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UNSAFE & SOUNDS 2015

Antidisziplinäres Festival I Media Arts Music

“SENSORY TRACES“
Nach seinem erfolgreichen Start 2014 geht das UNSAFE&SOUNDS FESTIVAL im kommenden Jahr in seine
zweite Runde. Veranstaltet von moment collective – Verein für experimentelle Musik, audio-visuelle und
performative Kunst, Stirn Prumzer, Atzgerei und Struma+Iodine, wird im Juni 2015 ein noch größeres und
lauteres Kunstevent entstehen, das sich eine Woche hindurch über die gesamte Stadt erstreckt.

Das breitgefächerte Programm soll nicht nur als Brückenschlag zwischen Szenen, Genres und Sparten verstanden
werden, sondern will theoretische Kategorisierungen generell hinterfragen. Es werden neue Fährten ausgelegt, um das
implizite Nahverhältnis der experimentellen Strömungen in Hoch- und Subkultur durch grenzüberschreitende Verfahren
aufzudecken. So lautet da Motto der diesjährigen Ausgabe »Sensory Traces« - »sinnliche Abdrücke« - Spuren die man
in der Flüchtigkeit eines Moments hinterlässt, aber auch unbegangene Wege und Kreuzungspunkte, die man
vorzeichnet.

Die Reihe von Konzerten, Performances, Installationen, Ausstellungen, MixedMedia Art, Film-/Videoscreenings und DJ-
Line soll zu einem einzigartigen Ereignis verschmelzen und Interesse bei einem breiteren, jungen urbanen Publikum
wecken. Dafür werden sowohl arrivierte Konzerträume wie die Alte Schmiede oder das Brut im Konzerthaus
eingebunden, als auch Musikclubs wie Rhiz oder Fluc mit Performances und dazugehörigen DJ-Lines bespielt.
Komplettiert wird dieser Ansatz schließlich durch die Kollaboration mit einer Reihe von Ofspaces der Stadt, die mit
Soundinstallationen und audiovisuellen Medien bespielt werden und die Schnittstelle von Musik und Bildenden Kunst in
den Fokus rückt. Das Festival gipfelt in einem zweitägigen Abschlussevent im Wiener WUK.
Die Veranstaltungen spannen auf diese Art einen Bogen von Elektro-Akustik bis Soundart, neuer experimenteller
Elektronika bis avantgardistischer Komposition, von abstrakten Soundcollagen über Noise und Industrial zu Sound Art
und Musikvideos. Analog trift hier auf digital, die aktuelle junge Musikkultur auf die sogenannte Hochkultur,
aktionistische Performance auf exzentrische Klang Kunst. Sichtbar gemacht werden soll, dass all diese Strömungen in
ihrem Kern auf der Suche nach originären musikalisch-künstlerischen Ausdrucksformen sind, die in ihren Vorgehen
darum bemüht sind die konventionelle Wahrnehmung zu durchbrechen.

In der kommenden Ausgabe des Festivals wird die internationale Szene stärker eingebunden, um Wien eine Woche lang
in den Fokus der experimentellen Musikszene zu rücken. Doch auch die Relevanz der lokalen Szene soll hervorgehoben
werden – so widmen Unsafe&Sounds dem Wiener Label Editions Mego, das das Naheverhältnis von elektronischer
Musik und klassischer Avantgarde in seinem nun genau 20jährigen Bestehen beispielhaft in den Vordergrund rückt,
einen eigenen Showcase.

