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Werte und abweichendes Verhalten

Andreas Pöge & Daniel Seddig

1 Einleitung
Werte spielen in den Sozialwissenschaften eine bedeutende Rolle, da ihnen meist schon per
Definition neben Sinnstiftung auch eine allgemeine Handlungsrelevanz zugesprochen wird.
Damit lässt sich annehmen, dass Werte auch im Hinblick auf abweichende Verhaltensweisen
grundsätzlich handlungsleitend sind. Eine weitverbreitete, klassische Definition beschreibt
Werte folgendermaßen: „A value is a conception, explicit or implicit, distinctive of an
individual or characteristic of a group, of the desirable which influences the selection from
available modes, means, and ends of action.” (Kluckhohn 1951, S. 395). Diese Definition
eines Wertes als eine Auffassung bzw. Konzeption „von Wünschenswertem“ wurde durch
einige Autorinnen und Autoren modifiziert – bedeutende Ansätze stammen von Rokeach
(1973), Inglehart (1977), Klages (1984) und Schwartz (1992). Auch wenn deren Definitionen
in manchen Bereichen differieren, kann man festhalten, dass Werte in der Regel als dauerhafte
(siehe dazu Pöge 2017), tief in der Persönlichkeit verwurzelte Grundüberzeugungen und
Zielvorstellungen gefasst werden, die einen relativ hohen Abstraktionsgrad aufweisen (vgl.
Kadishi-Fässler 1993). Dieser letztgenannte Umstand ist mitverantwortlich dafür, dass direkte
Effekte von Werten auf tatsächliches (abweichendes) Verhalten nicht leicht nachzuweisen
sind. Man nimmt in der Regel an, dass sie über stärker situationsbezogene soziale Normen
oder Einstellungen vermittelt werden. In diesem Beitrag werden zunächst die bedeutendsten
sozialwissenschaftlichen Wertetheorien vorgestellt (Abschnitt 2), danach werden die Theorien
abweichenden Verhaltens besprochen, in denen Werte eine gewichtige Rolle spielen
(Abschnitt 3). Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der empirischen Befunde
zu den jeweiligen Theorien, die allerdings aufgrund von Überschneidungen nicht in jedem
Fall trennscharf ausgewiesen werden können. Den Abschluss dieses Beitrags bildet die
Darlegung der empirischen Analysen der Verfasser (Abschnitt 4).

2 Wertetheorien
Für den Sozialpsychologen Rokeach wird menschliches Verhalten durch ein Wertesystem, also
das Zusammenspiel verschiedener, ihrer Priorität nach geordneter Werte, geleitet. Alle
Menschen besitzen prinzipiell dieselben Werte, unterscheiden sich jedoch in der individuellen
Rangreihenfolge der Werte-Prioritäten. Eine der Besonderheiten der Rokeachen
Wertekonzeption ist die Unterscheidung von instrumentellen und terminalen Werten.
Während die instrumentellen Werte sich auf die wünschenswerte Art und Weise der
Lebensführung („modes of conduct“) beziehen, sind terminale Werte auf gewünschte
Endzustände der Existenz („end-states of existence“) gerichtet (vgl. Rokeach 1973). 1 Im
Hinblick auf die Frage nach der Anzahl der Werte bleibt Rokeach vage: Er schätzt sie bei
terminalen auf rund 20 und bei instrumentellen Werten auf rund 60 bis 70 (vgl. Rokeach
1973, S. 11). Empirisch umgesetzt wird seine Konzeption durch die Abfrage von
Werteprioritäten mittels Rangreihenfolgen und umfasst folgende Wertedimensionen: 2

1
Instrumentelle Werte sind beispielsweise „mutig“, „ehrlich“ oder „einfallsreich“, Beispiele für terminale Werte sind
„ein aufregendes Leben“, „eine friedliche Welt“ oder „Gleichheit“.
2
Eine bekannte Version des Erhebungsinstruments (Rokeach-Value-Survey, „Form D“) umfasst 18 instrumentelle und
18 terminale Werte (vgl. Rokeach 1973, S. 29). Die Operationalisierung mit einer erzwungenen Rangreihenfolge und
daraus resultierenden Ranking-Daten wurde vielfach kritisiert (vgl. zusammenfassend Schlöder 1993).
„Immediate vs. delayed gratification“, „Competence vs. religious morality“, „Self-
constriction vs. self-expansion“, „Social vs. personal orientation“, „Societal vs. family
security“, „Respect vs. love“ und „Inner- vs. other-directed“.

Besonders in der Soziologie und der Politikwissenschaft sind die Arbeiten des Politologen
Ronald Inglehart (1977) über den Wertewandel der 1960er und 1970er Jahren sehr bekannt
geworden. Er unterscheidet in Anlehnung an die Maslowsche Bedürfnispyramide (vgl.
Maslow 1943) zwei grundlegend unterschiedliche Bedürfnistypen bzw. Zielvorstellungen: 1)
unmittelbar persönliche Bedürfnisse „nach physischer Versorgung und Sicherheit“ und 2)
Bedürfnisse „nach Selbstverwirklichung und intellektueller wie ästhetischer Befriedigung“
(Inglehart 1979, S. 282). Sie werden als materielle und nichtmaterielle bzw. postmaterielle
Ziele bezeichnet. Mit Hilfe der sogenannten Mangel- und Sozialisationshypothese schließt
Inglehart, dass man bei Erwachsenen aus ihren Werthaltungen ableiten kann, welche
Umweltbedingungen zur Zeit ihrer Sozialisation vorherrschten und konstatiert über einen
Generationenvergleich einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Dieser wird vor allem
dadurch sichtbar, dass alte, materialistische Werte an Bedeutung verlieren und durch neue,
postmaterialistische Werte ersetzt werden. In empirischen Studien, kommen Ranking-
Verfahren zum Einsatz, bei denen Befragte zwölf vorgegebene Werte in eine nach Wichtigkeit
sortierte Rangreihenfolge bringen müssen. Auf Grundlage ihrer Antworten werden Personen
dann in vier Gruppen eingeteilt: 1) Post-Materialisten, 2) gemischt postmaterialistisch, 3)
gemischt materialistisch, 4) Materialisten. Empirische Nachweise für seine Theorie legt
Inglehart mit Daten aus zahlreichen Ländern und zu zahlreichen unterschiedlichen
Zeitpunkten vor. Seine Grundannahmen, die methodische Umsetzung und die empirischen
Erkenntnisse wurden allerdings sehr kontrovers diskutiert (siehe bspw. Lehner 1979; Six
1985; Klein und Pötschke 2000; Marcus 2009; Alemán und Woods 2016). Der als
Hauptbefund zunächst festgestellte Wertewandel scheint nach einer Hochphase in den 1980er
Jahren mittlerweile zumindest gestoppt zu sein (siehe bspw. Hradil 2002; Kaina und Deutsch
2006; Klein 2008). In neueren Arbeiten erweitert Inglehart mittlerweile seinen Werteraum auf
zwei Dimensionen: 1) „Traditional vs. secular-rational values“ und 2) „Survival vs. self-
expressive values“ (vgl. Inglehart und Baker 2000; Inglehart 2008).

In der kritischen Auseinandersetzung mit Inglehart entwickelt der Soziologe Helmut Klages
(1985) im Rahmen der Speyerer Werteforschung ein zunächst zweidimensionales Konzept.
Die zugrunde liegenden Wertedimensionen werden ursprünglich als „Kon-Werte“
(Pflichtakzeptanz) und „Non-Kon-Werte“ (Selbstentfaltung, Engagement) bezeichnet.
Wertorientierungen sind für ihn individuelle Präferenzen, nach denen Menschen ihre
Wahrnehmungen und ihr Handeln ausrichten. Wertewandel zeigt sich ihm nach nicht nur ein-
sondern mindestens zweidimensional durch schubweise Veränderungen der Werte-
Wichtigkeiten (vgl. Klages 1985). Seit Mitte der 1980er Jahre ist in diesem Verhältnis eine
weitere Dimension bedeutsam: „Hedonismus/Materialismus“. 3 Die Konzeption von Klages
beruht in Anlehnung an Parsons (1951) auf der Annahme, dass eine eindeutige, stabile
Rangordnung zwischen Werten nicht immer und zwingend vorhanden sein muss – bei der
Messung von individuellen Werthaltungen wird daher kein Ranking- sondern ein Rating-
Verfahren verwendet. Er entwickelt dazu eine eigene, 24 Items umfassende Skala: das
sogenannte Speyerer Inventar zur Messung von Wertorientierungen (Klages et al. 1992). Auf
Grundlage der Ausprägungskombinationen (hoch/tief) auf den genannten drei Dimensionen
werden Individuen in fünf Wertetypen eingeteilt: 1) Konventionalisten, 2) Resignierte, 3)
Realisten, 4) Hedo-Materialisten und 5) Idealisten (vgl. Klages und Gensicke 2005, 2006).
Eine besondere Bedeutung kommt den „aktiven Realisten“ zu, die durch das Wertemuster der
3
Die Wertedimensionen werden in den aktuellen Publikationen meist „Pflicht und Akzeptanz“, „Hedonismus und
Materialismus“ sowie „Idealismus und Engagement“ genannt (vgl. Gensicke 2000, 2001; Klages und Gensicke 2006).
Wertsynthese gekennzeichet sind, das heißt, der Zustimmung zu allen Wertedimensionen.
Diese Wertsynthese wird als anomiefest und zukunftweisend charakterisiert (vgl. Klages und
Gensicke 2006, S. 340) und stellt nach Meinung von Klages die „anspruchsvolle Reaktion“
auf komplexe gesellschaftliche Randbedingungen dar. Auch gegen die Theorie von Klages ist
Kritik vorgebracht worden. Bemängelt wird unter anderem die lückenhafte theoretische
Grundlegung (vgl. bspw. Schlöder 1993; Kadishi-Fässler 1993), aber auch die allzu positive
Bewertung der Wertsynthese (vgl. Roßteutscher 2004; Thome 2005).

