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licht.

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Industrie und Handwerk
05

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licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

01

2
Editorial

In Büro oder Labor, Produktionshalle oder Außenlager: Arbeitsplätze müssen zahlreiche


Anforderungen im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheit erfüllen. Gutes Licht ist hierfür eine
grundlegende Voraussetzung. Es soll den Sehvorgang optimal unterstützen und die Beschäf-
tigten vor Unfällen und Gesundheitsgefahren schützen. Licht kann aber noch viel mehr: Es
beeinflusst auch physiologische Prozesse – wie z. B. die biologische Rhythmik – und somit
die Leistungsfähigkeit und das psychische Befinden. Dabei gibt es kurzfristige und langfris-
tige Effekte, welche die Konzentration, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden unterstützen
können. Für die Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen und die Deutsche Gesetzliche
Unfallversicherung (DGUV) ist die Beleuchtung von Arbeitsstätten deshalb ein wichtiger
Faktor für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Unter dem Stichwort „Human Centric Lighting“ (HCL) werden heute Beleuchtungsanlagen
angeboten, die den Menschen und seine Bedürfnisse mehr denn je in den Mittelpunkt stel-
len. Dabei werden neben Arbeit und Leistung verstärkt Gesundheit und Wohlbefinden in den
Fokus gerückt. Die Berücksichtigung aller Facetten der Beleuchtung soll die Voraussetzung
für „gesunde Arbeitsplätze“ schaffen.

Die Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten sind in der Verordnung für Arbeits-
stätten (ArbStättV) verankert und werden durch die Technische Regel für Arbeitsstätten
„Beleuchtung“ (ASR A3.4) konkretisiert. Für die Planung und Ausführung von Beleuchtungs-
anlagen werden diese in relevanten Standards, wie die Normenreihe DIN EN 12464, sinn-
voll ergänzt.

Anforderungen an die Beleuchtung sind in der Regel als Mindestwerte beschrieben, die bei
der Arbeit einzuhalten sind. Mit dem Nachteil, dass diese oft zu alleinigen Planungsgrund-
lagen in der Praxis werden. Dabei bieten neue Technologien viele lohnende Ansätze für Op-
timierungen bei gleichzeitiger Energieeffizienz. Schriften der Unfallversicherungsträger, wie
die DGUV Information 215-210 „Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten“,
erläutern Zusammenhänge und helfen bei der Umsetzung.

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Beleuchtungstechnik rasant verändert. Heute erset-
zen effiziente LED-Chips herkömmliche Lampen – und im Zuge dieser Erfolgsgeschichte sind
neue Steuerungsmöglichkeiten entwickelt worden, die nicht nur viel Energie sparen, sondern
zugleich für höheren Lichtkomfort und mehr Flexibilität sorgen. Über den Einsatz von intelli-
genter Beleuchtungssteuerung mit Tageslichtsensoren berücksichtigen moderne Beleuch-
tungskonzepte die individuelle Umgebungssituation, wie zum Beispiel mehr Licht für ältere
Arbeitnehmer oder höhere Beleuchtungsstärken für Arbeitsplätze mit hohen Sehanforderun-
gen. Von diesem Fortschritt in der Lichttechnik profitieren Unternehmer und Arbeitnehmer
gleichermaßen.

Das neue Heft licht.wissen 05 informiert umfassend über moderne Industriebeleuchtung und
stellt viele Anwendungs- und Praxisbeispiele vor. All jenen, die für gutes Licht am Arbeitsplatz
verantwortlich sind, wünsche ich eine ebenso kurzweilige wie lehrreiche Lektüre.

Dipl.-Ing. Gerold Soestmeyer


Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)
Leiter Sachgebiet Beleuchtung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

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licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Gutes Licht,
gutes Arbeiten
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Human Centric Lighting (HCL)

Biologische Lichtwirkung
Aktivieren, Erholen, Stabilisieren
Planung nicht-visueller Faktoren (nach DIN SPEC 67600)
Lichtqualität
Se
Lichttechnische
Gütekriterien
Beleuchtungsstärke, harmonische
Helligkeitsverteilung, Farbwiedergabe, gute
Entblendung, Modelling, Lichtfarbe g ,
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E ell Weitere Planungskriterien
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Dynamik, Tageslichtintegration, individuelle
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© licht.de

Wartungszyklen Lichtplanung
Mittlere Beleuchtungsstärke E

Neuwert

Wartungswert
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Anlagenwert
ohne Wartung

Betriebszeit © licht.de

Beispielhafte Betrachtung der Beleuchtungskosten


einer Industriehalle* über 10 Jahre Lichtlösungen
mit bester
N Wartung
N Strom
N Investition

Effizienz
Halogenmetalldampflampe LED
* Industriehalle 30 x 50 m / 300 Lux Beleuchtungsstärke / 3.000 Betriebsstunden jährlich.
LED + Lichtmanagement

@ licht.de
Seite 16

Smart buildings,
smart lightings
Seite 20

Umgebungs-
bedingungen
Seite 22

Elektrische
Einflüsse
Temperatur Anforderungen
Mechanische
Elektrische
Einflüsse
Temperatur
an Qualität
Seite 28
Feuchtigkeit
Einflüsse

Chemische
Einflüsse

Chemische
Strahlung
Einflüsse

Elektrotechnik
und Elektronik
Seite 30

Metallverarbeitung,
Maschinen- und
Anlagenbau
Seite 32

Automobilbau
Seite 34

Chemische
Industrie
Seite 36

Licht-Spezial
Licht und Arbeitsschutz Seite 8 Sanierung mit System Seite 18 Leuchten Seite 24

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Labor und
Reinräume
Seite 38

Schwerindustrie
Seite 40

Kunststoff- und
Holzverarbeitung
Seite 42

Lager und
Logistik
Seite 44

Präzisions-
nahsehen
Seite 46

Druck und Textil


Seite 48

Lebensmittel-
verarbeitung
Seite 50

Kfz-Werkstatt
und Friseur
Seite 52

Checklisten
Seite 56 Erfassungsbogen
Angaben zu Kunde / Anlage / Lichtsystem
Name des Kunden,
Ansprechpartner vor Ort:
D Adresse / Objektname:

Telefonnummer / E-Mail: l
Erfasser:
licht.wissen 01 vermittelt auf 60 Seiten
Nutzungs- und Eigentumsverhältnis: a앮 Eigentum 앮 Miete 앮 Pacht

Art der Gebäudenutzung: 앮 Büro und Verwaltung 앮 Industrie

앮 Sonstiges (bitte eintragen) 앮 Krankenhaus / Altenheim 앮 Hotel


€ 앮

Schriftenreihe, 앮 앮 앮 앮 앮 앮 앮

Impressum
Seite 58 [licht.wissen 04] Eine optimale Be-
leuchtung im Büro fördert das Wohl-
befinden und spart Energie- und
Wartungskosten. Heft 04 stellt auf
56 Seiten Anwendungen vor und er-
[licht.wissen 09] 40 Seiten zur Sa-
nierung in Gewerbe, Handel und
Verwaltung mit zahlreichen praxis-
nahen Lösungsbeispielen. Sie zei-
gen, dass eine Modernisierung
[licht.wissen 10] 52 Seiten zur
Not- und Sicherheitsbeleuchtung:
Heft 10 informiert über relevante
Normen und Vorschriften, erklärt
licht- und elektrotechnische Anfor-
[licht.wissen 19] 56 Seiten über die
biologische Wirkung des Lichts auf
den Menschen: Heft 19 informiert
über den aktuellen Stand der For-
schung und stellt Lösungsbeispiele
klärt, welche Normen beachtet wer- Energie spart und zugleich die Be- derungen und stellt zahlreiche An- aus der Praxis vor.
den müssen. leuchtungsqualität steigt. wendungslösungen vor.

licht.wissen – per Post oder als kostenfreie PDF-Datei (Download) unter www.licht.de/lichtwissen

Lichtquellen Seite 26 Not- und Sicherheitsbeleuchtung Seite 54 EnEV Seite 55

5
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Gutes Licht, gutes Arbeiten


Eine moderne Beleuchtungsanlage mit hoher Effizienz spart viel Energie. Wichtiger aber noch ist die positive
Wirkung einer hohen Lichtqualität auf den Menschen, denn Licht ist für viele physiologische Prozesse im Körper
unersetzlich und trägt wesentlich zu Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungskraft bei. Eine gute Beleuchtung
lohnt deshalb nicht zuletzt an Industriearbeitsplätzen.

Im weltweiten Ranking der Produktions- Stress vor, erhält die Gesundheit und Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass


standorte liegt die Bundesrepublik auf dem schützt vor Arbeitsunfällen; die Zahl der Arbeitsunfälle mit Erhöhung der
dritten Platz – und daran soll sich nach einer 쐍 mehr Flexibilität: Gut geplante Beleuch- Beleuchtungsstärke signifikant sinkt. 
Prognose der Unternehmensberatung De- tungsanlagen und Systeme, die ohne gro-
loitte und ihrem „Global Manufacturing ßen Aufwand erweitert werden können, Wichtige Beleuchtungsziele sind nach 
Competitiveness Index 2016“ auch in den passen sich neuen Arbeitsanforderungen DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeits-
nächsten Jahren nichts ändern. Die Indus- einfach an;   stätten in Innenräumen“ Sehkomfort und
trie ist ein bedeutender Arbeitgeber: Mehr 쐍 hohe Zuverlässigkeit: Professionelle Pla-
Sehleistung. Sehleistung bedeutet, dass
als 5,4 Millionen Menschen arbeiten nach nung, hochwertige Komponenten, ein ver- Sehaufgaben auch unter schwierigen Be-
Angaben des Statistischen Bundesamtes  lässliches Lichtmanagementsystem und dingungen und über längere Zeit erbracht
in Industrieunternehmen mit mehr als 50 langlebige LED-Leuchten steigern die Be- werden können. Moderne Lichttechnik kann
Beschäftigten (Stand: April 2017). Hinzu triebssicherheit.  mehr: Sie bietet Lösungen, die Kosten re-
kommt noch eine stattliche Anzahl von Mit- duzieren und zugleich eine hohe Lichtquali-
arbeitern in Klein- und Handwerksbetrieben.   Ein Blick in zahlreiche Werkstätten und mit- tät für den Menschen garantieren. Dazu
telständische Betriebe zeigt jedoch, dass zählen energieeffiziente LED-Lichtquellen,
Mehr Qualität, weniger Kosten noch immer viele Beleuchtungsanlagen ver- optimierte Leuchtensysteme und ein leis-
Auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung altet sind. Sie verbrauchen zu viel Energie, tungsstarkes Lichtmanagement, das die
und Industrie 4.0 hängen gute Produktions- entsprechen oft nicht mehr den aktuellen Beleuchtung nach Präsenz und Tageslicht
ergebnisse in Industrie- und Fertigungsbe- Normen – und bieten den Mitarbeitern häu- steuert. Solche Systeme ermöglichen zum
trieben wesentlich von der Leistungsbereit- fig nur eine schlechte Beleuchtung am  Beispiel eine individuelle Einstellung mit
schaft der Mitarbeiter ab. Das richtige Licht Arbeitsplatz – mit entsprechenden Konse- mehr Licht für ältere Mitarbeiter. Zugleich
gewinnt in diesem Zusammenhang mehr quenzen.  steigt die Flexibilität, weil die Beleuchtung
denn je an Bedeutung. Denn eine gut ge- bei einer Umwidmung der Arbeitsabläufe
plante Industriebeleuchtung mit intelligenter Der Mensch im Mittelpunkt leichter angepasst werden kann. 
Lichtsteuerung und moderner LED-Techno- Vom holzverarbeitenden Kleinbetrieb über
logie ist ein Werkzeug, das in hohem Maß Labore und Lagerhallen bis zum Automobil- Im Mittelpunkt der Lichtplanung steht stets
zum wirtschaftlichen Erfolg im Unterneh- bau: Die Anforderungen an die Industriebe- der Mensch mit seinen visuellen, emotiona-
men beiträgt. Moderne Beleuchtungsanla- leuchtung sind so vielschichtig wie die  len und biologischen Bedürfnissen am Ar-
gen bieten Arbeitsaufgaben und die Betriebsumgebun- beitsplatz, am Tag und in der Nachtschicht.
쐍 hohe Effizienz: bis zu 80 % weniger Ener- gen. Die Arbeitsprozesse werden immer Human Centric Lighting unterstützt die Ge-
giekosten und erhebliche Einsparungen in komplexer, und die Beleuchtung muss sich sundheit und Leistungskraft der Mitarbeiter,
der Wartung;   an die vielfältigen Sehaufgaben anpassen.  sorgt für mehr Sicherheit in der Fertigung –
쐍 mehr Produktivität: Richtiges Licht erhöht und erhöht die Qualität in der Produktion. 
die visuelle Leistungsfähigkeit, fördert die Normen geben Mindestwerte vor. Mehr
Konzentration, beugt Ermüdung und Licht ist erlaubt – und in vielen Fällen besser. Kurz: Besseres Licht für bessere Arbeit.

[02] Licht in Industrie und Handwerk: Bei
der Planung einer Beleuchtungsanlage müs-
sen viele Faktoren und Vorgaben beachtet
werden. Eine enge Zusammenarbeit aller Be-
teiligten – professionelle Lichtplaner, Betrei-
ber und Nutzer sowie Hersteller – führt zu
maßgeschneiderten Lösungen für die jeweili-
gen Beleuchtungsaufgaben.

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Beleuchtung am Arbeitsplatz: Einflussfaktoren und Akteure

© licht.de
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licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

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04 05

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Licht und Arbeitsschutz
Die richtige Beleuchtung von Arbeitsplätzen ist ein entscheidender Faktor für die Sicherheit und den Gesundheits-
schutz von Arbeitnehmern. Unternehmer sind hier in der Pflicht: Beleuchtungsanlagen in Industrie und Handwerk
müssen mindestens den relevanten Normen und Regeln entsprechen. 

Gutes Licht am Arbeitsplatz ist eine wich- Normen und Regeln DIN EN 12464-1 und ASR 3.4 nennen Min-


tige Voraussetzung, um Unfälle am Arbeits- In Deutschland wurde diese EU-Richtlinie destanforderungen. Deren Einhaltung be-
platz zu vermeiden. Arbeitsschutz ist im durch die Arbeitsstättenverordnung (Arb- deutet nicht zwingend, dass für bestimmte
weiteren Sinne aber auch Gesundheits- StättV) umgesetzt, die zuletzt 2016 aktuali- Sehaufgaben die optimale Beleuchtung er-
schutz. Denn nach Definition der Weltge- siert wurde. Im Zusammenspiel mit dem Ar- reicht wird. So ist bei bestimmten Tätigkei-
sundheitsorganisation bedeutet Gesundheit beitsschutzgesetz (§§ 3 und 5) verpflichtet ten oder auch für ältere Mitarbeiter mehr
nicht nur das Fehlen von klinischen Krank- sie Arbeitgeber dazu, Arbeitsplätze so ein- Licht die bessere Wahl. 
heiten, sondern umfasst auch die geistige zurichten, dass Beschäftigte keinen ge-
und seelische Unversehrtheit sowie das all- sundheitlichen Schaden nehmen. Die allge- Gütemerkmale der Beleuchtung
gemeine Wohlbefinden. In diesem Sinne meinen Anforderungen der ArbStättV an die Generell gilt eine Arbeitsstätte als gut be-
geht Arbeitsschutz weit über Unfallverhü- Beleuchtung werden in den Technischen leuchtet, wenn: 
tung hinaus.  Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.4 „Be- 쐍 alle Arbeitsbereiche, Verkehrswege und

leuchtung“ weiter konkretisiert.  Pausenräume ausreichend beleuchtet sind,
Verbindliche Vorgaben für Arbeitsstätten 쐍 in Arbeitsbereichen mit besonderen Seh-

und deren Beleuchtung gelten in ganz aufgaben (z. B. sehr feine Montagearbei-
Europa. Nach der EU-Einzelrichtlinie für Ar-
beitsstätten (89/654/EWG) 
„ Arbeitsstätten müssen möglichst ausreichend
ten, Qualitätskontrolle, Büroarbeit) je nach
Art der Tätigkeit Beleuchtungsstärken von
쐍 müssen Arbeitsstätten möglichst ausrei-
Tageslicht erhalten und mit Einrichtungen für 500 bis 1.500 Lux erreicht werden, 
eine der Sicherheit und dem Gesundheits-
chend Tageslicht erhalten und mit Einrich- 쐍 die Helligkeit in den Räumen ausgewogen

schutz der Beschäftigten angemessenen


tungen für eine der Sicherheit und dem verteilt ist; Decke und Wände also mög-
Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer an-
gemessenen künstlichen Beleuchtung
künstlichen Beleuchtung ausgestattet sein.

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV, Anhang 3.4)


“ lichst hell sind,
쐍 störende Blendung und Schatten vermie-

ausgestattet sein; den werden,
쐍 muss die Beleuchtung der Arbeitsräume 쐍 Lichtquellen mit geeigneter Lichtfarbe und

und Verbindungswege so angebracht guter Farbwiedergabe verwendet werden 
sein, dass aus der Art der Beleuchtung Bei der Lichtplanung empfiehlt es sich, 쐍 und Flimmerfreiheit herrscht.

keine Unfallgefahr für die Arbeitnehmer neben der DIN EN 12464-1 als anerkannte
entsteht; Regel der Technik auch die ASR 3.4 zu be- Da sich bestehende Beleuchtungsanlagen
쐍 müssen Arbeitsstätten, in denen die Ar- achten, um allen Anforderungen der Ar- im Verlauf der Zeit verändern, müssen Un-
beitnehmer bei Ausfall der künstlichen Be- beitssicherheit und des Gesundheitsschut- ternehmer regelmäßig im Rahmen einer Ge-
leuchtung in besonderem Maße Gefahren zes zu genügen. Beleuchtungsanlagen sind fährdungsbeurteilung prüfen, ob die Anfor-
ausgesetzt sind, über eine ausreichende deshalb durch Fachkundige zu planen und derungen der ASR A3.4 noch eingehalten
Sicherheitsbeleuchtung verfügen. zu installieren sowie instand zu halten.  werden. 

[03] Das Zusammenspiel von Tages- und
Kunstlicht sorgt an diesem industriellen Ar-
Weitere Infos geben der licht.de-
beitsplatz dafür, dass die erforderlichen Seh-
aufgaben gut erfüllt werden können. 
„Leitfaden zur DIN EN 12464-1“
sowie die DGUV-Information
[04] Auch in Lagerbereichen sollte nach 215-210: „Natürliche und künstli-
Möglichkeit Tageslicht vorhanden sein.  che Beleuchtung von Arbeitsstät-
ten“ und die DGUV-Information
[05] Richtiges Licht trägt wesentlich zum
215-211: „Gesund und fit im
Unternehmenserfolg bei. Eine gute Beleuch-
tung erleichtert Sehaufgaben, beugt Ermü- Kleinbetrieb: Tageslicht am Ar-
dung vor, erhält die Gesundheit und schützt beitsplatz – leistungsfördernd
vor Arbeitsunfällen.  und gesund.“

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licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Lichtqualität
Über 80 Prozent der Informationen erfasst der Mensch mit seinen Augen. Das bedeutet im Umkehrschluss:
Schlechte Sehbedingungen behindern die Arbeit. Sie stören das Wohlbefinden, senken die Produktivität, führen zu
Fehlern und Unfällen.

Das mühelose Bewältigen der Sehaufga- stützen die Gütemerkmale eine ergonomi- beeigenschaft der Lichtquellen und Leuch-


ben bestimmt die ergonomische Qualität sche Beleuchtung, bei der Störungen, wie ten sowie eine gute Entblendung. Sehkom-
der Arbeitsplätze in Industrie und Hand- z. B. Blendung, minimiert sind. Es genügt fort erzeugt Wohlbefinden und trägt damit
werk. Gute Beleuchtung unterstützt die Ar- dabei nicht, eine Beleuchtungsanlage nach zur Leistungssteigerung bei. Lichtrichtung,
beitsleistung, die Fehlerraten und die Un- nur einem Merkmal – etwa der Beleuch- Schattigkeit und die Lichtfarbe der Leucht-
fallvermeidung positiv: Wer gut sehen kann tungsstärke – auszulegen.  mittel beeinflussen die Wirkung des Lichts
und sich in angenehmer Raumatmosphäre im Raum. Dieses oft als visuelles Ambiente
wohlfühlt, ist motivierter, arbeitet konzen- Human Centric Lighting (HCL) beschriebene Lichtklima ist wesentlich ver-
trierter und hat dadurch eine höhere Leis- Licht wirkt vielfältig und immer  – visuell, antwortlich für die erlebte Stimmung.
tungsfähigkeit. Die Arbeitsqualität steigt, emotional und biologisch. Human Centric
die Zahl der Fehler nimmt messbar ab. Lighting (HCL) unterstützt zielgerichtet und Biologische Lichtwirkung
Ebenso sinkt die Unfallgefahr. Beleuchtung langfristig die Gesundheit, das Wohlbefin- Jede Art der Beleuchtung hat eine biologi-
hat damit auch eine langfristig gesund- den und die Leistungsfähigkeit des Men- sche Wirkung auf den menschlichen Kör-
heitsfördernde Wirkung. schen durch ganzheitliche Planung und per. Beste Referenz ist dabei immer das na-
Umsetzung der visuellen, emotionalen und türliche Tageslicht in seinem Verlauf, seinem
Individuelle Lösungen für die Industrie der biologischen Wirkungen des Lichtes. Spektrum und seiner Intensität. Aber auch
Anders als etwa in der Bürobeleuchtung elektrische Beleuchtung beeinflusst unsere
sind die Sehanforderungen an Industriear- Visuelle Lichtwirkung innere Uhr, Schlaf-Wach-Rhythmen und
beitsplätzen sehr unterschiedlich. Und mit- Das Beleuchtungsniveau und dessen viele weitere Funktionen. Bewusst und rich-
unter stehen die jeweils besten Lösungen Gleichmäßigkeit – resultierend aus den Be- tig eingesetzt, kann eine biologisch wirk-
für Mitarbeiter einerseits und Arbeitspro- leuchtungsstärken im Raum – sowie die same Beleuchtung mit dynamisch wech-
zesse andererseits im Widerspruch: So ist Güte der Blendungsbegrenzung beeinflus- selnden Lichtstärken und unterschiedlichen
das in Gewächshäusern eingesetzte gelbe sen maßgeblich, wie genau und wie schnell Lichtfarben die Motivation am Arbeitsplatz
Licht zwar gut für das Pflanzenwachstum, Sehaufgaben gelöst werden können. nachweisbar steigern. 
aber nicht für den Menschen. 
Emotionale Lichtwirkung Lichttechnische Gütemerkmale
Pauschallösungen gibt es in der Industrie- Sehkomfort entsteht durch eine harmonische  Werden bei der Planung von Beleuchtungs-
beleuchtung deshalb nicht; die Beleuch- Helligkeitsverteilung auf vertikalen und hori- anlagen die lichttechnischen Gütemerkmale
tungsplanung muss individuell auf den zontalen Flächen, eine gute Farbwiederga- und weitere Planungskriterien berücksich-
Raum und die jeweiligen Arbeitsprozesse tigt, so kann eine optimale Lichtlösung –
abgestimmt werden. Beleuchtungsqualität ausgerichtet auf den Menschen – entste-
bedeutet heute auch, Mitarbeiter bei mono- hen. Wichtige Gütemerkmale guter Be-
tonen Arbeitsabläufen, in Bereichen ohne leuchtung sind:
und mit nur wenig Tageslicht sowie im 쐍 Beleuchtungsstärke,

