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Cyrus Ingerson Scofield

John S. Torell21. Dezember 2014Häretiker0 Kommentare


Inhaltsverzeichnis [Ausblenden]
1 Scofields frühen Jahre
2 ST. LOUIS 1865
3 DIE JAHRE IN KANSAS
4 RÜCKZAHLUNG VON INGALLS
5 Geschäftemacherei
6 Cyrus Scofield wird in einer Gefängniszelle errettet
7 Ein neuer Beruf
8 Scofield wird in den christlichen Dienst gedrängt
8.1 Exkurs: Die Niagara-Bibelkonferenzen
9 Maximale Einwirkung
10 Scofields Persilschein
11 Die vernachlässigte Ehefrau und die Kinder
12 Scofield zieht nach Dallas in Texas
13 Cyrus Scofield wird in einen internationalen Dienst eingeführt
14 Eine Warnung aus dem Jahr 1927
15 Scofields Powerbroker in Dallas
16 Scofields Zusammenschluss mit D. L. Moody
17 Scofield zieht nach New York
18 Ein Doppelleben
19 Der Lotus-Club
20 Wusste Cyrus Scofield, dass er von diesen Männern benutzt wurde?
21 Scofield bezahlt seinen Unterstützern die Rechnung – Die „Scofield Bibel“
22 Westcott und Hort
23 Arbeit an dem Manuskript
24 Ein Vertrag wird unterschrieben
25 Letzte Vorbereitung des Manuskripts
26 Scofields Leben nach der Veröffentlichung
27 Der letzte Wille und das Testament von Cyrus Scofield
28 Schluss
Scofields frühen Jahre

Scofield wurde am 19. August 1843 in Michigan geboren. Seine Mutter starb im November desselben
Jahres. Scofield hatte vier Schwestern, die bei seiner Geburt 17, 15, 8 und 3 Jahre alt waren. Einige
Zeit später heiratete sein Vater erneut. Seine Eltern waren Mitglieder in der Landeskirche. Die Anti-
Freimaurer-Bewegung war in dieser Region in den frühen Jahren Scofields stark vertreten und er
musste wohl als Kind darüber einiges gehört haben.
scofieldAls seine Schwestern heirateten zogen sie an verschiedene Orte. Seine Schwester Emeline
ließsich in St. Louis, Missouri nieder. Laura zog mit ihrem Mann in den Staat Tennessee. Nach dem
Tod seiner Stiefmutter heiratete sein Vater ein weiteres Mal und Scofield lebte schließlich mit seiner
Schwester Laura und ihrem Mann zusammen. Er plante, auf die Universität zu gehen, doch als 1861
der Bürgerkrieg ausbrach beschloss er sich der Konföderierten Armee anzuschließen, obwohl er erst
zwischen 17 und 18 Jahre alt war. Es ist bemerkenswert, dass Scofield im Norden geboren wurde und
aufwuchs und erst sehr kurze Zeit im Süden gelebt hatte, sich jedoch ohne Zögern dem Süden in
seiner Rebellion gegen die Union anschloss. Er wurde ein Soldat des 7. Regiments der Infanterie von
Tennessee.

Im Juli 1862 sandte Scofield einen Brief an das Konföderierte Kriegssekretariat und bat um seine
Entlassung. Er wies auf die Tatsache hin, dass er in Michigan geboren sei, dass sein Vater immer noch
dort lebe und dass er sich der Armee als noch Minderjähriger angeschlossen habe als er sich
vorübergehend bei seiner Schwester aufhielt. Er behauptete auch, seine Gesundheit habe sich
verschlechtert, da sein Regiment in etliche Schlachten verwickelt gewesen sei. Doch erst am 26.
September 1862 wurde Scofield nach einer Reihe blutiger Schlachten entlassen und erhielt ein wenig
Geld um zurück nach Tennessee zu seiner Schwester fahren zu können. Doch ab hier sind alle
Nachweise verloren gegangen und Scofield hat nie öffentlich darüber gesprochen, wo er die
nächsten vier Jahre verbrachte bevor er am 21. September 1866 in St. Louis erschien.

ST. LOUIS 1865

Die Stadt St. Louis wurde während des ganzen Bürgerkrieges von den Unionsmächten gehalten und
diente als Truppenbasis für die Union. Am Ende des Bürgerkrieges war die Stadt das Zentrum für den
Pelzhandel, eine Industrie, die von französischen Händlern dominiert wurde, insbesondere von der
Familie Choteau. Frankreich wurde zu jener Zeit von Napoleon III regiert, der das Land zu einem
hohen Lebensstandard zurückgeführt hatte. Paris hatte die Führungsrolle in der Kleidermode
übernommen und durch die französischen Verbindungen war St. Louis die „Modestadt“ der
Vereinigten Staaten geworden. Daher war die Stadt ein betriebsamer Mittelpunkt von Mode, Politik,
Verbrechen, Prostitution, Glücksspiel und schnellem Geld. Dies war die Stadt, in der Scofield sein
bürgerliches Leben nach dem Krieg begann.

Sein Schwager Sylvester Papin war Vorsitzender des Gutachtergremiums von St. Louis. Papin sicherte
für Cyrus eine Position in seinem eigenen Büro, wo er ihn persönlich für den Beruf des Rechtsanwalts
ausbilden konnte. Dort wurde Cyrus vertraut mit Konzessionen, Titeln, Urkunden und Förderungen.

Als Cyrus in die Gesellschaft der französischen Familien in der Stadt kam und Bankette sowie
Tanzveranstaltungen besuchte, lernte er eine junge Französin namens Leontine Cerre kennen. Sie
war 1847 geboren und 18 Jahre alt als die beiden sich begegneten. Ihre Vorfahren kamen aus der
kanadischen Stadt Montreal. Nach kurzer Zeit verlobten sie sich und heirateten am 21. September
1866. Da Leontine römisch-katholisch war und Cyrus nicht, fand die Trauungszeremonie vor einem
Friedensrichter statt.

1867 wurde ihre erste Tochter Abigail geboren und 1869 eine zweite Tochter namens Marie Helen.
Im selben Jahr zog die Familie Scofield nach Atchison in Kansas.

DIE JAHRE IN KANSAS

Als ich das Leben von Cyrus Scofield studiert habe ist mir eine herausragende Sache aufgefallen – die
Führung, die diesem Mann zuteil wurde als er durch das Leben nach der Zerstörung durch den
Bürgerkrieg stolperte. Es gibt eine satanische Führung und eine menschliche Führung.
Die menschliche Führung kann man an der Tatsache sehen, dass der Haushalt, den Scofield
einrichtete, der eines reichen Mannes war. Berichte aus der Volkszählung der Vereinigten Staaten
von 1870 belegen, dass Scofield, Leontine und ihre beiden Töchter nicht allein in ihrem Haus lebten.
Mit ihnen zusammen lebten Henry Cerre, Leontines 19jähriger Bruder, eine irische Magd namens
Catharine McGuire (36) und Mary Brice, ein zehnjähriges schwarzes Mädchen, aufgeführt als
Bedienstete.

Amerikas Wirtschaft befand sich damals in einer Krise und es war eine sehr harte Zeit für das
amerikanische Volk. Dennoch war Scofield in der Lage, einen Schwager und zwei weibliche
Bedienstete zu unterhalten sowie seine Frau als Hausfrau und seine beiden Kinder zu versorgen,
obwohl er selbst nur ein Auszubildender im Rechtswesen war. Die Frage, aus welcher Quelle Scofield
sein Geld bekam, bleibt unbeantwortet. War es die französische Verbindung, die Scofield in
Erwartung seiner Dienste in der Zukunft unterstützte?

Kansas war vor und nach dem Bürgerkrieg ein Kampffeld über Eigentumsrechte. Hausbesetzer ließen
sich einfach auf unbebautem Land nieder und bauten Häuser und Bauernhöfe. Ein Beispiel war Regis
Loisel, dem ein spanischer Landbesitz von etwa 154 Quadratkilometern gehörte. 1858 bestätigte der
Kongress diesen Landbesitz. Scofield wurde in den Fall verwickelt, da seine Frau gewisse Rechte an
diesem Eigentum hatte und er wählte John J. Ingalls, einen jüdischen Anwalt aus Neuengland, der
sich in Kansas niedergelassen hatte, um ihn in diesem Fall zu vertreten. Ingalls war 1861
Staatssenator geworden. Nach Canfield war es Ingalls, der Scofield dem Gericht in Kansas als Anwalt
vorschlug und später wurde er einer der Partner in Ingalls Kanzlei. 1871 wurde Cyrus für den
Zeitraum eines Jahres zum Repräsentanten des Parlaments in Kansas gewählt. Scofield wurde dem
Komitee für Rechtswesen zugeteilt und wurde dessen Vorsitzender.

Während dieser Zeit der Geschäftemacherei in der Politik führte Scofield auch eine Kanzlei.

Im Juni 1872 gebar Leontine einen Sohn namens Guy Sylvester, doch er starb zwei Jahre später
(1874). Das politische Klima in Kansas während der Wahl 1872 war aufgeheizt und alle Parteien
benutzten „schmutzige Tricks“ um in Kontrolle zu bleiben. Zu dieser Zeit wurden die US-Senatoren
durch die Gesetzgeber gewählt, nicht durch öffentliche Wahlen. Samuel C. Pomeroy war zur
Wiederwahl aufgestellt nachdem er bereits zwölf Jahre gedient hatte. Die Führung der
Republikanischen Partei wollte Pomeroys Wiederwahl jedoch nicht. Scofield befand sich mitten in
diesem Kampf und Pomeroy benutzte seine Macht um zu verhindern, dass Scofield vom 4. Distrikt
nominiert wurde, den er repräsentierte. Scofield beschloss, es von einem anderen Bezirk aus zu
versuchen, Nemaha County, wobei er Seneca als seine Basis benutzte. Die Tatsache, dass er kein
Einwohner von Nemaha County war, kümmerte Scofield nicht und als die Wahl 1872 stattfand wurde
er als liberaler Republikaner gewählt.

Als das Parlament im Januar 1873 einberufen wurde brach ein schrecklicher Kampf aus, weil
Pomeroy sich viele persönliche Feinde gemacht hatte. Scofield spielte eine Hauptrolle in dem Kampf
gegen Pomeroy. Er war instrumental für die Nominierung seines alten Rechtsfreundes Ingalls, der
dann als Senator für den Staat Kansas gewählt wurde.

Keiner der Politiker im Parlament war moralisch sauber. Bestechungen waren weit verbreitet und
Cyrus Scofield war ein Meister in alldem.

RÜCKZAHLUNG VON INGALLS

Politiker belohnen ihre Freunde und schädigen ihre Feinde. John J. Ingalls diente für drei
Amtsperioden im Senat der Vereinigten Staaten. Kurz nachdem er seinen Sitz im Senat eingenommen
hatte empfahl er Präsident Grant, dass Cyrus Scofield für das Amt des Bezirksstaatsanwalts für
Kansas ernannt werden sollte. Präsident Grant befürwortete das Ersuchen und ernannte Scofield
zum Bundesstaatsanwalt für den Staat Kansas.

Nachdem er seine Position als Staatsrepräsentant niedergelegt hatte leistete Cyrus am 8. Juni 1873
den Amtseid. Er log ohne Zögern als er behauptete, niemals Waffen gegen die Vereinigten Staaten
getragen zu haben und nie auf irgendeine Weise Parteien unterstützt zu haben, die den Vereinigten
Staaten feindlich gesinnt seien. Das war eine dreiste Lüge, da Scofield als Soldat in der
Konföderierten Armee gedient und gegen die Vereinigten Staaten gekämpft hatte.

Es wird nun deutlich, dass der junge, 29 Jahre alte Scofield von „Abrichtern“ in höhere Positionen
erhoben wurde, die ihre eigenen Pläne für den schlauen, zum Politiker gewordenen Anwalt hatten.
Daher machte sich Scofield keine Gedanken wegen des Meineids. Er hatte Freunde in hohen
Positionen.

Scofield blieb nur sechs Monate lang Bundesstaatsanwalt. Ein Prozess gegen den ehemaligen Senator
Pomeroy stand an und dieser betrieb seine Bestechung weiter indem er Scofield Geld gab, damit
dieser den Fall einstellen würde. Doch es gab noch mehr Rauch. Es gab Zeitungsberichte über
Eisenbahngesellschaften und Siedler im südlichen Kansas, die von diesen beiden „Freunden“ erpresst
worden waren um ihre Geschäfte weiter betreiben und ihr Land behalten zu dürfen. Plötzlich legte
Scofield am 20. Dezember 1873 sein Amt nieder.

Nun geschah etwas Seltsames. Scofield verschwand für die nächsten drei Jahre und es gibt keine
offiziell verfügbaren Berichte darüber, was er in dieser Zeit tat oder wo er lebte. Nach Informationen
aus damaligen Zeitungsberichten wurde er von seinen politischen Abrichtern in Kansas nach Kanada
geschickt bis genügend Gras über die Dinge gewachsen war und er in die Vereinigten Staaten
zurückkommen konnte.

