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DRP Rosenkreuz Verlag

Gnostische Literatur im aktuellen Heute

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Leseprobe aus: Auf dem Weg zum heiligen Gral

DAS SABARTEZ DIE EINWEIHUNGSGROTTEN DER PARFAITS

Die Ariége, ein Nebenfluß der Garonne, in der Hälfte ihres Laufes ein reißender Gebirgsstrom, entspringt an
den Grenzen Andorras, mitten in den Pyrenäen. Sie wendet sich nach Norden und ergießt sich gleich
oberhalb von Toulouse in die Garonne. Sie hat ihren Namen einem teils bergigen, teils ebenen Departement
gegeben, dessen Hauptort Foix ist. Dieses Departement bildete im großen und ganzen eine Provinz: die
Grafschaft Foix, die von ihrem letzten Regenten, dem König Heinrich IV., mit der Krone Frankreichs
vereinigt wurde.
In der Grafschaft Foix wurde, lange vor ihrer Bildung, der Teil des Ariége-Tales oberhalb von Foix von
den Taruskern bewohnt, den Tarusconienses von Plinius. Cäsar hatte ihr Gebiet verschont; Augustus hatte
diese Entscheidung nur gutgeheißen.
Tarusko, Tarascon-sur-Ariege, war die Hauptstadt. Tarascon, ein römisches municipium, blieb immer
unabhängig, ließ sich von seinen Konsuln regieren und vermied immer einen Oberherrn.
Im Jahre 718 überschritten die Araber die Pyrenäen und ließen sich bis 778 in dem Gebiet nieder. In
diesem Jahr geschah es, daß die Armeen Karls des Großen durch den Sieg vom »Pre Lombard«, bei den
Toren Tarascons, die Grenzgebiete Spaniens vom Joch der Sarazenen befreiten. Am Abend dieser
denkwürdigen Schlacht, am 8. September 778, erschien den entzückten Augen der Franken-Armee eine
»Schwarze Jungfrau«: es war die Jungfrau von Sabart, die dem Hochland von Foix, dem Sabartez, ihren
Namen gab. Sie wollte übrigens niemals anderswohin gebracht werden, denn dreimal kam sie in die kleine
Kapelle zurück, welche die Soldaten ihr in aller Eile nach dem Sieg errichtet hatten.
Im Jahre 779 wurde die Kapelle von Sabart wieder aufgebaut, vergrößert und unter den Schutz von Notre-
Dame-de-la-Victoire gestellt. Dort oben, auf der Hochebene, oberhalb ihres Kirchturms, beschützte das alte
oppidum der Druiden seine »Schwarze Jungfrau«. Jedes Jahr, am 8. September, erinnert eine bedeutende
Wallfahrt an ein Ereignis von größter Wichtigkeit für die ganze Gegend: das Ende der Unterdrückung durch
die Sarazenen.
Foix feiert diesen Tag mit seinem großartigen Patronatsfest; ebenso wie Quié, die Hauptstadt der
Cherusker, unweit von Sabart, dessen ländliches Fest am gleichen Tag viele Leute anzieht.
Als geschichtliches Denkmal ist die Kapelle von Sabart gegenwärtig in die Gemeinde Tarascon einbezogen
und ist eines ihrer Juwelen: kostbares Andenken an eine Vergangenheit voller Schönheit.

Nach der Befreiung des Gebietes von der Herrschaft der Tarusker erscheint die Bezeichnung Sabartez zum
ersten Mal.
Viele Grotten liegen im Sabartez, rings um Sabart-Tarascon und die benachbarten Dörfer Ussat-Ornolac.
Als Hauptgrotten seien genannt: Lombrives, Ussat, Ornolac, Bouan, Fontanet, Ramploques, Eremit usw.
Wegen dieser immer wieder aufgesuchten natürlichen Heiligtümer erlebte das Sabartez seit dem Jahre 350
die Blütezeit des pyrenäischen Katharertums und wurde der »Hafen des Katharertums« genannt. Der
»Leuchtturm des Katharismus« war die Zitadelle des Montsegur, ein nach Occitanien vorgeschobener
Wachtposten an der anderen Seite des Tabe-Gebirges oder des Tabors der Pyrenäen.
Einige dieser Grotten dienten als Einweihungsstätten für die lange, strenge, harte Einweihung der
Kartharer-Priester, die »Purs« (Reine), »Parfaits« (Perfekte), »Bonshommes« (Gutleute), genannt wurden.

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Leseprobe aus: Auf dem Weg zum heiligen Gral

Sie bewohnten besonders diese unterirdischen Höhlen, die in ihrer Weiträumigkeit für sie sichere und
angenehme Wohnstätten bildeten, Orte der Begegnung mit der allmächtigen schöpferischen Essenz.
Einige davon wurden befestigt, um wehrhafte, befestigte Burgen daraus zu machen; man nannte sie
Spulgas.
Die schöne, riesige Grotte von Lombrives diente einem Bischof zum Aufenthalt; sie wurde »die Kathedrale
der Albigenser«. (Der Name Albigenser wurde zu Unrecht für die Katharer verwendet).
Die Grotten von Ornolac, Ussat, Bouan und die Zwischengrotte Eremit waren die Kirchen von Ussat,
Ornolac oder Bethlehem und von Bouan, oder die Drei Kirchen.
Am Ende ihrer Einweihung zogen die Bonshommes, wenn sie Bethlehem (die Kirche von Ornolac)
verließen, in die Ferne, um ihr »gutes Wort« auszutragen.

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