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Wie lernt man am besten?

Tipps & Tricks Teil 1


Bevor sich der Einzelne an das Lernen ran wagt, fragt er sich natürlich: wie gehe ich am
besten vor? Dieser Prozess findet jeden Tag erneut statt. Am Ende greift man allerdings
wieder zu den bisher bekannten Vorgehensweisen und hofft damit die bevorstehende Hürde
nehmen zu können. Das führt allerdings zur Frustration und Unzufriedenheit, woraus die
Schlussfolgerung entsteht, dass das Lernen keinen Spaß macht.

Dieses Erlebnis hat bereits jeder Mensch hinter sich. Woran das liegt ist ebenfalls einfach zu
beantworten: Systemlosigkeit! Es muss allerdings nicht immer so sein. Ich verrate euch in
dieser Serie einen der möglichen Ansätze zur Lösung dieses Problems.

“Wie lernt man am besten” oder “Das


Problem des Lernens”
Oft ist man so stark auf das Problem “Wie lernt man am besten?” fixiert, dass man die
wichtigeren Fragen gar nicht beachtet. Ich werde auf diese nach und nach mit Hilfe des
Beispiels “Lernen für die nächste Mathematikklausur!” eingehen.

Die erste Frage lautet: Warum will ich das Lernen? Fehlt nämlich die Motivation, somit
also das Wissen um das Warum, so wird der gesamte Lernprozess zu einer quälenden Last.
Auf das Thema Motivation werde ich in einem gesonderten Artikel eingehen und es genauer
beleuchten. Auf dem Weg zum Lernen ist also entscheidend zu wissen was einen zum Lernen
motiviert. Zu dem Beispiel wäre die Antwort “Ich will für die Stochastikklausur lernen, damit
ich diese bestehe” zwar eine minimale Motivation, jedoch bereits eine Weisungsgebende.
Zum Thema Zielformulierung werde ich allerdings noch einen eigenen Artikel schreiben.

Die nächste entscheidende Frage ist:


Was will ich Lernen? Die schwammige Formulierung “Ich will für die nächste Klausur
lernen” ist dabei nicht von Vorteil, da hier vor allem die konkrete Messbarkeit fehlt. Es sollte
eine genaue Eingrenzung des Lernstoffes statt finden, wie zum Beispiel “Ich will mir für die
nächste Mathematikprüfung das bisher in der Schule beigebrachte Wissen zum Thema
Stochastik lernen”.

Nach Klärung beider Aspekte wäre die nächste Frage angebracht:


Was brauche ich zum Lernen? Diese Frage dient vor allem der Eingrenzung der
Lernmenge. Dazu gehört vor allem die Entscheidung welche Bücher, Aufzeichnungen oder
eigene Schriftblätter genau benötigt werden. Das dient der genauen Lernstoffeingrenzung, so
dass man auch ein Ende des Lernens sehen kann. Auch hier soll die Wahl möglichst konkret
formuliert werden wie zum Beispiel “Für die Klausur will ich im Schulbuch das Kapitel 4
“Stochastiklehre” und die eigenen Schulnotizen lernen”.

Wann will ich lernen? wäre die nächste Frage in diesem Kontext. In diesem Zusammenhang
sollte vor allem die eigene Zeitplanung als auch die eingegrenzte Lernmenge betrachtet
werden. Es nützt recht wenig 4 Bücher vor einer Klausur intensiv durcharbeiten zu wollen,
welche bereits am nächsten Tag statt findet. Es sei denn die Bücher umfassen jeweils 20
Seiten. Auch hier sollte die Entscheidung möglichst messbar formuliert werden. Für unser
Beispiel wäre “Für die Klausur will ich ab dem 15.01.2010 bis zum 23.01.2010 jeden Tag von
17 bis 19 Uhr lernen.” passend.