Von dieser Zeit an ließ Scofield seine Familie im Stich und hinterließ sie mittellos.

Geschäftemacherei

1877 berichten uns Überlieferungen aus Gerichtsakten, dass Scofield nach St. Louis zurückgekommen
war. Er borgte sich nun Geld indem er Wechsel ausstellte, wofür seine Schwester Emeline E. Papin
und ein gewisser C. F. Betts bürgten. Scofield hatte innerhalb von 60 Tagen Wechsel im Wert von 200
Dollar ausgestellt (nach heutigem Wert etwa 7.600 €). Der Inhaber der Wechsel, Jephtha H. Simpson,
versuchte, das Geld zuzüglich eines Zinses von 10% wieder einzutreiben. Die Bank akzeptierte die
Wechsel jedoch nicht. Scofields Kanzlei war geschlossen und er hatte keine Wohnanschrift. Als der
Fall vor Gericht ging wurde deutlich, dass Scofield den Namen seiner Schwester benutzt und ihre
Unterschrift gefälscht hatte. Folglich wurde Scofield vor Gericht in mehreren Fällen angeklagt, in
denen er gefälschte Wechsel benutzt hatte, um sich selbst Geld zu beschaffen.

Christliche Dispensationalisten haben versucht, das Leben von Cyrus während der Jahre 1877 und
1878 zu bereinigen und behaupten, dass er ein erfolgreicher Anwalt war als er 1878 „errettet
wurde“. Die Wahrheit ist, dass Scpofield seine Frau und seine beiden Töchter verlassen hatte und
sich seinen Lebensunterhalt durch Betrug und gefälschte Wechsel beschaffte. Schönredner der
Mormonen haben das Leben von Joseph Smith bereinigt und in gleicher Weise sind Leiter aus
fundamentalen christlichen Kreisen schuldig, dasselbe für Cyrus Scofield getan zu haben. Gerichts-
und Zeitungsberichte sowie Haftberichte belegen, dass Scofield sich außerhalb des Gesetzes bewegte
und seine Fähigkeiten als früherer Anwalt benutzte um Menschen zu betrügen.
Doch Scofield hatte immer noch Kontakte, die ihm in prekären Situationen halfen. Am 6. November
1879 wurde vor einem Berufungsgericht ein Prozess wegen krimineller Handlungen eingestellt, der
Scofield andernfalls ins Gefängnis hätte bringen können.

Scofields Zeitgenossen, die ihn gut kannten, bezeichneten ihn als Alkoholiker.

Es war im Jahre 1879, als Cyrus Scofield „fromm“ wurde.

Cyrus Scofield wird in einer Gefängniszelle errettet

Als Scofield 36 Jahre alt war, wurde er zum Rechtsanwalt ausgebildet, diente als gewählter Politiker
und war sechs Monate lang Bezirksstaatsanwalt. Er war verheiratet, Vater von drei Kinder und lebte
in den letzten Jahren als Krimineller mit „weißer Weste“. Nun behauptete er, JESUS CHRISTUS als
seinen Erlöser angenommen zu haben.

Damit wir den moralischen Charakter Scofields besser verstehen, zitiere ich aus einem
Zeitungsartikel, der am 27. August 1881 in „The Daily Capital“ (eine in Topeka/Kansas erscheinende
Zeitung) erschienen ist: „Cyrus I. Scofield in der Rolle eines Kirchendieners“

Cyrus I. Scofield aus Kansas, Rechtsanwalt, Politiker und Ganove, ist wieder aufgetaucht und
verspricht einmal mehr, um sich herum diesen Lichtschleier von Allbekanntheit aufzubauen, der ihn
in der Vergangenheit so berühmt gemacht hat. Die letzte Information, die die Menschen aus Kansas
über diesen Taugenichts hatten, war, dass er vor vier Jahren nach einer Reihe von Fälschungen und
Schwindeleien den Staat und eine mittellose Familie verließ und in Kanada untertauchte. Eine Zeit
lang blieb er verschwunden und man hörte nichts von ihm. Erst innerhalb der letzten zwei Jahre
tauchte er in St. Louis auf, wo er eine wohlhabende, verwitwete Schwester hat, die regelmäßig auf
den Plan trat und Scofields kleine Narrheiten und Marotten durch die Zahlung von beträchtlichen
Geldsummen bereinigte. Innerhalb des letzten Jahres beging Scofield jedoch in St. Louis eine Reihe
von Dummheiten, die nicht so leicht beizulegen waren und der unberechenbare junge Herr war
gezwungen, sechs Monate in St. Louis im Gefängnis zu verbringen.

Unter den vielen böswilligen Handlungen, die seine Karriere charakterisierten, war eine besonders
scheußliche, von der wir erfahren haben. Kurz nachdem er Kansas verlassen und seine Frau und seine
beiden Kinder abhängig von der Unterstützung der Mutter seiner Frau zurückgelassen hatte, schrieb
er seiner Frau, er könne etwa 1.300 Dollar des Geldes ihrer Mutter – alles, was sie hatte – äußerst
gewinnbringend investieren. Nach einiger Korrespondenz sandte er ihr eine Hypothek, unterzeichnet
und ausgefertigt von einem gewissen Charles Best, worin behauptet wurde, es werde wertvoller
Besitz in St. Louis abgetreten. Später stellten sich die Hypotheken als gemeine Fälschungen heraus.
Eine Person namens Charles Best existierte überhaupt nicht und der in der Hypothek abgetretene
Besitz erwies sich als rein fiktiv.

Als Scofield ein Häftling war, evangelisierte im Gefängnis eine Gruppe christlicher Frauen. Scofield
hörte das Evangelium und bekannte seinen Glauben an JESUS CHRISTUS. Danach begann er, die
Schriften von John Nelson Darby, dem Gründer der Plymouth Brethren, zu studieren und er nahm
Darbys theologische Überzeugungen an.

Ein neuer Beruf

Scofield trat nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in den christlichen Dienst ein und das sollte
bis zu seinem Tode sein Beruf bleiben.
Leontine und ihre beiden Töchter passten nicht in das neue Leben von Cyrus Scofield, da sie eine
römische Katholikin war und die beiden Mädchen im katholischen Glauben erzogen wurden.
Während dieser Zeit wurde Ehescheidung als eine schwere Sünde betrachtet. Daher legten Scofields
„Schönredner“ eine „Decke“ über seine Ehefrau und die offizielle Version war, dass Scofield
Junggeselle war. Von Zeit zu Zeit schickte Scofield kleine Geldbeträge an seine Frau und Töchter,
doch das geschah nur sporadisch und Leontine arbeitete in einem Geschäft, um den Lebensunterhalt
für sich und die Mädchen zu verdienen. Als Leontine schließlich die Scheidung einreichte und die
Wahrheit ans Licht kam, wurde alles von Scofields Rechtsanwälten in den Presseveröffentlichungen
(Propaganda) heruntergespielt.

Nur eine größere Biographie über das Leben Scofields wurde 1920 von Charles G. Trumbull
geschrieben und „The Life Story of C. I. Scofield“ genannt. Diese Biographie ist der offizielle
Persilschein, der Scofield für zukünftige Generationen salonfähig machen sollte.

Die Bekehrung Scofields im Gefängnis befanden viele als nicht positiv und daher wurde in Trumbulls
Buch eine andere Version konstruiert. In dieser Version befand sich Scofield in seiner Kanzlei in St.
Louis, als Tom McPheeters hereinkam, und Scofield während der geschäftlichen Besprechung fragte,
weshalb er kein Christ sei. Nach einer ausführlichen Diskussion stimmte Scofield zu, CHRISTUS
anzunehmen und die beiden Männer knieten in der Kanzlei nieder und beteten.

Die Tatsache, dass Scofield zu der Zeit, als dieses denkwürdige Ereignis stattgefunden haben soll,
überhaupt keine Kanzlei besaß, konnte Trumbull nicht umstimmen und daher ist diese Lüge nun
lange und oft genug wiederholt worden. Die meisten Dispensationalisten glauben, dies sei die
Wahrheit.

In seinem Buch „The Incredible Scofield and His Book“ beschreibt Joseph Canfield auf Seite 64
folgende Situation:

Die sehr plötzliche Einstellung der kriminellen Anklagen ohne vorheriges Urteil lassen vermuten, dass
Scofield’s Karriere in den Händen von jemandem lag, der über einen Einfluss verfügte, den weder
Ingalls noch Pomeroy oder sonst jemand aus dem Choteau Clan hatte. Doch die Karriere war von der
Art, dass Leontine, die katholische Ehefrau, verschwinden musste.

Es ist wichtig, zu bedenken, dass Christen nach 1980 an Skandale in den christlichen Gemeinden
gewöhnt sind und dass ihre Toleranz gegenüber der Sünde bis zu dem Punkt fortgeschritten ist, dass
es, solange die Person nur in der „Reha“ gewesen ist, keine Rolle mehr spielt, was sie zuvor getan
hat. Das unmoralische Verhalten von Gottesdienern wie Rex Humbard, Morris Cerullu Oral Roberts
und Benny Hinn im Bereich von finanziellen Verfehlungen, von Jim Bakker und Jimmy Swaggart, Ted
Haggard, Roberts Liardon und Paul Crouch im Bereich von sexueller Unmoral haben Christen so
zynisch gemacht, dass sie sich um solche Dinge nicht länger kümmern. Daher tangiert der kriminelle
Hintergrund von Scharlatanen wie dem Joseph Smith und Cyrus Scofield die heute lebenden
Menschen nicht. Es ist zu lange her und man nimmt die Haltung ein: „Wer soll überhaupt wissen, was
die Wahrheit ist?“ Dass die Schriften dieser Männer benutzt werden um Millionen von Menschen in
die Irre und schließlich in die Hölle zu führen wird von den Massen nicht verstanden. Öffentliche
Schulen und verwässerte Predigten haben die Massen von Menschen vom Niveau her so weit
heruntergeschraubt, dass sie kein Beurteilungsvermögen mehr haben.

Scofield wird in den christlichen Dienst gedrängt

Es war der Presbyterianerpastor James H. Brookes von der Walnut Street Presbyterian Church in St.
Louis, der der „theologische Dompteur“ von Scofield wurde. Brookes wurde 1830 geboren und starb
1897. Als er mit dem Training Scofields begann war er 49 Jahre alt. Brookes hatte Darby persönlich
getroffen als dieser bis 1877 in den Vereinigten Staaten umherreiste und er war ein überzeugter
Anhänger der Lehre geworden, die von dem Jesuitenpriester Lacunza entwickelt und von Darby
weiterentwickelt worden war. Brookes war auch eine Schlüsselfigur bei den Niagara-
Bibelkonferenzen. Bevor wir uns mit Scofields Geschichte weiter auseinandersetzen, sollten wir
einen Blick auf die Niagara Bibelkonferenzen werfen, denn sie spielten eine Hauptrolle in der
Entwicklung der Lehre von Lacunza.

Exkurs: Die Niagara-Bibelkonferenzen

Zu der Zeit, als diese Konferenzen stattfanden, existierten Radio, Fernsehen, Audioaufnahmen und
Videos noch nicht. Nachrichten und bildende Schriften (einschließlich theologischer Lehre) wurden
durch Zeitungen, Bücher, Pamphlete und Sprecher verbreitet. Daher war eine Konferenz ein sehr
wertvoller Aktivposten für jede Person oder Gruppe, die Produkte oder neue Ideen verbreiten wollte.
Führer aus der gesamten Nation und aus anderen Ländern kamen, diskutierten und tauschten
Gedanken aus und kehrten dann daher zurück, woher sie gekommen waren und gaben weiter, was
sie gerade gelernt hatten. Es ist auch extrem wichtig für die im 21. Jahrhundert lebende Person, zu
wissen, dass die meisten Leute in den Vereinigten Staaten nach dem Bürgerkrieg gut lesen konnten
und dass die normalen Leute lasen und danach diskutierten, was sie gelesen hatten.

Zurück zu den Konferenzen. Der Ort, an dem sie stattfanden war Niagara-on-the-Lake in Ontario,
etwa 23 Kilometer unterhalb der Niagarafälle. Dort gab es zusätzlich zu den Pensionen im Dorf ein
Hotel mit Namen „Queen’s Royal Hotel“. Brookes beschreibt den Ort als sehr schön. Das
Konferenzgebäude war mit Blick auf den Ontariosee und den Fluss Niagara erbaut, umgeben von
grünen Bäumen und entfernt vom Lärm der Welt.

