- Daher wird empfohlen, diese Arbeiten durch
und Instandhaltung der Sicherheitsbeleuch- rieleuchten und zentrale Stromversorgungs- den Hersteller des Sicherheitsbeleuch-
tung ist gesetzlich vorgeschrieben. systeme in den Ruhezeiten entladen. tungssystems durchführen zu lassen.

Alle Schaltungsarten auf einem Stromkreis (Mischbetrieb)

Alle Schaltungsarten
Alle Schaltungsarten

쐍 Nur zwei Endstromkreise für alle


Schaltungen
BS DS BS
DS 쐍 Dauerbetrieb, Bereitschaftsschaltung
und geschaltetes Dauerlicht sind
in einem gemeinsamen Stromkreis
möglich
쐍 Nachträgliche Änderung der
Schaltungsart ist möglich
DLS

DLS

© licht.de
46

33
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Grundrissdarstellung

Die Überprüfung der Sicherheitsbeleuch- Anzeige umfassend zu visualisieren und


tung erfasst folgende Punkte: protokollieren.
쐍 Tägliche Sichtprüfung der zentralen

Stromversorgung, Zentrale Überwachungssysteme


쐍 mindestens wöchentliche Prüfung der Je nach Hersteller werden die Ergebnisse
Sicherheitsbeleuchtung unter Zuschaltung der Funktionsüberwachung einzelner
der Stromquelle für Sicherheitszwecke, Leuchten über eine eigene, zusätzliche
sofern es sich um ein batteriegestütztes BUS-Leitung oder direkt über die Energie-
System handelt. Dabei muss die Funktion leitung übertragen.
jeder einzelnen Leuchte geprüft werden 47
(Einzelleuchtenüberwachung). Bei der Übertragung über Energieleitungen
쐍 Monatliche Prüfung der Umschalteinrich- senden spezielle, elektronische Betriebsge- Blockschaltbild
tung auf die Stromquelle für Sicherheits- räte einen störsicheren Impuls direkt an die
zwecke durch Simulation eines Netzaus- Stromquelle für Sicherheitszwecke, in der
falls. Während der Simulation ist jede eine zentrale Überwachungseinrichtung in-
einzelne Leuchte auf Funktion zu überprü- tegriert ist. Wird ein Standardbetriebsgerät
fen (Einzelleuchtenüberwachung). Strom- verwendet, kann ein separater Überwa-
erzeugungsaggregate sind zusätzlich chungsbaustein in der Leuchte diese Auf-
nach DIN 6280-13 zu überprüfen. gabe übernehmen.
쐍 Jährliche Prüfung der Stromquelle für Si-

cherheitszwecke über die komplette, not- Über das zentrale Überwachungssystem


wendige Bemessungsbetriebsdauer unter können somit die Funktionszustände von
Zuschaltung aller angeschlossenen Ver- Leuchten inklusive Standortbeschreibung,
braucher. Stromerzeugungsaggregate Kabelwegen, Unterverteilungen und Batte-
sind zusätzlich nach DIN 6280-13 und rieanlagen angezeigt werden. Je nach Aus-
Batterien nach DIN EN 50272-2 zu über- führung des Überwachungssystems kann
prüfen. dessen Softwarevisualisierung bis zu einer
쐍 Über die regelmäßigen Prüfungen müssen
grafischen Darstellung jeder einzelnen
Prüfbücher geführt werden, die eine rück- Leuchte im Gebäudegrundriss realisiert
wirkende Kontrolle über mindestens vier werden. Über die ausgeführten, automati-
Jahre ermöglichen. Dieses kann sowohl schen Prüfungen wird an dieser zentralen
handschriftlich als auch mithilfe einer au- Stelle außerdem ein normenkonformes,
tomatischen Prüfeinrichtung nach DIN EN elektronisches Prüfbuch geführt. Auch eine
62034 erfolgen (siehe hierzu auch Positi- Fernüberwachung zum Beispiel über Intra-
onspapier „Automatische Testsysteme“ net oder Internet ist möglich.
des ZVEI).
Bei größeren Gebäuden ist eine zentrale
Der Betreiber der Anlage muss eine Person Überwachung aller Leuchten aus wirtschaft-
benennen, die für das Führen des Prüfbu- lichen Gründen empfehlenswert. Qualitäts-
ches verantwortlich ist. hersteller bieten Anlagen an, die projektbe-
zogen auf Anzahl und Typ der Leuchten
Es wird empfohlen, die Ergebnisse der au- sowie auf die Stromquelle für Sicherheits-
tomatischen Prüfungen in einer zentralen zwecke abgestimmt werden können.

[47] Einige Softwaresysteme visualisieren


auch einen Grundriss zur schnellen Orientie-
rung, inklusive Funktionszustand der Leuch-
ten.

[48] Die Überwachungsdaten der Leuchten


werden über eine eigene, zusätzliche BUS-
Leitung oder direkt über die Energieleitung
übertragen. 48

34
49

Baurechtliche Anforderungen an die


Sicherheitsbeleuchtung und ihre Umsetzung
Alle Verordnungen, Richtlinien und Vorschriften schreiben eine Sicherheitsbeleuchtung vor, wenn bei Ausfall
der Allgemeinbeleuchtung Unfallgefahren abzusehen sind.

