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Erfolg für Tess

Erdähnliche Welt in der habitablen Zone


ihres Heimatsterns entdeckt
Der rund 100 Lichtjahre entfernte Exoplanet TOI 700 d umkreist seinen Zwergstern einmal in
37 Tagen.

7. Jänner 2020, 15:52

TOI 700 d könnte theoretisch flüssiges Wasser beherbergen. Illustr.: Nasa

Washington – Auf der Suche nach potenziell bewohnbaren Exoplaneten hat das
Weltraumteleskop TESS ("Transiting Exoplanet Survey Satellite") eine spannende
Entdeckung gemacht: Das von der US-Weltraumbehörde Nasa betriebene Instrument hat eine
fremde Welt identifiziert, deren Größe mit jener der Erde vergleichbar ist und die zudem in
einer Entfernung um ihr Muttergestirn kreist, die flüssiges Wasser auf ihrer Oberfläche
zumindest theoretisch ermöglichen würde.
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Hilfe von Amateur-Astronomen

Der am Montag beim Jahrestreffen der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft im


hawaiianischen Honolulu vorgestellte Exoplanet wurde von den Wissenschaftern TOI 700 d
benannt. Bei der Entdeckung bekam die Nasa Hilfe von Amateur-Astronomen: TESS hatte
den Stern, den TOI 700 d umkreist, zunächst falsch eingestuft. Daher wurden seine Planeten
auch für größer und heißer gehalten, als sie in Wirklichkeit vermutlich sind. Mehrere Hobby-
Astronomen wie der Schüler Alton Spencer, der mit dem TESS-Team zusammenarbeitet,
deckten den Fehler jedoch auf.

Video: Erfolg für die TESS-Mission. NASA Goddard

"Als wir die Parameter des Sterns korrigierten, schrumpfte die Größe seiner Planeten, und wir
stellten fest, dass der äußerste von ihnen in etwa die Größe der Erde hat und in einer
bewohnbaren Zone liegt", sagte die Studentin Emily Gilbert von der University of Chicago.
Schließlich bestätigte auch das Spitzer-Weltraumteleskop diese Einschätzung.

Kleinerer, kühlerer Stern

TOI 700, das Zentralgestirn des Exoplaneten, ist ein kleiner, kühler M-Zwergstern, der sich
etwas mehr als 100 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Schwertfisch befindet. Es
besitzt rund 40 Prozent der Masse und Größe der Sonne, seine Oberflächentemperatur ist etwa
halb so hoch. Der Stern tauchte in 11 der 13 Himmelssektoren auf, die TESS während des
ersten Missionsjahres im Visier hatte.
In dem TOI 700-System konnten die Astronomen drei Exoplaneten feststellen. Illustr.: Nasa

Mehrere beobachtete Transits enthüllten drei Exoplaneten in diesem System: Der innerste
Planet, TOI 700 b, hat annähernd die selbe Größe der Erde, ist wahrscheinlich felsig und
kreist alle 10 Tage einmal um den Stern. Der mittlere Planet, TOI 700 c, ist 2,6-mal so groß
wie die Erde, liegt also in seinen Dimensionen zwischen unserem Planeten und dem Neptun,
und sein Jahr dauert 16 Tage. Die Astronomen vermuten, dass es sich bei ihm um einen
Gasplaneten handelt.

Nie endender Tag, ewige Nacht

TOI 700 d schließlich, der äußerste der drei Exoplaneten des Systems, dürfte allenfalls um 20
Prozent größer sein als die Erde und seinen Stern in dessen habitabler Zone alle 37 Tage
einmal umrunden. Bisherige Berechnungen lassen darauf schließen, dass TOI 700 d 86
Prozent der Energie erhält, die die Sonne der Erde liefert. Aufgrund der großen Nähe zu
seinem Heimatstern nehmen die Forscher an, dass der Exoplanet eine gebundene Rotation
aufweist, also seinem Stern stets die gleiche Seite zukehrt. Das bedeutet: Auf einer
Hemisphäre herrscht Dauernacht, auf der anderen ewiger Tag. Was das für seine potenzielle
Bewohnbarkeit bedeutet ist freilich vorerst noch unklar. (red, tberg, 7.1.2020)