Anknüpfend an Rokeach und eigene Vorarbeiten (Schwartz und Bilsky 1987, 1990),
begründet der Sozialpsychologe Shalom Schwartz (1992, 1994, 1996) eine Theorie
universeller menschlicher Werte. Er definiert Werte als Ziele im Sinne von Leitprinzipien des
Lebens und differenziert zwischen zehn konzeptuellen Wertetypen, die spezifische Werte
zusammenfassen (vgl. Sagiv und Schwartz 1995, S. 438): „universalism“, „benevolence“,
„conformity“, „tradition“, „security“, „power“, „achievement“, „hedonism“, „stimulation“,
and „self-direction“. Besonders bedeutsam sind in seiner Theorie die Beziehungen zwischen
denWertetypen, denn diese stehen in einem systematischen Verhältnis zueinander. Schwartz
ordnet sie nach ihrem konzeptuellen Ähnlichkeitsverhältnis kreisförmig an: Wertetypen bzw.
zugrunde liegende Motivationen, die sich ähneln, liegen nebeneinander, Wertetypen, die in
direktem Widerspruch zueinander stehen, liegen sich im Kreis gegenüber (vgl. Schwartz
1996; Bardi und Schwartz 2003). Die individuelle Werthaltung eines Individuums wird nach
Schwartz über die Relationen aller zehn Wertetypen bestimmt und kann nur über das
Gesamtverhältnis zueinander adäquat beschrieben werden (vgl. Schwartz 1996; Schwartz und
Huismans 1995). Die zehn genannten Werte werden von Schwartz auf einer zweiten
Abstraktionsebene mit vier Wertedimensionen verortet: „openness to change“,
„conservation“, „self-enhancement“ sowie „self-transcendence“. Die Theorie ist seit ihrer
ersten Formulierung erweitert worden, so dass in ihrer aktuellen Fassung auch eine weitere
Unterteilung von motivationalen Wertgrundlagen möglich ist (vgl. Schwartz et al. 2012). Zur
empirischen Überprüfung entwickelt Schwartz den „Schwartz Value Survey“ (SVS) mit
ursprünglich 56 Einzelwerten, von denen 21 aus dem Werte-Inventar von Rokeach
übernommen wurden (vgl. Schwartz 1992; Glöckner-Rist 2012). 4

Um die Sozialstruktur der Gesellschaft zu beschreiben, stellt das Sinus-Institut Heidelberg


Ende der 1970er Jahre einen sehr bekannt gewordenen Milieu-Ansatz vor, der Werte als
wichtige Aspekte einbezieht. Soziale Milieus werden hier, vereinfacht dargestellt, als
gesellschaftliche Subgruppen verstanden, deren Mitglieder sich in Lebensweise
und -auffassung ähneln (vgl. Becker und Nowack 1985, S. 14; Flaig et al. 1997, S. 55). Die
als Sinus-Milieus bezeichneten Gruppen sind das Ergebnis von umfangreichen qualitativen
Untersuchungen (sogenannten „Lebenswelt-Explorationen“), die bis heute fortlaufen
weitergeführt werden und dem eigenen Anspruch nach alle für ein Individuum bedeutsamen
Erlebnisbereiche (unter ihnen auch Einstellungen und Werthaltungen) abdecken (Barth und
Flaig 2013, S. 19 ff.). Anfang der 1980er Jahre wird eine aus zunächst 45 Fragen bestehende
Statement-Batterie, der sogenannte Milieu-Indikator, entwickelt, mit deren Hilfe eine
quantitativ-empirisch Überprüfung möglich ist. 5 Sie erfasst milieuspezifische
Wertorientierungen, die nach eigenen Angaben für die Identifizierung und Trennung der
sozialen Milieus besonders gut geeignet sind und mit Hilfe spezieller Clusteranalysen 6 zur

4
Ein kürzeres Erhebungsinstrument stellt der sogenannte „Portrait Value Questionnaire“ (PVQ) dar, der in einer ers-
ten Version 40 Items enthält (vgl. Schmidt et al. 2007). Eine nochmals verkürzte PVQ-Version mit 21 Items wurde
speziell für den „European Social Survey“ entwickelt (vgl. Schwartz 2001; Schmidt et al. 2007).
5
Eine Version des Instruments findet sich bei Heitmeyer et al. (1995, S. 472 f.).
6
Die methodischen Einzelheiten des Verfahrens sind allerdings aus urheberrechtlichen Gründen nicht bekannt.
Klassifikation herangezogen werden (Flaig et al. 1997, S. 69 ff.). 7 Die so ausgemachten
gesellschaftlichen Gruppen werden in einem Koordinatensystem, welches durch die Achsen
„soziale Lage“ und „Grundorientierung“ aufgespannt wird, verortet, wobei die horizontale
Orientierungsachse explizit Bezug auf Werte nimmt. 8 Die Sinus-Milieus, deren Anzahl und
inhaltliche Prägung sich im Laufe der Zeit mehrfach ändern, werden mit eingängigen Titeln
belegt: 1) „Konservativ-Etablierte“, 2) „Liberal-Intellektuelle“, 3) „Performer“, 4)
„Expeditive“, 5) „Sozialökologische“, 6) „Bürgerliche Mitte“, 7) „Adaptiv-Pragmatische“, 8)
„Traditionelle“, 9) „Prekäre“ und 10 )„Hedonisten“ (Sinus 2017, S. 13). Die Benennungen
beziehen sich dabei zum Teil direkt auf die in diesen Milieus vorherrschenden Werte
(beispielsweise bei den Hedonisten und den Traditionellen), zum Teil beziehen sie sich aber
auch auf andere milieukonstituierende Merkmale (beispielsweise bei den Expeditiven und den
Prekären). Lebensstil- und Milieuansätze wurden insgesamt zwar teils heftig kritisiert und
negativ bilanziert (vgl. im Überblick Pöge 2007c, S. 31 ff.; Otte 2005), dennoch erfreuen sich
die Sinus-Milieus als Analyseinstrument in der wissenschaftlichen Forschung großer
Beliebtheit.

3 Werte und Theorien abweichenden Verhaltens


Vor allem in der Kriminalsoziologie wurden zur Erklärung von (Jugend-)Delinquenz
vielfältige Ansätze und Methoden entwickelt, die Werte einbeziehen (vgl. Hermann 2003).
Wie oben bereits erwähnt, wird bei Werten ein eher hohes Abstraktionsniveau angenommen,
welches sie unter anderem von konkreteren Normen und Einstellungen unterscheidet. Zwar
wird Werten gemeinhin zugesprochen, sowohl die Wahrnehmung und Verarbeitung von
Informationen als auch die Reaktionen und Handlungen von Individuen zu beeinflussen,
starke direkte Effekte auf tatsächliches Verhalten sind jedoch in der Praxis meist nicht einfach
zu belegen. Als Gründe dafür können unter anderem die geringe Situationsbezogenheit und
das zur Verhaltenssteuerung nötige komplexe Zusammenspiel mehrerer Werte angeführt
werden. Häufig wird der Einfluss von Werten auf die Wahl von Handlungsarten und -zielen
daher indirekt bzw. vermittelt über soziale Normen oder Einstellungen betrachtet (vgl. Homer
und Kahle 1988; Feather 1995; Hitlin und Piliavin 2004). Normen werden nach Spittler
(1967) in der Soziologie weit verbreitet als Verhaltensanforderungen für wiederkehrende
Situationen angesehen. Als Konkretisierung von Werten spielen sie bereits bei der Definition
von abweichendem Verhalten eine bedeutende Rolle. Zwar ist allein die Normorientierung
nicht in jedem Fall für eine eindeutige Definition ausreichend (Beispiel: Labeling Approach),
die Unterscheidung zwischen normkonformem und normabweichendem Verhalten (und damit
indirekt auch der Bezug zu Werten) ist in der Kriminalsoziologie aber von entscheidender
Bedeutung (vgl. Lamnek 2007, S. 20 ff.). Wenngleich wir also eher von indirekten bzw.
vermittelten Effekten ausgehen können, lassen sich in Bezug auf abweichendes Verhalten – je
nach Inhalt der Werte – durchaus Unterschiede in der Wirksamkeit vermuten. Am stärksten
sollten Werte wirken, die sich explizit auf (Non-)Konformität beziehen bzw. selbst
(Non-)Konformität zum Inhalt haben. In Anlehnung an Braithwaite und Braithwaite (1981)
können vier Arten solcher Werte formuliert werden: 1) präskriptiv-konforme, 2) präskriptiv-
nonkonforme, 3) proskriptiv-konforme und 4) proskriptiv-nonkonforme Werte. 9
In jeder der oben vorgestellten Wertetheorien sind Beispiele für diesbezügliche Werte