Verordnungen, Richtlinien und Vorschriften gung, andere behördliche Auflagen und Anlagen, die für die gleichzeitige Anwe-
regeln stets nur Mindestanforderungen, eventuell einzuholende Gutachten – bei- senheit vieler Menschen bei Veranstaltun-
dies aber mit Gesetzeskraft. Alle Fachleute spielsweise zum Brandschutz oder Panikri- gen – insbesondere erzieherischer, wirt-
sind sich einig: Sofern Unfallgefahr besteht, siko – beachtet werden. schaftlicher, geselliger, kultureller, künstleri-
muss eine Sicherheitsbeleuchtung installiert scher, politischer, sportlicher oder unter-
werden. Die folgenden Beispiele aus der Praxis be- haltender Art – bestimmt sind sowie
schreiben Lösungen auf der Basis von Schank- und Speisewirtschaften. Wegen
In Deutschland regeln die Landesbauord- Musterverordnungen und -richtlinien, deren zusätzlicher Anforderungen werden Sport-
nungen der Bundesländer die Sicherheits- Inhalt von den letztlich geltenden Landes- stätten (siehe Seite 38) sowie Gaststätten
beleuchtung. Sie schreiben vor, wo Sicher- verordnungen und -richtlinien möglicher- und Restaurants (siehe Seite 40) separat
heitsbeleuchtung eingesetzt werden muss. weise abweicht. Sie basieren außerdem dargestellt.
Außerdem müssen für weitergehende An- auf der europaweit gültigen DIN EN 1838
forderungen im Einzelfall die Baugenehmi- sowie auf der zur Anwendung empfohlenen Als Versammlungsstätte gelten auch meh-
Vornorm DIN V VDE V 0108-100. rere Versammlungsräume, wenn diese in-
nerhalb eines Gebäudes zum Beispiel durch
Versammlungsstätten Türen oder gemeinsame Flucht- und Ret-
[49] Gekennzeichnete Flucht- und Ret-
Versammlungsstätten sind nach der Mus- tungswege miteinander verbunden sind.
tungswege und die Sicherheitsbeleuchtung
reduzieren in Versammlungsstätten die Un- ter-Versammlungsstättenverordnung Flächen, die für Besucher nicht zugänglich
fallgefahr, wenn die Allgemeinbeleuchtung (MVStättV) in der Fassung von Juli 2014 sind, werden nicht in die Berechnung einbe-
ausfällt. bauliche Anlagen oder Teile baulicher zogen.

35
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Die MVStättV erfasst bis zu den öffentlichen


Verkehrsflächen
쐍 Versammlungsräume, die einzeln oder ge-

meinsam mindestens 200 Personen Platz


bieten, zum Beispiel Aulen und Foyers,
Vortrags- und Hörsäle, Kinos sowie Stu-
dios, jedoch keine Unterrichtsräume in
Schulen,
쐍 Versammlungsstätten mit nicht überdach-

ten Szenenflächen für mindestens 1.000


Personen – Flächen unter 20 m2 Größe
gelten nicht als Szenenflächen,
쐍 Sportstadien, die mehr als 5.000 Besu-

cher aufnehmen können, mit Tribünen


und nicht überdachten Sportflächen
(siehe Seite 38).

Von der MVStättV nicht erfasst werden


Räume, die dem Gottesdienst gewidmet
sind, Ausstellungsräume in Museen sowie
fliegende Bauten.

Die Anzahl der Besucher wird nach festge-


legten Formeln bemessen:
쐍 für Sitzplätze an Tischen: ein Besucher

je m2 Grundfläche des Versammlungsrau-


mes,
쐍 für Sitzplätze in Reihen und für Steh-

plätze: zwei Besucher je m2 Grundfläche


des Versammlungsraumes,
쐍 für Stehplätze auf Stufenreihen: zwei Be-

sucher je laufendem Meter Stufenreihe,


쐍 für Ausstellungsräume: ein Besucher je

m2 Grundfläche des Versammlungsrau-


mes.

Sicherheitsbeleuchtung
Eine Sicherheitsbeleuchtung muss vorhan-
den sein
쐍 in notwendigen Treppenräumen, in Räu-

men zwischen notwendigen Treppenräu-


men und Ausgängen ins Freie und in not-
wendigen Fluren,
쐍 in Versammlungsräumen sowie in allen

übrigen Räumen für Besucher (zum Bei-


spiel Foyer, Garderobe, Toilette),
쐍 für Bühnen und Szenenflächen,

쐍 in den Räumen für Mitwirkende und Be-

schäftigte mit mehr als 20 m2 Grundfläche


(ausgenommen Büroräume),
쐍 in elektrischen Betriebsräumen, in Räu-

men für haustechnische Anlagen sowie in


Scheinwerfer- und Bildwerferräumen,
쐍 in Versammlungsstätten im Freien und

Sportstadien, die während der Dunkelheit


50 benutzt werden,

36
쐍 für Sicherheitszeichen von Ausgängen
und Flucht- und Rettungswegen,
쐍 für Stufenbeleuchtungen, nicht jedoch
bei Gängen in Versammlungsräumen mit
auswechselbarer Bestuhlung sowie bei
Sportstadien mit Sicherheitsbeleuchtung.

In betriebsmäßig verdunkelten Versamm-


lungsräumen, auf Bühnen und Szenenflächen
muss die Sicherheitsbeleuchtung in Bereit-
schaftsschaltung zur Verfügung stehen.

Nach wie vor wird empfohlen (DIN V VDE


V 0108-100), was DIN VDE 0108 bisher 51
zwingend vorgeschrieben hat: Die Sicher-
heitsbeleuchtung in Bereitschaftsschaltung
in betrieblich verdunkelten Räumen darf
sich nach Netzwiederkehr nicht selbsttätig
ausschalten. Die Anlage muss vielmehr
über eine Handrückschaltung an der Schalt-
tafel der Sicherheitsbeleuchtung und an
einer weiteren Schaltstelle im Regieraum
verfügen. Die Sicherheitsbeleuchtung in be-
trieblich verdunkelten Räumen darf erst
ausgeschaltet werden, wenn wieder eine
ausreichende Allgemeinbeleuchtung zur
Verfügung steht.