Die Prophetie-Lehre war an der Ostküste der Vereinigten Staaten sehr populär geworden und die
Flammen waren von William Miller (dem Gründer der Siebenten-Tags-Adventisten) angefacht
worden. Später, als er das Kommen von CHRISTUS vorhergesagt hatte und nichts geschah, wurde die
Fackel von Ellen G. White übernommen. In dieser „Suppe“ ist auch die Erwähnung von Joseph Smith,
dem Gründer der Mormonenkirche, nötig und nach dem Bürgerkrieg auch von Charles Taze Russell,
Gründer der Zeugen Jehovas. Stark gewürzt wurde diese „Suppe“ durch John Nelson Darby, der in
den Vereinigten Staaten umherreiste und Pastoren zur Lehre Lacunzas „bekehrte“. Brookes war zu
einem hingegebenen Jünger Darbys geworden und arbeitete hart daran, die Lehre von Lacunza zu
verbreiten.

1875 trafen sich etliche bekannte christliche Leiter außerhalb von Chicago um zu beten und
Prophetie zu diskutieren. Unter ihnen waren Phillip P. Bliss (Hymnenschreiber, gestorben 1876), N.W.
West, James H. Brookes und Flemming H. Revell. Revell war ein Schiffsbauer, der 1849 aus England
eingewandert war und dessen Tochter Emma 1862 D.L. Moody geheiratet hatte und dessen Sohn
Flemming Revell Jr. der Eigentümer des größten Verlagshauses in den Vereinigten Staaten wurde.

Wir werden nun sehen, dass diese Männer wie Parasitenpilze waren, die sich an die dynamischsten
Männer GOTTES zu jener Zeit hefteten und sie mit der Lehre Lacunzas infizierten.

Brookes dehnte das Treffen im folgenden Jahr aus und 1876 waren unter anderem Pastor Adoniram
Judson Gordon (rechts), ein Baptistendiener aus Boston, H. M. Parsons und Pastor William J. Erdman
(Presbyterianer) anwesend. Dieses Treffen fand in Swampscott in Massachusetts statt und wurde
“Believers Meeting” genannt.

1877 fand das jährliche Treffen in Watkins Cover in New York statt. Danach wurde es drei Jahre lang
in Clifton Springs in New York abgehalten. Danach verlegte man die Konferenz nach Old Orchard in
Maine und von dort aus nach Mackinac Island im nördlichen Michigan. Im darauf folgenden Jahr fand
sie in Niagara-on- the-Lake statt und wurde in Niagara Bibelkonferenz umbenannt. Die Niagara
Konferenzen gab es von 1883 bis 1897.

Die Konferenzen zogen einige der bekanntesten christlichen Leiter der Zeit an. Es war dort, wo die
Fundamentale Bewegung geboren und gefestigt wurde, welche die christliche Landschaft in den
Vereinigten Staaten geprägt und die Grundlage für den Prämillenarismus gelegt hat. Es ist wichtig,
darauf hinzuweisen, dass die meisten der Männer, die kamen um auf diesen Konferenzen zu
sprechen, echte wiedergeborene Christen mit einem Eifer für den HERRN waren. Die gehaltenen
Predigten beschäftigten sich mit der Lehre von CHRISTUS, dem HEILIGEN GEIST, der Bibel, Mission
und Prophetie. Der Gründer der China Inland Mission, J. Hudson Taylor, kam und sprach dort und
hatte Gemeinschaft, so wie es auch viele andere taten. Doch es waren Brookes und Scofield, die das
Gift in die christliche Lehre einspritzten, das heute tiefe Wurzeln hat, nicht nur in der sog.
„Brüderbewegung“, sondern auch in Pfingstgemeinden und evangelikalen Gemeinden.

Maximale Einwirkung

Die Männer, die an diesen Konferenzen teilnahmen, bauten mächtige Dienste in den Vereinigten
Staaten auf und ergänzten sie durch Bibelschulen sowie Bücher und Pamphlete. Hier sollen nur
einige wenige erwähnt werden: A.D. Gordon gründete die Boston Missionary Training School, die
später in „Gordon College and Divinity School“ umbenannt wurde. Er half dabei, zwei Gesangbücher
zusammenzustellen und schrieb Gospel Songs, von denen der bekannteste „My Jesus I Love Thee“
ist.

D. L. Moody war ein weltbekannter Evangelist, der unter die lehrmäßige Kontrolle von Scofield kam,
was wir uns später noch näher ansehen werden. Moody organisierte die Northfield Konferenzen in
Massachusetts. Vor dem Bürgerkrieg gründete er den Christlichen Verein Junger Männer (CVJM oder
YMCA). Er gründete das Moody Bible Institute in Chicago, Bible Institute of Los Angeles (BIOLA) und
war verantwortlich für den Start des großen Revell Verlagshauses.

Zahlreiche andere Pastoren gründeten ebenfalls Bibelschulen, Colleges, Seminare etc. und all diese
Studenten und Leser des Materials wurden mit der Lehre Lacunzas „infiziert“.

Die Mehrheit der Pastoren im Jahre 2012, die an eine Entrückung vor der Trübsalszeit glauben und
die Irrlehre des Dispensationalismus lehren, sind gute Menschen, wiedergeboren und stark in der
Evangelisation. Sie sind ehrlich und ernsthaft, jedoch verblendet gegenüber dem Irrtum, den sie
lehren. Ein solcher Pastor ist Joseph R. Chambers. Chambers war ein früherer Diener der „Assembly
of God“. Er verließ diese Glaubensgemeinschaft, weil er empfand, dass sie zu liberal in der Toleranz
gegenüber Sünde geworden war. Chambers predigt Heiligkeit und ist sehr eifrig für JESUS. Er ist der
Pastor von „Paw Creek Ministries“ in Charlotte, North Carolina. Vor vielen Jahren verbiss er sich in
die Lehre von Scofield. Er hat nie geprüft, wer Scofield war und wie der Dispensationalismus
entstanden ist. Wird Chambers sich ändern und die Wahrheit erkennen? Sehr wahrscheinlich nicht.
Er läuft geradeaus auf seiner Spur und wird vermutlich als Dispensationalist sterben. Macht ihn das
zu einem schlechten Menschen? Absolut nicht, doch er wird vor dem Richterstuhl CHRISTI korrigiert
werden und einige seiner Belohnungen verlieren, weil er an einen zweifältigen Bund glaubt.

Scofields Persilschein

Nach Trumbulls Biographie hatte Cyrus Scofield vor 1879 keinerlei Kenntnis der Bibel und war auch in
Bezug auf christliche Geschichte, Archäologie etc. vollkommen ungebildet. Er hatte als Soldat,
Politiker, unehrlicher Anwalt und Alkoholiker gelebt. Zu denken, dass dieser Mann als
„Bibelgelehrter“ bekannt werden und eine Bibel produzieren würde, die die meisten Christen in den
Vereinigten Staaten über die nächsten 125 Jahre leiten würde, hätte undenkbar sein sollen. Doch es
geschah. Wir machen uns über die Mormonen lustig, die einem Pferdedieb, Lügner und Bigamisten
folgen. Doch warum machen wir uns nicht über uns selbst lustig, die wir einem Gauner, Lügner und
Bigamisten folgen? Immerhin gab er sich selbst den Titel „Doktor der Theologie“, erklärte sich zum
griechischen Gelehrten und stellte sich selbst als jemand dar, der qualifiziert ist, das Wort Gottes
richtig zu beurteilen.

Brookes wurde Scofields Abrichter und war in der Lage, die christlichen Spitzenleiter 1883
hereinzulegen und sie glauben zu machen, dass Cyrus Scofield ein „Geschenk Gottes“ sei. Das
geschah folgendermaßen:

Dwight L. Moody führte 1879 bis 1880 in St. Louis eine evangelistische Kampagne durch und Scofield
arbeitete freiwillig bei den Versammlungen mit. Die Kampagne endete im April des Jahres. Es stellt
sich die Frage: Wie konnte Scofield während dieser Monate seinen Lebensunterhalt sicherstellen?
Trumbull versucht in seiner Biographie zu zeigen, dass er immer noch eine Anwaltskanzlei hatte,
doch dafür gibt es keine Beweise.

Pastor Brookes verbrachte Zeit damit, Scofield in der Lehre des Dispensationalismus zu unterweisen
und er lernte gut. Doch statt sich der Gemeinde anzuschließen, in der Brookes der Pastor war, wurde
Scofield im Juli 1880 Mitglied der „Pilgrim Congregational Church“ von St. Louis. Der Pastor dieser
Gemeinde, Dr. C.C. Goodell, war ein persönlicher Freund von Pastor Brookes und vertrat dieselben
Ansichten über Prophetie. Die Familie Scofield war seit etwa 100 Jahren Mitglied dieser sehr liberalen
Glaubensgemeinschaft gewesen und Cyrus Scofield ging zurück zu seinen Familienwurzeln.

Einen Monat später wurde Scofield Geschäftsführer für die Y.M.C.A. in St. Louis und wir müssen uns
daran erinnern, dass diese starke fundamentale Organisation von D.L. Moody gegründet wurde um
Menschen für CHRISTUS zu erreichen.

Scofield baute nun seine Referenzen in christlicher Arbeit aus und engagierte sich in einem
Evangelisationswerk für Eisenbahnbesatzungen, die in der Stadt die Züge wechselten und
Aufenthaltszeiten hatten, in denen sie oft tranken, sich dem Glücksspiel hingaben oder Prostituierte
aufsuchten. Historischen Berichten zufolge gewann Scofield während dieser Zeit nicht viele
Menschen für CHRISTUS.

Nachdem er seit weniger als zwei Jahren „errettet“ war erhielt Cyrus von seiner
Glaubensgemeinschaft in St. Louis die „Lizenz zum Predigen“. Sofort organisierte er die „Hyde Park
Congregational Church“ von St. Louis und fungierte als deren Pastor. Nachdem er dort weniger als
zwei Jahre gedient hatte wurde er von der Leitung als Pastor für eine Gemeinde in Dallas/Texas
empfohlen.

Bis dahin verfügte Cyrus über keinerlei theologische Ausbildung, sondern konnte nur das vorweisen,
was er während seiner Dienstzeit als Pastor gelernt hatte. Er war bekannt als gewandter Redner
durch seinen Beruf als Anwalt und war durch diese Fähigkeit in der Lage, Menschen Predigten zu
präsentieren.

Um Scofield fundamentalen Christen zu verkaufen wurden Geschichten in der Presse veröffentlicht,


in denen es hieß, dass er vor seiner Bekehrung ein hoffnungsloser Trinker gewesen sei doch dass
CHRISTUS ihn davon befreit hätte und dass er nun nüchtern sei und für den HERRN brenne. Diese
Presseveröffentlichungen dienten zwei Zielen: Jedes kriminelle Fehlverhalten vor seiner Bekehrung
würde auf sein Trinken geschoben werden und durch seine Aufrichtigkeit würden die Menschen
diesem ehemaligen Trinker große Sympathie entgegenbringen.

Die vernachlässigte Ehefrau und die Kinder


Als Scofield gezwungen war, 1874 sein Amt als Bezirksanwalt niederzulegen, hörte er auf, seine
Familie zu unterstützen. Für die nächsten sieben Jahre musste Leontine arbeiten um sich selbst und
ihre beiden Töchter durchzubringen. Sie erhielt auch ein wenig Unterstützung durch ihre Mutter. Im
Juli 1881 unterschrieb sie die Scheidungspapiere, die am 23. Juli 1881 eingereicht wurden. Scofield
nahm sich einen Anwalt um die Anzeigen wegen Verlassens und schwerer Vernachlässigung
zurückzuweisen, doch das Gericht stellte sich auf die Seite von Leontine. Eine Scheidung wurde in
Aussicht gestellt und Leontine erhielt das alleinige Sorgerecht für die Kinder. Scofield bekam
Besuchsrechte, wurde jedoch aufgefordert, Unterhaltszahlungen zu leisten.

Doch die Scheidung wurde nie rechtskräftig und Leontine zog ihren Scheidungsantrag zurück. Es gibt
keine Berichte darüber, weshalb sie den Antrag zurückzog. Das Gericht entsprach dem Antrag und
Scofield und Leontine blieben auf dem Papier verheiratet.

Scheidungsprozesse unterschieden sich damals total von den heutigen Prozessen. Um geschieden zu
werden, musste man dem Gericht beweisen, dass Ehebruch, Verlassen oder schwerer Missbrauch in
der Ehe vorlag. Folglich konnte man eine Scheidung im Gegensatz zu den heutigen Gepflogenheiten,
wo eine Scheidung bereits ausgesprochen wird weil jemand „unüberbrückbare Differenzen“ geltend
macht, nicht leicht erlangen.