Schichtbetrieb mit dem richtigen Licht zu 쐍 harmonische Helligkeitsverteilung,

unterstützen und ebenso für die zuneh- 쐍 gute Entblendung, 

mende Zahl älterer Mitarbeiter ideale Seh- 쐍 Modelling (Lichtrichtung und Schattigkeit),

bedingungen zu schaffen (s. a. Seite 12). 쐍 Lichtfarbe und 

Kann das Beleuchtungssystem modifiziert 쐍 Farbwiedergabe.

und erweitert werden, bleibt es flexibel für
neue Anforderungen.  Weitere Planungskriterien sind: 
쐍 Dynamik, 
Beleuchtung nach DIN EN 12464-1 쐍 Tageslichtintegration und 

Vorgaben für die „Beleuchtung von Arbeits- 쐍 individuelle Einstellmöglichkeiten. 

stätten in Innenräumen“ gibt DIN EN 12464
Teil 1. Diese zentrale Beleuchtungsnorm Gütemerkmal: Beleuchtungsstärke
nennt für alle lichttechnischen Gütemerk- Die Beleuchtungsstärke (Kurzzeichen E) hat
male Mindestwerte. In der Summe unter- 06 besonders großen Einfluss darauf, wie

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Human Centric Lighting (HCL)

Biologische Lichtwirkung
Aktivieren, Erholen, Stabilisieren
Planung nicht-visueller Faktoren (nach DIN SPEC 67600)

Lichttechnische
Gütekriterien
Beleuchtungsstärke, harmonische
Helligkeitsverteilung, Farbwiedergabe, gute
Se Entblendung, Modelling, Lichtfarbe g ,
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N o r k lle Dynamik, Tageslichtintegration, individuelle ch t r
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07

schnell, sicher und leicht eine Sehaufgabe Den Sehkomfort stören und Arbeitsplätze, seitlich einfallendes


erfasst und ausgeführt wird. In der Maßein- 쐍 zu niedrige Leuchtdichten und fehlende
Licht, matte Oberflächen im Raum und die
heit Lux (lx) gibt sie den Lichtstrom an, der Leuchtdichteunterschiede, weil sie eine Leuchtdichtebegrenzung der Leuchten
von einer Lichtquelle auf eine bestimmte Flä- wenig anregende Lichtatmosphäre erzeu- beugen Reflexblendung vor.
che trifft. Gemessen wird die Beleuchtungs- gen,
stärke auf horizontalen und vertikalen Flä- 쐍 zu hohe Leuchtdichteunterschiede, weil
Modelling und Schattigkeit
chen. Die gleichmäßige Verteilung der die daraus resultierende ständige Adapta- Lichtstärke, Lichtrichtung und Schattigkeit
Helligkeit erleichtert die Sehaufgabe.  tion ermüdet, müssen stimmen, damit Gesichter und Ge-
쐍 zu hohe punktuelle Leuchtdichten, weil
genstände schnell erkannt und plastisch
Die normierten Werte für die mittlere Be- sie Blendung verursachen können. wahrgenommen werden. Ein Raum mit
leuchtungsstärke sind Wartungswerte, die ausschließlich indirektem Licht ohne Schat-
nicht unterschritten werden dürfen. Sind sie Blendung begrenzen tenbildung wirkt monoton, während das ex-
erreicht, müssen Wartungsarbeiten erfolgen Blendung kann direkt von Leuchten oder trem gerichtete Licht punktförmiger Licht-
(s. Seite 15).  anderen Flächen mit zu hoher Leuchtdichte quellen tiefe Schatten erzeugt, die das
– auch Fenstern – ausgehen (Direktblen- Sehen erschweren. Diese „Schlagschatten“
Helligkeits- bzw. Leuchtdichteverteilung dung). Oder sie wird von Reflexen verur- stellen im Umgang mit Werkzeugen oder
Die Leuchtdichte (Kurzzeichen: L) ist das sacht, die durch Spiegelung auf glänzenden Maschinen eine Gefahrenquelle dar. Gutes
Maß für den Helligkeitseindruck, den das Oberflächen entstehen (Reflexblendung). Modelling braucht daher eine ausgewogene
Auge von einer leuchtenden oder beleuch- Direkt- wie Reflexblendung vermindern den Mischung zwischen diffusem und gerichte-
teten Fläche hat, gemessen in Candela pro Sehkomfort (psychologische Blendung) und tem Licht. 
Flächeneinheit (cd/m2). Sie beeinflusst Seh- setzen die Sehleistung herab (physiologi-
leistung und Sehkomfort. Mit steigender sche Blendung). Lichtfarbe
Leuchtdichte erhöhen sich die Sehschärfe, Die Lichtfarbe einer Lampe oder Leuchte
die Kontrastempfindlichkeit und damit die Die direkte Blendung kann vermindert wer- beschreibt das Erscheinungsbild des ab -
Leistungsfähigkeit der Augen. den, wenn die Oberflächen von Leuchten gestrahlten Lichts. Es wird bestimmt von
unter flachen Winkeln möglichst geringe
Der Reflexionsgrad von Oberflächen und Leuchtdichten aufweisen und der direkte
die auftreffende Beleuchtungsstärke be- Blick in die Lichtquelle(n) abgeschirmt ist.
stimmen deren Leuchtdichte. Deshalb er- Direktblendung wird nach dem UGR-Ver-
[07] Human Centric Lighting: Eine Beleuch-
scheint ein weißer Raum bei gleicher Be- fahren (Unified Glare Rating) bewertet; Nor- tung, die visuelle, emotionale und biologische
leuchtungsstärke heller als ein dunkel men nennen Mindestwerte für den Blend- Gütemerkmale berücksichtigt, trägt zur Ge-
eingerichteter Raum. schutz. Entsprechend platzierte Leuchten sundheit bei und motiviert die Mitarbeiter. 

11
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

der ähnlichsten Farbtemperatur (Tcp) in Aktivierung mit höheren Farbtemperaturen sein 20-jähriger Kollege, um den gleichen


Kelvin (K): und Beleuchtungsstärken ist immer dann Helligkeitseindruck zu haben. Bereits ab
Warmweiß (ww)  < 3.300 K sinnvoll und der Gesundheit zuträglich, dem 35. Lebensjahr ist mehr Licht als 
Neutralweiß (nw) 3.300 K bis 5.300 K wenn sie sich an der Tageszeit orientiert. „normal“ notwendig. Diese Anforderungen
Tageslichtweiß (tw)  > 5.300 K Nachts empfehlen sich eher warmweiße werden am besten mit individuell zuschalt-
Lichtfarben und möglichst niedrige Be- barem Licht erfüllt. Alternativ kann das 
Warmweißes Licht wird als behaglich emp- leuchtungsstärken im Rahmen der normati- Beleuchtungsniveau im ganzen Raum z. B.
funden, neutralweißes Licht erzeugt eine ven Vorgaben.  auf den Lichtbedarf eines 60-Jährigen ab-
eher sachliche Stimmung. Tageslichtweißes gestimmt werden; Jüngere dimmen dann
Licht ist dem natürlichen Tageslicht am Werden die visuellen, emotionalen und bio- das Licht.
ähnlichsten und sollte aus biologischer logischen Gütemerkmale der Beleuchtung
Sicht nur zu Zeiten verwendet werden, in dynamisch und nachhaltig eingesetzt, so Anpassung der Beleuchtungsstärke
denen auch außen Tageslicht vorhanden ergeben sich wissenschaftlich nachgewie- an die Arbeitsaufgabe
ist. In industriellen Anwendungen mit an- sen positive Effekte beim Nutzer: Bei höheren Schwierigkeitsgraden oder er-
spruchsvollen Sehaufgaben werden häufig 쐍 bessere Motivation,
höhter Unfallgefährdung müssen Arbeits-
Lichtfarben mit einer Temperatur von etwa 쐍 höhere Leistungsbereitschaft,
plätze mit höheren Beleuchtungsstärken
5.000 Kelvin gewählt. 쐍 verringerte Fehlerraten,
beleuchtet werden. Die Abhängigkeit von
쐍 weniger Ermüdung,
Beleuchtungsstärke und Leistungsbereit-
Farbwiedergabe 쐍 weniger Arbeitsunfälle,
schaft wurde in verschiedenen Studien im
Die Farbwiedergabeeigenschaft einer 쐍 kürzere Fehlzeiten.
Langzeitversuch an Industriearbeitsplätzen
Lampe kennzeichnet die farbliche Wirkung, erfasst. Dabei zeigte sich, dass die Leis-
die ihr Licht auf farbigen Gegenständen her- Eine Industriebeleuchtung mit nicht-visuel- tungssteigerung für schwierige Sehaufga-
vorruft. Sie wird mit dem Index Ra bewertet. len Effekten lässt sich nach DIN SPEC ben mit zunehmender Beleuchtungsstärke
Er gibt an, wie natürlich Farben wiederge- 67600 umsetzen. Dabei werden zwei Vari- deutlich stärker ausfällt als bei einfachen
geben werden. Ra = 100 steht für den bes- anten unterschieden. Sofern in einem  Sehaufgaben. Zugleich sank die Fehler-
ten Wert. Je niedriger der Index, umso Betrieb wechselnde Tages- und Nacht- quote. Befragungen der Beschäftigten
schlechter sind die Farbwiedergabeeigen- schichten anfallen, sollte eine circadiane während der Langzeitversuche ergaben
schaften. In Innenräumen sollte Ra = 80 Beleuchtung den normalen Tag-Nacht- zudem, dass eine höhere Beleuchtungs-
nicht unterschritten werden. In Bereichen Rhythmus stabilisieren: Beleuchtungsstärke stärke zu geringerer Ermüdung führte. Dies
mit speziellen Anforderungen, z. B. bei der und Blauanteile im Licht steigen am bis  ist nicht nur für entsprechende Leistungs-
Farbprüfung, eignen sich Farbwiederga- zur Mittagszeit kontinuierlich an und neh- reserven von Bedeutung, sondern ebenso
beindizes > 90. men dann langsam bis zum Abend wieder für die Unfallvermeidung.
ab; nachts sollte kein tageslichtweißes
Tageslicht integrieren Licht eingesetzt werden.
Tageslicht dient dem Sehen und taktet die
„innere Uhr“ des Menschen. DIN EN Mehr Informationen zu einer cir-
Circadiane Beleuchtung in der Industrie
12464-1 betont die Bedeutung des Tages- Circadiane Beleuchtung in der Industrie cadian wirksamen Beleuchtung
2.000 lx
lichts an Arbeitsplätzen durch Fensterflä- geben Heft licht.wissen 19 „Wir-
1.500 lx
chen, Oberlichtern und lichtlenkenden Sys- 1.000 lx kung des Lichts auf den Men-
temen.  500 lx schen“ und Heft licht.wissen 21
02:00 06:00 10:00 14:00 18:00 22:00 „Leitfaden Human Centric
Dynamik: Das richtige Licht 08 © licht.de
© licht.de
Lighting (HCL)“. 
zur richtigen Zeit
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen Zur Aktivierung am Tag können auch soge-
zeigen, dass neben den klassischen Güte- nannte „Lichtduschen“ eingesetzt werden. 
merkmalen auch deren zeitlicher Ablauf und Das Licht variiert in diesem Fall z. B. im Stun- Bei höheren Beleuchtungsstärken 
[09] ... steigt die Leistung,
die individuelle Anpassung an den Nutzer dentakt Beleuchtungsstärke und Lichtfarbe.
[10] ... sinkt die Fehlerquote,
maßgeblich zur Qualität der Beleuchtung Lichtduschen sorgen z. B. bei monotonen [11] ... sind die Mitarbeiter wacher.
beitragen.  Arbeitsabläufen für mehr Wohlbefinden.  Diese Zahlen entstammen wissenschaftli-
chen Untersuchungen der TU Illmenau: 
Natürlich können – unter Einhaltung aller Mehr Licht für Ältere „Nutzen einer besseren Beleuchtung“, 1998,
anderen Gütemerkmale – stets auch höhere Mit zunehmendem Alter trübt die Augenlin- Gall, Völker.
Beleuchtungsstärken installiert werden. se ein, während sich die Pupillenweite ver-
[12 –14] Ältere Menschen brauchen mehr
Diese dürfen in Abhängigkeit der momenta- größert und die Sehschärfe abnimmt. Ein Licht als ihre jüngeren Kollegen. Zusätzliches
nen Arbeitsaufgabe und der Tageszeit dy- 60-jähriger Mitarbeiter benötigt eine etwa Licht geben gut entblendete Arbeitsplatz-
namisch verändert werden. Eine gezielte doppelt so hohe Beleuchtungsstärke wie leuchten.

12
Licht steigert die Arbeitsleistung

140
Bohren
Leistung in %

130
Abisolieren
120
Stanzen
110 Zuschneiden

100 Sägen
100 200 300 400 500 600
Beleuchtungsstärke in Lux © licht.de
09

Licht senkt die Fehlerquote


100

90
Bohren
80
Fehler in %

Abisolieren
70
Stanzen
60 Zuschneiden

50 Sägen

100 200 300 400 500 600


Beleuchtungsstärke in Lux © licht.de
10 13

Licht beugt Ermüdung vor


100
Ermüdete Beschäftigte in %

80
Bohren
60
Abisolieren
40
Stanzen
20 Zuschneiden

0 Sägen

100 200 300 400 500 600


Beleuchtungsstärke in Lux
© licht.de
11

Sehschärfe und Alter


1,6
1,4
Sehschärfe (Visus)

1,2
Sehen in die Ferne
1,0
0,8 Nahsehen
erschwerte mit Altersbrille
0,6 Sehleistung
0,4 Nahsehen
ohne Altersbrille
0,2

20 30 40 50 60 70 80
Lebensalter in Jahren
© licht.de
12 14

13
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Lichtplanung
Die richtige Beleuchtung ist Voraussetzung für gutes Sehen und sorgt für ein angenehmes Lichtklima. Um den viel-
fältigen Anforderungen an eine ergonomisch und lichttechnisch einwandfreie Beleuchtung gerecht zu werden, ist
eine sachkundige Planung erforderlich.

Die Planung einer Beleuchtungsanlage sieht wendiger Helligkeitsniveaus ist für alle Ar- Bereich der Sehaufgabe


vor, dass die Beleuchtung mit der Inbetrieb- beitsbereiche die richtige Wahl. Die Be- Die Gütemerkmale von DIN EN 12464-1
nahme gute Arbeitsbedingungen schafft, leuchtung kann nach drei Konzepten ange- sind nicht per se für den gesamten Raum
die über einen langen Zeitraum erhalten legt werden: gedacht, sie gelten vor allem für den Be-
bleiben. Der Planer sollte sicherstellen, dass reich der Sehaufgabe – also für den Teil
die Beleuchtung nach seiner Vorgabe in- 쐍 Auf den Raumbereich bezogene des Arbeitsplatzes, in dem die Sehaufgabe
stalliert und betrieben wird. Im besten Fall Beleuchtung – bietet im ganzen Raum ausgeführt wird. An industriellen Arbeits-
kümmert er sich auch darum, was mit der gleichmäßiges Licht und ist zu bevorzu- plätzen können Sehaufgaben sowohl hori-
Beleuchtung am Ende ihrer Lebensdauer gen, wenn die Anordnung der Arbeits- zontal als auch vertikal (z. B. an Maschi-
passiert. Eine Wiederverwertung bzw. eine plätze noch nicht feststeht oder flexibel nen) sein. Für den sich unmittelbar
umweltfreundliche Entsorgung unterstützen bleiben soll.   anschließenden Umgebungsbereich, also
die Nachhaltigkeit.  쐍 Auf den Tätigkeitsbereich bezogene die Fläche, die sich im Gesichtsfeld des Ar-
Beleuchtung – fokussiert auf einen Be- beitenden befindet, erlaubt die Norm gerin-
In Innenräumen geht es in erster Linie reich, in dem auch mehrere Sehaufgaben gere Werte; sie dürfen die unter Punkt
darum, dass alle Sehaufgaben – vor allem erfüllt werden sollen.   4.3.2 der Norm genannten Werte jedoch
an Arbeitsplätzen – gut erfüllt werden kön- 쐍 Auf den Bereich der Sehaufgabe bezo- nicht unterschreiten.
nen und Störungen, etwa durch Blendung, gene Beleuchtung – ist in der Regel auf
weitestgehend vermieden werden. Neue Teilflächen konzentriert. Eine typische Teil- Die Konzentration der Beleuchtung auf den
Beleuchtungskonzepte orientieren sich an fläche ist z. B. die Arbeitsfläche auf dem Bereich der Sehaufgabe kann zwar die In-
den konkreten Lichtbedürfnissen und kon- Schreibtisch.   vestitions- und Energiekosten senken, birgt
zentrieren sich auf die jeweilige Sehauf- aber Gefahren für die Qualität der Beleuch-
gabe. So lassen sich Menge und Qualität Raumbezogene Beleuchtung tung. Das ist zum Beispiel immer dann der
der Beleuchtung präzise für jeden Bereich Ist bei der Planung einer Beleuchtungsan- Fall, wenn der Bereich der Sehaufgabe und
des Arbeitsplatzes bestimmen. lage die genaue Anordnung der Arbeits- der angrenzende, geringer beleuchtete
plätze unbekannt, müssen die Raumflä- Umgebungsbereich räumlich so eng ange-
Bei der Planung empfiehlt sich die Beach- chen, auf denen Arbeitsplätze angeordnet setzt werden, dass die Leuchtdichtevertei-
tung der Arbeitsstättenregel ASR A3.4 werden könnten, nach DIN EN 12464-1 wie lung im Gesichtsfeld nicht ausgewogen ist.
sowie der Norm DIN EN 12464-1 als aner- der Bereich der Sehaufgabe beleuchtet Die Bereiche der Sehaufgabe müssen des-
kannte Regel der Technik. Die Norm defi- werden. Diese überwiegend raumbezogene halb sorgfältig bestimmt werden.
niert die Beleuchtung für den Bereich der Beleuchtung hat den Vorteil, dass die An-
Sehaufgabe, der Tätigkeit oder den Raum- ordnung der Arbeitsplätze in diesem Raum- Unmittelbarer Umgebungsbereich
bereich. Eine ausgewogene Mischung not- bereich jederzeit verändert werden kann. Ein Arbeitsplatz kann aus mehreren Berei-

Wartungszyklen
Neuwert
Mittlere Beleuchtungsstärke E

Wartungswert

Anlagenwert
ohne Wartung

15 16 Betriebszeit © licht.de

14
chen der Sehaufgabe bestehen, sogar sol- altern und verschmutzen. Deshalb sind die Leuchten höherer Schutzart vorteilhaft
chen mit unterschiedlichen visuellen und be- normierten Werte für die mittlere Beleuch- Leuchten geringer Schutzart – zum Beispiel
leuchtungstechnischen Anforderungen. tungsstärke Wartungswerte, die nicht unter- IP 20 – verschmutzen schneller als ge-
Jedem Bereich der Sehaufgabe ist ein ent- schritten werden dürfen. Um den War- schlossene Leuchten höherer Schutzart von
sprechender unmittelbarer Umgebungsbe- tungswert über einen längeren Zeitraum zu IP 50 und höher. Sie müssen daher früher,
reich mit geringeren Anforderungen an die halten, werden neue Beleuchtungsanlagen geschlossene Leuchten entsprechend spä-
Beleuchtung zugeordnet. In seinem „Leitfa- mit höheren Werten projektiert. Diese wer- ter gewartet werden. Einen Vergleich der
den zur DIN EN 12464-1“ empfiehlt licht.de den mit dem Wartungsfaktor ermittelt. Für Leuchtenwartungsfaktoren zeigt die Tabelle
für solche Fälle die Zusammenfassung der die Planung gilt: Wartungswert = Wartungs- auf dieser Seite. 
Bereiche der Sehaufgaben zu einem Arbeits- faktor x Neuwert.
bereich, dem sich der unmittelbare Umge- Qualifizierte Fachplanung
bungsbereich anschließt. Dieser Arbeitsbe- Der Wartungsfaktor hängt von der Art der Komplexe Beleuchtungsaufgaben erfordern
reich kann, wenn die Lage der Arbeitsplätze Lichtquellen und der Leuchten, der Staub- das Know-how von Spezialisten. Qualifi-
nicht bekannt ist, auch der ganze Raum und Verschmutzungsgefahr des Raumes zierte Fachplaner kennen den aktuellen
sein.  bzw. der Umgebung sowie von der War- Stand der Technik und die relevanten Re-
tungsmethode und dem -intervall ab. Häu- gelwerke. 
Die Norm sieht für den unmittelbaren Um- fig sind zum Zeitpunkt der Beleuchtungs-
gebungsbereich eine Breite von mindes- planung die betriebsbedingten Einflüsse auf Ebenfalls wichtig ist, dass alle Baubeteilig-
tens 0,5 m vor. Hier sind die Beleuchtungs- die Abnahme der Beleuchtungsstärke nicht ten von Beginn an interdisziplinär zusam-
anforderungen geringer. Trotzdem darf  exakt bekannt, so dass bei einem War- menarbeiten. Vor dem Lichtkonzept steht
sich für den Arbeitenden die Leuchtdichte- tungsintervall von drei Jahren ein Wartungs- stets eine Objektanalyse:
verteilung im Gesichtsfeld nicht verschlech- faktor von 0,67 (in sauberen Räumen) bzw. 쐍 Welche Tätigkeiten und Sehaufgaben fal-

tern. Deshalb muss die mittlere Leucht- von bis zu 0,5 (in schmutzigen Räumen) an- len an welchem Ort an?


dichte im Umgebungsbereich mindestens zusetzen ist.  쐍 Wie lauten die Anforderungen der Nutzer

ein Drittel der Leuchtdichte des Bereiches und der Investoren?
der Sehaufgabe betragen, besser ist mehr. Mit LED-Leuchten wird auf eine hohe Le- 쐍 Welche Vorgaben müssen durch Architek-

Gegebenenfalls muss der unmittelbare  bensdauer Wert gelegt. Ein Wechsel der tur, Möblierung oder Maschinenanordnun-


Umgebungsbereich breiter angesetzt wer- LED-Module ist in vielen Fällen nicht mehr gen beachtet werden?
den. vorgesehen. Beim Wartungsplan muss
daher beides berücksichtigt werden: der Erst wenn das Lichtkonzept steht, werden
Arbeitsbereiche und Teilflächen dauerhafte Lichtstromabfall sowie eine  die geeigneten Lichtquellen und Leuchten
Alternativ kann sich die Beleuchtung auf regelmäßige Reinigung der Leuchten. sowie entsprechende Lichtmanagement-
einzelne Arbeitsbereiche beziehen. Bei der systeme gewählt. 
gesonderten Beleuchtung von Bereichen Der Planer muss den Wartungsplan einer
der Sehaufgabe wird das Licht auf diese Beleuchtungsanlage dokumentieren. 
Teilflächen gerichtet. Diese Dokumentation kann mit entspre-
chender Lichtplanungssoftware erstellt und
Wartung und Wartungsfaktor im Wartungshandbuch aufgenommen  Weitere Hinweise zur Lichtpla-
Über die Betriebszeit einer Beleuchtungs- werden. Verantwortlich für die Einhaltung nung gibt Heft licht.wissen 01
anlage nimmt ihr Lichtstrom ab, weil Licht- des Wartungsplanes ist der Betreiber der „Die Beleuchtung mit künstli-
quellen, Leuchten und Raumoberflächen  Anlage.  chem Licht“.