Die Ausgänge, Gänge und Stufen in Ver-


sammlungsräumen müssen auch bei Ver-
dunkelung unabhängig von der übrigen
Sicherheitsbeleuchtung erkennbar sein.

52

[50] Als Versammlungsstätte gelten auch


mehrere Versammlungsräume, wenn diese
innerhalb eines Gebäudes zum Beispiel
durch Türen oder gemeinsame Flucht- und
Rettungswege miteinander verbunden sind.

[51 – 53] In Ausstellungshallen und Kinos


ist eine normgerechte Sicherheitsbeleuch-
tung Pflicht. 53

37
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Sportstätten
Der Anwendungsbereich Sportstätten wird
von der Muster-Versammlungsstättenver-
ordnung (MVStättV, Juli 2014) erfasst.
Sportstadien sind Versammlungsstätten mit
Tribünen für Besucher und mit nicht über-
dachten Sportflächen. Die MVStättV gilt für
Sportstadien, wenn diese über 5.000 Besu-
chern Platz bieten.

Da die Abgrenzung zwischen „Sport“ und


„Darbietung“ auf Szenenflächen immer un-
schärfer wird, gelten die Anforderungen
unter Umständen auch für Sportstätten im
Freien, wenn diese
쐍 über 1.000 Besucherplätze bieten,

쐍 Szenenflächen haben und

쐍 der Besucherbereich ganz oder teilweise

aus baulichen Anlagen besteht.

Besucherbereiche, die durch eine Schranke


abgegrenzt sind, bestehen „ganz oder teil-
weise aus baulichen Anlagen“ und erfüllen
damit dieses Kriterium.

Sicherheitsbeleuchtung
Unabhängig von den Anforderungen der
MVStättV gilt für Sportstätten auch DIN
EN 12193. Diese Norm fordert eine Sicher-
54 heitsbeleuchtung für die Teilnehmer von
Sportveranstaltungen.

Die Sicherheit der Teilnehmer ist dann


gegeben, wenn eine Veranstaltung geord-
net beendet werden kann. Die Beendi-
gung ohne Beleuchtung birgt erhebliche
Unfallgefahren. Die deshalb notwendige
Sicherheitsbeleuchtung muss sofort ein-
setzen.

Das vorgeschriebene Beleuchtungsniveau


der Sicherheitsbeleuchtung ist abhängig
von der Sportart; es wird angegeben als
prozentualer Anteil des für die Sportart im
Normalbetrieb notwendigen Beleuchtungs-
niveaus:
쐍 Schwimmen – fünf Prozent für mindes-

tens 30 Sekunden
쐍 Turnen, Innenanlage – fünf Prozent für

mindestens 30 Sekunden
쐍 Reiten, Innen- und Außenanlage – fünf

Prozent für mindestens 120 Sekunden


쐍 Eisschnelllauf – fünf Prozent für mindes-

tens 30 Sekunden
쐍 Bob und Rennschlitten – zehn Prozent für

55 mindestens 120 Sekunden

38
쐍 Skispringen, Ab- und Aufsprungzone –
zehn Prozent für mindestens 30 Sekunden
쐍 Skiabfahrt – zehn Prozent für mindestens
30 Sekunden
쐍 Radsport (Bahnrennen) – zehn Prozent für
mindestens 60 Sekunden.

Schwimmbäder
Für Schwimmbäder ab 1,35 Meter Wasser-
tiefe fordern die KOK-Richtlinien für Bäder-
bau (2013) des Koordinierungskreises
Bäder für die Sicherheitsbeleuchtung eine
Beleuchtungsstärke von 15 Lux auf der
Wasseroberfläche.

Die Regel 107-001 „Betrieb von Bädern“


der Deutschen Gesetzlichen Unfallversiche-
rung (DGUV) in der aktuellen Fassung von
Juni 2011 fordert bei potenziellen Unfallge-
fahren bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung
eine Sicherheitsbeleuchtung mit einer Be-
leuchtungsstärke von einem Prozent der
Allgemeinbeleuchtung, mindestens jedoch
ein Lux. Das gilt zum Beispiel in Hallenbä-
dern, an Beckenumgängen, in Dusch- und
Umkleideräumen, in Technikräumen, natür-
lich auf Flucht- und Rettungswegen, auf
Zuschauertribünen und in Technikräumen
von Freibädern, wenn bei Ausfall der Allge-
meinbeleuchtung das gefahrlose Verlassen
des Technikraumes nicht gewährleistet ist.

[54 + 55] Für die Sicherheitsbeleuchtung


von Sportstätten gelten die Versammlungs-
stättenverordnung sowie DIN EN 12193.

[56] Beim Betrieb von Schwimmbädern


sind auch die KOK-Richtlinien für Bäderbau
sowie die DGUV Regel 107-001 von 2011-
06 zu beachten. 56

