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STEOP B: MEWA

09.10.2018

Medium
- Wer? (Kommunikator)
- Was? (Inhalt)
- Wem? (Publikum)
- Effekt? (Wirkung)

Das Medium steht hier im Zentrum – Kommunikator, Inhalt, Wirkung, Publikum


interessieren in dieser VO NUR aus der Medienperspektive.

Medienkunde-Medienwandel: Roman Hummel

 „„Medium“: jedes Mittel zur Verbreitung von Mitteilungen oder Darbietungen


mit gedanklichem Inhalt in Wort, Schrift, Ton oder Bild an einen größeren
Personenkreis im Wege der Massenherstellung oder der Massenverbreitung“
MedienG §1(1)
 „...können Medien ... als ‚Mittel zum Zweck‘, als Kommunikationsmittel
betrachtet werden, die intentionale Zeichenprozesse zwischen Menschen
über räumliche, zeitliche oder raumzeitliche Distanzen hinweg ermöglichen,
und zwar so, dass eine Verständigung stattfinden kann.“ Klaus Beck:
Kommunikationswissenschaft, UTB. Konstanz u. München 2015, S. 86
 „Das Medium ist die Botschaft“ Marshall McLuhan: Die magischen Kanäle. Fischer
TB. Frankfurt/Main 1970
 „Medien sind in der systemtheoretischen Sichtweise Funktionen von
Kommunikation, die in sozialen Systemen durch Generalisierung Ordnung
erzeugen. Dies leisten Kommunikationsmedien wie die Sprache,
Verbreitungsmedien wie die Schrift ... sowie ...symbolisch generalisierte
Medien wie Geld, Macht, Wahrheit, Liebe.“

Überwachungskameras nicht gleich Medien -> in Nachrichten gespielt = Medium


 laut Mediengesetz muss es an einem größeren Personenkreis gehen
 wir erfahren etwas über eine räumliche/zeitliche Distanz
z.B. Hurrikan in Tunesien
 Beziehungstrennung -> wie mache ich Schluss? (Gespräch, SMS,...)
 Sprache/Schrift ist ein Symbolsystem -> nur die Übersetzung ist ein Problem

Definition von Schmidt


(!)
1. Kommunikationsinstrumente ( Zeichen, Sprache das heißt materielle Zeichen, die
zur Kommunikation benutzt werden)
2. Medientechniken (geschrieben, gedruckt, Buch, ...  die eingesetzt
werden, um Medienangebote etwa in Form von
Büchern, Filmen oder E-Mails herzustellen, zu
verbreiten oder zu nutzen)
3. institutionelle Einrichtungen (Verlage, Fernsehsender) beeinflussen die
Ausprägung/Ausrichtung die entwickelt werden,
um Medientechniken zu verwalten, zu finanzieren,
politisch und juristisch zu vertreten usw
4. Medienangebote (Zeitung, Fernsehfilm, Bücher, ...)  die aus dem
Zusammenwirken aller genannten Faktoren
hervorgehen

Unterscheidung nach Technikeinsatz (nach Pross)

- Primärmedien: z.B Druckerei (Technikeinsatz) -> auch über Zeit transportierbar


- Sekundärmedien: für Produktion und Reduktion ist Technik nötig
z.B. Radio/Fernsehen -> man kann es nicht zurücknehmen, man
wusste nicht wie viele es hören/sehen werden
- Tertiärmedien: + ein Netzwerk (= wenn es aufgenommen wird)

Unterscheidung nach Technikintegration/Distribution

Unterscheidung in:
1. Protomedien (Sprache, Mimik, ...)
2. Basismedien (Schrift, Bild)
3. Verbreitungsmedien (technisch)

> Verteilungsmedium (Ich muss warten bis etwas ins Fernsehen kommt)
> Abrufmedium (Ich entscheide wann ich etwas sehe)

Presse  Stummfilm  Radio  Fernsehen


=
Medienkonvergenz

Unterscheidungen (2)

1. Nach Gattung und Zeitbezug: (Buch vs Zeitung vs Zeitschrift)


- Gattung
- Basistechnologie
- darstellbare Zeichensysteme
- Aktualität
- typische Periodizität
(1)

(2)
2. Nach Organisation/Produktion

professionell = ich habe 1 Medienunternehmen


Blogger -> kein bestimmtes Konzept, keinen Zeitplan
Symmetrisch -> Möglichkeit darüber etwas zu sagen, Publikum kann sich beteiligen
dadurch aber Hasspostings etc.

3. Nach Medienformate/Genres

- Funktion für Publikum (Unterhaltung vs Information)


-> geht ineinander über
-> Unterhaltung muss nicht realistisch sein -> es gibt aber auch
langweilige Filme
- Formaltyp (phantasiebetont, tatsachenbetont, meinungsbetont)
- Realitätsbezug (Fiktion, Deskription, Präskription)
4. Nach Finanzierungsmethoden

- Publikum (Kauf/Abo)
- Werbung (Inserate)
- Dritte (Presseförderung/Querfinanzierung)

Qualitätsmedium -> soll Meinung und Aussage trennen


Paywall = Bezahlschranke, wenn man keinen Schlüssel hat zum freischalten sieht man es
nicht

Fragen Sie sich:


(1)
• Warum gibt es unterschiedliche Definitionen von Medium?
 es kommt darauf an, was einem interessiert/was man sich anschauen möchte)
• Wenn der ORF-Sender FM4 Apps entwickelt – welcher/welche Medienbegriffe
kommen dann in Frage?
 Quartärmedium
 Verbreitungsmedium – genauer Abrufmedium
 Digitales Online-Medium
 Professionelle und asymmetrisch/quasi-Interaktion
 Gebührenfinanziert

(2)
• Ist „YouTube“ ein Medium bzw. in welcher Weise?
 ja
• Der Satz „Wiener Zeitung“ und Fernsehen sind beide Medien“ ist so unsinnig – warum?
 Wiener Zeitung ist eine Institution/Organisation
• Warum ist die Medieneinteilung nach Genres problematisch?
Genres sind nichts Feststehendes und entwickeln sich ständig weiter
16.10.2018

Funktionen der Massenmedien

Analytisch
 was machen bestimmte Medien, welche Funktionen können Medien erfüllen

SOZIAL
Sozialisationsfunktion: Primäre Sozialisation -> Kindern lernen wie sie sich verhalten
sollen (von den Eltern)

Soziale Orientierungsfunktion: wenn ich mich in einer Stadt nicht auskenne -> schau mir
die Pläne auf einer App an (konkrete Informationen)

Rekreationsfunktion (Eskapismus): man will auch einmal abschalten, auch


Unterhaltung, konkrete unterhaltsam-verpackte Informationen

Integrationsfunktion: man fügt sich in eine Gemeinschaft ein

POLITISCH
Herstellen von Öffentlichkeit: Medien machen Themen öffentlich, die es sonst nicht
wären, sie sind aber nicht verpflichtet dazu

Artikulationsfunktion: Unterteilung der Öffentlichkeitsfunktion, geben Leute eine


Stimme und veröffentlichen ihr Anliegen

Politische Sozialisation: Wahlen, was ist akzeptabel

Kritik- und Kontrolle: alles einer kritischen Bewertung unterziehen zu können

ÖKONOMISCH
Zirkulationsfunktion: Durch Werbung wird die Zirkulation von Produkten beschleunigt,
Medien die uns erklären was es alles zu kaufen gibt

Präferenzordnungsfunktion: Teil der Sozialisation, Medien erklären uns was akzeptabel


ist, erklären uns wie man ein ökonomisches Leben führen kann
Allokationsfunktion: Orientierungsfunktion im Ökonomischen, wo bekommt man
bestimmte Sachen zu kaufen

Zielgruppenformation: Medien kreieren Zielgruppen

Normativ

Prozedurale/Formale Demokratie:
regelmäßige Wahl, Trennung zw Parlament/Regierung/Justiz (voneinander
unabhängig), Medien mischen sich nicht in die Politik ein

Kompetitive Demokratie:
Parteien die sich das Spiel untereinander ausmatchen, Medien präsentieren die
Politiker, Medien machen eine kritische Analyse der Parteien

Partizipatorische Demokratie:
Ideal dass möglichst viele Leute zur Wahl gehen und sich in Parteien organisieren

Deliberative Demokratie:
(Schweiz) Leute machen unabhängig von Parteien Abstimmungen, Leute diskutieren
miteinander

- Ausrichtung von Medien für die Gesellschaft anhand vier Gegensätze (Grafik)
Participatory -> wenn ich will gründe ich mein eigenes Medienportal
Autocratic -> Politik gibt bestimmte Rahmenbedingung vor
Consensus -> Ideen die nicht alle so interessieren ausschließen
Pluralismus -> alle Ideen publizieren

Corporatist -> Die Bereiche die offiziell anerkannt sind dominieren die Medien, ORF
Publikumsrat repräsentiert die gesellschaftlich wichtigen Gruppen
Citizen participation -> Partizipation von Bürgern, z:b Förderung von freien Radios ->
Leute können selber etwas darstellen
Sozialverantwortung -> Presserat, z.B Diskriminierung
Libertarian -> Der Staat soll sich aus den Medien heraushalten

Fragen Sie sich:


• Welche der bei Burkart gelisteten Funktionen passen zu den Funktionen von
Christians?
• In welchen Quadranten von Christians würden Medien, die als „Burglar Alarm“
agieren, fallen?

Libertarian -> geht in ökonimische Funktion, es geht um Artikulationen


Burgler Alarm -> Sozialverantwortung

Theorie= Man versucht einzelne Erfahrungen zu kombinieren um einen kleinen Teil der
Welt zu erklären, man trifft Aussagen die man auch empirisch überprüfen kann
Theoretische Zugänge

Systemtheorie (Luhmann)
- alle Teilsystem funktionieren nach eigenen Regeln
- im Recht geht es nach modifizierten Richtlinien
- bei den Medien geht es darum, was veröffentlichungswert ist
- alle Theorien geben uns unterschiedliche Sichtweisen auf die Probleme
- Systeme versuchen nach Möglichkeit sich selbst aufrecht zu erhalten -> welche
Maßnahmen müssen sie ergreifen um im Wandel zu überleben

Hauptfrage: welche Probleme müssen wie gelöst werden, damit das soziale System
fortbestehen kann.
• Soziale Organisation (als System) geschieht durch dauerhafte Verwirklichung von
Beziehungen zwischen Elementen – dies stellt eine Reduktion der Komplexität
möglicher Beziehungen der Elemente dar.
• Soziale Systeme sind „autopoietisch“ = sie erzeugen sich immer wieder selbst.
• Die Beziehungen innerhalb des Systems sind kommunikative Handlungen.
• Systeme grenzen sich gegenüber ihrer Umwelt notwendigerweise ab und schaffen so
eine spezifische Ordnung.
• Unterschiedliche Systeme haben unterschiedliche Systemlogiken und Zwecke
(Unterschied Wissenschaft, Medien, Recht, Politik)
• Der Code der Massenmedien ist die Unterscheidung von „Information“ und
„Nichtinformation“

Erkenntniskonsequenzen (Folie)
- Blickrichtung auf Fragen, wie das (Medien)System seinen Fortbestand sichert
- Blickrichtung auf Leistungen des (Medien)Systems für die Effizienz u. das
Funktionieren des Gesamt-Gesellschaftssystems.
- Fragestellung: was ist das allen Massenmedien Gemeinsame?
- wie Medien auf die Veränderungen reagieren
- z.B. Fake- News
- Grenzen zwischen professionellem und unprofessionellem Journalismus ziehen

Handlungstheorien
 Blickrichtung auf die Dialektik von Medienhandeln und Publikumshandeln.
 Dabei wird bei den unterschiedlichen Handlungstheorien von den unterschiedlichen
Grundlagen/Motivationen des Handelns ausgegangen

 Handlungstheorie soziologisch (Weber)

Handeln ist menschliches Verhalten (gleichgültig ob Tun, Unterlassen, Dulden) wenn


die Handelnden damit einen „subjektiv gemeinten Sinn“ verbinden.
Handeln hier
relevant als Handeln

– der Medienhäuser
– der individuellen Akteure (Journ., Verleger etc.)
– des Publikums in der Medienzuwendung

Sinn hier bspw.
(!)


 Absichten, die Handelnder in einer Situation verfolgt (Informations- vs.
Profitinteressen),
 Antizipatorische Erwartungen in einer Situation (Nachrichtenwerttheorie;
Framing)

 Normative Erwartungen (z.B. Posten zu dürfen, wenn dies vorgesehen ist)

 Alltagstheorien des Handelnden über gegebene Situation (Vertrautheit der
Medien-Struktur und Neuigkeit der Information)

 Inhalte von Ordnungen (Anerkenntnis von Regeln z.B. Rechtskonformität )

- Handeln = etwas bewusst machen


- Antizipatorische Erwartungen -> was ist eine tolle Story
- Zweckrationales Handeln -> Zeitung lesen für Wissen
- Wertrationales Handeln -> intellektuelles Auftreten mit Zeitung unterm Arm
- Affekthandeln -> Hasspostings
- Traditionelles Handeln -> Habitualisiertes Handeln (ZiB, Ö3)

Handeln als Medienwahl

in Abhängigkeit von


– objektiven Medien- u. Kommunikationseigenschaften


– eigenen Kompetenzen und sozialen Normen

– subjektiven Bewertungen bisheriger Erfahrungen
Altersspezifische Medienwahl
 Fernsehen wird bei Jung und Alt verwendet um an
Informationen zu kommen
 Zeitungen bei Jungen eher unüblich
 Online-Medien vor allem bei Jungen vertreten

23.10.2018
 Handlungstheorie ökonomisch
Handeln ist rationales Wahlhandeln.

Menschen werden von ihren Präferenzen – Vorlieben und Abneigungen (desires) –
angetrieben, deren Verwirklichung von Gelegenheiten (opportunities) abhängig ist.

