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Archäologie - Geschichte - Landschaft

Archäologische Untersuchungen
zu eisenzeitlichen Wagengräbern
im nordwestdeutschen Raum

Abschlussarbeit

zur Erlangung eines 2-Fach Bachelors

der

Philosophischen Fakultät

der

Westfälischen Wilhelms-Universität

zu

Münster (Westf.)

vorgelegt von

Birte Reepen

aus Greven

2011
Archäologische Untersuchungen zu eisenzeitlichen Wagengräbern im nordwestdeutschen Raum

Inhalt

1. Einleitung und Fragestellung 3

2. Zeitrahmen und kultureller Hintergrund 5


2.1. Nordwestdeutsche Gruppen der vorrömischen Eisenzeit 5
2.2. Wagen- und Reitergräber der Latènekultur 6
2.3. Keltische Wagen in Dänemark 7

3. Das Fundmaterial 9
3.1. Wagenteile 9
3.1.1. Radreifen, Nabenringe und Felgenklammern 10
3.1.2. Achsnägel 11
3.2. „Technisches Metall“ 12
2.1.1. Ösenstifte 12
2.1.2. Ringbolzen und Nägel 13
2.1.3. Beschläge und Klammern 14
3.3. Pferdegeschirr 14
3.1. Trensen 14
3.2. Zierelemente 15

4. Rekonstruktion und Verwendung der Teile 16


4.1. Die keltischen Wagen 16
4.2. Anschirrung 18
4.3. Hölzernes Grabinventar 19

5. Zur Aussagekraft der Befunde 20


5.1. Art und Zeitstellung der Befunde 21
5.2. Kombinationen der Funde 22

6. Keltische Importe und Einflüsse in Nordwestdeutschland 23

7. Fazit 25

8. Literatur 28

9. Katalog 35

10. Tabellen und Abbildungen 44


10.1. Abbildungsnachweise 44
10.2. Abbildungen 46
10.3. Tabellen 54

11. Erklärung der Urheberschaft 58

2
1. Einleitung und Fragestellung

Das Bearbeitungsgebiet dieser Arbeit präsentiert sich auf vielen Kartierungen der Vorrömischen
Eisenzeit als weißer Fleck1, mit der allein geographischen Beschriftung „Nordwestdeutsche
Randgruppen“. Die Erforschung dieser Gruppen und ihrer Ausprägungen stand in der Wissen-
schaft lange Zeit hinter den mittel- und süddeutschen Gebieten zurück. Dieser südlichere Raum,
in der Forschung als recht homogener Kulturraum wahrgenommen, versprach nicht nur eine er-
giebigere Quellen- und reichere (Be-)Fundlage, sondern auch Hinweise auf die Kultur der litera-
risch überlieferten Kelten. Bei näherer Betrachtung finden sich in Nordwestdeutschland jedoch
stärkere Verbindungen nach Süden als gedacht, sowie viele Formen die vormals fast ausschließ-
lich der keltischen Kultur zugeschrieben wurden. Die Gleichsetzung der Latènekultur mit derje-
nigen der historischen Kelten wird weiterhin kontrovers diskutiert2. Ohne die Diskussion an die-
ser Stelle fortzuführen, was im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist, werden die Begriffe La-
tènekultur und keltische Kultur, sowie Latèneeinfluss und keltischer Einfluss in dieser Arbeit
synonym verwendet.

Der Bereich dieser „Randgruppen“, d.h. die Gebiete der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und
Niedersachsen, soll in dieser Arbeit im Hinblick auf seine Latèneeinflüsse untersucht werden.
Schwerpunktmäßig soll dabei die Frage nach einer keltisch beeinflussten Wagengrabsitte bear-
beitet werden. Aufgrund der Konzentration von Gräbern mit Metall- und Wagenbeigaben (Abb.
17) in Westniedersachsen, Ostwestfalen und am Niederrhein, wird der Fokus hauptsächlich auf
diese Gebiete gerichtet.

Die Erforschung der Gebiete in Westniedersachsen erfolgte besonders durch Kurt Tackenberg3
(1934) und Hans Nortmann (1983). Die besondere und homogene Bestattungssitte dieses Gebie-
tes untersuchten u.a. A. Genrich4, E. Sprockhoff5, J. Pätzold6 und H.-G. Steffens7. Der nordost-
westfälische Bereich wurde 1994 umfassend von Daniel Bérenger8 bearbeitet. Christoph Reich-
mann9 bündelte 1979 die Befunde aus dem niederrheinischen Raum an der Lippemündung.
Sowohl die Befundlage als auch der Forschungsstand sind für den nordwestdeutschen Raum eher
als dürftig zu bezeichnen. Die Erforschung erfolgte meist kleinräumig und mit unterschiedlichen
Schwerpunkten auf verschiedene Fundgruppen. Der Erhaltungszustand der Befunde wurde schon
allein durch die vorherrschende Brandbestattungssitte stark beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass

1
von Schnurbein 2009, Abb. 171. 174. – Steuer 2007, 255-256. – R. Müller 2007, 267, Abb. 1. – Brandt 2007, Abb.
2.
2
Brandt 2007, 19-22. – Steuer 2007, 255-263. – Karl 2004, 11ff. – Rieckhoff 2001, 13-39. – Maier 2000, 369-372.
3
Tackenberg 1934.
4
Genrich 1939.
5
Sprockhoff 1939.
6
Pätzold 1958. – Pätzold 1960.
7
Steffens 1970.
8
Bérenger 2000.
9
Reichmann 1979.

3
viele Funde aus alten Grabungen und Prospektionen stammen und unzureichend dokumentiert
wurden.

Über eine chronologische Gliederung, welche für den gesamten norddeutschen Raum verwendet
werden kann, gibt es noch keinen endgültigen Konsens. Auch die Anbindung der norddeutschen
an die süddeutsche Chronologie bereitet weiterhin Schwierigkeiten. In dieser Arbeit wird ein
dreiteiliges System für die Vorrömische Eisenzeit verwendet, welches sich an Harck und Hässler
orientiert10. Also eine Ältere Vorrömische Eisenzeit, entsprechend etwa den Zeitgruppen 2-3
nach Bérenger11, mit einem Beginn um 500 v. Chr. Die Mittlere Vorrömische Eisenzeit erstreckt
sich annähernd zwischen 300 und 100 v. Chr. und entspricht der Zeitgruppe 4. Etwa bis zur Zei-
tenwende erstreckt sich die Jüngere Vorrömische Eisenzeit, korrespondierend mit der Zeitgruppe
5.

In der Vorrömischen Eisenzeit fallen die Gräber mit Metallbeigaben in Nordwestdeutschland als
eine relativ starke Gruppe auf. Eine eingehendere Untersuchung erfuhren diese Metallfunde im
Allgemeinen nicht und wurden erst von Nortmann12 als mögliche Wagenteile angesprochen. Die
Erforschung von Wagen konzentrierte sich im nördlicheren Europa zunächst auf spektakuläre
Funde wie etwa im Dejbjerger Moor. In den Latènegebieten blieben hingegen Gräber mit dezi-
mierter Wagenbeigabe zunächst eher unbeachtet. Schönfelder verweist jedoch ausdrücklich dar-
auf, dass Funde von „technischem Eisen“, insbesondere von paarigen Ösenstiften, zur Identifi-
zierung von Wagengräbern beitragen können13. Aus diesem Grund wird bei der Betrachtung des
„technischen Metalls“ auch hier ein Schwerpunkt auf die Ösenstifte gelegt. Eine Kartierung der
Gräber mit möglicher Wagenbeigabe hat Nortmann für Westniedersachsen und den anschließen-
den Mittelgebirgsraum vorgenommen14. Die neuere Kartierung von Friederichs15 schließt auch
die niederrheinischen und westfälischen Fundstellen mit ein, ausgenommen die Funde von Wes-
terkappeln und Isselburg-Heelden.

Ob diese Gräber mit Beigaben von „technischem Metall“ als Wagengräber bezeichnet werden
können und es somit eine Wagengrabsitte in Nordwestdeutschland gibt, soll in dieser Arbeit un-
ter Berücksichtigung der Wagengräber der Latènekultur, sowie der Wagenfunde der Jastorfkultur
untersucht werden. Um Rückschlüsse auf einen generellen Impuls aus der Latènekultur bezüg-
lich der Kultur des Wagenfahrens und Reitens zu ziehen, werden neben den Befunden aus Grä-
bern noch weitere Funde von Wagen- und Pferdegeschirrteilen betrachtet. Weiterhin soll skiz-
ziert werden, ob und wie sich diese Vorstellung in die keltischen Einflüsse auf den nordwest-
deutschen Raum einfügt.

10
Harck 1972, 29-37. – Hässler 1977, 15-27, bes. 18-20. – Hachmann 1960, 125-165.
11
Bérenger 2000, 3-4; 83-85.
12
Nortmann 1983, 70-74.
13
Schönfelder 2002, 191.
14
Nortmann 1983, Abb. 8.
15
Friederichs 2007, Abb. 22.

4
2. Zeitrahmen und kultureller Hintergrund

2.1. Nordwestdeutsche Gruppen der Vorrömischen Eisenzeit

Die Gruppen im nordwestdeutschen Raum sind sehr heterogen geprägt und ihre Identität klein-
räumig orientiert. Gemeinsam ist diesen Gruppen die Sitte der Brandbestattung, die zwar im
Laufe der Vorrömischen Eisenzeit Veränderungen erfährt, aber in Bezug auf die Behandlung von
Leichenbrand und Beigaben eine gewisse Kontinuität aufweist. In der Älteren Vorrömischen
Eisenzeit treten zunächst vor allem Urnenbestattungen und Leichenbrandlager auf, die sich im
Westen, d.h. in den Niederlanden und Nordwestfalen, vornehmlich auf Kreisgrabenfriedhöfen
finden, während sie sich im Osten, also Westniedersachsen, im Zusammenhang mit Familien-
grabhügeln finden16. Im Mittelgebirgsbereich jedoch treten beide Grabformen auf.
Mit Beginn der Mittleren Vorrömischen Eisenzeit Norddeutschlands um 300 v. Chr. änderten
sich die Bestattungsriten in großen Teilen Nordwestdeutschlands17. Von den nördlichen Nieder-
landen bis nach Westniedersachsen und in die Westfälische Bucht wurden nun Scheiterhaufen-
gräber bzw. Brandhügel angelegt. Im Mittelgebirgsbereich, besonders um Osnabrück und Teck-
lenburg, sowie in Ostwestfalen, setzte nun die Sitte der Brandgruben- und Brandschüttungsgrä-
ber ein. Weiter östlich im Weser-Aller-Raum blieben die alten Bestattungsriten bestehen18.
Eine beständige Gemeinsamkeit der nordwestdeutschen Gruppen stellt die fehlende oder nur
unvollständige Trennung von Leichenbrand und Scheiterhaufenresten dar, die auch die mitver-
brannten Beigaben mit einschließt19. Die unvollständige Beisetzung nach der Verbrennung und
die teilweise zusätzliche intentionelle Zerstörung der Beigaben ist ebenfalls ein Charakteristikum
dieser Gruppen in der Mittleren Vorrömischen Eisenzeit.
Die Traditionen von Keramik und Tracht waren überwiegend kleinräumig geprägt.

An der Wende von 3. zum 2. Jh. v. Chr. wird ein zunehmender Einfluss der Latènekultur fass-
bar20. Wirtschaftliche, technische und religiöse Anstöße führten zu einer Differenzierung. Dabei
wurden die nordwestdeutschen Gruppen jedoch nicht assimiliert, sondern nahmen nur partiell
Impulse auf und behielten ihre starke lokale Gliederung bei.
Zu den aufgenommenen Neuerungen gehören u.a. auch die Errichtung von Burgen und eine aus-
geprägte Deponierungssitte. Die Burgen befinden sich naturgemäß im Mittelgebirgsraum und
treten als Konzentrationspunkte keltisch beeinflussten Fundgutes hervor. Dieses Fundgut findet
sich besonders oft in Waffen-, Pferdegeschirr- und Schmuckdepots, welche ebenfalls häufig im
Zusammenhang mit Burgen vorkommen. Bei diesen Stücken handelt es sich vielmehr um kel-
tisch beeinflusste Arbeiten aus Eigenproduktion und seltener um importierte Erzeugnisse aus

16
Schlüter 2007, 296-297, Abb. 3.
17
Bérenger, 2000, 156–159. – Schlüter 2007, 297-298, Abb. 4.
18
Nortmann 1983, 99.
19
Schlüter 2007, 299.
20
Bérenger 2001, 22.

5
dem Süden. Ein starker Einfluss ist vornehmlich an Trachtbestandteilen fassbar, welche oftmals
weiterhin einheimische Elemente aufweisen21.

2.2. Wagen- und Reitergräber der Latènekultur

Wie bereits erwähnt gelangten sowohl solche Impulse nach Norden, die sich direkt in materiellen
Gegenständen niederschlugen, als auch solche, die vor allem ideell oder religiös geprägt waren.
Neben den materiellen Wagenteilen ist insbesondere die Frage ihrer Bedeutung für die nordwest-
lichen Gruppen von Interesse. Um die Frage zu beantworten, ob und in welcher Weise auch die
Wagengrabsitte der Latènekultur in den nordwestdeutschen Gruppen aufgenommen worden ist,
soll nun zuerst ihre Ausprägung kurz dargestellt werden.

Während die Beigabe von Wagen in der Hallstattkultur ein regelhafter Bestandteil von Gräbern
sozial höhergestellter Personen war22, tritt sie in latènezeitlichen Gräbern unregelhafter auf. Die
Beigabe von Wagen(-teilen) korreliert nun nicht mehr zwangsläufig mit anderen hervorgehobe-
nen Ausstattungsgegenständen23, wie etwa Edelmetallen, Importen oder Schmuck. Auch die, nun
neben den vierrädrigen, neu aufkommenden und dominierenden zweirädrigen Wagen deuten auf
einen Bruch hin. Während die vierrädrigen Wagen der Hallstattzeit als Zeremonialwagen oder
Statussymbole einer Elite gedeutet werden, tritt bei den zweirädrigen Wagen möglicherweise
eher die Funktion als Waffe in den Vordergrund24. Diese Deutung ist jedoch nicht für alle la-
tènezeitlichen Wagenfunde geeignet. Denn auch die regional unterschiedlich starke Ausprägung
der Wagengrabsitte erschwert eine einheitliche Deutung, im Sinne einer gemeinsamen (Ideal-
)Vorstellung, wie sie für die Hallstattkultur angenommen wird25.

Es kommen Bestattungen mit vollständiger sowie unvollständiger Wagenbeigabe vor. Die Pars
pro toto-Bestattungen, bei denen einzelne Wagenteile stellvertretend für einen vollständigen
Wagen stehen, kommen in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Bei einigen ist ein Großteil des
Wagens vorhanden, es fehlen aber einzelne Teile wie Radreifen und auch andere Gegenstände26.
Andere Gräber enthalten sogar nur vereinzelte Wagenteile. Diese Beigaben werden vor allem
durch Paare von Zaumzeug, Achsnägel oder Jochbestandteile (Führungsringe) repräsentiert27.
Diese Bestattungen, die ebenfalls als Pars pro toto-Bestattungen bezeichnet werden, sind auch
sonst eher spärlich ausgestattet und in einfachen Brandschüttungsgräbern beigesetzt worden28.

21
Möllers 2009, 101.
22
Pare 2006, 62.
23
Schönfelder 2002, 310.
24
Schönfelder 2002, 308.
25
Schönfelder 2002, 308.
26
Joachim 1969, 97.
27
Schönfelder 2002, 311-312, Tab. 52.
28
Schönfelder 2002 , 313-314.

6
Die Teile könnten durch eine intentionelle Zerstörung, eine Demontierung vor der Verbrennung
oder durch eine gezielte Auslese des verbrannten Materials nicht mit ins Grab gelangt sein. Inso-
fern keine stellvertretende Auswahl von Gegenständen belegbar ist, lehnt Schönfelder die Be-
zeichnung als Pars pro toto ab29.

Sowohl ein Teil der Wagengräber, als auch einige der Pars pro toto-Bestattungen, sind Frauen-
gräber, wie anthropologische Untersuchungen und geschlechtsspezifische Beigaben belegen30.
Auch wurden in einigen Fällen Kinder allein oder zusammen mit Erwachsenen in Wagengräbern
bestattet31. Die Deutung des Wagens als Waffe muss aus diesem Grund in Frage gestellt wer-
den32. Ein Großteil der frühlatènezeitlichen Wagengräber ist mit Angriffs- und Schutzwaffen
ausgestattet. Von den Bestattungen der Jüngeren Latènezeit weisen die ostkeltischen, mindestens
die Hälfte der mitteleuropäischen und solche mit vierrädrigen Wagen ebenfalls Waffenbeiga-
ben33 auf. Auch hier bleibt die Deutung des Wagens als Teil der Bewaffnung und somit die Be-
nennung als Streitwagen letztendlich fraglich.

Bestattungen mit nur einem Zaumzeug werden als Reitergräber gedeutet34. Reitergräber sind in
der Latènezeit eine seltene und lokal begrenzte Sitte, welche vor allem im Rhein-Mosel-Raum
auftritt35. Sowohl das lückenhafte Fundbild als auch die sehr unterschiedliche Ausstattung mit
Beigaben ermöglichen für die Reitergräber keine soziale Zuweisung36. Neben reinen Reitergrä-
bern mit einzelner Trense und Sporen kommen auch Wagengräber mit zusätzlichem Zaumzeug
für ein Reitpferd vor. Am Ende der Latènezeit scheint sich jedoch ein Wandel von Wagen- zu
Reitergräbern abzuzeichnen37.

2.3. Keltische Wagen in Dänemark

Auch in der Jastorf-Kultur, welche nördlich und östlich an das Arbeitsgebiet anschließt, finden
sich Wagen die ebenfalls keltisch beeinflusst sind. Hier sollen aufgrund ihrer besonderen Voll-
ständigkeit zum einen das Wagengrab von Husby und zum anderen die Wagenfunde von Dejb-
jerg kurz vorgestellt werden.

Ein reich ausgestattetes Grab mit nahezu vollständiger Wagenbeigabe findet sich in Husby, Kr.
Schleswig-Flensburg. Das Grab (Nr. 1033) in Form einer Steinkiste wurde im Jahr 1960 im

29
Schönfelder 2002, 315.
30
Schönfelder 2002, 314, 319, Tab. 52, Tab. 53
31
Schönfelder 2002, 316, Tab. 53.
32
Schönfelder 2002, 321.
33
Schönfelder 2002, 325.
34
Schönfelder 2002, 312, 321.
35
Schönfelder 2002, 324-325, Abb. 193.
36
Schönfelder 2002, 325.
37
Schönfelder 2002, 325.

7
Rahmen der Notgrabung eines Urnenfriedhofes entdeckt38. G. Busch untersuchte die rechteckige
Grabanlage, welche etwa Nord-Süd ausgerichtet war und nicht über einen Deckstein, sondern
über eine Holzdecke verfügte. Südlich im Grab fanden sich eine Urne, ein Stein und ein kreuz-
förmiger Bronzebeschlag sowie ein Bronzekessel, der ebenfalls als Leichenbrandbehälter genutzt
wurde. Die beiden Urnen könnten nachträglich beigesetzt worden sein oder sich oberhalb der
Holzdecke befunden haben und so später in die Kammer gelangt sein39. Der Bronzekessel
stammt wahrscheinlich aus dem ostalpinen Raum und wurde einige Generationen vor dem Zeit-
punkt der Beisetzung gefertigt40, worauf einige Flickstellen hinweisen.