39
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

57

Gaststätten 쐍 in notwendigen Treppenräumen, in Räu-


Schank- und Speisewirtschaften (Gaststät- men zwischen notwendigen Treppenräu-
ten und Restaurants) zählen zu den Anwen- men und Ausgängen ins Freie und in
dungsbereichen der MVStättV, Stand Juli notwendigen Fluren,
2014. Daher gelten in Gaststätten und 쐍 in Gasträumen sowie in allen übrigen
Restaurants mit über 200 Besucherplätzen Räumen für Besucher, zum Beispiel Foyer,
dieselben Anforderungen an die Sicher- Garderobe und Toilette,
heitsbeleuchtung wie für andere Versamm- 쐍 in den Räumen für Mitwirkende und Be-
lungsstätten (siehe Seite 35). schäftigte mit mehr als 20 m2 Grundflä-
che, ausgenommen Büroräume,
Die Anzahl der Besucher wird nach folgen- 쐍 in elektrischen Betriebsräumen und in
den Formeln bemessen: Räumen für haustechnische Anlagen,
쐍 für Gaststätten mit Sitzplätzen: ein Besu- 쐍 in Gaststätten und Restaurants im Freien,
cher je m2 Grundfläche der Gasträume die während der Dunkelheit genutzt werden,
(ohne Tresenbereich), das heißt ab 200 m2 쐍 für Sicherheitszeichen an Ausgängen
Grundfläche, sowie Flucht- und Rettungswegen,
쐍 für Gaststätten mit Stehplätzen, zum Bei- 쐍 für Stufenbeleuchtungen, nicht jedoch bei
spiel Diskotheken: zwei Besucher je m2 Gängen in Gasträumen mit auswechsel-
Grundfläche, das heißt ab 100 m2 Grund- barer Bestuhlung.
fläche.

[57] Gaststätten und Restaurants sind Sicherheitsbeleuchtung


Versammlungsstätten, hier gilt ebenfalls die Eine Sicherheitsbeleuchtung muss vorhan-
MVStättV. den sein:

40
58 59

Beherbergungsstätten Dauerschaltung in Verbindung mit Leucht-


Zu den Beherbergungsstätten gehören tastern und Zeitlicht einzuplanen. Die Si-
nach der Muster-Beherbergungsstättenver- cherheitsbeleuchtung muss sich nach der
ordnung (MBeVO) in der Fassung von Mai eingestellten Zeit selbsttätig ausschalten.
2014 alle Häuser mit mehr als zwölf Gäste-
betten. Für Beherbergungsstätten in Hoch- Ist das nicht der Fall, muss die Kapazität
häusern gilt die MBeVO nicht (siehe dazu der Stromquelle für Sicherheitszwecke für
Seite 45). acht Stunden ausgelegt sein.

Sicherheitsbeleuchtung
Eine Sicherheitsbeleuchtung muss vorhan-
den sein
쐍 in notwendigen Fluren und in notwendi-

gen Treppenräumen,
쐍 in Räumen zwischen notwendigen Trep-

penräumen und Ausgängen ins Freie,


쐍 für Sicherheitszeichen, die auf Ausgänge

hinweisen, und
쐍 für Stufen in notwendigen Fluren.

Gemäß Anforderung aus DIN V VDE V


0108-100 ist bei einer Bemessungsbe- [58 + 59] Beherbergungsstätten: Für Häu-
triebsdauer der Stromquelle für Sicherheits- ser mit mehr als zwölf Gästebetten ist Sicher-
zwecke von nur drei Stunden geschaltete heitsbeleuchtung vorgeschrieben.

41
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Verkaufsstätten
Verkaufsstätten – in älteren Regelwerken
häufig als Geschäftshäuser bezeichnet –
sind nach der Muster-Verkaufsstättenver-
ordnung (MVkVO) in der Fassung von Juli
2014 Gebäude oder Gebäudeteile, die
쐍 ganz oder teilweise dem Verkauf von

Waren dienen,
쐍 mindestens einen Verkaufsraum haben und

쐍 keine Messebauten sind.

Die MVkVO erfasst – unabhängig, ob Ein-


zel- oder Großhandel – alle Verkaufsstätten,
also zum Beispiel Kaufhäuser, Supermärkte
oder Einkaufszentren, deren Verkaufsräu-
me und Ladenstraßen einschließlich ihrer
Bauteile eine Fläche von insgesamt über
2.000 m2 haben. Ladenstraßen sind defi-
niert als überdachte oder überdeckte Flä-
chen, an denen Verkaufsräume liegen und
die dem Kundenverkehr dienen.

Die Notwendigkeit einer Sicherheitsbe-


leuchtung in Verkaufsstätten erst ab 2.000
m2 Grundfläche gilt gleichermaßen auch in
Österreich.

Generelle Vorschriften gelten dagegen in


Belgien, Finnland und Schweden. Ein euro-
päischer Vergleich zeigt, dass Deutschland
selten generell eine Sicherheitsbeleuchtung

60 61

42
vorsieht und Grenzwerte, ab denen Sicher- Volkshochschulen, Musik-, Tanz- oder 쐍 Bereiche, in denen lebenswichtige Dienste
heitsbeleuchtung zwingend ist, relativ groß- Fahrschulen oder vergleichbare Bildungs- aufrechterhalten werden,
zügig bemisst. einrichtungen. 쐍 Räume der Gruppen 1 und 2:
Zu Räumen der Gruppe 1 zählen zum
Sicherheitsbeleuchtung Eine Sicherheitsbeleuchtung muss in Hal- Beispiel Untersuchungs- und Behand-
Eine Sicherheitsbeleuchtung muss bis zu den len, durch die Flucht- und Rettungswege lungsräume, zur Gruppe 2 zum Beispiel
öffentlichen Verkehrsflächen vorhanden sein: führen, in notwendigen Fluren und notwen- Operationssäle und Intensivpflegeräume.
쐍 in Verkaufsräumen und allen übrigen Räu- digen Treppenräumen sowie in fensterlosen Für einen Teil der Leuchten müssen min-
men für Besucher über 50 m2, Aufenthaltsräumen vorhanden sein. destens zwei verschiedene Stromquellen
쐍 in notwendigen Treppenräumen, in Räu-
bei zwei Stromkreisen vorgesehen wer-
men zwischen notwendigen Treppen- Krankenhäuser den, wobei einer dieser Stromkreise an
räumen und Ausgängen ins Freie sowie in Da es für Krankenhäuser nur wenige spezi- die Stromversorgung für Sicherheitszwe-
notwendigen Fluren, fische Vorgaben in den baurechtlichen Vor- cke angeschlossen sein muss.
쐍 in Räumen für Beschäftigte über 20 m2,
schriften der Bundesländer gibt, hier der In Bereichen der Gruppe 2 müssen min-
(ausgenommen sind Büroräume), Hinweis auf DIN VDE 0100-710. Sie fordert destens 50 Prozent der Beleuchtungsein-
쐍 in Toilettenräumen mit über 50 m2 Grund- eine Sicherheitsbeleuchtung für verschie- richtungen aus der Sicherheitsbeleuch-
fläche, in Bayern und Brandenburg in dene Bereiche in Krankenhäusern und Klini- tung versorgt werden.
Toilettenräumen jeder Größe, ken, Sanatorien und Kurkliniken, Ärztehäu- 쐍 Standorte der Brandmeldezentrale und
쐍 in elektrischen Betriebsräumen und Räu-
sern, Polikliniken und Ambulatorien, in von Überwachungseinrichtungen.
men für haustechnische Anlagen, Bereichen für ärztliche Behandlungen, in
쐍 für Hinweisschilder an Ausgängen und für
Senioren- und Pflegeheimen sowie in am-
Stufenbeleuchtung. bulanten Einrichtungen (Betriebs-, Sport-
und andere Ärzte).
Schulen
Die Muster-Schulbau-Richtlinie (MSchul- Sicherheitsbeleuchtung ist notwendig für
bauR) in der Fassung von April 2009 gilt für 쐍 Flucht- und Rettungswege,
allgemeinbildende und berufsbildende 쐍 Räume mit Schalt- und Steuergeräten für

