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Königliche Familie

Prinz Harry und Herzogin Meghan legen


royale Funktionen zurück
Das Paar wäre gerne finanziell unabhängig und möchte nach "Monaten des Nachdenkens"
nicht mehr Teil der Institution sein

8. Jänner 2020, 22:43

Rücktritt vom Royals-Dasein.

Foto: Reuters

Das Herzogpaar von Sussex – Prinz Harry und Herzogin Meghan – hat die Monarchie satt:
Sie wollen ihre royalen Pflichten ablegen. "Nach vielen Diskussionen und Monaten des
Nachdenkens" hätten sie entschieden, "als hochrangige Mitglieder der königlichen Familie
zurückzutreten und daran zu arbeiten, finanziell unabhängig zu werden".
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Die Queen wollen sie aber weiterhin uneingeschränkt unterstützen, hieß es am Mittwoch in
einer Erklärung, die via Facebook und Instagram verbreitet wurde. Das Paar erhofft sich
dadurch, "genügend Raum für unsere Familie und unsere Wohltätigkeitsarbeit zu finden". Sie
würden künftig gerne zwischen Großbritannien und Nordamerika hin- und herpendeln.

Aus dem Buckingham Palace, der offiziellen Residenz der britischen Monarchen in London,
gab es am Mittwochabend zunächst nur ein kurzes Statement zu der überraschenden
Ankündigung. Man könne den Wunsch des Herzogpaars zwar nachvollziehen, aber dies sei
eine komplizierte und langwierige Angelegenheit. Britische Kommentatoren mutmaßen
deshalb auf Twitter, dass der Rest der Königsfamilie von der Erklärung von Harry und
Meghan überrumpelt wurde.

Eine anonyme Quelle aus dem Königshaus soll gegenüber CNN bestätigt haben, dass das Paar
im Alleingang gehandelt habe, ohne die anderen Familienmitglieder zu informieren. Im
Buckingham-Palast sei man schwer "enttäuscht".

Turbulentes Jahr

Der Herzog von Sussex und seine Frau haben ein turbulentes Jahr hinter sich. Besonders die
38-jährige Ex-Schauspielerin steht unter verschärfter Beobachtung des englischen
Boulevards. Die Boulevardpresse hatte Meghan zunächst begeistert in der britischen
Königsfamilie willkommen geheißen. Später wurde die Berichterstattung zunehmend kritisch.
Etwa weil die junge Mutter mehrmals die Kinderfrau für Baby Archie gewechselt hatte. Oder
weil die beiden zu sehr auf ihre Privatheit pochten.

Seit Monaten wurde zudem viel über einen Brüderzwist und vermeintliche oder echte
Streitereien mit Schwägerin Kate berichtet – vor allem nachdem Harry und Meghan aus dem
Kensington-Palast ausgezogen war, wo auch Prinz William und Herzogin Kate wohnten.
Kürzlich sorgte zudem ihre Entscheidung für Aufregung, die Weihnachtsfeiertage in Kanada
statt mit den anderen Mitgliedern des britischen Königshauses zu verbringen.

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"Rücksichtslose" Boulevardpresse

Bereits vor einigen Wochen hatte das Paar in einem Interview über die Schattenseiten eines
Lebens in der Öffentlichkeit gesprochen. Harry und Meghan fühlten sich durch "die
rücksichtslose Kampagne" des Boulevards bedroht und gingen im Oktober 2019 mit Klagen
gegen zwei Medienhäuser in die juristische Gegenoffensive. In einer Erklärung schrieb der
Prinz, dass seine Frau "eines der jüngsten Opfer der britischen Boulevardpresse" geworden
sei, die "rücksichtslose Kampagnen im vergangenen Jahr geführt habe, während ihrer
Schwangerschaft und während wir unseren neugeborenen Sohn aufgezogen haben".

Prinz Harry erinnerte in der Erklärung daran, dass "diese unerbittliche Propaganda auch
menschliche Kosten" habe. Damit meinte er die tödliche Verfolgungsjagd in Paris, bei der
seine Mutter, Prinzessin Diana, zusammen mit ihrem Lebensgefährten Dodi al-Fayed Ende
August 1997 auf der Flucht vor Paparazzi ums Leben kam. Er wolle keine Wiederholung der
Geschichte. "Ich habe meine Mutter verloren, und jetzt sehe ich, wie meine Frau Opfer dieser
selben starken Kräfte wird." (red, 8.1.2020)