Diese vier Fragen umfassen vor allem die grobe Lernplanung. Auf einzelne Aspekte wie zum
Beispiel das Zeitmanagement, das Zielmanagement und die Motivation werde ich noch
gesondert eingehen.
“Tipps und Tricks zum Lernen in Checklistenform” oder
“Was kommt noch?”
Ich werde am Ende dieser Serie eine gesamte Checkliste vorstellen, welche beim Lernen zur
Hilfe heran gezogen werden kann. Der erste Teil der Checkliste umfasst die folgenden vier
Fragen:

 Lernentscheidungsmotivation
1. Warum will ich das Lernen?
2. Was will ich lernen?
3. Was brauche ich zum Lernen?
4. Wann will ich Lernen?
“Wie lerne ich richtig” im Detail oder
“Alles machbar?”
Es gibt viele Kleinigkeiten, die uns beim Lernen unterstützen können. Auch wenn das Gefühl
entsteht, dass diese unwichtig sind, so ist doch zu beachten, dass in der großen Summe die
Kleinigkeiten eine große Masse bilden. Nach der Auswahl des Lernstoffes und der Festlegung
auf die Zeit und die Dauer stellt sich die Frage Ist es alles zu bewältigen? Wir haben also
jetzt bereits die Möglichkeit zu überprüfen ob wir es schaffen können oder ob die
Lernstoffmenge weiter einzuschränken ist.

Hier sollte vor allem beachtet werden, dass wir die benötigte Zeit richtig einschätzen! Dazu
können wir zum Beispiel unsere Erfahrungswerte heranziehen und uns einfach fragen

 Wie vertraut bin ich mit der Materie?


 Wie lange habe ich gebraucht um eine ähnliche Lernmenge zu absolvieren?

Stellt auch die Frage, zu welchem Zeiteinschätztyp (was für ein Wort) ihr gehört. Meistens
wird weniger Zeit eingeplant als benötigt. So habe ich mir zur Gewohnheit gemacht weitere
40% auf die von mir geplante Zeit drauf zu rechnen.

Sollte nach der Überlegung die Entscheidung getroffen werden, dass es in der geplanten Zeit
nicht schaffbar ist, dann könnt ihr euch die Frage stellen ob ihr nicht mehr Zeit dafür einplant
oder die zu lernende Menge aufs wesentliche reduziert.

Lerne in der richtigen Umgebung


Wo soll ich lernen? wäre die nächste Frage. Sucht euch einen Ort an dem ihr ungestört seid
und entscheidet euch bewusst diesen Ort immer wieder zu nehmen. So bekommt ihr von
vornherein das Gefühl “fleißig” sein zu müssen, sobald ihr an den Platz kommt. Wenn es
allerdings ein Ort ist, an dem ihr bisher alles mögliche gemacht habt, so bestehen schon
Assoziationen mit dieser Umgebung und es wird schwer sich nur auf das zu Lernende zu
konzentrieren.

Verlasst diesen Arbeitsplatz immer(!) sauber. Eine aufgeräumte Arbeitsfläche motiviert zum
Lernen! Achtet auch darauf, dass ihr ausreichend Licht habt. Je heller es ist, desto leichter
wird die Konzentration aufrecht erhalten. In einem separaten Artikel findet ihr 5 Tipps zur
Wahl des richtigen Lernortes.

Pausen einhalten

Wie lange soll ich lernen? würde eher als Überschrift passen. Wenn ihr euch als Zeitfenster
nur 2 Stunden eingeplant habt, so könnt ihr versuchen auch die zwei Stunden durch
zuarbeiten.

Um aber auch hier eine Regelmäßigkeit hineinzubringen, empfiehlt es sich beim reinen
Einprägen alle 30-45 Minuten und beim Lesen alle 15-20 Minuten eine kurze Pause
einzulegen. Zum Beispiel könnte man sich etwas strecken und bewegen. Zudem sollte nach 3
bis 4 Stunden eine längere Pause eingelegt werden.

Hierbei solltet ihr euch vor allem selbst beobachten. Wann schweift ihr ab? Wann könnt ihr
euch nicht mehr konzentrieren?
Einstimmen auf den Lernstoff

Wie motiviere ich mich beim Lernen? trifft als Frage gut zu. Wenn ihr den Lernstoff
durchgeht, so überlegt bewusst wo ihr das erworbene Wissen einsetzen könnt. Visualisiert
und emotionalisiert die Situation. Baut euch einen kleinen Film auf, wie ihr anderen den
Lernstoff erklärt und wie gut ihr euch darin auskennt. Stellt euch auch vor wie unwohl es sich
anfühlt, wenn ihr den Anderen etwas nicht erklären wollt.