Schulen, soweit diese nicht ausschließlich Notstromgeneratorsätze, für Hauptvertei-


der Unterrichtung Erwachsener dienen. Die ler der allgemeinen Stromversorgung und
Richtlinie betrifft jedoch nicht Fachhoch- für Hauptverteiler der Stromversorgung
schulen und Hochschulen, Akademien, für Sicherheitszwecke,

[60] Für Verkaufsstätten mit mehr als


2.000 m2 Gesamtfläche ist eine Sicherheits-
beleuchtung vorgeschrieben.

[61] Für allgemeinbildende und berufsbil-


dende Schulen gilt die Muster-Schulbau-
Richtlinie (MSchulbauR).

[62] Neben der DIN VDE 0100-710 für


Krankenhäuser und Kliniken existieren in eini-
62 gen Bundesländern weitere Vorgaben.

43
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

63

44
Hochhäuser und hohe Gebäude heitszwecke von nur drei Stunden geschal- Flächen der Einstellplätze und der Verkehrs-
Als Hochhäuser definiert die Musterbau- tete Dauerschaltung in Verbindung mit flächen.
ordnung MBO 2012-09 Gebäude, die über Leuchttastern und Zeitlicht einzuplanen.
22 Meter hoch sind. „Höhe“ ist das Maß Die Sicherheitsbeleuchtung muss sich Zu den Flucht- und Rettungswegen gehö-
von der Geländeoberfläche bis zur Fuß- nach der eingestellten Zeit selbsttätig aus- ren im Allgemeinen
bodenoberkante des höchstgelegenen schalten. Anderenfalls muss die Kapazität 쐍 die Fahrgassen,

Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum der Stromquelle für Sicherheitszwecke für 쐍 die Gehwege neben den Zu- und Abfahr-

möglich ist. acht Stunden ausgelegt sein. ten,


쐍 die Treppen und die zu den Ausgängen

Sicherheitsbeleuchtung Über diese Anforderungen hinaus müssen führenden Wege.


Die MBO fordert eine Sicherheitsbeleuch- die in verschiedenen Bundesländern gel-
tung für innenliegende Treppenräume tenden Hochhaus-Richtlinien mit zum Teil Zur Kombination von Rettungs-
für Gebäude bereits ab 13 Meter Höhe weitergehenden oder speziellen Vorgaben zeichen und Richtungsangabe siehe auch
[§35 (7)]. beachtet werden. Seite 22 und 47.

Die Muster-Hochhausrichtlinie (April 2008) Geschlossene Großgaragen


sieht eine Sicherheitsbeleuchtung – zusätz- Die Muster-Garagenverordnung (MGarVO)
lich zu den Flucht- und Rettungswegen in der Fassung von Mai 2008 fordert die [63] Unabhängig von der Nutzung als Büro-
und den Sicherheitszeichen – auch für Sicherheitsbeleuchtung für geschlossene oder Wohnhaus, müssen Hochhäuser (über
Vorräume von Aufzügen vor. Großgaragen mit einer Nutzfläche größer 22 Meter Höhe) eine Sicherheitsbeleuchtung
haben.
1.000 m2, ausgenommen eingeschossige
Gemäß DIN V VDE V 0108-100 ist für Großgaragen mit festem Benutzerkreis. [64] Sicher parken: Die Sicherheitsbeleuch-
Wohnhochhäuser bei einer Bemessungs- Die Nutzfläche einer Garage umfasst die tung ist vorgeschrieben für geschlossene
betriebsdauer der Stromquelle für Sicher- Summe aller miteinander verbundenen Großgaragen (쏜 1.000 m2 Nutzfläche).

64

45
licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Anforderungen an die elektrische Anlage für Sicherheitsbeleuchtung


nach DIN V VDE V 0108-100:2010-08 (Vornorm)
Die Anwendung dieser Vornorm wird vom UK 221.3 der DKE empfohlen.