Einen Großteil des Fundmaterials bilden die Eisenteile, welche als Wagenteile angesprochen
werden können, dazu gehören mit Sicherheit Radreifen, Nabenringe, Achsnägel und Felgen-
klammern. Weitere Eisenteile wie Stangen, Bolzen, Nägel und Beschläge gehören wahrschein-
lich auch zum Wagen. Die Teile wurden vermutlich zerstört, verbrannt und eher zufällig im Grab
angeordnet41. Durch Vergleiche mit Funden aus Dejbjerg und La Tène lassen sich weiterhin
Langfuhr- und Deichselbeschläge identifizieren42. Die Felgen scheinen warm und somit ohne
Nägel aufgezogen worden zu sein, also mit einer Technik die zuerst in der Frühlatènezeit auf-
trat43. Der Wagen, der sich durch die reichliche Verwendung von eisernen Beschlägen und Stä-
ben auszeichnet, wurde, wie die Konstruktionsweise nahe legt, nach keltischem Vorbild gefer-
tigt44. Dem Grab wurde auch Pferdegeschirr beigegeben. Dabei handelt es sich um zwei gebro-
chene Trensen mit je zwei unterschiedlich großen Ringen an den Seiten.

Die Beigaben der Steinkiste bieten keine näher datierbaren Anhaltspunkte. Nach einer allgemei-
nen Einordnung von norddeutschen und dänischen Wagengräbern in die Mittlere und Jüngere
Vorrömische Eisenzeit wird durch die beiden Urnen ein terminus ante quem gegeben. Demnach
stammt das Wagengrab aus einer Phase zu Beginn der Mittleren Vorrömischen Eisenzeit45.

Zwischen 1880 und 1883 wurden in einem Moor bei Dejbjerg in Mitteljütland metallene und
hölzerne Teile von zwei Wagen gefunden. Die Zuordnung der gefundenen Teile zu den Wagen
erfolgt anhand der Verzierungen auf den bronzenen Beschlägen. So werden die keltischen Mus-
ter mit Parallelen in der Oppidakultur dem aufwendigeren Wagen II zugeordnet, während nordi-
sche Ziermotive dem Wagen I zugerechnet werden46. Demnach scheint der Wagen II nach kelti-
schem Vorbild gefertigt worden zu sein, wobei sein Fertigungsort unklar bleibt47. Der andere
Wagen hingegen gehört somit einer „nordischen Variante“ an. Er weist eine leicht veränderte

38
Raddatz 1967, 7. 9.
39
Raddatz 1967, 11.
40
Raddatz 1967, 22.
41
Raddatz 1967, 27.
42
Raddatz 1967, 28.
43
Raddatz 1967, 32-33.
44
Raddatz 1967, 35.
45
Raddatz 1967, 42. – d.h. dem Abschnitt A nach Hachmann 1960, 162-164, Abb. 54.
46
Nummerierung nach Harck 1988, 102; Verzierungen vgl. ebd. Abb. 6.
47
Schönfelder 2002, 105.

8
Konstruktion auf, verfügt aber gleichzeitig über einzelne keltische Zierelemente48. Hier lassen
sich andere Kontaktarten zur Latènekultur vermuten49, die möglicherweise völlig von der kelti-
schen „Wagenvorstellung“ losgelöst sind. Beide Wagen sind vierrädrig und zumindest der Wa-
gen II ist in die Stufen D1b bis D2 der Latènezeit datierbar50.

Aufgrund der völlig anderen Verzierungsart der Dejbjerger Wagen mit bronzenen, statt eisernen
Beschlägen und der aufwendigen Ornamentierung dieser, kann keine direkte Parallele zwischen
den Funden von Husby und Dejbjerg gezogen werden. Zusätzlich verweist auch die Niederle-
gung der Dejbjerger Wagen im Moor auf einen möglicherweise anderen Verwendungszweck.
Die Funktion der Wagen im germanischen Raum ist schwer zu bestimmen. Die reiche Ausstat-
tung, wie etwa in Husby mit einem Bärenfell, macht eine Verwendung zu Repräsentationszwe-
cken wahrscheinlich51. Dennoch bleibt eine Vielzahl von möglichen Nutzungen, darunter etwa
religiöse oder herrschaftliche Repräsentation oder ein Zusammenhang mit dem Toten- und Op-
ferkult. Die Beigabe von Wagen stellt auch in diesem Raum eine exzeptionelle, jedoch keine
einmalige Prozedur dar. Auch aus Kraghede, Nordjütland und aus Langå auf Fünen sind ähnliche
Wagengräber bekannt52. Weitere keltischinspirierte Wagenteile wurden in Siedlungsgrabungen
entdeckt, etwa bei Fredbjerg, Nordjütland und Dankirke in Südjütland.

3. Das Fundmaterial

Das zu untersuchende Fundmaterial des nordwestdeutschen Raumes gliedert sich in Wagenteile


und Pferdegeschirr, sowie weitere Metallteile deren Zuordnung und Rekonstruktion unsicher
sind. Wie sich anhand von einigen Vergleichsfunden zeigen wird, gibt es für viele Stücke gute
Parallelen in der Latènekultur. Der umfangreiche Formenschatz des Südens wird im Norden je-
doch nicht in vollem Umfang umgesetzt.

3.1. Wagenteile

Teile der Radkonstruktion wie Radreifen, Nabenringe, Felgenklammern und Achsnägel, sind im
Fundgut verhältnismäßig gut zu identifizieren und stellen demnach die einzigen mit Sicherheit
bestimmbaren Wagenteile (Tab. 1) im Arbeitsgebiet dar.

48
Schönfelder 2002, 105.
49
Schönfelder 2002, 105.
50
Schönfelder 2002, 102.
51
Raddatz 1967, 25-26, 55.
52
Jensen 2006, 195-202.

9
3.1.1. Radreifen, Nabenringe und Felgenklammern

Radreifen (Abb.1) sind im Arbeitsgebiet in drei Exemplaren bekannt. Sie stammen aus zwei De-
ponierungen auf der Amelungsburg bei Langenfeld53, Hessisch Oldendorf, Ldkr. Hameln-
Pyrmont. Die eisernen Reifen sind einfach bandförmig und weisen keine Nagellöcher auf. Dem-
nach sind sie latènezeitlich zu datieren, da sie wohl in heißem Zustand auf die hölzernen Biege-
felgen gezogen worden sind54. Ähnliche ungenagelte Radreifen sind z.B. auch aus dem Wagen-
grab von Boé bekannt und typisch vor allem für die jüngerlatènezeitlichen Wagengräber55.

Die rundgebogene hölzerne Felge wurde manchmal zusätzlich an der „Schnittstelle“ mit einer
Felgenklammer verstärkt. Obwohl dieses Element konstruktionstechnisch nicht notwendig war56,
finden sich drei verschiedene Typen von Felgenklammern.
Eine eiserne Klammer aus Osnabrück-Hellern (Abb. 15) weist noch Reste eines Nagels auf und
ist als Felgenklammer anzusprechen57. Sie besitzt keine mittlere Rippe wie bei den Typen Stra-
donice und Husby, sondern ist dem einfachen bandförmigen Typ zuzuschreiben, wie er etwa
auch in Manching58 in zwei Exemplaren gefunden wurde.

Um die hölzerne Nabe wurden metallene Nabenringe (Abb. 2) gelegt. Ein einzelner, bronzener
Nabenring von der Amelungsburg weist Abnutzungsspuren des Achsnagels, jedoch keine typo-
logisch relevanten Merkmale auf59. Nur aufgrund der Fundsituation ist er der Latènezeit zuzu-
ordnen. Drei weitere Nabenringe wurden, laut den beiden Detektorgängern, im Umfeld der
Ahlsburg bei Einbeck, Ldkr. Northeim gefunden60. Die drei Ringe aus Bronzeguss wurden inten-
tionell zerschlagen und sind nur fragmentiert erhalten. Zusätzlich weisen sie Schmelzspuren auf,
welche möglicherweise von einem Scheiterhaufen stammen61. Alle weisen eine Breite von 4,3 -
4,5 cm auf und verfügen über je drei Rippen. Die beiden äußeren Rippen sind immer niedriger
als die Mittelrippe62. Das Höhenverhältnis der Rippen zueinander ist bei jedem der Ringe unter-
schiedlich. Der Zweite verfügt zusätzlich über flächendeckend umlaufende Rillen auf der Au-
ßenseite, welche möglicherweise durch eine Bearbeitung auf der Drehbank zustande kamen63.
Zwar weisen die Stücke einige Unterschiede auf, doch aufgrund ihrer übereinstimmenden Me-
tallzusammensetzung, werden sie dennoch zusammen hergestellt worden sein64. Dies legt auch

53
Cosack 2008, 84.
54
Cosack 2008, 84.
55
Schönfelder 2002, 108, 134.
56
Schönfelder 2002, 144.
57
Friederichs 2007, - 52-53.
58
Schönfelder 2002, Abb. 91,6-11.
59
Cosack 2008, 85.
60
Cosack 2002, 222.
61
Cosack 2002, 223.
62
Cosack 2002, 220.
63
Cosack 2002, 220, Abb. 5f.
64
Cosack 2002, 220, Tab. 1.

10
nahe, dass sie für denselben Wagen hergestellt wurden. Ähnlich ausgeprägte Rippen weisen auch
Nabenringe aus Armentières-sur-Ourcq und Sanzeno auf65.

3.1.2. Achsnägel

Im Arbeitsgebiet finden sich sieben Achsnägel (Abb. 3), die recht eindeutig vier latènezeitlichen
Typen zugeordnet werden können. Auf der Amelungsburg fand sich ein Paar, welches zwar zu-
sammen gefunden wurde, jedoch deutliche Unterschiede aufweist66. Beide besitzen einen halb-
mondförmigen Kopf und einen gebogen Stift. Der eine ist schlicht aus einem Stück halbmond-
förmig gestaltet, wie unter anderem auch Stücke aus Manching67. Der andere weist auf der Un-
terseite der „Sichel“ eine Kante auf, wie sie auch bei Achsnägeln aus La Mailleraye sur-Seine
und Verna vorkommt68. Ähnlich dem Stück aus Verna sind die Enden der Sichel gerade gestal-
tet.

Ein Achsnagel mit rechteckigem Kopf und gebogenem Stift aus Wildeshausen-Pestruper Heide69
findet einige Parallelen etwa in Stücken aus Manching und Nanterre70. Anders als viele Stücke
des rechteckigen Typs weist er jedoch keine Verzierung auf. Auch auf der Pipinsburg bei Oster-
ode am Harz wurde ein Achsnagel mit rechteckigem Kopf gefunden71. Er besteht aus Eisen und
verfügt über einen bronzeplattierten Kopf, der jedoch unverziert ist.

Auf der Schnippenburg bei Osnabrück fand sich ein einzelner Achsnagel mit halbrundem Kopf
und geradem Stift72, wie er z.B. auch in Manching nachgewiesen ist.

In Osnabrück-Hellern wurde ein Achsnagel mit bronzenem Zierkopf gefunden73. Die plastische
Verzierung zeigt drei Spiralen. Um einen ähnlichen Zierkopf könnte es sich auch bei einem
bronzenen Fragment von der Barenburg handeln74. Das Stück liegt nur noch im Foto vor und
verfügt über eine plastische geometrische Verzierung mit drei Buckeln. Achsnägel mit plasti-
schen geometrischen, aber auch figürlichen Verzierungen kommen mehrfach vor. Sie sind je-
doch alle sehr unterschiedlich. Zwei Beispiele mit geometrischem Dekor finden sich z.B. in
Berching-Pollanten und Basel/Gasfabrik75. Diese anscheinend regionale Variante76 von Achsnä-

65
Schönfelder 2002, Abb. 96,2.7-8.
66
Cosack 2008, 84.
67
Schönfelder 2002, Abb. 108, 1-9.
68
Schönfelder 2002, Abb. 107, 6.8.
69
Nortmann 1983, 71
70
Schönfelder 2002, Abb. 102.
71
Schlüter 1975, 51–52.
72
Möllers 2009, 48.
73
Friederichs 2007, - 52-53.
74
Cosack 2008, 84-85.
75
Schönfelder 2002, Abb. 112,4-5. – Schäfer 2010, 123-125, Abb. 84.
76
Schäfer 2010, 123-125, Abb. 84.

11
geln mit rippen- und spiralverziertem Bronzekopf kommt im süddeutsch-schweizerischen Raum
vor und zeigt deutliche Parallelen zum Fund aus Osnabrück-Hellern.

Nach Betrachtung der gesicherten Wagenteile sind zunächst nur zwei Gräber im Arbeitsgebiet
als Wagengräber zu bezeichnen. Sowohl ein Grab in Osnabrück-Hellern, als auch eines in Wil-
deshausen-Pestruper Heide sind durch einen Achsnagel zuverlässig zu identifizieren.

3.2. „Technisches Metall“

Weitere eiserne Gegenstände, welche keine Trachtbestandteile oder Toilettegerät darstellen,


wurden von Nortmann als „technisches Eisen“ 77 bezeichnet. In einigen Fundgruppen erkennt er
dabei Wagenteile, die im Folgenden beschrieben werden und durch ähnliche Funde im Arbeits-
gebiet ergänzt werden.

3.2.1 Ösenstifte

Ösenstifte in einfacher vierkantiger Form mit großem Ösenkopf sind im Arbeitsgebiet in sechs
Exemplaren sicher belegt. Sieben Fragmente (Abb. 4) weisen noch das typische gegen Zug gesi-
cherte Ende auf. Ein Stift aus Emstek-Garther Heide besitzt ein umgebogenes Ende, ebenso Ex-
emplare aus Espelkamp-Frotheim und Isselburg-Heelden. Das Ende eines Stücks aus Haldern-
Düne ist ebenfalls umgebogen, jedoch handelt es sich hier möglicherweise um eine von zwei
Henkelattaschen78 (Abb. 4,3. 5,4). Eine andere Gruppe hingegen verfügt über ein aufgenietetes
Plättchen, dazu gehören ein Ösenstift aus Wildeshausen-Pestruper Heide und einer aus Wester-
kappeln (Abb. 16). Je ein Exemplar aus Haldern-Colettenberg und Hiddenhausen-Eilshausen
besitzen ebenfalls ein Ende mit Nietplatte.

Bei einigen weiteren Fragmenten (Abb. 5) könnte es sich ebenfalls um Ösenstifte handeln. Dazu
gehören Ösenfragmente aus Dötlingen-Klattenhof, Dötlingen-Barel, Emstek-Garther Heide,
Haldern-Düne und Haldern-Ebersberg. In Espelkamp-Frotheim und Haldern-Colettenberg wur-
den je drei Ösenfragmente gefunden.
Fragmentierte Stifte mit Ösenkopf (Abb. 6) fanden sich auch auf der Schnippenburg in drei Ex-
emplaren. Einen der Stifte deutet Möllers als möglichen Feuerstahl (Abb. 6,3). Ein Ösenstift mit
ähnlich massivem Mittelteil wurde auch auf der Pipinsburg gefunden.

77
Nortmann 1983, 70.
78
Schönfelder 2002, 392.

12
Die drei Endfragmente (Abb. 6) aus Wildeshausen-Pestruper Heide und Lingen-Mundersum,
sowie eines aus Espelkamp-Frotheim weisen ein aufgenietetes Plättchen auf. Sie könnten zu Ö-
senstiften oder auch zu anderen Stiften mit Nietplatte gehört haben, wie sie auch in Osnabrück-
Hellern (Abb. 15) und mit zwei Nietenden in Haldern-Colettenberg (Abb. 6,8) gefunden wurden.

In den westfälischen Gräbern kommen noch weitere Formen vor, welche von Bérenger ebenfalls
als Ösenstifte bezeichnet werden. Diese Stücke mit offener oder „angelehnter“ Öse bzw. solche
mit bandförmigem Schaft ordnet er jedoch zwei anderen Gruppen zu und schreibt ihnen eine
andere Funktion zu79. Stücke der zweiten Gruppe kommen in Hiddenhausen-Eilshausen80 und
Bielefeld-Jöllenbeck vor. Die dritte Gruppe ist in Espelkamp-Frotheim und Lengerich-Wechte
vertreten und möglicherweise als Teil einer Scharnierkonstruktion zu deuten.

Neben diesen einfachen Ösenstiften, die aus zahlreichen keltischen Fundkontexten bekannt
sind81, wurden auch gegabelte Ösenstifte gefunden. Ein Fragment von der Barenburg82 besteht
aus einem bronzenen Hundekopf aus dem zwei tordierte Eisenstäben herausragen. Ähnliche Ob-
jekte mit tordierten Stäben fanden sich auch in Nanterre und Manching83.

3.2.2. Ringbolzen und Nägel

Vierkantige Nägel mit kleinem Ösenkopf, welche häufig auch kürzer sind, werden von Nort-
mann, Jacobi und Haffner gesondert behandelt84. Die acht bekannten Exemplare (Abb. 7) im
Arbeitsgebiet, davon zwei Paare, unterscheiden sich von den Ösenstifen vor allem durch die na-
gelartige, nicht umgebogene Spitze.

In vielen Gräbern wurden eiserne Nägel gefunden, wobei die Stückzahl stark variiert. Der Schaft
ist vierkantig und häufig bandförmig. Ein Großteil der Nägel besitzt einen einfachen hakenför-
migen, rechtwinklig umgeschlagenen Kopf, während ein kleinerer Teil über einen gespaltenen
und in entgegengesetzte Richtungen umgeschlagenen Kopf verfügt. Neben diesen einfach ausge-
führten Nägeln wurde nur ein einziger kleiner, gesenkgeschmiedeter Nagel (Abb. 8,5) gefunden,
der ein Zierblech hält. In Westfalen und am Niederrhein wurden hingegen auch Nägel mit run-
den Köpfen gefunden, die flach oder leicht kegelig ausgeprägt sein können. In Westerkappeln
wurden drei Nägel mit viereckigem Plattenkopf gefunden85.

79
Bérenger 2000, 152-153.
80
Freundliche Mitteilung durch Dr. D. Bérenger.
81
Schönfelder 2002, Abb. 118.
82
Kat. 6n.
83
Schönfelder 2002, Abb. 119, Abb. 120,2.
84
Nortmann 1983, 71. – Haffner 1969, 112-114. – Jacobi 1974, 230.
85
Gaffrey 2010, 132.

13
3.2.3. Beschläge und Klammern

In einigen Gräbern finden sich auch Beschläge in Form von Blechen oder Klammern. Etwa in
Gräbern von Osnabrück-Hellern und in Goldenstedt-Einen86. In Einen fanden sich neben 63 ei-
sernen bandförmigen Krampen einige bronzene Blechfragmente, welche ursprünglich auf eine
hölzerne Unterlage genagelt waren. In zwei Gräbern in Emstek-Gartherfeld fanden sich ebenfalls
zwei eiserne Klammern. Weitere einfache U-förmige Klammern wurden Lahde-Hauptschule und
in mehreren Gräbern von Bielefeld-Jöllenbeck gefunden. Meist finden sich nur einzelne Klam-
mern, außer im Situla-Grab von Döhren mit drei Exemplaren87.
Zwei Exemplare setzen sich durch ihre Gestaltung von den einfachen Klammern ab. Ein Stück
aus Bielefeld-Jöllenbeck besitzt einen runden Mittelteil und findet nur wenige Parallelen in der
Latènezeit88. Die zurückgebogenen Schenkel einer Klammer aus Bielefeld-Heepen könnten für
einen Durchzugsbügel sprechen89. Weitere nicht näher identifizierbare Beschlagteile finden sich
z.B. in Hiddenhausen-Eilshausen in Form von Blechfragmenten und in Espelkamp-Frotheim als
ein Eisenband.

