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(11) EP 3 473 945 A1


(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag: (51) Int Cl.:


24.04.2019 Patentblatt 2019/17 F24F 11/32 (2018.01) F24F 11/33 (2018.01)
F24F 11/34 (2018.01) F24F 11/35 (2018.01)
(21) Anmeldenummer: 18199843.6 F24F 110/40 (2018.01)

(22) Anmeldetag: 11.10.2018

(84) Benannte Vertragsstaaten: (71) Anmelder: Defumus Rauchschutz-Technik GmbH


AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB 50171 Kerpen (DE)
GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO RS SE SI SK SM TR (72) Erfinder: HENN, Sascha
Benannte Erstreckungsstaaten: 50374 Erftstadt (DE)
BA ME
Benannte Validierungsstaaten: (74) Vertreter: Neumann Müller Oberwalleney &
KH MA MD TN Partner
Patentanwälte
(30) Priorität: 20.10.2017 DE 102017124623 Overstolzenstraße 2a
50677 Köln (DE)

(54) RAUCHSCHUTZDRUCKANLAGE UND VERFAHREN ZUM BETRIEB EINER


RAUCHSCHUTZDRUCKANLAGE

(57) Rauchschutzdruckanlage für ein Gebäude mit luftvorrichtung einzustellen; sowie Verfahren zum Be-
mindestens einem Sicherheitsraum und mindestens ei- trieb einer Rauchschutzdruckanlage für ein Gebäude mit
ner dem Sicherheitsraum zugeordneten Tür, aufweisend mindestens einem Sicherheitsraum, wobei bei einer Ak-
eine Zuluftvorrichtung zum Zuführen von Außenluft in tivierung der Rauchschutzdruckanlage mittels einer Zu-
den Sicherheitsraum, eine Sensoranordnung und eine luftvorrichtung Außenluft in den Sicherheitsraum geför-
mit der Sensoranordnung verbundene Steuerung, wobei dert wird, so dass eine Druckbelüftung des Sicherheits-
die Steuerung eingerichtet ist, in Abhängigkeit von Mess- raums erfolgt, wobei mittels einer Steuerung in Abhän-
werten der Sensoranordnung einen Zuluft-Volumen- gigkeit von Messwerten einer Sensoranordnung ein Zu-
strom in dem Sicherheitsraum mindestens mittels der Zu- luft-Volumenstrom der Zuluftvorrichtung eingestellt wird.
EP 3 473 945 A1

Printed by Jouve, 75001 PARIS (FR)


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Beschreibung ferenz zwischen dem Sicherheitsraum und dem


Brandraum bestimmt werden kann auf, sowie eine sig-
[0001] Die Erfindung betrifft eine Rauchschutzdruck- naltechnisch mit der Sensoreinrichtung und der Zuluft-
anlage für ein Gebäude mit mindestens einem Sicher- einheit verbundene Steuer- bzw. Regeleinheit, die ein-
heitsraum und mindestens einer dem Sicherheitsraum 5 gerichtet ist, einen Volumenstrom der Zulufteinheit in Ab-
zugeordneten Tür, aufweisend eine Zuluftvorrichtung hängigkeit der jeweilig erfassten Druckdifferenz zu re-
zum Zuführen von Außenluft in den Sicherheitsraum, ei- geln.
ne Sensoranordnung und eine mit der Sensoranordnung [0004] Bei einem Öffnen von Türen zu dem Sicher-
verbundene Steuerung, wobei die Steuerung eingerich- heitsraum hin erfolgt eine Volumenstromerhöhung, um
tet ist, in Abhängigkeit von Messwerten der Sensoran- 10 eine Türdurchspülung bei gleichzeitiger Druckhaltung in
ordnung einen Zuluft-Volumenstrom in dem Sicherheits- dem Sicherheitsraum zu gewährleisten. Nach einem
raum mindestens mittels der Zuluftvorrichtung einzustel- Schließen der Türen zu dem Sicherheitsraum erfolgt er-
len. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum neut eine Regelung auf den Sollwert für den Druck in
Betrieb einer Rauchschutzdruckanlage für ein Gebäude dem Sicherheitsraum, gemäß DIN EN 12101-6 innerhalb
mit mindestens einem Sicherheitsraum, wobei bei einer 15 einer maximal zulässigen Regelzeit von drei Sekunden.
Aktivierung der Rauchschutzdruckanlage mittels einer Die kurze Regelzeit soll einen erheblichen Druckaufbau
Zuluftvorrichtung Außenluft in den Sicherheitsraum ge- in dem Sicherheitsraum vermeiden.
fördert wird, so dass eine Druckbelüftung des Sicher- [0005] Ein Nachteil bei Rauchschutzdruckanlagen
heitsraums erfolgt, wobei mittels einer Steuerung in Ab- nach dem Stand der Technik besteht darin, dass wäh-
hängigkeit von Messwerten einer Sensoranordnung ein 20 rend des Schließens der Tür und während der Regelzeit
Zuluft-Volumenstrom der Zuluftvorrichtung eingestellt nach dem Türschließen sich eine Druckspitze in dem Si-
wird. cherheitsraum aufbaut. Bei geschlossener Tür entsteht
[0002] Rauchschutzdruckanlagen, auch RDA ge- durch die Druckspitze eine Druckdifferenz zwischen dem
nannt, sind dazu vorgesehen, Rettungswege in Gebäu- in dem Brandraum herrschenden Druck und dem in dem
den durch Rauchfreihaltung bzw. ein Verhindern des Ein- 25 Sicherheitsraum aufgebauten Druck, die kurzzeitig einen
dringens von Rauch sicherzustellen, beispielsweise in zulässigen Maximalwert überschreiten kann. Insbeson-
einem Treppenraum, Feuerwehraufzug etc, hier nach- dere wenn die Tür in Richtung des Sicherheitsraums öff-
folgend allgemein als Sicherheitsraum bezeichnet. In ei- nend ausgeführt ist, kann es dazu kommen, dass an der
nem Brandfall, oder allgemein Alarmfall, wird die RDA in Tür kurzzeitig eine Druckdifferenz vorliegt, die ein Öffnen
der Regel über eine Brandmeldeanlage, eine Handbe- 30 der Tür erheblich erschweren bzw. nahezu unmöglich
dienstelle bzw. über angeschlossene Rauchmelder ak- machen kann. Eine Person, insbesondere im Fall eines
tiviert. Daraufhin werden Klappen in der Außenluftansau- Brandes auf der Suche nach einem Fluchtweg, gegebe-
gung, eine Abströmöffnung an oberster Stelle des Ge- nenfalls unter erheblichem Stress, könnte in dem Mo-
bäudes und ggf. Abströmöffnungen auf der Brandetage ment der anstehenden Druckspitze fälschlicherweise an-
geöffnet. Der Ventilator der Außenluftansaugung wird 35 nehmen, die Fluchttür sei verschlossen, da diese sich
gestartet und fährt druckgeregelt auf einen voreingestell- nicht wie gewohnt öffnen lässt, und sucht daraufhin einen
ten Sollwert für den Druck in dem Sicherheitsraum. anderen Ausweg, als den Weg in den Sicherheitsraum.
[0003] Die Druckschrift DE 10 2015 111 678 A1 betrifft Ein weiterer Nachteil bei Rauchschutzdruckanlagen
eine Rauchschutzdruckanlage für ein Gebäude, das we- nach dem Stand der Technik besteht darin, dass die sich
nigstens einen möglichen Brandraum und wenigstens ei- 40 schließende Tür durch den in dem Sicherheitsraum be-
nen Sicherheitsraum (Treppenhaus, Feuerwehraufzug reits herrschenden und in dem Moment ansteigenden
oder dergleichen), der über wenigstens eine Schließein- Druck sehr heftig zugeschlagen wird. Dies birgt ein er-
heit mit dem Brandraum verbunden ist, umfasst, aufwei- hebliches Verletzungsrisiko für Personen, die sich im
send wenigstens eine Druckbeaufschlagungseinrich- Türbereich aufhalten. Die Tür selbst kann durch das Zu-
tung, mit welcher bei einem Brand in dem Brandraum 45 schlagen beschädigt werden, beispielsweise kann die
der Sicherheitsraum mit einem Überdruck beaufschlag- Türfüllung zerbrechen oder herausfallen, was die
bar ist, wenigstens einen Entrauchungsschacht mit zu- Schutzfunktion der Tür im Brandfall einschränkt und im
mindest einer Entrauchungsklappe, über die der Entrau- Übrigen wiederum eine dauerhafte Erhöhung des Volu-
chungsschacht mit dem Brandraum verbindbar ist, und menstroms der Außenluftzufuhr nach sich ziehen würde.
wenigstens eine Absaugeinheit, die an einem Auslas- 50 Es wurde bereits beobachtet, dass ein über der betref-
sendabschnitt des Entrauchungsschachtes angeordnet fenden Tür in der Türlaibung eingesetztes Überströme-
ist und mit der eventuell auftretende Rauchgase aus dem lement durch die unter dem Einfluss der Rauchschutz-
Entrauchungsschacht absaugbarsein sollen. Die Rauch- Druckanlage zuschlagenden Tür herausgefallen ist.
schutzdruckanlage weist dabei eine Sensoreinrichtung Letztlich können auch Beschläge der Tür, der Rahmen
zum direkten oder indirekten Erfassen einer Druckdiffe- 55 oder die Zarge beschädigt werden, was bereits bei Inbe-
renz zwischen einem in dem Brandraum herrschenden triebnahme der Rauchschutz-Druckanlage oder bei re-
Druck und einem in dem Sicherheitsraum herrschenden gelmäßigen Überprüfungen der Funktion der Rauch-
Druck bzw. eines Wertes mit dessen Hilfe die Druckdif- schutzdruckanlage unerwünschte Reparaturen mit sich