Anforderungen

Stromquelle für Sicherheitszwecke, h

Sicherheitszeichen in Dauerbetrieb

mit Leistungsbegrenzung – LPS

mittlere Unterbrechung (울 15 s)
Bemessungsbetriebsdauer der

kurze Unterbrechung (울 0,5 s)


Zentrales Stromversorgungs-

Besonders gesichertes Netz


Stromerzeugungsaggregat

Stromerzeugungsaggregat

Stromerzeugungsaggregat
Stromversorgungssystem
Be- oder hinterleuchtetes

ohne Unterbrechung (0 s)
Beleuchtungsstärke, lx

Beispiele baulicher
Umschaltzeit, s max.

Einzelbatteriesystem
Anlagen für
Menschenansammlungen

system – CPS
Versammlungsstätten
2
(außer fliegende Bauten), ) 1 3 • • • • • • – –
Theater, Kinos

Fliegende Bauten, die


2
Versammlungsstätten sind ) 1 3 • • • • • • – –

2
Ausstellungshallen ) 1 3 • • • • • • – –

2
Verkaufsstätten ) 1 3 • • • • • • – –

2
Restaurants ) 1 3 • • • • • • – –

2
Beherbergungsstätten, Heime ) 1 1) 8 5) • • • • • • • –

2
Schulen ) 1 1) 3 • • • • • • • –

2
Parkhäuser, Tiefgaragen ) 15 1 • • • • • • • –

2
Flughäfen, Bahnhöfe ) 1 3 6) • • • • • • – –

2
Hochhäuser ) 1 1) 8/3 4) • • • • • • • –

Flucht- und Rettungswege 2


) 15 1 • 7) • • • • • • •
in Arbeitsstätten

Arbeitsplätze mit 2 3
) 0,5 ) • • • • • • – •
besonderer Gefährdung

Bühnen 3 1 3 • • • • • • – –

1
) Je nach Panikrisiko von 1 Sekunde bis 15 Sekunden (s) und Gefährdungsbeurteilung. Anmerkung: Schaltung 4.4.8 entsprechend DIN V VDE V 0108-100 – die
2
) Beleuchtungsstärke der Sicherheitsbeleuchtung nach DIN EN 1838 Sicherheitsbeleuchtung in Dauerbetrieb ist mit der allgemeinen Beleuchtung in
3
) Der Zeitraum der für Personen bestehenden Gefährdung Wohnhochhäusern sowie Beherbungsstätten und Heimen zu schalten, wenn
4
) Bei Wohnhochhäusern 8 Stunden (h), wenn nicht die Schaltung nach 4.4.8 ausgeführt wird die Bemessungsbetriebsdauer der Stromquelle für Sicherheitszwecke nach
5
) Es genügen 3 h, wenn die Schaltung nach 4.4.8 ausgeführt wird Tabelle A.1 nur 3 h beträgt. Hierbei sind als örtliche Schaltgeräte Leuchttaster
6
) Für oberirdische Bereiche von Bahnhöfen ist je nach Evakuierungskonzept auch 1 h zulässig so anzubringen, dass von jedem Standort mindestens ein Leuchttaster auch
7
) Für Flucht- und Rettungswege in Arbeitsstätten nicht gefordert. bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung erkennbar ist. Die Sicherheitsbeleuch-
tung muss sich nach einer einstellbaren Zeit selbstständig wieder ausschalten,
• = zulässig – = nicht zulässig wenn sie von der Stromquelle für Sicherheitszwecke versorgt wird.

46
Hoch oder runter?
Aktuell besteht der Wunsch nach einer international einheitlichen Kennzeichnung der Fluchtrichtung.
Fachverbände schlagen eine Ergänzung der Empfehlungen vor.

Der Pfeil nach unten wird traditionell in der sind die Türen zum Treppenraum am Ende Das 2016 erschienene Positions-
Praxis für die Kennzeichnung von Türen dieser Flure mit einem Rettungszeichen zu papier des ZVEI „Kennzeichnung der
im Verlauf von Rettungswegen, für die kennzeichnen. Das bedeutet, in fünf Stock- Fluchtrichtung“ behandelt dieses Thema
Kennzeichnung von Notausgängen, aber werken müsste das Sicherheitszeichen ent- umfassend.
auch für die Fluchtrichtungen geradeaus sprechend ISO 16069 mit dem Zusatzzei-
und nach unten erfolgreich eingesetzt. Eine chen Pfeil nach oben eingesetzt werden, Zur Kombination von Rettungszeichen und
verbindliche Festlegung zur Pfeilrichtung obwohl der Fluchtweg nach unten ins Erd- Richtungsangabe siehe auch Seite 22.
gibt es derzeit nicht. Die internationale, geschoss führt. Im Notfall fatal: Flüchtende
hierzulande nicht verbindliche Norm ISO Menschen könnten nach oben gehen, an-
16069:2003 Safety Way Guidance Systems statt sich nach unten in Sicherheit zu bringen.
beziehungsweise das deutsche Informati-
onspapier DIN SPEC 4844-4 schlagen nun ZVEI-Empfehlung
vor, den Verlauf von Flucht- und Rettungs- Der ZVEI schlägt daher eine Ergänzung
wegen stattdessen mit dem Pfeil nach oben der Systematik der ISO 16069/DIN Spec
zu kennzeichnen. 4844-4 vor: Die Bedeutung des Pfeils nach
unten sollte um zwei weitere Punkte er- [65] Dieses Beispiel verdeutlicht, wie leicht
Die Wahl des Pfeils nach oben kann aber in gänzt werden: Erstens um die zusätzliche Irritation entstehen kann, wenn der Pfeil nach
oben zum Einsatz kommt, obwohl der der
bestimmten Fällen irritierend sein. Ein Bei- Bedeutung „Geradeaus gehen“ sowie zwei-
Flucht- und Rettungsweg nach unten führt.
spiel: Sind in einem sechsstöckigen Büro- tens um die Definition „Geradeaus und
gebäude die Flure auch gleichzeitig der aus- durch eine Tür gehen, wenn das Zeichen [66] Sind mehrere Etagen vorhanden, bietet
zuweisende Flucht- und Rettungsweg, so über einer Tür angebracht ist“. der Pfeil nach unten eine eindeutige Aussage.