Fragt aber auch euch selbst wo ihr dieses neu erworbene Wissen sinnvoll einsetzen könnt.
Und wagt es auch ab und zu einzusetzen!

Wie lerne ich richtig zusammengefasst

Das waren einige Kurztipps zu dieser Thematik. Zusammengefasst haben wir:

 Die Lernstoffauseinandersetzung
1. Ist es alles zu bewältigen?
2. Wo soll ich lernen?
3. Wie lange soll ich lernen?
4. Wie motivier

Vokabeln richtig leicht lernen – Tipps und Tricks


leicht lernen: eine mutige Aussage. Und da gibt es Tipps und Tricks? Welche Tipps soll es da
geben, ausser sich hinsetzen und durchhalten? Wir haben schließlich bisher die Erfahrung
gemacht, dass die Worte Vokabeln richtig leicht lernen einfach nicht zusammen passen.
Dabei sind die Vokabeln das Steckenpferd, wenn es darum geht eine neue Sprache zu
erwerben. So ist zumindest die weit verbreitete Meinung. Aber auch Fachwörter stellen für
viele Vokabeln dar, und diese wollen ebenfalls gelernt werden.

“Ich bin nicht sprachlich begabt” oder “Ich kann einfach nicht auswendig lernen” sind nur
einige der Sätze, die genannt werden sobald es einem nicht gelingt Vokabeln zu lernen. Das
Problem ist, dass viele lediglich das schulische Vokabeln lernen kennen: Lesen, versuchen zu
merken, wiederholen. Und das in einer Dauerschleife. Auf Dauer ist diese Art zu lernen weder
leicht, noch richtig.

Es geht aber auch anders. Es geht leichter. Es geht richtig leicht! Aber wie? Dazu hier die
Tipps und Tricks.

Vokabeln richtig leicht lernen – da gibt es Tipps?

Es gibt sogar mehr als Tipps. Es gibt eine Methode! Und diese nennt sich die Schlüsselwort-
Methode. Was ist das besondere an dieser Methode? Nichts anderes, als dass euch das lästige
Lernen auf die schulische Art und Weise erspart wird. Das Lernen erfolgt gehirngerecht: mit
Spaß und richtig leicht!

Die Schlüsselwort-Methode besteht lediglich aus 2 Schritten. Schritte, die das Vokabeln
lernen richtig erleichtern:

1. Die Vokabel werden in bekannte, ähnlich klingende Worte “verwandelt”


2. Die Bedeutung der Vokabel und das ähnlich klingende Wort werden zu einem Bild
oder einer Geschichte zusammen gesetzt

Im Grunde genommen ist es wie beim Merken von Namen. Gehen wir doch mal die Schritte
nacheinander durch und schauen uns an inwiefern dadurch Vokabeln richtig leicht zu lernen
sind.

Vokabeln richtig leicht mit einem ähnlichen Wort lernen – Tipps


Die Vokabeln oder Fachwörter werden in ein Wort aus der eigenen Muttersprache
umgewandelt. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit diese in ein anderes Wort, welches
einem eher zusagt, umzuwandeln. Dabei können die Vokabeln nach ihrem

 Klangbild
 Schriftbild

umgewandelt werden. Der erste Schritt um die Vokabeln richtig leicht zu lernen!

Beispiel: Die erste italienische Vokabel in meinem Wörterbuch ist abate und bedeutet Abt.
Woran denkt ihr bei abate? Mir fällt dazu direkt das wort Rabatte ein. Und das nehme ich
auch direkt. Das war der erste Schritt auf dem Weg zum richtig leichtem Lernen von
Vokabeln.

Ich nehme noch ein paar Vokabeln um das zu verdeutlichen:

 abate (Abt) = Rabatte


 Unter dem Buchstaben f finde ich fabbisogno (Bedarf) = Sieht für mich nach
fabel(hafter) Sonne aus. Caprisonne (das Getränk) ist das zweite Wort, was mir direkt
dazu eingefallen ist. Farbige Sonne würde es auch noch machen.
 Das erste Wort unter p ist pacato (ruhig, gelassen) = “Pack Auto” ist das erste, was mir
dazu einfällt. Wenn man aus der Musikszene kommt, dann dürfte hier das Wort
Stakkato direkt in den Sinn kommen.