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bringt. wird im Sinne der Erfindung jede verschließbare Öffnung


[0006] Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine des Gebäudes definiert, welche bei aktivierter Rauch-
Rauchschutzdruckanlage so auszugestalten, dass ein schutzdruckanlage einen Einfluss auf den durch die Zu-
Druckaufbau in dem Sicherheitsraum bei dem Schließen luftvorrichtung erzeugten Zuluft-Volumenstrom hat. So-
einer dem Sicherheitsraum zugeordneten Tür verringert 5 fern das Öffnen einer Tür bei aktivierter Rauchschutz-
wird. druckanlage zu einer Teilung des Zuluft-Volumenstroms
[0007] Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der führt, da die Zuluft über diese Tür und gegebenenfalls
unabhängigen Patentansprüche gelöst. In den Unteran- dahinter liegende Öffnungen, beispielsweise Fenster
sprüchen sind jeweils bevorzugte Ausführungsformen oder sonstige Abströmöffnungen, aus dem Gebäude
und vorteilhafte Weiterbildungen angegeben. 10 strömen kann, dann ist diese Tür eine dem Sicherheits-
[0008] Die erfindungsgemäße Rauchschutzdruckan- raum zugeordnete Tür im Sinne der Erfindung. Das Öff-
lage ist zur Verwendung und Installation in einem Ge- nen einer solchen dem Sicherheitsraum zugeordneten
bäude vorgesehen, wobei das Gebäude mindestens ei- Tür, beispielsweise durch einen Benutzer des Gebäu-
nem Sicherheitsraum aufweist. Als Sicherheitsraum wird des, beeinflusst den Zuluft-Volumenstrom und folglich
im Sinne der Erfindung ein Raum des Gebäudes be- 15 auch den Druckaufbau durch die Rauchschutzdruckan-
zeichnet, der mittels der Rauchschutz-Druckanlage lage in dem Sicherheitsraum. Dem Sicherheitsraum zu-
rauchfrei gehalten werden soll, also in der Regel ein geordnet sind dementsprechend beispielsweise Türen,
Fluchtweg bzw. Rettungsweg, häufig insbesondere ein die unmittelbar in den Sicherheitsraum führen, es sei
Treppenraum in mehrgeschossigen Gebäuden, bei- denn, dahinter läge ein Raum, aus dem keine Luft nach
spielsweise aber auch ein Feuerwehraufzug. Das Ge- 20 außen entweichen könnte. Aber auch Türen, die bei-
bäude weist weiterhin mindestens eine dem Sicherheits- spielsweise durch eine oder mehrere Zwischentüren von
raum zugeordnete Tür auf. Als Tür wird im Sinne der dem Sicherheitsraum getrennt sind, können einen Ein-
Erfindung jede verschließbare Öffnung des Gebäudes fluss auf den Zuluft-Volumenstrom und den Druck im Si-
bezeichnet. Es sind also nicht nur Türen im engeren Sin- cherheitsraum haben, wenn die genannten Zwischentü-
ne umfasst, sondern beispielsweise auch Fenster oder 25 ren offen stehen, Überströmöffnungen aufweisen oder
Klappen. Nicht dem Sicherheitsraum zugeordnet sind fehlen. In einem solchen Fall wird auch die nächstfolgen-
zur Rauchschutzruckanlage selbst zählende Öffnungen. de Tür zu einer dem Sicherheitsraum zugeordneten Tür
Abgrenzend zu dem Sicherheitsraum wird im Folgenden im Sinne der Erfindung. Der Fachmann erkennt, dass
der Begriff eines möglichen Brandraums des Gebäudes somit auch Außentüren des Gebäudes und/oder ins
verwendet, der im Sinne der Erfindung insbesondere ei- 30 Freie führende Fenster, entweder unmittelbar oder über
nen Raum bezeichnet, in dem sich in dem Fall einer Ak- mindestens eine Zwischentür, zu den dem Sicherheits-
tivierung der Rauchschutzdruckanlage Rauch entwi- raum zugeordneten Türen zählen oder zumindest dazu
ckelt, beispielsweise durch einen Brand in dem Raum. werden können.
Es kann sich dabei um mehrere zusammenhängende [0011] Die Steuerung ist erfindungsgemäß dazu ein-
Räume handeln, beispielsweise eine Wohnung oder eine 35 gerichtet, einen Schließvorgang der mindestens einen
Büroeinheit, ohne dass tatsächlich in jedem einzelnen Tür während einer Druckbelüftung des Sicherheitsraums
der Räume Rauchentwicklung auftritt. Ohne ein Bran- anhand von Messwerten der Sensoranordnung zu de-
dereignis ist grundsätzlich jeder Raum des Gebäudes, tektieren und den Zuluft-Volumenstrom vor Abschluss
der nicht ein Sicherheitsraum ist, ein potenzieller des Schließvorgangs der Tür zu reduzieren. Insbeson-
Brandraum, also im Sinne der Erfindung ein möglicher 40 dere ist die Steuerung dazu eingerichtet, einen
Brandraum. Der Begriff möglicher Brandraum ist somit Schließvorgang jeder der dem Sicherheitsraum zugeord-
in keinem Fall dahingehend eingeschränkt, dass in dem neten Türen des Gebäudes während einer Druckbelüf-
Raum tatsächlich ein Brandereignis stattfindet. tung des Sicherheitsraums anhand von Messwerten der
[0009] Die erfindungsgemäße Rauchschutzdruckan- Sensoranordnung zu detektieren und den Zuluft-Volu-
lage weist eine Zuluftvorrichtung zum Zuführen von Au- 45 menstrom vor Abschluss des Schließvorgangs der Tür
ßenluft in den Sicherheitsraum, sowie eine Sensoran- zu reduzieren.
ordnung und eine mit der Sensoranordnung verbundene [0012] Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, dass
Steuerung auf, wobei die Steuerung eingerichtet ist, in nach dem Zufallen der Tür ein Aufbau einer Druckspitze
Abhängigkeit von Messwerten der Sensoranordnung ei- in dem Sicherheitsraum vermieden oder zumindest deut-
nen Zuluft-Volumenstrom in dem Sicherheitsraum min- 50 lich verringert wird. Dadurch ist es insbesondere vorteil-
destens mittels der Zuluftvorrichtung einzustellen. So- haft möglich, dass die zum Öffnen der Tür benötigten
fern auch eine Abluftvorrichtung vorgesehen ist, welche Kräfte unterhalb eines maximal zulässigen Werts gehal-
mittels der Steuerung gesteuert wird, so ist die Steuerung ten werden können. Auch eine in vielen Gebäuden bisher
vorzugsweise eingerichtet, in Abhängigkeit von Mess- unvermeidliche kurzzeitige Überschreitung dieser
werten der Sensoranordnung einen Zuluft-Volumen- 55 Grenzwerte lässt sich so vorteilhaft vermeiden und die
strom in dem Sicherheitsraum mindestens zusätzlich Sicherheit des Gebäudes bezüglich der Rettungswege
mittels der Abluftvorrichtung einzustellen verbessern. Darüber hinaus wird die Tür weniger heftig
[0010] Als eine dem Sicherheitsraum zugeordnete Tür zugeschlagen, so dass die eingangs beschriebenen Be-