65 66

47
Übersicht der Not- und Sicherheitsbeleuchtung

Notbeleuchtung

Sicherheitsbeleuchtung Ersatzbeleuchtung

Sicherheitsbeleuchtung für Fluchtwege Sicherheitsbeleuchtung für Arbeits- Antipanikbeleuchtung


(z. B. nach ASR A2.3) plätze mit besonderer Gefährdung
§ Arbeitsschutz (z. B. nach ASR A3.4/3)
§ Baurecht § Arbeitsschutz

Sicherheitszeichen

© licht.de
67

Normen und Verordnungen


Die Sicherheitsbeleuchtung gewährleistet, dass ein Gebäude auch im Notfall rasch verlassen werden kann.
Normen und Verordnungen aus dem Baurecht und dem Arbeitsschutz regeln die Anforderungen an die jeweilige
Beleuchtungsanlage.

Technische Regeln „Notbeleuchtung“


Elektrotechnik Nicht-Elektrotechnik / Lichttechnik

International IEC ISO / CIE

Europa CENELEC CEN

Deutschland DIN / VDE DIN

IEC = International Electrotechnical Commission (Internationale elektrotechnische Kommission)


CENELEC = Comité Européen de Normalisation Electrotechnique (Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung)
DIN = Deutsches Institut für Normung
VDE = Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik
ISO = International Organization for Standardization (Internationale Organisation für Normung)
CIE = Commission Internationale de l’Eclairage (Internationale Beleuchtungskommission)
CEN = Comité Européen de Normalisation (Europäisches Komitee für Normung)

Literaturhinweis
Prof. Dr.-Ing. Bruno Weis, Dipl.-Ing. Hans Finke Not- und Sicherheitsbeleuchtung, de-Fachwissen,
Hüthig & Pflaum Verlag, ISBN 978-3-8101-0310-9

48
Lichttechnische Anforderungen
ISO 30061; CIE S 020 (2007-11) Notbeleuchtung
DIN EN 1838 (2013-10) Angewandte Lichttechnik – Notbeleuchtung
DIN EN 13032-3 (2007-12) Licht und Beleuchtung – Messung und Darstellung photometrischer Daten von Lampen und Leuchten,
Teil 3: Darstellung von Daten für die Notbeleuchtung von Arbeitsstätten
DIN 5035-6 (2006-11) Beleuchtung mit künstlichem Licht – Teil 6: Messung und Bewertung
DIN 4844-1 (2012-06) Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 1: Erkennungsweiten und farb- und
photometrische Anforderungen
DIN ISO 3864-1 (2012-06) Grafische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 1: Gestaltungsgrundlagen für Sicherheitszeichen
und Sicherheitsmarkierungen
DIN EN ISO 7010 (2012-10) Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Registrierte Sicherheitszeichen

Elektrotechnische Anforderungen
DIN EN 50172 (2005-01) Sicherheitsbeleuchtungsanlagen (VDE 0108 Teil 100)
DIN V VDE V 0108-100 (2010-08) Sicherheitsbeleuchtungsanlagen (Vornorm VDE V 0108-100) Anmerkung: Die Anwendung dieser Vornorm wird vom
UK 221.3 der DKE empfohlen.
DIN VDE 0100-710 (2012-10) Errichten von Niederspannungsanlagen – Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art –
Teil 710: Medizinisch genutzte Bereiche
DIN VDE 0100-560 (2013-10) Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-56: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Einrichtungen
für Sicherheitszwecke
DIN EN 60598-1 (2015-10) Leuchten – Allgemeine Anforderungen und Prüfungen (VDE 0711 Teil 1))
DIN EN 60598-2-22 (2015-06) Leuchten – Teil 2-22: Besondere Anforderungen – Leuchten für Notbeleuchtung (VDE 0711 Teil 2-22) (IEC 60598-2-22)
DIN EN 50171 (2001-11) Zentrale Stromversorgungssysteme
DIN EN 50272-2 (2001-12) Sicherheitsanforderungen an Batterien und Batterieanlagen
DIN EN 62034 (2013-02) Automatische Prüfsysteme für batteriebetriebene Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege (IEC 62034:2006)

Arbeitsschutz
ArbStättV (2004-08) Arbeitsstättenverordnung
ASR A1.3 (2013-02) Technische Regel für Arbeitsstätten: Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
ASR A2.3 (2007-08, geänd. 2014) Technische Regel für Arbeitsstätten: Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan
ASR A3.4/3 (2009-05, geänd. 2014) Technische Regel für Arbeitsstätten: Sicherheitsbeleuchtung, optische Sicherheitsleitsysteme

Baurecht
MBO (2012-09) Muster-Bauordnung
MVStättV (2014-07) Muster-Versammlungsstättenverordnung
MGarVO (2008-05) Muster-Garagenverordnung
MIndBauRL (2014-02) Muster-Industriebaurichtlinie
MBeVO (2014-05) Muster-Beherbergungsstättenverordnung
MSchulbauR (2009-04) Muster-Schulbau-Richtlinie
MHHR (2008-04) Muster-Hochhausrichtlinie
MLAR (2005-11) Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie
MVkVO (2014-07) Muster-Verkaufsstättenverordnung
M-EltBauVO (2009-01) Musterverordnung über den Bau von Betriebsräumen für elektrische Anlagen

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licht.wissen 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung

Jedes Heft! € 10,–

Die Schriftenreihe von licht.de


licht.wissen 01
Die Beleuchtung mit künstlichem Licht

Das Grundlagenheft: licht.wissen 01 vermittelt


allgemein verständlich und herstellerneutral die
Grundlagen moderner Beleuchtungstechnik.
Es ist der Auftakt zu insgesamt 20 „licht.wissen“-
Heften.