Richtig leicht die Bedeutung und das entstandene Bild zusammen setzen

Nachdem wir zu einer Vokabel etwas gefunden haben (und es gibt immer etwas!), setzen wir
es mit der Bedeutung der Vokabel zusammen.

Abt + Rabatte führt zu einer kleinen, sich leicht zu merkenden Geschichte: Der geizige Abt
versucht immer wieder Rabatte auszuschlagen. Selbst bei Praktika versucht er 20% auf
Tiernahrung zu bekommen. Wichtig ist, dass ihr euch hier mental das Bild des Abtes vorstellt,
wie er versucht einen Rabatt zu bekommen oder wie er auf Rabatte reagiert.

Da mir beim Wort fabbisogno gleichzeitig mehrere Sachen eingefallen sind, kann ich diese
teilweise kombinieren. Das macht mir das Lernen der Vokabel richtig leicht. Über mir
befindet sich eine fabelhafte, farbige Sonne (alle Regenbogenfarben sind da). Da steigt mein
Bedarf nach der Caprisonne.

Ruhig/gelassen + “Pack Auto” führen ebenfalls zu einer leicht zu merkenden Geschichte bzw.
leicht vorstellbarem Bild. Ich packe ganz ruhig und gelassen das Auto. Dabei fühle ich mich
auch total entspannt.

Wichtig ist hierbei die mentale Vorstellung. Ihr müsst die Geschichte vor eurem inneren Auge
abspielen lassen. Farben, Gerüche, Emotionen – all das hilft euch beim Merken der
Geschichten und damit auch der Vokabeln.

Vokabeln richtig leicht lernen in 3 Schritten

Zusammengefasst solltet ihr folgendermaßen vorgehen:


1. Schreibt die Vokabeln mit ihrer Bedeutung auf einen Zettel.
2. Nehmt eine Vokabel und überlegt was euch spontan zu dieser einfällt. Vertraut euch
und nehmt ruhig das erste Bild.
3. Kombiniert die Vokabel mit ihrer Bedeutung zu einem mentalen Bild bzw.
Geschichte. Diese soll so lebhaft wie es geht ausgebaut werden!

Die Vokabeln dürften erstmal drin sein. Damit diese aber auch richtig fest verankert sind, darf
das Wiederholen nicht vernachlässigt werden.

Tipps zum gesamten Vorgehen beim Lernen von Vokabeln

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass folgende Vorgehensweise optimal ist:

1. Sorgt dafür, dass ihr die nächsten 45 Minuten, besser 90 Minuten, ungestört seid
2. Schreibt euch die Vokabeln auf einen Zettel.
3. Lernt die ersten 20-30 nach dem hier vorgestellten System.
4. Prüft nach welche Vokabeln sitzen und markiert diejenigen, welche ihr euch noch
nicht richtig gemerkt habt (dafür ist ja der Zettel da)
5. Atmet kurz durch und legt konzentriert mit den nächsten 20-30 Vokabeln los
6. Nach 3 Runden, also 60-90 Vokabeln, wiederholt ihr nochmal alle Vokabeln. Hier
habt ihr die Möglichkeit zu prüfen ob euch die markierten Vokabeln doch noch
einfallen.
7. Legt eine 5 minütige Pause ein.
8. Startet die zweite Runde und geht die Schritte 1 bis 7 nochmal durch.
9. Macht eine längere Pause von 5-10 Minuten.
10. Schreibt euch eine neue Liste mit Vokabeln. Hier können die markierten Vokabeln
drauf.

Der letzte Schritt ist optional. Ab dann beginnt das Lernen von Vokabeln wieder bei Schritt 1.

Wars das? Kann ich damit alle Vokabeln richtig leicht lernen?

Um hier eine kleine Ernüchterung einzubringen: nicht alle Vokabeln sind damit lernbar. So
würde mir zum Beispiel kaum was zu den chinesischen Schriftbildern einfallen. Beim Klang
sieht es allerdings anders aus. Thailändisch wiederum unterscheidet sehr stark nach dem
Klang. Je nachdem wie ein Wort(!) ausgesprochen wird, hat es eine andere Bedeutung. Und
das obwohl es gleich geschrieben wird!