3.3. Pferdegeschirr

Teile des Pferdegeschirrs (Abb. 9–10.13; Tab. 2) kommen im Arbeitsgebiet nicht in Gräbern vor.
Sie finden sich insbesondere im Zusammenhang mit Befestigungen, wo sie ursprünglich vermut-
lich häufig Bestandteil von Depots waren. Auch hier verweisen vergleichbare Funde im Bereich
der Latènekultur auf keltische Einflüsse in den nordwestdeutschen Gruppen.

3.3.1. Trensen

Auf der Pipinsburg wurde eine eiserne Trense mit großen runden Trensenringen gefunden90. Die
Gebissstange ist gebrochen, wobei die beiden Glieder einen runden Querschnitt und eine Profi-
lierung aufweisen. Eine sehr ähnliche Profilierung trägt auch eine Trense aus Manching91. Zwei
Fragmente von der Barenburg besitzen neben je einem Ösenende, ebenfalls eine leicht kugelför-
mige Profilierung und können wohl als Teile von Gebissstangen gedeutet werden92. Ein großer

86
Friederichs 2007, 52. – Nortmann 1983, Kat. 391.
87
K. Günther 1981, 54, Abb. 5.
88
Bérenger 2000, 153.
89
Bérenger 2000, 153.
90
Schlüter 1975, 52.
91
Schönfelder 2002, Abb. 157.
92
Cosack 2008, 84.

14
runder Ring und ein kleines Fragment mit Öse können ebenfalls als Bestandteile einer Trense
angesprochen werden.

Eine einfache gebrochene Trense wurde auf der Amelungsburg gefunden. Sie besitzt vierkantige
Gebissglieder und große runde Trensenringe. Auf der Pipinsburg wurden ebenfalls zwei vierkan-
tige Stangenglieder entdeckt93. An einer der Ringösen befindet sich ein kleiner Ring, der wohl
ursprünglich geschlossen war. Dieses Fragment könnte ebenso als Trense gedeutet werden. Ein
ähnliches vierkantiges Stangenfragment mit zwei beschädigten Ösen wurde auf der Barenburg
gefunden94.

Weiterhin kann ein tordiertes Fragment von der Barenburg als Teil einer Gebissstange angespro-
chen werden95. Von der Schnippenburg ist ebenfalls eine Trense mit gebrochener tordierter Ge-
bissstange bekannt96. Auf beiden Seiten sind zwei kleine Ringe und zwei Verbindungsglieder
erhalten. Zusätzlich ist an den äußeren Ösen der Gebissstange je ein U-förmiges Eisen ange-
bracht. Zwischen den beiden Armen des Eisens befindet sich ein bewegliches Bronzeblech, wel-
ches durch bronzene Nietplatten an den Enden des Eisens gestoppt wird.

3.3.2. Zierelemente

Im Arbeitsgebiet wurden zehn bronzene und eine eiserne Zierscheibe (Abb. 10) gefunden. Dar-
unter sind kleine Stücke wie auf der Amelungsburg und größere wie von der Barenburg97. Alle
weisen eine Riemenlasche an der Rückseite auf. Auf der Amelungs- und der Barenburg wurden
einfache, unverzierte Stücke gefunden. Auf der Schnippenburg98 kommen Zierscheiben mit
Kreisornamenten und einzelnen Buckel vor.

Auf der Schnippenburg wurde im Zusammenhang mit der Trense ein kleines bronzenes Zier-
blech (Abb. 13,3) mit länglicher Form gefunden99. Es trägt ein Wellenmuster an der einen
Langseite und eine Ritzverzierung an der anderen Seite. Erhalten sind auch noch zwei kleine
Niete zur Befestigung des Beschlags. Eine weitere Art der Verzierung, die auch zum Pferdege-
schirr gehörte, waren halbmondförmige Anhänger (Abb. 13,1-2). Auf der Barenburg wurden
zwei Exemplare gefunden100, von denen beide einen tropfenförmigen Mittelteil besitzen und
eines zusätzlich kleine Punktkreisornamente trägt.

93
Schlüter 1975, 52.
94
Cosack 2008, 84.
95
Cosack 2008, 84.
96
Möllers 2009, 73-74.
97
Cosack 2008, 84, Tab. 9.
98
Möllers 2009, 75.
99
Möllers 2009, 74.
100
Cosack 2008, 84.

15
4. Rekonstruktion und Verwendung der Teile

Die Rekonstruktion der jüngerlatènezeitlichen Wagen ist aufgrund der aufkommenden Mit-
verbrennung auf dem Scheiterhaufen schwierig und kann nur mit Hilfe von Vergleichen mit
frühlatènezeitlichen Funden erfolgen. Die Rekonstruktion der Verwendung des „technischen
Metalls“ ist problematisch und wird anschließend erörtert.

4.1. Die keltischen Wagen

Prinzipiell können sämtliche Teile des Wagens ohne Verwendung von Metall, komplett aus Holz
hergestellt werden101. Einige hölzerne Teile neigen zwar zu schnellerem Verschleiß102, können
aber auch verhältnismäßig leicht ersetzt werden. Nicht nur die optionale Verwendung von Me-
tallteilen, sondern auch die unregelhafte Überlieferung, welche durch das Totenritual oder den
Erhaltungszustand beeinflusst sein kann, sorgt für ein unklares Fundbild und erschwert die Re-
konstruktion.

Bei der latènezeitlichen Radkonstruktion wurden generell Biegefelgen verwendet103. Für diese
Speichenräder wurden Felgen aus einem Stück Holz gebogen und außen mit einem eisernen
Radreifen umschlossen. In der Frühlatènezeit wurde in manchen Fällen der überlappende Ab-
schnitt zusätzlich mit einer metallenen Felgenklammer gesichert. Noch bis in die Mittelatènezeit
wurden auch Nägel zur Sicherung verwendet104. Notwendig war diese Art der Sicherung nicht,
da die Spannung der Felge gegen den Radreifen ausreichte105.
Die Naben wurden ein- oder zweiteilig aus Holz gefertigt und häufig von metallenen Nabenrin-
gen umschlossen. Für gewöhnlich besaß die Nabe auf jeder Seite einen Nabenring106. Die Na-
benringe können im heißen Zustand auf die Naben gezogen werden und bedürfen dann keiner
weiteren Befestigung. Die latènezeitlichen Nabenringe sind im Vergleich zu den hallstattzeitli-
chen einfacher, mit weniger Dekor gestaltet und häufig aus Eisen hergestellt. Eine besondere
Gruppe bilden die Nabenringe mit Rippen107, welche zumeist aus Bronze und seltener aus Eisen
gefertigt sind. Die meisten bronzenen Stücke sind gegossen und nachträglich bearbeitet worden.
Wenige bestehen aus profiliertem Blech. Die Verzierung kann aus einer, zwei oder drei Rippen
bzw. Wülsten bestehen.

101
z.B. auch ein hölzerner Achsnagel aus Theley, Schönfelder 2002, 166.
102
Schönfelder 2002 158, 275-276.
103
Schönfelder 2002, 277.
104
Schönfelder 2002, 277.
105
Schönfelder 2002, 144.
106
Schönfelder 2002, 147.
107
Schönfelder 2002, 150, 152.

16
Die Achsen, welche immer aus Holz gefertigt sind, bestehen aus einem mittleren Achsblock und
zwei Achsschenkeln, welche die Naben halten108. Um die Räder auf der Achse zu halten wurden
sie außen mit Achsnägeln gesichert. Die eisernen Achsnägel der Frühlatènezeit waren häufig mit
rundem Stift ausgestattet, während die Exemplare der Jüngeren Latènezeit häufig einen recht-
eckigen besaßen109. Viele Achsnägel besitzen gebogene Stifte, die wahrscheinlich auch in einer
gebogenen Bohrung verwendet wurden. Eine eindeutige Entwicklung oder Datierung lässt sich
aus den gefundenen Achsnägeln nicht ableiten110.

Die Achsnägel stellen die vielfältigste Gruppe der Wagenteile. Neben den schon bei den Fund-
beschreibungen genannten Formen kommen noch solche mit brillenförmigen und halbrunden
Köpfen, sowie mit Ösen- und Schlaufenköpfen vor.

Für die Ösenstifte, im Besonderen solche mit Nietplatte, wurden schon verschiedenste Verwen-
dungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Abgesehen davon, dass sie grundsätzlich für zahlreiche
Verwendungen in Frage kommen, auch für solche ohne Bezug zum Wagenbau, haben zahlreiche
Funde von Ösenstiften in keltischen Wagengräbern dafür gesorgt, dass umgekehrt von Ösenstif-
ten auf die Existenz von Wagen geschlossen wurde.

Einer älteren Deutung zufolge dienten die Ösenstifte der Anspannung der Pferde mittels einer
„Sprengwaage“, welche quer unter der Deichsel angebracht war111. Viele Autoren bezeichnen
die Ösenstifte als Zügelhalter112. Ebenso wurde eine Verwendung als Haltegriff, etwa mit einge-
hängtem Riemen, vorgeschlagen113.
Stifte mit zwei Ösenenden wurden u.a. von Metzler und Furger-Gunti114 als Verbindungsstück
zwischen Achsblock und Wagenplattform rekonstruiert (Abb. 12). Ösenstifte mit Nietplatte, wie
sie im Arbeitsgebiet vorkommen, ersetzten schon ab der Frühlatènezeit diese Doppelösenstifte.
In der Frühlatènezeit treten sie zumeist paarweise auf, während sie in der jüngeren Latènezeit für
gewöhnlich in zwei unterschiedlich großen Paaren zusammen auftreten.

Treten Ösenstifte also in Gräbern in zwei Paaren auf, lässt sich ein Wagengrab auch ohne weite-
re Wagenbestandteile, wie häufig bei Gräbern im Rhein-Main- und Mittelrheingebiet, recht si-
cher nachweisen115. Dabei können zwei unterschiedliche Größen und eine Nietplatte am Ende
ebenfalls als ausschlaggebende Merkmale betrachtet werden.

108
Schönfelder 2002, 158.
109
Schönfelder 2002, 165.
110
Schönfelder 2002, 168.
111
Günther, Wagengräber, 12ff, Abb. 1,1a.
112
Gaffrey 2010, 132. - Stead, 1965, 260ff. – Jacobi 1974, 207-209.
113
Haffner, 31, 31f (Diskussion der Verwendungsmöglichkeiten).
114
Metzler, Gräberfeld, 173, Abb. 10. – Joachim 1969, 75 An. 10. – Schönfelder 2002, 189, Abb. 175-177.
115
Schönfelder 2002, 191.

17
Ösenstifte treten in vielerlei Formen und Größen auf. Neben der Ausführung mit Nietplatte sind
auch solche mit einfach oder doppelt umgebogenem Ende und des Weiteren mit spitzem Ende
bekannt. Den deutlichsten Hinweis auf eine Verwendung am Wagen geben diejenigen mit Niet-
platte und doppelt umgebogenem Ende, da sie über eine verhältnismäßig große Zugbelastbarkeit
verfügen. Stiften mit spitzem oder einfach umgebogenem Ende, sowie solchen mit nicht voll-
ständig geschlossener Öse, lässt sich diese Eigenschaft nicht zuschreiben. Für diese Stücke und
auch für die kleineren Ringbolzen sind eher andere Verwendungen denkbar. So lassen sich vor
allem fragmentierte Stücke auch als Schlüssel, Eimerösen oder Gürtelhaken interpretieren116.
Auch eine Nutzung für Scharnierkonstruktionen, wie sie etwa für Kästen und auch Särge denk-
bar ist, erscheint besonders durch die recht häufige Kombination mit Nägeln plausibel. Die klei-
neren Ringbolzen treten zumeist paarig auf, was etwa an eine Deckelkonstruktion denken lässt,
wohingegen die Ösenstifte grundsätzlich nur einzeln vorkommen und eine solche Deutung für
sie weniger logisch erscheint.
Grundsätzlich sind Bestattungen in metallbeschlagenen Särgen und auch solche mit Kästen als
Beigabe für die Latènezeit nachgewiesen117.

Nortmann erachtet für die kleineren Ringbolzen eine ähnliche Funktion wie die der Ösenstifte als
möglich118. Er verweist hierzu auf das paarige Auftreten sowie die geringe Länge, worin sie mit
den Vergleichsfunden im Rheinland übereinstimmen.

Rückschlüsse auf zwei- oder vierrädrige Wagen lassen sich anhand der (möglichen) Wagenteile
im Bearbeitungsraum nicht ziehen. Auch die Rekonstruktion der Wagen der Latènekultur wird
weiterhin diskutiert und mündet vorerst in einer Rekonstruktion von A. Furger-Gunti (Abb. 12),
die sich auch als praktikabel erwiesen hat. Die zweirädrigen Wagen der Latènzeit wurden wohl
weitgehend nach dem gleichen Konstruktionsprinzip gebaut. Einzelne Bauteile nehmen zwar
unterschiedliche Formen an, aber es kann keine chronologische Gliederung oder eine Abgren-
zung verschiedener Wagentypen abgeleitet werden119.

4.2. Anschirrung

Die Wagen wurden von einem Gespann mit zwei Pferden gezogen120, worauf u.a. auch die Bei-
gabe von paarigem Zaumzeug in Wagengräbern hindeutet. Auch in Pars pro toto-Bestattungen
kommen Paare von Zaumzeug vor. Die Pferde wurden mit Hilfe eines Joches an den Wagen ge-
spannt. Bestandteile des Jochs, insbesondere Zügelführungsringe, finden sich in keltischen Zu-

116
Schönfelder 2002, 194.
117
Haffner 1971, Grab 207, 276, Taf. 48.67. – Krämer 1985, Taf. 26. 37.
118
Nortmann 1982, 71.
119
Schönfelder 2002, 275, 281.
120
Schönfelder 2002, 220.

18
sammenhängen häufig121. Unter anderem kommen sie auch als stellvertretende Wagenbeigabe in
Pars pro toto-Bestattungen vor. Aus nordwestdeutschen Befunden sind Jochbestandteile weder
aus Gräbern noch aus anderen Zusammenhängen bekannt.

Die typische Trensenform ist die Ringtrense122, welche in der Frühlatènezeit zunächst mit U- und
C-förmigen Knebeln ausgestattet war. Meist handelt es sich in der Latènezeit um zweiteilige
bzw. gebrochene Gebissstangen, welche in der Mittellatènezeit häufig profiliert sind und in der
Spätlatènezeit hauptsächlich vierkantig gestaltet sind.

Durch die Anbringung von Phaleren und anderen Zierelementen wurden die Geschirre prunkvoll
ausgestattet. Ob die meist bronzenen, seltener eisernen Phaleren am Kopfgeschirr oder anderswo
am Geschirr befestigt wurden ist unklar. Aus latènezeitlichen Befunden und Darstellungen sind
keine diesbezüglichen Informationen zu gewinnen. Befunde aus Hochdorf und Darstellungen auf
einer Schwertscheide aus Hallstatt deuten beide Möglichkeiten an123, sind aber hallstattzeitlich.
Die Ausstattung des Pferdegeschirrs mit Phaleren ist in der Spätlatènezeit weitgehend ver-
schwunden, auch in Wagengräbern kommen sie deutlich seltener vor124.
Weitere Beschläge und vor allem eine Vielzahl von Anhängern können nicht mit Sicherheit dem
Pferdegeschirr zugeordnet werden. Bei dem Depot auf der Schnippenburg ist dieser Zusammen-
hang aber aufgrund der Fundumstände und der aufwendigen Trensengestaltung als gesichert zu
betrachten.

4.3. Hölzernes Grabinventar

Neben den verschiedenen Ösenstiften treten noch weitere Formen technischen Metalls in Grab-
inventaren auf. Nägel, Bleche und Klammern sind ebenso wie die Ösenstifte multifunktional
einsetzbar und sowohl als Teile von Wagen als auch anderer Holzkonstruktionen verwendbar.

Die Nagelformen lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Zur ersten Gruppe gehören die Nägel
mit einfach oder gespalten umgeschlagenen Köpfen. Ebenso solche mit flachen Köpfen, sowohl
runder als auch eckiger Form. Angesichts ihrer einfachen Gestaltung scheinen sie ausschließlich
praktisch-technischen Zwecken gedient zu haben.
Die Nägel mit plastisch ausgearbeiteten Köpfen bilden die zweite Gruppe. Diesen Nägeln mit
konischen, pyramidalen oder gewölbten Köpfen kann eine Zierfunktion zugewiesen werden125.

121
Schönfelder 2002, 224-228, Abb.151-152.
122
Schönfelder 2002, 251.
123
Biel 1985, Taf. 48. – Dehn 1970, Taf. 78f.
124
Jacobi 1985, 197.
125
Schäfer 2010, 132.

19
Nur zwei der Nägel im Arbeitsgebiet können in dieser Hinsicht gedeutet werden und stellen
möglicherweise Kästchenbeschläge dar126.

Den verschiedenen Blechen lassen sich ebenfalls sowohl konstruktive als auch dekorative Ver-
wendungsmöglichkeiten zuschreiben. Insbesondere bronzene Teile, wie etwa die aus Golden-
stedt-Einen werden eher eine Zierfunktion gehabt haben.

Zu welchen Konstruktionen die verschiedenen Klammern bzw. Krampen aus nordwestdeutschen


Gräbern gehörten ist ebenfalls ungeklärt. Die größeren Formen legen eine Verwendung an mas-
siveren Holzkonstruktionen nahe. Als solche wären etwa Grabkammern, Särge127 oder Totenbet-
ten128 denkbar. Kleinere Exemplare wurden als Konstruktionselemente von Urnendeckeln129
oder Kästen vorgeschlagen. Die hölzernen Kästen könnten als Leichenbrandbehälter130 oder als
Grabbeigabe verwendet worden sein. Die Klammern kommen jedoch meist nur einzeln vor, wo-
durch eine Mitgabe der Holzkonstruktion auf den Scheiterhaufen deutlich wahrscheinlicher ist
als ein spätere vollständige Beigabe ins Grab.

Grundsätzlich ist für die technischen Metalle auch eine Verwendung am Wagen denkbar. Ohne
zugehörige organische Befunde lassen sich die tatsächlichen Verwendungen jedoch kaum
bestimmen.

5. Zur Aussagekraft der Befunde

Zur Beantwortung der Frage nach einer Wagengrabsitte ist zunächst die Art der Grabbefunde
und ihre Datierung zu untersuchen. Des Weiteren kann anhand weiterer Funde von Wagenteilen
aus anderen Kontexten die grundsätzliche Bedeutung von Pferd und Wagen im nordwestdeut-
schen Raum näher analysiert werden. Da wenige Befunde eindeutige Funde enthalten und die
Gräber im Allgemeinen eher spärlich ausgestattet sind, muss das „technische Metall“ anhand der
Kombinationsanalyse bewertet werden.