7
Diese Itembatterie enthält neben einigen Wertedimensionen wie zum Beispiel „Pflicht und Konvention“,
„Hedonismus und Materialismus“ und „Kreativität und Engagement“ allerdings auch weitere Faktoren wie
beispielsweise „Technikaffinität“ oder „Deprivation“, die keine Werte im engeren Sinne darstellen (vgl. Pöge
2002, S. 71; Boers und Pöge 2003, S. 259 f.; Pöge 2007c, S. 115 ff.; Boers und Reinecke 2007a, S. 377).
8
Allerdings werden im Laufe der Zeit unterschiedliche Achsenbeschriftungen verwendet (vgl. bspw. Becker und
Nowack 1985, S. 14; Flaig et al. 1997, S. 144).
9
Präskriptiv kann in diesem Zusammenhang mit vorschreibend, proskriptiv am ehesten mit ächtend übersetzt werden.
enthalten. Am entferntesten ist der Konformitätsbezug noch bei Rokeach ausgearbeitet, wo
aber immerhin die terminalen Werte des Weltfriedens und der inneren Harmonie bzw. äußeren
und inneren Konfliktfreiheit sowie eine Reihe von verwandten instrumentellen Werten 10 zu
finden sind. Man kann diese mit einigen Einschränkungen als durchaus präskriptiv-konform
betrachten. Bei Inglehart basiert die Wertedimension Materialismus (Sicherheitsbedürfnis) auf
den Items „Aufrechterhaltung der Ordnung in der Nation“ und „Kampf gegen Verbrechen“
und weist somit einen präskriptiv-konformen und proskriptiv-nonkonformen Kern auf. Die
Wertedimension der Pflicht- und Akzeptanzwerte bei Klages, die unter anderem mit den Items
„Gesetz und Ordnung respektieren“ sowie „Nach Sicherheit streben“ gemessen wird, umfasst
explizit präskriptiv-konforme Inhalte. Besonders ausgeprägt ist der Bezug in der Theorie von
Schwartz, bei der der Wert Konformität als einer der zehn universellen menschlichen Werte
Berücksichtigung findet. 11 Mit Einschränkungen lässt sich hier auch noch der Wert Sicherheit
anführen. Die zur Messung eingesetzten Statements weisen ebenfalls präskriptiv-konforme
Inhalte und eines weist einen proskriptiv-nonkonform Inhalt auf. 12 Präskriptiv-nonkonforme
und proskriptiv-konforme Werte sind hingegen in den gängigen Inventaren nicht zu finden,
allerdings lassen sich auch dafür Beispiele formulieren. In bestimmten gesellschaftlichen
Gruppen kann Nonkonformität durchaus einen präskriptiven Wertecharakter besitzen, wenn
etwa Statuserhöhung durch nonkonformes Verhalten wie Gewaltverhalten, Graffitisprayen
oder Mutproben als Ziel gesehen wird. Selbst für den Fall der proskripiv-konformen Werte
können Beispiele gefunden werden. Im Bereich der Steuerdelikte scheint es gesellschaftliche
Gruppen zu geben, die konformes Verhalten ächten und Mitglieder der russischen Mafia
(„Diebe im Gesetz“) verfolgen proskripiv-konforme Werte, die ihnen beispielsweise
verbieten, eine Familie zu gründen oder einer regulären Arbeit nachzugehen.

3.1 Subkulturtheorie
Eine der klassischen Kriminalitätheorien ist die Subkulturtheorie, die vielleicht am stärksten
den direkten Einfluss von Werten 13 auf abweichendes Verhalten berücksichtigt. Bereits
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von Znaniecki und Thomas (1927) eine der
Grundannahmen formuliert, dass Werte, Normen und Einstellungen eines Individuums von
der jeweiligen sozialen Gruppe abhängen, der es angehört. 14 Da moderne Gesellschaften in
ihrer Zusammensetzung hochkomplex sind, existieren Unterschiede und auch Konflikte
zwischen den Werten verschiedener sozialer Gruppen, die zu Devianz und Delinquenz führen
können. 15 Im Rahmen der Subkulturtheorie existieren verschiedene Ausrichtungen, die auch
die Wirkung von Werten auf abweichendes Verhalten in unterschiedlicher Weise beschreiben.
10
Dies sind die Werte „honest (sincere, truthful)“, „obedient (dutiful, respectful)“, „polite (courteous, wellman-
nered)“, „responsible (dependable, reliable)“ und „self-controlled (restrained, self-disciplined)“.
11
Conformity-Items: „He/She believes that people should do what they’re told. He/She thinks people should follow
rules at all times, even when no-one is watching.“, „It is important to him/her always to behave properly. He/She wants
to avoid doing anything people would say is wrong.“
12
Security-Items: „It is important to him/her to live in secure surroundings. He/She avoids anything that might endan-
ger his/her safety.“, „It is important to him/her that the government ensures his/her safety against all threats. He/She
wants the state to be strong so it can defend its citizens.“
13
Allerdings wurden häufig sehr verhaltensnahe, nonkonforme Werte formuliert, die den heutigen Wertedefinitionen
kaum entsprechen. Nach Lerman (1968, S. 222 f.) finden sich in den verschiedenen Subkulturansätzen folgende Werte:
„the ability to keep one’s mouth shut to the cops“, „the ability to be hard and tough“, „the ability to find kicks“, „the
ability to make a ,fast buck.‘“, „the ability to outsmart others“, „the ability to make connections with a racket“, „the
ability to get good grades“ und „the ability to do well in the job world“.
14
Häufig werden nonkonforme Werte selbst allerdings als subkulturkonstituierend betrachtet, um dann als Erklärgrö-
ßen zu fungieren, was die Gefahr des tautologischen Zirkelschlusses in sich birgt.
15
Znaniecki und Thomas (1927) beziehen sich dabei zunächst auf unterprivilegierte Einwandererkinder und privile-
gierte Eltern und Lehrern in den USA. Bei Untersuchungen zu den Unterschieden zwischen Werten von delinquenten
Jugendlichen und Kontrollgruppen in den 1930er Jahren konnten allerdings keine eindeutigen bzw. sogar widersprüch-
liche Belege ausgemacht werden (vgl. Barron 1951, S. 210).
Subkultur-Theorien nach Cohen (1955), Miller (1958) und Wolfgang und Ferracuti (1967)
postulieren, dass Delinquenz aus einem speziellen Wertesystem resultiert, welches
charakteristisch für niedrige soziale Klassen ist und antisoziale Handlungen legitimiert oder
sogar erfordert. Sehr bekannt geworden ist in diesem Zusammenhang die Subculture-of-
Violence-These (Wolfgang 1958; Wolfgang und Ferracuti 1967), nach der Gewalt aus der
Befolgung eines Sets von Subkultur-Werten, welche Gewaltausübung befürworten und
unterstützen, resultiert (siehe auch Cloward und Ohlin 1960). Im Gegensatz dazu führen
konventionelle Mittelklassen-Werte zu konformem Verhalten (vgl. Cohen 1967). 16
Die Ursachen für die Ausbildung von Subkulturen mit spezifischen, nonkonformen Werte-
und Normensystemen sieht Cohen (1955) vor allem in den Folgen von Anpassungsproblemen,
die aus unterschiedlichen und ungleichen sozialen Lagen resultieren. Das vorherrschende
(Mittelklassen-)Werte- und Normensystem gilt zunächst für alle Gesellschaftsmitglieder
gleichermaßen, aber aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen können nicht alle
Gesellschaftsmitglieder den Anforderungen dieses Systems entsprechen. Die Ausbildung von
Subkulturen ist eine kollektive Reaktion auf solche Anpassungsprobleme, die durch die
Ausbildung eigener Werte- und Normstrukturen die Spannungszustände ihrer Mitglieder zu
lösen versuchen. Dies geschieht durch eine Erhöhung des Selbstwertgefühls durch die
„Ablehnung der Ablehnenden“. Konventionelle präskriptiv-konforme Werte werden reaktiv-
formativ in präskriptiv-nonkonforme umgewandelt (normative Inversion). Gegen diese
Sichtweise ist einige Kritik vorgetragen worden. Downes (1966) beispielsweise sieht die
Reaktion auf Anpassungsprobleme nicht in der Reaktion-Formation (bzw. Rebellion), sondern
eher in einem Rückzug. Außerdem lässt sich unbestreitbar vorhandene Mittelklassen-
Delinquenz nicht durch den beschriebenen Reaktion-Formations-Mechanismus erklären.
Auch in Bezug auf Konformität bleibt unklar, ob mit dieser Sichtweise beispielsweise
Mittelklassen-Angehörige dieselben Werte aufweisen müssen wie konforme Unterklassen-
Angehörige? Schur (1969) argumentiert, dass konventionelle (Mittelklassen)-Werte nicht nur
zur Erklärung konformen sondern auch delinquenten Verhaltens herangezogen werden
können. 17 Miller (1958) nimmt im Gegensatz zu Cohen (1955) Unterklassen-Werte nicht als
nur durch die Reaktion auf Mittelklassen-Werte gebildet sondern als eigenständig an. Auch
Unterklassen-Gang-Verhalten wird von eigenen Verhaltensanforderungen (sogenannten „focal
concerns“) 18 bestimmt. Er räumt jedoch ein, dass auch nicht-kriminelles Verhalten
grundsätzlich aus denselben Werten und Bedürfnissen entspringen kann. Matza und Sykes
(1961) stellen den Begriff der Neutralisationstechniken 19 in den Vordergrund und nehmen an,
dass Jugendliche vor allem dann delinquent werden, wenn sie diese Techniken erlernen und
nicht, indem sie präskriptiv-nonkonforme Werte verinnerlichen. Matza (1964) konzentriert
sich auf den Prozess des Wechselns zwischen Konformität und Nonkonformität (drift). Dieser
intervenierende Prozess ist zwischen dem Versagen in einem Statussystem und Delinquenz
wirksam. Nach seiner Sichtweise erlauben subkulturelle Werte zwar Delinquenz, sie
verlangen sie aber nicht. Somit „driften“ delinquente Jugendliche zwischen konformem und
delinquentem Verhalten. Versagen in einem Statussystem kann diesen Drift verstärken, wobei
Machtlosigkeit als wichtigste Dimension dieses Versagens beschrieben wird. Für Lerman

