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Fakultät für Architektur,

Bauingenieurwesen und Stadtplanung

Lehrstuhl Eisenbahnwesen

Hinweise zu zeichnerischen Darstellungen


des Eisenbahnbaus
(Skript 0-3 /2019/1)

- Stand 14.08.19 -

Ausschnitt eines Lageplans (Ivl-Plan)

© BTU Cottbus-Senftenberg, Lehrstuhl Eisenbahnwesen, Prof. Dr.-Ing. Thiel Stand 14.08.19


Tel. (0355) 69-21 11 Fax (0355) 69-37 39 E-Mail: hc.thiel@b-tu.de https://www.b-tu.de/fg-eisenbahn/
Skript 0-3 Hinweise zu zeichnerischen Darstellungen des Eisenbahnbaus Seite 2

1 Allgemeines

1.1 Literatur/Normen/Vorschriften/Richtlinien

[1] Deutsche Bahn AG: Ril 100 Abkürzungen für Örtlichkeiten nutzen
[2] Deutsche Bahn AG: DS 121 Richtlinien für das Erstellen und Verwalten von
Plänen und Zeichnungen
[3] Deutsche Bahn AG: Ril 819.9001/9002 LST-Anlagen planen - Symbolbezeich-
nungen sicherungstechnischer Pläne. Die Bestimmungen dieser Richtlinie gel-
ten für Neuanlagen der DBAG!
Für Altanlagen der DBAG im Bereich der ehemaligen Deutschen Bundesbahn
gilt DS 832 Zeichen und Muster für Signalpläne, dgl. für den Bereich der ehe-
maligen Deutschen Reichsbahn die Bahn-Norm 911001 Teile 1 bis 9 (07/91)
Symbole für Lagepläne der Eisenbahnsicherungstechnik.
[4] Deutsche Bahn AG: Handbuch 88301 „Gleis- und Bauvermessung“
(Neuausgabe zum 01.01.2016)
[5] Deutsche Bahn AG: Handbuch 88501 Vorhaltung technischer und raumbezoge-
ner Bestandsdaten (löste Ril 885 Bahn-Geodaten des DB-GIS, Ril 885.90 Legen-
de des Ivl-Planes [Schriften und Symbole] und Ril 885.92 Handbuch für Techni-
sche Mitarbeiter ab)
[6] DIN 1356 Bauzeichnen
[7] DIN 13803-1:2010-2 Bahnanwendungen – Oberbau – Linienführung in Gleisen –
Spurweiten 1435 mm und größer
[8] DIN EN 15016 Technische Zeichnungen – Bahnanwendungen
- Gilt nur außerhalb des Bereiches der Dokumentation der baulichen Anla-
gen der Eisenbahn, d. h. für den Schienenfahrzeugbau, die Haus- und Aus-
rüstungstechnik!
[9] UIC (Union Internationale des Chemins de Fer): Merkblatt 800-60 Richtlinien
für technische Zeichnungen - Grundsätze der Darstellung und Maßeintragung.
[10] UIC (Union Internationale des Chemins de Fer): Merkblatt 800-61 Schriftfeld
für Zeichnungen.

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1.2 Schriftfeld

Jeder Lageplan ist in der unteren rechten Ecke mit einem Schriftfeld zu versehen, die Brei-
te des Schriftfeldes soll 175 mm nicht überschreiten. Die Angabe zur Kilometrierung be-
zieht sich auf den Teil der maßstäblichen Darstellung auf dem Plan.

Blattschnittkante
Blattumrandung

Fakultät 2 Architektur, Bauingenieurwesen und Stadtplanung


15

15
Lehrstuhl Eisenbahn- und Straßenwesen
Blattumrandung
Blattschnittkante

Datum Name
5 5 5 5 5 5 5

bearb. Beleg-/Studien-/Bachelor-/Master-Arbeit Maßstab

20
55
gepr. 1:1000
1. Änd. Bf Astadt
2. Änd. Lageplan/... (Titel) Anlage/
3. Änd.