1882 zog Scofield nach Dallas um der Pastor einer Gemeinde zu werden und Leontine konnte den
Posten als Bibliothekarin der Stadt Atchison annehmen und kündigte ihre Anstellung als Verkäuferin.
Am 1. Oktober 1883 reichte sie einen zweiten Scheidungsantrag ein und das Gericht stimmte der
Scheidung am 8. Oktober 1883 zu. In dem Gerichtsurteil wurde ausgeführt, dass Scofield als nicht
geeignet zur Übernahme des Sorgerechts für die Kinder erachtet wurde und es wurde ihm verboten,
Einfluss auf Leontines Erziehung zu nehmen.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die christliche Gemeinschaft zu dieser Zeit nicht wusste, dass
Scofield eine Frau und zwei Kinder hatte und seine Scheidung wurde geheim gehalten. Wären diese
Dinge in der christlichen fundamentalen Bewegung allgemein bekannt geworden, hätte Scofield
große Schwierigkeiten gehabt, weiter als Diener des Evangeliums zu wirken. Wir werden weiterhin
die Täuschung von Scofield und die Schönrednerei seiner Coaches sehen.

Wenn Scofield wirklich ein wiedergeborener Christ und Seelengewinner gewesen wäre, hätte er
seine Frau und seine Kinder zu CHRISTUS führen wollen. Doch historische Berichte zeigen, dass
Scofield froh war, von seiner Familie getrennt zu sein. Leontine wurde 88 Jahre alt und starb am 6.
November 1936. Die älteste Tochter Abigail starb im Alter von 87 Jahren am 10. Dezember 1957. Ihre
jüngere Schwester Helen starb am 27. Februar 1958. Diese drei Frauen starben als römische
Katholiken und „im guten Ansehen“ der Kirche. Sehr wahrscheinlich endeten sie in der Verdammnis.
Warum hat Scofield seine eigene Familie nicht evangelisiert? Diese Frage wird vor dem Jüngsten
Gericht beantwortet werden.

Wenn die Leiterschaft in der fundamentalen Bewegung die Wahrheit hätte herausfinden wollen,
dann hätte sie dazu genügend Zeit gehabt, denn die Ehe zwischen Scofield und Leontine kam früh im
letzten Jahrhundert ans Licht. Doch es wurden nur sehr geringe Bemühungen in diese Richtung
unternommen, da die Leiterschaft wollte, dass dies ein Geheimnis blieb.

Scofield zieht nach Dallas in Texas

Die First Congregational Church in Dallas/Texas suchte einen Pastor und verlangte nach Scofield und
er akzeptierte diesen Posten. Er kam am 19. August 1882 nach Dallas, drei Jahre nach seiner
„Bekehrung“ zum Christentum. Seine gesamte theologische Ausbildung hatte er unter Pastor
Brookes erhalten, einschließlich intensiver Studien von Darbys schriftlichem Material. Dallas war zu
jener Zeit eher ein „Kuhdorf“ und wurde als Bauern- und Viehzüchterkultur mit einer Bevölkerung
von etwa 10.000 Personen betrachtet. Die Gemeinde war 1877 entstanden und hatte 17 Mitglieder.
Anfangs wurde die Gemeinde in Dallas nicht gut aufgenommen da die Glaubensgemeinschaft aus
dem Norden kam und die Menschen in Texas nach dem Bürgerkrieg noch immer verletzt waren.
Scofield, der ein gewiefter Politiker war, benutzte seine Referenzen als Soldat in der Konföderierten
Armee um die Menschen dazu zu bewegen, ihn zu akzeptieren, selbst wenn er nun Pastor einer
Yankee-Gemeinde war.

Scofield kopierte eine Technik, die von D. L. Moody angewandt wurde und erklärte nach jeder
Predigt, die er gehalten hatte, einen Altarruf. Am 22. Oktober 1882 wurde Scofields offizielle Position
in der Gemeinde in einem Geschäftstreffen festgelegt und er wurde rückwirkend zum 11. August des
Jahres für ein Jahr angestellt. Neun neue Mitglieder wurden während dieses Geschäftstreffens
aufgenommen und die Versammlung war damit innerhalb kurzer Zeit von 17 auf 26 Mitglieder
angewachsen. Im Juni 1883 stimmte die Gemeinde dafür, sein Gehalt auf 1.500 Dollar pro Jahr
festzusetzen. Das war damals sehr viel Geld. Scofield verlegte nun seine Mitgliedschaft von der
Gemeinde in St. Louis in die Gemeinde in Dallas.

Ordination war den Coaches von Scofield wichtig, denn sie waren dabei, seine Werbeakte
aufzubauen. In evangelistischen Kreisen in den Vereinigten Staaten wird eine Person normalerweise
zuerst in den Evangeliumsdienst eingesetzt und nachdem sie eine Reihe von Jahren gedient und sich
als moralischer Christ bewiesen hat und gut in der Bibel geschult ist, wird ein aus ordinierten Dienern
aus anderen Gemeinden bestehender Ordinationsrat einberufen.

Der Rat versammelt sich und dem Kandidaten werden viele Fragen gestellt, die alle Themen von
theologischem Verständnis bis Moral abdecken. Ein geschiedener Kandidat hätte 1883 niemals die
Ordination bestanden. Bei der Ordinationsprüfung waren zwei Personen anwesend, die von Scofields
Familie wussten: Scofield selbst und Pastor C.C. Goodell aus St. Louis. Keiner dieser beiden Männer
informierte den Rat darüber, der Scofield am 18. Oktober 1883 ordinierte.

Im September 1883 zog eine Familie mit zwei Töchtern aus dem Staat Michigan nach Texas. Die
Familie schloss sich der Gemeinde an, in der Scofield Pastor war und es dauerte nicht lange bis sich
Scofield mit einer der Töchter namens Hettie zu verabreden begann. Die Tatsache, dass er immer
noch ein verheirateter Mann war, störte Scofield nicht und nach sechsmonatiger Verlobungszeit
heirateten die beiden am 11. März 1884.

Scofield wollte die Mitgliederzahl erhöhen, denn das bedeutete finanzielle Vorteile für seine Arbeit.
1886 brachte Cyrus D.L. Moody und seinen Sänger Ira D. Sankey nach Dallas. Vom 5. bis 7. März
wurden Versammlungen in einer öffentlichen Arena abgehalten, die etwa 4.000 Menschen fasste.

Am 1. Mai 1886 hatte die First Congregational Church in Dallas eine Mitgliederzahl erreicht, die die
Gemeinde erhalten konnte und jede Unterstützung von der amerikanischen Vereinigung für
Inlandsmission wurde eingestellt.

Cyrus Scofield wird in einen internationalen Dienst eingeführt

Im Herbst 1886 bot die amerikanische Gesellschaft für Inlandsmission Scofield den Posten als Leiter
der Glaubensgemeinschaft in den Staaten Louisiana und Texas an. Als die First Congregational Church
von diesem Angebot erfuhr erließ sie eine Resolution für Scofield, nach der er dieses Angebot nicht
annehmen durfte. Auch hier wieder können wir die kalte Kalkulation in Scofields Denken sehen.
Ohne die Gemeinde zu befragen setzte er sie im November 1886 davon in Kenntnis, dass er als
„geschäftsführender“ Leiter dienen würde. Der Missionsrat stimmte zu, einen Teil von Scofields
Gehalt zu zahlen. Scofield informierte die Gemeinde auch darüber, dass er plane, von Juli bis Oktober
1887 abwesend zu sein.
Scofield führte eine wöchentliche Unterrichtsklasse im YMCA in Dallas. Bis 1888 war die Gemeinde
auf 250 Mitglieder angewachsen. Und trotz der Lehre, dass die Entrückung jeden Moment
stattfinden könne und dass die Gemeinde im Ganzen versagt habe, führte Scofield sie während des
Jahres 1889 in ein Bauprojekt. Es wurde ein Gebäude errichtet, das die Gemeinde bis 1950 benutzte.

Am 22. Dezember 1888 brachte Hettie einen Sohn namens Noel Paul zur Welt. Im selben Jahr wurde
ein Buch von Scofield mit dem Titel „Rightly Dividing the Word of Truth“ („Das Wort der Wahrheit
richtig beurteilen“) gedruckt und vertrieben. Die erste Ausgabe wurde vom Verlag der Plymouth
Brethren, Loizeaux Brothers in New York, gedruckt. Es enthielt Weissagung gemäß den Lehren Darbys
zusammen mit der Botschaft, dass die Gemeinde versagt habe und dass es keine Hoffnung für die
Welt gebe. Das ähnelt sehr den heutigen Lehren von Harold Camping von Family Radio, der
behauptet, das Gemeidezeitalter sei vorbei und nur Camping und seine Anhänger würden überleben.

Von da an benutzte Cyrus die Gemeinde in Dallas als Basis, um sein Einkommen zu sichern, doch er
nahm jeden Predigt- oder Rednerauftrag außerhalb seiner Gemeinde an, ob in Texas oder in anderen
Staaten. Da die Gemeinde ihn nicht auf Dauer verlieren wollte, musste sie sich mit der Tatsache
abfinden, dass er ein volles Gehalt bezog, jedoch nur als Teilzeit-Pastor diente.

In seiner Eigenschaft als Leiter der amerikanischen Inlandsmission brachte Scofield seine
Dispensationsirrlehre nie gegenüber seinen Vorgesetzten ins Gespräch. Stattdessen wurden während
der Jahre 1888 bis 1893 neue Gemeinden gegründet. Eine Reihe von Schulen wurden eröffnet, unter
ihnen die Rio Grande Training School für mexikanische Arbeiter in El Paso. Scofield war auch
Vorsitzender des Überwachungsausschusses des Lake Charles College, einer Schule der
Glaubensgemeinschaft in Louisiana City. Scofield schrieb an seine Vorgesetzten, er würde lieber
starke Gemeinden in Hauptzentren aufbauen. Daher legte er, obwohl er ein Dispensationsirrlehrer
war, das Fundament für Gemeinden und Schulen, die später als Werkzeuge genutzt werden konnten,
um Darbys Lehre unter zukünftigen Generationen in den Vereinigten Staaten zu verbreiten. Scofield
war auch das Oberhaupt der Southwestern School of the Bible in Dallas, welche später zum Dallas
Theological Seminary wurde.

1892 verlieh Scofield sich selbst einen Doktortitel und begann, den Titel „Dr. Scofield“ zu benutzen.
Es gibt keine offiziellen Nachweise darüber, dass er einen Doktortitel der Theologie erworben hatte.
Im November 1893 bat die Inlandsmission ihn, auch Colorado und die umliegenden Bezirke als Leiter
zu übernehmen. Die Gemeinde in Dallas gestand ihm jedes Jahr fünf Monate Urlaub zu, damit er
diese zusätzliche Reiseverantwortung übernehmen konnte. 1895 erhielt er das Angebot einer
Gemeinde in Massachusetts, dort als Pastor zu dienen.

Während dieser Jahre besuchte er auch regelmäßig als Sprecher die Niagara Bibelkonferenzen.

1880 veröffentlichte Scofield zwei Dinge, zunächst einmal ein Monatsmagazin namens „The Believer“
(„Der Gläubige“), welches neun Mal erschien, zuletzt im März 1891. Die zweite Veröffentlichung war
der Anfang seines Comprehensive Bible Correspondence Course. 1914 wurde dieser
Korrespondenzkurs vom Moody Bible Institute in Chicago übernommen. Tausende von Studenten
wurden über die Jahre in der Lehre Lacunzas unterwiesen.

Das Fundament der Abtretungstheologie, welche die Christen in den Vereinigten Staaten veranlasste,
Politik, Bildung, Business und die aufkeimende Unterhaltungsindustrie den Händen der Gottlosen zu
überlassen, war nun in vollem Gange, angeführt von Scofield und seinen „Kameraden“. Statt sich die
Erfindung der Filmkamera, des Radios, des Grammophons etc. zunutze zu machen wurden diese
Dinge als sündhaft deklariert und Dispensationsprediger riefen dazu auf, „sie dem Teufel zu geben“,
da die Christen ja ohnehin jeden Moment entrückt werden würden.
Die Verbannung der Bibel aus öffentlichen Schulen, das Verbot des Betens zu GOTT im Namen von
JESUS und die Legalisierung der Abtreibung – das alles haben wir Scofield zu verdanken. Amerika ist
zu dem geworden was es heute ist weil die Christen im 19. Jahrhundert nicht das
Unterscheidungsvermögen hatten, die verdammungswürdige Lehre von Scofield und Genossen zu
stoppen. Es gab starke, hingegebene Christen, die zur Zeit Scofields lebten. Doch die christliche
Gemeinde hörte nicht auf die Warnungen dieser Männer.

Eine Warnung aus dem Jahr 1927

„Pharisee Watch“ (veröffentlicht von „Strait Gate Ministries“) wies auf ein von Philip Mauro 1927
geschriebenes Buch mit dem Titel „The Gospel of the Kingdom“ („Das Evangelium des Königreichs“)
hin. Mauro nahm in seinem Buch einen Stand gegen das Werk von Scofield ein.