Wie stark den Rezeptionsbedingungen, Fragen der Kontextualisierung in Szenen und Räumen und Grenzziehungen
innerhalb des Musikjournalismus Relevanz zufällt, soll in einer abschließenden Gesprächsrunde im Wiener Depot zur
Diskussion gebracht werden, um zukünftige Projekte und Kollaborationen anzuregen.
PROGRAMMÜBERSICHT

M O N T A G – Ausstellung & Eröffnungskonzert


Bar Dubois
Dennis Tyfus (BE)
Peter Kutin (A)

Alte Schmiede
Ghédalia Tazartès (F)
Agnes Hvizdalek (A)

D I E N S T A G – Ausstellungen & Performances


Pinacoteca 22
Royl Cubertson (A/USA)
Brigitta Bödenauer (A)

Ve.sch
Benjamin Tomasi (A)
Karl Salzmann (A)

Gallery 12-14 (Schleifmühlgasse)


Kollektiv/Rauschen (Performance + Ausstellung)

wellwellwell
Veronika Mayer/Christine Schörkhuber (A)
Daniel Lercher (A)

afg
Billy Roisz (A)
Karin Ferrari (A)

M I T T W O C H – A/V-Performance & Konzert


Viertelneun Gallery
Thomas Grill (A)

Moe
The Black Page Orchestra (A) warm-up:
Eva Reiter, Konter (2009) für Bassflöte und Elektronik
Stefan Prins, Piano Hero #2 (2013) für Klavier, Elektronik und Video
Dieter Kaufmann, Paganihilismo für Violine und Elektronik
Martin Schüttler, schöner Leben 3 (2008) für Flöte, Verstärkung, Neonlicht und Elektronik
Alessandro Bosetti (F)

Tonkino Saalbau
Floris Vanhoof (BE) & Takashi Makino (J)
Stephan Vogelsinger (A)

Rhiz
Manuel Knapp & Tim Blechmann (A)
Id Klang (A)
Sudden Infant (CH)
Dj: Deflection Pulley

D O N N E R S T A G – Performance & Konzert


Künstlerhaus Outdoor
The rest is hearing – in Kooperation mit Velak Gala
Tara Transiroty aka One Man Nation (A)
Fluc
The Black Page Orchestra (A)
Salvatore Sciarrino, Sei Capricci für Violine (1975-76)
Bernhard Lang, Monadologie XVI (2012) für Flöte
Hikari Kiyama, Neues Werk (UA) for amplified violin
Paul Gründorfer (A)
Puce Mary (DK)

F R E I T A G – Konzerte & Ausstellung


WUK, Großer Saal
Samuel Kerridge (UK)
Jung An Tagen (A)
Helm (UK)
Rehberg/Schmickler (A/DE)
Sand Circles (S)
Lorenzo Senni (IT)
Stellar Om Source (BE)
Dj-Set
Powell (UK), Philip Quehenberger (A), Honzo (D)

WUK Projektraum
Ausstellung Stirn Prumzer, Atzgerei
Filmscreening Johann Lurf u.a.
Nachmittags Improvisationen Max Bogner (A), Reka Kutas (A), Christoph Weikinger (A), Eric Arn (US/A)

evtl. WUK Kunsthalle Exnergasse


Arbeiten von Ricarda Denzer, Manuel Knapp, Robert Matny, Ulla Rauter, Karl Salzmann, Julia Tazreiter

S A M S T A G – Konzerte & Ausstellung

WUK, Großer Saal


Radian (A)
The Black Page Orchestra (A)
Alessandro Baticci, Mister BLP (UA), für Flöte, Ensemble und Live-Elektronik
Alexander Khubeev, Sounds of the Dark Time (EA) für verstärktes Ensemble
Johannes Kreidler, Slide Show Music (EA) für Ensemble, Playback und Video
Matthias Kranebitter, Konzert für Cembalo und Ensemble für Ensemble und Lautsprecherskulptur, Elektronik und
Projektion
Jorge Sanchez Chiong, used redux für Turntables, verstärktes Ensemble und Video
Turntables: Jorge Sanchez Chiong, Video: Thomas Wagensommerer

Performance Christopher Sturmer (Stirn Prumzer/Atzgerei), Patrik Lechner (Packt Pub.),


Fuckhead, Florian Gstettner, Rokko Anal & the Coathangers, tba
Dj-Set
Electric Indigo (A), Forever Traxxx (A)