126
Schäfer 2010, 132.
127
Haffner 1971, Grab 207, 276, Taf. 48.67. – Krämer 1985, Taf. 26. 37.
128
Günther 1981, 58.
129
Gustavs 1971, 279, 281, Abb. 8b.
130
Bérenger 2000, 153.

20
5.1. Art und Zeitstellung der Befunde

Die Einbeziehung von technischen Metallen in die Grabsitte scheint im westniedersächsischen


Bereich, soweit nachvollziehbar, mit den Scheiterhaufengräbern verknüpft zu sein131. In Ost-
westfalen und am Niederrhein mit Brandgruben- bzw. Brandschüttungsgräbern132. Die Befunde
können nur mit Hilfe der Beifunde datiert werden. Die Funde von zwei dreigliedrigen Terrinen,
einer Scheibenkopfnadel, einer Früh- und einer Mittellatènefibel, drei Hohlbuckelringen, einem
Gürtelbesatz, Klapperblechen, Zwecken, Spiralohrringen und zwei Wölper Gehängen ermögli-
chen eine Datierung der westniedersächsischen Gräber in die Mittlere Vorrömische Eisenzeit133.
Ähnlich verhält es sich mit den ostwestfälischen Gräbern, welche vornehmlich in die Zeitgruppe
4 und somit ebenfalls in die Mittlere Vorrömische Eisenzeit datieren134.

Die Gräber mit technischen Metallen zeichnen sich nicht als außergewöhnlich reich aus. Nur die
Beigabe des Metalls hebt diese von den anderen Gräbern ab. In der Latènekultur hingegen finden
sich die Wagenbeigaben in reicher ausgestatteten Gräbern und werden einer Elite zugeschrieben.
Die Verbrennung der Beigaben und die unvollständige Beisetzung der Scheiterhaufenreste allein
können jedoch kaum für diesen Umstand verantwortlich gemacht werden, da auch die Wagen
der Jüngeren Latènekultur mitverbrannt wurden135.

Eine mögliche Deutung für den Verbleib von zusätzlichen Wagenteilen und anderen Beigaben
könnten Depots von Scheiterhaufenbeigaben136 sein, die etwa zur Selbstausstattung im Jen-
seits137 oder als Materialhorte138 angelegt wurden. Die Depots grundsätzlich mit Bestattungen in
Verbindung zu bringen ist nicht möglich und auch nicht zielführend. An einigen Funden, etwa
den Nabenringen von der Ahlsburg, lassen sich jedoch eindeutig Feuereinwirkungen nachwei-
sen, welche durchaus auf einen Scheiterhaufen zurückzuführen sein könnten139.

Viele Funde, die bei den bisher genannten Befestigungen gemacht wurden, sind Einzelfunde und
nur in zwei Fällen wurden mit Sicherheit Depots mit Wagenteilen gefunden.. Der Zweck der
Niederlegung von zwei Depots auf der Amelungsburg140, mit zwei bzw. einem Radreifen, lässt
sich kaum bestimmen. Eines der Depots enthielt jedoch neben dem Radreifen ein Tüllenstemm-
eisen und eine zerbrochene Schere, so dass es sich möglicherweise um einen Materialhort von
Eisengegenständen handeln könnte.

131
Nortmann 1983, 72.
132
Nortmann 1983, 72.
133
Nortmann 1983, 72.
134
Béreger 2000, 156
135
Pare 2006, 65.
136
Cosack 2002, 223.
137
Capelle 2007, 242.
138
Cosack 2002, 223.
139
Cosack 2002, 223.
140
Kat. 4a.e; vgl. Tab. 1.

21
Pferdegeschirr aus Depots141 ist ebenfalls nur in zwei Fällen bekannt. Zum einen wurde auf der
Schnippenburg eine aufwendige Trense mit einem Zierbeschlag kombiniert gefunden, zum ande-
ren wurde auf der Amelungsburg ein kombiniertes Depot entdeckt, welches Werkzeug und Pfer-
degeschirr enthielt. Um ein klareres Bild von der Deponierungssitte im Umfeld der Burgen zu
erhalten und möglicherweise auch den Zweck der Niederlegungen besser beurteilen zu können
sind sicherlich umfangreichere Grabungen notwenig, wie sie etwa auf der Schnippenburg durch-
geführt wurden.

Unabhängig von den Umständen ihrer Niederlegung geben die Einzelfunde dennoch Informatio-
nen preis, da einige unter ihnen charakteristische Merkmale aufweisen. So verfügen etwa die
Nabenringe von der Ahlsburg142 mit ihren markanten Profilrippen und der halbrunde Achsnagel
von der Schnippenburg143 über gute Parallelen aus keltischen Kontexten. Ebenso die halbmond-
förmigen Achsnägel von der Amelungsburg144. Sämtliche Funde von Pferdegeschirr verweisen
ebenfalls auf keltische Einflüsse. Die einfachen Trensen in vierkantiger und profilierter Ausfüh-
rung finden etwa Parallelen in La Tène145. Die aufwendige, tordierte Trense von der Schnippen-
burg ähnelt Funden vom Dünsberg und von der Altenburg bei Niedenstein146 und datiert in die
Mittellatènezeit.

5.2. Kombinationen der Funde

Metallfunde, welche eindeutig als Wagenteile identifizierbar sind, werden im Arbeitsgebiet zu-
meist nicht im Zusammenhang mit anderen Wagenteilen gefunden (Tab. 1). In einigen Fällen
treten Paare eines Teils auf, wie etwa zwei Radreifen und zwei Achsnägel auf der Amelungs-
burg. Nur in zwei Fällen sind verschiedene Wagenteile kombiniert gefunden worden. Ein Grab
in Wildeshausen-Pestruper Heide enthielt neben einem einzelnen Achsangel eine größere Anzahl
von eisernen Nägeln und anderen Stäben. Eine umfangreichere Ausstattung enthielt ein Brand-
grubengrab in Osnabrück-Hellern. Es enthielt eine eiserne Felgenklammer und einen eisernen
Achsnagel mit bronzenem Zierkopf, weiterhin Beschläge, Krampen und nagelförmige Stücke.

Neben den wenigen Wagenteilen tritt eine deutlich größere Anzahl von technischen Metallen in
den Gräbern auf, deren Deutung jedoch schwierig ist. Gräber mit technischen Metallen treten
sowohl in Westniedersachsen und Ostwestfalen, als auch am Niederrhein auf. Ihre Anzahl bleibt
gemessen an der Gesamtzahl der Gräber jedoch eher gering.

141
Kat. 4d. 22g; vgl. Tab. 2.
142
Kat. 3a-c; Abb. 2. – Vgl. Schönfelder 2009, Abb. 96.
143
Kat. 22j; Abb. 3; vgl. Abb. 11. – Vgl. Schönfelder 2009, Abb. 109.
144
Kat. 4?; Abb. 3; vgl. Abb. 11. – Vgl. Schönfelder 2009, Abb. 107-108.
145
Abb. 9. – Schönfelder 2009,
146
Abb. 9. – Schulze-Forster 2007, Abb. 42. 49. – Möllers 2009, 74.

22
Die Ösenstifte treten im Arbeitsgebiet immer einzeln auf. Im Gegensatz dazu kommen sie in
keltischen Zusammenhängen gewöhnlich in Paaren vor. Für die Anbringung am Wagen wird
ebenfalls eine paarige Verwendung rekonstruiert147. In mindestens vier Fällen kommen sie in
Kombination mit einer Anzahl von Nägeln vor. Ebenso häufig jedoch auch völlig ohne andere
technische Metalle. Die kleineren Ringbolzen finden sich zum Teil paarig und meist in Kombi-
nation mit Nägeln. In vielen Gräbern beschränkt sich das technische Metall auf Funde von Nä-
geln, welche häufig in kleineren Mengen vorkommen und seltener in einer Menge von mehr als
fünf. Zu den ebenfalls schwer zu deutenden Funden zählen auch eiserne Klammern etwa aus
zwei Gräbern in Emstek-Gartherfeld und einem in Osnabrück-Hellern. Eine außergewöhnliche
Kombination fand sich auch in Goldenstedt-Einen, wo eine große Zahl von bandförmigen Kram-
pen zusammen mit Nägeln und bronzenen Zierblechen gefunden wurde.

Betrachtet man diese vorkommenden Kombinationen, bleibt zunächst festzuhalten, dass aus den
Befunden selbst kein Beweis für einen Wagen abgeleitet werden kann. Interessanterweise kom-
men die Ösenstifte, welche als einzige Fundgruppe innerhalb des „technischen Metalls“ als Indi-
katoren für eine Wagenbeigabe in Frage kommen, nicht in den beiden gesicherten Wagengräbern
des Arbeitsgebietes vor. Auf eine andere Konstruktionsweise der Wagen in Nordwestdeutsch-
land lässt sich jedoch nicht unbedingt schließen. Zumindest der Wagen aus Osnabrück-Hellern
ist aufgrund des Achsnagels eindeutig keltisch beeinflusst und wird mit großer Wahrscheinlich-
keit auch nach keltischer Bauart gefertigt worden sein.

6. Keltische Einflüsse in Nordwestdeutschland

Die Beeinflussung der nördlichen Randgebiete durch die Latènekultur wird eher gering einge-
schätzt. In der Vergangenheit wurden die Beziehungen hauptsächlich als importbasiert betrach-
tet. Neuere Funde werfen jedoch die Frage auf, ob es sich bei den „keltischen“ Funden in Nord-
westdeutschland tatsächlich überwiegend um importierte Güter handelt oder ob nicht eher eine
lokale oder regionale Eigenproduktion vorherrschte.

Zu den wenigen Funden denen sicher eine keltische Provenienz zugeschrieben werden kann ge-
hören etwa Bronzegefäße wie die Situla von Döhren. In Niedersachsen wurden noch drei weitere
Situlen des „rheinischen Typs“ gefunden, bei denen es sich wahrscheinlich um mittelrheinische
Imitationen von Situlen der Golasecca-Kultur handelt148. Ihre Herkunft kann jedoch ebenso wie
ihre Datierung nicht mit Sicherheit bestimmt werden149. Sie könnten in der Späthallstatt- oder
der Frühlatènezeit gefertigt worden sein, allerdings waren sie anscheinend sehr lange in
Gebrauch, wie zahlreiche Reparaturen anzeigen. Ganz ähnlich verhält es sich mit weiteren Bron-
147
Schönfelder 2002, 191.
148
Nortmann 1983, 37.
149
Nortmann 1983, 37. – Bérenger 2000, 140.

23
zegefäßen, darunter ein Bronzekessel und sieben Rippenzisten150. Alle diese Stücke wurden
letztlich als Urnen verwendet.

Ebenfalls importiert wurden keltische Waffen wie etwa eine Schwertkette, Lanzenspitzen- und
Schuhe die auf der Schnippenburg gefunden wurden151. Keltische Münzen und Drehscheibenke-
ramik zeigen ebenfalls einen Import keltischer Güter an. Besonders Tracht und Schmuck erfuh-
ren eine starke keltische Beeinflussung. Neben metallenen Schmuckstücken, insbesondere Ring-
schmuck und Fibeln, wurden vor allem Glaswaren importiert. Neben Perlen152 mit Spiralaugen-
zier, welche in Niedersachsen und Ostwestfalen vorkommen, finden sich solche mit Punktaugen-
zier ausschließlich auf der Schnippenburg.
Keltische Glasarmringe153 finden sich in Nordrhein-Westfalen relativ selten und in Niedersach-
sen sogar nur an vier Stellen. Die Mehrheit der Ringe, die sich auf wenige Typen beschränkt,
stammt aus Siedlungen, während Grabfunde deutlich seltener vorkommen.

Neben dem Import keltischer Güter fand eine ideelle Beeinflussung statt, welche sowohl zur
Ausbildung neuer Formen, als auch zu Änderungen von Glaubensvorstellungen führte. Die loka-
le Produktion von keltisch inspirierten Werkstücken spiegelt sich vornehmlich in Trachtbestand-
teilen wider.

Im Nordwesten zählen Fibeln und Ringschmuck zu den häufigsten Funden von keltisch beein-
flussten Trachtbestandteilen. Darunter sind etwa Halsringe mit Petschaftenden, Hohlbuckelringe,
noppenverzierte Armringe154 oder Buckelarmringe und -Beinringe155. Wie viele der Formen
scheinen auch die Tutulusnadeln aus den östlichen Frühlatènekulturen beeinflusst worden zu
sein156. Im ostwestfälischen Raum157 finden sich etwa eiserne Nachbildungen, welche den bron-
zenen Duxer Fibeln nachempfunden wurden, sowie Fragmente von Scheibenhalsringen mit e-
benfalls keltischem Ursprung. Armringe mit perlstabiger Profilierung finden sich in Ostwestfalen
und Niedersachsen158.

Auch technische Neuerungen gelangten in die nördlichen Randgebiete. Die zuvor importierte
Drehscheibenkeramik wurde auch an einheimischen Produktionsstätten gefertigt159, worauf
Scherben aus dem südniedersächsischen Bergland hinweisen. Die Befestigungstechniken der
Burgen gehen zwar bis auf bronzezeitliche Traditionen zurück, finden aber gute Parallelen vor

150
Nortmann 1983, 37, 39-40.
151
Möllers 2007a, 166. – Ders. 2007b, Abb. 8. 28. – Möllers 2009, 51; Karte 1.
152
Möllers 2009, 96; Karte 3.
153
Seidel 2005, 23-25; Abb. 7 ; Kat. 452-608.
154
Glüsing 1977, 58.
155
Möllers 2009, 96; Karte 2.
156
Glüsing 1977, 58. – Möllers 2009, 96; Karte 2.
157
Bérenger 2000, 140-148.
158
Bérenger 2000, 147. – Nortmann 1983, 45.
159
Raddatz 1981, 125-130.

24
allem in keltischen Oppida160. Die Idee und möglicherweise auch die notwendigen gesellschaft-
lichen Impulse scheinen in der Mittellatènezeit zur Gründung zahlreicher Burganlagen in den
nordwestdeutschen Mittelgebirgen geführt zu haben.

Weitere geistig-religiöse Impulse scheinen sich in veränderten Bestattungssitten und einer aus-
geprägten Deponierungssitte niedergeschlagen zu haben. Charakteristisch sind Depots mit Waf-
fen und Pferdegeschirrteilen. In Mitteleuropa treten Pferdegeschirr- und Wagenteile zumeist nur
unvollständig in Horten auf, d.h. in einzelnen Stücken161. So kommen Trensen und Phaleren ge-
wöhnlich getrennt vor. Vom Wagen wurden in der Regel Radreifen niedergelegt, während ande-
re Teile seltener vorkommen. Ebenso finden sich Teile der Bewaffnung in Horten normalerweise
in Einzelteilen162. Bei den Waffen handelt es sich häufig um Lanzen, die zudem regelhaft inten-
tionell zerstört worden sind.
Auch wenn die Gründe der Niederlegungen selten sicher bestimmt werden können, ist festzustel-
len, dass einen Großteil der latènezeitlichen Depots von Eisenhorte und Münzschätze ausge-
macht wird und somit eine tendentielle Bewertung der Deponierungen als Rohmateriallager
möglich ist163. Horte sind in Nordwestdeutschland im Vergleich zum Süden deutlich seltener164,
ihre Ausprägung stimmt aber mit denen der Latènekultur weitgehend überein.

Ob auch die Vorstellungen von Trinkkultur und Prestige, in diesem Zusammenhang auch Pferd
und Wagen als Statussymbol, übernommen wurden ist schwerlich zu beantworten. Auch wenn
Trinkgeschirr, sowie Pferdegeschirr und Wagenteile mit eindeutig keltischem Ursprung im
Nordwesten gefunden wurden, deuten die Befunde an, dass sie zumindest anders gehandhabt
wurden.

Insgesamt ist ein konzentrierter Latèneeinfluss für die Mittlere Vorrömische Eisenzeit festzustel-
len165. Während die Gesamtzahl der Importe in der älteren Eisenzeit gering bleibt und sich über-
wiegend auf Bronzegefäße und wenige Schmuckstücke beschränkt, steigt sie mit der Wende zum
3. Jahrhundert deutlich an. Sowohl die Entstehung neuer Tracht- und Bestattungsformen, als
auch das Aufkommen von Burgen fallen ebenfalls etwa in diesen Zeitraum.

VII. Fazit

Wie ist nun die Entwicklung der nordwestdeutschen Gruppen vor dem Hintergrund der La-
tèneeinflüsse zu bewerten? Schon in der Älteren Vorrömischen Eisenzeit verfügten diese Grup-

160
Schulze-Forster 2007, 121-124.
161
Kurz 1995, 37-41.
162
Kurz 1995, 34.
163
Kurz 1995, 121.
164
Kurz 1995, Abb.1. – Binding 1988, 41-48.
165
Bérenger 2000, 156–159. – Schlüter 2007, 297-298. – Schulze-Forster 2007, 139.

25
pen über einige Gemeinsamkeiten jedoch auch über zahlreiche kleinräumige Unterschiede. Sie
grenzen sich zunächst durch das Fehlen spezifischen Fundgutes der Jastorf- und Latènekulturen
ab. Der verstärkt einsetzende Latèneeinfluss mit Beginn der Mittleren Vorrömischen Eisenzeit
bewirkte eine kulturelle Veränderung der nordwestdeutschen Gruppen, sowohl auf großräumiger
als auch auf lokaler Ebene. So änderten sich die Bestattungssitten fast im ganzen nordwestdeut-
schen Raum. Die Aufnahme verschiedener Güterformen ist aber unterschiedlich ausgeprägt. Im-
porte keltischer Güter und die darauf folgende Eigenproduktion keltisch inspirierter Güter be-
wirkten eine Änderung der dinglichen und auch der geistigen Kultur. Es werden jedoch offen-
sichtlich nur ausgewählte Ideen übernommen und diese zudem mit einheimischen Traditionen
vermischt. Es lässt sich also festhalten, dass die nordwestdeutschen Gruppen keltische Einflüsse
aufnahmen, dass aber keine Assimilation stattfand. Insbesondere gesellschaftlich und wirtschaft-
lich scheint keine vollständige Anpassung erfolgt zu sein. Dieser Schritt wurde möglicherweise
nur an bestimmten Zentren im Mittelgebirgsraum vollzogen, wofür die Errichtung der Burgen
spricht.

Wie kann in diesem Zusammenhang die Frage nach einer Wagengrabsitte im nordwestdeutschen
Raum beantworten werden? Nach Analyse der gefundenen Wagenteile in Nordwestdeutschland
und Dänemark lässt sich ein keltischer Einfluss bezüglich des Wagenbaus mit Sicherheit feststel-
len. Einzelne Bauteilformen und die Konstruktion wurden nach keltischem Vorbild gefertigt.
Auch die Ausstattung des Pferdes/Reiters entspricht keltischen Mustern. Ob die Verwendung
von Wagen und Pferd über den Repräsentationszweck hinaus einer ähnlichen Ideologie unter-
worfen waren wie in der Latènekultur, lässt sich letztlich nicht beantworten. Zumal die Interpre-
tation des Wagenfahrers in der Latènekultur selbst noch nicht abschließend geklärt ist.