Euer Tischnachbar wird ebenfalls kaum etwas mit euren Vorstellungen anfangen können. Das
liegt daran, dass ihr bisher unterschiedliche Erfahrungen gesammelt habt und euch somit auch
unterschiedliche Sachen zum gleichen Wort einfallen. Die Arbeit (falls es als Arbeit
bezeichnet werden kann) muss also jeder selbst durchlaufen.

Zusammenfassend gebe ich noch diese Tipps, die euch unterstützen können:

 Baut Pausen ein, möglichst alle 15 Minuten


 Wiederholt das Gelernte
 Die Geschichten bzw. Bilder sollten so einprägsam gewählt werden, dass euch
diese problemlos wieder einfallen. Je verrückter und MERK-würdiger, um so
besser!
 Sollte eine Geschichte/Bild nicht sitzen, dann baut dieses stärker aus oder nehmt
ein anderes Bild dafür
 Überlegt euch wo ihr die Vokabel einsetzen könnt
 Nutzt mal auch die Loci-Methode, denn mit dieser könnt ihr euch sicher sein,
dass ihr nichts vergessen werdet
 Seid motiviert! Baut eine aufgeschlossene Haltung dem Lernen gegenüber, auch
wenn ihr bisher eine andere Einstellung hattet. Zum Thema Motivation werde
ich noch einen Artikel auf lernen-merken-erinnern.de veröffentlichen
 Ihr könnt einen Vokabeltrainer, wie zum Beispiel az6-1 oder phase6, zum
wiederholen nutzen
 Habt Spaß dabei! Lasst eurer Fantasie den freien Lauf

Mit diesem Vorgehen dürfte das Lernen von Vokabeln richtig leicht werden. Auch wenn es
am Anfang etwas mit den Ideen stockt, gebt nicht auf! Schließlich sind es die ersten Schritte,
die ihr mit dieser Methode geht. Und wer hat es als Kind geschafft das Laufen zu lernen ohne
jemals hinzufallen?

Wir haben bereits erfahren, wie wir Zahlen besser lernen und uns diese merken können. Heute
stelle ich euch noch eine weitere Methode vor, die zu den elementaren Grundlagen gehört:
Die Loci Methode, bekannt auch als Routen Methode.

Ich erkläre euch was sich hinter dem Namen Loci Methode versteckt und wie diese
funktioniert. Anschließend führe ich noch Beispiele für mögliche Routen auf und erkläre euch
wie ihr diese konkret einsetzen könnt. Wozu das Bild hier rechts gut ist, werdet ihr ebenfalls
nach diesem Grundlagenartikel wissen.

Loci Methode und die Routen als


Grundlage
Das Wort Loci kommt aus dem lateinischen locus und bedeutet so viel wie Ort bzw. Platz.
Der Kerngedanke dieser ist die Erstellung einer Route mit einzelnen, fixen Plätzen. Diese
Plätze nutzen wir dazu um einige Objekte daran zu befestigen. Was genau damit gemeint ist
wird weiter unten im Beispiel deutlicher.

Die Loci Methode stellt eine wichtige Grundlage dar, da unser Denkorgan sehr gut mit der
Erinnerung an bestimmte Plätze umgehen kann. Es ist zum Beispiel für uns einfacher eine
Katze auf einem Stuhl in der hinteren linken Ecke eines Raumes vorzustellen als uns nur eine
Katze in einem Raum vorzustellen.

Starten wir doch einfach einen Versuch: mach die Augen zu (aber erst nachdem dieser Absatz
zu Ende gelesen wurde) und denke mal darüber nach was sich alles in deiner unmittelbaren
Umgebung befindet.

Und an wie viele Objekte aus der eigenen Umgebung konntest du dich erinnern? Wie das
Beispiel zeigt, so merkt sich unser Gedächtnis bereits einige Umgebungen sehr gut. Was wir
allerdings brauchen ist die verstärkte Aufmerksamkeit auf die einzelnen Umgebungen und
daraus folgernd die bewusste Bildung neuer Routen!

Wofür ist die Loci Methode da?


Mit Hilfe der Loci Methode können wir uns alles in einer bestimmten Abfolge merken. So
könnten wir zum Beispiel uns den Einkaufszettel sparen und unser Gedächtnis etwas
trainieren. Wir prägen uns die Sachen, welche wir zu kaufen haben, einfach ein!