WUK Projektraum
Ausstellung Stirn Prumzer, Atzgerei
Filmscreening Johann Lurf u.a.
Nachmittags Improvisationen: Soft Power Ensemble (A), Ulrich Rois (A), Superskin (A)

evtl. WUK Kunsthalle Exnergasse


Arbeiten von Ricarda Denzer, Manuel Knapp, Robert Matny, Ulla Rauter, Karl Salzmann, Julia Tazreiter

S O N N T A G – Symposium & Konzert

depot - Raum für Kunst und Diskussion


Peter Rehberg (mego), Emanuele Carcano (alga marghen), Dennis Tyfus (Ültra Excema) u.a.
Diskussionsleitung: Heinrich Deisl (skug)

Brut im Konzerthaus
Re-GRM: Diffusion Francois Bonnet (Fr), Werke von: Bernard Parmegiani, Francois Bayle u.a..
► /////// GHÉDALIA TAZARTÈS

»maverick
creativity«
THE WIRE

Ghédalia Tazartès’ Musik bewegt sich seit über dreißig Jahren entlang und über die Grenzen von Musique Concrète,
vokaler Improvisationen und elektro-akustischen Experimenten hinaus und sperrt sich gegen Genrezuweisungen. Seine
geheimnisvolle Stimme reicht bis in die Tiefen menschlicher Abgründe. Die psychoakustischen Klangbilder des
kompromisslosen Autodidakten formt sich zu paradoxer, widersprüchlicher Musik, die zugleich fesselt und befreit.

► /////// ALESSANDRO BOSETTI

Alessandro Bosetti ist ein italienischer Performance-Künstler, Komponist und Jazzsaxophonist. Bosetti, der sich mit
musikalischen Strukturen der Sprache und ungewöhnlichen Aspekten der sprachlichen Kommunikation (wie
Missverständnissen bei der Übersetzung zwischen verschiedenen Sprachen) beschäftigt, verfasst Text-Klang-
Kompositionen, die er in Live-Performances präsentiert.
► /////// HELM
(PAN, ALTER, UK)

„a work of urbane
psychedelia
that channels
the occult without
recourse to cliche“
FAC T MA G

Helm ist Luke Younger, ein Soundkünstler und experimenteller Musiker aus London, der dichte sonische Landschaften
zwischen Dark Ambient, Industrial, Field Recordings und musique concrete generiert. Seine halluzinatorischen Drones
beschäftigen sich mit akusmatischen Phänomenen, seine Instrumente kratzen an der Patina der britischen
Industrialszene. Helm teilte die Bühne mit Acts wie Cut Hands, Tony Conrad, Lee Gamble oder oneohtrix Point Never
und hat letztes Jahr mit seinen Auftritten am Donaufestival, Atonal Berlin und Montoype Festival und einem Konzert in
der Turbinenhalle der Tate Modern auf sich aufmerksam gemacht.

► /////// RADIAN
(THRILL JOCKEY, A)

"Radian is a machine,
their music the sum of
body hydraulics and fuzzy
logic"
THE WIRE

"…a band with


impressively original
density and texture"
THE NEW YORK TIMES

Die seit 1996 existierende Formation rund um Brandlmayr, Norman und Siewert gehört zu einem der Aushängeschilder
der österreichischen Experimentalmusik zwischen Post-Rock, Jazz und Elektronika.
► /////// MARCUS SCHMICKLER & PETER REHBERG aka R/S
(A-MUSIK, EDITIONS MEGO, PAN, D/A)

Peter Rehberg (Pita und Marcus Schmickler sind zwei große Namen, wenn nicht überhaupt Pioniere der frühen digitalen
elektronischen Musik.

Marcus Schmickler, auch unter dem Pseudonym Pluramon bekannt, ist ein deutscher Komponist, Musiker und
Produzent. Er war in zahlreiche Projekte involviert, darunter das bedeutenden Kollektiv Kontakta. Während seine
Ansätze dezidiert in der elektronischen Musik zu fnden sind, hat Schmickler bei Stockhausens bekanntem
Kollaborateur Johannes Fritsch zeitgenössische Klassik studiert. 1996 veröfentlicht er auf dem Label Mille
Plateaux eines der ersten vollständig digital produzierten Postrock-Alben unter dem Pseudonym Pluramon. Im
September 2001 nimmt er mit der US-amerikanischen Sängerin Julee Cruise das Pluramon-Album Dreams Top
Rock auf. Er erhielt Preise und Stipendien, unter anderem von Ars Electronica und kuratierte Festival-Programme in
der Akademie der Künste und dem ZKM.