16
Cohen (1967) argumentiert, dass protestantische Werte (Harte Arbeit, Bedürfnisaufschub, Wert der formale Bildung
etc.) die Einbindung in Kriminalität verringern, weil Jugendliche mit diesen Werten 1) keine Zeit für kriminelle Hand-
lungen haben, 2) ihre Zukunft nicht riskieren wollen und 3) Delinquenz als unvereinbar mit den eigenen Normen und
konventionellen Standards gesehen wird.
17
Materialismus, Unpersönlichkeit, Individualismus und Akzeptanz quasi-krimineller Ausbeutung sind Beispiele für
konventionelle Werte, die kriminogen wirksam sein können. Materialismus kann beispielsweise zu Geschäftserfolg
aber auch zu Kriminalität führen.
18
Genannt werden: „trouble“, „toughness“, „smartness“, „excitement“, „fate“ und „autonomy“.
19
Neutralisationstechniken sind beispielsweise: Verantwortung für verwerfliches Handeln abschieben, Verneinung
des Unrechts, Ablehnung des Opfers, Berufung auf höhere Instanzen etc.
(1968) ist eine deviante Subkultur dann existent, wenn illegales Verhalten mit geteilten
Symbolen (Gaunersprache/Slang und Werten) zusammenhängt. Er sieht diejenigen, die
abweichende Werte aufweisen, ebenfalls nicht automatisch als an der Verletzung legaler
Statuten interessiert an. Deckungsgleich zu Matza (1964) vermutet er, dass Werte nicht
vorschreiben, illegal zu agieren, aber dass illegales Verhalten möglicherweise toleriert wird,
wenn es im Einklang mit entsprechenden Werten steht.

Die Subkulturtheorie wurde im Laufe der Jahre in einigen Studien empirisch überprüft.
Eingesetzt wurde sie vor allem zur Analyse und Erklärung der Banden- bzw. Gang-
Kriminalität, wobei der Fokus meist auf jungen Menschen lag. Clark und Wenninger (1963)
können auf Grundlage von Schulkindern der sechsten bis zwölften Klasse (n = 1154), die in
vier soziogeographischen Gruppen gezogen wurden, zeigen, dass grundsätzlich deutliche
Beziehungen zwischen Werten und Kriminalität bestehen. Lerman (1968) belegt auf der
Grundlage von n = 555 männlichen New Yorker Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren,
dass eine Orientierung an devianten Werten sowohl in der Vergangenheit als auch der
Gegenwart stark mit der Anzahl an devianten Handlungen verknüpft ist. Dieser Befund trifft
allerdings vorwiegend auf die älteren Jugendlichen zu. Des Weiteren kommt der Autor zu dem
Schluss, dass Jungen generell stärker an devianten Werten orientiert sind als Mädchen und
diese Entwicklung relativ früh in der Jugendphase beginnt. Allerdings zeigt sich diese
Orientierung als wenig stabil und wechselt häufig zu konformen Werten. Daneben existiert
eine stärkere Orientierung an devianten Werten auf der Peer-Ebene als auf der individuellen.
Jugendliche mit devianten Werten suchen sich offensichtlich Peers, für die dasselbe gilt.
Cernkovich (1978) analysiert High-School-Jungen (n = 412) im Alter von 14 bis 18 Jahren
und zeigt eine relativ starke Verbindung zwischen den betrachteten Subkultur-Werten (siehe
Fn. 9) und Delinquenz auf. Konventionelle Werte hingegen fungieren als Puffer gegen häufige
Delinquenz und zwar unabhängig vom jeweiligen sozioökonomischen Status oder den
ebenfalls abgefragten, wahrgenommenen Lebenschancen. Er schließt bezüglich der
Delinquenzneigung, dass Werte grundsätzlich wirksam sind, aber die Klassenzugehörigkeit
für sich genommen keinen nennenswerten Einfluss hat – ein Befund, der von Heather (1979)
bestätigt wird.

3.2 Anomie- und General-Strain-Theorie


Eine weitere klassische Kriminalitätstheorie, die Werte in bedeutsamer Weise berücksichtigt,
ist die Anomietheorie (Merton 1938, 1968). Nach dieser Sichtweise besteht die kulturelle
Struktur einer Gesellschaft aus den kulturell festgelegten Zielen bzw. Werten und den
Normen, die regulieren, welche Mittel zur Zielerreichung als legitim angesehen werden.
Klaffen allgemein verbindliche kulturelle Ziele und die Verfügbarkeit der legitimen Mittel, die
zur Zielerreichung nötig sind, auseinander, kann es im Ergebnis zum Zustand der
gesellschaftlichen Anomie kommen. Dieser Zustand wird als Regel- bzw. Normlosigkeit
gefasst und als Grund für Desintegrationserscheinungen in der Gesellschaft angeführt.
Individuelle Desorientierung als Ergebnis dieses Auseinanderklaffens kann als
intraindividueller Zustand nicht bestehen bleiben und durch den Versuch ihrer Auflösung
ergeben sich verschiedene Typen der Anpassung: (Konformität), Innovation, Rebellion,
Ritualismus und Rückzug (vgl. Lamnek 2007, S. 116). Wenn die Verwirklichung von
internalisierten Zielen bzw. Werten durch konforme Mittel blockiert ist, deren Verfügbarkeit
von der Sozialstruktur abhängt, kann es zur Anwendung illegitimer und non-konformer Mittel
kommen (vgl. Merton 1968). Im Hinblick auf Werte geht die Anomietheorie im Unterschied
zur Subkulturtheorie davon aus, dass delinquente und nicht-delinquente Menschen ein
ähnliches Wertesystem haben. Ihre Ziele sind somit grundsätzlich gleich – abweichendes
Verhalten wird „nur“ als ein illegitimes Mittel zur Zielerreichung betrachtet. Als Kritik gegen
diese Sichtweise wurde vorgebracht, dass die Unterscheidung zwischen Zielen und Mitteln
(vgl. terminale und instrumentelle Werte) nur schwer möglich ist und sich empirisch kaum
aufrechterhalten lässt. Des Weiteren kann Anomia (Srole 1956) als Zustand der individuellen
unzureichenden sozialen Integration auch durch das Aufgeben von Lebenszielen bzw. Werten
gekennzeichnet sein und nicht durch die Anwendung illegitimer Mittel. Nach Opp (1974)
muss die jeweilige Intensität der Ziele bzw. Werte und Normen mitberücksichtigt werden,
wenn man die Anwendung nonkonformer Mittel zur Zielerreichung untersuchen will.
Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Anomietheorie zwar Werte einbezieht, aber
abweichendes Verhalten kaum durch die Werte selbst, sondern durch die Ziel- bzw. Werte-
Mittel-Diskrepanz, erklärt. Eine Weiterentwicklung der Anomietheorie stellt die General-
Strain-Theorie von Agnew (1985) dar. Neben der beschriebenen Diskrepanz werden
zusätzlich drei Typen sozialer Belastung (strain) für einzelne Akteure formuliert: 1) Die
wahrgenommene Unmöglichkeit, positiv besetzte Ziele bzw. Werte zu erreichen, 2) das
Erleben des Entzugs positiv bewerteter Stimuli und 3) die Konfrontation mit negativen
Stimuli. Die aus diesen sozialen Belastungen resultierende Verärgerung und Enttäuschung
begünstigt die Bereitschaft zu kriminellen Handlungen. Im Gegensatz zu bzw. als Erweiterung
der Anomietheorie können diese Prozesse allerdings unabhängig von sozialen Schichten
auftreten.