Uses & Gratifications Approach:


•Publikum wählt zielgerichtet und intentional aus


•Mediennutzung erfolgt nach rationalem Kalkül der Bedürfnisbefriedigung im Rahmen


des vorhandenen Angebotes


• Rezipienten sind sich ihrer Mediennutzungsmotive bewusst

- Uses and Gratifications Approach -> ich habe bestimmte Erwartungen die ich
bewerte und suche eine Gratifikation/Belohnung
- Hängt ab von meinen Vorlieben und Abneigungen und den
Gelegenheiten/Alternativen

 Handlungstheorie – Medienrahmen (Framing)


- durch den Rahmen können wir relativ schnell erkennen um welche Art von
Kommunikation es sich handelt
- Unter einem Rahmen ist die „’Organisation’ von Erfahrung bzw.
‚Organisationsprinzipien für Ereignisse’ zu verstehen, gemäß denen es zu einer
Definition der Situation kommt und die weiter ein der Situation angemessenes
Handeln dadurch ermöglichen, indem sie (kultur- wie auch gruppenspezifische)
Deutungs- und Interpretationsmuster zur Verfügung stellen.


 Medien spannen technisch und inhaltlich für Produktion wie Konsumtion einen
„Rahmen“ auf. (z.B. Flüchtlingsunterkünfte beim Georgienkrieg 2008)
Öffentlichkeitstheorien

Jarren/Donges

- Öffentlichkeit = Teile der Bevölkerung können selbstständig über bestimmte


Themen diskutieren
- Die Encounter Öffentlichkeit (spontan, halb organisiert, keine Hierarchie)
- Themenöffentlichkeit (nur eingeschränkte Möglichkeit dass jeder sprechen kann,
es gibt auch schon Filter)
- Medienöffentlichkeit (durch z.B. Presse Aussendung -> um aus der
Themenöffentlichkeit in die Medienöffentlichkeit überzugehen)
- Agenda Setting = Massenmedien können eher wenig direkt beeinflussen, aber sie
können die Themen und die Reihenfolge beeinflussen (was uns wichtig ist)
- Modell hat eig nur funktioniert bevor es die Sozialen Medien gab

Erkenntniskonsequenzen
• Blickrichtung auf Distribution von Themen/ Themensetzung
• Blickrichtung auf Diskurse innerhalb/zwischen sozialen Gruppen
und Institutionen

Kritische Theorie
- Medien erzeugen so etwas wie Abhängigkeit/Sucht
- Unterstellt einseitige Beeinflussung des Publikums durch die Kulturindustrie:
„Lichtspiele und Rundfunk brauchen sich nicht mehr als Kunst auszugeben. Die
Wahrheit, dass sie nichts sind als Geschäft, verwenden sie als Ideologie, die den
Schund legitimieren soll, den sie vorsätzlich herstellen.“ (Horkheimer/Adorno
1986: 129)
- Daraus entsteht ein „Zirkel von Manipulation und rückwirkendem Bedürfnis, in
dem die Einheit des Systems immer dichter zusammenschließt“

Technikzentrierte Theorie
- Die Inhalte die in einem Medium sind, sind nicht so wichtig wie die Technik mit
der sie funktionieren
- Durch Buchdruck -> sehr viel Lesestoff kommt unter die Leute -> wir nehmen
weniger die realen Geschichten nach, sondern wir lesen nach -> Fernsehen bringt
uns wieder diese unmittelbare Erfahrung
- Elektrizität ist eine Ausweitung des Zentralen Nervensystems

Medium-zentrierte Theorie
Marshall McLuhan/ Quentin Fiore (1969): Das Medium ist Massage. Frankfurt, (41):
„Durch Veränderung der Umwelt rufen Medien in uns einzigartige
Beziehungsverhältnisse zwischen den Sinneswahrnehmungen hervor. Die Erweiterung
irgendeines Sinnes verändert die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen.“

Neil Postman (1984): Wir amüsieren uns zu Tode. Frankfurt (102): „... dass zwischen
der Art wie das Fernsehen mit Wissen umgeht, und wie der Buchdruck dies tut, eine
unversöhnliche Gegnerschaft besteht; dass die Kommunikationsform des Fernsehens
der Inkohärenz und Trivialität Vorschub leistet...“

Joshua Meyrowitz (1987): Die Fernsehgesellschaft. Weinheim u. Basel. S. 86: Die


informative Form elektronischer Medien verändert unsere Wahrnehmung der Welt und
unserer Mitmenschen.“

Erkenntniskonsequenzen
- Infrastruktur hat große Auswirkung
- Blickrichtung auf Beeinflussung der transportierten Information durch die sie
transportierenden Infrastruktur und die Technik (z.B. ist Fußballspielkonsum in
public viewing das selbe wie am Heimfernseher, wie am Smartphone?)

Philosophische Medienontologien
- Wie die Medien das Wahrnehmen, Denken und Fühlen der Menschen verändern
- Erkennen wir überhaupt noch den Unterschied zwischen echtem und
mediatisiertem Leben?

Grundfrage: Wie verändern Medien(techniken) das Wahrnehmen, Denken und Fühlen der
Menschen


z. T. technikkritisch wird
gefragt, in wie weit


Wirklichkeit von Menschen aufgrund der
medialen Verdoppelung noch erkannt werden
kann (Günther Anders). Massenmedien erzeugen
eine Massengesellschaft, für die der Mensch
nicht gemacht sei, (Vilém Flusser). Medien
erzeugen Entgrenzung (man ist überall jederzeit
dabei) (Paul Virilio)

Blickrichtung: Interdependenzen Gesellschaft-


Medien(Technik)-Mensch
Kulturtheorien – Theorie des Mediengebrauchs
- Kommunikation durch symbolische Zeichen (auch Sprache ist ein symbolisches
Zeichen)
- In Lateinamerika, Chile, Brasilien ist das weiterleiten von News an andere am
größten (eine kulturelle, unterschiedliche Herangehensweise)
- Zeichen werden innerhalb gesellschaftlicher Beziehungen entwickelt
- kulturelle Institutionen (v.a. Medien) entwickeln die Zeichensysteme maßgeblich
weiter
- kulturelle Bedeutungssysteme sind damit Ausdruck sowohl individueller
Aneignung/Erfahrung wie institutioneller Kulturproduktion

Erkenntniskonsequenz (Folie)
- Geschmacksrichtungen, Stilbildungen hängen zusammen -> einerseits erfahren
wir von den Medien was angesagt ist, andererseits können Medien nicht nur den
Geschmack einer bestimmten Gesellschaftsgruppen miteinbeziehen
- Im Zentrum dieses Ansatzes steht einerseits die Frage, welche Rolle
Massenkommunikation bei der Formation von Alltagskultur spielt und
andererseits inwiefern kulturelle Traditionen Medienproduktion und -rezeption
beeinflussen (z.B. Indische Filmkultur, Telenovelas). Aber auch die Frage nach
„Geschmacksrichtungen“, subkulturellen Stilen in der Medienrezeption und der je
typischen Aneignung von Gruppen (Subkulturen) und deren Wande

Medialisierungstheorien

Definitionen von „Medialisierung“:


Mettler-Meibom (1987): Prozess, in dem sich zunehmend Medien zwischen


Menschen und ihre Erfahrungen schieben.

Krotz (2001; 2003, 2006, 2007): Metaprozess des medialen und ges. Wandels.
Verwobenheit von Medien und Gesellschaft, Veralltäglichung der Medien.
(Individualisierung, Globalisierung, Kommerzialisierung).

Vowe (2006): Anpassung der Kommunikation (insbesondere der politischen


Kommunikation) an die Medienlogik.

Hepp/Hartmann (2010): Voranschreitende Durchdringung des Alltags mit Medien und


Kommunikation.

Medialisierung/ Intermedialität
= Prozess, in dem sich zunehmend Medien zwischen Menschen und ihre Erfahrungen
schieben, medialer und gesellschaftlicher Wandel -> Kommunikation passt sich
daran an, Veralltäglichung der Medien (es ist nichts besonderes mehr)
Medialer Wandel:

Erkenntniskonsequenzen
• Blickrichtung gleichzeitig auf Medienbegriff im Sinne von Technik und von
Institution
• Blickrichtung auf Konstituierung des individuellen u. gesellschaftlichen Lebens
durch „Medien“
• Blickrichtung auf Verschränkung der Institutionen und Plattformen – damit
wesentlich für Verständnis des digitalen Wandels (z.B. was für eine Art Medium
ist Google)
30.10.2018
Strukturalistische Theorie (Bourdieu)

- Gesellschaft ist etwas wie ein 3D-Raum (soziales, ökonomisches, kulturelles


Kapital)
Ökonomisch =Alles was ich besitze,
kulturelles = Bildung im weitesten Sinn,
Soziales = Netzwerke in denen ich mich befinde
 vererbt man bis zu einem gewissen Ausmaß
- Leute in meinem Umfeld -> sitzen in einem ähnlichen Eck der Schachtel -> für
mich kommt es normal vor wie sie sich verhalten -> mit den anderen bin ich
wahrscheinlich nicht befreundet (Unterschiedliche Kapitalien)
- Habitus= Konstrukt über akzeptable Praxen
- Symbolisches Kapital -> welche dieser 3 ist besonders bedeutungsvoll?
Erkenntniskonsequenzen
• Blickrichtung auf informelle Regeln bei der Medienproduktion

• Blickrichtung auf Positionierung von Medienbetrieben im „Feld der Medien“

• Dieses Feld ist konstruiert aus den Polen der Abhängigkeit (gegenüber
Markt) und der Summe der Kapitalanteile (= Reputation, Reichweite,
Finanzierung)

Strukturalistische Theorie (Giddens)


- Struktur (Sinn, Macht, Rechtmäßigkeit)
- Modalität (Möglichkeiten)
- Interaktion (verhandelbare soziale Ordnung)

Erkenntniskonsequenzen
• Blickrichtung auf Dialektik von angestrebten Ausrichtungen eines Mediums
(z.B. ORF) und der Notwendigkeit, innerhalb eines Kräfteverhältnisses von
Wirtschaftlichkeit, Gesetzesvorgaben, politischer Einflussnahme und
Publikumsinteressen zu agieren

Fragen Sie sich:


• Entwickeln Sie Fragestellungen zum Medienwandel entlang der besprochenen
Theorien
• Welche der vorgestellten Theorien passen zu welchen Definitionen von „Medium“?
• Welche der behandelten Theorien sind miteinander kombinierbar, welche schließen
einander aus?

06.11.2018

Historische und funktionale Medienentwicklung

Buchdruck – Printmedien

Mediales Dispositiv: Welche der hier angeführten Theorien ordnen Sie dieser Ecke zu?
 Korea entwickelte 1. Blockdruck vor Gutenberg - warum es sich nicht
durchgesetzt hat?
- Schrift in Korea für sakrale Anlässe bzw. Edikte des Kaisers genutzt
- keine Bedeutung f. allgemeine Bevölkerung (konnten nicht lesen) 
Disposition fehlt
- keine Buchstabenschrift mehr Zeichen, schwieriges Schriftsystem zum
Umwandeln
 Briefzeitung (ab 14. Jh. nachweisbar)
- wesentlicher Sinn: Informationen f. Handelshäuser über die betreffende
Tatsachen
 Fuggerzeitung – Vorläufer von Nachrichtenagenturen
 Verkehrsinfos ein Bedürfnis von Handelstreibenden
 Scriptorium = Schreibstube (Antike, frühes Mittelalter)
- einer der vorliest  die anderen schreiben mit
- Produktivität steigt um Zahl der Skriptoren (max. 10fach) gegenüber
Einzelabschrift
 Gutenberg: Erfindung Buchdruck
- Produktivität steigt um das rund 90fache gegenüber Einzelabschrift
(vorher ca. 2 Bücher/Person und Jahr)
- ABLAUF: Buchstaben werden nach Textvorlage in Druckform gebracht
und mit Farbe eingestrichen; Papier wird unter Druckpresse bedruckt;
zum Trocknen aufgehängt; fertigen Seiten zum Einbinden bereitlegen
- Gutenbergs Investitionskosten exorbitant: 4000 Gulden entsprach Mitte
des 15. Jh. dem Wert von 40 mittelgroßen Bürgerhäusern
 nach Gutenberg  das erste arbeitsteilige Gewerbe, Gutenberg ging pleite
 erste Regulierungen
- Impressumspflicht der katholischen Kirche (Wer ist der Drucker? Wo ist
Druckort?)
- Martin Luther  2 komplizierte Stempel (beweisen seine Autorisierung)
- Dürrer: befristetes Privileg für 30 Jahre: niemand durfte Werke ohne
Erlaubnis nachdrucken (kostenpflichtig)
 Flugblätter – neue Zeitung
- wesentlicher Sinn: Verkäuflichkeit und Einklang mit Zensurbestimmungen
- Verpflichtung, sich nicht gegen kirchliche oder staatliche Prinzipien zu
wenden
- Reformationsflugblätter
 periodische Zeitungen
- „Relation aller Fürnemmen und gedenkwürdigen Historien“ - erstmals
1605 in Straßburg als Wochenblatt erschienen
 1. bekannte Tageszeitung der Welt
- „Einkommende Zeitungen“ von 1650, Leipzig  bringen das, was uns
gerade zu Ohren gekommen ist (alt oder neu)
 1703: Gründung des „Wienerischen Diarium“, ab 1780 „Wiener Zeitung“
 1800: 1. angestellte Zeitungsschreiber  davor nebenberuflich von Professoren,
Druckern
 größerer Bedarf an Regulierung – vorher: Index der verbotenen Bücher
– dato: Copyright-Gesetze
 Werbung wurde bedeutsam, weil sich Gesellschaft bzw. deren Produktionsweise
verändert hat  Produktion nicht mehr individuell für Kunden, sondern einen
anonymen Markt
 Menschen strömen in Stadt, neue/dynamischere Gesellschaft, Orientierung durch
Zeitungen

FRAGE: Warum hat sich Gutenbergs Erfindung so schnell durchgesetzt? – welche


kulturellen, ökonomischen, politischen Gründe kann man angeben?