Leuchtenwartungsfaktor (LMF) im Vergleich

Reinigungsintervall 1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre


[15] Mehrere Bereiche der Sehaufgabe an
einer Drehbank, die zu einem Bereich des Ar-
Umgebung                  SS      S       N       V      SS      S       N       V      SS      S       N       V
beitsplatzes (hell- und mittelgelb) zusammen-
gefasst sind. Der Streifen des Umgebungs-
IP 50-Leuchte             0,96  0,94  0,90  0,86  0,93  0,91  0,86  0,81  0,92  0,90  0,84  0,79 bereiches beträgt mindestens 0,5 Meter
(dunkelgelb).
IP 20-Leuchte             0,94  0,88  0,82  0,77  0,91  0,83  0,77  0,71  0,89  0,79  0,73  0,65
[16] Der Wartungswert kennzeichnet den
Wert, den die Beleuchtungsstärken während
SS=sehr sauber /S=sauber (Reinräume, Rechenzentren) / N=normal (Montagehallen, Lagerhallen, Laboratorien) /
V=verschmutzt (Chemische Anlagen, Holzverarbeitung) der Betriebszeit einer Anlage nicht unter-
schreiten dürfen. 

15
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Lichtlösungen mit bester Effizienz


Zu den Anforderungen an eine Beleuchtungsanlage zählt heute auch ein geringer Energieverbrauch. Effiziente 
Lichttechnik und die intelligente Nutzung von Tageslicht schonen die Umwelt, senken die Betriebskosten und
tragen zum Geschäftserfolg bei. Sinnvoll ist dabei ein Lichtmanagementsystem.

Unter der Vorgabe, „keinen Kompromiss zu oder Neubau eines Gebäudes muss der derne Lichtquellen, Leuchten und Betriebs-


Lasten der lichttechnischen Gütemerkmale Primärenergiebedarf nach DIN V 18599, Teil geräte bieten. Ein neues Beleuchtungssys-
... einzugehen, nur um den Energiever- 4, für die Beleuchtung berechnet und – vor tem mit Tageslicht- und Präsenzsteuerung
brauch zu senken“ (Ziffer 4.9), fordert auch Baubeginn – genehmigt werden.  spart gegenüber einer alten Anlage bis zu
DIN EN 12464-1, das künstliche Licht mit 80 Prozent der Energiekosten. 
möglichst geringem Energieaufwand zu er- Komponenten effizienter Beleuchtung
zeugen. Deutliche Einsparimpulse setzt die Mit der LED ist die Beleuchtung erheblich Hohes Einsparpotenzial bieten vor allem
Europäische Union, die mit Richtlinien wie effizienter geworden – und im gleichen Maß jene Gebäudebereiche, die nicht ständig
der 2010/31/EU EPBD (Energy Perfor- ist auch die Lichtqualität gewachsen. Wei- genutzt werden; in Industrieanlagen sind
mance of Buildings Directive) Regeln für die tere Komponenten einer effizienten Be- dies z. B. Lagerhallen, Verkehrswege oder
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vor- leuchtung sind:  auch Umkleide- und Sanitärräume. Durch
gibt. Diese beziehen sich auf Energieeffi- 쐍 Qualitätsleuchten mit hohen Betriebswir-
ein Lichtmanagementsystem kann die Be-
zienz, umweltgerechte Gestaltung und die kungsgraden und optimierter Lichtlenkung,  leuchtung je nach Präsenz geschaltet und
Lichttechnik in Gebäuden.  쐍 elektronische Betriebs- und Vorschaltge-
geregelt werden. Ebenso kann die Beleuch-
räte mit langer Lebensdauer und geringer tung in Bereichen mit viel Tageslicht elektro-
Energieausweis auch für Ausfallrate, nisch gedimmt und gesteuert werden, ohne
kleinere Betriebe 쐍 Lichtkonzepte mit unterschiedlichen
dass der Komfort leidet.
Auf der Richtlinie 2002/91/EG – national Schaltgruppen, die einzeln und unabhän-
als Energieeinsparverordnung (EnEV) um- gig voneinander gedimmt und gesteuert Der Gesetzgeber hat das erkannt – und mit
gesetzt – fußt der Energieausweis, seit werden können. der EnEV 2014 den Einsatz von Lichtmana-
2007 verpflichtend für Nicht-Wohnge- 쐍 Lichtmanagementsysteme, die das Ta-
gementsystemen in solchen Bereichen zur
bäude: Er bilanziert den Gesamtenergiebe- geslicht und die Belegung von Räumen Referenztechnologie erklärt. Das bedeutet,
darf eines Gebäudes inklusive der Beleuch- einbeziehen. dass die elektronische Lichtsteuerung als
tung. Seit der letzten großen Novelle 2014 Mindeststandard vorausgesetzt wird. 
müssen auch Gebäude und Nutzflächen Wer Leuchten mit einer höheren Schutzart
mit mehr als 500 Quadratmeter Fläche und als eigentlich notwendig einsetzt, spart zu- Den Beteiligten der Beleuchtungsplanung
starkem Publikumsverkehr erfasst werden. sätzlich Energie: Weil sie länger sauber blei- ist dies nicht immer bewusst. Planer sollten
Damit ist auch für kleinere Betriebe in  ben, kann für den Wartungswert ein gerin- bedenken, dass bei Erstellung des Energie-
der Regel ein EnEV-Nachweis nach DIN  gerer Anfangswert (Neuwert) gewählt ausweises in der Regel der Einsatz der Re-
V 18599 erforderlich.  werden (s. Seite 15).  ferenztechnologie unterstellt wird. In vielen
Gebäuden ist die Berücksichtigung von
Bauherren werden durch die EnEV ver- Lichtmanagement ist Referenztechnologie Lichtmanagementsystemen also zwingend
pflichtet, den Gesamtenergieverbrauch Nur mit elektronischer Steuerung können erforderlich, um die EnEV-Anforderungen
eines Gebäudes zu ermitteln: Vor Sanierung Betreiber alle Vorteile ausschöpfen, die mo- zu erfüllen (s. S. 55).  

16
Beispielhafte Betrachtung der Beleuchtungskosten
einer Industriehalle* über 10 Jahre

■ Wartung
■ Strom
■ Investition

[17] Moderne Technik spart: Die Investition


in eine neue Beleuchtungsanlage rechnet
sich rasch – bei besserer Lichtqualität.

[18] Sensoren in den Leuchten regeln die


Beleuchtung nach dem Vorbild des Tages-
lichts.

[19] Der Wechsel zu energieeffizienten


Leuchtmitteln in Kombination mit Lichtmana-
Halogenmetalldampflampe LED LED + Lichtmanagement gementsystemen spart Strom und Betriebs-
kosten.
* Industriehalle 30 x 50 m / 300 Lux Beleuchtungsstärke / 3.000 Betriebsstunden jährlich.
@ licht.de
17

Referenztechnologie des Lichtmanagements für beispielhafte Anwendungen (nach EnEV 2014)

Nutzungsprofil Lichtmanagement
Nichtwohngebäude
Konstantlicht- Präsenzmelder tageslichtabhängige
stromkontrolle Kontrolle

Einzelbüro X – X

Gruppenbüro (zwei bis sechs Arbeitsplätze X – X

Großraumbüro (ab sieben Arbeitsplätzen) X – X

Besprechung, Sitzung, Seminar X X X

Verkehrsflächen – X –

@ licht.de

Anwesenheitssensorik Sparpotenziale Innenbeleuchtung


Energieverbrauch
100% 0% 50 % Energieverbrauch 100 %
앶앶앶앶앸
80%
60% Altanlage 80er-Jahre, Dreibanden-Leuchtstofflampe 얒 26 mm an V VG, Altleuchte mit weißem Raster
40%
20% Moderne Anlage, Leuchtstofflampen 얒 16 mm an EVG* -30 %
0%
Uhrzeit 06:00 12:00 18:00 Moderne LED-Leuchten -50 %
Tageslichtnutzung LED-Leuchten mit
Tageslichtsteuerung -70 %
Energieverbrauch
LED-Leuchten
100% mit Präsenz- und -80 %
80% Tageslichtsteuerung
Tageslicht 60% 앴앶앶앶앶
40% 100 % Energieeinsparung 50 % 0%
20% Beispiel für 2-Achs-Büro
0% * Leuchtstofflampen mit geringer Verlustleistung, Leuchten mit moderner Lichtlenktechnik. @ ©licht.de
licht.de

Uhrzeit 06:00 12:00 18:00 @ licht.de


18 19

17
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Sanierung mit System


Ein strukturierter Sanierungsprozess hilft, Effizienzpotenziale zu erfassen und sorgt dauerhaft für hohe Lichtqualität
bei niedrigen Stromkosten. Fünf Schritte führen zum Ziel. 

In vielen Unternehmen ist die Beleuchtung steller der bestehenden Anlage explizit an-
technisch veraltet. Solche Anlagen  geboten werden. 
쐍 verbrauchen zu viel Energie,

쐍 treiben die Stromkosten in die Höhe, 
Sanierung professionell planen
쐍 erfordern einen hohen Reinigungs- und
Sorgfältige Analyse und professionelle 
Wartungsaufwand, Planung sind die Basis jeder zielgerichteten
쐍 entsprechen oft nicht mehr den aktuellen
Beleuchtungssanierung. Ziel ist es, einen
Normen und  umfassenden Sanierungsfahrplan zu erstel-
쐍 bieten häufig nur schlechte Lichtqualität. 
len, der die Wirtschaftlichkeitsberechnun-
gen für einzelne Beleuchtungsprojekte 
Das erschwert die Arbeit, führt zu hohen Feh- enthält. Mit den erfassten Daten und Be-
lerquoten und mindert die Leistungsfähigkeit.  rechnungen lässt sich die optimale Sanie-
rungsstrategie wählen. 
Durch Verschmutzung und Materialalterung
kann sich im Laufe der Jahre der Betriebs- Zugleich lässt sich so besser entscheiden,
wirkungsgrad einer alten Anlage und der welche Projekte aus wirtschaftlichen 
dazugehörigen Komponenten – Lampen, Aspekten eventuell vorgezogen werden
Leuchten und Betriebsgeräte – halbieren. sollten. So kann eine Sanierung dann auch
Die Betriebskosten einer Beleuchtungsanla - abschnittsweise über mehrere Jahre erfol-
ge, Energieaufwand und Wartungsarbeiten, gen. In diesem Fall beginnt die Sanierung
machen heute fast 90 Prozent der Kosten entweder in Räumen oder Gebäudeteilen
aus. Vor diesem Hintergrund rechnen sich mit der längsten Betriebszeit oder setzt bei
Investitionen in eine ergonomische und effi- Leuchten- und Lampentypen an, die das
ziente Beleuchtung meist innerhalb weniger höchste Einsparpotenzial bieten. 
Jahre. Dabei gilt: Je älter die zu ersetzende
Anlage ist und je länger sie täglich betrie- Schritt 1: Die Ist-Analyse
ben wird, desto höher ist die Einsparung. Wer seine Ziele zu Beginn exakt definiert,
kann später die erreichten Einsparungen
Beste Sanierung: „neu“ gegen „alt“ und den Gewinn an Lichtqualität leicht 
In der Regel ist der komplette Austausch beziffern. Jede Sanierung beginnt mit einer
einer alten Anlage gegen eine professionell Ist-Analyse. Wichtige Basismaterialien 
geplante neue Anlage mit Lichtmanage- sind:
mentsystem die beste Lösung. Ebenso wie 쐍 Energieabrechnungen der vergangenen

bei einem Neubau sollten auch bei einer drei Jahre,
Sanierung der Beleuchtungsanlage schon 쐍 Aufstellung der Wartungs- und Reparatur-

zu Beginn Experten eingebunden werden. kosten für vorhandene Anlagen,
Dies gilt insbesondere dann, wenn Bauher- 쐍 lichttechnische Berechnungen und Über-

ren aus Kostengründen zunächst nur ein- prüfung der bestehenden Anlagen,
zelne Komponenten austauschen möchten. 쐍 Benchmarks mit vergleichbaren Beleuch-

Hier ist Vorsicht geboten, denn beim Wech- tungsanlagen. Im einfachsten Fall wird
sel von Betriebsgeräten oder Lichtquellen dabei die elektrische Leistungsaufnahme
kann das VDE-Zeichen der Leuchten seine der Beleuchtungsanlage ins Verhältnis zur
Gültigkeit verlieren. Ist dies der Fall, haftet beleuchteten Fläche gesetzt (also Watt/m2
der Betreiber der Anlage für deren Sicher- pro 100 Lux pro Jahr).
heit.
Schritt 2: Die Planung
Ebenfalls kritisch ist der Wechsel von Re- Bei der Lichtplanung müssen die Sehaufga-
flektoren, sofern diese nicht durch den Her- ben festgelegt, zahlreiche Normen und

18
20 21

Ist-Analyse Planung Finanzierung Installation Wartung & Kontrolle

Richtlinien beachtet und Gütemerkmale der ter in effiziente Beleuchtung und über-
Beleuchtung berücksichtigt werden. Die nimmt das wirtschaftliche Risiko.  Weitere Tipps und Praxisbei-
konkrete Planung erfolgt in fünf Schritten: 쐍 Finanzierungshilfen: Mit zahlreichen Pro- spiele gibt es in Heft licht.wissen
쐍 Definition des Lichtkonzepts und Wahl der grammen unterstützen die Bundesregie- 09 „Sanierung in Gewerbe, Han-
Beleuchtungsarten, rung und die bundeseigene KfW-Bank die del und Verwaltung“.
쐍 Auswahl geeigneter Leuchten und Kom- Sanierung alter Beleuchtungsanlagen. 
ponenten, 
쐍 Ermittlung der notwendigen Anzahl von Schritt 4: Installation und Inbetriebnahme
Leuchten und deren Anordnung, Professionell geplante Beleuchtungsanla-
쐍 gegebenenfalls Definition des Lichtmana- gen erfordern auch eine fachgerechte 
gements und Installation. Sie gewährleistet, dass alle
쐍 Definition des Wartungsplanes.  Komponenten – Leuchten, Lichtquellen,
Betriebsgeräte und Sensoren für Präsenz-
Zu Planung gehört auch eine Wirtschaft- und Tageslichtmessung – optimal einge-
lichkeitsberechnung, die verschiedene  stellt sind und die Planungsziele zu Licht-
Optionen der Beleuchtung – Lampen- qualität und Energieeinsparung erreicht
und/oder Leuchtentausch – berücksichtigt werden. Schlecht eingestellte Anlagen er-
und unterschiedliche Leuchtenlösungen reichen häufig nicht die gewünschte Perfor-
vergleicht. mance. 

Schritt 3: Finanzierung Schritt 5: Wartung und Kontrolle


Die finanziellen Mittel für die Modernisierung Nach DIN EN 12464-1 gehört zur Lichtpla-
von Beleuchtungsanlagen sind oft begrenzt. nung verpflichtend auch die Erstellung
Dann können sinnvolle Finanzierungskon- eines Wartungsplanes. Optimale Wartung
zepte den Wechsel zu einer energieeffizien- erhöht die Lebensdauer und die Effizienz
[20 + 21] Mehr Lichtqualität, mehr Effizienz:
ten Beleuchtung erleichtern – im Idealfall einer Beleuchtungsanlage. Zudem lassen
Ein modernes Beleuchtungssystem mit
gänzlich ohne Belastung für den Etat. Hilfe- sich aus der Wartung von Beleuchtungsan- Lichtsteuerung sorgt auch in Produktionshal-
stellung gibt es durch:  lagen wertvolle Hinweise und Kennzahlen len für eine angenehme Atmosphäre und
쐍 Contracting: Hier investiert ein Dienstleis-
für zukünftige Projekte gewinnen.  komfortable Arbeitsbedingungen. 

19
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

© licht.de
22

[22] Die Digitalisierung verändert die Ar-
beitswelt. In der vernetzten Smart Factory
übernehmen Maschinen immer mehr Rou-
tine-Aufgaben, gesteuert von Sensoren und
Mikroprozessoren. 

20
Smart buildings, smart lightings
Digitale Informationsstrukturen in der Arbeitswelt läuten die vierte industrielle Revolution ein. Die zunehmende
Vernetzung von Maschinen und Daten verändert Fertigungs- und Logistikprozesse und bietet Unternehmen neue
Möglichkeiten. Die Beleuchtung ist aktiver Teil in smarten Gebäuden: Sie sammelt Nutzungsdaten, reagiert 
flexibel auf Veränderungen und versorgt den Arbeitsplatz mit der jeweils optimalen Lichtqualität. 

Sind bedarfsgerechte Beleuchtung und In- sparpotenziale. Das Fraunhofer Institut hat
dustrie 4.0 ein Widerspruch? Durchaus ein Arbeitsplatzkonzept für die Industrie 4.0
nicht. Im Zeitalter von Industrie 4.0 nehmen entworfen: Moderne Beleuchtung passt
die Bedürfnisse der Menschen einen hohen sich danach tätigkeitsbezogen und ergono-
Stellenwert ein und das Thema „Human misch den steigenden Anforderungen in
Centric Lighting“ (HCL) gewinnt mehr und den Unternehmen an. Dynamische Einstel-
mehr an Bedeutung.  lungsmöglichkeiten der Lichtfarbe, -intensi-
tät und -richtung im Laufe des Arbeitsfort-
Der Mensch im Mittelpunkt schritts sowie eine digitale Vernetzung von
Durch die Möglichkeit der flexiblen Einstel- Maschinen und Anlagen unterstützen die
lung moderner Beleuchtungssysteme können  Montageleistung an einem Produkt zu
Anforderungen verschiedenster Arbeitsfel- jedem Zeitpunkt. Ein Arbeitsplatz mit einer
der, vom Montagewerk bis zum Logistik- tätigkeitsbasierten Beleuchtung erhöht so
zentrum, bedient werden und das Licht ver- einerseits die Produktivität der Mitarbeiter-
änderten Produktionslayouts schnell und bei gleichzeitiger Fehlerreduktion und ver-
einfach angepasst werden. Die moderne bessert andererseits insgesamt die Arbeits-
Arbeitswelt, die stark durch flexible Arbeits- bedingungen.
verhältnisse geprägt ist, profitiert von den
Vorteilen einer smarten Beleuchtung: Inno- Frühzeitig handeln durch Big-Data-Analysen
vative Sensortechnologie ermöglicht eine Durch eine Vernetzung von Sensoren in den
Beleuchtung, die sich automatisch an Prä- Leuchten kann die Effizienz eines gesamten
senz, Nutzer und Tätigkeiten anpasst und Gebäudes gesteigert werden. Eine digitale
die visuellen, emotionalen und biologischen Lichtsteuerung sammelt Beleuchtungs- 
Bedürfnisse des arbeitenden Menschen bei und Präsenzdaten über Bewegungsabläufe
der Tag- und Nachtarbeit berücksichtigt.  und -zeiten von Personen und Ressourcen,
energieintensive oder -arme Tätigkeiten
In Deutschland arbeitet jeder Sechste im sowie Maschinennutzungszeiten und er-
Schichtdienst (Bundesarbeitsministerium, möglicht einen Zugriff auch aus der Ferne.
2016) und muss sich regelmäßig von der
Tages- auf die Nachtzeit umstellen. In Stu- Mit den gesammelten Daten können so-
dien wurde der Nachweis erbracht, dass wohl Entscheidungen über Service-Einsätze
Lichtlösungen mit dynamisch gesteuerten oder neue Investitionen als auch über An-
Beleuchtungsstärken und Farbtemperatu- passungen von Temperatur, Beleuchtung
ren diese Umstellung unterstützen können. und Reinigungsplänen bei intensiver oder
Hinzu kommen immer komplexere, nicht geringer Nutzung leichter getroffen werden.
automatisierbare Tätigkeiten mit entspre- Auch hierdurch können Arbeitsbedingungen
chend anspruchsvollen Sehaufgaben und verbessert und ökonomische Einsparungen
der demografische Wandel: Ältere Arbeit- erzielt werden.
nehmer brauchen mehr Licht als ihre jünge-
ren Kollegen. Beide profitieren von einer Bedarfsgerechte Beleuchtung und entspre-
guten Lichtqualität, die motiviert und ein chende Lichtmanagementsysteme können
fehlerfreies Arbeiten unterstützt. die Revolution der Arbeitswelt durch situati-
onsbezogene Optimierungen, ganzheitliche
Licht ist dynamisch und vernetzt Vernetzungen, intelligente Beleuchtungs-
Bedarfsgerechte Beleuchtung bietet jedoch systeme für Gebäude und neue Lösungen
nicht nur gesundheitliche Vorteile für Arbeit- für die Gestaltung des Arbeitsumfeldes un-
nehmer, sondern auch ökonomische Ein- terstützen. 

21
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Umgebungsbedingungen
Vom Reinraum bis zur Müllverbrennungsanlage: In der Industrie gibt es viele verschiedene Anwendungsbereiche mit
ebenso unterschiedlichen Umgebungsbedingungen. Material, Beschaffenheit und Konstruktion der Beleuchtung
sollten darauf angepasst sein.