In den Kontext der Anomietheorie fällt auch der Ansatz von Heitmeyer et al. (1995), die den
Begriff des Desintegrations-Verunsicherung-Gewalt-Konzepts geprägt haben. In diesem
Ansatz wird der Aspekt der Ziel-Mittel-Diskrepanz mit dem sozialstrukturellen Milieukonzept
verknüpft und vor dem Hintergrund der sich vollziehenden Individualisierung untersucht.
Individualisierung als kulturelle Norm gilt für alle, die Realisierungschancen sind allerdings
zwischen Angehörigen unterschiedlicher Sozialmilieus ungleich verteilt. Daher kommt es in
einigen Milieus zu Desorganisations- und Desintegrationsprozessen, die mit abweichendem
(Gewalt-)Verhalten als Bewältigungsstrategie bestimmter Teilgruppen einhergehen können.
Die von Heitmeyer et al. (ebd.) betrachteten Milieus beruhen auf dem Sinus-Ansatz (vgl.
Becker und Nowack 1985; Flaig et al. 1997), der Werte bei der Milieukonstruktion zentral
berücksichtigt (zur Kritik siehe Ludwig-Mayerhofer 2000). Aufgrund ihrer Relevanz für die
Sozialstruktur stellen Werte in diesem Ansatz einen bedeutsamen Faktor dar. Belegt werden
die Thesen mittels Ergebnissen aus einer empirischen Studie mit 15- bis 22-jährigen
Befragten in Deutschland (West: n = 1709, Ost: n = 1692). Hinsichtlich des Zusammenhangs
von Werten und Gewalt zeigen sich vor allem in Milieus, die durch Traditionslosigkeit und
Hedonismus gekennzeichnet sind, Auffälligkeiten. In diesen Milieus ist die
Gewaltbereitschaft am größten und dort wird auch die meiste Gewalt verübt. Allerdings
existiert in der Untersuchung auch ein aufstiegsorientiertes Mittelschichtmilieu, welches stark
gewaltbelastet ist, dagegen aber eher rechtskonservative Werte vertritt (vgl. Heitmeyer et al.
1995).

3.3 Voluntaristische Kriminalitätstheorie


Auf Basis der voluntaristischen Handlungstheorie von Parsons (1964) entwickelt Hermann
(2003) das Konzept einer allgemeinen voluntaristischen Kriminalitätstheorie. Grundsätzlich
wird hier davon ausgegangen, dass Akteure in bestimmten Situationen, die durch gegebene
Bedingungen und Mittel definiert werden, bestimmte Ziele erreichen möchten.
Selektionsregeln, die durch Normen, Werte, Rollen oder auch rational-utilitaristische
Abwägungen determiniert sind, ermöglichen eine Situationsbewertung und stellen eine
Beziehung zu den Zielen her. Je nach verwendetem Abwägungskriterium können Handlungen
wert- oder zweckrational sein. Normen und Werte sind in diesem Ansatz zentrale Faktoren für
die Erklärung kriminellen Handelns, da sie einerseits bei der Unterscheidung von wichtigen
und unwichtigen Handlungszielen und andererseits bei der Abgrenzung akzeptierter von nicht
akzeptierten Handlungsmitteln wirksam sind. Verinnerlichte Normen und Werte bestimmen
das gesamte Handeln einer Person, damit auch das kriminelle. Konkret postuliert Hermann
(ebd.), dass (christlich-)religiöse Werte delinquentes Handeln reduzieren, da sie zum einen
explizit präskriptiv-konforme Inhalte aufweisen und zum anderen über die Einbindung in und
der sozialen Kontrolle durch christliche Institutionen und Netzwerke sowie einen ziel- und
prinzipienorientierten Lebensstil präventiv wirksam sind. Auch gewissensorientierte Werte
sowie Pflicht- und Akzeptanzwerte haben über die damit verbundene Normakzeptanz eine
delinquenzmindernde Wirkung. Hedonistisch-materialistische sowie subkulturelle Werte
wirken dagegen delinquenzförderend, da sie durch die Betonung von Härte, Erfolg,
Aufregung etc. die Auswahl normwidriger Handlungsalternativen begünstigen. Insgesamt
wird den Werten ein direkter Effekt auf abweichende Handlungen zugeschrieben und daneben
eine indirekte Wirkung über Lebensstile, Normakzeptanz und utilitaristische Aspekte
angenommen.

Hermann (ebd.) überprüft und bestätigt seine Hypothesen mit Hilfe von
Strukturgleichungsmodellen auf Basis von Daten aus einer Befragung in Heidelberg und
Freiburg des Jahres 1998 von Personen zwischen 14 und 70 Jahren (n = 2930). Für die
Operationalisierung von Werten wird dabei ein selbstentwickeltes Instrument (vgl. Hermann
2014) verwendet, welches auf dem Speyerer Werteinventar von Klages et al. (1992) basiert,
dieses erweitert und insgesamt 34 Items umfasst. 20 Eine Replikation der Studie mit einer
Validierung der Ergebnisse führt Woll (2011) auf der Basis von Berufsschülerinnen
und -schülern an sechs Schulen in Heidelberg und Weinheim durch (Vier-Wellen-Panel,
insgesamt n = 1506). Vorläufer der ausgearbeiteten Theorie und einige empirische Ergebnisse
werden bereits bei Hermann (2001), Hermann und Dölling (2001) und später Hermann (2004)
beschrieben. Mit Hilfe einer Vorstudie in West-, Ostdeutschland und Polen, die auch junge
Inhaftierte und Bewährungsprobanden (n = 94) umfasst, sowie der oben bereits genannten
1998er-Untersuchung wird ein delinquenzreduzierender Effekt traditioneller und einen
kriminogener Effekt moderner materialistischer Werte nachgewiesen. 21 Eine objektorientierte
Analyse, die im Rahmen von Lebensstilanalysen Wertemilieus ausweist, findet sich bei
Hermann und Dölling (2001). Besonders kriminalitätsbelastet präsentieren sich hier junge
Menschen, die sich durch eine säkulare Orientierung und die Ablehnung bürgerlicher und
moderner gesellschaftlicher Werte auszeichnen sowie Personen, bei denen subkulturelle Werte
wie Cleverness, Härte und materielle Werte dominieren und bei denen eine hohe
Konsumorientierung in Kombination mit Hedonismus und der Ablehnung traditioneller Werte
vorhanden ist. Eine dritte, delinquenzbelastete Gruppe weist eine deutliche Ablehnung von
Konformismus und Konservativismus auf.

Hermann et al. (2010) untersuchen, ob kriminelles Handeln im Jugendalter ebenso eine Folge
von Wertorientierungen sein kann, wie bei Erwachsenen. Verwendet werden Daten aus drei
Studien: 1) ein Drei-Wellen-Panel (2002, 2003 und 2004) in Heidelberg aller Haupt- und
Förderschüler (Klassen 5 bis 9; n ≈ 3400), 2) die oben genannte Vier-Wellen-Jugendstudie, 3)
die oben genannte 1998er-Bevölkerungsstichprobe. Die Werteoperationalisierung erfolgt
wiederum mit dem (zum Teil aber vereinfachten) Instrument nach Hermann (2014). Unter
Verwendung eines Strukturgleichungsmodells ergibt sich ein starker Effekt der idealistischen
Normorientierung auf selbstberichtete Delinquenz und Gewaltbereitschaft, der allerdings

20
Enthalten sind neun Wertedimensionen: 1) „sozialintegrative Orientierung“, 2) „normorientierte Leistungsethik“, 3)
„konservativer Konformismus“, 4) „politisch tolerante Orientierung“, 5) „subkulturellmaterialistische Orientierung“,
6) „ökologisch-alternative Orientierung“, 7) „religiöse Orientierung“, 8) „sozialer Altruismus“ und 9) „hedonistische
Orientierung“.
21
Moderne materialistische Werte sind hier Erfolg, Cleverness, Härte, Macht und Einfluss, egoistischer Individualis-
mus, Lebensstandard, Vergnügen, Hedonismus, Aufregung, Komfort. Traditionelle Werte sind Gesetzesakzeptanz,
Sicherheit, Konformismus, Konservativismus, konventionelle Leistungsethik, Christliche Norm, Religösität.
geschlechtsabhäng ist und mit zunehmendem Alter stärker wird. Als Ergebnis der
Jugendstudie (nur erste Welle) wird festgehalten, dass eine religiöse Orientierung und eine
normorientierte Leistungsethik delinquenzmindernd wirken, eine hedonistische Orientierung
hingegen einen delinquenzfördernden Einfluss hat. Bei der Auswertung der Paneldaten wird
darüber hinaus die Normakzeptanz in das Modell aufgenommen (t1) und die Delinquenz zum
zweiten Erhebungszeitpunkt (t2) erklärt. Werte haben in diesem Modell einen deutlichen
Einfluss auf Normakzeptanz, die wiederum sehr stark negativ auf Delinquenz wirkt. In der
Erwachsenenstudie fördern posttraditionale Werte die Normakzeptanz, moderne
materialistische Werte vermindern diese hingegen. Die Normakzeptanz wirkt auch hier sehr
stark delinquenzmindernd. Als Zusammenfassung halten die Autoren fest, dass delinquentes
Handeln grundsätzlich als Folge von Wertorientierungen angenommen werden kann, und dass
diese Erkenntnis sowohl für Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene zutrifft. Der
Einfluss der Werte scheint dabei mit dem Alter zuzunehmen. Hermann et al. (2012)
verknüpfen kontrolltheoretische und wertebezogene Erklärungsansätze und verwenden die
erste Welle (2010) einer Panelbefragung an 22 Heidelberger Grund-, Haupt-, Förder-,
Gesamt- und Realschulen (n = 303) mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 und
7 sowie n = 1223 Eltern. Argumentiert wird, dass elterliche Erziehungsstile
Wertorientierungen von Kindern beeinflussen und diese bezüglich der Delinquenz wirksam
sind. Die durchgeführten Strukturgleichungsanalysen bringen hervor, dass eine idealistische
Normorientierung bei Kindern einen delinquenzverhindernden Einfluss hat. Als Ursache für
diese Normorientierung können sie eine religiöse Orientierung identifizieren, die über die
Eltern an die Kinder vermittelt wird. Auch die Risikoorientierung (und damit auch die
Selbstkontrolle) hängt von der Wertesozialisation ab.

