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Christliche Mystik – Teil 2 – Kirchengeschichte und Zeugen

Folie 1 ( Kircheng. )

Rückblick letzter Vortrag. Hiob und Jakob. Liebe und Tod. Der zweite Teil
widmet sich der Verwurzelung christlicher Mystik in der Kirchengeschichte.
Auf was für einem Fundament stehen wir? Wir rufen heute ( wenigstens
kurz ) 30 Zeugen aus 1700 Jahren auf.

Folie 2 ( Underhill )

Bevor wir uns die Namen anschauen wollen wir uns mit E.U. ( die
ebenfalls auf unserer Liste ist ) in Erinnerung rufen: ‚If God were small
enough to be understood, He would not be big enough to be worshipped.‘
Wir können unser Thema mit unseren Zeugen wieder nur umkreisen.

Folie 3 ( Galater – nicht von Menschen )

Was zeichnet diese 30 Zeugen aus? Sie alle haben um mit Karl Rahner zu
sprechen ‚etwas mit Gott erlebt‘

Wenn wir uns die Apostelgeschichte 9, die Bekehrung des Paulus vor
Augen rufen: Als er nun nach Damaskus unterwegs war und die Stadt
schon fast erreicht hatte, leuchtete plötzlich vom Himmel her ein Licht auf.
Von allen Seiten umgab ihn ein solcher Glanz, dass er geblendet zu
Boden stürzte. Gleichzeitig hörte er, wie eine Stimme zu ihm sagte: »Saul,
Saul, warum verfolgst du mich?« »Wer bist du, Herr?«, fragte Saulus. Die
Stimme antwortete: »Ich bin der, den du verfolgst; ich bin Jesus.

Erst später kommt Hananias dazu. ( Die horizontale Ebene )

Manches ist für uns heute sehr ‚schräg‘ das waren alles ‚nur‘ Menschen
und auch Kinder ihrer Zeit.

Folie 4 ( Zeugen Teil 1 ) ( kopierte Zettel austeilen )

Folie 5 ( Zeugen Teil 2 )

Folie 6 ( Bild der Wüstenväter )

Klärung Kirchenväter ( apostolischen Vätern, z. B. Ignatius und Irenäus )


(80-150) bis zu Johannes von Damaskus (8.Jhd) / Wüstenväter ( Ägypten,
kontemplative Praxis, Einsiedler, Klöster usw. )
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Pachomios der Ältere (oder der Große) (292-298)

Gründer des ersten Klosters der Wüstenväter – Die Gemeinschaft der


Gottsucher in der wir heute als GBH stehen – Er stand ‚mit Engeln im
Gespräch‘

Athanasius von Alexandria (298-373)

Bischof von Alexandria, wird als Gründungsvater der Orthodoxie


angesehen. Durch ihn wurde entscheidend der Kanon der 27 Bücher des
neuen Testments festgelegt, bis dahin gab es verschiedene Versionen.
Liebhaber der Schrift.

Folie 7 ( Spät habe ich dich geliebt )

Augustinus (354-430)

Das Augustinusbild ( auch Paulus ) Leidenschaftliche Liebhaber des


heiligen Geheimnisses.

Benedikt von Nursia (480-547)

Gründer des Benediktineordens. Legenden von Heilungen und


Totenauferweckungen. Beliebt bei der Bevölkerung, Pflege in Notzeiten.
Hat drei Jahre als Einsiedler in einer Höhle gelebt, später grosse Liebe und
Zuneigung zu den Menschen.

Bernard von Clairvaux (1091-1153)

Zisterziensermönch. Diplomat. Kreuzzüge. ( Kind seiner Zeit, befremdlich)


Bahnbrecher der mittelalterlichen Christusmystik, Verehrung des Herzens
Jesu (kein Kitsch) Mystische Hochzeit. Poetische Auslegungen des
Hohenliedes. Brautmystik und Kreuzesmystik.