 Schnellpresse leistete so viel wie 8 Drucker an vier Handpressen; jährliche


Ersparnis; Produktionssteigerung um mehr als 50%
 1846 Rotationsmaschine bis zu 12.000 Drucke/Stunde
 Satzmaschine – Lynotype ab 1884
nur große Verlage konnten Maschinen finanzieren  kleine mussten sich
zusammenschließen  Konzentrationsprozesse kamen in Gang
- ca. 25-fache Produktivitätssteigerung gegenüber Handsatz
 Yellow Journalism = Boulevardjournalismus im anglizistischen Sprachraum
- Outcault was drawing the Yellow Kid for Hearst's New York Journal in a
full page color Sunday supplement as McFadden's Row of Flats on 15
November 1896. In this Sunday panel word balloons have appeared, the
action is openly violent and the drawing has become mixed and chaotic.
 Gamification = auch Bereich der Werbung und PR, Inhalte werden spielerisch
dargestellt (Monsterjagd, Freizeitparks)

„mediales Dispositiv“

Welche der Theorien ordnen Sie einer Ecke zu?

Jahrhunderte zuordnen können!! Nicht genaue Jahreszahl -> aber ungefähr


(Buchdruck!)

Korea -> keine Buchstabenschrift -> mehr Zeichen, schwieriges Schriftsystem zum
Umwandeln

 Fuggerzeitung -> Vorläufer von Nachrichtenagenturen


 Verkehrsinfos ein Bedürfnis von Handelstreibenden
Scriptorium: einer der vorliest -> die anderen schreiben mit

Nach Gutenberg -> das erste arbeitsteilige Gewerbe

Gutenberg ist pleite gegangen

Impressumspflicht der katholischen Kirche (Wer ist der Drucker? Wo ist der Druckort?)

Martin Luther -> 2 komplizierte Stempel -> nur Bücher in denen die Zeichen vorhanden
sind, das sind Bücher die von ihm autorisiert sind

Dürrer erreichte befristeten Beleg, dass innerhalb von 30 Jahren keiner seine Werke
Nachdrucken darf

Flugblätter hatten nur die Verpflichtung sich nicht gegen staatliche oder kirchliche
Prinzipien zu wenden

Reformationsblätter -> Für/Gegen Papst

Einkommende Zeitungen -> bringen das, was uns gerade zu Ohren gekommen ist (alt
oder neu)

Vor Zeitungsschreiber -> nur nebenberuflich

Copyright -> durch die Verbesserung d. Druckmaschinen (schnelles und billiges


Nachdrucken)

Werbung wurde bedeutsam -> durch die Veränderung der Gesellschaft, ab den 1920er
 es wird nicht mehr individuell für Kunden produziert, sondern für den anonymen
Markt
 Landbevölkerung strömt in die Städte (leben nicht mehr so wie sie vorher traditionell
gelebt haben, keine Imitation der Eltern mehr -> gesellschaftlich dynamischer ->
Information wird wichtiger)
13.11.2018
Telegraph/Telefon

 1794 Flügeltelegraph im Einsatz


- Übertragungsgeschwindigkeit: max. 1 – 3 Worte/Minute (abhängig von
Entfernung) – erstmals (später bei Telefon, Radio, Fernsehen) technische
– meist öffentlich errichtete – Infrastruktur nötig
 1837 elektrischer Schreibtelegraph (Kabel) – Samuel Morse
 1847 Ausbau der Telegraphie in Österreich („Telegraphenregal“)
 1849 1. grenzüberschreitende Telegraphie Österreich-Preußen
 Ende 19. Jh./Beginn 20. Jh. Funktelegraphie (Maconi; Braun)
 1901 erste drahtlose Übertragung Europa-USA
 ist nicht öffentlich
 erste internationale Technologie/Telegraphie  Standardisierung
 Riepl‘sches Gesetz: kein Medium wird von Neuerem ersetzt – Telegraphie
widerlegt dies  jedoch Funktionswandel notwendig
 versandte Telegramme Österreich 1913: 23 Mio./ 1984: 1 Mio./ 2005: 100.000
 Gestaltungsmöglichkeiten von Netzwerkmedien (Telegraph, Telefon,
Computernetzwerke)
- zentralisiert: alles geht zur Zentrale,
daher weiß sie alles
- dezentralisiert: Ausfall kann durch
andere Übertragungsformen
ausgeglichen werden
- verteilt: Internet geht bei
Datenübertragung nicht
schnellstmöglichen, sondern
bestmöglichen Weg
 Smartphone: Ortung; Telefon; Navigation; Foto; Geldtransfer; Info-Abruf;
Gruppenkontakt; Wörterbuch; Dokument-Aufbewahrung; Textnachricht;
Memo; usw.

ab 1980er Desktop-Publishing (teilweise auch heute noch so gemacht)

Gamification
= Bereich der Werbung und PR, spielerisch dargestellte Inhalte

Meine Mitschrift:
 ist nicht öffentlich

Zentralisiert  alles geht zur Zentrale (Punkt in der Mitte)  sie weiß daher alles
 sehr störanfällig

Dezentralisiert  noch nicht alle Knoten miteinander vernetzt, aber mehr


Möglichkeiten

Verteilt  so funktioniert das Internet, geht nicht den schnellstmöglichen Weg, sondern
den bestmöglichen Weg

Erste internationale Technologie/ Telegraphie  Standardisierung

Riepl’sches Gesetz  kein Medium wird von neuem ersetzt - Telegraphie widerlegt
dieses
20.11.2018

Konservierungsmedien: Foto, Ton, Film

 2 Pressefotografie
o erstmals im Krimkrieg (1853-1856, Russland, Osmanisches Reich,
Vereinigtes Königreich, Frankreich) eingesetzt (Bild musste auf Kupfer
abgepaust werden). Ebenfalls Telegraphie zur Nachrichtenübermittlung
der Presse –> Geburtsstunde der modernen Kriegsberichterstattung
o 1882 Autotypie: Rasterung von Fotos für Druck
o Fotografie und Massenadressierung verändern Zeitungslayout
o Fotografie als Manipulationsinstrument (Lenin-Rede;
Soldatenermordung)
o Veränderung von Alltagsästhetik, Selbstvergewisserung,
Erinnerungskultur durch Fotografie, Inszenierung (Familienfotos, Selfies)
 1895 marktfreie Grammophone: Trennung von Autoren- (und
Reproduzierenden-) und Verwertungsrechten
 Ab 1909: Zwangslizenzen
 Phonograph – Edison 1877; Grammophon/Schallplatte – 1887; „Magnetophon“ –
1935; 1963 Kassettenrecorder; 1981 CD erstmals öffentlich präsentiert; 1995
MP3-Komprimierungs-verfahren – Möglichkeit Download/ Upload via Internet
 Kino
- Fotografie veränderte Medium Zeitung essentiell
- Brüder Lumière: entwickelten schwarze Klappe zw. Bilder  Ränder
ausgeblendet – scharfes Bild
- 1930 Umrüstung der Kinos (davor Stummfilme)
- Technik, Disposition und Ökonomie ändert sich
- Beschränkung auf Märkte durch Synchronisation bzw. Untertitelung
- Rezeption durch Ausrufe im Kino (damals kein Störfaktor)
- Kino war Vergnügen nicht allzu reicher Leute  ändert sich mit Tonfilm
(Geräte/Filme teurer, andere Form der Zuschauerqualität/Rezeption) 
Kinosterben
- Klagen gegen Kinobetreiber wegen Obszönität etc.; Filmselbstkontrolle in
USA  Filme müssen positives Lebensgefühl ausstrahlen; Happy End
- Dokumentationen entstehen nebenbei
- Wochenschau: aktuelle Berichterstattung (In- und Ausland) vor jeder
Kinovorstellung
- Multiplexkinos: ein Operator überblickt 3-4 Szenen; kleinere Kinos
- dunklere Räume – intendierte Emotionen: Übernahme d. Sichtweise d.
Kamera (beim TV nicht möglich)
 Rundfunk
- Erzeugung von Tönen durch Rückkoppelung möglich
- Vorteil: Schiffe hatten Zugang (Bsp. Titanic)
- medienökonomische Unterschiede zw. Europa und USA
 Europa: Sendeanlagen aus 1. Weltkrieg in Radiostationen
umfunktioniert; öffentlich/staatlich (Rahmenbedingungen werden
vorgegeben, um Objektivität zu gewähren)
 USA-Modelle: Verkauf von Rundfunkgeräten; 1/3 auf Preis des
Radios raufgeschlagen  Radiostationen teilten Preis auf; nächste
Finanzierungsmöglichkeit: ausschließlich über Werbung
- Im Laufe der Zeit viele Umsturzversuche: Putschisten versuchten Radio in
ihre Gewalt zu bringen, um mitzuteilen, dass sie die Macht errungen
haben
 Radio
- 1896 drahtlose Telegraphie
- 1906 erste Experimente mit Sprechfunk
- 1920 erste kommerzielle Radiostation in Pittsburgh/USA;
Finanzierungsfrage
- 1924: Aufnahme Senderbetrieb der österreichischen RAVAG (Radio-
Verkehrs-AG) (öffentlich = Bund + Länder)
- 1932: weltweit 1. Studie zum Radiokonsum durch Paul Felix
Lazarsfeld/Wien
- 1934 erstmals Senderbesetzung im Rahmen eines Putsches
- 1938: „Krieg der Welten“ – Wirkung des Mediums?
- 1945-1955 Radios der Alliierten in Österreich
- 1954 erstmals Transistorradios
- 1955 Rundfunk wird zur Bundesangelegenheit
- 1966 nach Rundfunkvolksbegehren öffentlich-rechtlicher Rundfunk
- ab 1995 Privatrundfunk zugelassen
Formatradio (ab 1960er in USA) vs. Programmradio

 Fernsehen
- 1929 erste Versuchssendungen in D und UK
- 1951 über 10 Mio. Teilnehmer in USA
- ab 1957 in Ö: regelmäßiges Fernsehprogramm an 6 Tagen/Woche
(100.000 Teilnehmer ab 1959)
- 1967 Einführung Farb-TV in Österreich
- 1997 Start ORF Satelliten-TV
- 2003 1. österr. Privatfernsehen (ATV)
- 2004 DVBT-Testbetrieb (Digitalisierung)
- 2008 ORF-TV-Streams im Internet
- 2008 erstmals HDTV-Produktion ORF
- seit 2009 „TV-Thek“ zeitversetztes TV
- 2013 DVBT-2 Regelbetrieb/Analogabschaltung
FRAGEN
Was sind die Voraussetzungen für die Entwicklung von Tageszeitungen?
Was beförderte die Entwicklung der Telegraphie?
 Ausbreitung der Bahnlinien
Angelsächsische vs. kontinentaleuropäische Politik bezüglich Medienentwicklung
Intermedialität Presse/ Telegraph/ Telefon/ Fotografie
Was verändert sich durch Aufzeichnungsmedien?
 Der Unterhaltungskonsum
Wieso fühlten sich Zeitungen durch Radio bedroht, nicht aber durch das Kino?
 Weil Zeitungen, sowie auch Radio, durch Werbung finanziert wurde – sie
sahen sie deswegen als Konkurrenten

