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Montag, 11.

November 2019 Klettgau/Stein/Weinland 17

Rheinwiese
erhält einen
neuen Pächter
FEUERTHALEN. Zu dieser nasskalten
Zeit, in der sich niemand Gedanken
übers Baden macht, hat der Feuer-
thaler Gemeinderat einen neuen
Pächter für die Freizeitanlage Rhein-
wiese ausgewählt. Aus familiären
Gründen hat das bisherige Pächter-
paar Patrick Rähmi und Vera Strauss
das Pachtverhältnis nicht mehr
erneuert. Per 1. 
­ Januar 2020 tritt
­Roger Eberle an ihre Stelle, wie im
­aktuellen «Feuerthaler Anzeiger» zu
lesen war. Die Wahl des Gemeindera-
tes aus zahlreichen Bewerbungsdos-
siers steht seit Anfang November fest.
Roger Eberle ist kein Unbekannter
in Feuerthalen, einen grossen Teil
seines Lebens hat er mit seiner Fami-
lie in dieser Gemeinde verbracht.
Der neue Pächter bringt langjährige
Erfahrungen aus dem Gastroge-
­
werbe mit, da er während 14 Jahren
Küchenchef des Altersheim und Res-
taurants Schönbühl war. Vor rund
drei Jahren wechselte er als Küchen-
chef in die Klinik Belair, wo er noch
bis im Februar angestellt sein wird.
Für ihn hätte es lange Jahre
­gestimmt in der reinen Gastronomie,
aber jetzt sei ein neuer Schritt nötig,
sagt Eberle gegenüber dem «Feuer- Ein Abend voller Petticoats: Das Sextett The Blablahs bei seinem Auftritt im Gemeindehaus in Neunkirch.  BILD THEO KÜBLER
thaler Anzeiger». Dass die Freizeit-
anlage Rheinwiese mit dem Freibad,
dem Campingplatz und der Gastro-

Eine bunte, eine freche Show


nomie schwierig und komplex ist, sei
er sich bewusst. Doch die neue Auf-
gabe bereite ihm Freude und keines-
wegs Angst.

Vielseitige Pläne realisieren


The Blablahs, ein Sing-Ensemble aus Brugg, sorgte am Freitagabend mit «Fräch foräver» vor über
Ein Team aus Angestellten, das er 100 Zuschauern im Restaurant Gemeindehaus in Neunkirch für einen fulminanten Kabarettabend.
mit seiner neu gegründeten GmbH
zusammenstellt, wird ihn unterstüt- Theo Kübler Nuka übers Jahr mit Turnen, Cremes, Schön- schliesslich «einer zupackte». Der war aber
zen. Bereits jetzt steht fest, dass ihn heits-Operationen und Rasierern wieder so von der Polizei ...
eine erfahrene Gastronomin, welche NEUNKIRCH. Die Sängerinnen schmolzen d ­ ahin, richtig auf. Dann wissen sie erst nicht, was sie Seit fünf Jahren gibt es die Blablahs. Das
die Gegend gut kennt, als Gastgebe- mit verzückten Gesichtern, mit ­geschlossenen anstellen wollen. Sie stellen schliesslich fest: Sing-Ensemble ist ein aktuelles Kursangebot
rin im Restaurant unterstützen wird. Augen, mit weichen Knien, und drückten ihn «Maleikaa, du häsch äs Gschleik ghaa. Da der Gesangsschule «Stimmsitz» im aargaui-
Eberle selbst möchte sich auf die Lei- ganz fest an sich, den totalen Genuss. Dabei chamä au dinä Chind aagsee. Maleikaa du schen Brugg. Die weit über Europa hinaus
tung des Betriebes und die Küche sangen sie «Ich bruuch kein Maa…». Was zum Das Kabarett häsch äs Gschleik ghaa, … Malaikaa du häsch ­engagierte Leiterin namens Nuka arbeitet als
konzentrieren. Kuckuck ist denn das für ein Genuss, der niä äinä äläi ghaa … Maleikaa, mir wänd au freischaffende Sängerin, Komponistin und
Der zukünftige Pächter hat be- die Damen derart dahinschmelzen lässt, mag
begeisterte mit mal äs Gchleik haa … oh Malaikaa wiä bringt unterrichtet Gesang, Songwriting und Perfor-
reits Pläne, die er gerne realisieren sich manch einer verwundert die Frage stel- einem bunten mä einä is Bett, wemä scho äinä hät?» mance, unter anderem an der genannten
möchte, wie Musikevents oder ein len. Die Versuchung schmilzt ­genauso dahin, Liederbouquet. Das ertönte in der wunderbaren Original- ­Gesangsschule.
Kinderfest in der Freizeitanlage. wie das dynamische Sing-­Ensemble und ist melodie, worauf sich das Sextett auf die Jagd Mit «Ganz schön Frech» forderten sie das
Ausserdem soll das Restaurant auch verpackt in einer Schachtel – in einer Praliné- begab. Stings «Englishman in New York» bot Publikum mit schwingenden Petticoats auf,
ausserhalb der Saison für Anlässe Schachtel. dazu die musikalische Grundlage. Zur Unter- das Leben so richtig zu geniessen – also so, wie
und Feiern gebucht werden können. Daraufhin peppen sich die sechs Damen stützung standen den Damen, nebst einem an diesem Abend. Das Kabarett begeisterte
Doch wichtig sei ihm vor allem eines: Brigitte Düring, Jacqueline Steiner, Antonia Drummer, Flöten, Melodicas, ein E-Piano und die Gäste im Gemeindehaus mit seinem unter-
dass er einen guten Kontakt zur Näf, Désirée Gemperli, Angélique Flach, eine E-Gitarre zur Verfügung. Die Jagd führte haltsamen Programm und mit einem bunten
Kundschaft pflegen kann. (tna) ­Nadine Garnitschnig und Ensemble-Leiterin in die Innenstadt durch Kneipen und Bars, bis Liederbouquet.