Peter Rehberg ist Mitbegründer des einfussreichen Labels Mego und hat sich zugleich unter dem Moniker Pita einen
Namen gemacht. Seine ersten Soloreleases verschmolzen Techno mit dem was UK's The Wire 'willfully difcult'
Electronica nannte. In den letzten Jahren ist Rehberg v.a. in Kollaborationen aktiv, wie mit Fennesz und Jim O'Rourke in
Fenn'O'Berg, mit Stephen O'Malley von Sun))) als KTL oder Marcus Schmickler als R/S.
► /////// SAND CIRCLES
(NOT NOT FUN, S)

Gerade eben wurde sein letztes Album vom einfussreichen FACT mag zu einem der zwanzig besten Alben des
Jahrzehnts gekührt. Der in Stockholm stationierte Musiker Sand Circles fltert pulsiverend-brachiale Drumbeats durch
verstaubte Kassetten-Delays und lässt mit seinem ozeanischen Synth-Ambient so manche Assoziation an die frühen
2000er aufkeimen. Irgendwo zwischen Detroit-Techno und verhuschten Sounds, denen man ein Naheverhältnis zu
Boards of Canada andichten mag, klingen seine Tracks wie eine Erinnerung an den Ausklang einer Warehouse-Party mit
wummernden Bässen, die in der Ferne nachhallen. Hauntology at its best.

► /////// SAMUEL KERRIDGE


(Downwards, Blueprint, UK)

„There’s plenty of dark,


challenging techno around
at the moment, but the
output of Samuel Kerridge
stands alone.“
ELECTRONIC BEATS

Der junge englische Produzent Samuel Kerridge hat sich mit nur 3 EPs, 2 davon beim legendären Label Downwards, in
kürzester Zeit einen beachtlichen Ruf – und eine höchst eigene Note - erspielt: Anthrazitfarbene Musik an der
Schnittstelle zwischen Industrial, Drone und Techno. Immer wieder hallen die Echos von Postpunk und Jungle nach.
Seine Auftritte auf Festivals wie Berlin Atonal und Donaufestival vergisst man nicht so schnell.
► /////// PUCE MARY
(POSH ISOLATION, DK)

„Puce Mary blankly intones cold


Darwinian nihilism over revolving
cycles of electric razor drone“
THE WIRE

Puce Mary ist das Solo-Projekt der in Kopenhagen stationierten Experimentalmusikerin Frederikke Hofmeier. Mit ihren
Releases auf Posh Isolation, Ideal oder Ascetic House stößt sie an die Grenzen von Noise, Industrial und Power
Electronics und verknüpft diese zu komponierten Soundcollagen und Dark Ambient Scapes. Ihre energetischen Live-
Performances oszillieren zwischen analog-krachenden Synths und brachial-ekstatischen Ergüssen der menschlichen
Stimme.

► /////// LORENZO SENNI


(EDITIONS MEGO, PRESTO?!, IT)

„ The reason Senni's work is so gut-


fillingly satisfying, is because it
finally matches the melancholic and
cathartically euphoric potential of
trance's formal elements with content
that deserves such extreme sensory
expression.“ QUI ETU S

Lorenzo Senni ist ein multidisziplinärer Künstler und Komponist aus Mailand. Er arbeitet und veröfentlicht mit Musikern
wie Florian Hecker, Lawrence English oder Dj Stingray. Irgendwie denkt Senni dabei bei aller Ernsthaftigkeit aber immer
an den Dance Floor und am Ende hören sich seine Stücke an wie dekonstruierte Blueprints der 90er Technoalben:
Pointilistic Trance. Er ist Gründer des Labels Presto?! Und hat auf renommierten Festivals wie dem Club Transmediale,
Donaufestival oder Sonar gespielt, aber auch an Orten wie dem Centre Pompidou und im Berliner Institutionsclub
Berghain.
► /////// STELLAR OM SOURCE
(RVNG INT., NL)