Eine funktionierende Beleuchtung ist gibt den Feuchtigkeitsschutz der Leuchte ten ablagern und zu hohen Oberflächen-


Grundvoraussetzung für die Sicherheit in an. Bei Anwendungen mit Wasserbädern, temperaturen und Brandgefahr führen. Die
jedem Industriebetrieb. Allerdings unter- Dampf oder auch bei häufiger Reinigung D-Kennzeichnung regelt die Oberflächen-
scheiden sich die Umgebungsbedingungen mit Wasser (Dampfreiniger) ist auf eine hohe temperaturen auf Leuchten für feuergefähr-
in den verschiedenen Industrieanwendun- Schutzart der Leuchten zu achten.  dete Betriebsstätten.
gen deutlich. Bevor man sich für eine Be-
leuchtungsanlage entscheidet, sollte also Schutz vor chemischen Einflüssen Sicherheitsbeleuchtung
zunächst geprüft werden, welche Umge- Es gibt kein Material, das gegen alle Ein- Sicherheitsbeleuchtung nach DIN EN
bungsbedingung herrscht und auf welche flüsse resistent ist. Chemikalien und die 60598-2-22 muss besondere Bedingungen
Eigenschaften, Bauweisen und Materialien Arten der Beeinflussungen sind sehr vielfäl- erfüllen. So ist vorgeschrieben, dass die Si-
bei Leuchtengehäuse, Dichtungen und Ver- tig und füllen Bände an Resistenztabellen. cherheitsbeleuchtung im Brandfall durch
schlüssen geachtet werden soll. Das Gefahrenpotenzial sollte daher immer eine Zentralbatterieanlage oder durch einen
genau geprüft werden. Bei aggressiven Dieselgenerator extern betrieben werden
Fremdkörperschutz Umgebungsbedingungen sollten Materialien kann oder alternativ Leuchten mit integrier-
In vielen Anwendungen sind Partikel in der wie Polymethylmethacrylat (PMMA) oder tem Akku genutzt werden. Weiterhin müs-
Luft, die bei der Produktion anfallen können. Polyamid (PA) gewählt werden. So ist bei- sen ausreichende Beständigkeiten gegen
Glatte, leicht zu reinigende sowie partikelab- spielsweise in der Metallverarbeitung, in der hohe Umgebungstemperaturen gegeben
weisende Oberflächen sind zu empfehlen. Schmierfette und Öle eingesetzt werden, sein und bestimmte Komponenten einer so-
Die erste Kennziffer der IP-Klassifizierung darauf zu achten, dass keine relevanten genannten Glühdrahtprüfung unterzogen
nach DIN EN 60598-1 gibt an, wie groß Bauteile der Beleuchtungssysteme aus Po- werden.
Partikel sein dürfen, ohne dass sie in die lycarbonat (PC) bestehen, da dieses Mate-
Leuchte eindringen können.  rial beschädigt werden kann. Explosionsschutz
In zahlreichen Industriebereichen müssen
Schutz vor Feuchtigkeit Brandschutz explosionsgeschützte Leuchten eingesetzt
Die zweite Kennziffer der IP-Klassifizierung Stäube und Späne können sich auf Leuch- werden: in chemischen Großanlagen, Öl-
plattformen oder Raffinerien, aber auch in
Getreidemühlen, Silos oder Sägewerken.
Bei explosionsgeschützten (Ex-)Leuchten
Schutzarten
gilt, dass Zündgefahren aktiv vermieden
1. Kennziffer Schutz gegen Fremd- 2. Kennziffer Schutz gegen werden müssen. 
körper u. Berührung Wasser
0 ungeschützt ungeschützt
Insgesamt gibt es 13 mögliche Zündquel-
geschützt gegen feste geschützt gegen
1 Fremdkörper > 50 mm Tropfwasser len. Neben thermischen oder elektrischen
geschützt gegen feste geschützt gegen Zündquellen werden auch elektrostatische
2 Fremdkörper > 12 mm Tropfwasser unter 15°
und elektromagnetische Quellen als mögli-
geschützt gegen feste geschützt gegen
3 Fremdkörper > 2,5 mm Sprühwasser che Ursache für eine unerwünschte Zün-
geschützt gegen feste geschützt gegen dung betrachtet. Wichtig ist dabei, dass die
4 Fremdkörper > 1 mm Spritzwasser Leuchte nicht beim Gehäuse aufhört: In-
geschützt gegen nenliegende Komponenten müssen ebenso
5 geschützt gegen Staub Strahlwasser
berücksichtigt werden wie Kabelverschrau-
geschützt gegen
6 dicht gegen Staub schwere See bungen. 
geschützt gegen
7 — zeitweises Eintauchen Neben der Zündschutzart, der Methode zur
geschützt gegen …m aktiven Vermeidung von Zündquellen, sind
8 — dauerndes Untertauchen
die Temperaturklasse und die Gasgruppe 
Schutz gegen Wasser
9 — bei Hochdruck-/Dampf- entscheidend für die Einstufung der Leuchte. 
strahlreinigung Beide entscheiden über die erlaubte und
© licht.de
mögliche Verwendung der Leuchte.

22
23

Gruppe Staub Gefährlichkeit der Stäube


22
IIIA Brennbare Flusen +

IIIB Nicht-leitfähiger Staub ++ 21
IIIC Leitfähiger Staub +++
20
Gruppe Prüfgas Gefährlichkeit der Gase

IIA Propan +

IIB Ethylen ++
Zone 20: Fülltrichter einer Sackentleerstation – in Zone 20 ist die
IIC Wasserstoff +++ Explosionsgefahr am größten
Zone 21: Nähere Umgebung (Radius 1 m) um die offene Beschickungs-
öffnung
Temperatur- Zündtemperatur max. Oberflächentempe- Zone 22: Bereich außerhalb der Zone 21 wegen Ablagerung von Staub
klasse des Gases ratur des Betriebsmittels © licht.de
24
T1 > 450°C 450°C

T2 > 300°C  ≤ 450°C 300°C


[23] Viele Gase und Stäube sind brennbar und
T3 > 200°C  ≤ 300°C 200°C explosionsfähig. In gefährdeten Bereichen müs-
sen explosionsgeschützte Leuchten und Be-
T4 > 135°C  ≤ 200°C 135°C triebsmittel eingesetzt werden. 

T5 > 100°C  ≤ 135°C 100°C [24] Beispiel für die Einteilung in Zonen nach


dem Grad der Gefährdung, hier für brennbare
T6 > 85°C  ≤ 100°C 85°C Stäube in die Zonen 20, 21, 22. Für Gas, Nebel
und Dämpfe sind die Zonen 0, 1 und 2 definiert.

23
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

25 26 27

28 29 30

Leuchten
Leuchten verteilen und lenken den Lichtstrom einer oder mehrerer Licht-
quellen. Zu einer Leuchte gehören alle Komponenten zur Befestigung sowie
zum Betrieb und Schutz der Lichtquelle. 

Prinzipiell werden Leuchten in zwei Haupt- Schutz oder die chemische Verträglichkeit
gruppen unterteilt: Leuchten für Beleuch- der verwendeten Materialien. Grundsätzlich
tungszwecke und Leuchten für Leuchtzwe- werden auch Industrieleuchten in Innen-
cke. Während Leuchten für Leuchtzwecke leuchten und Außenleuchten unterteilt. Wei-
eine direkte Wirkung im Auge des Beob- tere Eigenschaften, die zur Entscheidung
achters erzielen sollen – z. B. Signalwirkung, für den Leuchtentyp beitragen, sind:
Werbung oder ästhetische Blendung –, er- 쐍 Leuchteneffizienz: nur effiziente Leuchten

hellen Leuchten für Beleuchtungszwecke die helfen, Betriebskosten zu sparen;
Nutzflächen, die das menschliche Auge se - 쐍 Lichtqualität: Lichtquellen und optische

hen, wahrnehmen und/oder bewerten soll.  Systeme mit optimaler Beleuchtung der
Nutzflächen sind richtig für Industrieanla-
Eine weitere Unterteilung dieser Gruppe von gen;
Leuchten definiert spezifische Eigenschaf- 쐍 Elektrische Qualität: Zulassung (z. B.

ten der Leuchten, wie den IP-Schutz, IK- ENEC, VDE), Power Factor, Einschalt-

24
31 32 33

34 35 36

[25] Leuchten im Lichtbandsystem direkt [32] Reinraumleuchte, Schutzart IP 65


(links) und direkt/indirekt strahlend (rechts),
Schutzart IP 20 [33] Rasterleuchten für den Deckenanbau
(links) und -einbau (rechts), Schutzart IP 20
[26] Hallenreflektorleuchte mit rotations-
symmetrischer Lichtstärkeverteilung, Schutz- [34] Feuchtraumwannenleuchte, Schutzart
art IP 65 IP 65

[27] Hallenreflektorleuchte mit symmetri- [35] Lichtleisten-Leuchte ohne Reflektor,


scher (links) und asymmetrischer (rechts) Schutzart IP 65 (Feuchtraumleuchte)
Lichtverteilung
strom, Zusammenspiel Netzqualität/ [36] Rettungszeichenleuchte, Schutzart 
Leuchte (Total Harmonic Distortion, THD); [28] Scheinwerfer mit asymmetrischer IP 23 oder IP 65 für Industriehallen
쐍 Lebensdauer: neben der Lichtquelle be- Lichtstärkeverteilung für großflächige Indus-
stimmen weitere elektronische Kompo- triebereiche, Schutzart IP 65
nenten in der Leuchte die Wartungszy-
[29] Explosionsgeschützte Leuchte 
klen;
(Ex-Leuchte)
쐍 Produktergonomie: Installationsfreundlich-

keit, Wartungsfreundlichkeit, Ästhetik; [30] Maschinenleuchte in den Ausführun-


쐍 Bauform: ob Flächenstrahler, Punktlicht- gen konventionelle Maschinenrohrleuchte
quelle oder Einbauleuchte entscheidet der (links) und LED-Maschinenleuchte (rechts),
Schutzart IP 67
Betreiber.
Zudem gibt es noch die Gruppe der hand- [31] Arbeitsplatzleuchte in den Ausführun-
geführten (= ortsveränderlichen) Leuchten. gen Systemleuchte (links) und universal
Auch hier gelten spezielle Forderungen. (rechts), Schutzart IP 20 

25
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

4 5

2 3

6 7

8 9 10

11 12 13 14

37

26
LED-Lichtquellen
LED-Lichtquellen gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Von der fertigen Retrofit-Lösung über flexible LED-
Stripes bis hin zu LED-Modulen, die selbst den höchsten Anforderungen genügen. Auch für anspruchsvolle
Sonderanfertigungen hält das LED-Portfolio die perfekte Lösung bereit. 

LED-Retrofitlampen Flexible LED-Stripes [6-7]


Der schnellste und einfachste Einstieg in  Flexible LED-Stripes eignen sich besonders
die LED-Technologie besteht darin, eine für die dekorative Beleuchtung. Durch immer
vorhandene Leuchte mit einer passenden höhere Lichtströme werden sie aber auch
LED-Retrofitlampe zu bestücken. Die für die Raumbeleuchtung, beispielsweise in
Leuchte inklusive Fassung bleibt dabei un- Vouten, interessant. In diesem Fall muss
verändert, wird aber mit effizienter Techno- zwingend auf eine gute Wärmeableitung ge-
logie und baugleicher LED-Retrofitlampe achtet werden.
auf den neuesten Stand gebracht.  LED-
[37] Übersicht gängiger LED-Retrofitlam-
pen, LED-Stripes, LED-Module und LED-Pa- Lampen sind in vielen Varianten verfügbar. LED-Module [8-11]
ckages. Inzwischen gibt es für jede Anwen- Sie zeichnen sich durch hohe Energieeffi- LED-Module bestehen aus Platinen, die mit
dung die passende LED-Lösung. zienz und eine gute Farbwiedergabe aus. einzelnen LEDs bestückt sind. Je nach Aus-
Je nach System können sie zudem ge- baustufe können diese Lichtquellen bereits
dimmt, farbgesteuert oder mit smarter mit einer Optik zur Lichtlenkung und einem
Technologie in ein Netzwerk eingebunden Kühlkörper ausgestattet sein. Anforderun-
Konversion werden. Wichtig: Beim Einsatz von LED- gen an technische Sicherheit, Zuverlässig-
Retrofitlampen in Leuchten muss auf elek- keit und Leistung sind in der Verordnung
Wird eine Leuchte umgebaut, um beispielsweise eine trotechnische und lichttechnische Kompati- 1194/2012/EU sowie den Sicherheits- und
stabförmige LED-Lampe verwenden zu können, wird bilität geachtet werden. Auf dem Markt sind Performanznormen DIN EN 62031 und DIN
das als Konversion (Umbau, Umnutzung) bezeichnet. im Wesentlichen drei Typen verfügbar:  EN 62717 beschrieben. Zum Betrieb eines
Hierfür ist ein technischer Eingriff in den Leuchtenauf- LED-Moduls ist in der Regel ein Vorschalt-
bau notwendig. In der Regel müssen der Starter und [1] Ersatz für stabförmige Leuchtstofflam- gerät notwendig. 
das Betriebsgerät ausgetauscht und die Innenverdrah- pen (T8, T5)
tung ersetzt oder verändert werden. Dadurch ändern Stabförmige LED-Lampen  benötigen be- Ausgangs-Basis: Die LED
sich immer auch die lichttechnischen Eigenschaften deutend weniger Energie als herkömmliche Die vorgenannten LED-Lichtquellen bedie-
der Leuchte, da der LED-Ersatz eine andere Abstrahl- Leuchtstofflampen. Sie flackern nicht beim nen sich aus folgenden LED-Bauteilen: 
charakteristik aufweist als beispielsweise eine Leucht- Einschalten und liefern sofort volle Leucht-
stofflampe. Folgende Punkte sind zu beachten: kraft. Achtung: Konversion beachten, siehe [12] Low- und Midpower-LEDs werden mit
grauen Kasten links. elektrischen Leistungen von 0,1 bis 0,5 Watt
쐍 Die Umrüstung der Leuchte darf nur durch einen (W)  eingesetzt. Sie bestehen aus einem ein-
autorisierten Fachbetrieb erfolgen. [2-3] Ersatz für ungebündelt abstrahlende fachen Kunststoffgehäuse mit Leadframe
쐍 Durch die Umrüstung verliert die Leuchte ihre Zulas- Lichtquellen, ein- oder zweiseitig geso- zur Wärmeableitung und Stromzufuhr sowie
sung und gegebenenfalls die Garantie des Herstellers. ckelt einem Chip.
쐍 Durch den Umbau einer Leuchte entsteht ein neues In klassischer „Birnenform“ und mit
Produkt, für das eine neue Konformitätsbewertung Schraubsockel E14 oder E27 ersetzen [13] High-Power-LEDs mit einer elektri-
erstellt werden muss. Dafür ist derjenige verantwort- LED-Lampen herkömmliche Glüh- und Ha- schen Leistung von 1 bis 5 W werden häufig
lich, der die Leuchte umbaut oder in Verkehr bringt logenlampen. Ebenso können sie Lampen in Strahlern sowie in der Straßenbeleuch-
und dadurch zum Leuchtenhersteller wird. mit unterschiedlichen Stecksockeln, ein- tung eingesetzt. Eine präzise Lichtlenkung
쐍 Für die Produkthaftung bzw. Gewährleistung ist die oder zweiseitig gesockelt, effizient ersetzen.  wird durch spezielle Kunststoffoptiken er-
umrüstende Firma verantwortlich. reicht.
쐍 Die umgerüstete Leuchte muss mit einem neuen [4-5] Ersatz für Reflektorlampen
Typenschild gekennzeichnet werden. Konventionelle Reflektorlampen lassen sich [14] Multi-Chip-LEDs sind mit hochinte-
쐍 Die lichttechnischen Eigenschaften sollten überprüft ebenfalls hervorragend durch LED-Retrofit- grierten Chips hinter einer größeren Konver-
und gegebenenfalls an die gesetzlich vorgeschriebe- lampen ersetzen. Hier bietet der Markt eine sionsstofffläche, z. B. COB (Chip-on-board),
nen Werte angepasst werden. große Auswahl in unterschiedlichen Licht- aufgebaut. Sie werden z. B. in Downlights
farben und Abstrahlwinkeln. oder Hallen- und Tischleuchten eingesetzt.

27
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Anforderungen an die Qualität


von LED-Leuchten
Effiziente LED-Lichtquellen bieten auch in der modernen Industriebeleuchtung optimale Lösungen. Eine Vielzahl von
LED-Produkten ist auf dem Markt – aber nicht alle halten, was sie versprechen. Worauf also muss geachtet werden? 

Hochwertige LED-Systeme müssen be- rechnung für die Bewertungsfläche be-
stimmte Kriterien erfüllen. Dazu zählen zum trachtet werden.
Beispiel: 
쐍 eine hohe Lichtausbeute des gesamten
Gute Wärmeableitung
Systems, Wann immer Licht entsteht, entsteht auch
쐍 einheitliche Lichtfarbe und homogene  Wärme. Sie muss gut abgeleitet werden,
Helligkeit inklusive der Möglichkeit, ältere da mit LED-Leuchten eine lange Lebens-
Qualitätsstufen in gleicher Lichtqualität dauer und maximalen Lichtstrom erreichen.
nachzurüsten, Schon bei der Konstruktion ist deshalb auf
쐍 eine gute Wärmeableitung sowie
ein gu tes Thermomanagement mit entspre-
쐍 eine lange Lebensdauer mit möglichst
chend leistungsfähigen Kühlköpern im
wenig Frühausfällen.  Leuchtengehäuse zu achten. Grundsätzlich
Die Leuchtendatenblätter der Hersteller gilt: Je kühler, desto höher die Lebensdauer
geben Aufschluss über die Bemessungs- der LED und desto effizienter und heller ihr
werte, wie z. B. Leuchten-Lichtausbeute Licht.
oder Lichtfarbe. 
Lebensdauer von LED-Systemen
Lichtausbeute von LED-Leuchten Abhängig von den Betriebsbedingungen
Die Lichtausbeute ist das Maß für die Effi- können LED-Systeme im Vergleich zu tradi-
zienz von Lichtquellen und wird in Lumen tionellen Lichttechniken eine sehr lange Le-
pro Watt (lm/W) angegeben. In der Praxis bensdauer erreichen und sind nahezu war-
ist allerdings nicht nur die Lichtausbeute tungsfrei. 
der Lichtquelle entscheidend, sondern die
Effizienz des gesamten Systems aus Licht- Bei LED-Systemen wird die Lebensdauer
quelle, Leuchtengehäuse, Optiken und Be- üblicherweise in Stunden angegeben. Fach-
triebsgeräten.  leute sprechen hier von der Bemessungsle-
bensdauer. 
Bei LEDs werden immer wieder unrealis-
tisch hohe Lichtausbeuten von mehr als LED-Leuchten fallen nur sehr selten kom-
200 Lumen/Watt (lm/W) veröffentlicht. Dies plett aus, allerdings lässt ihre Helligkeit
sind allerdings „Laborwerte“, die unter idea- während der Betriebsdauer nach. Die Be-
len Bedingungen entstanden sind. Sie kön- messungslebensdauer (angegeben mit Lx)
nen im praktischen Betrieb durch elektri- beschreibt, nach welcher Zeit der Licht-
sche, optische und vor allem thermische strom der LED auf den angegebenen Wert
Verluste nicht erreicht werden. Bei Verglei- gesunken ist. Für die Allgemeinbeleuchtung
chen sollte deshalb immer darauf geachtet gelten z. B. Werte von L80 oder L70. So ist
werden, dass der von der Leuchte abgege- die mittlere Bemessungslebensdauer er-
bene Lichtstrom beachtet wird, nicht derje- reicht, wenn der Lichtstrom noch 70 Pro-
nige von LED-Chips.  zent seines Neuwertes erreicht. 

Weiterhin ist zu beachten, dass die Leuch- Degradation und der seltene Totalausfall
ten-Lichtausbeute zur Bewertung der Ener- einer LED hängen wesentlich von der Best-
gieeffizienz nicht ausreicht, da nicht das stromung und der Wärmeableitung ab; Um-
komplette abgestrahlte Licht tatsächlich gebungs- und Betriebstemperatur haben
auch auf die Nutzebene trifft. Insofern muss einen starken Einfluss auf die Lebensdauer
ergänzend immer eine lichttechnische Be- der LED.

28
Beispielhafter Aufbau einer LED-Leuchte

a) Betriebsgerät

b) Gehäuse mit
Kühlkörper

c) LED-Modul
Der mögliche Ausfall von LED-Treibern wird
– analog zur konventionellen Technologie –
nicht berücksichtigt und muss bei den Her- d) Optisches System / Abdeckung © licht.de

stellern separat abgefragt werden. 38

Darstellung des Lichtverlaufs über die Betriebszeit


%
Über Begriffe, Definitionen und 100
Messverfahren informiert der
ZVEI-Leitfaden „Planungssicher- 90
heit in der LED-Beleuchtung“.
relativer Lichtstrom

L80 = 50.000 h L80 = 80.000 h


80

L70 = 50.000 h
70

60

50

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Betriebsdauer in 1.000 Stunden
Vereinfachte Darstellung © licht.de

39

[38] Beispielhafter Aufbau einer LED- Innere und äußere Faktoren mit Einfluss auf die
Leuchte: Die an der LED-Platine entstehende
Wärme muss über das Gehäuse mit spezifi-
LED-Lebensdauer
schem Kühlkörper abgeführt werden, damit
Lichtqualität und Langlebigkeit erhalten blei-
ben. Die Optik sorgt für Lichtlenkung und Elektrische
Temperatur
passenden Abstrahlwinkel. Einflüsse

[39] LED-Systeme fallen nur sehr selten


aus. Ihre Lichtleistung nimmt mit der Zeit
aber ab. Die Lebensdauer wird mit Lx ange-
geben. Typische Beispiele für den Anteil x Elektrische
Mechanische Temperatur
(in %) des Bemessungslichtstrom sind z. B. Einflüsse Feuchtigkeit
Einflüsse
70 oder 80 Prozent (= L70 oder L 80) bei einer
bestimmten Bemessungslebensdauer von
etwa 50.000 Stunden und einer Umge- Chemische
bungstemperatur von 25° C der Leuchte. Einflüsse

[40] In der Regel sind hochwertige LED-


Chemische
Systeme mit gutem Thermomanagement Strahlung
Einflüsse
während ihrer gesamten Lebensdauer prak-
tisch wartungsfrei. Gleichwohl beeinflussen © licht.de
vielfältige Faktoren die Lebensdauer. 40

29
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Elektrotechnik und Elektronik


Tätigkeiten in Industrie und Handwerk der Elektroindustrie sind stark vom Wandel der Digitalisierung geprägt. 
Mikro- und Nanotechnologie ziehen in die Wertschöpfungskreisläufe ein. Die klassischen Produkte erhalten 
zunehmend höhere Integrationsdichten und elektronische Schnittstellen der Zukunft (Internet of Things, IoT). 
Die Sehaufgaben sind sehr breit gefächert. 