Hermann (2013) fasst die empirischen Befunde zur voluntaristischen Kriminalitätstheorie


zusammen (siehe auch Hermann und Treibel 2013; Hermann 2015): Alles in allem kann
übergreifend belegt werden, dass traditionelle Wertorientierungen mit normkonformem
Handeln korrespondieren, moderne materialistische Werte hingegen mit delinquentem
Handeln. Darüber hinaus beeinflussen christlich-religiöse Werte die idealistische
Normorientierung positiv, und diese wirkt wiederum verhindernd auf die Gewaltbereitschaft
sowohl von Eltern als auch von Kindern.

3.4 Weitere Ansätze und empirische Studien


Die Theorie der differentiellen Gelegenheiten (Cloward und Ohlin 1960) vereint Aspekte der
Lern-, Sozialraum-, Subkultur- und Anomietheorien. Abweichendes Verhalten wird als Folge
eines schichtspezifischen Anpassungsdrucks beschrieben. Diese Theorie legt den Fokus
allerdings auf die Zugangschancen zu illegitimen Mitteln die, ebenso wie ein
charakteristisches Wertesystem, als schichtabhängig gesehen werden. Kriminalität ist nur
dann möglich, wenn die Gesellschaft, bestimmte Stadtteile, Nachbarschaften oder delinquente
Subkulturen illegitime Mittel bereitstellen. Insgesamt zielt die Theorie damit eher auf die
Tatgelegenheit und weniger auf die Tatmotivation ab. Auch in der Frühform der
Kontrolltheorie (Hirschi 1969) spielen Werte eine Rolle. Delinquentes Verhalten wird
vorwiegend durch fehlende interne und externe Kontrolle und die Qualität von sozialen
Bindungen erklärt. In diesem Zusammenhang ist auch die Bindung eines Individuums an die
Gesellschaft aufgrund geteilter Norm- und Wertvorstellungen von Bedeutung. Auch hier wird
davon ausgegangen, dass abweichendes Verhalten mit einem charakteristischen Wertesystem
verbunden ist, allerdings liegt das Hauptaugenmerk auf dem Absinken konventioneller
proskriptiv-konformer Werte oder deren Abwesenheit und nicht auf dem Vorhandensein
präskriptiv-nonkonformer Werte. In der aktuellen Erweiterung der Kontrolltheorie von
Gottfredson und Hirschi (1990) spielen Werte allerdings kaum noch eine Rolle.
Goff und Goddard (1999) verwenden die Sozialkontroll- sowie die Social-Strain-Theorie und
untersuchen n = 544 Schülerinnen und -Schüler. Die Operationalisierung von Werten erfolgt
mit der „List of Values“ von Beatty et al. (1985). Sie berichten, dass Gruppen, die
„fun/enjoyment“ und „security“ hoch bewerten, stark mit Delinquenz und Drogenkonsum
verbunden sind. Gruppen hingegen, die „self-respect“, „being well-respected“, „sense of
accomplishment“, „warm relationship to others“ und „sense of belonging“ hoch bewerten,
zeigen hingegen wenig Delinquenz und Drogenkonsum. Auf Grundlage der sozialen
Lerntheorie untersuchen Simons et al. (1991) Ursachen für Drogenmissbrauch. Sie beziehen
verschiedene Konstrukte ein, unter anderem auch prosoziale Werte, die mit Hilfe des
Braithwaite and Law Value Inventory (Braithwaite and Law 1985) operationalisiert werden.
Ein direkter Wirkpfad wird dabei in einem Regressions-Modell von den Werten auf
Schulprobleme, deviante Peers und Depression angenommen. Die analysierte Stichprobe
besteht aus n = 61 Familien, in denen Jugendliche der siebten Jahrgangsstufe leben. Im
Ergebnis bestätigen sich die Hypothesen, dass prosoziale Werte einen präventiven Einfluss
auf Depression, die Auswahl devianter Peers und Schulprobleme besitzen. Darüber hinaus
vermittelt wirken diese Werte ebenfalls präventiv bezüglich des erhobenen Substanzkonsums.

Cochrane (1971, 1974) verwendet die Werte-Operationalisierung von Rokeach und


argumentiert, dass Werte als internalisierte Überzeugungen prinzipiell Handlungen und
Gedanken regulieren und deshalb auch Grundlage für antisoziales Verhalten sein können.
Persistentes kriminelles Verhalten impliziert aus diesem Blickwinkel daher, dass ein spezielles
Wertesystem vorliegt. Ein empirischer Vergleich zwischen verurteilten Straftätern (n = 461)
und einer Kontrollgruppe (n = 191) bringt tatsächlich für Männer und Frauen Differenzen in
den Werte-Systemen zwischen beiden Gruppen hervor. Die Inhaftierten hielten Werte von
unmittelbarer persönlicher Relevanz (Vergnügen, Freude) für wichtiger als die Personen der
Kontrollgruppe, die langzeitige Werte (Erlösung) oder solche mit sozialen Implikationen
(Frieden, Gleichheit, nationale Sicherheit) wichtiger einstuften. Ähnlich Befunde berichtet
Cochrane (1974) für Jugendliche und Erwachsene. Ebenfalls mit dem Werteinventar von
Rokeach arbeiten Feather und Cross (1975). Sie untersuchen eine Stichprobe von
delinquenten und eine Kontrollgruppe von nicht-delinquenten Jungen (je n = 82) die die
angebotenen Werte nach ihrer Wichtigkeit für sie selbst und für ihre Mütter und Väter ordnen
mussten. Bezüglich der terminalen Werte zeigte sich bei den delinquenten Jungen ein
typisches Muster, nämlich eine größere Diskrepanz zwischen den Wertesystemen der Jungen
selbst und ihrer Eltern sowie zwischen den Elternteilen als bei den Nicht-Delinquenten. Eine
spanische Untersuchung von n = 113 inhaftierten, männlichen Jugendlichen aus der Provinz
Madrid legt Luengo Martín (1985) vor. Mit den Werten von Rokeach kommt er ebenfalls zu
der Erkenntnis, dass „institutionalisierte“ Delinquente typische Wertemuster zeigen. So kann
er in seinem Sample auffällig hohe Ausprägungen von egozentrierten Werten beobachten,
dafür aber recht niedrige Ausprägungen von langzeitigen persönlichen, interpersonalen sowie
makrosozialen Werten. Auch Romero et al. (2001) knüpfen an den Befund an, dass
delinquente Erwachsene charakteristische Wertesysteme aufweisen. Um in Ergänzung zu
bisherigen Studien auch das Dunkelfeld zu beleuchten, untersuchen sie n = 529 spanische
Schülerinnen und n = 435 Schüler (jeweils zwischen 14 und 19 Jahren) sowie n = 95
inhaftierte Jungen (in Gefängnissen und Rehabilitationszentren; zwischen 14 und 20 Jahren).
Auf Basis einer eigenen Werteskala kommen sie zu der Erkenntnis, dass antisoziales
Verhalten in Zusammenhang mit hedonistischen Werten und einer gering ausgeprägten
Orientierung an konventionellen sowie sozialen Werten steht. Die Beziehungen können nicht
durch Institutionalisierungseffekte erklärt werden. Bei den Mädchen zeigt sich außerdem eine
negative Korrelation zwischen antisozialem Verhalten und Konventionalismus, bei den
Jungen eine negative Korrelation zwischen antisozialem Verhalten und Religiosität. Halpern
(2001) verwendet ebenfalls das Werteinstrument von Rokeach und spezifiziert Werte als
direkte und indirekte Ursachen von Delinquenz. Ein interessanter Aspekt ist die Vermutung
der wechselseitigen Beeinflussung: Kriminalität kann auch einen Effekt auf
(gesellschaftliche) Werte besitzen, wenn beispielweise die Gesellschaft ihre Werte je nach
Höhe der Deliktraten anpasst. Er führt auf Basis des World Value Survey mit Erwachsene aus
einer Vielzahl von Ländern und Staaten (1981 bis 1993; kombiniert n = 92141)
Korrelationsanalysen der Werte mit nationalen Viktimisierungsraten durch und belegt einen
kriminogenen Effekt von „self-interest“.