Die Einbeziehung des Wagens in das Totenritual kann für den nordwestdeutschen Raum nur
zweimal sicher nachgewiesen werden. Darüber hinaus kommen aber auch Gräber mit keltischen
Wagen in Norddeutschland und Dänemark vor.

Aus den Beigaben von technischem Metall lässt sich keine umfangreiche Wagengrabsitte ablei-
ten. Sämtliche Formen dieser Fundgattung sind grundsätzlich für vielfältige Zwecke einsetzbar.
Auch die nordwestdeutschen Ösenstifte, welche gute Parallelen in den Ösenstiften der keltischen
Wagen finden, können darüber hinaus gleichfalls anders verwendet werden. Insbesondere die
Stückzahlen des technischen Metalls in den Gräbern und die Kombination der verschiedenen
Formen ermöglichen keine präzise Deutung und unterscheiden sich von den keltischen Befun-
den. Ohne zusätzliche, genauere Befunde lässt sich eine Zweckbestimmung des technischen Me-
talls in den Gräbern nicht durchführen. Insofern kann nur die allgemeine Interpretation von höl-
zernen Grabeinbauten oder –Beigaben angeboten werden und ihre letztendliche Ausformung
offengelassen werden. Weiterhin müssen sämtliche Vorgänge beim Totenritual als beeinträchti-
gende Faktoren der Überlieferung bedacht werden, die eine mögliche Wagengrabsitte verschlei-
ern könnten.

26
Allerdings kann zunächst ein Beigabenkreis abgeleitet werden, der über verhältnismäßig zahlrei-
che metallene Beigaben und somit wohl ursprünglich hölzerne Beigaben verfügt. Diese Beiga-
bensitte im westlichen Niedersachsen und nordöstlichen Westfalen könnte durchaus auf keltische
Impulse zurückzuführen sein. Die schon genannten keltischen Einflüsse und die veränderten
Formen von Bestattungssitten und Totenzubehör scheinen in gewissem Maße chronologisch pa-
rallel stattgefunden zu haben.

In welcher Verbindung diese Gräber mit technischem Metall zu denjenigen am Niederrhein ste-
hen ist eine weitere ungeklärte Frage. Soweit dies anhand der bekannten Quellenlage zu beurtei-
len ist, finden sich keine gleichartigen Gräber im mittleren Teil Westfalens. Eine umfangreichere
Recherche von technischen Metallbeigaben im nördlichen Mitteleuropa wäre für weitere Aussa-
gen sicherlich notwendig, da derartige Beigaben vermutlich häufig nicht angemessen zur Kennt-
nis genommen wurden. Möglicherweise würde dadurch eine umfangreichere und weiträumigere
Beigabe technischen Metalls festgestellt. Zur Diskussion der Wagengrabsitte würde dies jedoch
nicht zwangsläufig beitragen, insofern keine eindeutigen Befunde hinzukämen.

Abschließend ist zu sagen, dass keine Wagengrabsitte für den nordwestdeutschen Raum
herausgestellt werden kann. Die vereinzelten Gräber mit Wagenbeigabe im nordwestdeutschen
und südskandinavischen Raum weisen recht große Unterschiede auf, so dass vermutlich nur eine
lokale, möglicherweise persönliche Vorliebe widergespiegelt wird. Dies deckt sich auch mit dem
Eindruck bezüglich der kleinräumig differierenden Reaktionen auf keltische Einflüsse.

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E. Sprockhoff, Pestruper Bronzen, In: Gandert.-Festschr. Berliner Beiträge zur Vor- und
Frühgeschichte 2 (Berlin 1959) 152-167.

Stampfuß 1931
R. Stampfuß, Grabfunde im Dünengebiet des Kreises Rees. Festschr. der Gesellschaft für
Niederrheinische Heimatforschung (Duisburg 1931).

Steffens 1965
H.-G. Steffens, Fünfzehn Grabhügel der vorrömischen Eisenzeit in der Gemeinde Ems-
tek, Kr. Cloppenburg. Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 34, 1965, 136-137.

Steffens 1970
H.-G. Steffens, Grabhügel der vorrömischen Eisenzeit im Niedersächsischen Verwal-
tungsbezirk Oldenburg. Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 39,1970, 104-125.

Steuer 2007
H. Steuer, Kulturgruppen der jüngeren vorrömischen Eisenzeit zwischen Keltiké und dem
südlichen Skandinavien. In: S. Möllers u.a. (Hrsg.), Keltische Einflüsse im nördlichen
Mitteleuropa während der mittleren und jüngeren vorrömischen Eisenzeit (Bonn 2007)
255-263.

Tackenberg 1934
K. Tackenberg, Die Kultur der frühen Eisenzeit in Mittel- und Westhannover. Die Urnen-
friedhöfe Niedersachsens 1, Heft 3/4 (Hildesheim, Leipzig 1934).

von Uslar
R. von Uslar, Ein spätlatènezeitliches Gräberfeld in Haldern bei Wesel. Bonner Jahrbü-
cher 148, 1948, 190-202.

von Schnurbein 2009


S. von Schnurbein (Hrsg.), Atlas der Vorgeschichte. Europa von den ersten Menschen bis
Christi Geburt (Stuttgart 2009).

Walther 1968
E. Walther, Die Grabfunde der jüngeren Bronze- und älteren Eisenzeit in Südoldenburg
(Münster unpubl. Diss. 1968).

33
Beiträge in Regionalmagazinen und Tageszeitungen

Gummel 1938a
H. Gummel, Der Urnenfriedhof mit Brandschüttungsgräbern in Osnabrück-Bellevue.
Niedersachsen 43, Sept. 1938, 373ff.

Gummel 1938b
H. Gummel, Unsere Heimat während der großgermanischen Zeit. Heimatblatt als Beil.
der Neuen Volksblätter, Osnabrück Nr. 8, 5. Nov. 1938, 1, Abb. 4-7.

Michaelsen 1938
Michaelsen, Oldenburger Staatszeitung 232 vom 28.8.1938, Beil. 1.

Pätzold 1959
J. Pätzold, Nordwest-Zeitung, Beil. Nordwest-Heimat 18/59 vom 12.09.1959.

34
9. Katalog

Schleswig-Holstein S. 36
Niedersachsen S. 36
Nordrhein-Westfalen S. 45

In den Katalog wurden nur solche Befunde mit Wagenteilen und großen Ösenstiften aufgenom-
men, zusätzlich einige Gräber mit Nägeln und Klammern. Weitere Formen mit Ösen scheinen als
Wagenteile nicht in Frage zu kommen und werden daher nicht aufgeführt.
Die Fundpunkte des Katalogs wurden aus der Literatur1 zusammengetragen. Nach Aussage von
Dr. Daniel Bérenger, LWL-Archäologie Bielefeld, gibt es aus Bielefeld-Jöllenbeck noch drei
unpublizierte Ösenstifte. Nur zwei davon kommen als Wagenteile in Frage.

Die Karte (Abb. 17) zeigt die Fundpunkte nach der Nummerierung des Katalogs. Die grünen
Markierungen stehen für die Burgen/Befestigungen, während die roten Gräberfelder kennzeich-
nen.

Abkürzungen

W Wagenteile und fragliche Wagenteile


P Pferdegeschirrteile
B Beifunde

angeschm. angeschmolzen Nachbestatt. Nachbestattung


Bsch. Bodenscherbe Q. Querschnitt
Bz., bz. Bronze, bronzen Rsch. Randscherbe
Dm. Durchmesser Rt. Rauhtopf
Eis., eis. Eisen, eisern Sch. Scherbe
FLT Frühlatèneschema Slg. Sammlung
FNr. Fundnummer SLT Spätlatèneschema
Fr., fr. Fragment, fragmentiert St. Stärke
Fundkon. Fundkonzentration verbr. verbrannt
KNr. Katalognummer verz. verziert / Verzierung
Kat. Katalog wahrsch. wahrscheinlich
mglw. möglicherweise Wsch. Wandscherbe
mind. mindestens zerschm. zerschmolzen
MLT Mittellatèneschema

1
Nortmann 1983. – Schönfelder 2002. – Bérenger 2000. – Friederichs 2007.

35
Schleswig-Holstein lere nur wenig höher, auf der Außenseite mit
flächendeckender Längsrillung versehen (durch
1 HUSBY, Kr. Schleswig-Flensburg Bearbeitung auf einer Drehbank), intentionell
zers. 4,3 cm) aus Bz. gegossen (Abb. 2,4), drei
Das Urnenfeld wurde 1960 im Rahmen einer hohle Profilrippen, die mittlere etwas höher,
Notgrabung von G. Busch untersucht. polierte Oberfläche
Grab Nr. 1033 Cosack 2002, 220.
W eis. Reifen, zusammengedrückt, (L. 77,
B. 3,4–3,8, St. 0,6-0,8cm, U. 2,92m); 3
gleichartige Reifen; 4 Felgenklammern, 3 AMELUNGSBURG bei Langenfeld, Hessisch
bandförmig, mit mittiger Rippe (L. 4,5–4,9; Oldendorf, Ldkr. Hameln-Pyrmont
H. 3,6cm); Nabenring mit D-förmigem bis
dreieckigem Querschnitt (lichte Weite 12,5; Grabungen 1954/55 durch Kahrstedt. Grabun-
B. 1; H. 0,8cm); mehrere Fr. von gleicharti- gen und Prospektionen 2002-2005 durch E.
gen Nabenringen; eis. Achsnagel, vierkanti- Cosack. KNr. 119-178 Sammelfunde. KNr. in
ger Schaft, Kopf ursprünglich mit zwei Klammern.
schwanenhalsförmigen Enden verziert; 2 a FNr. 6,1-3 (91) Depot (T. 35–45 cm), im
weitere gleichartige Achsnägel und 1 Fr.; homogenen Löß, keine Grube oder Kultur-
Beschlag aus Blechen, welche durch acht schicht sichtbar.
Paare von Bolzen verbunden sind; eis. ring- W 2 eis. Radreifen (Abb. 1,1-2), beide intenio-
förmige Manschette; Eisenbleche; Eisenstab nell vebogen, einer feuerverschweißt.
mit kugeligem Kopf, aufgeschobene runde B Wsch. mit Besenstrichverz.
Scheibe (L. 83; Dm. 1,6cm); weitere Eisen-
stäbe mit Kugelkopf oder Knauf; 5 recht- b FNr. 33 (1) Nabenscheibe (Abb. 2,1), in 20
eckige Eisenstäbe mit Ösen (L. 5,5–9,6); Ei- cm T. in homogenem Löß eingelagert, keine
sennägel mit kugeligem, rechteckig-flachem Grube oder Kulturschicht sichtbar; Bz.-Guss
oder rund-falchem Kopf; Eisenbänder mit (Cu 77,4; Zn 22,6 %), Achsloch ausgebrochen,
Niet(-Löchern); zylindrische Bronzehülse, Abnutzungsspuren eines Achsnagels, ein klei-
gegossen, Nietloch mit eis. Stift; Bron- nes rechteckiges Eisenstück ist auf der
zeblechfr. Rückseite im Überfangguss eingebracht
P eis. Ringtrense, gebrochenes, vierkantiges worden.
Gebissstück, je zwei unterschiedlich große c FNr. 54 (21) Depot (T. ca. 30cm) in homoge-
Ringe an den Enden; Fr. einer gleichartigen nem Löß, keine Grube oder Kulturschicht
Trense; 3 U-förmige Eisenbügel. sichtbar, (Abb. 3,4-5).
B Bronzekessel, aus mehreren Teilen zu- W eis. Achsnagel, halbmondförmiger Kopf,
sammengesetzt. Bruchstücke von Knochen- runder Schaft, Schlitz hinter dem Kopf; eis.
hülsen, mit Punktkreisen verziert. Braun- Achsnagel, halbmondförmiger Kopf, auf einer
bärknochen. Kreuzförmiger bz. Beschlag. Seite mit Profilkante, viereckiger Schaft,
Raddatz 1967, 12-17. Schlitz hinter dem Kopf.

d FNr. 94 (138) bz. Phalere, rund, Rückseite


Niedersachsen mit Bügel versehen.

2 AHLSBURG bei Einbeck, Ldkr. Northeim e FNr. 143 (90) Depot (T. 15–25 cm) im ho-
mogenen Löß, keine Grube oder Kulturschicht
Aus dem Fundmaterial zweier Raubgräber. sichtbar.
a Nabenringfr. (B. 4,5 cm) aus Bz. gegossen P eis. Trense, große Seitenringe, vierkantiges
(Abb. 2,2), drei hohle Profilrippen, die mitt- Gebissstück.
lere deutlich höher, Oberfläche poliert, in- B 2 eis. Tüllenbeile.
tentionell zerstört.
b Nabenringfr. (B. 4,5 cm) aus Bz. gegossen f FNr. 154 (103,1) Depot (T. 40 cm), im ho-
(Abb. 2,3), drei hohle Profilrippen, die mitt- mogenen Löß, keine Grube oder Kulturschicht

36
sichtbar, wahrscheinlich mit Hort FNr. 153 i KNr. 1176 bz. Hängeschmuckfr., halbmond-
zusammengehörig. förmig, abgenutzt, beidseitig Ringperlpunzen;
W eis. Radreifen (Abb. 1,3), nicht feuerver- 1985 in 15cm T. gef.
schweißt, unverbogen, ein Ende verbreitert; j KNr. 1777 bz. Hängeschmuck, halbmondför-
eis. Niet, ein Ende gestaucht, das andere mit mig mit tropfenförmigem Mittelteil, mit Ringö-
Gegenblech versehen. se und umlaufenden Einkerbungen versehen;
B eis. Tüllenstemmeisen; eis. Schere; Zeichnung nach Foto; 1988 gef.
Wsch. k KNr. 1178 eis. Trensenfr., Öse repariert.
Cosack 2008, 129-144. l KNr. 1179-1184 Fr. mehrerer eis. Trensen, ei-
ne von „thrakischen Typ“.
m KNr. 1185 bz. Achsnagelkopf ? (Abb.3,7),
4 ANKUM-TÜTINGEN, Ldkr. Osnabrück stark profiliert, Durchlochung oberhalb der Sei-
tenzapfen; Zeichnung nach Foto.
1972 freigelegtes Scheiterhaufengrab; Hügel n KNr. 1186 bz. Beschlag, in Form eines Hun-
(Dm. 14,5, H. 1,2 m); dicke Hk.-Schicht (2 x dekopfes, mit 2 angesetzten tordierten Stäben,
2,5 m) mit verkohlten Balkenresten; Holz- L. 67 mm.
kohle: 282±77 cal BC (GrN-11743). Cosack 2008, 144-184.
W eis. Ösenstift; 4 eis. Nägel mit hakenartig
umgeschlagenem Kopf, ursprünglich mit
Silberblechauflage; weitere Eisenreste. 6 DAMME-BERGFEINE, Ldkr. Vechta
B Fr. einer eis. MLT-Fibel.
Friederichs 2007, 48, 54. Grabung von 12(?) Grabhügeln auf dem “Mah-
nenberg“ 1935 durch R. Birth und Michaelsen
(Mus. Ol.). Unterschiedlich vollständige und
5 BARENBURG bei Eldagsen, Springe, Regi- verständliche Unterlagen zu den Hügeln (A–
on Hannover C,E-G,I,K–L) und zwei Brandgrubengräbern an
der Abbruchkante einer Sandgrube.
KNr. 1-408 aus Prospektion der Bezirksar- Hügel B stark gestört, wohl zweiphasig, im W
chäologie (2001-2005). KNr. in Klammern. (Kernhügel?) Urnenbestattung; im O Hk.-
a FNr. 32 (386) eis. Trense, tordiert mit Schicht, dabei eis. Zungengürtelhaken und ein
zwei Ösen (wohl Gebissstangenfr.). eis. Fr., welches „seitlich in einem verkohlten
b FNr. 153 (11) eis. fr. Trense, Öse und Pro- Holzstück“ saß, sowie weitere unsicher zuzu-
filierung erhalten, Öse ist abgenutzt und re- ordnende eis. Fr.:
pariert worden. W Vierkantbolzen, gerader Kopfabschluss, ge-
c FNr. 170 (88) eis. Zaumzeugbeschlag, mit glüht; Kopffr. eines ähnlichen Bolzens; band-
runder Kopfplatte, Öse auf der Unterseite. förmiges, leicht gebogenes Fr. mit viereckigem
d FNr. 264 (158) Zaumzeugbeschlag, aus Q., geglüht; 2 Fr. von Vierkantnägeln, umge-
Bz. gegossen, Rückseite mit Riemenlasche. schlagener Kopf, geglüht.
e FNr. 394 (261) eis. Trense, nur ein Gebiss- B 2 Ringe, vierkantiger Q., zusammenkorro-
teil, Ösen aufgebogen, eine leicht abgebro- diert, Dm. 12 / 20 mm.
chen, in 25cm T. gefunden. Randlich zum rezenten Hügelz. eine Grube
f FNr. 485 (184) eis. Trensenring, in 25cm mit Hk., Lbr., darin oder dabei:
T. gefunden. W Kopffr. eines eis. Vierkantnagels, umge-
g FNr. 492 (317) eis. Trense, eine Öse mit schlagener Kopf, geglüht.
verdicktem Teil (wohl Gebissstangenfr.), in B Fr. eines eis. Vierkantdrahtes, gebogen , ge-
17cm T. gefunden. glüht, evtl. von einem Ring oder Gürtelhaken;
Sch.
KNr. 677-1257 beschlagnahmt bei den „Ber- Nortmann 1983, 387. – Michaelsen 1938. – Walther
liner Raubgräbern“. 1968, Kat. 218ff.
h KNr. 1173-1175 3 bz. Zaumzeugbeschlä-
ge, 2 massiv gegossen, 1 zusätzlich ausge-
trieben, je eine Riemenlasche auf der Rück-
seite; 1174 und 1175 wohl als Paar.
37
7 DÖTLINGEN-BAREL, Ldkr. Oldenburg chen Nägeln; Spitzenfr. von 2 eis. Vierkantnä-
geln, geglüht.
Untersuchung von 2 intakten Hügeln (1–2) Nortmann 1983, 254. – Walther 1968, Kat. 158f.
und 9 abgepflügten Hügeln (Stelle 1–9) auf
dem Hügelgräberfeld „Herbergen“ 1966
durch W. Finke. Grabung eines weiteren 9 EHRENBURG-HARMHAUSEN, Ldkr. Diepholz
Hügels (3) 1968 durch H.-G. Steffens. (vgl.
auch Dötlingen-Klattenhof) Grabung von 5 Grabhügeln (I–V) 1928 durch
E. Sprockhoff; mehrere Hügel und Hügelgrup-
a Hügel 1 Dm. 12, H. 0,8 m; Aufbau aus pen liegen auf einem Geländerücken, der sich
Plaggen, dabei Sch.; im W Winderosion; im von N nach S erstreckt.
O „Teile eines mögl. Kreisgrabens“; im NW Hügel II Dm. 14 m, aus lehmigem Sand, zent-
auf der Hügelsohle eine Hk.-Schicht rale Raubgrabung (Dm. 4 m) bis auf den ge-
(16qm), nur im S Lbr.-Nester, in einem da- wachsenen Boden; 2 Gruben mit Hk.-haltiger
von: Füllung im Hügelmantel, die größere im SO
W Fr. eines eis. Vierkantstabes (erh. L. 64, enthält verbrannte Steine, die kleinere am ö
St. 10 x 5 mm), verjüngt, geglüht (Abb. 5,1); Hügelrand (Dm. 0,7 m, T 0,5 m) enthält:
B Sch. W Kopffr. eines Ringbolzens mit vierkantigem
Rechteckige Grube (1 x 0,4, T. 0,6 m) Schaft (Abb. 7,1); ein nicht passendes Spit-
mit Hk., Lbr., Sand und Eisenfr.: zenfr., geglüht.
W Kopffr. eines eis. Ringbolzens (Abb. B 2 angeschm. bz. Ringperlen.
7,3), vierkantig, St. 9,5 x 6,5 mm, evtl. zu- Nortmann 1983, Kat. 13. – Sprockhoff 1928, 41-50.
sammengehörig mit Vierkantstab oben; 2 – Sprockhoff 1939, 188-22.; Abb. 32.
eis. Vierkantnägel (Abb. 8,7-8), gespalten
umgebogener Kopf; bandförmiger eis.
Ringbolzen. 10 EHRENBURG-STOCKSDORF, Ldkr. Diepholz