Licht für das Elektrohandwerk Fall breitstrahlende oder asymmetrische


Die Tätigkeiten im Elektrohandwerk sind Leuchten sowie Leuchten, die entspre-
durch eine hohe Varianz der Aufgabenstel- chend ausgerichtet werden können. 
lungen gekennzeichnet; entsprechend un-
terschiedlich sind die Sehaufgaben. Aus Für Prüf- und Kontrollplätze sowie weiteren
diesem Grund ist es zweckmäßig, die Ar- Tätigkeiten mit höheren Sehanforderungen
beitsplätze bzw. Bereiche der Sehaufgabe sollte immer zusätzliches Licht zur Verfü-
einzeln auszuleuchten. Die mittlere Be- gung stehen.  
leuchtungsstärke liegt zwischen 300 Lux
(lx) bis 500 lx. Feinere Arbeiten erfordern Elektronik-Werkstätten
bis zu 1.000 lx, Prüfarbeiten und Justieren Werkstätten für Kommunikations- und Un-
1.500 lx. terhaltungselektronik haben ähnliche Anfor-
[41 + 42] Bei Maschinen oder Prozessen
mit stetigen Bewegungen (z. B. Rotation) derungen wie das Elektrohandwerk. Für
werden störende stroboskopische Effekte Das Arbeiten an und mit größeren Geräten den wachsenden Anteil an integrierten
vermieden, wenn die Leuchten an elektroni- erfordert eine besondere Beleuchtung, da Schaltungen und Miniaturisierung ist für
schen Vorschaltgeräten (EVG) betrieben wer- es vielfach zu unerwünschten Abschattun- diese Sehaufgaben eine mittlere Beleuch-
den. Bei LED-Leuchten ist zusätzlich darauf
gen kommen kann. Neben der horizontalen tungsstärke von mindestens 500 lx vorzu-
zu achten, dass ausschließlich stromamplitu-
den-gedimmte EVG oder alternativ EVG mit Beleuchtungsstärke muss deshalb eben- sehen. Eine zusätzliche Arbeitsplatzbe-
ausreichend hoher PWM-Frequenz (≥ 2 kHz) falls auf die vertikale Beleuchtungsstärke leuchtung ist erforderlich, wenn räumlich
verwendet werden.  geachtet werden. Richtig sind in diesem diffizile oder feinste Arbeiten an Werkstü-

41

30
cken oder Schaltungen erfolgen. Das plasti- kleinster Bauteile ist das Beleuchtungsni- Lichtbänder als Deckenaufbau oder in ab-
sche Sehen wird damit verbessert und er- veau auf mindestens 750 lx anzuheben. gehängter Form sind für Lichtpunkthöhen
hält die Konzentration.  zwischen vier bis sechs Meter ebenso gut
Monitore innerhalb der Produktion und des geeignet wie Hallen- (Lowbays) oder Hal-
Elektronik-Fertigung Qualitätswesens müssen bildschirmgerecht lenpendelleuchten (Highbays) in LED-Tech-
Die Anforderungen an die Beleuchtung in ausgeleuchtet werden. Dabei ist auf Blend- nik. Lichtbänder mit tiefstrahlender Optik
der Elektronik-Fertigung sind vergleichbar freiheit zu achten; störende Reflexe sind zu können auch in höheren Hallen eingesetzt
mit dem Elektrohandwerk. Elektronische vermeiden.  werden. 
Hardware wird immer kleiner und immer
häufiger automatisiert bzw. durch Roboter Beleuchtungssysteme Für verlängerte Wartungszeiträume und bei
gefertigt. Der Mensch übernimmt mehr Die Beleuchtungsstärken der Raumbe- höherem Staubaufkommen sollten Leuch-
Kontrollaufgaben und ist weniger in die leuchtung, Arbeitsplatzbeleuchtung und be- ten mit höheren Schutzarten, z. B. IP 65
Fließprozesse eingebunden.  sonderer Arbeitsplätze sind für ein gutes oder IP 66, installiert werden. In chemisch
Sehen ausgewogen zu wählen. Empfeh- belasteten Bereichen, z. B. beim Beizen
Die kleinen Strukturen in der Leiterplatten- lenswert ist eine Leuchtdichteverteilung im oder Galvanisieren, müssen korrosionssta-
bestückung – wie z. B. bei Mikroprozesso- Verhältnis von 10:3, damit die Adaption der bile Leuchten hoher Schutzart (mind. IP 65)
ren –, erfordern hohe Beleuchtungsstärken, Augen nicht überfordert wird. Grundsätzlich und entsprechende Befestigungen verwen-
weil diese häufig schwarz und lichtabsor- hilfreich sind helle Wände, Fußböden und det werden.
bierend sind. Die Fertigungsprozesse ver- eine Deckenaufhellung bei fehlenden Ober-
langen eine hohe Reinheit der Luft, die frei lichtern. 
von Staub und Mikroorganismen sein
muss. Die Beleuchtung erfolgt mit Rein- Energie- und Ressourcenmanagement 
raumleuchten. sind mit dem Siegeszug der LED-Technik
einfach zu realisieren. Beleuchtungs -
Für die Fertigung von Komponenten wie anlagen mit Tageslichtsteuerung und Prä-
Kabel, Drähte oder große Spulen, Galvani- senzmeldern – integriert in ein Gebäude-
sierungen oder Montagen ist eine mittlere management – garantieren maximale
Beleuchtungsstärke von 300 lx ausrei- wirtschaftliche Einsparungen in einer mo-
chend. Mit abnehmender Größe der Pro- dernen Produktionsstätte und erhöhen 
duktionswerkstücke oder der Montage die Lebensdauer.

Vorgaben nach DIN 12464-1: Elektrotechnik

Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra

Kabel- und Drahtherstellung 300 25 0,60 80

Wickeln, große Spulen 300 25 0,60 80


... mittlere Spulen 500 22 0,60 80
... feine Spulen 750 19 0,70 80

Imprägnierung von Spulen, Galvanisieren 300 25 0,60 80

Montagearbeiten, grob 
(z. B. große Transformatoren) 300 25 0,60 80
... mittelfeine (z. B. Schalttafeln) 500 22 0,60 80
... feine (z. B. IT-Produkte) 750 19 0,70 80
... sehr feine (z. B. Leiterplatten) 1.000 16 0,70 80

Elektronikwerkstätten, Prüfen, Justieren 1.500 16 0,70 80

42

31
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Metallverarbeitung, Maschinen- und Anlagenbau


Die Anforderungen an die Sehaufgabe variieren entsprechend der großen Bandbreite der ausgeübten Tätigkeiten:
Grobmontage- und Schmiedearbeiten zählen zu den einfachen Sehaufgaben, Schweißen und mittelfeine Maschinen-
arbeiten stellen höhere Anforderungen. Bei hochpräzisen Arbeiten an Maschinen, beim Löten sowie an Kontroll- 
und Messplätzen sind die Augen maximal gefordert.

Grobmontage und Freiformschmieden Licht an Drehbänken und zum Löten Wohlbefinden und Produktivität positiv 


in der Metallverarbeitung Eingespannte Werkstücke müssen von  (s. Seite 10ff.).
Grobmontage, Gesenk- und Freiformschmie- der Bearbeitungsseite beleuchtet werden.
den zählen zu den weniger sensiblen Seh- Damit keine harten Schatten entstehen, Feine Maschinenarbeiten
aufgaben; hier genügen 300 Lux (lx), für das wird dafür die Längsachse von Langfeld- Für feine Arbeiten mit Toleranzen < 0,1 Mil-
Freiformschmieden 200 lx mittlere Beleuch- leuchten quer zur Drehbank angeordnet. limeter ist eine mittlere Beleuchtungsstärke
tungsstärke. In hohen Hallen sorgen LED-In- Zusätzlich ist eine gut abgeschirmte, ver- von 500 Lux erforderlich. Die zu bearbei-
dustrieleuchten mit entsprechender Optik stellbare Arbeitsleuchte notwendig, die mit tenden Metallteile haben häufig glänzende
für wirtschaftliches Licht. Sie sind allerdings streifendem Lichteinfall Details auf dem und daher spiegelnde Oberflächen, was zu 
ungeeignet, wenn häufig mit glänzenden Werkstück besser hervorhebt. Reflexblendung führt. Bei der Beleuchtung
Metallteilen gearbeitet wird, weil ihr Licht mit LED-Langfeldleuchten mit diffuser Ab-
dann starke Reflexblendung erzeugt. In die- Bei Lötarbeiten ist die Kontrolle des Er- deckung empfehlen sich daher helle
sem Fall sind LED-Langfeldleuchten mit dif- gebnisses besonders wichtig. Zur Beleuch- Wände und eine helle Decke, um die Re-
fuser Abdeckung besser geeignet. tung eignen sich am besten Leuchten mit flexblendung zu minimieren.
opaler Abdeckung.
Schweißarbeiten An Montagebändern werden die Bereiche
An Arbeitsplätzen für Schweißarbeiten ist Maschinen- und Anlagebau der Sehaufgabe am besten mit parallel
eine mittlere Beleuchtungsstärke 300 lx Im Maschinen- und Anlagebau wird die  montierten Lichtbändern erfasst. Da dort
richtig. Ergänzend sollten fest montierte Beleuchtung raum- oder arbeitsbereichs- vielfach auch an geneigten Ebenen ausrei-
oder mobile Arbeitsplatzleuchten eingesetzt bezogen ausgeführt. Die vorgeschriebene chende Beleuchtungsstärken zur Verfü-
werden. Mit der höheren Beleuchtungs- Beleuchtungsstärke variiert zwischen  gung stehen müssen, sind hier zusätzliche
stärke am Werkstück kann die geringe 300 und 500 lx. Höhere Beleuchtungsstär- Arbeitsplatzleuchten notwendig.
Lichtdurchlässigkeit von Schweißbrillen ken in den Bereichen der Sehaufgabe 
kompensiert werden.  und helle vertikale Flächen beeinflussen Arbeitsplätze mit Monitoren
In Bereichen mit Monitoren und Displays
sowie an CNC-Maschinen muss die Be-
leuchtung bildschirmgerecht sein. Nur in 
Vorgaben nach DIN 12464-1: Metallverarbeitung der Leuchtdichte begrenzte Leuchten – 
z. B. mit Mikroprismen oder spezielle Bild-
Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra schirmarbeitsplatzleuchten – können stö-
rende Reflexe auf dem Bildschirm effektiv
Freiformschmieden, Verarbeitung  verhindern. Zum Einrichten von Werkzeug-
200 25 0,60 80 maschinen ist fast immer das zusätzliche
schwerer Bleche (> 5 mm)
Licht mobiler Arbeitsplatzleuchten erforder-
Verarbeitung leichter Bleche (< 5 mm) 300 22 0,60 80 lich.

Schweißen, Gesenkschmieden, Galvanisieren 300 25 0,60 80 Feinmechanische Werkstätten


In der Präzisions- und Mikromechanik wer-
Herstellung von Werkzeugen, Schneidwaren 750 19 0,70 80 den kleinste Teile bearbeitet, sortiert oder
produziert. Enge Toleranzen erfordern be-
sonders exakte Messvorgänge. Die hohen
Grobe Montagearbeiten 200 25 0,60 80
Sehanforderungen verlangen mindestens
Sehr feine Montagearbeiten 750 19 0,70 80
1.000 lx mittlere Beleuchtungsstärke. Zu-
mindest für besonders diffizile Tätigkeiten
Oberflächenbearbeitung und Lackierung 750 25 0,70 80
sollten zusätzliche Arbeitsplatzleuchten ein-
gesetzt werden.

32
Kontroll- und Messplätze
Wo kontrolliert, gemessen und geprüft wird,
muss die mittlere Beleuchtungsstärke
ebenfalls hoch sein: 750 lx bis 1.000 lx. Au-
ßerdem ist ein ausgeglichenes Verhältnis
von direkter zu indirekter Beleuchtung wich-
tig, damit plastische Formen gut erkannt
und störende Reflexe vermieden werden.
Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Be-
leuchtung ist die gute Erkennbarkeit der
Skalen und Bildschirme von Messgeräten.
Neben hochwertiger Beleuchtung sind in
diesen Bereichen helle Raumbegrenzungs-
flächen – vor allem helle Decken – wichtig.

Beleuchtungssysteme
Favoriten für die Metallverarbeitung sowie
im Anlage- und Maschinenbau sind Lang-
feldleuchten und Lichtbandleuchten. Als
entsprechend flexible Systeme können sie
Veränderungen in den Produktionsabläufen
einfach angepasst werden. 

LED-Lichtbandsysteme eignen sich mit ent-
sprechenden Optiken sowohl für niedrige
als auch für hohe Räume. Alternativ werden
bis sechs Meter Hallenhöhe Langfeldleuch-
ten, ab sechs Meter Hallenstrahler mit LED
eingesetzt. Bei hohen Sehanforderungen
sind zusätzliche Arbeitsplatzleuchten not-
wendig.  

Bei hohem Staubaufkommen sollten ge-
schlossene Leuchten höherer Schutzart IP
54 oder IP 65 installiert werden. Prinzipiell
verlängert eine hohe Schutzart das War- 43
tungsintervall. In Räumen mit hohem Rein-
heitsgrad, die nicht als Reinräume ausge-
führt werden müssen, sollten sich die
Leuchten gut reinigen lassen und keine Flä-
chen haben, auf denen sich Verschmutzun-
gen ablagern können. 

[43] Abgependelte LED-Pendelleuchten
sorgen für blendfreies Licht am Bildschirm -
arbeitsplatz.

[44] Für Hallen bis zu sechs Meter Höhe
eignen sich LED-Lichtbandsysteme. 44

33
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

45

Automobilbau
Eine enorme Fertigungstiefe kennzeichnet den Automobilbau. Die Produktionsschritte reichen von groben Arbeiten,
wie z. B. Umformen oder Schweißen, bis zu feinen Montagetätigkeiten und Sichtkontrollen. Entsprechend vielfältig
sind die Anforderungen an die Beleuchtung. 

In der Automobilindustrie wechseln die tagearbeiten im Fahrzeuginneren erreicht
Produktions- und Prozessabläufe schnell. werden. Bei feineren Tätigkeiten, etwa an
Moderne Beleuchtungssysteme sollten Einzelarbeitsplätzen, sollte eine arbeits-
deshalb maximale Flexibilität bieten, damit platzbezogene Beleuchtung zum Einsatz
die Beleuchtung schnell und effizient ange- kommen.
passt werden kann. Einzelarbeitsplätze
werden mit dem Licht einer raum- oder ar- Lackiererei und Spritzkabine
beitsbereichsbezogenen Beleuchtung ver- Lackiererei und Spritzkabinen fordern Werte
sorgt. Gegebenenfalls ergänzen Arbeits- zwischen 750 und 1.000 Lux mittlerer Be-
platzleuchten dieses Licht mit höheren leuchtungsstärke. Zudem sollte beachtet
Beleuchtungsstärken, z. B. beim Umgang werden, dass in diesen Anwendungen häu-
mit Kleinteilen. fig explosionsgeschützte Leuchten zum Ein-
satz kommen (ATEX-Richtlinie 1999/92/EG).
Karosseriebau und Montage Dies gilt ebenso für Bereiche, in denen grö-
Für Karosseriebau und Montage gelten all- ßere Mengen an Staub entstehen, wie bei-
gemein 500  Lux (lx) mittlere Beleuchtungs- spielsweise bei Schleifarbeiten.
stärke als Minimum. In der Montage sind
die meisten Arbeitsplätze am Fließband. Polsterei und Endkontrolle
Hier sollte darauf geachtet werden, dass 1.000 Lux mittlere Beleuchtungsstärke
parallel zum Band installierte Lichtbänder müssen in Polsterei und Endkontrolle ge-
möglichst wenig Blendung verursachen und währleistet sein. Diese hohen Werte lassen
ein gleichmäßig hohes Beleuchtungsniveau sich in diesen Bereichen am besten mit Ein-
sicherstellen. Die geforderte Beleuchtungs- zelleuchten erreichen. Großflächige Prüf-
stärke muss beispielsweise auch bei Mon- leuchten vermeiden z. B. Reflexblendungen

34
46

und andere optische Störeffekte – speziell Schutz (IP 54 und höher), Hitzebeständig-
bei hochglänzenden Teilen. keit und Resistenz gegen eventuell auftre-
tende Emissionen (z. B. Öldämpfe,
Inzwischen werden Qualitätsprüfungen an Schweißrauch) geachtet werden. Bei De-
lackierten Oberflächen – oder häufig auch ckenhöhen bis sechs Meter empfehlen sich
an der gesamten Karosserie – bei vielen LED-Lichtbänder mit moderatem Staub-
Automobilherstellern in Lichttunneln vorge- schutz. In Bereichen mit Displays und Moni-
nommen. Die Beleuchtungssysteme sind toren sorgen Leuchten mit Mikroprismen
bogenartig angebracht, lassen sich indivi- oder spezielle Bildschirmarbeitsplatzleuch-
duell steuern und erlauben durch spezielle ten für blendfreies Licht.
Lichtszenarien auch das Erkennen selbst
kleinster Unebenheiten.  Noch ein Hinweis: Mittlerweile werden lack- [45 + 46] Für Montagebänder in der Auto-
mobilindustrie sind LED-Lichtbänder die rich-
benetzungsstörende Substanzen (z. B. Sili-
tige Wahl. Sie stellen ein gleichmäßig hohes
Ebenso gibt es spezielle Leuchten für die kon) von vielen Autoherstellern grundsätz- Beleuchtungsniveau sicher. Für Hallenberei-
Farbmusterung (ColorMatching). Sie ermög- lich  und  in  sämtlichen  Pro duk tionsbereichen  che mit Deckenhöhen über sechs Meter
lichen durch Wechsel der Farbtemperatur z. verboten – auch in Beleuchtungsanlagen. empfehlen sich LED-Tiefstrahler. 
B., dass der Decklack exakt geprüft und
Farbtonfehler gut erkannt werden können. 

Bei Großunternehmen gelten oftmals Werks-
Vorgaben nach DIN 12464-1: Automobilbau
normen. Sie übertreffen die Industrienor-
Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra
men teilweise deutlich. Vor der Planung
muss geprüft werden, welche Parameter
festgelegt sind, damit sie entsprechend be- Karosseriebau und Montage 500 22 0,60 80
rücksichtigt werden.
Lackieren, Spritzkabine, Schleifkabine 750 22 0,70 80
Beleuchtungssysteme
Für Produktions- und Logistikbereiche mit Lackieren, Ausbessern, Inspektion 1.000 19 0,70 90
Decken in mehr als sechs Meter Höhe sind
wartungsarme LED-Tiefstrahler zu empfeh- Polsterei, Endkontrolle 1.000 19 0,70 80
len. In rauen Umgebungen (Presswerk,
Rohbau, etc.) sollte zudem auf höheren IP-

35
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

47

48 49

36
Chemische Industrie
Verfahrenstechnische Produktionsanlagen der Chemieindustrie sind je nach Aufgabe im Aufbau sehr unter-
schiedlich und brauchen daher individuelle Beleuchtungslösungen. Allgemeingültige Kriterien für die Beleuchtung
lassen sich trotzdem aufstellen. Bei Arbeiten mit explosiven Stoffen sind Ex-Leuchten (explosionsgeschützt) 
vorgeschrieben.

Viele chemische Produktionsanlagen unter- elle Eingriffe (150 lx) oder fernbediente An-
liegen einer ständigen Beobachtung und- lagen (50 lx) kommen mit geringeren Be-
Überwachung. Dabei kommt es vor allem leuchtungsstärken aus.
auf ausreichende vertikale Beleuchtungs-
stärken an. Sehr wichtig ist es außerdem, Die Leuchten werden überwiegend als 
Reflexblendung auf Instrumenten und Arma- arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung an-
turen zu vermeiden. Offene Behälter müssen geordnet. Für Tätigkeiten mit schwierigen
bis in die Tiefe gut ausgeleuchtet werden. Sehaufgaben werden zusätzliche Arbeits-
platzleuchten eingesetzt, die auf die spezifi-
Betriebsbedingungen beachten schen Arbeitsabläufe abgestimmt sind. Wo
Für Bereiche mit starkem Schmutzanfall notwendig, ist auf eine bildschirmgerechte
eignen sich ausschließlich geschlossene Beleuchtung zu achten.
Leuchten höherer Schutzart, die gegebe-
nenfalls auch gegenüber den dort verarbei- Beleuchtungssysteme
teten Stoffen beständig sein müssen. Für LED-Lichtbandsysteme eignen sich mit ent-
Anlagen zum Mischen, Mahlen oder Pulve- sprechenden Optiken sowohl für niedrige
risieren sind staubgeschützte Leuchten ein als auch für hohe Räume. Alternativ werden
Muss; bei Explosionsgefahr müssen diese bis sechs Meter Hallenhöhe Langfeldleuch-
als Ex-Leuchten ausgeführt sein. Weiterhin ten, ab sechs Meter Hallenstrahler mit LED
ist zu beachten, dass in Bereichen mit oder Hochdruck-Entladungslampen einge-
hohen Umgebungstemperaturen oder setzt. Bei Explosionsgefahr müssen diese
Schadgasen LED-Leuchten häufig nicht als Ex-Leuchten ausgeführt sein. 
eingesetzt werden können. Daher sind für
diese Bereiche geeignete konventionelle Wenn räumliche Körperformen erkannt wer-
Leuchten zu wählen.  den müssen oder Oberflächen zu kontrollie-
ren sind, sorgen zusätzliche, individuell ein-
Die mittlere Beleuchtungsstärke für ständig stellbare Arbeitsplatzleuchten für eine
besetzte Arbeitsplätze muss mindestens gerichtete Zusatzbeleuchtung und damit für
300 Lux (lx) betragen. Gelegentliche manu- ausreichende Kontrastbildung.

Vorgaben nach DIN 12464-1: Labore und Reinräume

Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra

Verfahrenstechnische Anlagen mit 
Fernbedienung 50 – 0,40 20
... mit gelegentlichen manuellen Eingriffen 150 28 0,40 40
... mit ständig besetzen Arbeitsplätzen 300 25 0,60 80

[47] Hohe Hallen: LED-Lichtbandsysteme Präzisionsmessräume, Laboratorien 500 19 0,60 80


spenden Licht für die Papierherstellung. 
Arzneimittelherstellung 500 22 0,60 80
[48 + 49] Verfahrenstechnische Anlagen mit
gelegentlichen manuellen Eingriffen erfordern
mindestens 150 Lux Beleuchtungsstärke; bei Farbprüfung 1.000 16 0,70 90
ständig besetzten Arbeitsplätzen sind min-
destens 300 Lux notwendig.  

37
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

50

Labor und Reinräume


Viele Produkte werden heutzutage aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Produktqualität in Reinräumen
oder Laboren produziert. Neben der besonderen Schutzart und Bauweise der Beleuchtung ist vor allem auf eine
sehr gute Lichtqualität zu achten.

Die Idee vom „Reinraum“ wird ursprünglich 쐍 Biotech-Industrie,
der Medizin zugeschrieben. Heute gibt es 쐍 Elektroindustrie mit Räumen für feine bis
mehr Reinräume in der Industrie für die Fer- sehr feine Montagearbeiten sowie mit
tigung unter diesen „reinen“ Bedingungen Räumen für Prüf- und Justierarbeiten in
als im Gesundheitswesen, da die Anforde- Elektrowerkstätten,
rungen an die Produktqualität massiv ge- 쐍 Mikroelektronikindustrie und die
stiegen sind und so immer mehr Bauteile in 쐍 Metallverarbeitende Industrie mit Räumen
Reinräumen produziert oder zusammenge- für sehr feine Montagearbeiten sowie für
setzt werden. Präzisions- und Mikromechanik.