27.11.2018

60 Jahre Fernsehen in Österreich


Was sind wesentliche Daten der Fernsehentwicklung in Österreich (z.B.
Gründung, Rundfunkvolksbegehren, Rundfunkgesetze)
 1955 erste Fernsehapparate – teuer; Schwarzweißfilme
 anfangs konnte man Fernsehprogramm nicht selbst wählen  überall lief z.B. die
ZIB
 1967: 1 Mio. Zuseher
 1969: Mondlandung
 1974: Fertigstellung des ORF-Zentrums am Küniglberg
 1974: 2 Mio. Zuseher  Fernsehen wurde zum Massenmedium
 ab 1974: Fernsehen personalisiert – Promis verschaffen TV eine Identität
 in 90er hatte jeder 2. Wiener Haushalt einen Fernseher
 1994: Ära Bacher geht zu Ende  jüngeres Team mit Erfahrungen aus
Privatfernsehen übernahm
 2001: neues ORF-Rundfunkgesetz; schärfere Werbebeschränkungen; ORF-
Führung wird nicht mehr geheim, sondern öffentlich gewählt
 2010: Gebührenenthebung
Politik und Fernsehen: wechselseitige Beeinflussung (z.B. Proporz,
Selbstvermarktung der Politik)
 Nachrichten mussten von roten und schwarzen Mitglied vor Sendung abgesegnet
werden
 Proporz: TV-rot (SPÖ), Radio-schwarz (ÖVP) Spiegelung der Teilung in
Schwarz und Rot
 Zensur in politischen Berichterstattung
 Aufbruch: Fernsehen begleitet Spitzenkandidaten
 TV-Innenpolitik: Belangen statt Information
Journalisten als lebende Mikrofonständer
eingereichte Fragen, heruntergelesene Antworten
 politische Berichterstattung: kreative Lähmung
 demokratische Standards durch journalistische Arbeit beeinflusst
 blauer Schal wurde zum Markenzeichen der FPÖ  Symbole/Bilder gewinnen an
Bedeutung
 Jörg Haider: Erfinder des ‚Tafelfernsehens‘  kurze Botschaften via Tafeln
 Politiker werden auf TV-Auftritte vorbereitet (vorher oft identischer)
Intermedialität: Beziehungen zu anderen Medien (z.B. Kino, Zeitung, Internet)
 Fernsehen galt als Kinoersatz
 Konkurrenz des Fernsehens: Internet
Fernsehen als Spiegelung bzw. Beeinflussung von Realität (z.B. Rollen)
 durch Conchita Wurst ESC in Wien (größte Herausforderung für den ORF)
Moderation durch 3-4 Frauen zeigt: Land kann Welt verändern

Organisation (Finanzierung, öffentlich-rechtlich vs. privat, Quote, Inhalte)


Darstellungsmodi (z.B. Ästhetik)
 500 Leute sahen erste Fernsehsendung
 erste Sendungen kamen aus improvisierten Studios (z.B. Schulzimmer); alles live
 Bilderradio hatte keine Zukunft
 TV-Kameras führen zum Aktionismus
 Landesstudios werden gebaut
 Kreisky wollte ORF modernisieren
 Mix aus Infos, Schlagzeilen und eigener medialer Präsens
 Rundfunkgesetzesnovelle: Otto Oberhammer wurde neuer Generaldirektor
 Tiger als Symbol
 Oberhammer abgesetzt, Bacher kehrt zurück
 1. Licht ins Dunkel-Sendung (Beginn des immunitary broadcasting)
 Eurovisionssendungen und Liveübertragungen (v.a. Sport) nehmen zu
 Sportler werden zu modernen Helden und fördern Patriotismus
 Superzeitlupen- und Helmkameras
 tägliches Lokalfernsehen: Bundesland Heute
 ORF
Datenbank der Geschichte und internationalen Politik
elektronische Bilderbücher der Natur und Kontinente
Wandel der Gesellschaft zur Mediengesellschaft (Dinge sind nur da bzw. werden
nur gemacht, um veröffentlicht zu werden)
 3Sat globalisiert – europaweit empfänglich
 2/3 aller Österreicher sehen täglich eines der beiden Programme des ORF
 Fernsehen war früher ein Hochamt
 „Ansagerin“: produzierte nicht selbst, sondern sagte was an
 als Frau war man elektronischer Zimmerschmuck
 Ursula Stertzl: 1. weibliche Moderator des ORF
 tägliche Partyberichte – z.B. Seitenblicke (früher Boulevardsendung)
 mehr ausländische Sender strahlen in österreichische Haushalte
 Kabelanschluss  immer mehr Programme (inzw. mehr als 1.000
Fernsehsender)
 Universum: klassisches Familienprogramm
 Bilder aus Kriegsgebieten bewirken „Nachbar in Not“ (grenzüberschreitende
Variante von Licht ins Dunkel)
 private TV-Konkurrenz bringt ORF-Monopol in Gefahr
 vom Monopol zum Marktführer mithilfe von Bacher (verändert nicht Inhalte,
aber Verpackung  neues Design, Tricktechnik)
 ZIB erhält für Design internationale Preise
 Zeiler sollte ORF für Konkurrenzkampf bereit machen
 neuer Auftrag des ORF: tri-medial (Radio, TV, Internet)
 Zeiler-ORF: Frage nach Rechtlichem und Öffentlichem
 Verführung brachte Quoten (Liebesgschichtn, Heiratssachen)
 Gerhard Weiß wollte Fernsehen öffentlich-rechtlicher machen
 Schwarz-blau (ÖVP-FPÖ) streicht Gebühren
 Monika Lindner: 1. Frau als Generalintendantin  Castingshows (Starmania,
Dancing-Stars)
 Marktanteile des ORF auf 40% gesunken
 neuer Newsroom für ORF-Information
 Werbeinnahmen gehen zurück, Kosten für Sportaufnahmen nehmen zu
 Umbau des ORF-Zentrums soll Tri-Medialität unterstützen  größte
Strukturreform
Wie werden Inhalte hergestellt und verbreitet?
 Multiple Produktion
 Multiple Distribution
 Redaktion
o Online, Print, News Feeds, O-Ton, Video, Community, Social-Media,
o + Medienunternehmen  Vermarktung, Werbung, Verwaltung
Erosion des Funktionsmodells von Massenmedien und Journalismus

Den Massenmedien werden soziale (Sozialisation, Orientierung, Rekreation usw.),


politische (Herstellung von Öffentlichkeit, Kritik und Kontrolle) und ökonomische
(Warenzirkulation, Wissensvermittlung) Funktionen zugeschrieben.  Gültigkeit dieses
Modells im Digitalen?

a) Die genannten Funktionen sind online durch Soziale Medien („Crowd in der
Cloud“) wie auch durch nichtmediale Organisationen (Aggregatoren, Foren, Online-
PR) weitreichend substituierbar.

b) Verlust an Gatekeeping-Exklusivität: Bedeutungsverlust des klassischen


Journalismus durch Verbreitung von Laien-(„Bürger“-) „Journalismus“

c) Massenmedien werden im Kontext der informationellen Konkurrenz im Internet


zu Dienstleistungsanbietern, die ihre Marktanteile nach den Gesichtspunkten der
Aufmerksamkeitsökonomie erringen bzw. sichern müssen: Hier ersetzt also das
Nachfragemodell der Konsumenten das auf die Gesellschaft bezogene
Funktionsmodell.
ABER

Gesetz vom 11.Februar 1920 über die Rechtsverhältnisse der Journalisten


(Journalistengesetz)

§ 1.
(1) Die Vorschriften dieses Gesetzes gelten für alle mit der Verfassung des Textes oder mit der
Zeichnung von Bildern betrauten Mitarbeiter einer Zeitungsunternehmung, die mit festen Bezügen
angestellt sind und diese Tätigkeit nicht bloß als Nebenbeschäftigung ausüben (Redakteure,
Schriftleiter).
(2) Die Vorschriften dieses Gesetzes gelten sinngemäß für die Mitarbeiter einer Nachrichtenagentur,
einer Rundfunkunternehmung (Ton- oder Bildfunk) oder einer Filmunternehmung, die mit der
Gestaltung des Textes oder mit der Herstellung von Bildern (Laufbildern) über aktuelles
Tagesgeschehen betraut und mit festen Bezügen angestellt sind und diese Tätigkeit nicht bloß als
Nebenbeschäftigung ausüben

Wandel der Konstituanten von Öffentlichkeit

Ausgehend von Thomas Carlyles Charakterisierung der Rolle des Journalismus als „4.
Macht“ in der Französischen Revolution (1837) – also einer außerhalb der
etablierten politischen Institutionen stehenden Kontrollinstanz – werden Medien oft
als „probably the key institution of the public sphere“ bezeichnet.
Dieser Auffassung stehen aktuell entgegen:

a) „Producer-Souveränität“: die Möglichkeit über verschiedene Geräte (v.a.


Smartphones) und Plattformen (z.B. Facebook, WhatsApp, Snapchat, Twitter)
Öffentlichkeit jenseits massenmedial verbreiteter Inhalte herzustellen (z.B. bei
Shitstorms, Flash-Mobs).

b) Die Bedeutung von Medienmarken schwindet durch „Teilen“ und „Kuratieren“


zugunsten der Reputation jener sozialen Relaisstationen, welche die
Informationen weiterverbreiten.

User Generated Content

 Digitale Medientechnologie erlaubt „Produsage“ = Nutzung und Produzieren


von Inhalten für Durchschnittsverbraucher
 Kosten und Aufwand gering, Übermittlung durch Mobilnutzung ubiquitär (=
überall)
 Nutzung des „UGC“ von Organisationen für „Gemeinschaftsbildung“,
Marketing, Diskussion, Propaganda etc.
 Problem (Nutzen?) der Anonymität

Soziale Medien – Intermediäre

 technische, abgegrenzte Plattformen, welche Informationsaustausch zw. Nutzern


zu bestimmten Bedingungen erlauben
 Frage: bloße technische Vermittler oder Inhaltsgestalter (beides)
 keine Redaktion – aber formale Regeln (z.B. Facebook-Nacktbilderverbot)
 konvergente Elemente zwischen klassischen Medien und Intermediären

12.12.2018

Konvergenz

 Smartphone = wie ein mobiler Tresor (Passwörter, …)


 Grenzen von Medium schwinden (was zählt als Medium, was nicht?)
 Bsp. SmartWatch, intelligent headsets: Schwelle zur Utopie, keine Marktreife
erfolgt
 Firmen, die Musik und Information bieten: woher kommt die Musik bzw.
Information?
 proprietäre Verträge mit bestimmten Medieninformationsanbietern
 Alexa, Siri: Datensicherheit?
 Konvergenz außerhalb Mediensphären – Bsp. proximity payments, Flüchtling -
Smartphone
 Nächste Stufe: Internet der Dinge

Daten zur Mediennutzung


Verein ARGE Media-Analysen
- Grundgesamtheit: alle Personen ab 14 Jahren in österreichischen
Privathaushalten
- Samplegröße: rund 15.000 Interviews
- Zielgruppen-Daten
 Themenressort-Interessen, Freizeitbeschäftigungen,
Informationsinteressen, Einstellungen und Werte, persönlicher
Besitz und Anschaffungspläne, Haushaltsbesitz (Kommunikations-
und Unterhaltungselektronik), Handynutzung, Urlaub, jährliche
Kilometerleistung (Auto), Wohnen, Geschäftsreisen, berufliche
Entscheidungskompetenz, Demographie
- Gewichtung
 demographische Gewichtung nach Alter, Beruf, Geschlecht,
Bildung, Ortsgröße, Bundesland, Region, Haushaltsgröße,
Wochentag und Festnetz
 Sampling
- Combined Extended Random Sample, mehrfach geschichtete Telefon-
Zufallsstichprobe (Multistage Random Sample), RLD-Verfahren (Random
Last Digit= zufällige Auswahl aus Telefonverzeichnis, letzte Nr. geändert),
disproportional nach Bundesländern
- Sample(größe) = Stichprobe
 CAWI (Computer-assisted web interviewing)
- Respondent erhält einen Link, mit dem er in den MA Fragebogen
einsteigen und diesen online ausfüllen kann
 Online CAPI/CASI (Computer-Assisted Self Interviewing)
- ein Interviewer besucht einen Respondenten, erklärt und übergibt das
Befragungsnotebook und unterstützt diesen bei Bedarf
 Feldarbeit
- ganzjähriger standardisierter Fragebogen mit folgender Reihung der
Medienabfrage: Magazine monatlich, Magazine 14-täglich, überregionale
Wochenzeitungen und Wochenmagazine, regionale Wochenzeitungen,
Tageszeitungen, Wochenend-ausgaben von Tageszeitungen, Supplements,
Lesezirkel, Infoscreen, Internet

- Befragung
- Selbstangabe mit Überprüfung
- Automatisierte Zugriffsform
- Eigenstudie