b Stelle 8 in überpflügtem Hügel (Verfär- Notgrabung und Beobachtungen an 12 Grabhü-


bung: Dm. 10 m), Untersuchung von Stelle geln im O einer Nekropole beiderseits der Stra-
mit hochgepflügten Resten von Lbr., Hk. ße Stocksdorf-Twistringen durch H. Gummel
und Eisen. und Lehrer Heller vom Mus. Nienburg; ehe-
W mehrere eis. Fr., wohl von einem Vier- mals 60–70 Hügel.
kantstab (St. mind. 10–12, L. 90 mm), ein Hügel 6 Dm. 9,2–10, H. 1 m; s vom Hügel-
Fr. gekrümmt. scheitel Lbr.-Lager, Nachbestatt.; auf der Hü-
B Kopffr. einer eis. Fibel, geglüht. geloberfläche Sch. (verschollen), wohl ebenso
Nortmann 1983, Kat. 247. – Finke 1967, 185- Nachbestatt.; auf der Sohle Hk.-Schicht (St. 2
186. cm) ohne Lbr., darin:
W Fr. eines eis. Vierkantstabes mit rechtwink-
lig umgeschlagenem Kopf, stark korrodiert; eis.
8 DÖTLINGEN-KLATTENHOF, Ldkr. Olden- Vierkantnagel mit umgeschlagenem Kopf, ge-
burg glüht; beidseitig abgebrochenes Fr., wie Nagel;
ähnliches Fr., jedoch mit gespalten umgeboge-
Untersuchung von 5 weitgehend abgepflüg- nem Kopf.
ten Hügeln des Gräberfeldes „Herbergen“ B Rsch. eines verbr. Rt.
1938 durch R. Birth. (Vgl. auch Dötlingen- Nortmann 1983 16. – Gummel 1934, 164. –
Barel) Sprockhoff 1927, 92-109.
Hügel 3 aus Plaggen; offener Kreisgraben
mit Öffnung im N; im Zentrum längliche
Grube (L. 1,6 m), mit Lbr., Hk. und Eisenfr. 11 EMSTEK-GARTHERFELD, Ldkr. Cloppenburg
W Fr. eines eis. Vierkantstabes, gebogen,
geglüht; eis. Vierkantnagel, gespalten umge- Untersuchung von 21 Hügeln einer Nekropole
schlagener Kopf (Abb. 8,6); Fr. von 2 ähnli- von ca. 44 Hügeln durch H.-G. Steffens 1964,
1968 und 1975; 1964 (1–15) Notgrabung; alle

38
unters. Hügeln in 2 Bauabschnitten über W 5 beidseitig abgebrochene Fr. von mind. 3
Brandresten errichtet, meist nur Hk. des eis. Vierkantnägeln; 3 Fr. mit Ansatz des um-
Scheiterhaufens; durchbrochene Ortstein- geschlagenen Kopfes, geglüht.
schicht im Hügelbereich verweist auf B kleines Gefäß (Steffens); Fr. eines bz. Spiral-
Abplaggen vor Errichtung des Scheiterhau- drahtplättchens; nat. Flintstück.
fens. Darüber Hk., und darauf noch ein Eisenfr.
Grube 2 (Dm. 0,5–0,6 m) außen im SO,
a Hügel 9 Dm. 7, H. 0,8 m; Kernhügel aus mit Hk. und Eisenrest.
Plaggen (Dm. 3, H. 0,35 m); im Scheiter- Zuordnung dieser Eisenfr. zu den Befun-
haufen Lbr. und: den unklar:
W Klammer aus bandförmigem Eisen , St. W zusammenkorrodierte Eisenreste; mit beid-
0,5–1 x 3,5 mm, geglüht. seitig abgebrochenen Vierkantnagelfr. (St. 4 x
8,5 mm).
b Hügel 11 Dm. 7, H. 0,6 m; Kernhügel aus B Kopfende einer eis. Fibel, unbeschriftet,
Plaggen (Dm. 3, H. 0,35m); Scheiterhaufen mglw. auch zu Hügel 5.
(Dm. 2,5 m), darunter Grube mit Lbr.-Lager
(Dm. 0,4, T. 0,3 m) darin: b Hügel 2 Dm. 15, H. 0,75 m, aus steinfreiem
W Krampe aus bandförmigem Eis., geglüht, Material errichtet, zentrumsnah im W Grube
St. 2 x 3,5–4 mm; Eisenfr., wahrsch. Spitze (Dm. 0,45–0,6, T. 0,46 m) mit Lbr.-Lager, Sch.
eines Vierkantnagels, St. 6–7 x 3, erh. L. 33 und Eisenresten:
mm; unkennt., korrodierte Eisenfr. W eis. Ösenstift (Abb. 4,1) mit Schweißnaht im
B Fr. eines eis. Ringes oder einer Nadel- Oberteil, geglüht; beidseitig abgebrochenes Ei-
kröpfung, zwei Enden mit korrodiertem senbandfr., geglüht.; Konglomerat aus Eis., Hk.
Konglomerat sichtbar, St. 1,8 x 3,8 bzw. 2,4 und Sand, abgebrochene Enden von Vierkant-
x 4,8 mm; kleine dreigliedrige Terrine, stäben, wohl Nagelreste, St. 11 x 8 bzw. 6 x
verbr.; Eis. Zungengürtelhaken, geglüht; 1 4,5, L. bis 65 mm; 2 eis. Vierkantnägel (Abb.
Tropfen zerschm. Bz. 8,3–4) mit umgeschlagenem Kopf, geglüht;
bandförmiger Vierkantnagel mit abgebrochener
c Hügel 12 Dm. 6, H. 0,5 m, mit dünner Spitze; 8 Eisenpartikel.
Plaggendecke, im S gestört; Kernhügel aus
Plaggen (Dm. 2,5, H. 0,35 m); Scheiterhau- c Hügel 3 D. 11, H. 0,75 m; unreg. viereckige
fen (Dm. 2,5 m) und Grube (Dm. 0,4, T 0,3 Hk.-Schicht auf der Sohle, zentrumsnah im W
m) mit Lbr.-Lager und: (St. 0,26, L. 1,4–1,8, B. 0,9–1,3 m), kein Lbr.
W Eisenfr., wahrsch. Spitze eines leicht ge- nur 2 Eisenstückchen; im Zentrum eine kleine
bogenen Vierkantnagels, St. 6–7, erh. L. 25 Brandstelle mit einem Eisenstückchen; 3 Stel-
mm. len mit Sch.; nur ein Eisenrest ohne Zuweisung,
Nortmann 1983, Kat. 130. – Steffens 1965, 136- dabei ein Stück Lbr.
137. – Ders. 1970, 104-125. (Hügel 1-17). W Spitzenfr. eines eis. Vierkantnagels, geglüht.
B Rsch. einer dreigliedrigen Terrine, mit
Kammstrichverz; verbr. Rsch.
12 EMSTEK-GARTHER HEIDE, Ldkr. Clop-
penburg d Hügel 4 Dm. 12,6, H. 0,74 m, auf der Sohle 2
Gruben; Grube 1 (Dm. 0,45, T. 0,63 m) unter
Untersuchung von 11 Hügeln (1–6 u. 43–47) einer rechteckigen, mit Hk.-Nestern und Sch.
im NW einer 47 Hügel umfassenden Nekro- durchsetzten Schicht (St. 0,27, L. 4, Br. 2 m),
pole 1914 durch M. M. Lienau, Funde nach- darin Lbr.-Lager, Hk., 2 Flintsteine, 2 Rasenei-
träglich inventarisiert. sensteine und Eisenreste:
W 3 beidseitig abgebrochene Fr. von eis. Vier-
a Hügel 1 Dm 9,8, H. 0,4 m; N-Hälfte abge- kantnägeln, geglüht.
pflügt; 2 runde Gruben unter Hügelschüt- Grube 2 (Dm. 0,4–06, T. 0,71 m), darin
tung; Grube 1 (Dm. 06, T. 0,51 m) im SW Lbr., Hk., 1 Flint und Eisenreste:
nahe dem Zentrum, Lbr.-Lager mit:

39
W 2 eis. Vierkantnägel mit umgeschlage- 13 GOLDENSTEDT-EINEN, Ldkr. Vechta
nem Kopf, geglüht; Spitzenfr. eines eis.
Vierkantnagels, geglüht; 5 weitere Fr. von Gräberfeld mit etwa 60 Grabhügeln und 5
Nägeln, wohl kürzer. Langwällen. Grabung des Grabhügels 4 mit an-
schließendem Langwall 1958 durch J. Pätzold.
e Hügel 5 Dm. 13, H. 1,16 m; Grube (Dm. Hügel 4 zweiphasig, Kernhügel (Dm. 10; H.
0,4; T. 0,47 m) auf der Sohle im SW nahe 1,2 m) auf der Sohle Scheiterhaufenrest, Hk.,
dem Zentrum, darin Lbr.-Lager, darüber Reste von Eichenscheiten und Lbr., dabei:
Lbr. und Hk. W 63 eis. Krampen, bandförmig, zweifach, an-
W fr. Eisenblech, ösenartig umgebogenes nähernd rechtwinklig gebogen, St. 0,5; Br. 7–
Ende, St. 1–2 mm, geglüht; 2 eis. Ringbol- 10 mm, Enden abgemeißelt, geglüht; Spitzenfr.
zen (Abb. 7,2), geglüht; 4 Fr. von 3 oder 4 eines eis. Vierkantnagels, geglüht; Fr. eines eis.
beidseitig abgebrochenen eis. Vierkantnä- Vierkantnagels, Reste des umgeschlagenen
geln, geglüht. Kopfes, verjüngter Schaft, St. 8 x 4 auf 5,5 x
Aus der Schicht oberhalb der Grube, 3mm, geglüht.
nahe dem Zentrum, 3 Scherbennester und B mehrere bz. Blechfr., bis 10 x 15 mm, wenn
Eisenreste: überhaupt nur leicht gewölbt, angeschmolzen;
W 2 Fr. von eis. Vierkantnägeln 1 bz. Blechfr., plan, von eis. Nagel mit rundem,
B Rsch. eines Harpstedter Rt. flachen Kopf und rundem Schaft durchstoßen
(Abb. 8,5); 2 Fr. von eis. Drahtringen.
f Hügel 43 Dm. 9, H. 0,46 m, auf der Sohle Grube im Scheiterhaufenrest eingetieft, mit
nahe des Zentrum eine Grube (Dm. 0,7, T. Lbr.-Lager.
0,5 m) mit Wandung aus Hk.-Schicht (St. 80 Weitere Eisenteile wurden einem Grab von
mm), Lienau erkennt hier einen verkohlen Wildeshausen-Pestruper Heide zugeordnet ge-
Behälter mit Deckel aus einer Baumröhre; hören aber wohl eher zum Grab von Einen:
oberhalb der Grube Lbr. , Hk., Sch.; in der W 2 Fr. von eis. Vierkantnägeln, zusammen-
Grube: korrodiert, einer mit einfach und einer mit ge-
W vierkantiger Eisenbolzen, gerader Kopf- spalten umgeschlagenem Kopf
abschluss, geglüht. B 3 eis. Ringe, Dm. 15 / 20,5 / 24 mm, geglüht.
B Sch. einer Schüssel mit Lochknubben, Im O liegt der fund- und befundlose
verbr. Langwall auf dem Kernhügel auf; die zweite
Hügelphase darüber weist eine Raubgrabung
g Hügel 44 Dm. 7,6, H. 0,48 m, auf der Soh- im Zentrum bis auf den Scheiterhaufen auf; im
le nahe des Zentrums O-W ausgerichtete o- Hügelmantel 4 Nachbestatt., davon ein Lbr.-
vale Grube (1,2 x 0,8, T.0,4 m), darin im W Lager und 3 Urnen, in Form von dreigliedrigen
eine querlaufende Steinreihe (?) und Lbr., Terrinen, 2 davon beigabenlos, 1 mit zerschm.
Hk., Sch. Bzfr. und Glasresten eines Gehänges von Typ
W eis. Fr., darunter 2 Fr. von beidseitig ab- Wölpe.
gebrochenen Vierkantnägeln, geglüht. Nortmann 1983, Kat. 391, (381). – Pätzold 1958,
B Sch.; nat. Flintknolle; zerschm. Bz. 194-200. – Pätzold 1959. – Crane/Griffin 1961, 122
(M932).
h Hügel 45 Dm. 8, H. 0,39 m, um das Zent-
rum 6 Gruben gruppiert (von N im Uhrzei-
gersinn: 1, 6, 4, 5, 3, 2); Grube 5 (Dm. 0,7; 14 GOLDENSTEDT-LAHRER HEIDE, Ldkr. Vech-
T. 0,42 m), rund, mit Hk. und Lbr. ta
W Kopffr. und weitere Fr. eines eis. Ö-
senstifts, geglüht (Abb. 5,3). Großes Hügelgräberfeld mit 3 Hügelgruppen, s
Nortmann 1983, Kat. 133-137. 139-141. – Lie- Gruppe als Rethwisch, die beiden n Gruppen
nau 1920, 1-44. – Steffens 1970, 104-125. als Lahrer Heide benannt. 1883 u.a. durch Leh-
rer Huntemann geborgen, Gräber teilw. schon
zuvor beraubt. Nach 1972 weitere Gräber und
Sch. durch D. Zoller geborgen.

40
a ohne nähere Angaben gemeinsam inventa- b Hügel 1 Dm. 5, H. 0,41 m; keine erkennbare
risiert, darunter: Zentralbestatt.; 3 Brandgruben mit Hk. und
W 6 eis. Fr., 4 von Vierkantstäben, geglüht, Lbr., in einer davon:
St. 9,5 x 5 / 7 x 5 / 5 x 3 mm; Fr. eines eis. W 4 eis. Vierkantnägel, 3 mit flachem, umge-
Nagels, rundstabig (?) mit Kopf, stark kor- schlagenem Kopf, 1 mit eingerollt umgeschla-
rodiert, L. 32 mm. genem, stark verbreitertem Kopf, evtl. lief ein
B 2 Rsch. von Harpstedter Rt.; Fr. eines bz. Eisendraht hindurch.
Ringes; zerschm. Fr. eines bz. Kettchens; 5 B Fr. einer eis. Fibelspirale.
Fr. von zerschm., blauen Glasperlen und
Bz.-Drahtreste, wohl ein Gehänge von Typ c Hügel 4 Dm. 17,5, H. 1,35 m; aus Sand, ent-
Wölpe; weitere Bzfr. hält Siedlungssch., auf abgeplaggter Oberfläche
errichtet; ältere Eingrabung im N; im NW ein
b aus einer Brandgrube in einem Hügelgrab, Kreisgraben; im Zentrum Hk.-Schicht, darunter
Dm. 10–11; H. 1–1,5 m. Grube mit Urne, in Form einer dreigl. Terrine;
W 2 vierkantige Eisenbolzen, wohl gerader im SW 3 Brandgruben.
Kopf, geglüht, einer gekrümmt; 2 Fr. von Grube 1 enthielt nicht näher erläuterte Eisen-
eis. Vierkantnägeln, geglüht. teile und:
B zerschm. Reste eines bz. Kettchens; B Fr. eines zerschm. Bz.-Ringes, mit Wülsten
zerschm. Fr. von bz. Scheibenringen, mit und Rippen, mit Tonkern; 2 Tonkernfr. mit an-
angeschm. blau(-weißer) Glasperle, wohl haftenden Bzfr.; 2 Fr. einer bz. Fibelspirale;
Gehänge von Typ Wölpe; Ringfr. aus Bz., angeschm. bz. Drahtfr.; 2 angeschm. bz. Ku-
ankorrodiert ein eis. Splintfr.; Fußfr. einer geln, wohl Fibelfr.; angeschm. fr. Scheibenkopf
eis. Fibel mit bandförmigem Bügel und ha- einer Nadel.
kenartigem Nadelhalter, zugehörig wohl ein Grube 3 enthielt nur Eisenreste, darunter:
bz. Niet, angeschm. Bz.- und Glasreste; 3 W 3 Fr. von eis. Vierkantnägeln, umgeschlage-
angeschm. Fr. einer gegossenen bz. Blech- ner Kopf, geglüht.
scheibe, mit konzentrischer Rippenverdi- Weitere Eisenfr. können nicht sicher zuge-
ckung; Fr. eines eis. Rings; 1 kompletter u. 1 ordnet werden:
fr. eis. Splint, bandförmig. W 2 Vierkantnagelfr., mglw. zusammengehö-
Nortmann 1983, Kat. 394, 397. – Walther 1968, rig, umgeschlagener Kopf, geglüht; 2 eis. Vier-
Kat. 231ff. kantnägel mit umgeschlagenem Kopf, geglüht.

d Hügel 5 Dm. 15,5, H. 1,1 m; aus Plaggen auf


15 HARPSTEDT, Ldkr. Oldenburg abgeplaggter Oberfläche errichtet, auf der Soh-
le Hk.-Schicht mit etwas Lbr. und Eisengegens-
a Aus der Slg. Graf Münster, wahrscheinlich tände; darunter im Zentrum eine Grube, wohl
1818 gefunden. mit Resten eines hölzernen Gefäßes, wahr-
W eis. Vierkantstabfr., St. 6 x 8 mm. scheinlich mit Deckel, darin:
B Kopffr. eines eis. Vierkantdrahtes, umge- W 2 stark korrodierte Eisenstäbchen, mit um-
schlagen und platt ausgehämmert, mglw. geschlagenem Kopf (Nägel).
durchlocht, St. 2 mm; Fußfr. einer eis. Fibel- B Oberteilfr. einer eis. Nadel, gewölbter Schei-
spirale u. Achse; eis. Nadelfr.; Oberteilfr. benkopf, geglüht; Schaftfr. einer eis. Nadel,
einer eis. gekröpften Rollenkopfnadel, ge- geglüht.
glüht; Oberteilfr. einer eis. Nadel mit plat- Aus der Grube weiterhin:
tem Kopf, geglüht. W eis. Vierkantnagelfr., geglüht; Spitzenfr. ei-
nes eis. Vierkantnagels, Ansatz mit umgeschla-
Grabung von 10 Grabhügeln 1938 durch A. genem Kopf, geglüht.
Genrich u. O. Rochna; laut Genrich Teil ei- B eis. Blechfr. mit umgebogenem Haken, wohl
ner Nekropole mit etwa 150 Hügeln, wozu von einem Gürtelhaken.
auch 14 Hügel gehören, welche 1880 durch Aus dem Scheiterhaufenbereich:
J. H. Müller ergraben wurden.