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schädigungen und Gefahren, die durch zuschlagende bäudes angeordnet, welche hier verallgemeinert als
Türen entstehen können, ebenfalls deutlich verringert möglicher Brandraum bezeichnet werden. Grundsätzlich
oder gänzlich vermieden werden. Dies wird dadurch er- besteht die Möglichkeit, einen Differenzdruck der Mess-
möglicht, dass der Vorgang des Zufallens der Tür vor werte der ersten Drucksensoren und der zweiten Druck-
dem Abschluss des Vorgangs detektiert werden kann. 5 sensoren zu ermitteln und zu verarbeiten. Bevorzugt wer-
Der Vorgang des Zufallens der Tür beginnt im Sinne der den jedoch sämtliche gemessenen Drücke, sowohl von
Erfindung mit dem Verringern der Türöffnung durch die den ersten Drucksensoren als auch von den zweiten
Bewegung der Tür. Das Zufallen der Tür endet, sobald Drucksensoren, als Differenzdrücke gegenüber einem
die Türöffnung vollständig geschlossen ist, also die Tür Referenzdruck gemessen und durch die Steuerung ver-
in ein Schloss gefallen ist, bzw. an einem Türrahmen 10 arbeitet.
angeschlagen ist. Ein Sensor, der lediglich detektiert, ob [0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist
eine Tür geschlossen ist, oder nicht, ist nicht geeignet, die Steuerung dazu eingerichtet, den Schließvorgang
den Vorgang des Zufallens der Tür im Sinne der Erfin- der Tür anhand von Druckmesswerten des ersten Druck-
dung zu detektieren. sensors zu detektieren. Ein Vorteil dieser Ausführungs-
[0013] Der Fachmann erkennt, dass während des Be- 15 form besteht darin, dass keine zusätzliche Sensorik an
triebs der Rauchschutzdruckanlage eine Mehrzahl der den Türen des Gebäudes installiert werden muss. Zuvor
Türen des Gebäudes dem Sicherheitsraum im Sinne der wurde bereits ausgeführt, dass annähernd sämtliche Tü-
Erfindung zugeordnet ist. Des Weiteren ist es ebenfalls ren eines Gebäudes grundsätzlich als dem Sicherheits-
denkbar, dass mehrere dieser dem Sicherheitsraum zu- raum zugeordnete Türen infrage kommen. Bei einer
geordneten Türen geöffnet sind und somit gegebenen- 20 denkbaren alternativen Ausführungsform mit Drehge-
falls auch gleichzeitig mehrere Schließvorgänge ver- bern an der Tür zur Detektierung eines Türschließvor-
schiedener Türen stattfinden können. In einem solchen gangs müsste folglich jede infrage kommende Tür mit
Fall wird die erfindungsgemäße Rauchschutzdruckanla- einer entsprechenden Sensorik ausgerüstet werden. Au-
ge auf mindestens einen der Türschließvorgänge rea- ßerdem müsste die Lage der Türen in dem Gebäude in
gieren. Die Steuerung erkennt also den Schließvorgang 25 der Steuerung hinterlegt sein, da die Steuerung die In-
mindestens einer der sich zeitgleich schließenden Türen formation benötigt, ob eine weitere Tür zwischen der sich
und reduziert den Zuluft-Volumenstrom in dem Sicher- schließenden Tür und dem Sicherheitsraum geschlos-
heitsraum. Dadurch wird vorteilhaft das übermäßig hef- sen oder offen ist. Nur bei offener Zwischentür hat das
tige Zufallen aller gleichzeitig zufallenden Türen vermie- Schließen der von dem Sicherheitsraum aus dahinter lie-
den. Sofern mehrere dem Sicherheitsraum im Sinne der 30 genden Tür Einfluss auf die Druckverhältnisse im Sicher-
Erfindung zugeordneten Türen hintereinander in kurzem heitsraum. Die Detektion des Schließvorgangs anhand
Abstand zufallen, detektiert die Sensoranordnung vor- des Drucks im Sicherheitsraum hat im Gegensatz dazu
zugsweise anhand der Sensordaten mindestens den den Vorteil, dass es für die Steuerung unerheblich ist,
Schließvorgang derjenigen Tür, welche als erste zufallen welche der Türen des Gebäudes sich schließt. Wenn der
wird. Dadurch wird vorteilhaft auch in diesem Fall das 35 Schließvorgang durch die ersten Drucksensoren detek-
übermäßig heftige Zuschlagen aller sich schließenden tiert wird, bedeutet das, dass es sich in jedem Fall um
Türen vermieden. Es ist dabei von besonderem Vorteil, eine dem Sicherheitsraum im Sinne der Erfindung zuge-
dass eine Erkennung, welche der dem Sicherheitsraum ordnete Tür handeln muss.
zugeordneten Türen sich im Schließvorgang befindet, [0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist
unnötig ist. Durch das Reduzieren des Zuluft-Volumen- 40 der erste Drucksensor oberhalb der Tür angeordnet.
stroms in dem Sicherheitsraum wird das heftige Zuschla- Oberhalb der Tür im Sinne der Erfindung bedeutet, dass
gen jeder beliebigen dem Sicherheitsraum zugeordneten ein Höhenniveau des Drucksensors bezüglich eines Erd-
Tür vermieden, unabhängig davon, wo diese sich im Ge- bodens höher ist, als ein Höhenniveau der Tür, insbe-
bäude befindet. sondere einer oberen Begrenzung der Tür. Dabei muss
[0014] Die Sensoreinrichtung weist vorzugsweise 45 der Drucksensor nicht notwendigerweise in der näheren
Drucksensoren auf, wobei mindestens ein erster Druck- Umgebung der Tür angeordnet sein, sondern kann an
sensor einen in dem Sicherheitsraum herrschenden einem beliebigen Punkt in dem Sicherheitsraum ange-
Druck misst. Der Druck in dem Sicherheitsraum wird ins- ordnet sein, sofern dieser Punkt auf einem Höhenniveau
besondere als Differenzdruck gemessen. Der von dem oberhalb der Tür liegt. Besonders bevorzugt ist der erste
ersten Drucksensor gemessene Druckwert wird dabei zu 50 Drucksensor oberhalb einer obersten Tür der dem Si-
einem Referenzdruck in Beziehung gesetzt. Weiterhin cherheitsraum zugeordneten Türen angeordnet, insbe-
bevorzugt sind insbesondere bei großen Sicherheitsräu- sondere an einer Decke des Sicherheitsraums oder an
men mehrere erste Drucksensoren vorgesehen, um den einer Wand auf einem Höhenniveau zwischen der obers-
Druck im Sicherheitsraum zu messen. Weiterhin bevor- ten Tür und der Decke des Sicherheitsraums.
zugt weist die Sensoreinrichtung einen oder mehrere 55 [0017] Eine weitere Variante und bevorzugte Ausfüh-
zweite Drucksensoren auf, welche einen Druck außer- rungsform besteht darin, dass die Steuerung dazu ein-
halb des Sicherheitsraums messen. Insbesondere sind gerichtet ist, den Schließvorgang der Tür anhand von
die zweiten Drucksensoren in anderen Räumen des Ge- Druckmesswerten des zweiten Drucksensors zu detek-