Die niederländische Synth-Electronica Musikerin Stellar Om Source skulpturiert mit ihren fraktal-wirbelnden Acidbeats
und spaced-out Synthmelodien Meditationen zwischen Clubmusik und Detroit-Schamanismus.
Als ihr Album 'Joy One Mile' erschien, feierten es viele internationale Musikmedien als eines der besten des Jahres
2013. Zahlreiche internationale Auftritte u.a. am Incubate Festival, Club Transmediale, Unsound Festival.

„Her real achievement here - just as with her new age-inspired recordings of a few years
ago - is that she doesn’t ironize or fetishize this now-lost utopianism, but embraces it
fully, all the better to turn it to her own captivating ends.“
PI T C H FO R K

„the smooth curves, glassy surfaces and spider-webbed patterns of its tracks conjure up
visions of off-world cities and alien architectures with intense, hallucinatory clarity.“
QUI ETU S
► /////// BLACK PAGE ORCHESTRA

ist ein 2014 in Wien gegründetes Ensemble für radikale und kompromisslose Musik unserer Zeit. Namensgebend war
Frank Zappa’s Komposition the black page, ein Stück dessen Partitur aufgrund seiner hohen Notendichte eine schwarze
Seite ergibt. Neben diesem ästhetischen Ansatz setzt das Ensemble seinen Schwerpunkt auf Werke die insbesondere
Elektronik, Video und diverse aktuelle Technologien künstlerisch miteinbeziehen, wie auch Kompositionen die durch ihren
performativen Charakter weit über eine herkömmliche klassiche Konzertsituation hinausweisen. Experimentierfreudige
und vielseitige Programmgestaltung ist ein wesentliches Anliegen des Kollektivs.

Kaoko Amano, Sopran; Alessandro Baticci, Flöte; Helene Kenyeri, Oboe; Florian Fennes, Klarinetten/Saxophone; Sofe
Thorsbro Pedersen, Violine; Maiken Beer, Irene Frank, Violoncello; Peter Mayer, E-Gitarre; Alfredo Ovalles, Klavier; Igor
Gross, Schlagzeug; Matthias Kranebitter, Elektronik
Vasilis Tsiatsianis, Dirigent

PROGRAMM:
Alessandro Baticci, Mister BLP (UA), für Flöte, Ensemble und Live-Elektronik
Alexander Khubeev, Sounds of the Dark Time (EA) für verstärktes Ensemble
Johannes Kreidler, Slide Show Music (EA) für Ensemble, Playback und Video
Matthias Kranebitter, Konzert für Cembalo und Ensemble für Ensemble und Lautsprecherskulptur, Elektronik und
Projektion
Jorge Sanchez Chiong, used redux für Turntables, verstärktes Ensemble und Video
Turntables: Jorge Sanchez Chiong
Video: Thomas Wagensommerer
► /////// FUCKHEAD & STIRN PRUMZER

P e r f o r m a n c e S t i r n P r u m z e r / C h r i s t o p h e r S t u r m e r ( A t z g e r e i ) , P a t r i k L e c h n e r, F u c k h e a d

STIRN PRUMZER ist der Versuch eines komplexen Gesamtkunstwerkes: Sein Ziel ist die Demaskierung einer desolaten
Realität, die jeglichen Anspruch auf Wahrheit verloren hat. Er komponiert dichte Bilder, die auf den Betrachter böse und
schön, unbehaglich und amüsant zugleich wirken. Möglich wird diese vielschichtige Rezeptionsweise erst durch die
exzessive Lust an der formalen Freiheit. Statt in suizidaler Künstlernot vor die Hunde zu gehen, schlägt sich Stirn Prumzer
auf die vitale Seite der Extreme: Die Bemächtigung unterschiedlichster Kunstformen fängt in den mehrdimensionalen
Ausstellungen tatsächlich Feuer: Dabei werden die Werke nicht nur gezeigt, sondern davor, dahinter und daneben in einer
kruden Mischung aus Performance, Konzert, Ausstellung und Orgie in neue Kontexte gerückt.
► /////// TRACES – ein kuratierter Stadtrundgang mit Ausstellungen in Of
Spaces und Installationen im öfentlichen Raum sowie Video Screenings