[licht.wissen 02] Besser lernen mit [licht.wissen 04] Eine optimale Be- [licht.wissen 05] 60 Seiten Licht [licht.wissen 07] Im Gesundheits-
gutem Licht: Heft 02 erklärt auf 56 leuchtung im Büro fördert das für Arbeitsplätze in Industrie und wesen muss die Beleuchtung hohen
Seiten, wie optimales Licht Motiva- Wohlbefinden und spart Energie- Handwerk: Heft 05 zeigt, wie opti- Ansprüchen gerecht werden. Heft 07
tion und Leistung von Lernenden und Wartungskosten. Heft 04 stellt male Beleuchtungsanlagen ergono- nennt relevante Vorschriften und
unterstützen kann. Es stellt effiziente auf 56 Seiten Anwendungen vor misches Arbeiten ermöglichen und zeigt auf 64 Seiten, wie Licht zur Ge-
Lösungen vor und erläutert licht- und erklärt, welche Normen beach- dabei zugleich Energie und Kosten nesung beitragen kann und den Seh-
technische Begriffe. tet werden müssen. gespart werden können. komfort am Arbeitsplatz erhöht.

licht.wissen – per Post oder als kostenfreie PDF-Datei (Download) unter www.licht.de/lichtwissen

01 Die Beleuchtung mit künstlichem Licht (2016) 08 Sport und Freizeit (2010) 15 Gute Beleuchtung rund ums Haus (2009)
02 Besser lernen mit gutem Licht (2012) 09 Sanierung in Gewerbe, Handel und Verwaltung (2014) 16 Stadtmarketing mit Licht (2010)
03 Straßen, Wege und Plätze (2014) 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung (2016) 17 LED: Das Licht der Zukunft (2010)
04 Licht im Büro, motivierend und effizient (2012) 11 Gutes Licht für Hotellerie und Gastronomie (2005) 18 Licht für Museen und Ausstellungen (2016)
05 Industrie und Handwerk (2009) 12 Beleuchtungsqualität mit Elektronik (2003) 19 Wirkung des Lichts auf den Menschen (2014)
06 Shopbeleuchtung, attraktiv und effizient (2011) 13 Arbeitsplätze im Freien (2007) 20 Nachhaltige Beleuchtung (2014)
07 Gesundheitsfaktor Licht (2012) 14 Ideen für Gutes Licht zum Wohnen (2009)

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Alles über Beleuchtung! Impressum

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Herstellerneutrale Informationen – eine Brancheninitiative des ZVEI e.V. –
licht.de informiert über die Vorteile guter Lyoner Straße 9, 60528 Frankfurt am Main
Beleuchtung. Die Fördergemeinschaft Tel. 069 6302-353, Fax 069 6302-400
Gutes Licht hält zu allen Fragen des künst- licht.de@zvei.org, www.licht.de
lichen Lichts und seiner richtigen Anwen-
dung umfangreiches Informationsmaterial Redaktion und Gestaltung
bereit. Die Informationen sind herstellerneu- rfw. kommunikation, Darmstadt
tral und basieren auf den relevanten tech-
nischen Regelwerken nach DIN und VDE. Druck
e&b engelhardt und bauer – Kraft Druck GmbH,
Ettlingen
licht.wissen
Die Hefte 1 bis 20 der Schriftenreihe ISBN-Nr. Druckausgabe 978-3-945220-12-2
licht.wissen geben Informationen zur Licht- ISBN-Nr. PDF-Ausgabe 978-3-945220-13-9
anwendung. Diese Themenhefte erläutern Februar 2016 (02/16/10/10VII)
anhand vieler Beleuchtungsbeispiele licht-
technische Grundlagen und zeigen beispiel- Berücksichtigt wurden die bei Herausgabe gültigen
hafte Lösungen. Sie erleichtern damit auch DIN-Normen und VDE-Vorschriften, wiedergegeben
die Zusammenarbeit mit Fachleuten der mit Erlaubnis des DIN, Deutsches Institut für
Licht- und Elektrotechnik. Alle lichttechni- Normung e. V. Maßgebend für das Anwenden der
schen Aussagen sind grundsätzlicher Art. DIN-Norm ist deren jeweils aktuelle Fassung, erhält-
lich bei der Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6,
10787 Berlin.
licht.forum
licht.forum behandelt aktuelle Fragen der Der komplette oder auszugsweise Nachdruck von
Lichtanwendung und stellt Beleuchtungs- licht.wissen 10 ist nur mit Genehmigung des Heraus-
trends vor. Diese kompakten Fachinforma- gebers gestattet.
tionen erscheinen in loser Folge.
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68
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Ihr umfangreiches Lichtwissen präsentiert Bilder
72 73 74
die Brancheninitiative auch im Internet unter Titel: Moritz Finke; Inhaltsverzeichnis und (68):
www.licht.de. Architekten, Planer, Installa- Lothar Sprenger; Portrait Seite 3: Thomas Neu,
teure und Endverbraucher finden hier auf Bensheim; (01, 71) Linus Lintner Fotografie;
rund 5.000 Seiten praxisorientierte Tipps, (03) Fotolia.com/Ralf Geithe; (04) Fotolia.com/Mario
viele Lichtanwendungen und aktuelle Infor- Beauregard; (20) Fotolia.com/Industrieblick;
mationen zu Licht und Beleuchtung. Eine (21) Fotolia.com/DWP; (22) Fotolia.com/efks; (69)
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