Die oben vorgestellte Theorie universeller menschlicher Werte von Schwartz (1992) ist eine
der zur Zeit theoretisch und empirisch am weitesten ausgearbeiteten Theorien zur Erklärung
von Einstellungen und Verhalten. Dennoch betrachten nur einige empirische Studien
delinquentes Verhalten. Dabei muss festgehalten werden, dass in den meisten dieser
Untersuchungen eine explizite Formulierung der dem Zusammenhang von Werten und
Delinquenz (und möglicherweise vermittelnden Variablen) zu Grunde liegenden
Mechanismen fehlt oder ungenau ist. Stupperich und Strack (2005) verwenden die genannte
Wertetheorie und eine Stichprobe von n = 106 Bundeswehrangehörigen sowie n = 101
Patienten einer forensischen Psychiatrie. Sie untersuchen den Zusammenhang von Milieu,
Werthaltungen und Gewaltdelinquenz und kommen zu dem Ergebnis, dass in einem
Strafprozess Verurteilte, die gegenwärtig nicht im Vollzug sind, egozentristischere
Werthaltungen aufweisen. Hospitalisierungserfahrungen, die durch gesellschaftliche
Stigmatisierungen hervorgerufen werden können, scheinen hingegen einen Einfluss auf die
Stärkung universalistischer Werte zu haben, im Maßregelvollzug werden nämlich offenbar
selbstbezogene Werte aufgegeben. Eine Stichprobe bahamaischer Jugendlicher (n = 689)
analysieren Cole et al. (2007) und verwenden eine Version des PVQ. Sie untersuchen mit
latenten Klassenanlysen die Beziehungen der Werte zu Risikoverhalten, darunter auch
unterschiedliche Formen von Delinquenz. Werte wie „universalism“, „security“, „tradition“
und „conformity“ stehen dabei im Zusammenhang mit geringen Delinquenzraten, „power“
und „hedonism“ hingegen insbesondere mit einer höheren Gewaltrate. Knafo et al. (2008)
betrachten den Zusammenhang zwischen Werten, erhoben mit einer Version des PVQ, und
Delinquenz bei arabischen und jüdischen Schülerinnen und Schülern in Israel (n = 907). Die
Resultate der hierarchischen linearen Modelle zeigen ebenfalls, dass Gewaltverhalten positiv
mit dem Wert „power“ in Verbindung steht. Als Begründung wird der motivationale Fokus auf
eigennütziges Verhalten und ein Fehlen von Empathie angeführt. Zudem ist Gewalt wiederum
negativ mit den Werten „conformity“ und „universalism“ verbunden. Begründet werden dies
mit der Bindung an soziale Normen („conformity“) und dem Streben nach Toleranz und
Friedfertigkeit („universalism“). Ähnliche Ergebnisse bei Untersuchung von Mobbing
(„bullying behavior“) berichtet Knafo (2003). Mobbing in klassischen und modernen
Kontexten („bullying“ und „cyberbullying“) ist Gegenstand einer italienischen Studie von
Menesini et al. (2013) auf der Grundlage von n = 390 Schülerinnen und Schülern (14 bis 18
Jahre). Beide Mobbing-Varianten, zu denen auch eine Messung physischer Gewalt gezählt
wird, zeigen in Strukturgleichungsmodellen negative Beziehungen zu den Wertedimensionen
„conservation“ und „self-transcendence“. Positive Beziehungen bestehen hingegen zu den
Wertedimensionen „openness to change“ und „self-enhancement“.

Die Studie von Bilsky und Hermann (2016) zielt auf die Vergleichbarkeit der Skala von
Hermann (2014) mit den ursprünglichen zehn Schwartz’schen Wertetypen. Anhand der oben
genannten Heidelberger und Freiburger Stichprobe von 1998 wird die Vergleichbarkeit durch
Verfahren der multidimensionalen Skalierung dargestellt. Anschließend werden die Werte
hinsichtlich der Beziehung zu delinquentem Verhalten mit Strukturgleichungsmodellen
untersucht. „Tradition“ und „conformity“ zeigen erwartungsgemäß die stärksten positiven
Effekte auf Normakzeptanz und präventive Effekte hinsichtlich Delinquenz. Die Werte
„hedonism“ und „stimulation“ wirken hingegen negativ auf Normakzeptanz und positiv auf
Delinquenz. Eine ähnliches Muster ergibt sich, wenn statt der einzelnen Wertetypen die vier
Dimensionen höherer Ordnung betrachtet werden. Vor allem „conservation“ wirkt
normakzeptanzfördernd und delinquenzmindernd, „openness to change“ genau gegenteilig.
Goossen et al. (2016) verwenden gepoolte Daten des European Social Survey von 2004 aus
14 Ländern (n = 25868). Ziel der Analyse ist die Untersuchung des Zusammenhangs von
Werten und „White-Collar“-Delikten wie Steuerhinterziehung, Versicherungsbetrug und
Bestechung. Die Resultate der logistischen Regressionsmodelle zeigen präventive Wirkungen
von „universalism/benevolence“, „tradition/conformity“ und „security“ hinsichtlich
Steuerhinterziehung und Versicherungsbetrug. „Power/achievment“, „hedonism“,
„stimulation“ und „self-direction“ wirken hingegen bei diesen Delikten delinquenzsteigernd
(nicht allerdings „self-direction“ und Versicherungsbetrug). Daneben bestehen kriminogene
Wirkungen von „security“, „power/achievment“ und „stimulation“ bezüglich des Delikts
Bestechung, „universalism/benevolence“ und „hedonism“ wirken hier eher
delinquenzhemmend.

Seddig und Davidov (2017) verwenden Daten der Crimoc-Studie, die in einer Erhebungwelle
eine an den PVQ angelehnte Werteskala enthält. Die Beziehung der Werte mit Einstellungen
zu Gewalt und Gewaltverhalten werden bei jungen Erwachsenen im Alter von 22 und 24
Jahren (n = 1810) mit Strukturgleichungsmodellen untersucht. Dabei werden die
Mechanismen, nach denen erwartungsgemäß jeder der zehn Wertetypen das Gewaltverhalten
beeinflusst explizit ausformuliert. Die Ergebnisse zeigen, dass unter Berücksichtigung der
vermittelnden Wirkung von Einstellungen die Werte meist nur indirekt das Gewaltverhalten
beeinflussen. Positive Beziehungen zu den Einstellungen zeigen vor allem die Werte „power“
und „stimulation“. Negative Zusammenhänge bestehen für die Werte „universalism“,
„benevolence“, „tradition/conformity“ und „security“. Die vier letztgenannten Wertetypen
zeigen zudem direkte Wirkungen auf das Gewaltverhalten. Solche direkten Effekte werden
über den Ausdruck der motivationalen Grundlagen der Werte durch das Verhalten erklärt
(„value-expressive behaviors“; Bardi und Schwartz 2003). Orientiert sich ein Verhalten stark
an diesen Motivationen, so ist neben der direkten Beziehung zwischen Einstellungen und
Verhalten auch eine direkte Beziehung zwischen Werten und Verhalten erwartbar. In dieser
Studie sind dies vor allem Motivationen, die Gewaltverhalten ausschließen.

4 Eigene empirische Arbeiten


Die seit dem Jahr 2000 in Münster, Bocholt und Duisburg durchgeführte Panelstudie
Kriminalität in der modernen Stadt (Crimoc; Boers und Reinecke 2007a; Boers, Reinecke,
Bentrup et al. 2010) verwendet zur Untersuchung von Jugenddelinquenz ein
„strukturdynamisches Analysemodell“ (Boers und Reinecke 2007b). Auf der Grundlage
verschiedener theoretischer Ansätze werden Werte als distale Faktoren betrachtet, die sich,
zusammen mit anderen Freizeit- und Lebensstilelementen milieukonstituierend über die
Sozialstruktur auf (Dunkelfeld-)Kriminalität auswirken. Eine besondere Bedeutung wird
dabei einer Vermittlung über Rechtsnormen zugeschrieben. Zur Operationalisierung wird eine
jugendadäquat abgewandelte Sinus-Skala nach Flaig et al. (1994) und Heitmeyer et al. (1995)
verwendet.