Im Rahmen des UNSAFE&SOUNDS FESTIVAL II sollen neben Konzerten und Performances an unterschiedlichen
Orten (Künstlerhaus Wien, WUK, Galerie 12-14, VIERTELNEUN Gallery) Ausstellungen stattfnden und Sound-
Installationen (in Absprache) im Stadtraum gezeigt werden.

Hierzu kollaborieren die Kuratorin und Initiatorin des Vereins czirp czirp - sonic and experimental art. Verein zur
Förderung Experimenteller und Klang Kunst Lona Gaikis und Sound- und Videokünstlerin Hui Ye (Mitglied des
moment collectives), um eine Auswahl an künstlerischen Positionen in Bezug auf unterschiedliche
Ausstellungssituationen zusammenzustellen. Die Musikjournalistin Shilla Strelka wird zusätzlich ein Video- und
Filmprogramm zum Themenschwerpunkt Musik und Musikkulturen kuratieren.

Um die einzelnen Schauplätze mit künstlerischen Arbeiten und Interventionen zu bündeln, werden die Kuratorinnen Hui
Ye und Lona Gaikis entlang der jeweiligen Stationen WALKS (Spaziergänge) zusammenstellen. Diese führen tagsüber
durch die Stadt Wien zu den Werken und enden abends an den Veranstaltungsorten der Konzerte. Hierzu soll eine
Publikation inklusive Stadtplan gestaltet werden, die die gezeigten Werke vermittelt und das Festivalprogramm
beschreibt. Den BesucherInnen soll die Möglichkeit eröfnet werden, aktuelle künstlerische Positionen im Bereich
Sound (Art) aus Wien aber auch den Nachbarstädten Bratislava, Graz und Linz kennenzulernen.

TRACES

Die klanglichen Arbeiten und Interventionen, die ephemerer Natur sind, möchten als Spuren im Stadtraum verstanden
werden. Es geht darum, beim Publikum den Sinn für Sound Art zu schärfen und die Begegnungsmöglichkeiten
außerhalb etablierter Formate im klassischen Ausstellungsraum zu suchen. Die Setzungen im öfentlichen Raum werden
durchaus bis zu einem gewissen Grad als Konfrontation zwischen kunst-fernen Bevölkerungsschichten und der sehr
aktiven Sound Szene Wiens verstanden.

KÜNSTLERINNEN Royl Cubertson (USA), czirp czirp (AT), Thomas Grill (AT), Jonáš Gruska (SLO), Kollektiv Rauschen
(AT), Patrizia Ruthensteiner (AT), Benjamin Tomasi (AT/IT), Hyo Ye (KOR), Chra (AT), Astrid Seme (AT), Karl Salzmann (AT),
Volker Klein (AT), Magda Tothova (AT), Peter Kutin (AT), Robert Mathy (AT), Veronika Mayer (AT)

ORTE (Auswahl) AfG (Mühlfeldgasse 5, 1020 Wien), Künstlerhaus (Karlsplatz 5, 1010 Wien, Vorplatz), Künstlerhaus
Passage (Karlsplatz 5, 1010 Wien, Unterführung), m.oe (Thelemangasse 4, 1170 Wien), Pinacoteca 22 (Große Neugasse
44, 1040 Wien), Tonkino Saalbau (Flachgasse 25, 1150 Wien), Vesch (Schikanedergasse 11, 1040 Wien) VIERTELNEUN
Gallery (Laudongasse 67, 1080 Wien), wellwellwell (Mittersteig 2a, 1040 Wien), WUK (Währinger Straße 59, 1090 Wien)