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Infektionen

Forscher warnen vor Borna-Virus-Infektion


durch Feldspitzmäuse
Wissenschafter konnten acht neue Fälle der Bornaschen Krankheit identifizieren. Die
Übertragung erfolgte wahrscheinlich durch den Kontakt mit Feldspitzmäusen

9. Jänner 2020, 08:00

Feldspitzmäuse dürften zu den potenziellen Überträgern des Bornavirus auf den Menschen
zählen, vermuten Wissenschafter.

Foto: APA/Reuters

Die Bornasche Krankheit ist eine Viruserkrankung, die vor allem Pferde und Schafe betrifft
und meist tödlich verläuft. In seltenen Fällen wird der Krankheitserreger auch von Tier auf
Mensch übertragen. So wurden in den Jahren 2011 bis 2013 im deutschen Bundesland
Sachsen-Anhalt drei Todesfälle mit einer Ansteckung durch ein spezielles Bornavirus, das in
Bunthörnchen nachgewiesen wurde, in Zusammenhang gebracht. Im Jahr 2018 konnten in
Deutschland erstmals Infektionen von Menschen mit dem klassischen Typus BoDV-1
nachgewiesen werden.
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Deutsche Wissenschafter identifizierten und charakterisierten nun acht weitere Todesfälle


durch BoDV-1. Sie gehen davon aus, dass es sich dabei um eine Übertragung von in freier
Wildbahn lebenden Feldspitzmäusen auf den Menschen handelt. Die Forscher betonen, dass
womöglich ein hoher Anteil schwerer und tödlicher Fälle von Enzephalitis auf diesen
Infektionsweg zurückzuführen sei.

Insgesamt untersuchten Martin Beer und sein Team vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in
Greifswald die Proben von 56 Patienten, die in den vergangenen 20 Jahren in Süddeutschland
an Enzephalitis erkrankt und zum Teil auch verstorben waren. Die ersten Symptome einer
Infektion sind Fieber, Kopfschmerzen und Verwirrtheit, später kommt es zu
Gedächtnisverlust und Krampfanfällen. Acht Patienten starben innerhalb von 16 bis 57 Tagen
nach der Aufnahme ins Spital. Bei allen diesen Fällen konnte das Bornavirus nachgewiesen
werden. "Damit hat sich die Gesamtzahl von Human-Borna-Todesfällen in Süddeutschland
auf mindestens 14 erhöht. In absoluten Zahlen ist eine Ansteckung immer noch relativ selten,
möglicherweise wird ein großer Anteil der Erkrankungen aber nicht entdeckt", schreiben die
Studienautoren. Die Forscher raten deshalb, dass Mediziner im Zweifelsfall auf BoDV-1
testen sollten, damit das wahre Ausmaß von Infektionen beim Menschen festgestellt werden
kann.

Noch keine Erkrankungsfälle in Österreich

Feldspitzmäuse kommen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein vor.


Noch ist unklar, wie das Virus von Spitzmäusen auf den Menschen übertragen wurde. Für die
aktuelle Studie analysierten die Forscher Gehirngewebe von toten Enzephalitis-Patienten.
Wurde BoDV-1 nachgewiesen, verglichen sie dieses mit Gensequenzen von Feldspitzmäusen,
Pferden und Schafen, die ebenfalls mit dem Virus infiziert waren.
Die Analyse der verfügbaren Informationen zu den insgesamt 14 Patienten ergab, dass die
meisten Betroffenen Kontakt mit potenziellen Überträgern hatten. In mindestens sieben Fällen
wurde über engen Kontakt mit Katzen berichtet. Die These der Forscher: Wenn Katzen jagen,
bringen sie möglicherweise Feldspitzmäuse ins Haus und setzen so Menschen einem
Infektionsrisiko aus. Die Gensequenzen von BoDV-1 waren in allen acht neuen Fällen
unterschiedlich und stimmten mit den Gensequenzen lokal infizierter Spitzmäuse oder Pferde
überein.

In Österreich gab es laut der Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) bislang noch keinen
Patienten mit einer durch Bornaviren verursachten Enzephalitis. (red, 9.1.2020)

Originalstudie:

Zoonotic spillover infections with Borna disease virus 1 leading to fatal human encephalitis,
1999–2019: an epidemiological investigation

Zum Weiterlesen:

Bornavirus kann auch für Menschen tödlich sein