Wir können mit der Loci Methode auch für die nächste Prüfung lernen, indem wir uns zum
Beispiel die wichtigsten Stichpunkte aus unserer Lernstoffzusammenfassung auf einzelnen
Plätzen der Route merken.

Wie gehe ich bei der Loci Methode vor?


Wir kommen täglich viel rum und sehen somit ziemlich viel. Sei es das eigene Büro, der Weg
zum Büro, der Einkaufsladen an der Ecke, die Bank oder die eigenen vier Wände. Jeder
einzelne dieser Räume oder Wege ist ideal für die Bildung neuer Routen!

Sucht euch einfach einen beliebigen Raum aus, zum Beispiel den in dem ihr euch gerade
befindet. Anschließend überlegt euch, welche Objekte sich über längere Zeit auf einem Fleck
befinden. Diese könnt ihr euch im Uhrzeigersinn einprägen und schon habt ihr eine Route.
Wie kann das konkret aussehen?

Beispiele für Loci Methode


Die einfachste Route, die wir auch immer dabei haben, ist die Körperroute. Wir prägen uns
einfach folgende Punkte in der Reihenfolge ein:

1 = Haare
2 = Gesicht
3 = Hals
4 = Brust
5 = Bauch
6 = Arme
7 = Hüfte
8 = Oberschenkel
9 = Knie
10 = Fuß

Damit hätten wir unsere erste Route. Angenommen wir wollen bei unserem nächsten Einkauf
folgende Sachen mitnehmen:

Brot
Butter
Toilettenpapier
Chips
Hackfleisch

Diese prägen wir uns wieder mit der Hilfe eines kleinen Filmes ein. Wir stellen uns vor, dass
wir gerade den Einkaufsladen betreten. Dabei haben wir auf dem Kopf ein großes Laib Brot,
mit dem wir balancieren. Aus Schönheitsgründen haben wir uns etwas Butter ins Gesicht
geschmiert, schließlich soll das ja Wunder bewirken. Um uns bei dem Wetter nicht zu
erkälten, haben wir uns um den Hals Toilettenpapier gewickelt. Auf die Brust haben wir uns
ganz stolz einige Chips fixiert. Und das Hackfleisch macht sich richtig schön auf dem Bauch.

Das Arbeitszimmer könnte zum Beispiel die folgenden Objekte beinhalten:

1 = Bürostuhl
2 = Tisch
3 = Computer
4 = Pinwand
5 = Stehlampe
6 = Mülleimer
7 = Aktenvernichter
8 = Aktenschrank
9 = Wandkalender
10 = Rollcontainer

Schon hätten wir eine neue, wenn auch kurze, Route. Diese können wir ebenfalls zum merken
von einzelnen Punkten benutzen.

Unser Zahlen Haus System kann im Grunde genommen ebenfalls für die Loci Methode
genutzt werden, denn da lernen wir ebenfalls die Räume mit einzelnen Objekten.

Ich habe mir zum Beispiel von einigen Freunden die Räume eingeprägt und “lege” auf die
einzelnen Plätze das Geburtsdatum, die Handynummer oder die Haustelefonnummer ab.
Dabei wandle ich die einzelnen Zahlen mit Hilfe des Zahlen Master Systems in einzelne
Bilder um und kombiniere die Plätze mit Hilfe eines kleinen Filmes.

Das Bild oben habe ich mit den Punkten von 1 bis 10 versehen. Somit könnt ihr euch auch
daraus eine Route basteln.

Der Einsatz der Loci Methode wird auf Lernen-Merken-Erinnern.de noch in vielen weiteren
Beiträgen zum Vorschein kommen. Seid also gespannt!

Loci Methode und die Menge der gebildeten Routen


Eine wichtige und berechtigte Frage ist vor allem nach der Menge der Routen und der darauf
abgebildeten Plätze. Meiner Meinung nach sollten so viele Routen wie möglich existieren.

Zum einen kann es zu Verwechslungen kommen, wenn man andauernd nur eine Route
benutzt. Zum anderen können nicht so viele Informationen auf einer einzigen Route
gespeichert werden. Wenn ihr allerdings nur die unmittelbaren Umgebunden mit der Loci
Methode betrachtet bzw. euch Routen bildet, so werdet ihr mit Sicherheit auf über 300 Plätze
kommen.