Anspruchsvolle Sehaufgaben Auch in der Nahrungsmittelindustrie gibt 


Generell sind die Sehaufgaben in Laboren es zahlreiche Reinräume: zum Sortieren
und Reinräumen sehr viel anspruchsvoller und Waschen, Mischen und Abpacken von
als in anderen klassischen handwerklichen Produkten, für Feinkost sowie in Untersu-
Industrien. Dementsprechend sind auch die chungslabors.
Anforderungen an die Lichtqualität in Labo-
ren und Reinräumen sehr hoch.  Großküchen können ebenfalls als Reinraum
ausgeführt sein. Außerdem können Räume
Die Reinraum-Industrie umfasst die mit erhöhten Anforderungen wie Wäscherei
쐍 Chemische Industrie mit Arzneimittelher- und Chemische Reinigung mit Reinraum-
stellung, Präzisionsmessräumen, Labora- technik ausgestattet werden.
torien, Räumen für Kontrollarbeiten und
Nachbearbeitung, Licht für die Laborarbeit
쐍 Halbleiterindustrie, Diffizile Laborarbeit stellt hohe Anforderun-

38
gen an die Qualität der Beleuchtung. Damit struktion der Betriebsmittel in Reinräumen,
Farbvergleiche problemlos gelingen, sind also auch auf die Leuchten.
Lampen mit Farbwiedergabe Ra ≥ 90 not-
wendig. Es ist sinnvoll, den gesamten Generell sollte die Beleuchtung für Labore
Raum mit Lichtquellen derselben Farbwie- und Reinräume geschlossen sein (hohe
dergabe zu beleuchten, auch wenn nur an  Schutzart) und den Hygieneanforderungen
bestimmten Plätzen eine Farbprüfung statt- entsprechen, z. B. durch einfach zu reini-
findet. Generell sind in Laboren hohe Be- gende Oberflächen, die eine Keimbildung
leuchtungsstärken gefragt: 500 Lux (lx) sind vermeiden. Die obengenannten Normen und
richtig, bei Farbprüfungen 1.000 lx mit ta- Richtlinien bestimmen dabei das Partikel- © licht.de
geslichtweißem Licht. emissionsverhalten der Betriebsmittel im 51
Reinraum als Kriterium zur Klassifizierung.
Werkzeuge und Materialien haben vielfach Entsprechend wichtig sind auch für Leuch- Mixed Airflow: Die Luft verteilt sich als
glänzende Oberflächen. Deshalb ist es be- ten die Materialauswahl und die Optimierung Mischströmung. Rund zwei Drittel aller
sonders wichtig, darauf zu achten, Reflex- der konstruktiven Eigenschaften. Eingesetzt Reinräume funktionieren nach diesem Prin-
blendung zu vermeiden. Dafür müssen die werden fast ausschließlich Einbauleuchten.  zip, da diese Ausrüstung wesentlich günsti-
Leuchten der arbeitsbereichsbezogenen ger ist. Hier ist für die Leuchten je nach 
Beleuchtung und die Arbeitsplatzleuchten Die Wartung der Beleuchtung sollte mög- Anwendung eine Schutzart von mindestens
entsprechend positioniert und ausgerichtet lichst einfach sein, da sie nur von speziell IP 54 bis IP 65 vorgeschrieben (s. Abb. 53).
werden.  geschultem Personal geleistet wird. Für
eine schnelle und einfache Wartung ohne
Damit es bei der Laborarbeit nicht zu Stro- Produktionsstopp ist häufig eine Zugriffs-
boskopeffekten kommt, sollten alle Lichtquel- möglichkeit von oben vorgesehen. 
len mit geeigneten EVGs (im Fall von LED-
Leuchten: stromamplitudengedimmt oder In Ausnahmefällen – meist aufgrund des
PWM-Frequenz > 2 kHz) betrieben werden. Platzbedarfs weiterer Medien – werden
auch Anbauleuchten verwendet. Bei Explo-
Beleuchtungssysteme sionsgefahr müssen sie als Ex-Leuchten
Die Bauart „Reinraumleuchte“ beschreibt ausgeführt sein.
ausschließlich ihre Tauglichkeit für eine be-
© licht.de
sonders saubere Umgebung. Das oberste Zwei Strömungskonzepte 52
Gebot im Reinraum ist der Schutz der Pro- Für Reinräume gibt es zwei unterschiedli-
dukte vor Verunreinigung. che Strömungskonzepte: Laminairflow und
Mixed Airflow. 
Die Vorgaben sind ausführlich in den ein -
schlägigen DIN EN ISO-Normen und in Laminairflow: Die Luftströmung verläuft tur-
Richtlinien zur Qualitätssicherung, wie  bulenzarm von oben nach unten, ähnlich [50 + 53, 54] Für Labore und Reinräume
mit teilweise diffizilen Sehaufgaben sind min-
GMP (Good Manufacturing Practice) und wie im Kamin. Die meisten Reinräume die-
destens 500 Lux Beleuchtungsstärke richtig,
HACCP (Hazard Analysis and Critical Con- ser Art gibt es in der Mikro- und Halbleiter- bei Farbprüfungen mindestens 1.000 Lux mit
trol Points), dokumentiert. Diese Normen Industrie. Hier reicht IP 40 als Schutzart der tageslichtweißem Licht. Die Beleuchtung
haben wesentlichen Einfluss auf die Kon- Leuchten meist aus (s. Abb. 52). sollte bildschirmgerecht sein.

53 54

39
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Schwerindustrie
Bergbau, die Eisen- und Stahlverarbeitung sowie die Schwerchemie – kurz, die Schwerindustrie – zählen zu den
Grundstoffindustrien. Ein großer Teil der Verfahrensanlagen steht im Freien und muss dort beleuchtet werden. Aber
ein Teil der Arbeit findet in Innenräumen statt. In Betriebsstätten der Schwerindustrie werden Leuchten hoher
Schutzart eingesetzt, häufig auch explosionsgeschützte (Ex) Leuchten. Der Einsatz von modernen effizienten LED-
Leuchten ist bei extremen Umgebungsbedingungen – z. B. sehr hohe Temperaturen und Verschmutzungen – nur
eingeschränkt möglich.

Generell muss die Beleuchtung eine gute Licht erhalten, dass sie mit sicherem Schritt
örtliche Gleichmäßigkeit haben, hochra- betreten werden können. 
gende Maschinenteile dürfen keine stören-
den Schatten erzeugen. Außerdem sollten Für ständig besetzte Arbeitsplätze in ver-
ausreichende vertikale Anteile der Beleuch- fahrenstechnischen Anlagen ist die arbeits-
tungsstärke vorhanden sein – unter ande- bereichsbezogene Beleuchtung die richtige
rem zum leichten Ablesen von Instrumenten Lösung. Sie wird auf die spezifischen Ei-
und für einen sicheren Tritt auf Treppen. genarten der Maschine und des Arbeitsab-
Hierfür eignen sich insbesondere tief-/breit- laufes abgestimmt. Offene Behälter müssen
strahlende LED-Industrieleuchten. gut ausgeleuchtet werden. 

Licht für Produktionsanlagen Beleuchtungssysteme


Bei Produktionsanlagen ohne manuelle  In den überwiegend hohen Hallen sind
Eingriffe ist eine Beleuchtungsstärke von  Leuchten mit Hochdruck-Entladungslam-
50 Lux (lx) vorgeschrieben. In Produktions- pen sehr wirtschaftlich. Mit ihnen werden
anlagen mit Staub-, Rauch- oder Dampf- bei guter örtlicher Gleichmäßigkeit pro
entwicklungen können die Sehverhältnisse Lichtpunkt große Lichtstromeinheiten reali-
zeitweise sehr stark beeinträchtigt werden.  siert. Die deshalb geringe Anzahl von
Leuchten verringert die Wartungskosten.
Deshalb sind hier mindestens 150 lx notwen- Leistungsstarke LED-Industrieleuchten sind
dig. Außerdem dürfen hier Natriumdampf- auch möglich, sofern die Umgebungsbedin-
Hochdrucklampen mit dem schlechten gungen dies zulassen. Wo es notwendig ist,
Farbwiedergabe-Index Ra ≥ 40 eingesetzt müssen Ex-Leuchten eingesetzt werden. 
werden. An ortsfesten, ständig besetzten
Arbeitsplätzen müssen die Lichtquellen je- Eine zweckmäßige Beleuchtungslösung ist
doch mindestens den Farbwiedergabe- die Anstrahlung mit einigen Flutlichtschein-
Index Ra ≥ 80 haben.  werfern, die außerhalb explosionsgefährde-
ter Bereiche aufgestellt werden. Die Alter-
Beim Einsatz von LED-Leuchten in der native sind tiefstrahlende Leuchten, offen
Schwerindustrie ist unbedingt auf die zuläs- (IP 20) oder besser in geschlossener (IP 50)
sigen Umgebungsbedingungen zu achten. Ausführung. Eine hohe Schutzart ge-
Bei Gefahr der Schwitzwasserbildung müs- schlossener Leuchten verlängert die War-
sen korrosionsfeste Leuchten eingesetzt tungsintervalle.
werden.
Für die arbeitsbereichsbezogene Beleuch-
Anlagen mit ständiger Beobachtung tung der Arbeitsplätze eignen sich Licht-
Produktionsanlagen, die durch ständige Be- bandsysteme mit schrägstrahlenden Opti-
obachtung überwacht werden, benötigen ken, die unbedingt der erforderlichen
mindestens 300 lx Beleuchtungsstärke. Da Schutzart entsprechen müssen. 
Decken und Wände meist geringe Reflexi-
onsgrade haben, ist eine tiefstrahlende Zur optimalen Anpassung an die jewei-
Lichtverteilung wichtig. Bei der Planung ligen örtlichen Gegebenheiten sollten
sind die begehbaren Hallenträger (Kranträ- Leuchten mit der Möglichkeit unterschied-
ger) zu berücksichtigen: Sie müssen so viel licher Lichtverteilung gewählt werden.

40
55

Vorgaben nach DIN 12464-1: Schwerindustrie

Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra

Produktionsanlage ohne manuelle Eingriffe 50 – 0,40 20
... mit gelegentlichen manuellen Eingriffen 150 28 0,40 40
... mit ständigen manuellen Eingriffen 200 25 0,60 80

Hochofen 200 25 0,40 20

Walzstraße, Haspel, Scheren- und 
300 25 0,60 40
Trennstrecken

Steuerbühnen, Kontrollstände 300 22 0,60 80

Test-, Mess- und Inspektionsplätze 500 22 0,60 80

[55 + 56] Leuchten für die Schwerindustrie 
müssen eine hohe Schutzart haben und mit-
unter auch explosionsgeschützt (Ex-Leuch-
56 ten) sein.

41
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

57

Kunststoffverarbeitung
Bei der Kunststoffverarbeitung gibt es unterschiedliche Produktionsverfahren, deren Besonderheiten auch die
Beleuchtung berücksichtigen muss. Generell empfiehlt sich eine an der Maschinenaufstellung ausgerichtete, aber
doch flexible arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung.

Da die Maschinen in allen Produktionslinien nachfolgende Einrichtungen ist eine Zusatz- DGUV-Information 215-210 „Natürliche und


via Bildschirm gesteuert und überwacht beleuchtung notwendig.  künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten“
werden, muss die Beleuchtung in diesen zu beachten. 
Bereichen bildschirmgerecht sein. Dafür Reaktionstechnik
sind ausschließlich Leuchten geeignet, Bei Maschinen und Anlagen zur Herstellung Beleuchtungssysteme
deren Leuchtdichte begrenzt ist.  und zum Schäumen von Kunststoffteilen Produktionsprozesse und Maschinenposi-
aus reaktiven Komponenten werden teil- tionen verändern sich – und damit auch die
Licht für Spritzguss weise explosionsgefährdete Treibmittel ver- Sehaufgaben. Flexible Lichtlösungen sind
Spritzgießmaschinen müssen im Bereich wendet. Deshalb sind für diese Bereiche für die Kunststoffverarbeitung deshalb die
der Schließeinheiten zusätzlich beleuchtet explosionsgeschützte Leuchten vorge- richtige Wahl. Favoriten sind LED-Licht-
werden, damit die Helligkeit für den Werk- schrieben. bandleuchten mit unterschiedlichen Licht-
zeugwechsel ausreicht. Da diese Tätigkei- verteilungen. Häufig empfiehlt sich eine er-
ten nur temporär anfallen, ist es sinnvoll, die In Bereichen mit hohem Staubaufkommen gänzende, auf den Tätigkeitsbereich
Beleuchtungsstärke mit einem geeigneten sollten geschlossene Leuchten höherer bezogene Beleuchtung, die direkt am Ar-
Lichtmanagementsystem nach Bedarf zu Schutzart  IP 54 oder IP 65 installiert wer- beitsplatz zusätzliches Licht spendet. Opti-
erhöhen oder zu reduzieren. Für einige Pro- den. Bei thermischen Verformungs- und male Ergebnisse erzielt ein Lichtmanage-
dukte, zum Beispiel bei der Herstellung von Produktionsverfahren muss auch auf die mentsystem, das eine schnelle und
Teilen für die Medizintechnik, werden maximal zulässigen Umgebungstemperatu- einfache Anpassung der Lichtsituation er-
Spritzgießmaschinen auch unter Reinraum- ren geachtet werden, da die Umgebungs- möglicht.
bedingungen (siehe Seite 38f.) eingesetzt. temperatur insbesondere bei LED-Leuchten
teilweise sehr großen Einfluss auf Lebens-
Extrusion dauer und Leistungsdaten hat.
Die in Extrudern gefertigten Kunststoffpro-
[57] In der Kunststoffverarbeitung sind flexi-
file, -rohre oder -platten werden weiterbear- Bei der Planung sind neben der europäi- ble Beleuchtungslösungen die richtige Wahl.
beitet, zum Beispiel mit Sägen auf das ge- schen Norm DIN EN 12464-1 auch die Ar- Eine komfortable Lösung sind LED-Licht-
wünschte Format gebracht. Für derartige beitsstättenregel ASR A3.4 sowie die bandleuchten mit Lichtmanagementsystem.

42
Holzverarbeitung
In der holzverarbeitenden Industrie gibt es verschiedene Arbeitsbereiche mit unterschiedlichsten Anforderungen an
die Beleuchtung. Zusätzlich stellen die Umgebungsbedingungen besondere Forderungen an die Leuchten, die
Beleuchtungsinstallation und die Wartung der Leuchten.

Der häufige Wechsel von Arbeitsplatz zu Ar- Arbeitsplätze mit hohem Sehkomfort die Wartung beachten. Staubablagerungen


beitsplatz in der holzverarbeitenden Indus- Die Ausrichtung der Arbeitsplätze parallel durch feinste Holzspäne können zu einer
trie erfordert sehr flexible Beleuchtungslö- zur Fensterfront und parallel zu den Leuch- explosionsgefährdenden Umgebung führen.
sungen. Neben der Allgemeinbeleuchtung ten sorgt für das richtige Licht. Sägeblätter, Wartung allein ist in diesen Fällen nicht aus-
hilft hier eine arbeitsplatzbezogene Indivi- Fräsköpfe und Bohrer müssen gut erkannt reichend; hier sind hier explosionsge-
dualbeleuchtung, damit genügend Licht für werden, starke Schattenbildung stört. Auch schützte Leuchten zwingend erforderlich.
die jeweiligen Sehaufgaben vorhanden ist. Reflexe auf metallischen Flächen stören das
Bei wechselnder Belegung sollten zudem Sehen und sollten deshalb soweit möglich Beleuchtungssysteme
die Leuchten für alle Blickrichtungen gut reduziert werden.  In der Holzverarbeitung mit oft sehr hohen
entblendet sein.  Raumhöhen wurden in der Vergangenheit
Neben der Gewährleistung einer optimalen häufig  Hochdruckentladungslampen einge-
Die Mindestforderungen an Beleuchtungs- Ausleuchtung der Aktivbereiche bei der setzt. Dank LED-Technik und effizienter
stärke, Gleichmäßigkeit der Beleuchtung, Holzbearbeitung muss auch beachtet wer- Lichtformung durch Optiken oder Reflekto-
Blendfreiheit und Farbwiedergabe sind den, dass Stroboskopeffekte auftreten kön- ren gibt es heute sehr effiziente Alternativen
grundsätzlich durch die europaweit geltende nen. Gerade durch die Beleuchtung mit nie- zur Metalldampflampe. Einstellbare Farb-
DIN EN 12464 beschrieben. Danach genü- derfrequent gepulstem Licht (< 2 kHz) temperaturen, hohe Farbwiedergabewerte
gen z. B. für Maschinenarbeiten 500 Lux (lx) können rotierende Teile stillstehend erschei- und eine lange Lebensdauer sind die besten
Beleuchtungsstärke, für Lackieren und Holz- nen. Zusätzlich muss der Betreiber derarti- Argumente für eine Umrüstung der Allge-
einlegearbeiten sind 750 lx notwendig.  ger Anlagen die erhöhten Forderungen an mein- und Arbeitsplatzbeleuchtung.

[58] In der Holzverarbeitung mit häufig
wechselnder Arbeitsplatzbesetzung ist eine
flexible Beleuchtung gefragt. LED-Lösungen
bieten auch für hohe Hallen eine effiziente
Beleuchtung mit hohem Lichtkomfort.  

Vorgaben nach DIN 12464-1: Holzverarbeitung

Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra

Automatische Bearbeitung (z. B. Trocknung,
Schichtholzherstellung) 50 28 0,40 40 

Arbeiten an der Hobelbank, Leimen, 
300 25 0,60 80
Zusammenbau

Schleifen, Lackieren, Modelltischlerei 750 22 0,70 80

Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen 
(z. B. Drechseln, Fugen, Nuten, Fräsen) 500 19 0,60 80

Qualitätskontrolle 1.000 19 0,70 90

58

43
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Lager und Logistik


Lagerhallen umfassen verschiedene Bereiche: Verladerampen, Regale oder Arbeiten am Schreibtisch stellen unter-
schiedliche Anforderungen an die Beleuchtung. Bei der Planung müssen außerdem hohe Dachkonstruktionen mit
großen Lichtpunkthöhen und oft schmale Regalgänge beachtet werden. Zudem gibt es in den meisten Lagerhallen
nur wenig oder überhaupt kein Tageslicht. 

Für Regallager ist die vertikale Beleuch-
tungsstärke besonders wichtig: Nur bei Vorgaben nach DIN 12464-1: Lager
ausreichend Helligkeit in der Vertikalen kön-
nen Aufschriften auf den gelagerten Waren Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra
und die Regalbeschriftung schnell und feh-
lerlos gelesen werden. Die in DIN EN Vorrats- und Lagerräume 100 25 0,40 60
12464-1 normierten 100 Lux (lx) bis – für
ständig besetzte Lagerräume – 200 lx mitt- Versand- und Verpackungsbereiche  300 25 0,60 60
lere Beleuchtungsstärke sind deshalb in der
Regel zu wenig Licht. Die Brancheninitiative
Hochregallager, 
licht.de empfiehlt, zumindest in bestimmten
Fahrwege ohne Personenverkehr 20 – 0,40 40
Bereichen, 300 lx zu installieren, damit Be-
Fahrwege mit Personenverkehr 150 22 0,40 60
schriftungen, Lieferscheine und Lagerpa-
piere mühelos gelesen werden können. 
Leitstand 150 22 0,60 80

Licht für Hochregallager


Hochregalfront  200 – 0,40 60
Die höchsten Ansprüche an eine gleichmä-
ßige vertikale Beleuchtung stellen Hochre-
gallager mit ihren teilweise sehr schmalen
Wegen. Hier müssen mit entsprechend tief-
strahlenden und bei Lese- und Suchaufga-
ben breit- oder schrägstrahlenden Leuch- Meter auch Hochdrucklichtsysteme einge- währleistet, dass sich Personen und Fahr-
ten alle technischen Möglichkeiten der setzt. Für beide Systeme gibt es spezielle zeuge sicher in der Lagerhalle bewegen
Lichtlenkung ausgeschöpft werden. Lichtverteilungen, die sich bis zu 15 Meter können. Wenn ein Raum nicht belegt ist,
Lichtpunkthöhe eignen und gleichmäßige wird das Licht auf eine energiesparende
Ein- und Ausfahrten von Lagerhallen vertikale Beleuchtungsstärken bieten. Bei Hintergrundbeleuchtung gedimmt.
Die Beleuchtung der Ein- und Ausfahrten der Lichtplanung sind Maßnahmen zu er-
von Lagerhallen orientiert sich an der hohen greifen, die Direktblendung beim Hinauf- Die Zonen sollten einfach konfiguriert wer-
Unfallgefahr an diesen Schnittstellen zwi- schauen in die Regale reduzieren. den können, z. B. über eine Fernbedie-
schen Innen- und Außenbereich. Hier über- nung. Gemeinsam mit dem Anwender wer-
fordern große Helligkeitsunterschiede die In Kühlräumen müssen Leuchten höherer den die unterschiedlichen Zonen definiert
Augen. Kritisch ist vor allem der Übergang Schutzart eingesetzt werden. Hier spielt die und die Beleuchtungsniveaus für die Anwe-
vom Hellen ins Dunkle. Bei Tag ist das die LED ihre Stärke aus; im Vergleich zu senheit von Personen sowie für die Abwe-
Einfahrt in die vergleichsweise dunkle Halle, Leuchtstofflampen sinkt das Beleuchtungs- senheit mit dezenter Hintergrundbeleuch-
bei Nacht die Ausfahrt aus der beleuchte- niveau bei tiefen Temperaturen nicht ab. tung eingestellt. Sofern die Raumaufteilung
ten Halle. Um Unfälle zu vermeiden, müs- geändert werden soll, können die Zonen mit
sen die unterschiedlichen Beleuchtungsni- Lichtmanagement spart der Fernbedienung jederzeit schnell neu
veaus im Übergangsbereich ausgeglichen Die höchste Einsparungen bieten Systeme, konfiguriert werden. 
werden; dafür ist eine umschaltbare Be- die das Licht nur dorthin bringen, wo es be-
leuchtungsanlage für den Tag- und den nötigt wird, und nur dann, wenn es benötigt
Nachtbetrieb notwendig. wird. Eine Lagerhalle kann in „Zonen“ unter-
teilt werden. Anwesenheitssensoren, die
Beleuchtungssysteme jeder Zone zugeordnet sind, aktivieren die
Auch in Lagerhallen ist die Hallenhöhe aus- volle Ausleuchtung der Zone, wenn eine
schlaggebend: bis sechs Meter werden Bewegung darin erkannt wird oder sich je-
eher LED-Lichtbandsysteme, ab sechs mand dieser Zone nähert. Dadurch ist ge-

44
59

60

61 62

Lichtmanagement in Lagerhallen

[59 – 62] In Lagerbereichen fallen unter-


schiedliche Sehaufgaben an. Leuchten für
Hochregallager haben spezielle, schräg
strahlende Reflektoren, damit Waren und Be-
schriftung gut erkennbar sind. 