Philip Mauro, 1859-1952, war ein Anwalt, der am 21. April 1892 am Obersten Gerichtshof der
Vereinigten Staaten zugelassen wurde und Fälle im Patentrecht vor diesem Gericht vertrat. Er war
sehr erfolgreich in seinem Beruf und wurde in gesellschaftlichen Kreisen in den Vereinigten Staaten
sehr bekannt. Nach seiner Heirat besuchte die Familie eine Episkopalgemeinde. Eines Abends
besuchte er eine kleine Gemeinde in New York und obwohl es ihm dort nicht gefiel, besuchte er sie
immer wieder. Dann, am 24. Mai 1903, übergab er im Alter von 45 Jahren sein Leben JESUS und
wurde wiedergeboren. Der Name der Gemeinde war Gospel Tabernacle und der dortige Pastor hieß
Albert Benjamin Simpson (1843-1919), Gründer und Vorsitzender der Christian and Missionary
Alliance. Obwohl er durch die Dispensationsirrlehre verdorben war, war Simpson ein starker
evangelikaler Prediger mit einem großen Verlangen danach, die Verlorenen errettet zu sehen und
Missionen in aller Welt zu errichten. Mit der Zeit schrieb Mauro eine Reihe von Büchern und
entwickelte eine starke Opposition zu den Irrlehren Darbys und Scofields.

In seinem Buch The Gospel Of The Kingdom beschäftigt sich dieser tief hingegebene christliche
Anwalt mit der falschen Lehre, die Scofield weltweit verbreitet hatte. Ich möchte hier einen Teil der
Einleitung dieses 1927 geschriebenen Buches anführen. Damals war Philip Mauro seit 23 Jahren ein
Christ und 68 Jahre alt. Hier einige Auszüge aus der Einleitung:

Durch einen kürzlich erlebten Vorfall wurde ich mir des Ausmaßes – weitaus größer als ich mir
vorgestellt hatte – bewusst, in dem das moderne System des Dispensationalismus Akzeptanz unter
orthodoxen Christen gefunden hat; und auch des Ausmaßen – genauso groß – in dem die kürzlich
veröffentlichte “Scofield Bibel” (die das Hauptvehikel des neuen Lehrsystems ist, auf das ich mich
beziehe) den Platz der Autorität an sich gerissen hat, der Gottes Bibel allein zusteht….sie muss für die
Verbreitung ihrer eigentümlichen Lehren eine eigene „Bibel“ haben, denn sie sind nicht im Wort
Gottes zu finden.

Es bekümmert mich, dass ein Buch existiert, in dem die korrupten Worte sterblicher Menschen auf
derselben Seite wie die heiligen Worte des lebendigen Gottes gedruckt werden; diese Mischung des
Kostbaren und des Wertlosen ist zu einem einzigen Verkaufsartikel gemacht worden, der als „Bibel“
bezeichnet wird und durch den Namen eines Menschen gekennzeichnet ist.

Es ist beschämend für mich, wenn ich mich daran erinnere, dass ich diese Neuheiten nicht nur selbst
geglaubt und gelehrt habe, sondern aufgrund dessen sogar einen selbstgefälligen Sinn der
Überlegenheit genoss und diejenigen mit Mitgefühl und Geringschätzung betrachtete, die das „neue
Licht“ nicht angenommen hatten und nicht vertraut mit dieser modernen Methode des „Richtigen
Beurteilens des Wortes der Wahrheit“ waren. Denn ich glaubte voll und ganz was ein Werbespruch
bei der Präsentation der ‘Zwölf Gründe warum Sie die SCOFIELD REFERENCE BIBLE benutzen sollten’
sagt, nämlich, dass: — Zunächst einmal die Scofield Bibel die Heilige Schrift vom Standpunkt der
DISPENSATIONALEN WAHRHEIT aus beleuchtet, und es kein adäquates Verständnis oder richtiges
Beurteilen des Wortes Gottes geben kann, getrennt vom Standpunkt der dispensationalen Wahrheit.
Was für eine Verunglimpfung ist das gegen das geistliche Verständnis der Zehntausende von
Menschen, die “mächtig in den Schriften” waren und die Gott seinem Volk während all der
christlichen Jahrhunderte als Lehrer gab bevor die ‘dispensationale Wahrheit (oder der
dispensationale Irrtum), entdeckt wurde! Und was für ein Affront gegen die Tausende von Männern
Gottes unserer Tage, Arbeiter, die sich nicht schämen müssen, die nie das neu erfundene System
angenommen haben!

… Nach dem neuen Dispensationalismus haben unser Herr und Johannes der Täufer nicht das baldige
Kommen des ‘Königreichs Gottes’ ausgerufen, das tatsächlich kurz danach mit der Ausgießung des
Heiligen Geistes am Pfingsttag begann und das tatsächlich damals “nahe” war, sondern sie kündigten
ein Königreich irdischer Erhabenheit an, nach dem die fleischlich gesinnten Juden und ihre Lehrer
damals (und auch heute noch) vergeblich Ausschau hielten; obwohl das irdische Königreich Israel in
der Bibel nicht “Königreich Gottes” genannt wird und obwohl es (wie nun offensichtlich genug ist)
keineswegs „nahe“ war.

… Die evangelikale Christenheit muss sich von diesem Sauerteig des Dispensationalismus reinigen
ehe sie ihre frühere Kraft wieder zeigen und ihren früheren Einfluss ausüben kann.

Schließlich ist es angemessen, in diesen einleitenden Bemerkungen zur Vorsicht


aufzurufen…gegenüber der auffallenden und immens wichtigen Tatsache, dass das ganze System der
‘dispensationalen Lehre’ modernistisch im strengsten Sinne ist; denn sie kam erst innerhalb der
Erinnerungszeit der heute lebenden Personen in die Existenz und war selbst in ihren jüngeren Jahren
noch unbekannt. Sie ist jünger als der Darwinismus.

Man denke einmal darüber nach, was es bedeutet, dass ein durchdachtes, weit verzweigtes und
inhaltsreiches System, das radikale Lehren hinsichtlich solch entscheidender Themen wie Predigt und
Dienst von Jesus Christus, Charakter und dispensationalen Platz der vier Evangelien, das Wesen und
die Ära des Königreiches Gottes, die Bergpredigt, das Evangelium des Königreiches und anderen
biblischen Themen von oberster Wichtigkeit vertritt, ein Lehrsystem, das dem widerspricht, was von
jedem christlichen Kommentator und jedem Gottesdiener seit Beginn der christlichen Ära geglaubt
und gelehrt wurde, gegen Ende des 19. Jahrhunderts plötzlich erscheint und von vielen bekannten
Persönlichkeiten innerhalb der bekennenden orthodoxen Gruppen von Christen angenommen wird!
Das ist in der Tat ein erstaunliches Phänomen. Denn Tatsache ist, dass der Dispensationalismus
Modernismus ist. Es ist überdies Modernismus einer sehr verderblichen Art, weil er eine eigene
‘Bibel’ für die Verbreitung seiner sonderbaren Lehren braucht, weil sie nicht im Wort Gottes zu
finden sind.

… dieses moderne System der ‘dispensationalen Lehre’ ist ein Grund für Spaltung und Kontroverse
zwischen den Nachfolgern Christi, die in dieser Zeit der Krise unverrückbar vereint gegen die
mächtigen Kräfte des Unglaubens und der Abtrünnigkeit aufstehen sollten. Außerdem neigt es dazu,
die lebenswichtige Wahrheit über das zweite Kommen unseres Herrn bei vielen in Misskredit zu
bringen, weil es diese großartige Bibellehre mit zahlreichen spekulativen Details in Verbindung
bringt, für die es keinerlei biblische Belege gibt.

Scofields Powerbroker in Dallas

Es gab eine Reihe wohlhabender und politischer Powerbroker innerhalb der Mitglieder der First
Congregational Church in Dallas. Die Familie John Craven (Frau Craven war Mitglied der Familie
Dealey von den Dallas Morning News); die Familie Samuel Dealey (Dealey Brothers Wholesale
Lumber Co.), die Familie George Dealey (damals Manager der „Dallas Morning Newspaper“, später
ihr Vorsitzender); die Familie Fitzhugh Hawkes (Leiter des Sanger Brothers Department Store), die
Familie Theodore Mosher (Mosher Streel Company) und die Familie Thomas J. Jones, Finanzleiter von
Mosher Steel Co. (Frau Jones war eine geborene Mosher).

Ich weiß, dass die meisten Gemeinden in den Vereinigten Staaten stark von Freimaurern durchsetzt
sind. George Bannerman Dealey war in seinem späteren Leben ein Mitglied der Westminster
Presbyterian Church. Doch er war auch schwer im Okkulten involviert, schloss den Schottischen Ritus
der Freimaurer mit dem 33. Grad ab und war dort aktiv. Sehr wahrscheinlich hatte er die Hände
dabei im Spiel, Cyrus in Freimaurerkreise einzuführen und hierbei insbesondere in den „Lotus-Club“
in New York.

Manchmal ist es unmöglich, den Geldfluss zurückzuverfolgen, weil die Scofields Coaches
sicherstellten, dass der größte Teil der Finanzen nicht nachvollziehbar war. Darum habe ich die
Schlussfolgerung gezogen, dass irgendjemand finanziell und politisch den Weg für Scofield geebnet
hat und für ihn die Türen öffnete, durch die er gehen sollte. Scofield reiste weit umher und es wäre
ihm unmöglich gewesen, dies von seinem Gehalt als Gottesdiener zu bestreiten.

Scofields Zusammenschluss mit D. L. Moody

1893 machte die amerikanische Wirtschaft eine Krise durch und führte zur bekannten „Panik von
1893“. Das bewirkte auch einen Dämpfer für Scofield, denn der Geldfluss zu ihm hin versiegte bis zu
einem gewissen Grad. Es gab in Dallas viele Konkurse angesichts dieser von den Banken verursachten
wirtschaftlichen Krise.

Im Februar 1895 kam D. L. Moody nach Dallas zurück um evangelistische Versammlungen


abzuhalten. Scofield war seit einer Reihe von Jahren regelmäßig als Sprecher auf Moodys
Sommerkonferenzen in East Northfield, Massachusetts eingeladen worden. Scofields Lehrer hatten
mehr und mehr Verbindungen zu Moody und seiner Organisation entwickelt, da Moody zu dieser
Zeit ein landesweit respektierter Evangelist war, ganz zu schweigen von seinem Werk in England.
Wenn es also gelingen würde, Scofield in diese Organisation einzuschleusen, würde die
Dispensationsirrlehre schneller und weiter in der christlichen Gemeinschaft verbreitet werden.

D. L. Moody wurde in Northfield, Massachusetts geboren und wuchs auch dort auf. Nachdem er ein
erfolgreicher Evangelist geworden war, der von Chicago aus operierte, gründete er zwei Schulen in
Northfield. „Northfield Seminary“ für Mädchen eröffnete 1879 und die „Mt. Hermon School“ für
Jungen 1881. Es gab dort auch eine Gemeinde namens „Trinitarian Congregational Church“. Diese
Gemeinde bot Scofield im Herbst 1895 an, ihr Pastor zu werden. Scofield nahm das Angebot an und
die Gemeinde in Dallas gewährte ihm ein Jahr der Sabbatruhe in der Hoffnung, dass er nach einem
Jahr zurückkommen würde. Er kam Anfang 1896 in Northfield an und sein Jahresbericht für die
Gemeinde in Dallas wurde in Northfield vorbereitet und nach Dallas geschickt. Ich erwähne das weil
es wichtig ist, dass Scofield, obwohl er in Northfield war, weiterhin Verbindung zu der Gemeinde in
Dallas hielt, um sein Einkommen aus dieser Gemeinde zu sichern. Nachdem er in Dallas einst mit
einer Mitgliederzahl von 17 begonnen hatte war die Mitgliedschaft nun auf 812 Personen
angewachsen, von denen 533 aktive Mitglieder waren.

Scofield hatte sich mittlerweile einen „sauberen“ Ruf aufgebaut und beurteilte seinen Erfolg an der
Anzahl der Gemeindemitglieder. Seine Trainer waren nun bereit, ihren Kandidaten mit einem
größeren Werk zu betrauen. (Das kann man mit der modernen Geldwäsche vergleichen: schmutziges
Geld war nach Texas geschickt worden, wurde gewaschen, und betrat dann wieder als legales Geld
ohne kriminellen Hintergrund den Markt.)

1889 hatte Moody eine dritte Schule gegründet, die „Northfield Bible Training School“ für Männer
und Frauen. Während der Jahre 1896 bis 1898 war Scofield Teil der Fakultät und von 1900 bis 1902
war er Vorsitzender der Schule. Er war auch das Oberhaupt der „Scofield Bible Correspondence
Courses“. Scofield arbeitete nie an den anderen beiden Schulen, predigte jedoch gelegentlich vor den
Schülern.

