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Prof. Dr.

Jan Weyand
Basisseminar Arbeit & Organisation
Milan Slat
Matrikelnummer: 22065441
25.06.2018

Rainer Trincek argumentiert in seinem Aufsatz Überlegungen zum Wandel von Arbeit für eine
Machtverschiebung innerhalb des Arbeitsmarktes zugunsten von hoch- und mittelqualifizierten
Beschäftigen. Diese Prognose stellt er in den Kontext von drei gegenwärtigen Trends
gesamtgesellschaftlichen Kontext von Arbeit. Zum einen die Globalisierung der Ökonomie mit
einer Verschiebung der Machtverhältnisse zu Ungunsten der Beschäftigten durch die Androhung
von Standortverlagerungen. Zudem einen Bedeutungsverlust des Verarbeitenden Gewerbes und
einer Verlagerung dieser Bedeutungshoheit hin zu hochqualifizierten Arbeitern. Sowie ein Wandel
in der Erwerbstätigenstruktur so, dass sich in Zukunft der Anteil an Frauen, älteren Menschen und
Migranten unter den Erwerbstätigen erhöhen müssen wird, damit Unternehmen den zukünftigen
Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht werden können. Auch beobachten lässt sich eine
Knüpfung von wohlfahrtsstaatlichen Leistungen an die Erfüllung von pflichten der potenziellen
Leistungsempfänger, mit der Folge einer De-Kommodifizierung von Arbeitskräften. Auch zu
beobachten sei ein Bedeutungsverlust der bisherigen Partizipationsinstitutionen mit dem Effekt
der Pluralisierung von Interessenvertretungen. Diese Entwicklungen verweisen in Hinsicht der
Machtkonstellationen der Arbeitswelt in unterschiedliche Richtungen. Die Verknappung von
Arbeitskräften könnte durch die Intensivierung der Arbeit und dadurch verursachte Fehlzeiten und
Ausfällen verschärft werden, was als Katalysator dafür fungieren könnte, dass hochqualifizierte
Arbeitskräfte mehr Verhandlungsmacht erlangen. Zudem könnten durch diese Entwicklung die
Gewerkschaften wieder eine bedeutendere Stellung einnehmen, wenn sie in der Lage sind auf die
Bedürfnisse dieser verhandlungsmächtigen Beschäftigten einzugehen. Wenn das geschieht, stellt
sich die Frage, ob die Gewerkschaften sich in Zukunft zunehmend darauf beschränken werden,
die Interessen dieser hochqualifizierten Arbeitskräfte zu vertreten, oder ob sie sich weiterhin auch
mit den Bedürfnissen der niedrigqualifizierten Beschäftigten beschäftigen werden. Dies wäre auch
ein erheblicher Faktor für die Beantwortung der Frage, wie sich die Machtkonstellationen
hinsichtlich der niedrigqualifizierten Arbeitskräfte entwickeln werden.

Die Verschiebung der Machtverhältnisse zu Gunsten der mittel- und hochqualifizierten Arbeiter
hängt allerdings auch maßgeblich von der Frage ab, welche Kompensationsstrategien
Unternehmen wählen, um dem prognostizierten Arbeitskräftemangel Herr zu werden.
Prof. Dr. Jan Weyand
Basisseminar Arbeit & Organisation
Milan Slat
Matrikelnummer: 22065441
25.06.2018

Frage: Ist im Gegensatz zur Globalisierung der Ökonomie und dem Bedeutungsverlust des
verarbeitenden Gewerbes, der demografische Wandel in der Erwerbstätigenstruktur nicht mehr
eine Prognose als eine Beschreibung einer Veränderung eines sozio-strukturellen Kontextes von
Arbeit?