Wenig Interesse am Windenergie-Projekt


Die Projektgemeinschaft Chroobach Windenergie lud am Samstag insbesondere die Bevölkerung von Hemishofen zu einer Info-Veranstaltung
zu den vier geplanten Windrädern auf dem Chroobach ein. Die Einheimischen kamen aber nicht.

Thomas Güntert werden», sagte Kessler und bemerkte, Thomas Fischer, CEO von EKS,
dass die Windkraftanlage erneuerbar schätzt, dass jeweils 15 Prozent der Be-
HEMISHOFEN. «Die Hemishofer haben und unabhängig von den Ölbaronen völkerung dafür und dagegen sind und
wohl bereits ihr Urteil gebildet», sagte fünf Prozent des Strombedarfs des Kan- sich 70 Prozent noch eine Meinung bil-
der Schaffhauser Markus Sigrist, der tons abdecken könnte. den müssen. Während sich die Befür-
sich auf dem Windkraft-Themenpar- Stefan Mayer von SH Power erklärte, worter eher still verhalten, äussern sich
cours in der Mehrzweckhalle Hemisho- dass das Wasserkraftwerk Schaffhausen die Gegner sehr lautstark, wodurch die
fen über die auf dem Chroobach geplan- im Jahr rund 165 Millionen Kilowatt- Meinung entstehe, dass sie in der Über-
ten Windräder informierte. «Es wurde stunden Strom produziert und beim zahl sind. Fischer betonte, dass die Ent-
offen auf die kritischen Fragen einge- Windpark Chroobach mit vier Windrä- scheidung über ein so wichtiges Projekt
gangen, und wir bekamen fachkundige dern eine jährliche Stromproduktion bis nicht spontan aus der Laune heraus,
Auskünfte», so Sigrist. 27 Millionen Kilowattstunden ange- sondern wohlüberlegt gefällt werden
Doch es kamen fast keine Einwohner strebt wird. müsse, und wies darauf hin, dass sämt-
von Hemishofen, die letztendlich an der Projektleiter Patrick Schenk be- liche Informationsfolien der Veranstal-
Urne entscheiden werden, ob die Wind- merkte, dass mit der Stadt Stein am tung auch auf der Projektwebsite aufge-
räder auf dem Chroobach gebaut wer- Rhein als Grundstückseigentümerin schaltet werden.
den oder nicht. «Ich möchte sehen, wie bereits ein Vorvertrag ausgehandelt Es wird allerdings noch ein Jahr dau-
die Bevölkerung mit dem Thema um- wurde. Stein am Rhein bekommt wäh- ern, bis das Hemishofer Stimmvolk an
geht und sich damit auseinandersetzt», rend der rund 25-jährigen Betriebs- der Urne über eine Umzonung des
sagte Martin Kessler, Schaffhauser Re- dauer einen jährlichen Abgeltungsbe- Chroobachs in eine Zone Windenergie
gierungsrat und Verwaltungsratspräsi- trag von 75 600 Franken – wie auch die abstimmen kann. Patrick Schenk er-
dent vom Elektrizitätswerk Schaff­ Standortgemeinde Hemishofen. Zusätz- klärte, dass es bei einer Zustimmung
hausen (EKS), das zusammen mit dem lich soll ein Fonds für Natur und Land- wohl abermals ein Jahr dauern wird, bis
Energieunternehmen SH Power das schaft der erweiterten Region einen Chroobach: Interessierte wurden vor Ort kompetent informiert.  BILD THOMAS GÜNTERT die Bauarbeiten beginnen könnten.
Windradprojekt realisieren will. «Ein- jährlichen Betrag von 16  800 Franken «Wenn die Umzonung abgelehnt wird,
fach sagen, das geht uns nichts an, geht zusprechen. «Privatpersonen werden Anlage beteiligen. Das Projekt befindet energiezone festgesetzt wurde, soll ist das Projekt gestorben», sagte Martin
nicht», sagte Kessler, der den Windpark nicht privilegiert, sie profitieren über sich zurzeit in der Phase der Umweltver- auch auf kommunaler Ebene eine Nut- Kessler. Einen Plan B gebe es nicht, und
Chroobach als eine Riesenchance für die Beiträge an die Gemeinde», sagte träglichkeitsprüfung. Nachdem im kan- zungsplanänderung erfolgen. «Das wird somit wären dann rund eine Million
die Region sieht. «Der Chroobach kann Schenk. Die Bürger können sich jedoch tonalen Richtplan der bewaldete Hö- ein sehr entscheidender Schritt sein», Planungskosten von EKS und SH Power
zum Notstromaggregat des Kantons mit insgesamt rund zehn Prozent an der henrücken Chroobach bereits als Wind- betonte Schenk. in den Sand gesetzt.