1899, kurz bevor Moody starb, wurde Geld gesammelt und in der Nähe der „Mount Hermon School“
für Jungen in Northfield eine Kapelle gebaut. Sie wurde in eine Gemeinde mit Namen „Union Church“
verwandelt und Scofield wurde gebeten, das Amt des Pastors zu übernehmen. Doch er predigte nur
einmal im Monat in der „Union Church“.

Während seiner Jahre in Northfield war Scofield oft auf Reisen und seine Pflichten wurden von Pastor
McConaughy übernommen.

Am 22. Dezember 1899 starb Moody nach einem Herzinfarkt. Auf seiner Beerdigung hielt Scofield
den Gottesdienst und predigte die Beerdingungsbotschaft. Als einer der größten Seelengewinner der
Welt heimging zum HERRN wurde ein „Parasit“ im Königreich GOTTES auserwählt, einen Mann zur
Ruhe zu legen, der den HERRN von ganzem Herzen geliebt hatte. Moody hatte leider nicht das
Beurteilungsvermögen, zu verstehen, dass Scofield seine eigene Agenda verfolgte und eine Lehre
verbreitete, die man als „fremdes Feuer“ bezeichnen kann und die nun Moodys Organisation wie
Krebs in einem menschlichen Körper durchzog.

3. Mose 10, 1-6Hide


Aber die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen ein jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer
hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor den Herrn, das er ihnen nicht
geboten hatte. Da ging Feuer aus von JaHWeH und verzehrte sie, dass sie starben vor JaHWeH. Da
sprach Mose zu Aaron: Das hat JaHWeH gemeint, als Er sprach: Ich will geheiligt werden durch die,
welche zu mir nahen, und geehrt werden vor allem Volk! Und Aaron schwieg still. Mose aber rief
Misael und Elzaphan, die Söhne Ussiels, des Oheims Aarons, und sprach zu ihnen: Tretet herzu und
tragt eure Brüder vom Heiligtum hinweg, vor das Lager hinaus! Und sie traten herzu und trugen sie in
ihren Leibröcken vor das Lager hinaus, wie Mose befohlen hatte. Da sprach Mose zu Aaron und
seinen Söhnen Eleasar und Itamar: Ihr sollt eure Häupter nicht entblößen, noch eure Kleider
zerreißen, damit ihr nicht sterbt und der Zorn über die ganze Gemeinde komme. Lasst eure Brüder,
das ganze Haus Israel, weinen über diesen Brand, den JaHWeH angezündet hat.
Scofield zieht nach New York

Scofields Coaches waren nun bereit, ihren Kandidaten weiter ziehen zu lassen, damit er die Mission
zu Ende bringen würde, die sie für ihn hatten. Im Sommer des Jahres 1900 war Scofield in New York,
wo er sich mit Arno Clemens Gaebelein (1861-1945) traf.

Hier ein paar kurze Informationen über Gaebelein: Er wurde in Thüringen in Deutschland geboren
und wanderte 1879 in die Vereinigten Staaten aus, um der Einziehung als Soldat für die deutsche
Armee zu entgehen. Er war ein brillanter Student und schloss seine Ausbildung in den Vereinigten
Staaten ab. Er lernte Griechisch, Hebräisch, Arabisch, Syrisch und Farsi (Persien). Er wurde im Alter
von 12 Jahren errettet und erneuerte seine Hingabe an CHRISTUS als Erwachsener in den Vereinigten
Staaten. Er heiratete und sollte als Missionar nach Java gehen, doch da seine Frau erkrankte, blieb er
in den Vereinigten Staaten.

Er wurde 1886 in der Methodistisch-Episkopalen Glaubensgemeinschaft ordiniert und diente als


Pastor in Baltimore, Hoboken, NJ und New York City. Nachdem er die Dispensationsirrlehre
angenommen hatte gründete er die Bewegung „The Hope for Israel“ („Hoffnung für Israel“) und gab
1893 ein Magazin in hebräischer Sprache heraus. Es hieß „Tigweth Israel“ („Hoffnung Israels“). Die
monatliche Veröffentlichung wurde unter den Juden in den Vereinigten Staaten als auch in Russland
und osteuropäischen Nationen verbreitet. James Brookes lud ihn als Sprecher auf die Niagara
Konferenzen ein.
Nachdem James Brookes 1897 und Moody 1899 gestorben waren versuchten Scofield und Gaebelein
nun, die Führung in der dispensationalen/prophetischen Bewegung zu übernehmen. Scofield und
Gaebelein diskutierten, wie sie die Niagarakonferenzen in ihrem Sinne beeinflussen könnten und
schmiedeten Pläne, ein neues Koferenzzentrum in Sea Cliff an der Nordküste von Long Island, New
York zu errichten. Ein reicher Amerikaner namens John T. Pirie aus der Familie, die das Chicago
Department Store betrieb, besaß ein Anwesen in Sea Cliff und er stellte dies als Konferenzzentrum
zur Verfügung, welches die Niagarakonferenzen ersetzte.

Ein Doppelleben

Die Kernlehre von Scofield war, dass die Entrückung unmittelbar bevorstehe. Den Menschen wurde
gesagt, dass sie keinerlei Vorkehrungen für ihre Zukunft auf dieser Erde treffen sollten. Sie sollten nur
noch das Nötigste tun und sich weder in Politik noch in Bildung und öffentlichen Angelegenheiten
engagieren und das den Unerretteten überlassen. Sie sollten einfach da sitzen und darauf warten,
dass JESUS zurückkäme. Seine Botschaft besagte weiter, dass die Gemeinde versagt habe. Nichts
konnte mehr gerettet werden. Man sollte nur “aus dem Lager gehen” und auf JESUS warten. Alle
sollten so hart wie möglich mit daran arbeiten, dass die Juden in Kontrolle über Palästina kämen,
eine neue Nation gründen und den Tempel wieder aufbauen könnten. Er lehrte, dass es einen
speziellen Bund für die Juden gibt, sie brauchen nicht durch Christus zu Gott kommen.

Rechtschaffene amerikanische Männer und Frauen, die ihren Glauben mit an ihren Arbeitsplatz, in
das Bildungssystem, die Politik und auf den Marktplatz gebracht hatten, ließen nun ihre Bemühungen
fallen, Salz und Licht in ihrer Umgebung zu sein und Amerika war der Übernahme durch die
Gottlosen ausgeliefert. So kam die Säkularisierung Amerikas zustande. Doch Scofield hatte privat ein
anderes Leben geführt als das, was er öffentlich vertrat. Am 21. Oktober 1901 kaufte er 33.400 qm
Land ohne Bebauung in dem Dorf Ashuelot in New Hampshire. Scofield erzählte seinen Freunden, er
wolle eine Reihe von Häusern kaufen, nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch außerhalb,
um sie für sein schriftstellerisches Werk und seine Aufenthalte auf Reisen zu nutzen. Das Anwesen in
New Hampshire nannte sich „Crestwood“. Es war als Sommerresidenz für die Familie Scofield
gedacht. Doch bis 1907 lebten sie immer noch in Zelten wenn sie auf das Anwesen kamen.

Am 24. März 1902 verkauften die Leute in Dallas ein Grundstück zu einem Preis von nur einem Dollar
an Scofield.

Der Lotus-Club

Dies ist ein Kapitel in Scofields Leben über das seine Befürworter nicht sprechen wollen. Dieser Club
hatte Verbindungen zu den Illuminati und war Teil eines okkulten Netzwerkes, nicht nur in den
Vereinigten Staaten, sondern auch in England. So wie bei den Freimaurerlogen konnte sich eine
Person auch in diesem Club nicht einfach als Mitglied anmelden. Vielmehr ist es üblich, dass ein
bereits bestehendes Mitglied der außenstehenden Person eine Mitgliedschaft anbieten muss. Wir
haben nun hier einen Prediger, der als Verteidiger des fundamentalen Christentums fungieren sollte,
und Mitglied einer Geheimgesellschaft wird. Diese Mitgliedschaft war nichts, worüber Scofield
sprach, wenn er auf Prophetie-Konferenzen predigte.

Die Person, die Scofield eine Mitgliedschaft anbot, war ein amerikanischer Jude namens Samuel
Untermeyer. Nachstehend möchte ich eine kurze Beschreibung dieses Mannes anfügen:

Samuel Untermeyer wurde 1858 in Lynchburg, Virginia geboren und wuchs in Virginia und später in
New York auf. 1879 eröffnete er eine Anwaltskanzlei und wurde ein erfolgreicher Prozessanwalt.
Während seines Lebens bekleidete er eine Reihe von Positionen, z.B. Vorsitzender des Amerikanisch-
Jüdischen Komitees, Präsident der Amerikanischen Patrioten und Vorsitzender der nicht-
sektiererischen Anti-Nazi-Liga.

Er stand in engem Kontakt zu einer Reihe mächtiger Männer, die während ihres Lebens die Politik der
Vereinigten Staaten formten: Männer wie Jacob Schiff, ein mächtiger Bankier, der während seines
Lebens die Wirtschaft der Vereinigten Staaten dominierte, geboren 1847 und gestorben 1920.
Bernard Baruch, Bankier und Financier (1870-1965), Samuel Gompers (1850-1924), der sich in den
Vereinigten Staaten niederließ und später Präsident des amerikanischen Gewerkschaftsbundes
wurde und Fiorello LaGuardia (1882-1947), der von 1916-1932 als Kongressabgeordneter in New
York diente und dann 1933 zum Bürgermeister von New York gewählt wurde. Diese Männer
kontrollierten zu dieser Zeit die Stadt New York und erhoben oder stürzten politische Leiter in
Washington, D.C. Alle Bankgeschäfte, jeglicher Handel, die Vereinigungen und das organisierte
Verbrechen waren unter ihrer Kontrolle.

Das waren die Männer, denen Scofield in seinen späteren Jahren vorgestellt wurde und es waren
diese Männer, die einen christlichen Prediger finanzierten, weil er ihr Laufbursche dafür war, die
Christen in Amerika und England auf einen destruktiven Weg des Abwendens von der Welt zu führen,
weil ja die Entrückung angeblich unmittelbar bevorstand.

Wusste Cyrus Scofield, dass er von diesen Männern benutzt wurde?

Meine Schlussfolgerung nach dem Studium des Lebens von Scofield ist, dass er selbst jemand war,
der Menschen benutzte um an persönliche Macht und Wohlstand zu gelangen. Scofield war kein
Dummkopf. Er hatte den Bürgerkrieg überlebt, als Anwalt gearbeitet und später seinen
Lebensunterhalt als Krimineller verdient bevor er „fromm“ wurde. Er versuchte nicht, Untermeyer
und die anderen Männer zu evangelisieren, doch er nahm ihr Geld. Er hatte verstanden, dass ihnen
gefiel, was er schrieb und predigte und folglich wurde er ein Verräter an unserem HERRN JESUS
CHRISTUS. Ich bezweifle, ob Scofield jemals errettet war. Er benutzte das Christentum um seinen
Lebensunterhalt zu verdienen, sowie Ruhm zu gewinnen und Macht über Menschen und Ereignisse
auszuüben.

Dieses Verhalten finden wir auch heute noch unter uns. Amerikas geliebte Prediger wie Oral Roberts,
Jim Bakker, Jimmy Swaggart, Pat Robertson, Paul Crouch, John Hagee, Jerry Falwell, Morris Cerullo,
Benny Hinn und viele mehr haben seit Jahren Geld von bestimmten Männern bekommen. Als
Gegenleistung fordern sie von den Predigern, dass sie ihre Zuhörer in ihrem Sinne beeinflussen.

Sind sich diese Prediger der Tatsache bewusst, dass sie benutzt werden? Ja, das sind sie. Doch da sie
sich alle an einen verschwenderischen Lebensstil gewöhnt haben, können sie dem Geld nicht
widerstehen. Dieselben dämonischen Geister, die einst Lacunza, Edward Irvin, John Darby und Cyrus
Scofield beherrscht haben, kontrollieren auch heute viele bekannten christlichen Prediger,
Evangelisten und Lehrer.

Scofield bezahlt seinen Unterstützern die Rechnung – Die „Scofield Bibel“

1902 diskutierten Scofield und Gaebelein während der jährlichen Sea Cliff Konferenz über eine
Referenzbibel. Dieses Projekt wurde von der christlichen Gemeinschaft im Ganzen nicht unterstützt,
Scofield erhielt jedoch die Finanzierung von seinen Unterstüztern, von denen die meisten keine
Christen waren. Während dieser Zeit hatte es eine Gemeindespaltung in der First Congregational
Church in Dallas gegeben und die übrig gebliebenen Gemeindemitglieder riefen nach Scofield, er
möge zurückkommen und die Gemeinde wieder aufbauen. Im Februar 1903 kehrte Scofield nach East
Northfield zurück, regelte alle Geschäfte und persönlichen Angelegenheiten und zog nach Dallas.
Doch er blieb nicht in Dallas trotz der dringenden Not der Gemeinde, die einen vollzeitlichen Pastor
brauchte. Während des Sommers 1903 unternahm er ausgedehnte Reisen obwohl er seit einigen
Jahren an etlichen Krankheiten litt. Im August war er in Chicago/Illinois und im September in
Brantford, Ontario.