20
Strecke Bhausen – Cfeld km 45,123 - 54,321 Blatt
1.0

5
15 15 30
180 5
185

Abbildung 1 Musterschriftfeld

1.3 Regeln des Bauzeichnens und Falten von Plänen

Pläne sind auf das Format A4 (219*297 mm) zu falten. Das Schriftfeld muss sich auf der
Vorderseite des gefalteten Planes befinden. Blattgrößen und Zeichenflächen sind vorzugs-
weise nach DIN EN ISO 5457 zu wählen; für die Faltung gilt DIN 824. Lagepläne sollten in
der Breite das Format A0, in der Höhe das Format A2 nicht überschreiten.
 Regeln des Bauzeichnens siehe DIN 1356 Darstellung von Linien und Schraffuren in Bau-
zeichnungen

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Abbildung 2 Faltregel der Bauzeichnungen (Ablageformat DIN A4)

2 Lagepläne – Darstellung und Symbole

2.1 Gleisdarstellung

Die Gleisachsen werden als Volllinie in folgender Stärke gezeichnet:

Hauptgleise: 0,35 mm
Nebengleise: 0,18 mm

Bei zweigleisigen Strecken sollte zusätzlich die Bahnachse dargestellt werden (Strich-
Punkt-Punkt-Punkt-Strich), auch bei eingleisigen Strecken, sofern die bildliche Darstellung
der Bahnachse nicht mit der der Gleisachse des Streckengleises zusammenfällt.

Wird die Bahnachse nicht dargestellt, so sind zumindest die Kilometrierungspunkte einzu-
tragen. Die Kilometrierung steigt auf allen Lageplänen grundsätzlich von links nach rechts.
Der Nordpfeil ist entsprechend anzuordnen.

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Bezeichnung Symbol/Darstellung
Gleisachse mit Kilomet-
rierung bei eingleisigen 3,1 4,0
Strecken (Die gefüllte
1,0
Seite des Stationierungs- 2,5
symbols (Hektometer- 2,5
stein) weist in Richtung
1,0
der Kilometrierung.)
4,0 22,0
Bahn- und Gleisachse mit
Kilometrierung bei zwei-
gleisigen Strecken (tradi-
tionelles Zeichnen)

Bahn- und Gleisachse mit


Kilometrierung bei ein-
und zweigleisigen Stre-
cken (CAD-Pläne), rechts
mit Hektometereintei-
lung.

Beginn der Kilometrie-


rung einer Strecke

Ende der Kilometrierung


mehrerer Strecken

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Bezeichnung Symbol/Darstellung
Kilometrierungssprung

2.2 Nordpfeil

Auf allen Lageplänen ist der Nordpfeil einzutragen:

2.3 Streckenbezeichnungen

Im Randbereich des Planes sind anzugeben:


linke Seite: von ...
rechte Seite: nach ...

von Adorf nach Bstadt von Adorf nach Bstadt

2.4 Bogenhalbmesser

Der Bogenhalbmesser ist auf der Bogeninnen- Beispiele:


seite anzugeben. Bogenhauptpunkte (BA; BE;
UA; UE) sind durch senkrecht zur Gleisachse
stehende und an der Innenseite des Bogens
angebrachte Striche oder Maßpfeile darzustel-
len und zu kennzeichnen.