 Reichweite = Anteil von Personen die in einem Zeitintervall (abhängig von


Erscheinungsintervall) mit diesem Medium in Kontakt getreten sind
 Plakate großer Medienhäuser haben den Sinn, dass sich Menschen bei Umfrage
schämen & ein Unternehmen nennen, das ihnen als erstes in den Sinn kommt
(Erinnerung an Plakat)
 Schwankungsbreite/Samplegröße/SIGNIFIKANZ
- Befragung weniger Menschen  große Schwankungsbreite; wenig
Bedeutung
- je mehr Menschen befragt werden, desto kleiner wird die
Schwankungsbreite
Österreichische Auflagenkontrolle ÖAK
 freiwillige Mitgliedschaft
 1994 Gründung auf Initiative d. Werbeagenturen u. des Verbandes Österr.
Zeitungen
 Zweck: Beschaffung, Bereitstellung und Veröffentlichung von vergleichbaren und
objektiv ermittelten Unterlagen über die Verbreitung von Printmedien und
anderen Werbeträgern, die ihr Verbreitungsgebiet in Österreich haben
 Auflagemeldung: Vereine sagen halbjährlich, wie viel sie drucken  Überprüfung
 Unterschied zw. Drucken (Selbstmeldung) und Rezipieren (Befragung)
 ePaper
- = nicht der Online-Auftritt eines Mediums
- = digitale Ausgabe eines Printmediums
- elektronische Zeitung, die am Bildschirm mit Printprodukt ident ist
- Erscheinungsweise des ePapers muss derjenigen des Printtitels
entsprechen
- Tageszeitungen mit ePaper Exemplaren: der Standard; die Presse; Kleine
Zeitung; KRONE; KURIER ÖSTERREICH; OÖ-Nachrichten; Salzburger
Nachrichten; Tiroler Tageszeitung; Vorarlberger Nachrichten; Falter
 Kaufzeitungen
- sind solche, bei denen die Summe Abonnements, Einzelverkauf,
Großverkauf adressiert und Großverkauf unadressiert größer sein muss
als die Summe Sonstige bezahlte Auflage + SB Wochentag + Bord-
,Lesezirkel- und Hotelexemplare + Mitglieder-/Kundenexemplare +
Gratisvertrieb
Österreichische Webanalyse ÖWA

- freiwillige Mitgliedschaft
- Zusammenschluss von Online-Anbietern und Werbeagenturen
- 1998 als Kontrolleinrichtung für Online-Medien unter dem Dach des ÖAK
gegründet
- 2001 eigenständiger Verein ÖWA
- Ziele: Förderung des Online-Marktes und insbesondere die Erhebung
vergleichbarer und objektiver Daten zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit von
Online-Angeboten
- SZM-System
- Prinzip der Logfile-Auswertung: jeder Datenzugriff wird protokolliert und
in Logdateien abgespeichert
- wertet Datenzugriffe aus
- „Hits“ = automatisierte Zugriffe auf Website  kein zuverlässiges Maß
- Bsp. Site besteht aus 3 Frames (Header, Menü, Content)
3 HTML-Dateien bei Aufruf abgerufen  bei Nutzeraktion werden 3
Seitenabrufe gezählt; Kenngröße "Hits" = Anzahl aller abgerufenen
Dateien (inkl. Bild-, Multimediadateien); diese Seite enthält weitere 9
Bilddateien  12 Hits bei 1 Aufruf
- kein Schummeln/ systematischer Fehler möglich  Angebot-Aufruf: Browser, IP-
Nr., Gerät können nachverfolgt werden
- Merkmale
- Hit = Verbindung zw. Rechner/Smartphone zu aufgerufenem Angebot
(automatisierte Nachhilfe möglich  Website kann in Subangebote
aufgegliedert werden  Website zählt es als mehrfacher Aufruf)
- Unique Client = Endgerät, von dem zugegriffen wird
Austrian Internet Monitor : Inhalte und Methode

 Eigenstudie des Marktforschungsinstituts INTEGRAL


 Liefert seit 1996 Basisdaten zu EDV-Ausstattung, Internet-Nutzung und neuen
Kommunikationstechnologien
 4.000 telefonische Interviews (1.000/Quartal)
 repräsentativ (= jedes entscheidende Merkmal einer Gesamtheit ist anteilsmäßig
in Stichprobe vertreten (Merkmal: Stadt-Land; Bildung; Alter)) für Ö. ab 14
Jahren
 zusätzlich Online-Interviews für vertiefende Fragen zur Online-Nutzung wie
Sozial-Media, E-Commerce und Werbung oder Mobile
 Fragebögen sind spezifische Form der Kommunikation
Teletest

 2005 gegründet; Verein Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT)


 Angehören ORF, ATV, ProSiebenSat.1PULS4, IP, ServusTV, Goldbach Media
 Wie schauen die Reichweiten/Rezeptionsanteile von Fernsehen aus?
 statt Selbsteingabe ein Gerät im Haushalt
 Panel  Gruppe von Leuten dienen als Versuchskaninchen; Gerät mit TV-Gerät
verbunden und misst jegliche Aktivität des Fernsehens (Sender, DVD, …)
- Teletest-Panel besteht aus 1.628 ö. Haushalten mit Messgeräten
- 3.250 Testpersonen ab 12 Jahren stehen für 7,2 Mio. Ö.
- Testhaushalte werden mithilfe von Repräsentativumfragen rekrutiert
- Unsicherheitsfaktor: jedes Familienmitglied hat eigene Nr., mit dem es
sich an-bzw. abmelden muss, wenn es TV benutzt  wird ev. vergessen
(jedoch eher geringe Wahrscheinlichkeit, da sie Geld dafür bekommen)
 zeitversetztes Sehen möglich  kein Stress mehr, f. Serie/Film nach Hause zu
kommen
 linearer Medienkonsum (Fernsehen) verursachte häufig strukturierte
Tagesabläufe
Marktanteile/Reichweiten

 Tagesreichweite
- Reichweite  Wie viel Prozent der Bevölkerung sehen sich im
Erscheinungsintervall eine Zeitung an? (Krone rund 1/3 d. ö.
Bevölkerung)
- addierte Zahl aller Nutzer, die während eines Tages einen Sender eine
bestimmte Zeit lang durchgehend gesehen oder gehört haben
- Nutzungsdauer mind. 60 Sekunden (im RADIOTEST mind. 1/4h)
- in Prozent oder in Tausend ausgewiesen
 Marktanteil
-  kein Prozentuieren auf Bevölkerung, sondern auf alle, die an diesem
Tag ferngesehen haben; meist höher als Reichweite
- gibt relativen Anteil der Seh- oder Hördauer einer Sendung bzw. eines
Programms an der Gesamtseh- oder Hördauer aller Sendungen bzw. aller
Programme zum jeweiligen Zeitintervall (Tag, Monat etc.) an
- Tagesmarktanteil gibt prozentuellen Anteil der erreichten Seh- oder
Hörzeit eines Senders an der Gesamtseh-oder Hördauer aller Sender eines
Tages wieder
Radiotest
 Grundgesamtheit
- Personen ab 10 Jahre = 7,575.000 Personen
- Personen 14-49 Jahre = 4,097.000 Personen
 Befragungsgebiet
- Österreich (alle Bundesländer); kleinste Einheit = politischer Bezirk
 Fallzahl
- 13.078 Interviews ab 10 Jahre / 6.686 Interviews 14-49 Jahre
 Befragungsart
- telefonisch, CATI
 Durchführung
- GfK Austria
 Tagesreichweite
- Personen, die gestern zumind. 1/4h Radio/bestimmten Sender gehört
haben (wann& wie lange insgesamt Radio bzw. der bestimmte Sender
gehört wurde= unbedeutend)
 Marktanteil
- gibt an, wie groß der prozentuelle Anteil der Hördauer des Senders bzw.
des Werbeverbundes an der gesamten Hördauer ist
 Tag wird durchgegangen (Wann sind Sie aufgestanden? Haben Sie Radio gehört?
Welchen Sender? Wann haben Sie gegessen?
 gab Probleme: Unterstellung, dass Leute nicht repräsentativ ausgewählt worden
sind
 3 bundesweite Radios; 9 Regionalradios; über 70 kommerzielle und freie Radios
Touchpoints

 Messen, wie viele Berührungen es mit den Produkten eines


Medienunternehmens gibt
 Tag wird in Halbstundenabschnitte unterteilt

Terminologie Werbeanalyse
 Besucher
- Bezeichnung für den User einer Website
 Page-Impression
- = absichtliche Herstellung/Aufrufen einer Seite durch Nutzer  bei
mehrfacher Aufpoppung  1x Pape-lmpression; Verlinkungen: Wetter–
Land– Region– Tageszeit
- stellt den Sichtkontakt eines Nutzers mit einer Seite eines Online-
Angebotes dar. Eine PI wird nur gezählt, wenn Seite eines Online-
Angebotes v. Nutzer angefordert wird. Entsprechend dieser Bestimmung
ist zu beachten: enthält ein Angebot Bildschirmseiten, die sich aus
mehreren Frames zusammensetzen (Frameset), so gilt jeweils nur d.
Inhalt eines Frames als Content. Der Erstaufruf eines Framesets zählt also
nur als 1 PI, ebenso wie jede weitere nutzerinduzierte Veränderung d.
entsprechenden Content-Frames. Demnach wird pro Nutzeraktion nur 1
PI gezählt.
- Ausweisung von Pis: nur zulässig für Seiten, die auf Anforderung des
Nutzers generiert werden
 Unique Client
- Ist ein von mind. 1 Person verwendetes Endgerät (PC, PDA, Mobiltelefon
etc.), von dem aus auf das ÖWA gezählte Angebot mittels eines Browsers
zugegriffen wird. Ein UC kann von mehreren Personen bedient werden,
eine Person kann andererseits auch auf mehrere UC zugreifen (z.B. PC
zuhause oder Arbeitsplatz)
 Unique User
- Messgröße für die Nutzung einer Website, die angibt, wie viele eindeutige
Nutzer ein Werbeangebot in einer bestimmten Zeit hatte. ÖWA Plus rückt
den Menschen in Form des "Unique User" in den Vordergrund.
 Visit
- Zahl der zusammenhängenden Zugriffe der User auf das Online-Angebot
eines Anbieters. Neu- und Mehrfachkontakte können nicht unterschieden
werden, d.h., ein Visit umfasst daher eine oder mehrere PIs. Der Time-Out
beim Visit beträgt 30 min  30 min keine PI  neuer Visit
 Usetime
- beschreibt die durchschnittliche Dauer eines Visits
 Anteil PI aus AT in %
- Diese Kennzahl gibt an, wieviel Prozent der PIs eines Angebots aus Ö
stammen

5 Sinus-Milieus

 INTEGRAL führte auf Basis v. über 250 qualitativen Interviews+ über 30.000
milieubezogenen quantitativen Interviews seit Mitte 2009 eine umfassende
Bestandsaufnahme durch. Dieses Datenmaterial diente Hypothesenbildung zum
neuen Milieu-Modell, welches mittels Modellierungsstichprobe v. 2.000 persönl.
Interviews überprüft wurde.
 Werte über Zusammenleben in Familie; Kindererziehung; Einstellungen; Bildung;
Einkommen
 erinnert an Bourdieu – Theorie

 Traditionelle (13%)
- lebt in fest vorgegebenen
Rahmen: Familie,
Gemeinde, Kirche als
Orientierungspunkte;
betont Sparsamkeit,
Ordnung, Sauberkeit und
Pflichterfüllung; stolz auf
Österreich; legt Wert auf
Hilfsbereitschaft und
Gemeinschaftsgefühl; zufrieden mit dem, was er hat, weist materiellen
Werten hohe Bedeutung zu.
 DER POSTMATERIELLE (12%)
- legt Wert auf Freiraum für individuelle Entfaltung und
Selbstverwirklichung; betont Toleranz, Weltoffenheit, Multikulturalität;
leistungsbereit, aber ohne klassisches Karrieredenken; sieht sich als
kritischer, aufgeklärter Verbraucher; lehnt traditionelle Rollenbilder ab,
strebt nach Emanzipation in Partnerschaft/Familie; denkt in globalen
Zusammenhängen; gleichzeitig skeptisch gegenüber wirtschaftl.
Globalisierung
 MODERNER PERFORMER (9%)
- flexibel, mobil und leistungsorientiert.; fühlt sich als junge Elite und
Trendsetter; risikobereit; legt Wert auf hohen Lebensstandard; strebt
nach Selbstverwirklichung durch Selbstmanagement: steht Globalisierung
positiv gegenüber und sieht sich als selbstverständlichen Teil des Global
Village: hat neuen Technologien bereits völlig in Alltag integriert;
konsumiert spontan, hohe Affinität zu Luxusprodukten
 HEDONIST (12 %)
- legt Wert auf Freiheit und
Spontaneität; grenzt sich
demonstrativ von etablierten
Gesellschaft ("Spießer") ab und
verweigert sich Ansprüchen d.
Leistungsgesellschaft; strebt
aber nach Luxus/ Komfort; lebt
im Hier und Jetzt, konsumiert
unkontrolliert und spontan;
trennt klar zw. Beruf und
Freizeit; hat Spaß an
Tabuverletzung und
Provokation; actionorientiert, sucht Abwechslung und Unterhaltung

Gründe zur Regulierung


 Qualitätssiegel von Luther
 Verzeichnis der verbotenen Bücher (kein Katholik darf sie lesen)
 Dürrer, erkennbar an Siegel (Vorform des. Copyrights)  Einkommen aus
Drucken seiner Werke dürfen bis zu seinem 30. Todestag nur Erben zukommen
 ~ 1450: Gutenbergs Erfindung
 Druckprivileg = diese Schrift darf nur von diesem Drucker gedruckt werden
 1530: Impressumspflicht: Impressum muss eingedruckt werden (bis heute üblich)
 Erscheinungsort, Verlag, Erscheinungsdatum, (Autoren unwichtiger; oftmals
Pseudonyme)
 Statute of Anne = wir brauchen mehr intellekt. Leistungen, die bekommen wir
nur, wenn wir auf Qualität der Schreiber setzen  Nennung des Autors; müssen
geschützt werden
FRAGEN
Wenn Sie vom „Medien-Dispositiv“ ausgehen: Welche gravierenden Veränderungen von
„System“, „Text“ und „Disposition“ haben sich historisch ereignet?
System  Medientechnik (Buchdruck, Fotografie, Rundfunk,...)
Infrastruktur (Druckereien, Rundfunksatelliten, Handymasten,...)
Wirtschaftl. Konsequenzen (Frage der Finanzierung,...)
Text  Technik (Bewegtbild, nur gedruckt,...)
Nutzung (Möglichkeit das Programm weiter zu schalten  Spannungsbogen)
Disposition  Nutzung (Lesefähigkeit, braucht es Konzentration,...)