Anfang 1904 sprach Scofield auf der Versammlung der Vereinten Konföderierten Veteranen in Dallas;
es ist bemerkenswert, dass er in seiner Rede das im Süden verbreitete Denken bekräftigte, dass die
weiße Rasse der schwarzen Rasse überlegen sei. Dies war nicht das erste Mal, dass Cyrus Reden hielt,
durch die er den Einwohnern des Nordens oder des Südens zu gefallen versuchte. Der frühere
Präsident Bill Clinton war berühmt für diese Art von Verhalten. Scofields Reden wurden geschrieben
um der Zuhörerschaft zu gefallen, mit dem Ziel, so hohe „Opfer“ einzunehmen wie nur möglich. In
politischen Kreisen ist dasselbe unter der Bezeichnung Spendenaktion bekannt.

Später im Jahre 1904 war für Scofield und Hettie eine Reise nach England geplant. Dies war für beide
nicht die erste Reise nach England. Es hatte mehrere geheime Reisen gegeben, die der christlichen
Gemeinschaft nicht bekannt gegeben wurden. Reisen nach Übersee waren damals genau wie heute
sehr teuer und Scofield hätte so etwas von seinem Gehalt nicht bezahlen können.

Westcott und Hort

Es war während dieser Reise nach England, dass diese neue Referenzbibel von Scofield von der
Druckerei der Universität Oxford gedruckt wurde. In England war während der letzten 40 Jahre unter
der Leitung von zwei führenden Theologen, Brooke Foss Westcott (1825-1901) und Fenton John
Anthony Hort (1828-1892) eine neue Theologie entwickelt worden. Hort lehrte an der Universität
Cambridge und Westcott hatte ebenfalls Verbindungen nach Cambridge. Über diese beiden Männer
ist viel geschrieben worden und ich werde mich deshalb auf nur einige wichtige Punkte
konzentrieren.

Westcott wurde ein Bischof in der Anglikanischen Kirche und Hort war Professor der Theologie.

Westcott bildete während seines Studiums an der Universität Cambridge einen Geheimclub namens
„Hermes“. Er war bekannt für die aggressiven homosexuellen Aktivitäten zwischen seinen
Mitgliedern. 1851 hatten Hort und Westcott die Ghost Society gegründet, die zunächst auf das
Erforschen geistlicher Ereignisse ausgerichtet war, jedoch bald mehr zu einer Gruppe wurde, die
Séancen abhielt. In ihren Schriften bekennen beide Männer, dass sie nicht glaubten, dass das JESU
Blut das Sühneopfer für Sünden erbrachte. Sie glaubten nicht an eine persönliche Erlösungserfahrung
und wurden daher nie wiedergeboren. Ein Ungläubiger hat nicht die geistliche Einsicht eines Christen
und folglich ist jede geistliche Lehre eines Ungläubigen wertlos. Folgendes hat der Apostel Paulus
dazu geschrieben:

1. Korinther 2, 9-14Hide
Sondern, wie geschrieben steht: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem
Menschen in den Sinn gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“, hat Gott uns aber
geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen der Gottheit. Denn
welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß
auch niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt
empfangen, sondern den Geist aus Gott, so daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist;
und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in
solchen, die vom Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich beurteilen. Der seelische Mensch
aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht
verstehen, weil es geistlich beurteilt werden muss.
Diese beiden Männer arbeiteten nicht nur gemeinsam daran, den griechischen Grundtext für das
Studium der Bibel zu revidieren, sondern sie legten auch das Fundament für alle korrupten
Bibelübersetzungen. Der Kommunismus war während ihrer Lebenszeit über die Menschheit
gekommen und diese beiden Kirchenmänner nahmen den Kommunismus als etwas Gutes und
Entwicklungswürdiges an.

Der Grund dafür, dass die Kommunisten in der Lage waren, Russland, Osteuropa, China, Vietnam,
Kambodscha, Laos und Kuba zu übernehmen, lag darin, dass die Intellektuellen im 19. Jahrhundert
die Bewegung befürworteten und erhoben. Sowohl Westcott als auch Hort starben lange vor der
Übernahme Russlands durch die Bolschewiken 1917 und wussten nichts von dem Schrecken und Tod
von nahezu 100 Millionen Menschen.

Als ich die Namen dieser beiden englischen Theologen nachschlug konnte ich fast nicht glauben, was
da über sie geschrieben stand. Es gab nichts als Lob und Verehrung für diese beiden Männer, die in
Homosexualität und Okkultismus verstrickt waren und den Kommunismus förderten. Sie werden
heutzutage wie wunderbare Bibelgelehrte behandelt. Somit werden die Studenten an Bibelschulen
und Priesterseminaren belogen und propagieren die Lüge weiter gegenüber der nächsten
Generation.

In der 1909 erschienenen Auflage der Scofield Bibel gibt Cyrus Scofield auf der zweiten Seite der
Einleitung den Einfluss von Hort und Westcott bei der Vorbereitung seiner Referenzbibel zu.

Arbeit an dem Manuskript

1906 stellten Scofield und Hettie eine Frau an, die mit ihnen reisen und dabei helfen sollte, das
Manuskript fertig zu stellen. Ihr Name war Miss Ella Pohle. In der Zwischenzeit bezahlte die
Gemeinde in Dallas das Gehalt von Cyrus in Höhe von 3.000 Dollar pro Jahr, doch diese Summe
reichte bei weitem nicht aus um die Kosten des Scofield-Unternehmens zu dieser Zeit zu decken.
Scofield war der Meinung, dass er nach der Fertigstellung dieser Referenzbibel nicht länger als Pastor
in Dallas tätig sein könnte. Im Mai 1906 war Scofield der Ansicht, das Werk sei nun weit genug
fortgeschritten, dass er wieder zu reisen beginnen könne und die Gruppe kam in New York an.
Scofield logierte im Lotus-Club während die beiden Frauen an einem unbekannten Ort blieben. Teil
ihres Gepäcks waren die Notizbücher und das Manuskript mit den Seitenbemerkungen von Scofield.
Einen Monat später reiste die Gruppe nach Crestwood Camp, wo sie in Zelten lebten. Cyrus war
damals 63 Jahre alt. Im September schrieb Cyrus an die Gemeinde und teilte ihr mit, dass er nach
London reisen müsse um Forschungen für sein Projekt durchzuführen. Sie nahmen die Notizbücher
mit, ließen jedoch Miss Pohle zurück.

Aus irgendeinem Grund ist es schwierig, die exakte Reiseroute der Scofields zu lokalisieren. Somit ist
es möglich, dass Scofield es absichtlich vermieden hat, andere wissen zu lassen, wo genau er
gewesen war und wen er getroffen hatte. Es wird erwähnt, dass die Scofields an etliche Orte in
England reisten und dann Predigten vor englisch sprechendem Publikum in Rom, Paris und Berlin
hielten. Schließlich landeten sie in Montreux in der Schweiz. Im Frühjahr 1907 waren die Scofields
wieder zurück in New York, begleitet von Miss Pohle, und reisten danach zurück auf ihr Anwesen an
der Küste, Crestwood Camp.

An einem Sonntagmorgen im Mai arbeiteten die Scofields und Miss Pohle an dem Manuskript in
ihrem Arbeitszelt als ein Feuer ausbrach und das Hauptzelt zerstörte, in dem sie lebten, einschließlich
all ihrer persönlichen Habe. Einen Monat später beschloss er, Crestwood zu verlassen und in die
Konferenzräumlichkeiten in Lake Orion in Michigan zu ziehen.

Ein Vertrag wird unterschrieben


Auf ihrem Weg nach Lake Orion machten die Scofields am 5. Juni 1907 Halt in New York, wo Scofield
einen Vertrag mit der Oxford Presse unterschrieb und ihr damit die Exklusivrechte an der neuen
Referenzbibel übertrug. Das Verlagshaus würde im Gegenzug alle Kosten für Druck und Vertrieb der
Bibel übernehmen. Somit brauchte Scofield kein Geld vorstrecken. Das Honorar für Scofield betrug
einen Dollar pro in Leinen gebundener Ausgabe und 1/6 pro in Leder gebundener Ausgabe. Nachdem
das Honorar einmal 25.000 Dollar erreicht haben würde, sollte er 1/3 pro Leinenausgabe und zwei
Dollar pro Lederausgabe bekommen. Die Familie Scofield wurde mit der Zeit sehr wohlhabend, denn
die Referenzbibel wurde über viele Jahre hinweg verkauft. Die Oxford Press operierte sowohl in
England als auch in den Vereinigten Staaten.

Hier möchte ich noch auf einen wichtigen Punkt hinweisen: Die Universität Oxford und die Oxford
Press waren extrem liberal und die Oxford-Leute waren fundamentalen Christen gegenüber
abgeneigt. Der Sozialismus war sehr populär unter den Fakultätsmitgliedern und auch unter den
Studenten. Warum sollte also eine so feindselige Institution das „Flaggschiff“ der Fundamentalisten
veröffentlichen?

Hier ist die Antwort: Bis 1970 gab es viele große christliche Verlagshäuser in den Vereinigten Staaten,
besetzt von starken, hingegebenen Christen. Heute gibt es keine größeren christlichen Verlagshäuser
mehr in den Vereinigten Staaten, die Christen gehören und von ihnen geführt werden. Stattdessen
sind diese Verlagshäuser aufgekauft worden und sind nun Unterabteilungen der säkularen
Verlagshäuser, die alles veröffentlichen – angefangen von okkulten Büchern bis hin zu schmutziger
Pornographie. Kein christliches Buch kann bei ihnen veröffentlicht werden wenn es nicht befürwortet
wurde. Somit überwachen sie alles, was Christen lesen oder nicht lesen sollen, einschließlich der
Produktion von Musik und Filmen.

Letzte Vorbereitung des Manuskripts

Im Oktober 1907 gingen die Scofields zurück nach Dallas, blieben jedoch nicht sehr lange dort. Sie
zogen nach New York und mieteten ein Apartment, von dem aus Scofield immer zum Büro der
Oxford University Press und zurück reiste. Scofield arbeitete mit den Lektoren daran, sicherzustellen,
dass vor dem Druck keine Fehler mehr in dem Dokument enthalten waren.

Um den Leuten zu suggerieren, dass die neue Referenzbibel von Gelehrten geprüft worden sei, hielt
Scofield einige Konferenzen mit führenden Geistlichen der Zeit ab: mit Professor W. G. Moorehead
vom „United Presbyterian Theological Seminary“ in Xenia, Ohio; mit Professor Charles R. Erdman
vom „Princeton Theological Seminary“ und mit dem bekannten Kommentator Dr. W. J. Erdman. Ich
bin erstaunt darüber, dass die fundamentale christliche Leiterschaft dies akzeptierte, da beide
Professoren von liberalen Schulen kamen. Es wurden auch noch andere Redakteure von Scofield
aufgelistet, doch es ist unklar, wie viel sie wirklich mit der Produktion der Scofield Referenzbibel zu
tun hatten.

Eines ist klar: Scofield übernahm einen großen Teil seines Materials aus den Schriften von John
Nelson Darby, doch da dieser bereits seit 1882 tot war, gab es niemanden, der Einwände erhoben
hätte.

Am 15. Januar 1909 war die Originalausgabe der Scofield Referenzbibel gedruckt und vertriebsfertig.
Der Sarg für die christliche Gemeinde stand bereit und jede Referenzbibel wurde zu einem Sargnagel.
Scofields Botschaft war, dass die Gemeinde von JESUS CHRISTUS versagt hatte und dass man keine
Bemühungen unternehmen sollte, um die Gesellschaft zu verbessern. Die Welt sollte dem Teufel und
allen unerretteten Menschen überlassen bleiben während die Heiligen auf das zweite Kommen von
CHRISTUS warteten, das nach Aussage von Scofield und seinen Anhängern jederzeit bevorstehe.
Nichts davon ist in der wahren Bibel zu finden.
Etwas Seltsames zeigt sich wenn man die Scofield Referenzbibel untersucht. Eine normale
Referenzbibel beschäftigt sich mit allen Büchern der Bibel. In der Scofield Bibel gibt es 1.353 Seiten
und 781 von ihnen sind ohne jegliche Anmerkungen oder Kommentare. Scofields Referenzbibel zielt
auf folgende Dinge ab: die Menschen über das Versagen der Gemeinde zu belehren, die unmittelbar
bevorstehende Rückkehr von CHRISTUS und kein Involviertsein in der Welt.

Ich denke, dass die meisten Christen wie ich sind und sich nie die Zeit genommen und die Mühe
gemacht haben, ihre Überzeugungen wirklich zu überprüfen und zu schauen, ob es sich wirklich um
eine Wahrheit aus der Bibel handelt.