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tieren. Der zweite Drucksensor ist außerhalb des Sicher- lastungsöffnung vorzusehen. Weiterhin bevorzugt weist
heitsraums, insbesondere in dem möglichen Brandraum die Rauchschutzdruckanlage eine den möglichen
angeordnet. In dem Fall sind zusätzlich externe Einflüsse Brandraum, bzw. jede Wohnung oder jede Büroetage
auf die Druckverhältnisse im Bereich der zweiten Druck- Abluftvorrichtung auf, über die Luft, bzw. der Zuluftstrom,
sensoren zu berücksichtigen. Der mögliche Brandraum 5 oder auch Rauchgas, in eine Umgebung des Gebäudes
ist im Sinne dieses Merkmals als derjenige Raum defi- abgegeben wird. Wenn die Abluftvorrichtung so ausge-
niert, der über die dem Sicherheitsraum zugeordnete Tür führt ist, dass der Abluftvolumenstrom veränderbar ist,
unmittelbar oder mittelbar mit dem Sicherheitsraum ver- ist die Steuerung bevorzugt dazu eingerichtet, einen Ab-
bunden ist. luft-Volumenstrom der Abluftvorrichtung vor Abschluss
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausfüh- 10 des Schließvorgangs der Tür zu reduzieren. Die bei-
rungsform ist vorgesehen, dass die Steuerung eingerich- spielsweise mit dem möglichen Brandraum verbundene
tet ist, den Schließvorgang der Tür anhand von Druck- Abluftvorrichtung beeinflusst bei dem Schließvorgang
messwerten des ersten Drucksensors und/oder des der Türen insbesondere die brandraumseitigen Druck-
zweiten Drucksensors zu detektieren. Es werden dabei verhältnisse und beeinflusst somit ebenfalls den
insbesondere die Druckmesswerte beider Sensoren 15 Schließvorgang der Tür bzw. die Druckdifferenz zwi-
überwacht. Dies ist besonders vorteilhaft, da sich gezeigt schen beiden Seiten der Tür. Insofern ist es vorteilhaft,
hat, dass in einigen Fällen eine Detektion des auch den Volumenstrom einer Abluftvorrichtung zu re-
Türschließvorgangs über die zweiten Drucksensoren duzieren, sofern eine solche vorgesehen ist und sofern
schneller erfolgt, als über die ersten Drucksensoren. Da- ein Abluftvolumenstrom veränderbar ist.
durch können wertvolle Sekundenbruchteile für das Ver- 20 [0021] Besonders bei mehrgeschossigen Gebäuden
ringern des Zuluft-Volumenstroms gewonnen werden. weist die Abluftvorrichtung häufig einen Abströmschacht
Abschließend wäre auch eine Kombination aller vorge- mit mindestens einem Absaugventilator auf, wobei der
schlagener Detektionsmethoden denkbar, also eine Aus- Abströmschacht mit dem möglichen Brandraum, bzw.
wertung von Sensorwerten der ersten Sensoren, der mit den Wohn- oder Büroeinheiten des Gebäudes über
zweiten Sensoren und der Drehgeber an den Türen. 25 eine Klappe verbunden ist. Ansonsten können anstelle
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausfüh- eines Abströmschachtes auch Abströmöffnungen den
rungsform ist vorgesehen, dass die Zuluftvorrichtung möglichen Brandraum, bzw. die Wohnungen oder Büro-
mindestens einen Ventilator aufweist, wobei die Steue- einheiten unmittelbar mit der Umgebung verbinden. Die
rung einen Frequenzumrichter zum Einstellen einer Abströmöffnungen sind beispielsweise als verschließba-
Drehzahl des Ventilators aufweist. Weiterhin bevorzugt 30 re Klappen ausgeführt, wobei ein Entriegeln und/oder
weist die Zuluftvorrichtung eine Verschlussvorrichtung Öffnen der Klappen mittels der Steuerung der Rauch-
auf, welche mit der Steuerung verbunden ist. Eine solche schutzdruckanlage erfolgen kann. In dem Fall ist die
Verschlussvorrichtung kann beispielsweise als Jalousie- Steuerung bevorzugt dazu eingerichtet, einen Abluft-Vo-
klappe oder Lamellenfenster mit einem Stellantrieb aus- lumenstrom der Abluftvorrichtung vor Abschluss des
geführt sein. In der Regel ist ein solcher Stellantrieb lang- 35 Schließvorgangs der Tür zu reduzieren, indem die Ab-
sam, so dass die Verschlussvorrichtung ungeeignet ist, strömklappe geschlossen wird und geschlossen bleibt.
den Zuluft-Volumenstrom im Sinne der Erfindung schnell Sobald die Tür erneut geöffnet wird, wird auch die Ab-
genug zu beeinflussen. Bevorzugt wird daher die Dreh- strömklappe wieder geöffnet. Gegebenenfalls können
zahl des Ventilators heruntergefahren. Grundsätzlich auch Fenster als Abströmöffnungen vorgesehen sein.
wäre es jedoch durchaus möglich, mit einem schnellen 40 Sofern ein Abströmschacht mit Absaugventilator vorge-
Stellantrieb den Zuluft-Volumenstrom mittels der Ver- sehen ist, besteht eine bevorzugte Ausführungsform da-
schlussvorrichtung zu verringern. Eine weitere Variante rin, dass die Steuerung einen Frequenzumrichter zum
besteht darin, den Zuluft-Volumenstrom umzuleiten, bei- Einstellen einer Drehzahl des Absaugventilators auf-
spielsweise über eine Bypassklappe direkt aus dem Ge- weist.
bäude auszuleiten. 45 [0022] Ein weiterer Erfindungsgegenstand, der die ein-
[0020] Weiterhin bevorzugt weist die Rauchschutz- gangs beschriebene Aufgabe löst, betrifft ein Verfahren
druckanlage eine Druckentlastungsöffnung auf, welche zum Betrieb einer Rauchschutzdruckanlage für ein Ge-
den Sicherheitsraum mit der Umgebung verbindet, wobei bäude mit mindestens einem Sicherheitsraum und einer
die Steuerung bevorzugt dazu vorgesehen ist, den Zu- dem Sicherheitsraum zugeordneten Tür. Bei der Rauch-
luft-Volumenstrom in dem Sicherheitsraum zusätzlich 50 schutzdruckanlage handelt es sich vorzugsweise um die
mittels der Druckentlastungsöffnung einzustellen. Dazu zuvor beschriebene, erfindungsgemäße Rauchschutz-
weist die Druckentlastungsöffnung insbesondere einen druckanlage. Sämtliche im Zusammenhang mit der
entsprechenden Stellantrieb auf. Die Druckentlastungs- Rauchschutzdruckanlage zuvor beschriebenen Merk-
öffnung ist beispielsweise in einem Gebäudedach als male sind sinngemäß auch auf das erfindungsgemäße
Lichtkuppel oder als Klappenlüfter ausgeführt. Die Dru- 55 Verfahren anwendbar. Umgekehrt sind sämtliche im Zu-
ckentlastungsöffnung ist vorzugsweise an dem höchsten sammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
Punkt des Sicherheitsraums angeordnet. Es ist aber nachfolgend beschriebenen Merkmale sinngemäß auch
auch denkbar, ein Dreh- oder Kippfenster als Druckent- auf die Rauchschutzdruckanlage anwendbar.