Hildegard von Bingen (1098-1179)

So unterschiedliche Bilder ( Esoterik, Kräuterkunde und Feminismus )


Klares Bekenntnis zu Christus und zur Kirche, keine Revolutionärin

Mechthild von Magdeburg (1207-1282)


Gertrud von Helfta (1256–1302)

Beides Zisterzienser. Deutsche spätmittelalterliche Brautmystik. Die


Minne.

O du giessender got an diner gabe, o du vliessender got an diner minne,


o du brennender got an diner gerunge,o du smelzender got an der
einunge mit dinem liebe, o du ruowender got an minen brústen!
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Gertrud: Nach einer schweren Lebens- und Glaubenskrise hatte Gertrud


im Alter von 25 Jahren, am 27. Januar 1281 ihr religiöses
Schlüsselerlebnis, das ihr Leben änderte. In einer Vision sah sie einen
jungen, schönen Mann, der zu ihr sagte: „Bald wird dein Heil kommen.
Warum verzehrst du dich in Trauer? Hast du nicht einen Ratgeber, da der
Schmerz dich verändert hat?“ In einer entschiedenen Neuausrichtung
ihres Lebens (im Sinne einer „conversio“) wurde Gertrud aus einer
„grammatica“, einer Buchgelehrten, zur „theologa“, zu einer
Gottesgelehrten und widmete sich nun entschieden den Studien geistlicher
Art und der Betrachtung („contemplatio“) des Göttlichen, im Streben nach
der „wahren Weisheit“.

Meister Eckhart (1260-1327)

Das Seelenfünklein ( Die deutschen Predigten ) Kühn und sprachgewaltig.

Johannes Tauler (1300-1361)

Folie 8 ( gelassenes Lassen )

Jan van Ruysbroek (1293-1381)

Flämischer Theologe Titel der Bücher „Das Reich der Geliebten“, „Die
Zierde der geistigen Hochzeit“, „Über das geistige Tabernakel“

Julian of Norwich (1342-1423)

Revelations of divine love – All shall be well – Offenbarung in einer


lebensbedrohlichen existenziellen Situation.

Nicolaus Cusanus (1401-1464)

Naturwissenschaftler, Diplomat, Die Wissenschaft des Nichtwissens

Thomas à Kempis (1380–1471)

Folie 9 ( Buchbild der Nachfolge ) Folie 10 und 11 ( Auszüge )

Ignatius von Loyola (1491-1556)

Soldat, schwer verwundet, auf dem Krankenlager Bekehrung. Gründer der


Jesuiten, ignatianische Exerzitien.

Teresa von Avila (1515-1582)

Offiziell Kirchenlehrerin. Als Frau Anerkennung und Autorität.


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Johannes vom Kreuz (1542-1591)

Gotteserfahrung im Kerker. Aufstieg auf den Berg Karmel, die Dunkle


Nacht, geistlicher Gesang und lebendige Liebesflamme.

Franz von Sales (1567-1622)

Folie 12, 13 und 14

Brother Lawrence (1611-1691)

The Practice of the presence of God. Hatte im Winter eine Offenbarung


dass bald wieder alles blüht. Lebenslanges Grundvertrauen in die Güte
und Kraft Gottes. Lebensbejahendes und helles Gottesbild. Küchenchef im
Kloster, Gotteserleben in Mitten des Rummels.

George Fox (1624-1691)

Gründer der Quäker. Erstaunliche Autobiographie/Tagebuch. Achtmal


verhaftet wegen Gotteslästerung. ‚die Kraft des Herrn war so mächtig dass
das ganze Haus erbebte‘.

Madame Guyon (1647-1717)

Verhaftet. Wunderbare Autobiographie. Als junge Frau Schlüsselerlebniss


während der Beichte: Grosse Sorge alles rituell richtig zu machen – Siehe
das Reich Gottes ist inwendig in euch. Trotz Anfeindungen strömten die
Menschen zu ihr um Rat und Trost zu empfangen.