Medium-zentrierte Theorien/Medienontologien, Theorien von Medienkultur und


Medialisierung sowie strukuralistische Theorien dadurch darstellbar!

Welche gravierenden Veränderungen haben sich in der Mediengeschichte (Österreichs)


seit 1945 ereignet?
Was bedeutet der „side-door access effect“ in Bezug auf Nachrichten?
Was ist der Unterschied zwischen „Reichweite“ und „Marktanteil“
Welche Mediennutzungen untersucht die Media-Analyse?
Was ist der Unterschied zwischen „Visit“, „Pageimpression“, „Unique Client“ „Unique
User“?
Was sind die Unterschiede in der Erhebungsmethode zwischen Media-Analyse, Teletest,
Radiotest, WebAnalyse?
Worin besteht der Unterschied in der Aussagekraft zwischen den Daten z.B. von
Teletest, Touchpoints, SinusMilieus?
Welchen theoretischen Konzepten, die wir besprochen haben, ordnen Sie Media-Analyse
oder SinusMilieus zu?
Sinus Milieus  Strukturalistische Theorie (Bordieu)
Media Analyse  Medienzentrierte und evt. Theorien der Medienkultur? (evt.
Strukturalistische Theorie)
Welches sind die drei reichweitenstärksten Tageszeitungen des letzten Jahres?
Kronenzeitung, Heute, Kleine Zeitung
Welches war das reichweitenstärkste Magazin im letzten Jahr?
Auto Touring
Wieviel Prozent der Menschen in Ö haben (auf Zehnerstelle gerundet) an einem
durchschnittlichen Tag das Internet benutzt?
80%
Ordnen Sie die Reichweite österreichischer Tageszeitung nach der Größe:
1.Krone – 2.Heute – 3.Kleine Zeitung – 4.Kurier

08.01.2019

Regulierungen

Gründe
• Institutionelle Herrschaftsinteressen (Staat, Kirche)
• Gesellschaftliche Schutzinteressen (z.B. Demokratie, Jugend)
• Verwertungs-/ Marktinteressen

• Sichtbarmachen der eigenen Leistung/ Reputation
• Persönlichkeitsinteressen der medial Präsentierten
• Interessen tatsächlichen oder imaginierten gemeinsamen Besitzes („Kulturgut“)

 Herrschaftsinteressen: sage nichts gegen den Papst/Kaiser


 Schutzinteressen: Jugendschutz; wo fängt Pornografie/Verhetzung an?
 Verwertungsinteressen: Eigentumsschutz
 Persönlichkeitsinteressen: Veröffentlichung von Bildern
 Interesse Besitzes: Franzosen: „Fotografie darf nicht privat werden“
(allg. Gut)

Historische Übersicht
• 1469 wahrscheinlich 1. „Druckprivileg“
• 1479 Papst Sixtus: „förmliche Ermächtigung zur Ausübung der kirchlichen Zensur“
• 1530 Reichstag zu Augsburg –> Impressumspflicht

• 1695 England: 1. teilw. Abschaffung von Zensur

• 1710 England: 1. Autorenrecht „Statute of Anne“

• 1789 Frankreich u. USA Deklaration Menschenrechte -> Meinungsäußerungs- und
Pressefreiheit
• 1867 Österr. Staatsgrundgesetz: Pressefreiheit
• 1974 erstmals öff.-rechtl. Rundfunk in Österreich
• 2001 „KommAustria“ als Regulierungsbehörde für Rundfunk, Telekom,
Presseförderung
• 2007 EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (RF ist Dienstleistung)

Regulierungen folgen politischen Traditionen

Regulierungen in AUT
 Fremdregulierungen
a) Verfassungsregelungen
 Europäische Menschenrechtskonvention, Art. 8 u. 10
 Staatsgrundgesetz von 1918, Art. 13
 BVG Transparenz von Medienkooperation sowie von
Werbeaufträgen
 BVG Rundfunk
b) Einfachgesetzliche Regelungen
c) Gesetze mit Verweis auf Medien
d) Internationale Regelungen
 Selbstregulierungen
 Co-Regulierungen
Fremdregulierungen
a) Verfassungsgesetz

Europäische Menschenrechtskonvention Artikel 10 - Freiheit der


Meinungsäußerung [https://www.rtr.at/de/m/EMRK-Art10] (in Verfassungsrang)

„(1) Jedermann hat Anspruch auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht schließt die
Freiheit der Meinung und die Freiheit zum Empfang und zur Mitteilung von Nachrichten
oder Ideen ohne Eingriffe öffentlicher Behörden und ohne Rücksicht auf Landesgrenzen
ein. Dieser Artikel schließt nicht aus, dass die Staaten Rundfunk-, Lichtspiel- oder
Fernsehunternehmen einem Genehmigungsverfahren unterwerfen.


(2) Da die Ausübung dieser Freiheiten Pflichten und Verantwortung mit sich bringt,
kann sie bestimmten, vom Gesetz vorgesehenen Formvorschriften, Bedingungen,
Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, wie sie in einer
demokratischen Gesellschaft im Interesse der nationalen Sicherheit, der territorialen
Unversehrtheit oder der öffentlichen Sicherheit, der Aufrechterhaltung der Ordnung
und der Verbrechensverhütung, des Schutzes der Gesundheit und der Moral, des
Schutzes des guten Rufes oder der Rechte anderer unentbehrlich sind, um die
Verbreitung von vertraulichen Nachrichten zu verhindern oder das Ansehen und die
Unparteilichkeit der Rechtsprechung zu gewährleisten.“

Staatsgrundgesetz von 1918 Artikel 13 [https://www.ris.bka.gv.at/


Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12000053]

„Jedermann hat das Recht, durch Wort, Schrift, Druck oder durch bildliche Darstellung
seine Meinung innerhalb der gesetzlichen Schranken frei zu äußern. Die Presse darf
weder unter Censur gestellt, noch durch das Concessions-System beschränkt werden.
Administrative Postverbote finden auf inländische Druckschriften keine Anwendung.“

Bundesverfassungsgesetz über die Sicherung der


Unabhängigkeit des Rundfunks [https://www.ris.bka.gv.at/
GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10000555]

Rundfunk kann nur aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ausgestrahlt werden – dies


unterscheidet Rundfunk wesentlich von der Presse (s.o.) –, wobei diese Gesetze „die
Berücksichtigung der Meinungsvielfalt, die Ausgewogenheit der Programme sowie die
Unabhängigkeit der Personen und Organe“ sichern sollen.

b) Einfachgesetzliche Regelungen

1. Journalistengesetz (1921)
Mitarbeiter einer Zeitungsunternehmung, Nachrichtenagentur,
Rundfunkunternehmung..., die mit der Gestaltung des Textes oder mit der
Herstellung von Bildern (Laufbildern) über aktuelles Tagesgeschehen betraut
sind und diese Tätigkeit nicht bloß als Nebenbeschäftigung ausüben.
 Journalist. Privilegien:

 jährlicher Urlaub muss mindestens 30 Werktage, nach mehr als zehnjähriger


Dauer des Arbeitsverhältnisses 39 Werktage betragen.
 Bei Verkauf eines Medienbetriebes kann der Redakteur kündigen und außer
der Abfertigung eine Entschädigung von mindestens einem Jahresgehalt
verlangen.
 Wird die [Medien]unternehmung aufgelassen, so kann dem Redakteur nur
unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von mindestens sechs Monaten
gekündigt werden

2. Mediengesetz
(1) Im Sinn der Bestimmungen dieses Bundesgesetzes ist
(2) 1. "Medium": jedes Mittel zur Verbreitung von Mitteilungen oder
Darbietungen mit gedanklichem Inhalt in Wort, Schrift, Ton oder Bild an einen
größeren Personenkreis im Wege der Massenherstellung oder der
Massenverbreitung;

1a. "Medieninhalte": Mitteilungen oder Darbietungen mit gedanklichem


Inhalt in Wort, Schrift, Ton oder Bild, die in einem Medium enthalten sind;

3. "Medienwerk": ein zur Verbreitung an einen größeren Personenkreis
bestimmter, in einem Massenherstellungsverfahren in Medienstücken
vervielfältigter Träger von Mitteilungen oder Darbietungen mit gedanklichem
Inhalt;

4. "Druckwerk": ein Medienwerk, durch das Mitteilungen oder Darbietungen


ausschließlich in Schrift oder in Standbildern verbreitet werden;

5. "periodisches Medienwerk oder Druckwerk": ein Medienwerk oder


Druckwerk, das unter demselben Namen in fortlaufenden Nummern wenigstens
viermal im Kalenderjahr in gleichen oder ungleichen Abständen erscheint und
dessen einzelne Nummern, mag auch jede ein in sich abgeschlossenes Ganzes
bilden, durch ihren Inhalt im Zusammenhang stehen;

5a. "periodisches elektronisches Medium": ein Medium, das auf


elektronischem Wege
a) ausgestrahlt wird (Rundfunkprogramm) oder
 

b) abrufbar ist (Website) oder
 

c) wenigstens vier Mal im Kalenderjahr in vergleichbarer
Gestaltung verbreitet wird (wiederkehrendes elektronisches
Medium);

6. "Medienunternehmen": ein Unternehmen, in dem die inhaltliche Gestaltung


des Mediums besorgt wird sowie
a) seine Herstellung und Verbreitung oder

b) seine Ausstrahlung oder Abrufbarkeit
entweder besorgt oder veranlasst werden;

7. "Mediendienst": ein Unternehmen, das Medienunternehmen wiederkehrend


mit Beiträgen in Wort, Schrift, Ton oder Bild versorgt;

8. "Medieninhaber": wer
 

a) ein Medienunternehmen oder einen Mediendienst betreibt oder
b) sonst die inhaltliche Gestaltung eines Medienwerks besorgt und dessen
Herstellung und Verbreitung entweder besorgt oder veranlasst oder
c) sonst im Fall eines elektronischen Mediums dessen inhaltliche
Gestaltung besorgt und dessen Ausstrahlung, Abrufbarkeit oder
Verbreitung entweder besorgt oder veranlasst oder
d) sonst die inhaltliche Gestaltung eines Mediums zum Zweck der
nachfolgenden Ausstrahlung, Abrufbarkeit oder Verbreitung besorgt;

9. "Herausgeber": wer die grundlegende Richtung des periodischen Mediums


bestimmt;

10. "Hersteller": wer die Massenherstellung von Medienwerken besorgt;

11. "Medienmitarbeiter": wer in einem Medienunternehmen oder Mediendienst


an der inhaltlichen Gestaltung eines Mediums oder der Mitteilungen des
Mediendienstes journalistisch mitwirkt, sofern er als Angestellter des
Medienunternehmens oder Mediendienstes oder als freier Mitarbeiter diese
journalistische Tätigkeit ständig und nicht bloß als wirtschaftlich unbedeutende
Nebenbeschäftigung ausübt;

Mediengesetz gilt nicht fü r jene Medien,


die bei der „Tä tigkeit eines Amtes oder einer Interessenvertretung oder bei einer
anderen vergleichbaren Betä tigung als Hilfsmittel dienen, die im Verkehr, im
hä uslichen, geselligen, kulturellen, wissenschaftlichen oder religiö sen Leben, im
Vereinsleben, im Wirtschaftsleben im Rahmen der Tä tigkeit eines Amtes oder
einer Interessenvertretung oder bei einer anderen vergleichbaren Betä tigung als
Hilfsmittel dienen.

3. ORF-G (öffentlich rechtlicher Kernauftrag)


§ 4. (1) Der Österreichische Rundfunk hat durch die Gesamtheit seiner gemäß § 3
verbreiteten Programme und Angebote zu sorgen für:

1. die umfassende Information der Allgemeinheit über alle wichtigen politischen,
sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Fragen;

2. die Förderung des Verständnisses für alle Fragen des demokratischen
Zusammenlebens;

3. die Förderung der österreichischen Identität im Blickwinkel der europäischen
Geschichte und Integration; 

4. die Förderung des Verständnisses für die europäische Integration;
 

5. die Vermittlung und Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft;
 

6. die angemessene Berücksichtigung und Förderung der österreichischen
künstlerischen und kreativen Produktion;
 

7. die Vermittlung eines vielfältigen kulturellen Angebots;
 

8. die Darbietung von Unterhaltung;
 

9. die angemessene Berücksichtigung aller Altersgruppen;
 

10. die angemessene Berücksichtigung der Anliegen behinderter Menschen

§ 4. 11. die angemessene Berücksichtigung der Anliegen der Familien und der
Kinder sowie der Gleichberechtigung von Frauen und Männern;


12. die angemessene Berücksichtigung der Bedeutung der gesetzlich


anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften;

13. die Verbreitung und Förderung von Volks- und Jugendbildung unter
besonderer Beachtung der Schul- und Erwachsenenbildung;

14. die Information über Themen der Gesundheit und des Natur-, Umwelt- sowie
Konsumentenschutzes unter Berücksichtigung der Förderung des Verständnisses
über die Prinzipien der Nachhaltigkeit.