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[0023] Bei einer Aktivierung der Rauchschutzdruckan- Drucksensoren früher, als über die ersten Drucksenso-
lage in einem Brandfall wird gemäß des erfindungsge- ren. Es ist daher bevorzugt vorgesehen, beide Druckver-
mäßen Verfahrens mittels einer Zuluftvorrichtung Au- läufe, in dem Sicherheitsraum und in dem möglichen
ßenluft in den Sicherheitsraum gefördert, so dass eine Brandraum, zu überwachen, um den Zuluft-Volumen-
Druckbelüftung des Sicherheitsraums erfolgt, wobei in 5 strom zu reduzieren, sobald eine Detektion, entweder
Abhängigkeit von Messwerten einer Sensoranordnung über den ersten Drucksensor, oder über den zweiten
ein Zuluft-Volumenstrom der Zuluftvorrichtung einge- Drucksensor erfolgt.
stellt wird. Die Druckbelüftung dient der Rauchfreihaltung [0028] Weiterhin bevorzugt werden durch die Senso-
des Sicherheitsraums im Brandfall. Weiterhin erfin- ranordnung Messwerte erfasst, wobei ein Intervall zwi-
dungsgemäß wird ein Schließvorgang der dem Sicher- 10 schen dem Erfassen aufeinanderfolgender Messwerte
heitsraum zugeordneten Tür während der Druckbelüf- höchstens 250 Millisekunden und bevorzugt etwa 100
tung anhand von Messwerten der Sensoranordnung de- Millisekunden beträgt.
tektiert und der Zuluft-Volumenstrom wird vor einem Ab- [0029] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausfüh-
schluss des Schließvorgangs der Tür reduziert. Ein Vor- rungsform des Verfahrens werden die typischerweise ei-
teil des Verfahrens zum Betrieb der Rauchschutzdruck- 15 nen Schließvorgang der Tür während der Druckbelüftung
anlage besteht darin, dass es nach dem Schließen der kennzeichnenden Messwerte empirisch ermittelt und als
Tür nicht bzw. in nur geringerem Umfang zu einem Auf- Vergleichswerte gespeichert. Die gespeicherten Mess-
bau von Druckspitzen in dem Sicherheitsraum kommt. werte können vorteilhaft mit den laufenden Messungen
Außerdem wird ein heftiges Zuschlagen der Tür durch der Messanordnung verglichen werden, um anhand ei-
das erfindungsgemäße Verfahren verhindert, da der 20 ner entsprechenden Ähnlichkeit einen Schließvorgang
Druck in dem Sicherheitsraum bereits vor dem Schließen der Tür zu detektieren. Die empirische Ermittlung kann
der Tür reduziert wird. anhand von Modellen erfolgen. Besonders bevorzugt er-
[0024] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform folgt die Ermittlung der empirischen Werte im Rahmen
des Verfahrens wird der Schließvorgang der Tür detek- eines Probebetriebs der Rauchschutzdruckanlage in
tiert, indem die Messwerte der Sensoranordnung erfasst 25 dem Gebäude, für das die Rauchschutzdruckanlage vor-
und ausgewertet werden, wobei ein Wertevergleich mit gesehen ist.
typischer Weise einem Schließvorgang der Tür während [0030] Ein weiterer Erfindungsgegenstand betrifft ein
der Druckbelüftung kennzeichnenden Messwerten Steuergerät für eine Rauchschutzdruckanlage für ein
durchgeführt wird. Gebäude mit mindestens einem Sicherheitsraum und ei-
[0025] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausfüh- 30 ner dem Sicherheitsraum zugeordneten Tür, wobei die
rungsform des Verfahrens wird ein Druck in dem Sicher- Steuerung eingerichtet ist, das zuvor beschriebene er-
heitsraum mittels eines ersten Drucksensors der Senso- findungsgemäße Verfahren zum Betrieb einer Rauch-
ranordnung gemessen. Insbesondere wird der schutzdruckanlage auszuführen.
Schließvorgang der Tür während der Druckbelüftung an- [0031] Ein weiterer Erfindungsgegenstand betrifft ein
hand einer Entwicklung der von dem ersten Drucksensor 35 Gebäude mit der hierin beschriebenen erfindungsgemä-
gemessenen Druckwerte in dem Sicherheitsraum detek- ßen Rauchschutzdruckanlage.
tiert. Abhängig von einer Größe des Sicherheitsraums [0032] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines
weist die Sensoranordnung einen oder mehrere erste Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beiliegende
Drucksensoren auf. Bevorzugt wird der Druck in dem Si- Zeichnung näher erläutert. Die Ausführungen beziehen
cherheitsraum als Referenzdruck gemessen und verar- 40 sich gleichermaßen auf alle Erfindungsgegenstände,
beitet. Dazu wird der gemessene absolute Druck in Ver- sind rein beispielhaft und schränken den allgemeinen Er-
hältnis zu einem Referenzdruck gesetzt. findungsgedanken nicht ein.
[0026] Besonders bevorzugt wird der Druck in dem Si- [0033] Die einzige Figur 1 zeigt in einer schematischen
cherheitsraum oberhalb der Tür gemessen. Insbesonde- Darstellung ein Gebäude mit einer Ausführungsform ei-
re wird der Druck oberhalb einer obersten Tür der dem 45 ner erfindungsgemäßen Rauchschutzdruckanlage.
Sicherheitsraum zugeordneten Türen angeordnet, ins- [0034] Die Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung
besondere im Bereich einer Decke des Sicherheitsraums eines Gebäudes 1 mit drei oberhalb einer Erdoberfläche
oder auf einem Höhenniveau zwischen der obersten Tür 20 liegenden Geschossen 21, 22, 23 und einem Unter-
und der Decke des Sicherheitsraums. geschoss 24. Ein Treppenhaus 25 bildet einen Sicher-
[0027] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausfüh- 50 heitsraum 4 mit mindestens einer dem Sicherheitsraum
rungsform des Verfahrens wird ein Druck in dem mögli- 4 zugeordneten Tür 5. Eine Ausführungsform einer er-
chen Brandraum mittels eines zweiten Drucksensors der findungsgemäßen Rauchschutzdruckanlage ist in dem
Sensoranordnung gemessen. Der Schließvorgang der Gebäude 1 installiert. Diese weist eine Zuluftvorrichtung
dem Sicherheitsraum zugeordneten Tür wird während 15 zum Zuführen von Außenluft in den Sicherheitsraum
der Druckbelüftung anhand der Entwicklung der von dem 55 4, eine Sensoranordnung 11 und eine mit der Sensora-
zweiten Drucksensor gemessenen Druckwerte in dem nordnung 11 verbundene Steuerung 14 auf, wobei die
möglichen Brandraum detektiert. Die Detektion des Tür- Steuerung 14 eingerichtet ist, in Abhängigkeit von Mess-
schließvorgangs gelingt bisweilen mittels der zweiten werten der Sensoranordnung 11 einen Zuluft-Volumen-