[63] Lichtmanagement sorgt in Lagerhallen
effizient für „Licht nach Bedarf“: Sensoren
aktivieren die volle Ausleuchtung einer Zone,
wenn sich Personen nähern. Bei Nichtbele- © licht.de
gung wird das Licht gedimmt.  63

45
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Präzisionsnahsehen und Qualitätsprüfung


In vielen Bereichen der Industrie werden die technischen Bauteile immer kleiner und die manuellen Tätigkeiten 
immer anspruchsvoller und diffiziler. Das menschliche Auge ist dann maximal gefordert. In solchen Anwendungen
sind sehr hohe Beleuchtungsstärken gefragt, die häufig mit speziellen Linsensystemen kombiniert werden.

Für das Präzisionsnahsehen sind hohe Be- reicht werden. Für ein gutes Kontrastsehen
leuchtungsstärken und sehr gute Farbwie- ist eine Farbtemperatur von über 5.000 Kel-
dergabeeigenschaften der Lichtquellen ge- vin (= tageslichtweiß) ideal. Auch werden 
fordert. Hier ist eine tätigkeitsbezogene in solchen Anwendungen sehr hohe An-
Beleuchtung richtig, wie sie beispielsweie sprüche an die Farbwiedergabe gestellt; 
Gestänge-Arm-Leuchten mit optionalen Ra ≥ 90 ist richtig. 
Linsensystemen bieten. 
Direkt- und Reflexblendungen auf Hoch-
Licht für Mikromechanik und glanzoberflächen werden durch richtig posi-
Schmuckproduktion tionierte Leuchten und eine sinnvolle Aus-
In Bereichen wie Präzisions- und Mikro- wahl von Leuchtenblenden bzw. -rastern
mechanik werden mittlere Beleuchtungs- vermieden. Um den schwierigen Sehaufga-
stärken von mindestens 1.000 Lux (lx) ge- ben gerecht zu werden, ist häufig eine
fordert. Darüber hinaus muss der Farbwie- Lichtquelle in der Nähe des Werkstücks
dergabewert Ra über 80 liegen.  notwendig – eine Beleuchtung also, die auf
den Bereich der Tätigkeit fokussiert. Idealer-
In noch anspruchsvolleren Bereichen, wie weise sind diese Systeme flexibel einstell-
etwa bei der Herstellung von Schmuckwa- bar und mit ergonomischer Gestänge-Arm-
ren oder Uhren, müssen bis zu 1.500 lx er- Technik ausgestattet. 

Vorgaben nach DIN 12464-1: Nahsehen

Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra

Präzisions- und Mikromechanik  1.000 19 0,70 80

Sehr feine Montagearbeiten, z. B. 
1.000 16 0,70 80
Leiterplatten, Messinstrumente

Elektronikwerkstätten, Prüfen und Justieren 1.500 16 0,70 80

Bearbeitung von Edelsteinen 1.500 16 0,70 90

Uhrmacherei (Handarbeit) 1.500 16 0,70 80

[64 + 66] Lupenleuchten erleichtern an- [65] Hohe Beleuchtungsstärken, ein flächi-


spruchsvolle Sehaufgaben in der Qualitäts- ges, schattenfreies Licht und sehr gute Farb-
prüfung. wiedergabeeigenschaften der Leuchtmittel
sind beim Präzisionsnahsehen gefordert.
Richtig ist eine tätigkeitsbezogene Beleuch-
64 tung, die flexibel eingestellt werden kann.

46
Qualitätsprüfung rung anpassen lässt. Dafür eignet sich ein Solche Leuchten sind ideal für präzise 
Generell ist die Allgemeinbeleuchtung der Lichtmanagementsystem. Prüfungen in Forschung und Entwicklung
Produktionshalle für Arbeitsplätze der Quali- oder bei der Montage von Kleinstbauteilen.
tätsprüfung mit hohen visuellen Tätigkeiten Flächen- oder Punktlicht Eine eingebaute Linse aus Glas oder Kunst-
selten ausreichend. Eine zusätzlich zur All- Grob unterschieden werden zwei Beleuch- stoff sorgt in vielen Fällen für ein zwei- bis 
gemeinbeleuchtung installierte Arbeitsplatz- tungskonzepte: Flächen- und Punktlicht. dreifach vergrößertes Sehen, das in Kombi-
beleuchtung ist somit unerlässlich. Auch Generell sind empfehlenswert nation mit großen Lichtmengen ein ange-
wenn Aufbauten oder Installationen den Ar- 쐍 flächiges, schattenfreies Licht für das 
nehmes und ergonomisches Arbeiten ge-
beitsplatz überschatten, ist zusätzliches Prüfen von matten, glänzenden oder währleistet – vor allem, wenn es sich um
Licht ein Muss.  durchsichtigen Objekten, zum Beispiel  dauerhafte und repetitive Tätigkeiten han-
auf Beulen, Dellen oder Verwerfungen, delt. Um eine ständige Adaption der Augen
Das Beleuchtungskonzept selbst hängt 쐍 beim Prüfen von Oberflächen auf Kratzer,
zu vermeiden, sollte das Sichtfeld der Linse
dabei wesentlich vom Material des Prüfge- Anrisse oder Gravuren ein als streifendes entsprechend groß – etwa dem Augenab-
genstandes ab: Das Licht muss abge- Licht eingesetztes Punktlicht. Die dabei stand entsprechend – und verzerrungsfrei
stimmt werden auf dessen Oberfläche und gezielt erzeugten Schatten unterstützen sein. Lupenleuchten sind ein komfortables
Farbe sowie deren Reflexionsverhalten. das Erkennen der Oberflächenstruktur. Hilfsmittel, wenn sie sich schnell und ein-
Auch die Größe des Werkstücks und die fach einstellen lassen und die eingestellte
daraus resultierenden Schattigkeiten müs- Hinweis: Besondere Vorsicht gilt beim Ein- Position ohne störendes Nachwippen 
sen berücksichtigt werden. satz von LED-Array-Leuchten am Arbeits- halten. 
platz, da diese zu einer Veränderung der
Die jeweils notwendige Beleuchtungsstärke, Formwahrnehmung durch Mehrfachschat- Beleuchtungssysteme
erforderliche Lichtrichtung und Lichtfarbe ten führen können. Für die geforderten diffizilen Sehaufgaben
(Farbwiedergabe) variiert somit je nach Seh- sollten die Beleuchtungssysteme möglichst
aufgabe bzw. Sehdetail. Werden unter- Lupenleuchten für anspruchsvolle flexibel mechanisch einstellbar sein und
schiedliche Produkte an einem Arbeitsplatz Sehaufgaben lichttechnische Adaptionen, wie etwa Dim-
geprüft, sollte die Beleuchtung idealerweise Reicht das menschliche Auge für anspruchs- mung oder Segmentschaltung, erlauben.
variabel in den Eigenschaften einstellbar volle Sehaufgaben nicht mehr aus, sollten So können Schatteneffekte vermieden oder
sein, so dass sie sich je nach Sehanforde- spezielle Lupenleuchten eingesetzt werden. bewusst provoziert werden. 

65 66

47
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Druck und Textil


In Druck- und Textilbetrieben ist hoher Lichtbedarf die Regel: Das empfindliche Material, Stoffe, Farben, Bilder 
und Schriften, aber auch schnell laufende Maschinen erfordern einen sicheren Blick. Vor allem an Arbeitsplätzen, 
an denen die Qualität von Printprodukten und Textilien bewertet wird, ist besonderes Augenmerk auf die 
Lichtqualität zu legen.

In der Druck- und Textilindustrie kommen Bildschirmarbeit. Hier kommt es vor allem Bei großen Druck- und Textilverarbeitungs-


verschiedene Sehaufgaben vor: von einfa- auf den Schutz vor Direkt- und Reflexblen- maschinen sind ausreichende vertikale Be-
chen Druckarbeiten oder handwerklichen dung an. Entsprechende Leuchten erfüllen leuchtungsstärken notwendig. Dafür sollten
Arbeiten, wie Spinnen und Zwirnen, bis hin die Anforderungen an bildschirmgerechte die Leuchten parallel zu den Maschinen in-
zu anspruchsvollen Sehaufgaben wie Retu- Beleuchtung. Gegebenenfalls schützen zu- stalliert werden. Falls erforderlich, kann zu-
schen, Entwerfen oder Qualitätsprüfungen. sätzliche arbeitsplatzbezogene Maßnah- sätzlich über dem Farbwerk und vor der
Entsprechend unterschiedlich sind die An- men. Die mittlere Beleuchtungsstärke liegt Vorderkante des Schneidetisches eine Be-
forderungen an Lichtbedarf und Lichtquali- bei 500 lx.  leuchtung installiert werden. Auch eine Zu-
tät. Da aber in jedem Fall Stoffe, Farben satzbeleuchtung für die Wartungsarbeiten
und Bilder bearbeitet werden, meistens Weitere Anforderungen für die Bildbearbei- an den Maschinen ist sinnvoll.
auch durch manuelle Tätigkeiten, empfiehlt tung am Bildschirm nennt die Norm ISO
licht.de, auf gute Farbwiedergabe, Blen- 12646:2015-07 „Drucktechnik – Bildschir - Kontroll- und Prüfarbeitsplätze
dungsbegrenzung und Gleichmäßigkeit der me zur farbverbindlichen Darstellung von Besonders wichtig sind in der Druck- und
Beleuchtung zu achten. Bildinhalten – Parameter und Betrachtungs- Textilindustrie die Kontroll- und Prüfarbeits-
bedingungen.“  plätze, an denen der Lichtbedarf mit 
Licht für Druckerei und Buchbinderei 1.500 lx besonders hoch ist. Hier sollte der
Kleine und mittlere Druckereien bestehen in Klassisches Handwerk und Farbwiedergabe-Index der Lichtquellen mit
der Regel aus zwei wesentlichen Funktions- feine Sehaufgaben Ra ≥ 90 besser sein als im übrigen Raum,
bereichen: der eigentlichen Druckerei mit Für klassische handwerkliche Tätigkeiten wo Ra ≥ 80 ausreicht. Farbtemperaturen
den Druckmaschinen und der Buchbinderei wird auch in der Textilindustrie nach DIN EN zwischen 4.000 Kelvin (K) und 6.500 K 
zur Weiterverarbeitung der bedruckten Bo - 12464-1 eine Mindestbeleuchtungsstärke sind – je nach Probe – empfohlen. Im Ideal-
gen zum Endprodukt. Für beide Bereiche von 500 lx empfohlen. Feinere Sehaufga- fall können sie variiert und auf das zu be-
sollte die mittlere Beleuchtungsstärke min- ben – wie z. B. Nähen oder Entwurfsarbei- wertende Produkt angepasst werden. Wei-
destens 500 Lux (lx) betragen.  ten –  erfordern 750 lx. Typensatz, Retu- tere detaillierte Anforderungen für die
sche und Lithografie benötigen 1.000 lx, Farbprüfung beschreibt die Norm ISO 3664
Druckvorstufe und Lithografie der Umgang mit Stahl und Kupferstichen „Betrachtungsbedingungen“. 
Die Druckvorstufe ist heute in der Regel erfordert mindestens 2.000 lx.
Für Arbeitsplätze der Qualitätsprüfung emp-
fiehlt licht.de eine auf den Tätigkeitsbereich
bezogene Beleuchtung. Wenn häufig mit
Vorgaben nach DIN 12464-1: Druck und Textil hochglänzenden Papieren, Folien oder
sonstigen Materialien gearbeitet wird, ist
Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra eine indirekte oder seitliche Beleuchtung
sinnvoll. 
Zuschneiden, Prägen, 
Druckmaschinen, Matrizenherstellung, 500 19 0,60 80 Beleuchtungssysteme
Papiersortierung und Handdruck Eine flexible LED-Beleuchtung, die den un-
terschiedlichen Sehaufgaben in Druckereien
Automatisches Stoffdrucken 500 25 0,60 80 und Textilbetrieben gerecht wird, ist die rich-
tige Wahl. Die Leuchten sollten gut entblen-
Nähen und Feinsticken 750 22 0,70 80 det sein und individuell auf den Arbeitsplatz
eingestellt werden können, um Reflexe auf
Typensatz, Retusche, Lithographie 1.000 19 0,70 80 Drucken, Maschinen und Bildschirmen zu
vermeiden. Flexible Leuchten und Lichtma-
Farbkontrolle bei Mehrfarbendruck 1.500 16 0,70 80 nagementsysteme passen das Licht an die
Notwendigkeiten der verschiedenen Sehauf-
gaben und Maschinentätigkeiten an.

48
67

An Kontrollarbeitsplätzen für Mehrfarben-
druck können spezielle Auflichtleuchten mit
gleichmäßiger Ausleuchtung in Tageslicht-
qualität eingesetzt werden. Sie erleichtern
diffizile Sehaufgaben und eine exakte Farb-
kontrolle.

Bei empfindlichen Stoffen und Papieren
sollte auch auf die Wahl des Lichtspek-
trums geachtet werden und eine möglichst
schonende Beleuchtung mit geringem UV-
Anteil gewählt werden.

Speziell in der Textilindustrie erfordern ei-
nige Tätigkeiten zudem eine hohe Schutzart
der Beleuchtung. So entsteht z. B. beim
Spinnen und Zwirnen ein feiner Staub, der
sich auf der Beleuchtung ablagern und bei
zu hohen Oberflächentemperaturen zu Ex-
plosionen führen kann. In diesem Fall sind
spezielle Ex-Leuchten richtig. 
68 69
Auch in Druckereien kann ein feiner Papier-
staub entstehen. Oberflächen der Leuchten
sollten deshalb so gestaltet sein, dass Staub 
idealerweise kaum liegen bleiben kann. In
Färbebereichen und Bädern ist zudem auf
den Schutz vor Feuchtigkeit und Resistenz
gegenüber Säuren und Basen zu achten.

Hinweis: Auf stroboskopische Effekte bei
rotierenden Maschinen, wie z. B. beim
Spinnen und Zwirnen, sollte geachtet wer-
den.

[67 – 70] LED-Leuchten sorgen als Licht-


band oder Einzelleuchten für die richtige Be-
leuchtung in Druckereien und der Textilindus-
trie. Je nach Umgebung sind Ex-Leuchten
gefordert.  70

49
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

71

Lebensmittelverarbeitung
Sauberkeit und Hygiene sind die wichtigsten Anforderungen in der Lebensmittelverarbeitung. Dies gilt im 
erweiterten Rahmen auch für Betriebsstätten, die regelmäßig zuliefern, z. B. Reinigungsutensilien. Die Auswahl 
heller und freundlicher Farben vermittelt Vertrauen. 

Eine Reihe von Arbeitsvorgängen in der Le- ren und für Abfüllarbeiten liegt bei über 
bensmittelindustrie stellt nur geringe Anfor- 200 Lux (lx) Beleuchtungsstärke, für Sor-
derungen an die Sehaufgaben. Dazu gehö- tier- und Packarbeiten sind 300 lx richtig.
ren Prozesse, die weitgehend automatisiert  Nochmals höhere Beleuchtungsstärken for-
ablaufen und nur stichprobenartig in größeren  dert DIN EN 12464-1 für Arbeitsplätze und
Zeitintervallen überwacht werden müssen. kritische Zonen in Schlachthöfen, Metzge-
Für viele Betriebe der Nahrungsmittel- und reien, Molkereien und Mühlen sowie bei
Getränkeindustrie ist deshalb eine Beleuch- Kontrollarbeiten (siehe Tabelle Seite 51). 
tung des gesamten Arbeitsbereichs die rich-
tige Wahl. Überwachungsaufgaben erfordern Gute Farbwiedergabe ist Pflicht
neben der horizontalen jedoch auch eine Besonders wichtig beim Umgang mit Nah-
ausreichende vertikale Beleuchtungsstärke. rungsmitteln ist eine gute Farbwiedergabe
der Lichtquellen. Der Farbwiedergabe-
Zusätzliche Arbeitsplatzleuchten Index muss mindestens Ra ≥ 80 betragen.
erleichtern Garnieren und Kontrolle Das gilt auch für Betriebe mit nicht farbkriti-
Ist ein häufiger Wechsel der Arbeitsplätze schen Endprodukten, damit die Frische
erforderlich, sollten alle Plätze gleich gut verwendeter Zutaten und das Endprodukt
beleuchtet und die Leuchten für alle Blick- immer sicher beurteilt werden können. 
richtungen gleich gut entblendet sein. Hier-
[71] In vielen Bereichen der Lebensmittelin-
für eignet sich die raumbezogene Beleuch- In der Fleischverarbeitung (Metzgereien,
dustrie sind Prozesse weitgehend automati-
siert. In diesem Fall ist eine Beleuchtung des tung am besten. An Arbeitsplätzen mit Schlachthöfe) ist ein ausreichend hoher
gesamten Arbeitsbereichs die richtige Wahl. gehobenen oder schwierigen Sehaufgaben, Rotanteil sinnvoll. licht.de empfiehlt Licht-
wie z. B. Anrichten, Garnieren oder bei der quellen mit einem Farbwiedergabeindex
[72] In Kühlräumen müssen spezielle Kontrolle, sind in jedem Fall zusätzliche Ar- von Ra ≥ 90, die diesen Anforderungen 
Feuchtraumleuchten für Tieftemperatur-Be-
beitsplatzleuchten unerlässlich. gerecht werden. Zur optischen Kontrolle
reiche eingesetzt werden – am besten mit
LEDs bestückt, denn die Dioden vertragen von Flaschen und Gläsern auf Fremdstoffe,
im Gegensatz zu herkömmlichen Lichtquellen Das durchschnittliche Beleuchtungsniveau Schmutz oder Bruchstellen, wird eine
Kälte bestens.  für Waschen, Kochen, Trocknen/Fermentie- gleichmäßig leuchtende Fläche mit gerin-

50
Vorgaben nach DIN 12464-1: Lebensmittelproduktion

Raum, Aufgabe oder Tätigkeit Em UGRL U0 Ra

Arbeitsplätze und –zonen
... in Brauereien, auf Malzböden;
... zum Waschen, Reinigen, Sieben, 
Schälen und Abfüllen in Fässern; 200 25 0,40 80
... zum Kochen in Konserven- und 
Schokoladenfabriken;
... in Zuckerfabriken

Vorbereitungs- und Backräume 300 22 0,60 80

Arbeitsplätze und kritische Zonen in
Schlachthöfen, Metzgereien, Mühlen,  500 25 0,60 80
Molkereien

Schneiden und Sortieren von Obst
500 25 0,60 80
Küchenarbeit, Herstellung von Feinkost 

Produktkontrollen, Garnieren, Sortieren 500 22 0,60 80

Farbkontrolle 1.000 16 0,70 90


ger Leuchtdichte eingesetzt. Dosen werden 
in speziellen Kabinen geprüft, die indirekt
beleuchtet sind, um Reflexe zu vermeiden.
Spiegel ermöglichen die Kontrolle von in - Kühlräume
nen und hinten.
Kühlräume sind Lagerräume; die Norm schreibt
Beleuchtungssysteme 100 lx Beleuchtungsstärke vor. Besser ist mehr Licht:
Die Lebensmittelindustrie legt besonderen Empfehlenswert sind – zumindest bereichsweise –
Wert auf Beleuchtungssysteme, die sich 300 lx, damit Beschriftungen, Lieferscheine und
leicht reinigen lassen, wartungsfreundlich Lagerpapiere mühelos lesbar sind.
und splitterfrei sind. Für Bereiche, in denen
Dampf, Hitze, Kälte, hohe Luftfeuchtigkeit, Der Tieftemperaturbereich stellt erhöhte Anforderun-
Staub oder eine aggressive Atmosphäre gen an Lampen, Betriebsgeräte und Leuchten.
entstehen, sind staubgeschützte oder Deshalb müssen für den Einsatzbereich „tiefe Tempe-
feuchtigkeitsgeschützte Leuchten, in eini- raturen“ spezielle Feuchtraumleuchten eingesetzt
gen Fällen auch explosionsgeschützte werden. Bei konventionellen Lichtquellen beginnt der
Leuchten notwendig. Lichtstromrückgang ab 0˚ C und kann bei höheren
Minusgraden bis zu 40 Prozent betragen. Das muss
Im Allgemeinen sind Wannenleuchten mit lichtplanerisch entsprechend korrigiert werden. LED-
glatten Oberflächen und internen Prismen- Lichtquellen vertragen Kälte hingegen bestens.
optiken oder Reflektoren mit breit- oder  72
tiefstrahlenden Spiegeln je nach Licht-
punkthöhe eine gute Wahl. Die Schutzart
von mindestens IP 50 sollte für trockene telrechtlichen Konformitätserklärung nach tel; im Zweifelsfall ist jedoch immer die Frei-
Anwendungen nicht unterschritten werden. (EG) Nr. 852/2004 können in die Zertifizie- gabe des Herstellers einzuholen.
Sobald regelmäßig feucht gereinigt wird, rungssysteme der Lebensmittelindustrie
sind Feuchtraumleuchten ab IP 65 oder einfach eingebunden werden. Als solche Richtig ist die parallele Anordnung von
höher einzusetzen. Eine Abdeckung der gelten HACCP (Hazard Analysis and Criti- Lichtbändern über den Arbeitplätzen, bei
Leuchten durch Kunststoffe verhindert, cal Control Points), IFS (International Featu- höheren Lichtpunkthöhen können auch
dass Glassplitter bei konventioneller Tech- red Standard) oder BRC (British Retail Einzelleuchten eingesetzt werden. Die Ar-
nik in den Nahrungsmittelprozess gelan- Consortium), die das Qualitätssystem und beitsplätze sollten so angeordnet sein,
gen.  die Prozesse in den Betrieben festlegen. dass Licht möglichst abschattungsarm
Dazu zählen auch die Reinigungsintervalle seitlich von oben auf das Arbeitsgut fällt.
Lebensmittelproduzenten und Zulieferbe- der Leuchten. Die Leuchtenindustrie achtet Die horizontale Beleuchtungsstärke ist
triebe können sich zertifizieren lassen. bei der Materialauswahl vorab schon auf durch vertikale Anteile zu ergänzen.
Splitterfreie Leuchten mit einer lebensmit- eine hohe Resistenz gegen Reinigungsmit-

51
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

73

Kfz-Werkstatt
Die Arbeit rund um das Auto erfordert Beleuchtungslösungen, die den vielfältigen Tätigkeiten entsprechen. Tages-
licht fällt meist nur von einer Fensterseite oder durch ein Oberlicht in die Werkstatt. Für Arbeiten an der Fahrzeugun-
terseite ist eine spezielle Arbeitsbeleuchtung notwendig.