41
W Spitzenfr. von 5 eis. Vierkantnägeln, ge- Hügel 7 Dm. 10,5; H. 0,5 m; zweiphasiger Hü-
glüht; eis. Vierkantnagelfr., geglüht, 1 mit gelaufbau aus Plaggen; Ortstein teilw. entfernt;
umgeschlagenem Kopf. auf der Sohle im Zentrum Scheiterhaufenrest
B Fr. einer eis. Nadel mit:
4 Nachbestatt. im Hügelmantel, eine W stark korrodiertes Eisenfr., rechteckiger Q.,
davon enthielt wohl: wohl ein Nagel, St. 10 x 6 mm; ähnlicher Na-
W 2 Fr. von eis. Vierkantnägeln; eis. vier- gel, ein Ende bandförmig flach, Kopf evtl. ha-
kantiger Ringbolzen (Abb. 7,4), geglüht. kenförmig, St. 4,5 x 2 mm.
B verschm. Fr. eines bz. Reifens, gerippte Nortmann 1983, Kat. 175. – Steffens 1970, 104-
Schauseite; angeschm. Bz.-Reste, wohl 125.
Draht und Kugel; Fr. einer eis. MLT-Fibel.

e Hügel 6 Dm.11,5, H.1,13 m; aus Sand evtl. 17 LINGEN-MUNDERSUM, Ldkr. Emsland


auf abgeplaggter Oberfläche errichtet; im
Zentrum rezente Eingrabung bis zur Sohle; Aus der Slg. Graf Münster; „zusammen gefun-
unter dem Hügelfuß ein innerer Kreisgraben den“ vor 1853; wohl aus dem Bereich eines
(Dm. 7,8 m) mit angekohlten Stämmen dar- Gräberfeldes.
in; ein äußerer Kreisgraben nur im SW W Endfr. eines eis. Vierkantstabes (Abb. 6,6),
nachgewiesen; im W ein Lbr.-Lager; im sw Abschluss durch aufgenietetes, rundes Plätt-
Hügelmantel eine Nachbestatt., im Zentrum chen, St. 7; Nietplatte Dm. 15 mm).
Hk.-Schicht mit Lbr. und: B angeschm. Wulstarmring; verbogenes bz.
W 2 eis. vierkantige Ringbolzen (Abb. 7,5– Drahtfr., wohl von einem Ring; Fr. eines bz.
6), geglüht; Fr. von 2 eis. Vierkantnägeln, Ringes; bz. Nagel oder Nietstift, Schaft unre-
gespalten umgeschlagener Kopf, geglüht; 4 gelmäßig facettiert, Kopf gewölbt.
Fr. von eis. Vierkantnägel, geglüht. Nortmann 1983, Kat, 425. – Tackenberg 1934t, Taf.
2,8.10.
f Hügel 8 Dm. 15,5, H. 1,04 m; aus Sand er-
richtet, mit Kreisgraben; im Zentrum gestör-
tes Lbr.-Lager mit: 18 OSNABRÜCK-BELLEVUE
W Fr. eines eis. Vierkantnagels, geglüht.
Mehrere Nachbestatt. in Form von Brand- Aufdeckung eines Flachgräberfeldes 1937 in
gruben, teilw. außerhalb der Hügelschüt- Osnabrück-Weststadt; in einer Sandgrube; rund
tung. 15 Gräber zuvor bereits weggebaggert. Funde
bis auf eine Urne (5?) im Krieg verschollen;
g Hügel 9 Dm. 11,5, H. 1,02 m; Hügelauf- Angaben nach H. Gummel.
bau aus mehreren Einheiten; im Zentrum
Sandschüttung umgeben von Plaggen; Hügel a Urne 3 oberständiger Doppelkonus mit gera-
aus dunklem Material; an der Basis des dem Unterteil; große Deckschale, dabei:
Sandkegels Hk.-Schicht mit 3 Gruben; etwas W eis. Vierkantnagel, umgeschlagener Kopf, L.
entfernt Brandgrube mit: 56, St. 4 x 8 mm; ähnlicher Nagel, Kopf ab-
W 2 eis. Vierkantnägel, verbreiterter, umge- gebrochen, St. 4 x 7 mm.
schlagener Kopf, geglüht; Fr. eines eis. B 1 Flintabschlag; 2 kl. Bronzeringe; 2
Vierkantnagels, geglüht. verschm. Fr. von größeren Bz.-Ringen.
Nortmann 1983, Kat. 288, 289, 292, 293, 294,
296, 297. – Genrich 1939, 16-46. – Müller / b Urne 5 hoher mittelständiger S-förmig profi-
Reimers 1893, 6. lierter Doppelkonus, enge Mündung, Unterteil
gerade.
W Fr. von eis. Nägeln, umgeschlagener Kopf.
16 LINDERN-GAREN, Ldkr. Oldenburg B eis. FLT-Fibel.

Grabung von 8 Grabhügeln eines Gräberfel- c Urne 10 S-förmig profilierter Doppelkonus,


des 1965 durch H.-G. Steffens. gerades Unterteil.

42
W ein „eiserner Haken“, wohl ein Nagel mit 21 SCHNIPPENBURG bei Ostercappeln, Ldkr.
umgeschlagenem Kopf. Osnabrück
B kl. dreigliedrige Terrine.
Nortmann 1983, Kat. 433. – Gummel 1938a, Grabung und Sondenprospektion durch S. Möl-
373ff. – Ders. 1938b, 1; Abb. 4-7. – Schlüter lers zwischen 2001 und 2006
1979, 106, Abb. 36. a FNr. 01:007/00008 eis. Schaft mit Ösenan-
satz (Abb. 6,1), L 10,5, B. 1,0, Dm. 0,9, H. 2,0
cm; Ösendm. 3,6 cm, Einzelfund aus Prospek-
19 OSNABRÜCK-HELLERN tion.
b FNr. 01:007/00157 bz. Riemenhaken, L. 3,8,
Auffindung von vier Gräbern zum Jahres- B. 2,7 cm, aus Fundkon. 1.
wechsel 2004/05 bei baubegleitenden Maß- c FNr. 01:007/00158 bz. Zierscheibe, mit Rie-
nahmen einer Erdgasleitung. Davon eine menlasche, Dm. 2,8 cm, aus Fundkon. 1.
Brandgrube (Abb. 16) mit: d FNr. 01:007/00520 Fr. eines eis. Ösennagels
W stark korrodierte Bronze- und Eisenob- (Abb. 6,2), Einzelfund aus Prospektion.
jekte, meist stift-, bolzen- und nagelförmig, e FNr. 01:007/00663 eis. Ösennagel oder Feu-
auch Krampen und Beschläge; eis. Achsna- erstahl (Abb. 6,3), Einzelfund aus Prospektion.
gel, mit bronzeüberfangenem kugeligem f FNr. 01:007/00783 bz. Zierscheibe, Dm.
Kopf, mit Spiralverzierung, Ende mit Niet- 2,7cm, aus Fundkon. 1.
platte; eis. Felgenklammer, bandförmig. g FNr. 01:007/00851 Depot, mit:
B Fr. einer eis. Fibel (evtl. MLT); Lbr.; 3 eis. Trense, mit Bronzeapplikationen, zweiteili-
Wsch.; Hk. ges, tordiertes Gebissstück, je zwei kleine Rin-
Friederichs 2005, 62.– Friederichs 2007, 52– ge an den Enden, welche durch Glieder ver-
54. bunden sind, zusätzlich je eine U-förmige
„Öse“, L. 24,2 cm; bz. bandförmiger Zierbe-
satz, mit Wellenkante und zwei Nieten, L. 8,0,
20 PIPINSBURG, Ldkr. Osterode am Harz B. 0,9 cm; Nadelfr.
h FNr. 01:007/00968 bz. Zierscheibe, mit
Grabungen durch M. Claus, 1953, 1958 und Riemenlasche, Dm. 2,3 cm, aus Fundkon. 1.
1960. i FNr. 01:007/00970 bz. Zierscheibe, Dm. 2,1
a 188/4:54 Achsnagel (Abb.3,1), eis., recht- cm, aus Fundkon. 1.
eckiger Kopf, ursprünglich mit bz. Blechbe- j FNr. 02:003/00032 eis. Achsnagel (Abb. 3,3),
schlag und schmaler, horizontaler Rillen- gerader Schaft, halbrunder Kopf (L. 9,5, B. 3,2,
verz.; gebogener Schaft, auf dessen verjüng- Dm. 1,5 cm), Einzelfund aus Prospektion.
tes Ende ein bz. Kopf geschoben ist; Ge- k FNr. 03:008/00063-64 2 bz. Zierscheiben,
samtl. 10,8 cm; Kopf: L. 5,2, H. 1,8, St. 0,5 mit Riemenlasche, Dm. 3,6 bzw. 3,9 cm, aus
cm; aus Schnitt 4, T. 40 cm. Fundkon. 1.
b 199/92g:53 eis. Ringtrense, zweiteilige, Möllers 2009, 157-158, 182-183.
profilierte Gebissstange, zwei runde Tren-
senringe (Dm. 5,7 cm), Gebissfreiheit 9,0
cm, aus Schnitt 1, T. 2,17 m. 22 WILDESHAUSEN-BARGLOY, Ldkr. Oldenburg
c 245/306:56 eis. Gebissstange, vierkantig,
zweiteilig, in einer Öse hängt ein kleiner Sammelfunde: 1952 aus durch Sandabbau zer-
eis., vierkantiger Ring, Gebissfreiheit 8,5 störtem Gräberfeld durch Arbeiter Kloster-
cm; aus Schnitt 11, T. 80 cm. mann. Grabung von 3 Brandgrubengräbern
d 245/307:56 eis. Ösenstift (Abb. 6,4), vor- 1951 durch O. Grandert, wohl in derselben
dere Seite gekröpft, L. 8,6cm, aus Schnitt Sandgrube.
11. W Fr. von mind. 8 eis. Vierkantnägeln, umge-
Schlüter 1975, 110-111. schlagener Kopf, teilw. schwach gebogen.
B Fr. einer eis. SLT-Fibel; weitere Fibel- und
Eisenfr.; Fr. von mind. 2 Spiralplatten aus Bz.-
draht; Sch.

43
Nortmann 1983, Kat. 332. B verbr. Sch.; 5 verschm. Fr. eines bz. Nußrin-
ges mit Tonkern; 2 ähnliche Fr. eines zierliche-
ren Nussringes, mit Tonkern; 3 Fr. von ver-
23 WILDESHAUSEN-PESTRUPER HEIDE, Ldkr. schm. Bronzeringen, Tonkernfr.; verschm. Fr.
Oldenburg eines Bronzereifs mit Querrillen; Fr. eines
rundstabigen Bronzeringes; angeschm. bz. Va-
a 1876 in einem Hügelgrab von F. von Alten senkopf, wohl Fibelfuß (verschollen) und wohl
gefunden. zugehöriger Bügel; Rest eines eis. Gehänges:
W vierkantiges Eisenfr., geglüht. Ring und Blechfr.; weitere Eisenfr.
B Rsch. eines Schrägrandgefäßes; bz. FLT-
Fibel; 3 bz. Drahtfr.; 1 angeschm. Spiralplat- d mglw. 1876 gefunden, Befundzuordnung
te aus Bz.-Draht, zugehörige Fr.; angeschm. fraglich.
rautenförmige Bronzezwecken; verschm. Fr. W 2 Fr. von eis. Vierkantstäben, wohl Nägel,
eines bz. Nussrings mit Tonkern; verschm. L. 15 bzw. 20, St. 6 x 2,5 mm, geglüht.
Fr. eines bz. Ringes; 4 angeschm. Glasper- B angeschm. Fr. von etwa 50 rautenförmigen
len, hellgrün, schwarzblau, blau; wohl Teile bz. Zwecken; Tonkernfr. mit angeschm. Bz.,
eines Gehänges von Typ Wölpe: Reste von mit 3 Bzfr.; Kopf einer Eisennadel; Ei-
verschm. bz. Scheibenringen mit konzentri- sendrahtfr.; 3 Fr. von Eisenblech, geglüht; wohl
schen Rippen, teilw. mit blauen Glasperlen; verschollene Reste eines Gehänges von Typ
3 bz. Kettchenfr.; schlangenförm. Bz.- Wölpe: Reste von bz. Kettchen, Fr. einer ge-
Drahtfr. gossenen Bz.-Scheibe; und Fr. einer bz. Fibel-
spirale.
b 1876 in einem Hügel in 0,75 m T. gefun-
den, mit Lbr. und Hk. in rechteckiger Grube. e 1882 von F. von Alten im „großen westlichen
W korrodierter Eisengegenstand, rechtecki- Hügel“ gefunden.
ge Platte, mit schwach gekrümmtem Vier- W Spitzenfr. eines eis. Vierkantnagels, geglüht;
kantstab, am Ende vermutlich rundlich ver- weitere Eisenfr.
dickt, Platte am Rand durchlocht, wohl ein B 3 verbr. Sch.; angeschm. Fr. einer bz. Nadel;
Achsnagel (Abb.3,2); Fr. eines eis. verjüng- angeschm. Fr. einer Spiralplatte aus Bz.-Draht;
ten, gekrümmten Vierkantstabes; Fr. eines mglw. Fr. von massiven Bronzeringen; 2 Fr.
eis. gekrümmten Vierkantstabes; 6 eis. von bz. Kettchen, 2 Fr. von blauen Glasperlen;
Vierkantnägel, umgeschlagener Kopf; Fr. Fr. eines T-förmigen eis. Gürtelhakens, ge-
von etwa 8 ähnlichen Nägeln. glüht.
B verbr. Napf.; mind. 77 angeschm. rauten-
förmige Zwecken; 3 Fr. und 6 Glieder eines f 1882 am Fuß eines kl. Hügels in einer Brand-
bz. Kettchens; bz. Drahtfr.; Fr. eines bz. stelle zwischen Hk. gefunden, bereits durch-
Ringes; 2 angeschm. Fr. eines bz. Nußrings sucht.
mit Tonkern; 2 bandartige Bzfr.; wohl Teile W Fr. eines eis. Vierkantnagels, umgebogener
eines Gehänges vom Typ Wölpe: 8 verschm. Kopf, St. 1–2 mm, geglüht.
Scheibenringfr., mit Drahtresten; etwa 29 B 2 angeschm. Fr. eines bz. Armreifs; verschm.
angeschm. bz. Kettchenfr. Fr. einer bz. rautenförmigen Zwecke; Ei-
senblechfr. eines Zungengürtelhakens, geglüht.
c 1876 in einem Hügelgrab mit Aschen-
schicht gefunden. g 1882 „in den langen flachen Gräbern“
W eis. Ösenstift (Abb. 4,6), vierkantig, Ende (Langwälle) von F. von Alten gefunden; in der
mit Nietplättchen, St. 9, L. 158 mm, geglüht, Mitte „eine Brandstelle als Kuhle“.
„aufrecht im Sande steckend, und mit W Endfr. eines flachen Eisenbandes (Abb. 6,5),
schwammiger Masse (Leder) umgeben“; 3 quer dazu ein Eisenblech aufgenietet, geglüht,
Fr. und 1 eis. Vierkantnagel, unterschiedlich Kopfdm. 6mm.
groß, 2 mit hakenartigem Kopf, 1 mit quad- B rundstabiger Eisenring.
ratischem Kopf , 1 mit T-förmigem Kopf
(Abb. 8,9–10).

44
h 1882 „in dem sog. Königshügel“ von F. c F 98 Brandgrubengrab (Dm. 0,5, T. 0,28 m)
von Alten gefunden, offenbar 2 Fundeinhei- W eis. Ösenstiftfr. (Abb. 5,9), mandelförmige
ten im Hügel, davon eine mit Keramik, die Öse, L. 50, Öse 23 mm; eis. (Ösen-)Stiftfr., L.
andere mit: 67, B. 6 x 6,5–5,5 mm; Ösenstiftfr. (Abb. 5,10),
W Kopffr. eines Vierkantnagels, gespalten mandelförmige Öse, L. 59, Öse 23 mm; vier-
umgeschlagener Kopf, St. 5,5 x 12,5 mm, kantiges eis. (Ösen-)Stiftfr. mit Nietplatte
evtl. zugehörig Fr. eines Vierkantstabes, St. (Abb. 6,7), L. 75, B. 6 x 6–5 x 5,5, Schei-
5,5 x 15 mm, geglüht; Fr. eines verjüngten bendm. 27 x 24 mm; Eisenband, verjüngt, eine
eis. Vierkantnagels, geglüht. Ende fehlt, das andere ösenartig eingerollt, . 43,
B Eisenblechfr., mit Hakenansatz, wohl B. 83, Dm. 2,5-–3mm; rostiger Eisenrest mit
Zungengürtelhaken, geglüht. Lbr. verbacken, wohl Nietplatte eines Ö-
senstifts.
i Untersuchung von einem der Langwälle B Rsch. und Wsch.
1959 durch J. Pätzold; mit älterem Rundhü-
gel kombiniert, darunter im Scheiterhaufen: d F 121 Brandgrubengrab (Dm. 0,7 m) mit
W eis. Ringbolzen (Abb. 7,7), mit einge- Lbr.-Lager.
hängtem flachen Eisenring, St. 2,5 x 4,5, W vierkantiger Eisenhaken (Abb. 8,1) mit fla-
Dm. 37 mm, geglüht; chem Hakenende und fehlender Spitze, L. 75,
B Fr. eines rundstabigen Eisenringes, Dm. Dm. 5,5 x 5,9 mm; ein identisches Stück (Abb.
21 mm, geglüht; dreigliedrige Terrine; Napf; 8,2), L. 71, Dm. 6,3 x 3,6 mm.
eis. Kropfnadel. B Bsch.
Nortmann 1983, Kat. 345, 346, 348, 351, 373, Bérenger / Smolka-Best 1992b, 30, 39, 41, Abb. 4,
375, 376, 377. – Sprockhoff 1959, 152-167. – Abb. 6.
Pätzold 1960, 194-200. – Ders. 1959.