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strom in dem Sicherheitsraum 4 mindestens mittels der Einfluss auf den Zuluft-Volumenstrom der Zuluftvorrich-
Zuluftvorrichtung 15 einzustellen. Auf den jeweiligen Eta- tung 15 hat.
gen des Gebäudes 1 ist eine Schleuse 26 zwischen dem [0035] Die Rauchschutzdruckanlage umfasst die Zu-
Sicherheitsraum 4 und einer Nutzungseinheit 27 ange- luftvorrichtung 15 zum Zuführen von Außenluft in den
ordnet, wobei die Nutzungseinheit 27 beispielsweise 5 Sicherheitsraum 4. Im dargestellten Ausführungsbei-
Büroräume oder Wohnungen umfasst. Bei der Schleuse spiel besteht die Zuluftvorrichtung 15 aus einem Venti-
26 kann es sich beispielsweise um einen Flur oder Ein- lator 12, der Umgebungsluft von außerhalb des Gebäu-
gangsbereich der jeweiligen Nutzungseinheit 27 han- des 1 in den Sicherheitsraum 4 fördert. Die Pfeile P deu-
deln. Die Schleuse 26 kann auch rein aus brandschutz- ten die jeweiligen Strömungsrichtungen der Luft in den
technischen Gründen vorgesehen sein, ohne eine zu- 10 verschiedenen Gebäudeteilen des Gebäudes 1 und au-
sätzliche Funktion als Nutzraum zu erfüllen. Die jeweilige ßerhalb des Gebäudes an. Im dargestellten Ausfüh-
Nutzungseinheit 27 ist mit der zugehörigen Schleuse 26 rungsbeispiel weist die Zuluftvorrichtung 15 eine Ab-
jeweils über eine Tür 5 verbunden. Ebenso ist die jewei- sperrvorrichtung 18 auf, wobei es sich beispielsweise um
lige Schleuse 26 mit dem Sicherheitsraum 4 über eine eine Jalousieklappe 18 mit einem Stellantrieb M handelt.
weitere Tür 5 verbunden. Hier sind der Übersichtlichkeit 15 Der Stellantrieb M wird mittels der Steuerung 14 gesteu-
halber nur die zwei geöffneten Türen 5 im ersten Ober- ert, was durch die als Strichlinie ausgeführte Verbindung
geschoss 22 mit Bezugszeichen versehen, wobei diese dargestellt ist. Die Absperrvorrichtung 18 kann somit
lediglich stellvertretend für jede andere der geschlossen über den Motor M mittels der Steuerung 14 geöffnet und
dargestellten Türen 5 stehen. Grundsätzlich stellt jeder geschlossen werden. Ein Gitter oder Lamellenfenster 19
Raum der Schleuse 26 oder der Nutzungseinheit 27 ei- 20 verschließt das Gebäude 1 nach außen hin, lässt aber
nen möglichen Brandraum 3 dar. Im dargestellten Aus- das Ansaugen von Außenluft zu. Die Steuerung 14 regelt
führungsbeispiel ist lediglich die Nutzungseinheit 27 im beispielsweise über einen Frequenzumrichter 6 eine
ersten Obergeschoss 22 als möglicher Brandraum 3 mit Drehzahl des Ventilators 12. Des Weiteren ist die Steu-
einem Bezugszeichen versehen. Beide im Ausführungs- erung 14 mit einer oder mehreren der zuvor bereits ge-
beispiel dargestellten Türen 5 im ersten Obergeschoss 25 nannten, hier nicht dargestellten, Auslösevorrichtungen,
22 sind im Sinne der Erfindung dem Sicherheitsraum 4 wie Rauchmelder, Brandmeldeanlage oder Handbe-
zugeordnete Türen. Die Tür 5 zwischen dem Schleusen- dienstelle verbunden. Die Sensoranordnung 11 weist
raum 26 und dem Sicherheitsraum 4 und die Tür 5 zwi- Sensoren 11a, 11b auf, deren Verbindung mit der Steu-
schen dem Schleusenraum 26 und dem möglichen erung 14 jeweils durch eine Strichlinie dargestellt ist. Min-
Brandraum 3 sind im dargestellten Ausführungsbeispiel 30 destens ein erster Drucksensor 11a befindet sich in dem
geöffnet. Die Erfindung bezieht sich auf einen Sicherheitsraum 4. Bevorzugt wird der Druck mit dem
Schließvorgang einer dem Sicherheitsraum 4 im Sinne erster Drucksensor 11a in dem Sicherheitsraum ober-
der Erfindung zugeordneten Türen 5. Des Weiteren be- halb der Tür 5 gemessen. Insbesondere ist der erste
zieht sich die Erfindung auf den Fall, dass die Rauch- Drucksensor 11a oberhalb einer obersten Tür 5 im zwei-
schutzdruckanlage in dem Gebäude 1 aktiv ist. Dies ist 35 ten Obergeschoss 23 angeordnet, beispielsweise im Be-
der Fall, sobald eine Aktivierung über eine Brandmelde- reich einer Decke des Sicherheitsraums 4 oder auf einem
anlage, eine Handbedienstelle oder einen angeschlos- Höhenniveau zwischen der obersten Tür 5 und der De-
senen Rauchmelder (nicht dargestellt) erfolgt ist. Neben cke des Sicherheitsraums 4. Zweite Drucksensoren 11b
dem Fall eines tatsächlichen Brandes oder einer Rauch- befinden sich beispielsweise in den jeweiligen Nutzungs-
entwicklung in dem Gebäude 1, beispielsweise in dem 40 einheiten 27, wobei nur der Drucksensor 11 b in dem
möglichen Brandraum 3, wird die Rauchschutzdruckan- möglichen Brandraum 3 mit einem Bezugszeichen ver-
lage auch zum Zweck der Überprüfung, Inbetriebnahme sehen ist. Eine Referenzdruckleitung 11c liefert der Steu-
oder Abnahme aktiviert. Dem Sicherheitsraum 4 zuge- erung 14 einen Referenzdruck, der beispielsweise au-
ordnete Türen 5 im Sinne der Erfindung sind unabhängig ßerhalb des Gebäudes 1 gemessen wird. Die in dem
von dem möglichen Brandraum 3, können sich also auch 45 Gebäude 1 gemessenen Drücke der ersten Sensoren
auf einer der übrigen Etagen des Gebäudes 1 befinden. 11a und zweiten Drucksensoren 11b werden durch die
Der Fachmann erkennt, dass bei geschlossener Tür 5 Steuerung 14 als Verhältniswerte bezogen auf den Re-
zwischen dem Schleusenraum 26 und dem Sicherheits- ferenzdruck 11c verarbeitet. Neben dem Ventilator 12
raum 4 die weitere Tür 5 zwischen dem Schleusenraum und dem Stellmotor M der Absperrvorrichtung 18, wird
26 und dem möglichen Brandraum 3 zumindest vorüber- 50 auch ein weiterer Stellmotor M einer Lichtkuppel 16 durch
gehend nicht als dem Sicherheitsraum 4 zugeordnete die Steuerung 14 betätigt. Die im Ausführungsbeispiel
Tür gelten würde, da ein Schließvorgang dieser Tür kei- dargestellte Lichtkuppel 16 dient als Druckentlastungs-
nen Einfluss auf den Zuluft-Volumenstrom der Zuluftvor- öffnung 16 und kann alternativ beispielsweise auch als
richtung 15 hätte. Somit sind alle abgebildeten Türen 5, Dreh- oder Kippfenster ausgeführt sein. Ebenfalls denk-
auch die geschlossenen Türen ohne Bezugszeichen po- 55 bar sind Dachflächenfenster oder im Dach verbaute
tenziell dem Sicherheitsraum 4 zugeordnete Türen 5. Klappenlüfter.
Tatsächlich im Sinne der Erfindung dem Sicherheitsraum [0036] Die Rauchschutzdruckanlage weist im darge-
4 zugeordnet wird eine Tür, sobald ihr Schließvorgang stellten Ausführungsbeispiel eine Abluftvorrichtung 10