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2.5 Kennzeichnung der Gleisnutzung

Hauptgleis für Reise- und Güterzüge

Durchgehendes Hauptgleis

Hauptgleis für Güterzüge

Hauptgleis für S-Bahnen

Lokverkehrsgleis

Wartegleis W
Auf-/Abstellgleis a

2.6 Gleisabstände und Nutzlängen

Gleisabstände sind an relevanten Stellen anzugeben. Nutzlängen der Gleise sind für
Ein- und Ausfahrgleise, Auf- und Abstellgleise und Ausziehgleise in vollen <Meter>
über der dargestellten Gleisachse anzugeben.
NL = 650

2.7 Weichen- und Kreuzungsdarstellung

Weichenbezeichnung, Schrifthöhe
Zungenprüfer, 1,8 mm, rechtsgeneigt, Mitte zu
Schrifthöhe 1,8 mm hoch WM und neben Stammgleis
neben WA am Zweiggleis

Symbol für Weichenanfang, Weichenende


1,5 mm hoch

Pr 54-190-1:7,5

4
Weichenmittelpunkt,
Weichennummer, Schrifthöhe 1,8  1mm
mm, rechtsgeneigt
neben WA am Zweiggleis
Konstruktionsabschluß
einer Weiche, i. d. R.
letzte durchgehende
Schwelle ldS Grenzzeichen

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Bei Bogenweichen wird auf die Darstellung des Weichenmittelpunkts verzichtet,


dafür aber der Weichenanfang – wie der Weichenmittelpunkt bei einfachen Wei-
chen – mit einem freigestellten Kreis dargestellt.

Beispiele:

Einfache rechte Weiche, ferngestellt,


maßstäbliche Darstellung mit
Konstruktionsende und Grenzzeichen

Einfache Weiche mit verlängertem


Zweiggleisbogen

Einfache Weiche mit Bogenwechsel


am Weichenende

einseitige Doppelweiche

einfache Kreuzung

Bogenkreuzung

Bogenkreuzung mit beweglichen (fernge-


stellten) Doppelherzstückspitzen

Einfache Kreuzungsweiche mit innenlie-


genden Zungenvorrichtungen

Doppelte Kreuzungsweiche mit außenlie-


genden Zungenvorrichtungen,
Zungenvorrichtung A ferngestellt
Zungenvorrichtung B ortsbedient

teilausgebaute Weiche
(zungen- und herzstückloser Abzweig)

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2.8 Signaldarstellung

Formsignale
zweibildriges Hauptsignal mit zweibildriges Hauptsignal (Hf0,
Ersatzsignal (Hf0, Hf1) Grund- A Hf2), dreibildriges mit Hf1 P
stellung Hf0, stellwerksbedient ohne Verbindungsstrich zwi-
schen den Signalflügeln
dreibildriges Vorsignal (Vf0,
Vf1, Vf2) Va

Lichtsignale (HV-System ex Deutsche Bundesbahn)


Zweibildriges Lichthauptsignal Dreibildriges Lichthauptsignal
(Hp0, Hp1), stellwerksbedient A (Hp0, Hp1, Hp2), stellwerksbe- B
mit Ersatzsignal dient mit Ersatzsignal
Vorsignal, alleinstehend, stell- Haupt- und Vorsignal am ge-
werksbedient Va meinsamen Mast, stellwerks- C/Ve
bedient
Zweibildriges Lichthauptsignal Hauptsignal mit Sperrsignal
(Hp0, Hp1), zugbedient 234 (Hp00) und Ersatzsignal P4

Lichtsignale (Hl-System ex Deutsche Reichsbahn)


Lichthauptsignal, stellwerksbe- Lichthauptsignal, zugbedient
dient 123 422

Lichtvorsignal
V 95

Lichtsignale (Ks-System DB AG)


Lichthauptsignal (Hp0 und Ks1) Lichtvorsignal (Ks 1 und Ks 2)
N1 Vn1
Lichthauptsignal als Mehrab- Lichtvorsignal (Ks 1 und Ks 2)
schnittssignal (Hp0, Ks1 und A mit Zs 3v (Geschwindigkeits- Vn3
Ks2) voranzeiger)
Lichthauptsignal als Mehrab- Lichtvorsignal (Ks 1 und Ks 2)
schnittssignal (Hp0, Ks1 und mit Zs 3v (Geschwindigkeits- VWn3
AA
Ks2) mit Geschwindigkeitsan- voranzeiger) als Signalwieder-
zeiger (Zs 3) und Geschwindig- holer
keitsvoranzeiger (Zs 3v)
inkl. eines Sperrsignals