Jean Pierre de Caussade (1675-1751)

Abandonment to Divine Providence. ( Übergabe an die göttliche


Vorhersehung, also Versorgung, Voraussicht, Führung ) Wenn du das
Vaterunser gebetet hast und alles Gott hingelegt hast dann sollst du alles
was dir in jedem Augenblick passiert als Gottes Willen annehmen.

Gerhard Tersteegen (1697-1769)

Wunderbare Hymnen. Geistlichen Blumengärtlein inniger Seelen 1729,


Gott ist gegenwärtig. Unfreiwillig ein großer Seelenführer, die Leute
rannten ihm die Bude ein.

Thérèse von Lisieux (1873-1897)

Der kleine Weg. Wieder eine ganz offizielle Kirchenlehrerin, eine junge
Frau. Gotteskindschaft, sich lieben lassen.
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Evelyn Underhill (1875-1941)

Anglikanische Kirche. Biographin christlicher Mystik. Sie hätte dieses Buch


nicht schreiben können wenn sie nicht selbst eine große Mystikerin
gewesen wäre.

Edith Stein (1891-1942)

Jüdische Philosophin und Frauenrechtlerin. Autobiographie der Teresa von


Avila Wendepunkt und Konversion. In einer Gaskammer in Ausschwitz
fand ihr Leben ein Ende.
Ich bin eine sehr arme und ohnmächtige kleine Esther, aber der König,
der mich erwählt hat, ist unendlich groß und barmherzig.

Simone Weil (1909-1943)

Folie 15 ( Bild )

Jüdische Philosophin, Sozialrevolutionärin, Gewerkschaften, politische


Aktivistin. Spanischer Bürgerkrieg. 34 Jahre alt geworden, sie wollte nicht
mehr essen. Ein Leben innerer Spannungen und Kämpfe, Zerrissenheit.
Immer mehr zu einem kontemplativen Lebensstil hingezogen.

Folie 16 ( Text )

Thomas Merton (1915-1968)

Sah sich als Kommunist und Atheist. Bewegte Kindheit, viele Reisen, sein
Vater war Künstler. Lebenskrise wurde Trappistenmönch. Sprachgewaltig
in seiner Einsiedelei als Eremit geschrieben. Überhaupt nicht weltfremd
hat sich für Abrüstung und sozialen Frieden eingesetzt. Wurde eingeladen
als Gastredner auf einer Konferenz asiatischer Mönchsführer. Klarer
biblischer und christozentrischer Bezug, er war Christ. Das Erbe der
Mystiker in die Neuzeit übertragen.

Mutter Teresa (1910-1997)

Autobiographischen Schriften nach ihrem Tod veröffentlicht. Grosse


Gottessehnsucht, dunkle Nacht. Täglich zwei Stunden in der
Kontemplation verbracht. Die Kraft für ihre Arbeit aus der verborgenen
Christusbeziehung.

John Richard Wimber (1934-1997)

Folie 17 ‘We seek his presence’

Der Schritt in die pfingstlich/charismatische Bewegung. Was meinen wir


wenn wir in unseren Liedern immer von ‚Presence‘ ‚Gegenwart‘ sprechen?
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Folie 18 ‚As we interact‘

Im Herzen dessen was wir die pfingstlich/charismatische Bewegung


nennen geht es nicht um die Gaben des heiligen Geistes, eine bestimmte
Art von ‚Lobpreis und Anbetung‘ und prophetische Eindrücke und
Manifestationen. Text: As we...

Lasst uns das Erbe, den Herzschlag christlichen Glaubens und der
Nachfolge Jesu weitertragen im Gebetshaus mit ununterbrochenem Gebet
und Anbetung. Lasst uns Gott suchen mit ganzem Herzen wenn wir von so
einer Wolke von Zeugen umgeben sind.