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auf, welche mit einem Abströmschacht 7 verbunden ist. richtung 15, Stellmotor M der Druckentlastungsöffnung
Der Abströmschacht 7 ist mit den jeweiligen Nutzungs- 16, Abluftventilator 9 und Stellmotor M der Absperrvor-
einheiten 27 über je eine Abströmklappe 8 verbunden. richtung 18 der Abluftvorrichtung 10, sowie erste Druck-
Über die Abströmklappe 8 gelangen eventuelle Rauch- sensoren 11a, zweite Drucksensoren 11b und Referenz-
gase aus dem möglichen Brandraum 3 sowie der Zuluft- 5 drucksignalleitung 11c. Alle signaltechnischen Verbin-
strom, der durch die geöffneten Türen 5 in die Nutzungs- dungen sind als Strichlinien ohne Bezugszeichen darge-
einheit 27 strömt, in den Abströmschacht 7. Jede Ab- stellt. Auf eine Darstellung der Redundanz, welche übli-
strömklappe 8 ist signaltechnisch mit der Steuerung 14 cherweise bei Brandschutzanlagen vorgesehen ist, wird
verbunden, was durch die Strichlinien angedeutet ist. Da- hier im Sinne der Übersichtlichkeit verzichtet.
durch sind die Abströmklappen 8 über die Steuerung 14 10 [0037] Bei einer Aktivierung der Rauchschutzdruckan-
steuerbar, können also geöffnet und geschlossen wer- lage wird die Drehzahl des Zuluftventilators 12 hochge-
den. Der Abströmschacht 7 hat im Dachbereich des Ge- fahren und die Druckentlastungsöffnung 16 geöffnet, um
bäudes 1 eine Abströmöffnung, welche im dargestellten zunächst mögliche Rauchgase aus dem Sicherheits-
Ausführungsbeispiel wiederum mit einer Absperrvorrich- raum 4 auszuspülen und soweit wie möglich zu verdün-
tung 18 versehen ist. Die Abströmvorrichtung 10 weist 15 nen. Anschließend wird die Druckentlastungsöffnung 16
hier zusätzlich einen Absaugventilator 9 auf, welcher da- soweit geschlossen, dass sich in dem Sicherheitsraum
zu dient, Strömungswiderstände, wie beispielsweise die 4 ein Überdruck gegenüber dem möglichen Brandraum
Abströmklappen 8 im Abströmweg zu kompensieren. 3 aufbaut, der dafür sorgt, dass der Sicherheitsraum 4
Vorteilhafterweise wird auch die Abluftvorrichtung 10 rauchfrei bleibt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
durch die Steuerung 14 gesteuert, die im dargestellten 20 sind die Türen 5 zwischen dem Sicherheitsraum 4 und
Ausführungsbeispiel einen weiteren Frequenzumrichter dem möglichen Brandraum 3 auf der Brandetage 22 ge-
17 zur Regelung der Drehzahl des Abluftventilators 9 auf- öffnet. Bei dem Öffnen dieser Türen 5 teilt sich der Zu-
weist. Über einen weiteren Motor M wird die Absperrvor- luftvolumenstrom und der Druck in dem Sicherheitsraum
richtung 18 durch die Steuerung geöffnet bzw. geschlos- 4 sinkt, so dass die Steuerung 14 die Drehzahl des Zu-
sen. Grundsätzlich kann das Gebäude 1 auch gänzlich 25 luftventilators 12 erhöht. Die Druckentlastungsöffnung
ohne Abströmschacht 7 und ohne Abströmvorrichtung 16 bleibt in der Regel in einer vorgegebenen Position für
10 ausgeführt sein. Die Funktion der Abströmöffnung die Druckbelüftung stehen. Denkbar wäre jedoch auch,
übernehmen in dem Fall unmittelbar in die Umgebung diese mittels eines schnellen Stellmotors M weiter zu
des Gebäudes 1 führende Abströmklappen 8 oder, noch schließen. Wie durch die Pfeile P angedeutet, strömt ein
einfacher, hier nicht dargestellte Außenfenster der Nut- 30 Teil des durch die Zuluftvorrichtung 15 erzeugten Zuluft-
zungseinheiten 27. Die Steuerung 14 ist im dargestellten Volumenstroms durch die geöffneten Türen 5, über den
Ausführungsbeispiel zweiteilig ausgeführt. Grundsätz- möglichen Brandraum 3 und die Abströmklappe 8 in den
lich besteht auch die Möglichkeit, den Abluftventilator 9 Abströmschacht 7. Wird eine der im Ausführungsbeispiel
und den Stellmotor M der Verschlussvorrichtung 18 der dargestellten, geöffneten Türen 5 wieder geschlossen,
Abluftvorrichtung 10 signaltechnisch direkt an die im Un- 35 muss die Zuluftvorrichtung 15 entsprechend den sich im
tergeschoss 24 dargestellte Steuerung 14 anzubinden. Sicherheitsraum 4 aufbauenden Druck wieder auf den
Die zweiteilige Ausführung hat jedoch den Vorteil, dass vorgegebenen Wert kompensieren, in der Regel indem
der Frequenzumrichter 6 in räumlicher Nähe zu dem die Drehzahl des Zuluftventilators 12 wieder reduziert
Ventilator 9 angeordnet werden kann. Die Frequenzum- wird und gegebenenfalls die Druckentlastungsöffnung
richter 6, 14 sind mit den jeweiligen Ventilatoren 9, 12 40 16 weiter geöffnet wird.
über geschirmte Leitungen verbunden, was zur Einhal- [0038] Bei der erfindungsgemäßen Rauchschutz-
tung entsprechender Richtlinien hinsichtlich der elektro- druckanlage ist vorgesehen, dass die Steuerung 14 so
magnetischen Verträglichkeit, EMV, notwendig ist. Eine ausgebildet ist, dass ein Schließvorgang einer der geöff-
solche Leitung durch mehrere Brandabschnitte des Ge- neten Türen 5 detektiert wird, so dass vorteilhaft bereits
bäudes 1 zu verlegen, würde aus Sicht der Brandschutz- 45 der Aufbau einer Druckspitze in dem Sicherheitsraum 4
technik erfordern, Vorschriften zum Funktionserhalt von bei Schließen einer der Türen 5 vermieden oder zumin-
elektrischen Kabelanlagen zu erfüllen. Leitungen, wel- dest stark vermindert wird. Bei einer Detektion des
che sowohl EMV-Schirmung, als auch Funktionserhalt Schließvorgangs lässt sich der Zuluft-Volumenstrom der
im Brandfall gewährleisten sind kaum verfügbar und Zuluftvorrichtung 15 so frühzeitig drosseln, dass in dem
dementsprechend sehr teuer. Die übrigen signaltechni- 50 Zeitpunkt des Schließens der Tür bereits kein übermä-
schen Leitungen, welche die Steuerung 14 mit verschie- ßiger Druckaufbau in dem Sicherheitsraum 4 erfolgt. Zu
denen Vorrichtungen verbinden unterliegen geringeren der Detektierung des Schließvorgangs einer der geöff-
Anforderungen bezüglich der EMV-Schirmung und sind neten Türen 5 werden insbesondere die Druckmesswer-
daher ohne weiteres mit Funktionserhalt verfügbar und te der ersten Drucksensoren 11a in dem Sicherheitsraum
als solche ausgeführt. Die Steuerung 14 weist signal- 55 4 laufend gemessen und die Entwicklung dieser Druck-
technische Verbindungen zu folgenden Geräten auf: Ab- werte mit gespeicherten Mustern verglichen, welche ty-
strömklappen 8 auf allen Etagen, Zuluftventilator 12 und pisch für den Schließvorgang einer dem Sicherheitsraum
Stellmotor M der Absperrvorrichtung 18 der Zuluftvor- 4 zugeordneten Tür 5 sind. Ein Intervall zwischen dem