15. die Förderung des Interesses der Bevölkerung an aktiver sportlicher
Betätigung;

16. die Information über die Bedeutung, Funktion und Aufgaben des
Bundesstaates sowie die Förderung der regionalen Identitäten der Bundesländer;
17. die Förderung des Verständnisses für wirtschaftliche Zusammenhänge;

18. die Förderung des Verständnisses für Fragen der europäischen
Sicherheitspolitik und der umfassenden Landesverteidigung,

19. die angemessene Berücksichtigung und Förderung sozialer und humanitärer
Aktivitäten, einschließlich der Bewusstseinsbildung zur Integration behinderter
Menschen in der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt.

4. Privatradiogesetz (Programmgrundsätze)
§ 16.
(1) Die auf Grund dieses Bundesgesetzes veranstalteten Programme haben den
Grundsätzen der Objektivität und Meinungsvielfalt zu entsprechen.
(2) Die Veranstalter haben in ihren Programmen in angemessener Weise
insbesondere das öffentliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben im
Versorgungsgebiet darzustellen. Dabei ist den im Versorgungsgebiet
wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen nach Maßgabe
redaktioneller Möglichkeiten Gelegenheit zur Darstellung ihrer Meinungen zu
geben.
(3) Sendungen dürfen keinen pornographischen oder gewaltverherrlichenden
Inhalt haben.
(4) Alle Sendungen müssen im Hinblick auf ihre Aufmachung und ihren Inhalt die
Menschenwürde und die Grundrechte anderer achten und dürfen nicht zu Hass
auf Grund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Religion und
Nationalität aufreizen.
(5) Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten
journalistischen Grundsätzen zu entsprechen. Nachrichten sind vor ihrer
Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und
Herkunft zu prüfen.

5. Audiovisuelles Mediendienste-Gesetz (AMD-G)


Programmgrundsätze§ 41:
(1) Fernsehprogramme, die Rundfunkprogramme im Sinne des Artikels I Abs. 1
des Bundesverfassungsgesetzes über die Sicherung der Unabhängigkeit des
Rundfunks, BGBl. Nr. 396/1974, sind, haben den Grundsätzen der Objektivität
und Meinungsvielfalt zu entsprechen.
(2) Insbesondere soll in diesen in angemessener Weise das öffentliche, kulturelle
und wirtschaftliche Leben im Verbreitungsgebiet dargestellt und den dort
wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen Gelegenheit zur
Darstellung ihrer Meinungen geboten werden.
(3) Abs. 2 gilt nicht für Spartenprogramme und ausschließlich über Satellit
verbreitete Programme.

(4) Bei Programmen mit überwiegend lokalem Bezug soll ein angemessener
Anteil der Sendungen redaktionell vom Rundfunkveranstalter selbst gestaltet
sein.

(5) Berichterstattung und Informationssendungen haben in allen
Fernsehprogrammen den anerkannten journalistischen Grundsätzen zu
entsprechen. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den
Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen.

6. Presseförderungsgesetz
Regelt die finanzielle Zuwendung aus dem Bundeshaushalt an österreichische
Tages- und Wochenzeitungen, deren Inhalte über reine Fachpresse hinausgehen.
Mit der Durchführung ist die Regulierungsbehörde KommAustria beauftragt.

Neben einer allgemeinen (Grund-)Förderung existiert weiters eine „Förderung


zur Erhaltung der regionalen Vielfalt der Tageszeitungen“ für jene, „deren
verkaufte Auflage pro Nummer im Jahresdurchschnitt auf das gesamte
Bundesgebiet bezogen 100 000 Stück nicht übersteigt, deren jährlicher
Seitenumfang nicht zu mehr als der Hälfte aus Anzeigen besteht und die
mindestens 12 hauptberuflich tätige Journalisten beschäftigen.“

7. Publizistikförderungsgesetz
Fördert „Publizistik, die der staatsbürgerlichen Bildung dient“.

Förderungswürdige Publikationen müssen zwischen vier- und vierzigmal pro


Jahr erscheinen und „ausschließlich oder vorwiegend Fragen der Politik, der
Kultur oder der Weltanschauung (Religion) oder der damit zusammenhängenden
wissenschaftlichen Disziplinen auf hohem Niveau abhandeln, sich nicht
ausschließlich an ein Fachpublikum wenden und dadurch der staatsbürgerlichen
Bildung dienen.

8. KommAustria-Gesetz
Aufgaben:
- Zuordnungs- und Zulassungsverfahren (PrR-G/PrTV-G) 

- Werbebeobachtung betreffend Einhaltung der Werbebestimmungen
(ORF-G/PrTV- G/PrR-G) 

- Presse- und Publizistikförderung (PresseFG 2004, PubFG) 

- Frequenzmanagement: für den gesamten Rundfunkbereich (inkl. öff-
rechtl.); 
Betriebsbewilligungen für Rundfunksendeanlagen 

- Digitalisierung: (Vorbereitung der) Einführung von digitalem Rundfunk
(PrTV-G) 

- Rechtsaufsicht: über Privatrundfunkveranstalter einschl.
Verwaltungsstrafverfahren (PrR-G/PrTV-G/ZuKG) 

- Wettbewerbsrechtliche Kommunikationsinfrastrukturregulierung
(TKG2003/KartellG/WettbewerbsG) 

- Streitentscheidung: Verfahren zur Mitbenützung von Sendeanlagen /
„Must-Carry“ in Kabelnetzen (ORF-G/PrR-G/PrTV-G) 

- „Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften“ (VerwGesG 2006 seit 1.
Juli 2006)

c) Gesetze mit Verweis auf Medien

Urheberrechtsgesetz
betrifft im Grunde alle intellektuellen Hervorbringungen, unabhängig davon in welchem
Medium sie stattfinden. Urheber haben dementsprechend das Verwertungsrecht,
Vervielfältigungsrecht und Verbreitungsrecht an ihren Kreationen.
Das Urheberrecht (d.h. Nennung der Autorschaft) ist unübertragbar.

• Urheberrechtsregulierungen als (verspätete) Reaktionen auf Medien-


Technikentwicklung = Vervielfältigung von Originalen
1450 Druck; 1846 Rotationsdruck, 1826 Fotografie; 1887 Grammophon; 1895
Stummfilm; 1920er Radio; 1930er Fotokopie; 1950er Tonband; 1970er
Videorekorder; 1886 Laptop; 1989 WWW; 1996 USB-Stick, 2004 Facebook (1.
Cloud)
• Wandel in der Auffassung, wer Urheber einer kulturellen Produkts ist
• Trennung zwischen Urheber- und Verwertungsrechten
• Trennung zwischen individuellen Verträgen und Zwangslizenzen

Ab Beginn des 20. Jh. internationale Verträge zur Regelung des gemeinsamen
Urheberrechtes => Zwangslizenzverträge.

Ab 1950er Jahre: erstmals Massenproduktion von Aufzeichnungsgeräten f. priv.
Gebrauch –> Lizenzierung von Technik ab 1965 => Geräteabgabe
Plattenindustrie versucht in den 1920ern Radio als Musikmörder darzustellen und
vergeblich Verbote des Abspielens von Platten im Radio durchzusetzen.

Kartellgesetz
Ein Zusammenschluss von Medienbetrieben bzw. medienrelevanten Betrieben kann
untersagt werden, wenn „zu erwarten ist, dass durch den Zusammenschluss die
Medienvielfalt beeinträchtigt wird“.

§ 283 StGB Verhetzung


Wer öffentlich gegen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Sprache, Abstammung,
Herkunft, Religion, Weltanschauung, Alter, ihres Geschlechts, sexueller Orientierung zu
Hass oder Gewalt aufstachelt, sie beschimpft oder Verbrechen gegen die
Menschenwürde billigt, verharmlost oder leugnet wird bestraft.
Ein erhöhter Strafrahmen ist vorgesehen, wenn die Tat durch ein Medienwerk begangen
wurde.
Auch die Verbreitung, Weiterleitung derartiger Inhalte wird bestraft.

Verbotsgesetz
... wer in einem Druckwerk, im Rundfunk oder in einem anderen Medium oder wer sonst
öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird, den
nationalsozialistischen Völkermord oder andere nationalsozialistische Verbrechen
gegen die Menschlichkeit leugnet, gröblich verharmlost, gutheißt oder zu rechtfertigen
sucht“ wird bestraft.
 Neben aktiver NS-Wiederbetätigung wird hier auch die Leugnung
nationalsozialistischer Verbrechen bestraft.

d) internationale Regelungen

1. Vertrag von Amsterdam zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union,
der Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften sowie einiger damit
zusammenhängender Rechtsakte 1997

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist mit den Regeln der EU grundsätzlich vereinbar,


darf aber private Konkurrenzmedien nicht beeinträchtigen.

2. Mitteilung der EU-Kommission über die Anwendung von Vorschriften über


staatliche Beihilfen auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk 2009 


Diese Regelung bedeutet die Verpflichtung für nationale Behörden wie die
KommAustria in Österreich, bei neuen Angeboten des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks einen „Public-Value-Test“ durchzuführen „um sicherzustellen, dass die
öffentliche Finanzierung wesentlicher neuer audiovisueller Dienste den Handel und
den Wettbewerb nicht ... verzerrt“

Selbstregulierungen
a) Presserat
b) Werberat
c) PR-Ethikrat

 Kuratorium für Journalistenausbildung


 Kuratorium für Presseausweise
a) Presserat

„Eine wesentliche Aufgabe des Presserates ist es, Missstände im Pressewesen


aufzuzeigen und diesen entgegenzuwirken. Der Presserat ist ein Verein, dessen Träger
die wichtigsten Journalisten- und Verlegerverbände Österreichs sind.“

Die Trägerorganisationen des Österreichischen Presserates sind:


 der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ),
 der Österreichische Gewerkschaftsbund, vertreten durch die
Journalistengewerkschaft in der GPA-DJP,
 der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV)
 der Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM)
 der Verein der Chefredakteure sowie

 der Presseclub Concordia (PCC)

b) Werberat

„Das österreichische Selbstbeschränkungssystem ist seitens der Werbewirtschaft


freiwillig zum Nutzen sowohl aller Konsumenten als auch für die Wirtschaft selbst
geschaffen worden. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht u. a. Fehlentwicklungen bzw.
Missbräuche in der Werbung zu korrigieren und wollen damit sowohl als Sprachrohr
der Konsumenten als auch von verantwortungsbewussten Werbeunternehmen
fungieren. Zu diesem Zwecke haben wir in enger Zusammenarbeit mit
Interessensvertretungen und der Industrie Selbstbeschränkungsrichtlinien erarbeitet,
die verhindern sollen, dass diskriminierende, die Würde des Menschen verletzende oder
irreführende Werbemaßnahmen gesetzt werden. Wir tragen dazu bei, dass eine freie
Entfaltung der Kreativität in der Werbebranche sichergestellt wird sowie Missbräuche
und Fehlentwicklungen korrigiert werden.“

c) PR-Ethikrat

„Der Österreichische Ethik-Rat für Public Relations steht für die freiwillige
Selbstkontrolle der heimischen PR-Fachleute. Er überwacht die Einhaltung ethischer
Grundsätze in der Öffentlichkeitsarbeit, untersucht Streitfälle, zeigt Fehlverhalten und
Missstände auf.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt darin, Positionen, Prinzipien und Definitionen
ethisch korrekten Verhaltens in der PR auszuarbeiten und zu publizieren. Besonders gilt
dies für jene Bereiche, in denen ethische Standards (noch) fehlen oder unklar definiert
sind.“

Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ)

„Weiterbildung in der Praxis: Das Kuratorium für Journalistenausbildung/die


Österreichische Medienakademie ist seit 1978 die Aus- und Weiterbildungsinstitution
für Journalisten in Österreich. Die sozialpartnerschaftliche Trägerschaft sorgt für die
enge Anbindung an die Praxis, die Kooperation mit Universitäten für die
wissenschaftliche Fundierung, die internationale Vernetzung für den Blick auf globale
Entwicklungen und das frühzeitige Erkennen von Trends.“

Kuratorium für Presseausweise

„Die "harte Währung" der Branche ist der Presseausweis, der vom Österreichischen
Kuratorium für Presseausweise nach strengen Zulassungsbedingungen an Journalisten,
Fotoreporter, Kameraleute bzw. Eigentümer, Herausgeber, Verleger vergeben wird, die
hauptberuflich mit festen Bezügen oder selbstständig oder in ständiger (und nicht bloß
unbedeutender) Nebenbeschäftigung tätig sind.“
Seit mehr als 60 Jahren betreut das Kuratorium die Ausweisagenden. Trägerverbände
des Österreichischen Kuratoriums für Presseausweise sind vier offizielle
Interessensvertretungen:
 der Verband Österreichischer Zeitungen
 der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband,
 die Journalistengewerkschaft (in der Gewerkschaft der Privatangestellten –
Druck und Papier)
 und das Syndikat der Pressefotografen, Pressebildagenturen und Filmreporter
Österreichs.