Scofields Leben nach der Veröffentlichung

Während der Zeit, in der seine Bibeln gedruckt wurden, war Scofield wieder in Dallas und stand der
Geschäftsversammlung vor, wo er den Gemeindereport für 1908 verlas. Die Leiterschaft der
Gemeinde hatte die Entscheidung getroffen, sich aus der Denomination zurückzuziehen, weil diese
zu liberal geworden war. Scofield befürwortete das Vorhaben und die Gemeinde wurde unabhängig.

Am 3. November 1909 war Cyrus wieder in Dallas zu einem Geschäftstreffen in der Gemeinde und
dieses Mal reichte er seine Kündigung ein. Als Grund dafür gab er an, dass er eingeladen worden sei,
als Lektor einer neuen Ausgabe der King James Bibel zu dienen, die 1911 in Erinnerung an die
Originalversion von 1611 herausgegeben werden solle. Die Gemeinde in Dallas verabschiedete
Scofield mit einem Gehalt von 600 Dollar jährlich in den Ruhestand. Scofield folgte dem Beispiel der
Gemeinde 1910 und meldete sich aus der Denomination ab. Er meldete sich dann als Mitglied in der
„Southern Presbyterian Church“ an.

1910 wurde auch ein Buch von A. C. Gaebelein mit dem Titel „Addresses on Prophecy“ veröffentlicht,
das eine Sammlung von prophetischen Botschaften Scofields während seiner Jahre als
Vortragsreisender war.

Scofield wurde auch gebeten, ein Kapitel für das Projekt „The Fundamentals“ zu schreiben, das eine
Antwort auf die liberale Bewegung innerhalb der Christenheit sein sollte. Herausgeber dieses
Projekts war der Geistliche Amzi C. Dixon, D.D. Das Projekt wurde von Lyman Stewart, dem Gründer
der „Union Oil Company“, später bekannt als „Union 76“, finanziert. Scofield schrieb eine
Abhandlung mit dem Titel “The Grace of God” („Die Gnade Gottes“), die man als dispensationalen
Artikel bezeichnen kann.

Die Scofields verbrachten einen Teil des Sommers 1910 in Crestwood Camp und zu dieser Zeit war
auf dem Grundstück auch bereits ein Haus errichtet worden. 1912 unternahmen die Scofields erneut
eine Reise nach England und waren an dem Sonntag, nachdem die Titanic gesunken war, gerade in
Belfast. Belfast war die Werft, auf der die Titanic gebaut worden war und einige Werftarbeiter waren
an Bord als das Schiff sank. In Scofields Bericht, den er an seine Anhänger in den Vereinigten Staaten
schickte, teilte er mit, er sei gebeten worden, einen besonderen Gottesdienst zu halten, um die
ganze Stadtbevölkerung zu trösten. Die Wahrheit ist, dass er in einer kleinen Versammlung in dieser
Stadt sprach und dass andere „Geistliche“ der allgemeinen Bevölkerung dienten.

Nach der Rückkehr aus England zogen die Scofields in eine vornehmere Gegend in New York namens
Douglaston. Am 19. August 1913 feierte Scofield seinen 70. Geburtstag.

1914 wurde Scofield zu einer großen Prophetie-Konferenz am Moody Bible Institute in Chicago
eingeladen. Im Oktober 1914 eröffnete die „Philadelphia School of the Bible“ ihre Tore und Scofield
predigte auf der Eröffnungsfeier. Er fuhr mit dem Zug zu dieser Schule und diente bis 1918 als ihr
Präsident. Danach zwang ihn sein gesundheitlicher Zustand dazu, diese Position aufzugeben.
1915 schloss sich Scofield mit einer Reihe von Leuten aus Douglaston zusammen und bildete die
„Community Church“ von Douglaston. Während des Monats November stimmte Scofield zu, dort
jeden Sonntagmorgen zu predigen.

1916 kam Marie Helene, seine Tochter aus erster Ehe, um ihren Vater zu besuchen, doch es gibt
keinerlei Berichte darüber, was sich während dieses Besuchs zutrug.

Während der Jahre 1916 und 1917 arbeitete die Oxford Press an einer Überarbeitung der Scofield
Referenzbibel und es ist nicht klar, wer diese Revision bearbeitet hat. Eine bemerkenswerte
Veränderung war die Hinzufügung von Daten, die Scofield von einem Bischof Ussher übernommen
hatte, der sie seinerseits irgendwann zwischen 1650 und 1654 veröffentlicht hatte.

Da es mit seiner Gesundheit bergab ging, begann Scofield die Winterzeit in Crescent City in Florida zu
verbringen. Im März 1918 hielt die Zentralamerikanische Mission, die Scofield gegründet hatte, ihre
Direktorenversammlung in Crescent City ab. Dies war die letzte Versammlung, der Scofield bei der
Missionsorganisation beiwohnte.

Während der Jahre 1917 bis 1921 erhielt Scofield Honorare in Höhe von 76.347 Dollar. Das sind nach
heutigem Wert über 578.000 €.

1919 besuchte Charles G. Trumbull Cyrus in Florida. Die beiden waren Freunde und Trumbull war
gekommen um von Scofield Informationen für das Erstellen einer Biographie zu erhalten. Die
Informationen wurden genutzt, um von Mai bis September 1919 eine Reihe von Artikeln in „The
Sunday School Times“ zu veröffentlichen. 1920 nahm die „Oxford University Press“ die Artikel auf
und veröffentlichte sie in Buchform unter dem Titel „The Life Story of C.I. Scofield“. Bis zur
Publikation von Canfields Biographie „The Incredible Scofield and His Book“ wurden keine anderen
Bücher über das Leben von Scofield geschrieben.

Am 24. Juli 1921 starb Cyrus Scofield. Erst beim Jüngsten Gericht werden wir erfahren ob er in den
Himmel oder in die ewige Verdammnis ging.

Der letzte Wille und das Testament von Cyrus Scofield

Scofield hatte sein Testament im Mai 1921 gemacht, etwa zwei Monate vor seinem Tod. Es wurde
am 2. August 1921 vor Gericht verlesen. Die Eigentumsrechte an den Grundstücken und Häusern
waren bereits vor seinem Tod auf seine Frau Hettie und ihren Sohn Noel übertragen worden. Alle
übrigen Besitztümer gingen ebenfalls an Hettie und Noel.

Scofields beide Töchter aus der ersten Ehe erhielten nichts und es wurde auch nichts an irgendein
christliches Werk vermacht. Das Testament enthielt vier Verträge über vier Veröffentlichungen von
den Schriften Scofields, einschließlich der Referenzbibel. Die Verkaufszahlen erhöhten sich nach dem
Tod Scofields und machten die Familie sehr wohlhabend.

Hettie Scofield starb zwei Jahre später am 23. November 1923. Noel heiratete, gründete eine Familie
und ließ sich in New York nieder. Er starb im Dezember 1962.

Scofield wurde als ein großer Mann GOTTES geehrt, doch sein Sohn, seine Frau und seine Enkelin
wurden keine aktiven Christen und es ist mir nicht bekannt, ob sie wiedergeboren waren. Das
eingenommene Geld aus den Verkäufen an die christliche Gemeinschaft wurde von der Familie
Scofield gehortet und kein Cent wurde für die Mission oder irgendeinen anderen christlichen Zweck
ausgegeben.
Scofield war sich selbst treu und betrog selbst noch im Tod seine beiden Töchter. Sie mussten Zeit
ihres Lebens auf jegliche Unterstützung durch ihren Vater verzichten. So wie er sie im Stich gelassen
hatte, als sie aufwuchsen, so ließ er sie auch bei seinem Tod im Stich und gab ihnen nichts von
seinem Besitz.

Schluss

Die gegenwärtige Krankheit in den christlichen Gemeinden der Vereinigten Staaten muss der
Leiterschaft in der fundamentalen und evangelikalen Christenheit von 1880 an zur Last gelegt
werden. Zuerst erlaubte es die Leiterschaft, dass die Lehre von John Nelson Darby in Amerika Fuß
fassen konnte. Danach versagte die aus Pastoren, Seminarprofessoren und politischen Führen in
christlichen Glaubensgemeinschaften bestehende Leiterschaft darin, Cyrus Scofield als Lügner und
Betrüger zu entlarven. Stattdessen hat es vereinte Bemühungen gegeben, ihn abzuschirmen und die
Wahrheit zu unterdrücken. Dies ist nicht nur das Versagen einer einzigen Generation, sondern der
gesamten Leiterschaft der letzten 100 Jahre.

Christen machen sich über die Mormonen lustig, weil sie es versäumen, die volle Wahrheit über
Joseph Smith offen zu legen und stattdessen ein Märchen um ihn herum spinnen, das nun seit über
100 Jahren erzählt wird. Den Menschen ist auch ein Märchen über diesen großen Mann des
Glaubens erzählt worden, der in Wirklichkeit ein Krimineller, Lügner und tief im Okkulten verstrickter
Mensch war.

Wir als Christen sollten genauso unsere Köpfe voller Scham beugen, weil der Schurke Scofield zu
einem hingegebenen Christen, Bibelgelehrten und großen Mann Gottes gemacht wurde.

Letzten Endes läuft alles auf eines hinaus:

Die Christen haben sich nicht die Zeit genommen, sich hinzusetzen und zu untersuchen, warum sie
glauben, wie sie glauben.

Ich möchte der „First Congregational Church“ in Dallas, die jetzt als „Scofield Memorial Church“
bekannt ist, eines hoch anrechnen. Auf ihrer Internetseite wird unter dem Punkt “Geschichte der
Gemeinde“ folgendes über Cyrus Scofield gesagt:

Cyrus Ingersoll Scofield kam zur Probe in die Gemeinde, denn er hatte keine Erfahrung und verfügte
über keine formale Ausbildung in Theologie. Er war nicht ordiniert, doch er war ein eifriger Student
der Bibel und verschlang alles, was sein Pastor James Brookes ihn gelehrt hatte. Er war ein Anwalt
und brillanter Denker, doch er war ein Neubekehrter. Seine ganze Erfahrung im Dienst bestand aus
der Mitarbeit im CVJM, den er als Ehrenamt ausübte, und sein Leben vor seiner Bekehrung war
ziemlich skandalös.

Zumindest erzählen sie die Wahrheit über sein Leben vor seiner Bekehrung, versäumen es jedoch,
seine Lügen und seinen Betrug während seiner Zeit im Dienst zu offenbaren.

Daher ist es die Pflicht jedes einzelnen gläubigen Christen, die Lehre zu prüfen, die man uns gibt und
die Menschen zu untersuchen, die sie geschrieben haben und uns ihr persönliches Leben anzusehen.
Beachte bitte, was der HERR JESUS gesagt hat:

Matthäus 7, 15-20Hide
Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig
aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von
Dornen, oder Feigen von Disteln? So bringt ein jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber
bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum
kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und
ins Feuer geworfen. Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen.
Es ist unsere Pflicht, unsere Kinder und Enkel die Wahrheit zu lehren, oder sie werden zugrunde
gehen!

Dieser Aufsatz soll dazu dienen, dass der Leser den Betrug des Dispensationalismus vollkommen
verstehen kann. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich die Quellen anzusehen. Aber jeder Christ hat
nun die Möglichkeit, diese Aussagen über Scofield und seiner „Bibel“ zu prüfen.

Quellen:

Für diesen Aufsatz wurde Joseph Canfields Biographie The Incredible Scofield and His Book als
chronologische Leitlinie und für die grundlegenden Daten herangezogen. Um sicherzugehen, wurden
alle Daten vonJohn S. Torell zweifach überprüft, einschließlich Namen und Daten aus anderen
Quellen. Dabei haben sich einige Diskrepanzen in Canfields Buch ergeben, von denen die deutlichste
ist, dass er schreibt, Hort und Westcott seien Oxford-Studenten gewesen, obwohl sie in Wirklichkeit
an der Universität Cambridge aktiv waren.

Viele Informationen kann man im Internet (z. B. ) finden, wo sich aus vielen Quellen die einzelnen
Puzzlestücke zusammentragen lassen. Es wurde auch die Encyclopedia Britannica Ausgabe 2007 auf
DVD benutzt.

Wenn ich auch nur eine einzige Person davor bewahren kann, sich einer Sekte anzuschließen, war es
alle Mühe wert. Meine Berufung ist es nicht, Geld zu machen, sondern zu dienen und meinem HERRN
JESUS CHRISTUS, dem SOHN GOTTES, treu zu sein!

Für nähere Informationen und Textbelege

Bildnachweis:
„ScofieldCI“ von Unbekannt – http://library.dts.edu/Pages/TL/Special/scofield.shtml. Lizenziert unter
Gemeinfrei über Wikimedia Commons –
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:ScofieldCI.jpg#mediaviewer/File:ScofieldCI.jpg

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