Eine erste Analyse, die sich mit dem Einfluss von Werten auf kriminelles Handeln beschäftigt,
liefert Pöge (2002). Auf Basis der Münsteraner Crimoc-Daten des Jahres 2000 mit
Schülerinnen und Schülern (siebte Jahrgangsstufe; n = 1940) wird ein
Strukturgleichungsmodell berechnet, welches einen negativen Einfluss hedonistischer Werte
auf Rechtsnormen und, (vor allem) vermittelt über diese Normen, auch eine
delinquenzförderende Wirkung zeigen kann. Daneben existiert in diesem Modell ebenfalls ein
Effekt der hedonistischen Werte auf Gewalteinstellungen und aggressives Streitverhalten.
Traditionelle Werte hingegen weisen einen positiven Einfluss auf Rechtsnormen auf, die
wiederum eine präventive Wirkung besitzen. Dieser Befund wird von Boers et al. (2002) mit
den 2001er-Crimoc-Daten aus Münster (achte Jahrgangsstufe; n = 1915) bestätigt: Auch dort
kann der delinquenzfördernde Einfluss hedonistischer und deprivativer Werte, hier in
Verbindung mit extrinsischem, eher gruppenorientiertem Freizeitverhalten, vermittelt über
Rechtsnormen, belegt werden. In dieser Analyse wirken traditionelle Werte ebenfalls in
präventiver Weise. Boers und Pöge (2003) arbeiten mit Crimoc-Daten aus Duisburg 2002
(neunten Jahrgangsstufe; n = 2627) und berichten, dass nicht nur der Einfluss von einzelnen
Werten in Bezug auf Delinquenz wirksam ist, sondern auch deren Zusammenspiel. Cluster
von Jugendlichen, in denen eine Kombination aus hedonistischen Werten und deprivativen
Einstellungen vorherrscht, weisen höhere Delinquenzraten auf. Daneben existieren aber auch
Personengruppen, in denen hedonistische Werte nicht mit höheren Raten einhergehen. In
Boers, Reinecke, Bentrup et al. (2010) und Boers, Reinecke, Seddig et al. (2010) wird auf
Basis der Duisburger Crimoc-Daten des Jahres 2004 (elfte Jahrgangsstufe; n = 3339) ein
Strukturgleichungsmodell präsentiert, das vor allem Gewaltkriminalität erklärt. Im Ergebnis
verstärken hedonistische Werte gewaltbefürwortende Normen und sowohl hedonistische
Werte als auch gewaltbefürwortende Normen stehen in einem direkten und bedeutsamen
Zusammenhang mit Gewaltdelinquenz. Demgegenüber stellt sich auch hier ein präventiver
Effekt traditioneller Werte heraus. Die damit verbundene Bindung an die Schule kann
offenbar zu einer konformer Normorientierungen führen, die sich unmittelbar
delinquenzhemmend auswirkt.

Pöge (2007b) bildet mit Hilfe einer latenten Klassenanalyse aus den Münsteraner
Jugendlichen der 2003er-Crimoc-Daten (zehnten Jahrgangsstufe; n = 1819) Gruppen mit
ähnlichen Werthaltungen und analysiert diese unter anderem bezüglich abweichenden
Verhaltens. In drei delinquenzbelasteten Gruppen ist eine überdurchschnittliche Zustimmung
zu hedonistischen Werten sichtbar, in zwei unterdurchschnittlich belasteten dagegen die
Ablehnung von Hedonismus. In zwei der drei besonders kriminell belasteten Wertetypen
kommt eine sehr hohe Deprivation hinzu, die auf anomische Prozesse hindeutet. Die
Ablehnung von Hedonismus und eine niedrige Deprivation scheinen hingegen präventiv zu
wirken, insbesondere in Kombination mit sinnstiftenden religiösen Werten. In der Analyse
wird allerdings auch sichtbar, dass es einzelne Personengruppen gibt, die trotz einer hohen
Hedonismuszustimmung keine Auffälligkeiten hinsichtlich delinquenter Handlungen
aufweisen und eine niedrige Deprivation nicht in jeder Gruppe delinquenzverhindernd wirkt.
Pöge (2007a) erweitert die Analyse um die Daten aus Münster 2003 (achte Jahrgangsstufe; n
= 1819), Duisburg 2003 (achte Jahrgangsstufe; n = 2438) und Duisburg 2005 (zehnten
Jahrgangsstufe; n = 3243). Zusammenfassend zeigen die umfangreichen Analysen, dass alle
Gruppen, die sich durch eine Kombination aus überdurchschnittlich verbreiteten
hedonistischen Werten, hoher Deprivation bei gleichzeitig unterdurchschnittlich verbreiteten
traditionellen Werthaltungen auszeichnen, in allen drei Datensätzen die am stärksten
delinquenzbelasteten Typen sind. Eine Ablehnung von hedonistischen Werten und eine
niedrige Deprivation wirken auch hier delinquenzverhindernd.

Boers et al. (2009) können mit Paneldaten der Duisburger Crimoc-Studie für das Alter von 13
bis 17 Jahren ebenfalls die delinquenzmindernde Wirkung von traditionellen Werten zeigen.
Diese wird im Wesentlichen über eine enge Bindung an die Schule und die Akzeptanz von
Normen vermittelt. Traditionelle Werte begünstigen eine positive Schulbindung und die
Normakzeptanz und können so indirekt delinquentes Verhalten verhindern. Zu einem
ähnlichen Befund kommt Seddig (2014b). In seiner Analyse von Querschnitts- und
Paneldaten der Duisburger Untersuchung mit Strukturgleichungsmodellen wird zudem auch
die delinquenzfördernde Wirkung hedonistischer Werte gezeigt. Diese wird vor allem über die
delinquente Peergruppe und positive Einstellungen zu delinquentem Verhalten, vor allem
Gewaltverhalten, vermittelt. Außerdem führen hedonistische Werte zu einer Ablehnung der
Schule und einer Bindung an delinquente Peergruppen, was wiederum positive Einstellungen
zu Delinquenz und Gewalt befördert (siehe auch Seddig 2011, 2014a). Hedonistische Werte
zeigen daneben auch einen schwachen direkten Einfluss auf das Verhalten. Wie oben bereits
ausgeführt, können Seddig und Davidov (2017) mit Duisburger Crimoc-Daten Effekte von
Werten auf Gewalteinstellungen und -verhalten zeigen.

In dem kriminologischen Teilprojekt A2 des Sonderforschungsbereichs 882 der Universität


Bielefeld wurden Werte im Hinblick auf die Erklärung selbstberichteter Jugenddelinquenz in
Dortmund und Nürnberg untersucht. Zur Operationalisierung wurde wiederum eine verkürzte
und jugendadäquat angepasste, fünfstufige Sinus-Werteskala verwendet (vgl. Flaig et al.
1994; Heitmeyer et al. 1995). Die Analysen in Reinecke et al. (2013) mit Dortmunder (alle
Schulformen; n = 927) und Nürnberger (nur Mittelschulen; n = 494) Schülerinnen und
Schüler der neunten Jahrgangsstufe belegen ebenfalls, dass Hedonisten am stärksten
delinquenzbelastet sind. Die Gruppe der Traditionellen ist hingegen unterdurchschnittlich von
Kriminalität betroffen. Pöge (2016) verwendet dieselben Daten und betrachtet zusätzlich
Moralität und Selbstkontrolle. Dabei weisen in Dortmund die Traditionellen erwartungsgemäß
eine unterdurchschnittliche Kriminalitätsbelastung auf, zeigen höhere Moralitätswerte (in
allen untersuchten Subdimensionen) und besitzen offenkundig eine insgesamt stärkere
Selbstkontrolle, geringere Risikobereitschaft und niedrigere Impulsivität. In Nürnberg ist
dieser Befund nicht ganz so ausgeprägt, hier ist nur die Eigentumsdelinquenz
unterdurchschnittlich. Die Moralitätswerte sind zwar ebenfalls durchweg höher, allerdings auf
einem nichtsignifikanten Niveau. Bei der Selbstkontrolle bestätigt sich der Dortmunder
Befund aber wieder: Die traditionellen Jugendlichen sind auch in Nürnberg kontrollierter,
dafür weniger risikobereit und impulsiv. Hedonisten verüben hingegen in beiden Städten
deutlich mehr kriminelle Taten und weisen niedrigere Moralitätswerte sowie eine geringere
Selbstkontrolle auf. Dafür sind unter ihnen Risikobereitschaft und Impulsivität höher.
Insgesamt stellt sich die Befundlage damit als überwiegend konform zu den oben erwähnten
Ergebnissen dar. Jugendliche mit traditionellen Werten sind häufig konformer und besitzen
einige weitere positive und konformitätsfördernde Eigenschaften, wohingegen hedonistische
Jugendliche in vielen Bereichen das genaue Gegenteil davon verkörpern.

Literatur
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Comparable Are They Cross-Nationally? In: Comparative Political Studies 49.8, pp. 1039– 1067.
Bardi, Anat and Shalom H. Schwartz (2003). Values and Behavior: Strength and Structure of
Relations. In: Personality and Social Psychology Bulletin 29.10, pp. 1207–1220.
Barron, Milton L. (1951). Juvenile Delinquency and American Values. In: American Sociological
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Barth, Bertram und Berthold Bodo Flaig (2013). Was sind Sinus-Milieus? Eine Einführung in die
sozialwissenschaftliche Fundierung und Praxisrelevanz eines Gesellschaftsmodells. In: Jugendliche
Lebenswelten. Perspektiven für Politik, Pädagogik und Gesellschaft. Hrsg. Von Peter Martin
Thomas und Marc Calmbach. Berlin und Heidelberg: Springer-Verlag, S. 11–35.
Beatty, Sharon E., Lynn R. Kahle, Pamela Homer, and Shekhar Misra (1985). Alternative
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Journal Psychology & Marketing 2.3, pp. 181–200.
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