Sperrsignale
Lichtsperrsignal Gleissperrsignal (Formsignal)
22 59

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Rangiersignale
Rangierhalttafel (Ra 10) Rangierhaltsignal (Ra 11)
100 21

Abdrücksignal (Ra 6 – Ra 8) Rangierhalt- mit Rangierfahrt-


100 signal (Ra 11a und Ra 12) 23

25

Sonstige
LZB-Blocksignal Gleissperre, ortsbedient
488
40
H-Tafel (So 8) Gleissperre, fernbedient
H
42

2.9 Darstellung sonstiger Einrichtung

Isolierstoß/ Halbschranke
Gleistechnik mit Lichtzei-
 Isolierstoß nach bei- chen
den Seiten
 Isolierstoß nur nach
rechts wirkend Schrankenanla-
 isoliertes rechtes ge mit vier
Schienenstück Schrankenbäu-
 Schienenkontakt men
Impulsgeber
 Achszählkontakt

 Balise, nicht schalt-


bar
 Balise, schaltbar

 Indusi-Gleismagnet

Gleisabschluß Gleisfahrzeug-
 Festprellbock waage
 Bremsprellbock
 Abklappbarer
Prellbock

Ausschlack- und Un- Ladelehre


tersuchungsgrube

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Drehscheibe Waschplatz

Schiebebühne

Eigentumsgrenzen stillgelegt und


nicht abgebaut

2.10 Darstellung großer baulicher Anlagen

Bahnsteig mit Laderampe mit


fester Kante Auffahrt für
und Überdach- Straßenfahrzeu-
ung ge

Empfangsge- Güterhalle
bäude mit Arka-
de

Durchlaß Brücke mit Be-


schriftung

Damm und Ein- Tunnelportal,


schnitt senkrechtes Por-
tal (Oben) und
angeschnittenes
Portal (unten)

Weichenmonta-
geplatz

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2.11 Darstellung von Stellwerksgebäuden

Auf Lageplänen sind Stellwerksgebäude nur noch vereinfacht darzustellen:


Beispiel Gleisbildstellwerk Fkn mit Bedienpult

Bislang galten für unterschiedliche Stellwerksbauarten besondere Darstellungen:

Fußbodenhöhe  2 m über SO

Fußbodenhöhe  2 m über SO

Stelleinrichtung mit Wärterstand


mechanisches/elektromechanisches
Stellwerk

Stelleinrichtung mit Wärterstand


Gleisbild-/Spurplanstellwerk

Schraffur für mechanisches Stellwerk

Schraffur für elektromechanisches


und Gleisbild-/Spurplanstellwerk

ohne Schraffur Schaltanlage befindet sich in einem an-


deren Gebäude

Beispiel: mechanisches Stellwerk


mit Fußbodenhöhe 2 m über SO

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2.12 Bezeichnung der Stellwerke

Die Stellwerke eines Bahnhofes sind mit arabischen Zahlen, mit 1 beginnend, in
Richtung der Kilometrierung fortlaufend zu bezeichnen. Zusatzbuchstaben sind:

B Befehlsstellwerk, Befehlsstelle R Rangierstellwerk


W Wärterstellwerk P Schrankenposten
N Nahbedienungsstelle

Beispiele: W1 B2 R3 W4

2.13 Bezeichnung von Fahrbahnelementen (Gleise, Weichen, Signale)

Alle Fahrbahnelemente eines Stellbereiches der Sicherungstechnik (Bahnhof, Bahnhofsteil,


Abzweigstelle, Blockabschnitt) sind eineindeutig zu bezeichnen. Jedes Infrastrukturunter-
nehmen regelt dies in eigner Zuständigkeit. Für den Bereich der DB Netz AG gelten folgen-
de Bestimmungen:

Gleisnummer
Gleise werden mit dreistelligen arabischen Zahlen bezeichnet, führende Nullen werden
allerdings nicht geschrieben. Die Gleise werden vom Hauptzugang des Bahnhofs aus fort-
laufend nummeriert. Ist kein Hauptzugang vorhanden, so sind in Richtung der Kilometrie-
rung betrachtet die Gleise von rechts nach links aufsteigend zu bezeichnen. Müssen Gleise
wegen Gleisverbindungen in Abschnitte unterteilt werden, so sind mit der Kilometrierung
aufsteigend Zehner- und Hunderterstellen-Ziffern einzufügen (Fallbeispiel rot). Darstel-
lung: Gleisnummer mit Schrifthöhe 2,5 mm, rechtsgeneigt, die Gleisachse wird freigestellt.

4
5,00
13 23
4,50
12 22
5,00
1
Hauptzugang

Gleisabschnittsnummer
Gleise werden zuzüglich der Gleisnummerierung wegen der gewöhnlich in Abschnitten un-
terteilten Gleisfreimeldung in eben diesen Abschnitten gesondert bezeichnet und erhalten
deshalb Gleisabschnittsnummern, z. B. „31G501“ für den Gleisabschnitt 501 im Stellbe-
reich 31.

Weichennummer
Die Nummerierung der Weichen beginnt in jedem Stellbereich in Richtung der Kilometrie-
rung an der ersten Weiche in arabischen Zahlen mit 1, folgend 2 usw. usf. Im Lageplan
wird jede Weiche nur mit der arabischen Zahl bezeichnet, in sicherungstechnischen Tabel-
len etc. jedoch mit „W“ ergänzt (W1 …). Zwischen Weichengruppen sollen Reservenum-
mern freigehalten werden.

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Sperrsignale (Rangiersignale)
Sperrsignale werden mit „L“ und jenem Fahrbahnelement bezeichnet, auf den es sich be-
zieht, einschließlich des Zusatzes „X“ für die Signalisierung in Richtung der Kilometrierung
und „Y“ entgegen der Kilometrierungsrichtung.

Bezeichnung der Hauptsignale – zugleich Beispiel einer Neuanlage der DB Netz AG

Hauptzugang

P11 ZU21
11 21
A P12 ZR11 ZU22 N12 G
12 22
BB P3 ZR12 N22 F
3
P4 N3
4
B N4 FF

Zwischensignale (stets mit Einfahrsignale (bezeichnet in


Einfahrsignale (bezeichnet in einer
zugehöriger Gleisnummer) in einer Ebene von links nach
Ebene von links nach rechts) in
Kilometrierungsrichtung mit ZR, rechts) entgegen der
Kilometrierungsrichtung mit A, B, C,
ZS (2. Ebene), ZT (3. Ebene), Kilometrierungsrichtung mit F, G,
D und E, jedoch am Gleis entgegen
entgegen der H, I und K, jedoch am Gleis
der gewöhnlichen Fahrtrichtung mit
Kilometrierungsrichtung entgegen der gewöhnlichen
AA, BB, ...
mit ZU, ZV, ZW Fahrtrichtung mit FF, GG, ...

Ausfahrsignale (stets mit zugehöriger Gleisnummer)


in Kilometrierungsrichtung mit N und entgegen der
Kilometrierungsrrichtung mit P

Der Signalbezeichnung wird die Nummer des Stellbereiches voran gestellt, z. B.


wird für einen Stellbereich 65 das Ausfahrsignal P4 mit „65P4“ bezeichnet. Diese
Art der Bezeichnung gilt für alle Fahrbahnelemente eines Stellbereiches, nicht nur
für Signale, so ist die Weiche 127 als „65W127“, das Sperrsignal 203Y als
„65L203Y“, der Gleisfreimeldeabschnitt 205 als „65G205“ usw. usf. zu bezeichnen.