Ebenso kann jede Route auch mehr als 10 Plätze beinhalten. So kann zum Beispiel die
Körperroute detaillierter betrachtet werden. Das Gesicht wird weiter in die Bereiche
Augenbrauen, Augen, Nase, Mund und Kinn zerlegt. Schon hat unsere Körperroute 14 Plätze.
Das ist sogar zu empfehlen, da es nicht immer 10 Punkte sind, die ihr euch eventuell merken
wollt.

Fazit zur Loci Methode

Die Loci Methode ist eine sehr mächtige Methode, die auf keinen Fall vernachlässigt werden
sollte. Erstellt euch aus eurer unmittelbaren Umgebung Routen, mit denen ihr später gut
arbeiten könnt.

Solltet ihr ein Problem mit der Vorstellung eines Platzes haben, so baut diesen stärker aus.
Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Wer die Artikel zum Lernen und Merken von Zahlen und Lernen mit Routen und der Loci-
Methode fleißig gelesen und somit die Beispiele mitgenommen hat, bemerkte sicherlich dass
ich die sogenannten kleinen Filme für die Vorstellung des Ablaufs vorgeschlagen hatte. Diese
kleinen Filme und die damit vorgestellte Handlung ist im Prinzip das Grundelement der
Geschichten-Methode, die ich euch als Teil 3 der Grundlagen vorstellen möchte.

Es ist doch leicht, man muss sich lediglich eine Geschichte vorstellen und damit wäre ja auch
schon alles zu der Geschichten-Methode gesagt, oder? Im Grunde genommen schon, doch
auch in diesem Bereich könnt ihr euch das Leben erleichtern, wenn ihr die hier vorgestellten
Anregungen in die kleinen Filme integriert. Was aber sind diese Anregungen? Und warum
soll man mit der Geschichten-Methode schneller lernen können?

Mit der Geschichten-Methode schneller


lernen und sich besser erinnern
Angenommen wir wollen einkaufen. Dabei überlegen wir uns im Vorfeld, was wir alles
benötigen. Wir sind alles durchgegangen und haben uns, so die feste Überzeugung, alles
gemerkt. Im Laden angekommen, stellen wir ziemlich schnell fest, dass wir lediglich 2 bis 3
Sachen noch wissen und uns erneut an die Denkarbeit machen müssen was uns noch fehlt.
Diese Situation ist sicherlich jedem bekannt. Wenn wir allerdings unseren Einkauf vorher
geistig durchgespielt haben, so werden wir uns definitiv an alles erinnern.

Unser Gehirn merkt sich Sachen und Objekte, wenn wir diese erlebt oder uns intensiv
vorgestellt haben. Ganz genau, auch wenn wir uns die Sachen vorstellen, erinnern wir uns
besser an diese. Das liegt daran, dass wir durch die Vorstellung bzw. das Erleben einer
Situation mehr Aufmerksamkeit der Situation schenken. Je mehr Aufmerksamkeit eine
Vorstellung bekommt, desto besser und länger bleibt diese im Kopf. Und genau das macht das
schnellere Lernen aus.

Schneller lernen ist allerdings nur ein Aspekt. Besser erinnern ist meiner Meinung nach viel
wichtiger. Und das erfolgt automatisch, wenn ihr effektiver und somit effizienter lernt.

Anregungen für das Lernen und Erinnern mit der


Geschichten-Methode
Es geht vor allem darum, dass die Geschichten MERK-WÜRDIG gestaltet werden.
Merkwürdig ist alles, was nicht “normal” ist. An welche von den heute getroffenen Menschen
könnt ihr euch erinnern? Ich meine damit vor allem die Menschen, welche mit euch in der S-
Bahn gefahren sind, die ihr beim Einkaufsbummel gesehen habt oder die heute an euch vorbei
liefen. Wenn allerdings heute jemand vor euren Augen nur mit einem Schottenrock vorbei
läuft, so werdet ihr euch noch nächste Woche daran erinnern. Das liegt vor allem daran, dass
dieser Mensch euch merkwürdig vorkam