Co-regulierungen
a) Kollektivverträge (ORF, Tages-, Wochenzeitungen, Zeitschrift via BVG) 
Ehrenkodex Presserat
b) ORF-Redakteursrat

a) Kollektivverträge

(ORF, Tages-, Wochenzeitungen, Zeitschriften) Sozialpartner  Gesetzeskraft durch


ArbVG

Der journalistische Ehrenkodex des Presserates ist via Kollektivvertrag Bestandteil des
Dienstvertrages von Tages- und Wochenzeitungen und Zeitschriften.
Darin heißt es z.B.:
„Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe von Nachrichten und
Kommentaren sind oberste Verpflichtung von Journalisten.“

b) ORF-Redakteursrat

Autonome Einrichtung gem. § 33 ORF-G: welcher die „Freiheit der journalistischen


Berufsausübung“ im ORF in Eigenverantwortung sicherstellen soll.

Fragen Sie sich:


• Warum ist es zulässig, dass audiovisuelle Medien stärker reguliert werden als
Printmedien?
 können uns stärker beeinflussen
• Wir haben 6 Gründe für Regulierungen von Medien genannt – welche davon sind
offensichtlich für den Zielparagraphen (4) des Rundfunkgesetzes maßgeblich?
 Schutz und Förderung demokratischer Ordnung
• Wen schützt der Public-Value-Test (3-Stufen-Test)?
 den (privatwirtschaftlichen) Rundfunk
• Was ist der Unterschied zwischen Urheber- und Verwertungsrecht?
 Urheberrecht ist nicht übertragbar

15.01.2019
Medienökonomie
Unterschiedliche Definition dieses Teilgebiets der Kommunikationswissenschaft 
normative Unterschiede
 Doppelrolle der Medien als Kultur- und Wirtschaftsgut
 „Selbstregulierung der Medien“ durch Markt oder zwangsläufiges Marktversagen
im Bereich der Medien

Finanzierung und Abhängigkeit

 privates / öffentliches bzw. meritorisches Gut?


Konsumausschluss möglich (bei Information schwer)?
Ausrichtung auf Grundbedürfnisse (wie z.B. Wasserversorgung)?
Ausrichtung auf ges. Wünschbarkeit/Nichtwünschbarkeit (wie positiv Schule;
negativ Kinderpornographie)?
 Sachgut oder Dienstleistung; Clubgut?
Mat. Träger (z.B. CD) vs. Inhalt; Verkauf des Einzel- oder des Pauschalzugangs
 Inspektionsgut, Erfahrungsgut, Vertrauensgut?
Nutzen bereits beim Kauf feststellbar (z.B. Kleidung)
 Qualität erst durch
Konsum feststellbar (z.B. Dienstleistung) Qualität nie vollständig abschätzbar (vgl.
Bildung)

 „Selbstregulierung der Medien“ durch Markt oder zwangsläufiges Marktversagen


im Bereich der Medien = Notwendigkeit d. Fremdregulierung

Spezifische Ausprägung von Medienproduktion:

 Economy of Scales (Skaleneffekte): sinkende Durchschnittskosten bei erhöhtem


Absatz  je höher der Absatz desto disproportional höher die Erträge 

 Economy of scope (Verbundeffekte): Synergien bei Produktvielfalt (z.B.
Ausspielung redaktioneller Inhalte über mehrere Kanäle)


Spezifische Ausprägung von Medienkonzentrationen:


 Horizontale Konzentration
 Vertikale Konzentration
 Diagonale Konzentration

Wer zahlt für Medieninhalte – grundsätzliche Voraussetzungen für Zahlungsbereitschaft

 empfundener Nutzen
 mangelnde Substituierbarkeit
 (nur) Publikum: hoher Produktpreis, hoher Käufer-Anspruch, segmentärer
Nutzen
 (nur) Werbung: geringer Produktpreis/gratis, geringer Nutzer- Anspruch,
Aufmerksamkeitsanreize
 Querfinanzierung („Philanthropen“, Syndizierung etc.): geringer Produktpreis,
Anspruch u. Nutzen durch Financier bestimmt
 Subvention durch Öff. Hand: meist geringer Produktpreis, Anspruch durch
politisches Bargaining bestimmt, gesellschaftlicher Nutzen wird beansprucht
FRAGEN SIE SICH:
• Welcher Begriff von „Gut“ liegt der Einrichtung des öffentlich- rechtlichen Rundfunks
zugrunde?
 meritorisch
• Sieht die Zwangslizenzierung im Urheberrecht Medien eher als Kultur oder
Wirtschaftsgut?
 Kulturgut
• Wenn wir von Marktversagen sprechen: sind Medien dann „private“ oder
„meritorische Güter“?
 meritorisch

Medienwandel

Früher:
Werbung  Medien  Publikum

Digitale Ökonomie:
Werbung  Intermediäre/Medien  Publikum

Medienökonomie: Erosion des Business-Modells

Die Möglichkeit, das mediale Produkt unter dem Produktionspreis an die Konsumenten
abzugeben, da der überwiegende Teil der Erlöse aus den Werbeeinnahmen stammt,
funktioniert immer schlechter.
Dies aus folgenden Gründen:

a) Werbung kann ihre Zielgruppen im Netz (u.a. auch in Sozialen Medien) immer besser
und preiswerter direkt – ohne Umwege über Medienbetriebe – erreichen.
b) Digitale Nutzung lässt Nutzer „durchschaubarer“ werden: Streuverluste der
Werbetreibenden lassen sich so minimieren, mit der Konsequenz sinkender
Werbeerlöse
c) Neue überregionale/ internationale Konkurrenten um Werbegelder sind am Markt
entstanden: von Aggregatoren (Google) über Soziale Medien und zunehmende
Überreichweiten aus fremden Märkten bis zu neuen „Playern“ (z.B. Huffington Post,
BuzzFeed).
d) Nutzerinnen/Nutzer sind wenig bereit, für Online- Information zu bezahlen
e) Proprietäre Systeme mit zunehmendem Einfluss („Big 5“)

Proprietär Systeme  Beispiel vorinstallierte Apps

Aufmerksamkeitsökonomie
• Im Internet ist jede Information „nur einen Mausklick entfernt“
• Je häufiger „Gratis-Information“ angeklickt wird, umso höher die
Werbeeinnahmen.
• Nicht die Relevanz oder Richtigkeit, sondern die erreichbare Aufmerksamkeit
ist das Kriterium

„Was aus Publikationsmedien Massenmedien gemacht hat, das


war die Geschäftsidee, dem Publikum Information anzubieten, um
an seine Aufmerksamkeit zu kommen.“
Georg Franck: Ökonomie der Aufmerksamkeit, Wien 1998, S. 147f.

Thesen:
• Aufmerksamkeit ist physio-psychologisch begrenzt
• Je mehr Anbieter von Information existieren, um so stärker müssen Reize
geboten werden, die die Aufmerksamkeit auf die Information ziehen
• Je billiger Information angeboten wird, um so stärker müssen die
Konsumanreize sein
Problematik Datengenerierung-schutz
Targeting options for Facebook advertisers*
1. Location

2. Age

3. Generation

4. Gender

5. Language

6. Education level

7. Field of study

8. School

9. Ethnic affinity

10. Income and net worth

11. Home ownership and type
12. Home value


17. Users who have an anniversary within 30 days



18. Users who are away from family or hometown

19. Users who are friends with someone who has an anniversary, is newly
married or engaged, recently moved, or has an upcoming birthday

20. Users in long-distance relationships

21. Users in new relationships

22. Users who have new jobs

23. Users who are newly engaged

24. Users who are newly married

25. Users who have recently moved

26. Users who have birthdays soon

27. Parents

28. Expectant parents

29. Mothers, divided by “type” (soccer, trendy, etc.)

30. Users who are likely to engage in politics

31. Conservatives and liberals

32. Relationship status

22.01.2019
Proprietäre Medien  WISSEN!!!
 (in Bezug auf ein Betriebssystem, auf Software u. Ä.) nur auf einem herstellereigenen
Computermodell einsetzbar; herstellergebunden

Fake News
Ist in den letzten 3/4 Jahren aufgekommen

Grundlage im Digitalen: (Gesellschaftspolitisches vernachlässigt)



• schwierige Quellenverfolgung (Anonymität, falsche Autorschaft)

• Manipulierbarkeit v. Informationsprodukten
(man kann digitale Fotos viel
leichter verändern)
• Automatisierung v. Informationsproduktion/Distribution (Bots - Abkürzung für
„Robotic“, können Meldungen uminterpretieren und jemanden ganz konkrete
Informationen zuspielen (Um Leute z.B. zu Decouragieren); Bubbles; müssen
nicht mehr reale Menschen hinter dem stehen, was wir lesen)

Bubbles – Filterkammern, wo bestimmte Personen nur Nachrichten


bekommen, die sie ohnehin schon für wahr halten/ihre derzeitige
Auffassung zu bestätigen
 andere sagen, soetwas gibt es überhaupt nicht
 Wir neigen dazu Dingen die unseren Grundversprechen
entsprechen, zu trauen/glauben
Nachrichten nur mehr über soziale Medien beziehen (nicht mehr
aus Zeitungen etc)  Problem (nämlich den Bubble-Effekt)

„Peers“  Leute mit denen man befreundet ist

Fake News ist: absichtliche falsche Faktendarstellung in Täuschungsabsicht an einen


größeren Personenkreis (medienspezifisch)

Fake News ist nicht:



 Irrtum (schlampige Berichterstattung)

 Satire

 Vermischung von Info mit Meinung, Wertung
 Missverständnisse (des Publikums)

 soziale Konstruktion (z.B. Sternbilder, Staatsbürgerschaft)

 nicht eintreffende Prognosen

 Lüge, Unehrlichkeit, Gerüchte im privaten Bereich
Internet der Dinge
Weitere Konvergenz digitaler Systeme – Medien sind nur ein Teil davon:
“computers
converge with the world as we know it, including objects, people, and nature
itself“ (Vincent Mosco: Becoming Digital. Toward a Post-Internet Society; 2017: 56

Medieninnovationen seit Gutenberg nach Stoeber

Internet der Dinge  Konvergenz aller Informationsquellen  Automatisierung im


Privaten  ??? (sind mitten in dieser Entwicklung)

Was ist ein Medium?


Vier Komponentenebenen des Begriffs „Medium“
nach Schmidt/ Zurstiege (Orientierung Kommunikationswissenschaft; rororo; Reinbek bei Hamburg
2000; S. 170)
 Kommunikationsinstrumente, das heißt materielle Zeichen, die zur
Kommunikation benutzt werden, allen voran natürliche Sprachen;
 Medientechniken, die eingesetzt werden, um Medienangebote etwa in Form von
Büchern, Filmen oder E-Mails herzustellen, herzustellen, zu verbreiten oder zu
nutzen;
 institutionelle Einrichtungen bzw. Organisationen (wie Verlage oder
Fernsehsender), die entwickelt werden, um Medientechniken zu verwalten, zu
finanzieren, politisch und juristisch zu vertreten usw.;
 schließlich die Medienangebote selbst, die aus dem Zusammenwirken aller
genannten Faktoren hervorgehen (wie Bücher, Zeitungen, Fernsehsendungen
usw.)
Conclusio
 Medientechnik – Ökonomie – umgebende Kultur beeinflussen und bedingen
einander.
 nicht jedes Produkt das neu ist, setzt sich auch wirklich durch (Kritikpunkt)
 Im Netzzeitalter ist Information nicht mehr an Zeit, Raum und spezifische
Endgeräte gebunden.
 Massenmedien haben ihr Informationsmonopol bereits weitgehend verloren.
 Informationsmärkte und -produkte differenzieren sich (noch) stärker aus.
 mehr Informationsanbieter und auch unterschiedlichen Quellen/für andere
Zielgruppen
 Zuverlässigkeit und Relevanz von Information müssen zunehmend auch vom „
Publikum“ geklärt werden.
 „There is no such thing as a free lunch.“  Tatsache, dass wenn man etwas gratis
bekommt, dann kann es sein dass ich das Produkt bin (Leute wollen dass ich das
Produkt rezipiere und ziehen vermutlich einen Vorteil daraus)

Für Wissenschaft und Ausbildung:


 Überprüfung der Erklärungskraft des Theoriefundus; Begriffsbildung
 Technikfolgenabschätzung: gesellschaftliche Ansprüche; Daten-, Konsumenten-
und Persönlichkeitsschutz; Veränderung von Medienfunktionen
 Analyse des Regelungsbedarfs (Politikberatung)
 Studium: Problemlösungskompetenz statt Faktenwissen

FRAGEN SIE SICH:


 Welche medienökonomischen Probleme ergeben sich aus dem Medienwandel?
 geringere Segmente des Publikums, Werbung nicht mehr nur durch klassische
Medien,..
 Welche regulatorischen Probleme ergeben sich aus dem Medienwandel?
 Datenschutz; Persönlichkeitsschutz,...
 Welche Fragen wären zu stellen, geht man von medium-zentrierten Theorien im
Vergleich zur Medialisierungstheorien medien-ontologischen Ansätze aus?
 (medienonthologie auch medienphilosophie)