25 HALDERN-COLETTENBERG, Kr. Kleve


Nordrhein-Westfalen
Grabung ab 1927 durch R. Stampfuß; 1940
24 ESPELKAMP-FROTHEIM, Kr. Minden- durch R. v. Uslar; weitere Grabungen nach
Lübbecke 1945.

a F 52 Brandgrubengrab (Dm. 0,6 m) ent- a Grab 20 Brandstelle (Dm. 1,20 m), darin
hält Hk. und Lbr., sowie: W Eisenreste, d.h. ein Ösenstift (oder Gür-
W vierkant. eis. Ösenstift (Abb. 4,2), haken- telhaken) (L. 11,7 cm) mit dreieckiger Öse
artig umgebogenes Ende (L. 112, B. 10, Dm. (Abb. 5,11), ohne Ende; ein Nagel mit flachem
6,8–5,3, Öse 16,7 mm); vierkantige Eisen- rundem Kopf.
krampe, verjüngte, abgebrochene Enden (L. B Sch., verbrannt. Neben der Brandstelle noch
7,4, B. –1,5, Dm. –5,5 mm). eine Schale, unverbrannt, mit Lbr.
B verwitterte Wsch.
b Grab 34 Knochennest in leicht verfärbtem
b F 53 Brandgrubengrab (Dm. 0,8; T. 0,2 m) Sand (Dm. 0,25 m), darin
W Vierkantiger eis. Ösenstift (Abb. 5,8), W Eisenrest, d.h. Ösenfr. (L. 5,5 cm), oval,
Ende abgebrochen, Öse mit abgerundeten leicht dreieckig (Abb. 5,6).
Kanten (L. 75, D. –7, Öse 25 mm); vierkan- B Sch, verbrannt.
tiges Eisenband, verjüngt, Enden fehlen (L.
34,5; B. –9; Dm. 1,5 mm); Bügel einer vier- c Grab 49/II Brandgrube, N-S-gerichtet, größ-
kantigen Eisenkrampe, spitze umgebogene ter Dm. 0,85 m, darin
Enden, abgebrochen (L. 62, B. 7–14, Dm. W eis. Nagel; eis. Ösenfr. (L. 7,5 cm), drei-
bis 3,5 mm). eckig (Abb. 5,7).
B Vierkantiges Eisenband, ein Ende fehlt, B Sch., verbr.
das andere ist um einen runden Eisenstab
eingerollt; Fr. eines bz. Ringes, korrodiert. d Grab 61 Brandgrube (Dm. 0,85, St. 0,50 m)

45
W eis. Ösenstift (L. 9,1 cm), Öse oval bis 28 HIDDENHAUSEN-EILSHAUSEN, Kr. Herford
dreieckig, Ende mit aufgenieteter Platte
(Abb. 4,4); eis. Stab mit zwei Nietenden. Gräberfeld mit 386 Brandgräbern, 1986 ge-
B Lbr.; möglicherweise gehört eine Urne, graben.
sw von Grab 1 gefunden, zu diesem Grab. Grab 709 erstes Planum: Verfärbung von 1,9 x
Stampfuß, Grabfunde, 35f. – v. Uslar 1948, 190- 1 m, in 10 cm T. runde Grube (Dm. 0,5 m),
202.. – Reichmann 1979, 402-411. Schönfelder tiefschwarze Füllung (St. 0,18m), Lbr., darun-
2002, 392. (Verbl. Rhein. Landesmus. Bonn, ter die Funde:
Inv. 41, 154-5, 168, 182, 193) W eis. vierkantiger Ösenstift (Abb. 5,5), rund-
lich-dreieckige Öse, rechteckige Nietplatte (L.
9,2, Dm. 0,45, Öse 1 cm); Vierkanteisen , ge-
26 HALDERN-DÜNE, DR. BONGARDT, Kr. bogenes, spitzes Ende (L. 4,4, B. bis 0,35 x
Kleve 0,65 cm); eis. Nagelkopf mit rundstabigem
Schaft (Abb. 8,13), runde Kopfplatte (Dm. 1
Die Düne ist im NW eingeebnet, im S durch cm); Fr. eines eis. Nagels, runder, schwach ke-
eine Sandgrube angeschnitten und im O be- geliger Kopf (Abb. 8,12), vierkantiger Schaft
findet sich eine Müllkippe, etwa im Zentrum (Dm. 1 cm); dünne Eisenblechfr. (St. 0,5 mm).
wurden s eines Reitplatzes 6 Gräber durch B Rsch., Wsch. eines tonnenförmigen Rt.; wei-
R. Stampfuß freigelegt. tere Wsch; Vollplastik einer bz. Ente (L. 4,25,
Grab 4 unregelmäßig rechteckige Grube H. 2,77, B. bis zu 1,23 cm), beide Enden be-
(Dm. 0,90, T. 0,42m); im Boden über der schädigt; stark korrodierter Bz.-Rest, Teil des
Grube fanden sich Kiesel, Sch. und Hütten- Vogels oder eines Armrings; Fr. einer bz. Hän-
lehm, in der Grube befanden sich: gebrosche Typ Babilonie; Spiralfr., aus Bz.
W eis. Nagel mit flachem rundem Kopf; 2 stark korrodiert; Bz.-Reste; 6 bz. bandförmige
Stäbe mit Ösen (Abb. 4,3. 5,4), einer mit Ringe einer Kette ; 34 Ringperlen aus hellem,
umgebogenem Ende (evtl. Henkelattaschen). grünem oder blauem Glas, angeschm., mit Res-
B ein Hk.-Lager mit Sch. einer Schale, ten von Bz.-Draht; runder Eisenring.
verbr. Bérenger 1992a, 29-40, Abb. 5.
Reichmann 1979, 419-420. Schönfelder 2002,
392. ( Verbl. Sammlung Stampfuß)
29 ISSELBURG-HEELDEN, Kr. Borken
27 HALDERN-EBERSBERG, Kr. Kleve 1983 wurden beim Sandabbau 2 Urnenbestat-
tungen entdeckt.
1928 wurden 3 Gräber freigelegt. Grab 1 Grube mit Hk.-haltiger Füllung, ca. 0,9
Grab 2 runde Grube (Dm. 0,65, T. 0,35 m) m tief.
enthielt verstreute Kn., diese Grube wurde W eis. vierkantiger Ösenstift, L. 9,2cm.
im NO von einer Grube (Dm. 70–80; T. 40 B Eisenring, evtl. ein Gürtelteil, Dm. 3,1cm;
cm) geschnitten, diese enthielt: Sch. einer Terrine.
W ein beilartiges Eisenfr., wohl ein geboge- Gaffrey 1985, 310-311. - Ders. 1987, 757-758, Abb.
ner Ösenstift (L. 11,1 cm) mit dreieckiger 129. – Bérenger 2000, 153.
Öse (Abb. 5,5).
B ein Gefäß mit Kn., verstreute Kn.; Sch.
einer Fußschale, verbr. 30 WESTERKAPPELN, Kr. Steinfurt
Stampfuß, Grabfunde, 33. – Reichmann 1979,
401-402. – Schönfelder 2002, 392. Gräberfeld der Bz.- und Eisenzeit mit mehr als
200 Gräbern
Brandgrab (Abb. 17).
W eis. Ösenstift mit aufgenieteter Platte, oberer
Schaft verdickt; 3 Nägel mit flachem recht-
eckigem Kopf.
Gaffrey 2010, 132.

46
10. Tabellen und Abbildungen

10.1. Abbildungsnachweise

Abb. 1: Cosack 2008, Taf. 76,1-2; 81, 103.1.

Abb. 2: 1 Cosack 2008, Taf. 41,1.


2-4 Cosack 2002, Abb. 1.
5-6 Schönfelder 2002, Abb. 96,7-8.

Abb. 3: 1 Schlüter 1975, Taf. 7,2.


2 Nortmann 1983, Taf. 13,15.
3 Möllers 2009, Taf. 29, 02:003/00032.
4-5 Cosack 2008, Abb. 46,21.
6 Friederichs 2007, Abb. 19.
7 Cosack 2008, Abb. 178, 1185.

Abb. 4: 1 Nortmann 1983, Taf. 6,7.


2 Bérenger/Smolka-Best 1992b, Abb. 4,4a.
3-4 Reichmann 1979, Taf. 31, Grab 4, 21; Taf. 49, Grab 61,10.
5 Bérenger 1992a, Abb. 5,10.
6 Nortmann 1983, Taf. 15,11.

Abb. 5: 1-3 Nortmann 1983, Taf. 7,5; Taf. 9,1.14.


4-7 Reichmann 1979, Taf. 31, Grab 4, 22; Taf. 37,9; Taf. 50, Grab 34,9; Taf.
53, Grab 49 II, 8.
8-10 Bérenger/Smolka-Best 1992b, Abb.4,5a; Abb.6,5a.c.
11 Reichmann 1979, Abb. 47, Grab 20,11.

Abb. 6: 1-3 Möllers 2009, Taf. 29, 01:007/00008, 01:007/000520,


01:007/000663.
4 Schlüter 1975, Taf. 7,3.
5-6 Nortmann 1983, Taf. 4,19; Taf. 17,5.
7 Bérenger/Smolka-Best 1992b, Abb. 6,5d.
8 Reichmann 1979, Taf. 49, Grab 61,11.

Abb. 7: Nortmann 1983, Taf. 1,3; Taf. 7,3; Taf. 9,4; Taf. 11,23-26.

Abb.8: 1-2 Bérenger / Smolka-Best 1992b, Abb. 6,6b-c.


3-10 Nortmann 1983, Taf. 6,9.11; Taf. 9,2-3.15; Taf. 15,13-14.; Taf. 18,10.
11 Reichmann 1979, Taf. 50, Grab 30,1.
12-13 Bérenger 1992a, Abb. 5,14-15.

44
Abb. 9: 1-6 Cosack 2008, Abb. 75,90,3; Abb. 178,11.261.317.386.1178.
7-8 Schlüter 1975, Taf. 5, 7-8.
9 Möllers 2009, Taf. 5.

Abb. 10: 1-6 Möllers 2009, Taf. 8.


7-12 Cosack 2008, Abb. 83,138; Abb. 177, 1173-1175; Abb. 178, 88.158.

Abb. 11: Schönfelder 2002, Abb. 102,11.14; 107,6.8; 108,9; 109,1; 112,4-5.

Abb. 12: Schönfelder 2002, Abb.176.

Abb. 13: 1-2 Cosack 2008, Abb. 178, 1176-1177.


3 Möllers 2009, Taf. 5.

Abb. 14: Möllers 2009, Taf. 5.

Abb. 15: Friederichs 2007, Abb. 18.

Abb. 16: Gaffrey 2010, 132.

45
10.2. Abbildungen

Abb. 1 Radreifen: von der Amelungsburg, 1-2 Depot (91), 3 Depot (103). – (M ca. 1:10)

Abb. 2 Nabenringe: 1 Amelungsburg, 2-4 Ahlsburg, 5-6 Sanzeno. – (1-4 M = 1:4; 5-6 M = 1:3)

46
Abb. 3 Achsnägel: 1 Pipinsburg, 2 Wildeshausen-Pestruper Heide, 3 Schnippenburg,
4-5 Amelungsburg, 6 Osnabrück-Hellern, 7 (?) Barenburg – (M = 1:3)

Abb. 4 Ösenstifte: 1 Emstek-Garther Heide, 2 Espelkamp-Frotheim, 3 (?) Haldern-Düne,


4 Haldern-Colettenberg, 5 Hiddenhausen-Eilshausen, 6 Wildeshausen-Pestruper Heide.
– (1-2.5-6 M = 1:2; 3.4 M = 1:3)

47
Abb. 5: Ösenstiftfragmente: 1 Dötlingen-Barel, 2 Dötlingen-Klattenhof, 3 Emstek-Garther Heide,
4 (?) Haldern-Düne, 5 Haldern-Ebersberg, 6-7 Haldern-Colettenberg, 8-10 Espelkamp-Frotheim,
11 Haldern-Colettenberg. – (4-7.11 M = 1:3; 1-3.8-10 M = 1:2)

Abb. 6: Ösenstiftfragmente: 1-3 Schnippenburg, 4 Pipinsburg, 5 Wildeshausen-Pestruper Heide,


6 Lingen-Mundersum, 7 Espelkamp-Frotheim, 8 Haldern-Colettenberg. – (1-7 M = 1:2; 8 M = 1:3)

48
Abb. 7: Kleine Ringbolzen: 1 Ehrenburg-Harmhausen, 2 Emstek-Garther Heide,
3 Dötlingen-Barel, 4-6 Harpstedt, 7 Wildeshausen-Pestruper Heide. – (M = 1:2)

Abb. 8: Nägel: 1-2 Espelkamp-Frotheim, 3-4 Emstek-Garther Heide, 5 Goldenstedt-Einen,


6 Dötlingen-Klattenhof, 7-8 Dötlingen-Barel, 9-10 Wildeshausen-Pestruper Heide,
11 Haldern-Colettenberg, 12-13 Hiddenhausen-Eilshausen. – (M = 1:2)

49
Abb. 9: Trensen: 1 Amelungsburg, 2-6 Barenburg, 7-8 Pipinsburg, 9 Schnippenburg. – (M = 1:3)

Abb. 10: Zierscheiben:1-6 Schnippenburg, 7-11 Barenburg, 12 Amelungsburg. – (M = 1:2)

50
Abb. 11: Achsnägel: 1-3 Manching, 4 La Mailleraye sur-Seine, 5 Verna, 6 Nanterre,
7 Berching-Pollanten, 8 Basel/Gasfabrik. – (M = 1:3)

Abb. 12: Rekonstruktion eines zweirädrigen Wagens durch A. Furger-Gunti. – (ohne Maßstab)

51
Abb. 13: Trensenanhänger und –Beschlag: 1-2 3 Schnippenburg – (M = 1:2)

Abb. 14: Rekonstruktion des Pferdegeschirrs von der Schnippenburg.

Abb. 15: Funde aus einem Brandgrubengrab in Osnabrück-Hellern, v.l.n.r.: Achsnagel, 2 Bolzen mit
Nietplatte, Felgenklammer, Nagel und Klammer.

52
Abb. 16: Funde aus einem Brandgrab in Westerkappeln, Ösenstift und Nägel. – (ohne Maßstab)

Abb. 17: Befunde mit technischem Metall und Wagenteilen.

53
Tab. 1: Wagenteile (grau markiert) und technische Metalle aus nordwestdeutschen Befunden

Nort- Nagel /
Rad- Naben- Felgen- Achs- Ösen- Ring- Beschlag / Klammer / Befund-
Kat. mann Fundort Bolzen Abb.
reifen ring klammer nagel stift bolzen Blech Krampe art
Kat. / Stab
1 Husby 4 1+X 4 4 X X X Grab
3a Amelungsburg 2 Depot 1,1-2
3f Amelungsburg 1 Depot 1,3
2a-c Ahlsburg 3 ? 2,2-4
3b Amelungsburg 1 Einzelf. 2,1
19 Osnabrück-Hellern 1 1 X X X Grab 15
3c Amelungsburg 2 3,4-5
23b 346k-n Wildeshausen-Pestruper Heide 1 16 + 2 Grab 3,2
21j Schnippenburg 1 Einzelf. 3,3
20a Pipinsburg 1 3,1
5m Barenburg ? ? 3,7
Bielefeld-Jöllenbeck 2 ?
20d Pipinsburg ? 1 6,4
12b 134a-h Emstek-Garther Heide 1 6 4,1;
Grab
8,3-4
23c 348p-q Wildeshausen-Pestruper Heide 1 4 4,6;
Grab
8,9-10
30 Westerkappeln 1 3 Grab 16
27 Hiddenhausen-Eilshausen 1 2-3 X 5,5;
Grab
8,12-13
7a 247b-f Dötlingen-Barel 1 1 2 5,1; 7,3;
Grab
8,7-8
4 Ankum-Tütingen 1 X Grab
25c Haldern-Colettenberg 1 1? Grab 5,7
25d Haldern-Colettenberg 1 1 Grab 4,4
25b Haldern-Colettenberg 1 Grab 5,6
27 Haldern-Ebersberg 1 Grab 5,5
12h 141a Emstek-Garther Heide 1 Grab 5,3
23g 376b Wildeshausen-Pestruper Heide 1 Grab 6,5
17 425e Lingen-Mundersum 1 Grab 6,6
Nort- Nagel /
Rad- Naben- Felgen- Achs- Ösen- Ring- Beschlag / Klammer / Befund-
Kat. mann Fundort Bolzen Abb.
reifen ring klammer nagel stift bolzen Blech Krampe art
Kat. / Stab
24a Espelkamp-Frotheim 1 1 Grab 4,2
24b Espelkamp-Frotheim 1 X 1 Grab 5,8
29 Isselburg-Heelden 1
21a Schnippenburg 1 Einzelf. 6,1
21d Schnippenburg 1 Einzelf. 6,2
24c Espelkamp-Frotheim X 5,9-10;
Grab
6,7
5n Barenburg ? ?
7b 247k Dötlingen-Barel ? Grab
8 254a-f Dötlingen-Klattenhof ? 6 Grab 8,6
21e Schnippenburg ? Einzelf. 6,3
25a Haldern-Colettenberg ? 1 Grab 5,11
26 Haldern-Düne 2? 1 Grab 5,4; 4,3
12e 137c-k Emstek-Garther Heide 2 6 Grab 7,2
15e 294a-h Harpstedt 2 6 Grab 7,5-6
9 13a Ehrenburg-Harmhausen 1 Grab 7,1
15d 293u- Harpstedt 1 2 7,4
Grab
w
23i 381c Wildeshausen-Pestruper Heide 1 Grab 7,7
15d 293d-n Harpstedt 11 Grab
22 332c Wildeshausen-Bargloy 8 Grab
12d 136a-i Emstek-Garther Heide 8 Grab
15c 292k-o Harpstedt 5 Grab
15b 289b Harpstedt 4 Grab
12a 133c.f Emstek-Garther Heide 4 Grab
10 16o-r Ehrenburg-Stocksdorf 4 Grab
14a 394i Goldenstedt-Lahrer Heide 4 Grab
6 387e.h Damme-Bergfeine 3+2
Grab
-i.l-m
15g 297a-c Harpstedt 3 Grab
13 391c.l- Goldenstedt-Einen 3 X 63 8,5
Grab
m
Nort- Nagel /
Rad- Naben- Felgen- Achs- Ösen- Ring- Beschlag / Klammer / Befund-
Kat. mann Fundort Bolzen Abb.
reifen ring klammer nagel stift bolzen Blech Krampe art
Kat. / Stab
23f 375d Wildeshausen-Pestruper Heide 2 Grab
24d Espelkamp-Frotheim 2 Grab 8,1-2
23h 377d-e Wildeshausen-Pestruper Heide 2 Grab
14b 397 l- Goldenstedt-Lahrer Heide 2+2
Grab
m
18a 433, Osnabrück-Bellevue 2
Grab
U3
12g 140b Emstek-Garther Heide 2 Grab
16 175g-h Lindern-Garen 2 Grab
23d 351i Wildeshausen-Pestruper Heide 2 Grab
15f 296a Harpstedt 1 Grab
11c 130y Emstek-Gartherfeld 1 Grab
12c 135a Emstek-Garther Heide 1 Grab
12f 139b Emstek-Garther Heide 1 Grab
15a 288g Harpstedt 1 Grab
23a 354m Wildeshausen-Pestruper Heide 1 Grab
23e 373h Wildeshausen-Pestruper Heide 1 Grab
19b 433, Osnabrück-Bellevue 1
Grab
U5
18c 433, Osnabrück-Bellevue 1
Grab
U10
11b 130r.t Emstek-Gartherfeld 1 1 Grab
11a 130n Emstek-Gartherfeld 1 Grab
Tab. 2: Pferdegeschirrteile aus nordwestdeutschen Befunden

Trensen Zierelemente
Kat. Fundort Befundart
vierkantig tordiert profiliert Beschlag Phaleren Anhänger
2 Husby 2 Grab
4e Amelungsburg 1 Depot
21a Pipinsburg 1
6e Barenburg 1 Einzelfund
22g Schnippenburg 1 1 Depot
6a Barenburg 1 Einzelfund
21b Pipinsburg 1
6b Barenburg 1 Einzelfund
6g Barenburg 1 Einzelfund
6k Barenburg 1 ?
4d Amelungsburg 1 Einzelfund
22c.f.h.i.k Schnippenburg 6 Einzelfunde
6c.d.h Barenburg 5 Einzelfunde
6i.j Barenburg 2 ?