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Abb. 3 Die verkehrliche Gleisbezeichnung muss nicht mit der bahnbetrieblichen


Gleisbezeichnung identisch sein, hier Bf Tharandt (von rechts nach links) mit Bahn-
steig-)Gleis 1, 2 und 3 und den zugehörigen bahnbetrieblichen Gleisbezeichnungen
1 (Signal 52N1) am Bahnsteiggleis 1, 2 (Signal 52N2), 3 (Signal 52N3) am Bahnsteigg-
leis 2 und 4 (Signal 52N4, Standort verdeckt) am Bahnsteiggleis 3.

Fahrstraßenbezeichnung

In sicherungstechnischen Lageplan erfolgt auch die Eintragung von Fahrstraßen.


Fahrstraßen werden mit dem Start- und dem Zielelement bezeichnet. Bei Zugfahr-
straßen (Symbol: ein Richtungspfeil) steht in Bezeichnung zwischen diesen Elemen-
ten ein Punkt, bei Rangierfahrstraßen (Symbol: doppelter Richtungspfeil) ein Binde-
strich, z. B.

A.N1 ............. Zugfahrstraße vom Einfahrsignal A zum die Einfahrt begrenzenden


Ausfahrsignal N1
A.G501 .......... Zugfahrstraße vom Einfahrsignal A in das Stumpfgleis 501
N1.BS............ Zugfahrstraße vom Ausfahrsignal N1 zur freien Strecke Richtung BS
(dieses Kürzel entspricht jenem Kürzel, das im Verzeichnis der Be-
triebsstellen1 ausgewiesen ist)
N1.BSG .......... Zugfahrstraße vom Ausfahrsignal N1 auf das Gegengleis der freien
Strecke Richtung BS
L201X-L301X ... Rangierfahrstraße vom Sperrsignal L201X zum Sperrsignal L301X
L301X-N1 ....... Rangierfahrstraße vom Sperrsignal L301X zum Hauptsignal N1

1
Jede Betriebsstelle (auch Ortsbezeichner genannt) ist einer Strecke zugeordnet (vgl. DBAG: Ril 100
Abkürzungen für Örtlichkeiten nutzen)

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2.14 Beispielsammlung der Lageplandarstellung

Inhalt und Aussage des unmaßstäblich verzerrten Lageplans


 kompletter Gleisplan mit Unterscheidung nach Haupt- und Nebengleisen sowie
Art und Richtung der Gleisbenutzung
 Gleis- und Weichenbezeichnungen
 Signalsymbole und Signalbezeichnungen
 schematische Darstellung von Bahnsteigen, Verladeanlagen, Stellwerken bzw.
relevanten baulicher Anlagen
 ggf. Unterteilung in sicherungstechnische Zuständigkeits- bzw. Bedienbereiche
 Wesentliche verkehrliche und betriebliche Kommentare, z. B. Verbot des Ab-
stellens von Fahrzeugen.
 Widmung der angeschlossenen Strecke(n)

Abb. 4/5 Beispiele unmaßstäblicher Lagepläne, oben konventionelle Grafik, unten


mit VISION®/Signalschablone erzeugt

33 Hauptba
E
32 42
e = 4,50
31 41
e = 4,50
EOW-Bereich 30 40
P7 e ≥ 4,75
7
Y
30

P6 e ≥ 5,80 N7
6
P5 HmF5 e ≥ 4,50 N6
22 HmF4 5
e = 4,50 22X P4 e ≥ 5,80 N5
21 4
40
km 45,673

e = 4,50 21X EOW-Be


20 50Y
40

20X 50
3X

HmF3
e ≥ 5,80
21

203 W2 4 403 P3 503 21 603Y 603 703 42 W41 903


2 3
3 41 43
202 201X P2 503X 602Y N3 44
e ≥ 4,50
102 1 W1 5 402 502 W20 602 W40 40 W44 902
6
2 20 45
A 202X ZR2 N2
40
1
km 45,673