Die Tätigkeiten in einer Kfz-Werkstatt rei- ges gut beleuchtet ist. Minimale Blendung
chen von eher groben Arbeiten wie Reifen- ist Pflicht. In Bereichen für Lackierarbeiten
wechsel über Lackierarbeiten bis hin zu fili- ist eine gute zylindrische Beleuchtungs-
granen Einstell- oder Inspektionsaufgaben. stärke ebenso erforderlich wie eine gute
Eine Grundbeleuchtungsstärke von min- Farbwiedergabe (Ra ≥ 90) und möglichst
destens 200 Lux (lx) ist empfehlenswert. wenig Blendung. 
Die Leuchten müssen so positioniert wer-
den, dass die Fahrzeuge von allen Seiten Mobile Leuchten, wie zum Beispiel kleine
beleuchtet werden.  Handleuchten, ergänzen die Beleuchtungs-
anlage und ermöglichen einfacheres Arbei-
Das Beleuchtungsstärkeniveau sollte je- ten in schwer zugänglichen Bereichen. 
doch in Bereichen, in denen anspruchs-
volle Sehaufgaben geleistet werden, höher Beleuchtungssysteme
sein – z. B. 1.000 lx für Lackierarbeiten (s. Sehr gut eignen sich für Kfz-Betriebe 
a. Tabelle S. 35) – oder kurzzeitig erhöht LED-Hallenleuchten oder Lichtbandsys-
werden können. Dies spricht für die Ver- teme. In Feuchträumen wie Waschhallen
wendung eines Lichtmanagementsystems. werden Leuchten höherer Schutzart (min-
So kann auch ein eventuell vorhandener destens IP 65) benötigt. Lackierbereiche
Tageslichteinfall berücksichtigt werden – erfordern häufig Ex-Leuchten (explosions-
das unterstützt bei der Energieeinsparung.  geschützt).

Montagegruben und Lackierarbeiten Generell ist die chemische Beständigkeit


Die Auswahl der Leuchten erfolgt in Bezug der Leuchten – vor allem der Kunststoffe –
auf die jeweilige Tätigkeit. In Montagegru- im Vorfeld zu prüfen. Ist die Atmosphäre
[73] In der Kfz-Werkstatt sorgen LED-Licht- ben werden die Leuchten seitlich mit einem besonders ölhaltig? Werden Reinigungszu-
bandleuchten, angeordnet nach Arbeitsberei- hohen Lichtanteil nach oben montiert, sätze verwendet? In diesen Fällen müssen
chen, für hohen Lichtkomfort.  damit auch der Unterboden des Fahrzeu- die Leuchten chemisch beständig sein. 

52
Friseursalon und Kosmetik
Das richtige Licht im Friseursalon und in der Kosmetikkabine fördert die kreative Arbeit und verhindert Fehler der
Behandlung. Zugleich soll es eine entspannende Lichtatmosphäre erzeugen, die den Kunden Vertrauen gibt. 

Im Dienst der Schönheit sind keine Kompro - an. Für einen Farbabgleich reicht das  rendes Licht – z. B. mit eng gebündelten


misse erwünscht – auch nicht beim Licht. nicht: Dieser erfordert 1.000 lx Beleuch- Strahlern, die das Licht auf ausgestellte
Im Friseursalon mit offenem Raumkonzept tungsstärke und eine Farbwiedergabe  Produkte lenken – unverzichtbar. 
ist eine raumbezogene Beleuchtung mit zu- von Ra ≥ 90.
sätzlichen Arbeitsplatzleuchten richtig, wäh- Beleuchtungssysteme
rend im Kosmetiksalon überwiegend in der Licht für die Kosmetikkabine Effiziente und zugleich dekorative LED-
Kabine behandelt wird. Hier fokussiert die In der Kosmetikkabine werden Leuchten Leuchten erfüllen die Beleuchtungsaufga-
Beleuchtung auf die Arbeitsbereiche.  seitlich an den Innenwänden, je nach ben im Salon am besten. Im Friseursalon
Raumsituation auch auf oder über niedrigen sind blendfreie Spiegelleuchten an jedem
Licht für den Friseursalon Trennwänden angeordnet. Hier muss die Platz Pflicht. Zusätzliche Downlights, 
Im Friseursalon ist eine Anordnung der Beleuchtung variabel sein, entsprechend Vouten oder Wallwasher setzen individuelle
Leuchten entweder in zwei oder drei Meter den unterschiedlichen Anforderungen nach Akzente und erhöhen den Sympathiewert
Höhe etwa 0,5 Meter hinter dem Arbeits- hoher Sehleistung während der Behandlung des Salons.
platz parallel zum Spiegel sinnvoll. Alternativ und entspannender Atmosphäre in der Ru-
können die Leuchten auch zwischen den hepause. Dafür sollte das Licht dimmbar
Stühlen, quer zum Spiegel, angeordnet sein. Leuchten links und rechts des Spie-
werden.  gels sind sinnvoll.

Dekorativ und komfortabel ist das Licht von Licht für Verkaufsbereiche


„Arbeitsplatzleuchten“ beidseits der Spie- Lichtakzente, z. B. in Verkaufsvitrinen, lo-
gelfläche. Es erhöht die vertikalen Lichtan- ckern die Raumatmosphäre auf. Sie können
teile in Richtung Stuhl, muss als Spiegelbe- auch farbige Akzente setzen, dürfen aber
leuchtung aber schatten- und blendfrei nicht blenden. Großflächig farbiges Licht
sein.  oder andere Farbeffekte, die in der Ver-
kaufsraumbeleuchtung beliebt sind, sollten [74 + 75] Dekorative LED-Leuchten sorgen
Für alle Arbeiten der Haarpflege setzt  im Bereich von Arbeitsplätzen vermieden in Friseursalon und Kosmetikstudio für effi-
DIN EN 12464-1 mindestens 500 Lux (lx) werden. In Verkaufsbereichen ist akzentuie- zientes und angenehmes Licht. 

74 75

53
76

Not- und Sicherheitsbeleuchtung


Licht und Sicherheit sind eng miteinander verknüpft. Fällt die Allgemeinbeleuchtung aus, springt die netzunabhän-
gige Sicherheitsbeleuchtung ein. Sie sorgt für ein sicheres Verlassen der gefährdeten Bereiche. 

Stromausfälle sind keine Seltenheit. Obwohl scheidung: Soll die Spannungserzeugung Betriebssicherheit der Beleuchtung


Deutschland über eines der zuverlässigsten über Generatoren, über eine Zentralbatte- In der Industrie werden immer wieder die
Stromnetze in Europa verfügt, kann es rieanlage oder über Leuchten mit integrier- Wartungskosten in den Vordergrund bei der
immer wieder zu derartigen Ereignissen ter Batterie als Energieversorger erfolgen? Auslegung der lichttechnischen Anlagen
kommen. Dann sorgt die Not- und Sicher- Diese erste Weichenstellung hat Konse- gestellt. Die Sicherheitsbeleuchtung stellt
heitsbeleuchtung dafür, dass Menschen ein quenzen auf die baulichen Randbedingun- besondere Forderungen an die Betriebssi-
Gebäude gefahrlos verlassen oder be- gen mit Definition der Brandabschnitte und cherheit der Beleuchtungsanlage. So müs-
stimmte Arbeitsprozesse sicher weiterge- der Kabel sowie den räumlichen Vorausset- sen regelmäßige Tests durchgeführt wer-
führt oder sicher abgeschlossen werden zungen für Generatoren oder Zentralbatte- den. Neben der verpflichtenden Erstprüfung
können. Sichere Fluchtwege müssen durch rieanlagen. Weiterhin müssen die Leuchten sind tägliche, wöchentliche und monatliche
eine entsprechende Fluchtwegekennzeich- jeweils für die entsprechende Notstrom- Prüfungen mit unterschiedlichen Inhalten
nung markiert und nach normativen Anfor- quelle geeignet sein.  beschrieben. 
derungen auch beleuchtet werden. 
DIN EN 1838 für Fluchtwegzeichen Zusätzlich sind normativ geforderte Testin-
Netzunabhängige In einem zweiten Schritt muss der Planer halte jährlich bzw. alle drei Jahre zu prüfen.
Sicherheitsbeleuchtung darauf achten, dass bestimmte Bereiche Automatische Prüfeinrichtungen, z. B. bei
Die Sicherheitsbeleuchtung muss bereits mit erhöhtem Gefährdungspotenzial abwei- Zentralbatterieanlagen, können diese Tests
während der Planungsphase eines Neu- chende Forderungen an die Beleuchtungs- vereinfachen. 
baus berücksichtigt werden. Eine Vielzahl stärke und die Gleichmäßigkeit der Be-
von Normen, Vorschriften und Richtlinien leuchtung aufweisen. Fluchtwege werden
weisen den Planer an, eine netzunabhän- oftmals mit weit niedrigeren Minimalwerten
gige Zusatzbeleuchtung vorzusehen. Eine für diese beiden lichttechnischen Anforde-
grundsätzliche Unterscheidung erfolgt rungen ausgelegt. Die lichttechnischen An-
dabei zwischen der Beleuchtung von forderungen für Fluchtwegzeichen werden
Fluchtwegen und der Beleuchtung von Be- in der DIN EN 1838 beschrieben und be-
reichen mit besonderer Gefährdung.  ziehen sich vorrangig auf die Mindestwerte
der Leuchtdichte und den Kontrast zwi- Mehr Informationen gibt es in
Schon bei der Betrachtung der Netzunab- schen den weißen und grünen Flächenan- Heft licht.wissen 10 „Notbeleuch-
hängigkeit erfolgt eine erste wichtige Ent- teilen.  tung, Sicherheitsbeleuchtung“.

54
Energieeinsparverordnung (EnEV)
Ein wichtiges Instrument der deutschen Energie- und Klimaschutzpolitik ist die Energieeinsparverordnung der
Bundesregierung. Den Weg zur Einhaltung der Mindestanforderungen für den effizienten Betrieb von Beleuchtungs-
anlagen ebnen LED-Technologie und modernes Lichtmanagement. 

Die deutsche Umsetzung der europäischen Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und und Elektronikindustrie e. V. setzt sich dafür


Gebäudeeffizienz-Richtlinie EPBD (Euro- Beleuchtung“ beschrieben. Teil 4 behandelt ein, dass Beleuchtungssysteme in der an-
pean Performance of Buildings Directive) ist den Nutz- und Endenergiebedarf für die  stehenden Überarbeitung als gebäudetech-
die Energieeinsparverordnung (EnEV). Ziel Beleuchtung. Hierbei werden statistisch  nische Systeme aufgenommen werden. 
der EnEV ist ein nahezu klimaneutraler  ermittelte Daten für die Energieeffizienz der
Gebäudebestand bis zum Jahr 2050. Die eingesetzten Technologien sowie der Be- Somit würden Beleuchtungssysteme 
Verordnung regelt daher den maximal zu- leuchtung verwendet. künftig unabhängig bewertet. Mit gutem
lässigen Gesamtenergiebedarf von Nicht- Grund: Kein anderes technisches Gebäu-
wohngebäuden inklusive der Beleuchtung, Novellierung steht an desystem kann auf vergleichbar hohe Effi-
der im Energieausweis dokumentiert wird. Eine Überarbeitung der EnEV ist geplant. zienzsteigerungen verweisen. Die Digitali-
Vor Neubau oder Sanierung muss demnach Zudem sollen die derzeit noch parallel  sierung des Lichts (z. B. Connectivity,
der Energiebedarf ermittelt werden, der zur laufenden Bestimmungen zum Energieein- Monitoring etc.) steigert die Energieeffizienz
sachgemäßen Nutzung des Gebäudes er- sparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparver- von Beleuchtungssystemen auch in Zu-
forderlich ist. Aktuell gilt die EnEV 2014. ordung (EnEV) und Erneuerbare-Energien- kunft. 
2016 ist der energetische Standard für Wärmegesetz (EEWärmeG) in ein gemein-
Neubauten angehoben worden: Der er- sames Regelwerk – das GebäudeEnergie- Ein weiteres zentrales Anliegen des ZVEI ist
laubte Jahres-Primärenergiebedarf für Neu- Gesetz (GEG) – zusammengeführt werden. die fachgerechte Planung. Sie beinhaltet
bauten wurde um durchschnittlich 25 Pro- Hintergrund war u. a. die EU-Gebäudericht- nicht nur die Erfüllung der lichttechnischen
zent gesenkt. linie, die ab 2019 den Niedrigstenergie- Qualitätsanforderungen nach DIN EN
Standard für Neubauten fordert.  12464-1, sondern auch die Erstellung eines
Grundlage der Berechnung Wartungsplans. Dieser legt z. B. auch die
Das gemäß EnEV 2014 anzuwendende  Derzeit dürfen alte oder ineffiziente Be- Reinigungsintervalle fest. Werden Leuchten
Berechnungsverfahren ist in der Norm DIN leuchtungsanlagen noch mit dem Energie- häufiger gereinigt, kann die Systemleistung
V 18599 „Energetische Bewertung von  bedarf anderer effizienter Technologien  der Leuchte reduziert werden. 
Gebäuden – Berechnung des Nutz-, End- wie Heizung oder Klima verrechnet werden.
und Primärenergiebedarfs für Heizung, Der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- Der Wartungsplan hat erheblichen Einfluss
auf die Energieeffizienz eines Gebäudes.
Zur besseren Wirtschaftlichkeit sollten War-
tungszyklen mit der schon heute regelmä-
ßig notwendigen Wiederholungsprüfung der
jeweiligen elektrischen Anlagen nach
DGUV-Vorschrift A3 zusammenfallen.

Das 2016 erschienene Positions-
papier des ZVEI „Berücksichti-
gung der Beleuchtung bei der
Novellierung der Energiesparver-
ordnung“ behandelt das Thema
77 umfassend.

55
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Checklisten
Sanierung oder Neuanlage: Checklisten erleichtern die Arbeit. Der hier abgebildete Erfassungsbogen hält die 
Anforderungen an die Beleuchtungsanlage fest – und steht ebenso wie weitere Planungshilfen von licht.de auf der
Webseite www.licht.de zum Download zur Verfügung.

Erfassungsbogen
Angaben zu Kunde / Anlage / Lichtsystem
Name des Kunden,
Ansprechpartner vor Ort:

Adresse / Objektname:

Telefonnummer / E-Mail:

Erfasser:

Nutzungs- und Eigentumsverhältnis: 앮 Eigentum 앮 Miete 앮 Pacht

Art der Gebäudenutzung: 앮 Büro und Verwaltung 앮 Industrie

앮 Sonstiges (bitte eintragen) 앮 Krankenhaus / Altenheim 앮 Hotel


앮 Gewerbe / Handel / Logistik 앮 Shop

앮 Kommunale Einrichtung 앮 Schule / Kindergarten

Steht ein Budget zur Verfügung? 앮 Ja € 앮 Nein

Projektvolumen / Größe € m2

Ist das Projekt in der Startphase? 앮 Ja 앮 Nein

Betrachtungszeitraum (TCO*) 앮 3 앮 5 앮 7 앮 9 앮 10 앮 12 앮 15 앮 20 Jahre


*Total Cost of Ownership

Angaben zur
Beleuchtungsanlage System 1 System 2 System 3
Raumnutzung
z. B. Büro, Flur, Lager, Werkstatt
Jährliche Betriebsstunden
(alternativ Wochenstunden)

Alter der Anlage in Jahren

Gibt es Bestandsdaten?
앮 Ja 앮 Nein 앮 Ja 앮 Nein 앮 Ja 앮 Nein
(Excel, CAD, Papierzeichnung)

Raumabmessung (L x B x H)

Strompreis € / kWh

Jährliche Stromkosten (€)

Beleuchtungsstärke im Raum (lx)

© licht.de

56
Angaben zum
Lichtsystem System 1 System 2 System 3
Leuchtenbezeichnung
1. Rasterleuchte / 2. Downlight /
3. Strahler / 4. Lichtband / 5. Hallen-
tiefstrahler / 6. Wannenleuchte /
7. Feuchtraumleuchte

Leuchten / Lampen je Leuchte

Leistung in Watt

Deckensystem
Beton / Rigips / T-System /
Metall / Paneel
Montageart 앮 Einbau 앮 Anbau 앮 Einbau 앮 Anbau 앮 Einbau 앮 Anbau
(LPH = Lichtpunkthöhe) 앮 Pendel ______ LPH 앮 Pendel ______ LPH 앮 Pendel ______ LPH
앮 Ja 앮 Teilweise 앮 Ja 앮 Teilweise 앮 Ja 앮 Teilweise
Konventionelle Technik
앮 Nein 앮 Nein 앮 Nein
앮 Ja 앮 Nein 앮 Ja 앮 Nein 앮 Ja 앮 Nein
Wird die DIN-Norm erfüllt?
앮 Darüber 앮 Darüber 앮 Darüber
Anzahl Ausfälle pro Jahr 앮 Niedrig 앮 Mittel 앮 Niedrig 앮 Mittel 앮 Niedrig 앮 Mittel
(niedrig < 3 % / mittel < 10 % /
hoch > 10 %) 앮 Hoch 앮 Hoch 앮 Hoch

앮 Gering 앮 Mittel 앮 Gering 앮 Mittel 앮 Gering 앮 Mittel


Verschmutzungsgrad
앮 Hoch 앮 Hoch 앮 Hoch
앮 Retrofit 앮 Leuchte 앮 Retrofit 앮 Leuchte 앮 Retrofit 앮 Leuchte
Sanierungsoption
앮 + Controls 앮 + Controls 앮 + Controls
앮 1:1 앮 Norm 앮 1:1 앮 Norm 앮 1:1 앮 Norm
Lichtplanung
앮 Konzept 앮 Konzept 앮 Konzept

Sind Teile defekt? 앮 Ja 앮 Nein 앮 Ja 앮 Nein 앮 Ja 앮 Nein

앮 IP 20 앮 IP 40 앮 IP 20 앮 IP 40 앮 IP 20 앮 IP 40
Schutzart
앮 IP 65 앮 IP 65 앮 IP 65

Umgebungstemperatur °Celsius °Celsius °Celsius

Notizen

© licht.de

57
licht.wissen 05 Industrie und Handwerk

Jedes Heft! € 10,–

Die Schriftenreihe von licht.de


licht.wissen 01
Die Beleuchtung mit künstlichem Licht

Heft licht.wissen 01 vermittelt auf 60 Seiten


allgemein verständlich und herstellerneutral die
Grundlagen moderner Beleuchtung. Es ist der
Auftakt zu insgesamt 20 „licht.wissen“-Heften.

[licht.wissen 04] Eine optimale Be- [licht.wissen 09] 40 Seiten zur Sa- [licht.wissen 10] 52 Seiten zur [licht.wissen 19] 56 Seiten über die
leuchtung im Büro fördert das Wohl- nierung in Gewerbe, Handel und Not- und Sicherheitsbeleuchtung: biologische Wirkung des Lichts auf
befinden und spart Energie- und Verwaltung mit zahlreichen praxis- Heft 10 informiert über relevante den Menschen: Heft 19 informiert
Wartungskosten. Heft 04 stellt auf nahen Lösungsbeispielen. Sie zei- Normen und Vorschriften, erklärt über den aktuellen Stand der For-
56 Seiten Anwendungen vor und er- gen, dass eine Modernisierung licht- und elektrotechnische Anfor- schung und stellt Lösungsbeispiele
klärt, welche Normen beachtet wer- Energie spart und zugleich die Be- derungen und stellt zahlreiche An- aus der Praxis vor.
den müssen. leuchtungsqualität steigt. wendungslösungen vor.

licht.wissen – per Post oder als kostenfreie PDF-Datei (Download) unter www.licht.de/lichtwissen

01 Die Beleuchtung mit künstlichem Licht (2016) 08 Sport und Freizeit (2010) 15 Gute Beleuchtung rund ums Haus (2009)
02 Besser lernen mit gutem Licht (2012) 09 Sanierung in Gewerbe, Handel und Verwaltung (2014) 16 Stadtmarketing mit Licht (2010)
03 Straßen, Wege und Plätze (2014) 10 Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung (2016) 17 LED: Grundlagen – Applikation – Wirkung (2018)
04 Licht im Büro, motivierend und effizient (2012) 11 Gutes Licht für Hotellerie und Gastronomie (2005) 18 Licht für Museen und Ausstellungen (2016)
05 Industrie und Handwerk (2018) 12 Lichtmanagement (2016) 19 Wirkung des Lichts auf den Menschen (2014)
06 Shopbeleuchtung, attraktiv und effizient (2011) 13 Arbeitsplätze im Freien (2007) 20 Nachhaltige Beleuchtung (2014)
07 Gesundheitsfaktor Licht (2012) 14 Ideen für Gutes Licht zum Wohnen (2009) 21 Leitfaden Human Centric Lighting (HCL) (2018)

All booklets are available in English as PDFs, free download at www.licht.de/en/

58
Impressum
Alles über Beleuchtung!
Herausgeber
licht.de
Herstellerneutrale Informationen Fördergemeinschaft Gutes Licht
licht.de informiert über die Vorteile guter – eine Brancheninitiative des ZVEI e.V. –
Beleuchtung. Die Fördergemeinschaft Lyoner Straße 9, 60528 Frankfurt am Main
Gutes Licht hält zu allen Fragen des künst- Tel. 069 6302-353, Fax 069 6302-400
lichen Lichts und seiner richtigen Anwen- licht.de@zvei.org, www.licht.de
dung umfangreiches Informationsmaterial
bereit. Die Informationen sind herstellerneu- Redaktion und Gestaltung
tral und basieren auf den relevanten tech- rfw. kommunikation, Darmstadt
nischen Regelwerken nach DIN und VDE.
ISBN-Nr. Druckausgabe 978-3-945220-15-3
ISBN-Nr. PDF-Ausgabe 978-3-945220-16-0
licht.wissen März 2018 (03/18/00/5VI)
Die Hefte 1 bis 20 der Schriftenreihe
licht.wissen geben Informationen zur Licht- Berücksichtigt wurden die bei Herausgabe gültigen
anwendung. Diese Themenhefte erläutern DIN-Normen und VDE-Vorschriften, wiedergegeben
anhand vieler Beleuchtungsbeispiele licht- mit Erlaubnis des DIN, Deutsches Institut für
technische Grundlagen und zeigen beispiel- Normung e. V. Maßgebend für das Anwenden der
hafte Lösungen. Sie erleichtern damit auch DIN-Norm ist deren jeweils aktuelle Fassung, erhält-
die Zusammenarbeit mit Fachleuten der lich bei der Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6,
Licht- und Elektrotechnik. Alle lichttechni- 10787 Berlin.
schen Aussagen sind grundsätzlicher Art.
Der komplette oder auszugsweise Nachdruck von
licht.wissen 05 ist nur mit Genehmigung des Heraus-
licht.forum gebers gestattet.
licht.forum behandelt aktuelle Fragen der
Lichtanwendung und stellt Beleuchtungs- Bildnachweis 78
trends vor. Diese kompakten Fachinforma- Bildnummern Rückseite 79 80 81
tionen erscheinen in loser Folge. 82 83 84
Bilder
[12] Dr. Christoph Schierz, TU Illmenau; [22] ZVEI;
www.licht.de [76] Moritz Finke.
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