Und genau um solche Merkwürdigkeiten geht es. Baut bei euren Geschichten und
Vorstellungen die unglaublichsten Sachen ein. Dabei solltet ihr folgende 8 Punkte beachten:

emotionalisieren
farbenfroh gestalten
Größenvariation
vertrautes einbinden
flüssige Übergänge
Kreativität
Sinneskanäle einbeziehen
Ich-Bezogenheit
Wenn wir uns also an unseren Einkaufsbummel aus “Lernen mit Routen und der Loci-
Methode” ran wagen, dann werden wir bei der Verbindung von einem Brot auf dem Kopf
folgendermaßen vorgehen:

Emotionalisieren
Wir sind ganz aufgeregt und versuchen das Gleichgewicht so gut es geht aufrecht zu erhalten.
Unser Herz schlägt schneller als das Brot droht herunter zu fallen. Wie fühlt sich das Brot auf
dem Kopf an? Vernachlässigt die Emotionalisierung nicht, denn dieser Punkt ist sehr wichtig
für dsa Lernen und Erinnern, vor allem für die Geschichten-Methode!

Farbenfroh gestalten
Welche Haarfarbe hat euer Haar? Und welche Farbe hat das Brot? Wie sieht es um euch
herum aus? Je intensiver die Farben sind, desto stärker bleibt die Vorstellung oder Erinnerung
haften.

Größenvariation
Wie groß ist das Brot? Wie schwer ist das Brot? Sprengt die Grenzen der Realität und somit
der Normalität!

Vertrautes einbinden
Hierzu zählen vor allem die Erfahrungen, welche ihr bereits gemacht habt. Erinnert euch zum
Beispiel wie ihr schon mal versucht habt zu balancieren und der vorgestellte Gegenstand
stehts herunter gefallen ist.

Flüssige Übergänge
Damit ist vor allem der Übergang zum nächsten Punkt gemeint. Es sind zum Beispiel einige
Krümel auf die Butter im Gesicht gefallen. Verbindet die Punkte untereinander!

Kreativität
Beachtet keine Grenzen und gestaltet zum Beispiel euer Brot in der seltsamsten Form, die es
gibt! Lasst eure Fantasie aufleben!

Sinneskanäle einbeziehen
Hier spielen wiederum die anderen Punkte mit ein.

visuell = stellt es euch so gut es geht vor, seht es vor dem geistigen Auge
auditiv = wie hört sich das alles an?
kognitiv = Fasst das Brot in der Vorstellung an. Was fühlt ihr dabei?
olfaktorisch = Wie riecht das Brot? Wie riecht die Umgebung?
gustatorisch = Schmeckt das Brot!

Ich-Bezogenheit
Ein ebenfalls wesentlicher Punkt, der nicht vernachlässigt werden darf! Verbindet die
Geschichte mit euch! Es muss euch persönlich betreffen. Ihr erinnert euch viel besser, wenn
die Vorstellung mit euch selbst zu tun hat. In diesem Fall ist es zum Beispiel die Vorstellung
wie ihr balanciert und nicht jemand neben euch.
Dauert es mit der Geschichten-Methode nicht länger etwas zu lernen?

Berechtigterweise könnt ihr hier auch einwenden, dass es effektiv mehr Zeit kostet, wenn
jeder einzelnen Vorstellung bewusst mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dieses Gefühl
täuscht allerdings! Wenn ihr einer Vorstellung nicht ausreichend Aufmerksamkeit schenkt, so
wird diese mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als “unwichtig” abgestempelt und versinkt in
den Untiefen des Gehirns. Ihr werdet euch also wieder der Vorstellung widmen müssen, wenn
ihr euch etwas merken wollt und verliert dadurch mehr Zeit.

Außerdem sinkt die Lust, wenn ihr erneut den gleichen Sachverhalt lernt.

Und wenn die Geschichte nicht im Kopf bleibt?

Bei einigen Punkten kommt es gelegentlich vor, dass diese nicht im Kopf bleiben wollen bzw.
ihr euch schlecht daran erinnern könnt. Das liegt meistens daran, dass ihr der Vorstellung
nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt habt. Hier nehme ich mir den Punkt noch
einzeln vor und male diesen stärker aus. Ich optimiere die Vorstellung sozusagen.

Die Geschichte bleibt dann eindeutig im Kopf und der gesamte Film ebenfalls.