80
1Y

HmF1
P1 501 ZR1 Durchrutschweg 1
80

1
1

W1G401
D-Weg 2

EG
9

km 44,673
G401/G501
W44/G902
Va

Bahnhof Dhausen Fdl-Bereich


km 46,433 Strecke AB
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Zugleitbetrieb
von A-Stadt
Hauptbahn, max vTel. (0355) 69-21 11 Fax (0355) 69-37 39 E-Mail: km
160 km/h 67,425 Strecke
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Elektrifizierung 15 kV
Relaisblock

von C-Feld Vf
Nebenbahn, max v 80 km/h
Zugleitbetrieb
km 65,115
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Zusätzliche Inhalte und Aussagen der maßstäblichen Lagepläne


 topographische Geländeverhältnisse mit bestehenden Grundstücksgrenzen,
baulichen Anlagen und Bauwerken, Gewässer, oberirdische Leitungen aller
Art
 Darstellung aller Strecken- und Gleisachsen
 Daten der Krümmung und Überhöhung der Gleise
 Lage und Daten der Neigungswechsel
 Weichenhauptpunkte und Weichenformel, Krümmungs- und Überhöhungsver-
hältnisse an Bogenweichen
 Lage der Grenzzeichen
 Bemaßung der Gleisabstände, Abstand der Gleise zu Bahnsteigkanten, Verla-
deanlagen und an kritischen Stellen, Bahnsteigkantenhöhe
 Gestaltung des Bahnkörpers (Böschung, Gräben, Entwässerungsanlagen)
 Lage und Art der sicherungstechnischen Einwirkstellen (Gleisschaltmittel,
Zugbeeinflussung, Isolierstoß)
 Kennzeichnung der Zug- bzw. Rangierfahrstraßen, Tabelle der maßgebenden
Gefahrpunktabstände und Durchrutschwege
 Verschlussplan bzw. Fahrstraßenverzeichnis

Abbildung 6 Beispiel eines maßstäblichen Lageplans einer Bahnhofsseite, Teil 1

Abbildung 7 Beispiel eines maßstäblichen Lageplans einer Bahnhofsseite, Teil 2

© BTU Cottbus-Senftenberg, Lehrstuhl Eisenbahnwesen, Prof. Dr.-Ing. Thiel Stand 14.08.19


Tel. (0355) 69-21 11 Fax (0355) 69-37 39 E-Mail: hc.thiel@b-tu.de https://www.b-tu.de/fg-eisenbahn/
Skript 0-3 Hinweise zu zeichnerischen Darstellungen des Eisenbahnbaus Seite 18

3 Darstellung im Längsschnitt - Neigungswechsel


Neigungswechsel sind in den Gradientenschnittpunkten darzustellen. Die betref-
fenden Gleise sind durch Pfeile zu kennzeichnen.
Beispiel eines Neigungswechsels (in Bestandsplänen), der für beide Gleise einer
zweigleisigen Strecke gilt:

:
Für die ausführliche Darstellung (in Plänen für die Neuplanung) gilt:
Neigung s in o/oo mit 3 Nachkommastellen
Rampenlänge l in m mit 3 Nachkommastellen
Ausrundungshalbmesser ra in m mit 0 Nachkommastellen
Ausrundungstangente ta in m mit 2 Nachkommastellen
Höhe „N“ über NN in m mit 3 Nachkommastellen
Pfeilhöhe a in m mit 3 Nachkommastellen

Dabei gilt: N  a  SO (+a … Wanne; -a … Kuppe)

Abbildung 8 Beispiel einer ausführlichen Darstellung des Neigungswechsels im


Lageplan (konventionelle Darstellung)

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Abbildung 9 Beispiel einer Darstellung der Neigungswechsel im Längsschnitt

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