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Erfassen aufeinanderfolgender Messwerte beträgt vor- 22 Brandetage, erstes Obergeschoss


zugsweise höchstens 250 Millisekunden und besonders 23 Zweites Obergeschoss
bevorzugt etwa 100 Millisekunden. Sobald die Steuerung 24 Untergeschoss
14 eine Übereinstimmung der sich entwickelnden Druck- 25 Treppenhaus
werte des ersten Drucksensors 11a mit dem gespeicher- 5 26 Schleuse
ten Druckwerteverlauf für eine sich schließende Tür er- 27 Nutzungseinheit
kennt, wird der Volumenstrom der Zuluftvorrichtung 15
frühzeitig reduziert und so der Aufbau einer Druckspitze P Pfeil
beim Schließen der Tür 5 verhindert. Um den Zuluft-Vo- M Motor
lumenstrom zu vermindern, wird insbesondere die Dreh- 10
zahl des Zuluftventilators 12 reduziert. Denkbar wäre
auch, die motorgetriebene Verschlussvorrichtung 18 Patentansprüche
kurzzeitig zu schließen, sofern diese über einen entspre-
chend schnellen Stellantrieb verfügt. Zusätzlich besteht 1. Rauchschutzdruckanlage für ein Gebäude (1) mit
die Möglichkeit, beispielsweise die Druckentlastungsöff- 15 mindestens einem Sicherheitsraum (4) und mindes-
nung 16 zu öffnen, wobei auch hier ein entsprechend tens einer dem Sicherheitsraum (4) zugeordneten
schneller Stellantrieb notwendig ist. Die Drehzahl des Tür (5), aufweisend
Abluftventilators 9 wird vorzugsweise ebenfalls reduziert,
falls ein solcher installiert ist. Die Drehzahlen, sowohl - eine Zuluftvorrichtung (15) zum Zuführen von
des Zuluftventilators 12, als auch des Abluftventilators 9 20 Außenluft in den Sicherheitsraum;
lassen sich innerhalb von Sekundenbruchteilen reduzie- - eine Sensoranordnung (11); und
ren, sodass der Zuluft-Volumenstrom bevorzugt über die - eine mit der Sensoranordnung (11) verbunde-
Ventilatordrehzahlen reduziert wird. Die typischerweise ne Steuerung (14), wobei die Steuerung einge-
einen Schließvorgang der Tür 5 während der Druckbe- richtet ist, in Abhängigkeit von Messwerten der
lüftung kennzeichnenden Messwerte werden vorzugs- 25 Sensoranordnung einen Zuluft-Volumenstrom
weise empirisch ermittelt und als Parameter für eine in in dem Sicherheitsraum mindestens mittels der
dem Steuergerät 14 hinterlegte Funktion in das Steuer- Zuluftvorrichtung (15) einzustellen;
gerät 14 eingegeben. Das empirische Ermitteln der
Druckwerte kann mittels eines realen oder mathemati- dadurch gekennzeichnet,
schen Modells erfolgen und/oder durch Messungen in 30 dass die Steuerung (14) eingerichtet ist, einen
dem Gebäude 1. Schließvorgang der Tür (5) während einer Druckbe-
lüftung des Sicherheitsraums (4) anhand von Mess-
Bezugszeichenliste werten der Sensoranordnung (11) zu detektieren
und den Zuluft-Volumenstrom vor Abschluss des
[0039] 35 Schließvorgangs der Tür zu reduzieren.

1 Gebäude 2. Rauchschutzdruckanlage nach Anspruch 1, da-


3 Möglicher Brandraum durch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrich-
4 Sicherheitsraum tung (11) Drucksensoren aufweist, wobei mindes-
5 Tür 40 tens ein erster Drucksensor (11a) einen in dem Si-
6 Frequenzumrichter cherheitsraum (4) herrschenden Druck misst, wobei
7 Abströmschacht die Steuerung (14) eingerichtet ist, den Schließvor-
8 Abströmklappe gang der Tür (5) anhand von Druckmesswerten des
9 Abluftventilator ersten Drucksensors (11a) zu detektieren.
10 Abluftvorrichtung 45
11 Sensoranordnung 3. Rauchschutzdruckanlage nach Anspruch 2, da-
11a Erster Drucksensor durch gekennzeichnet, dass der erste Drucksen-
11b Zweiter Drucksensor sor (11a) oberhalb der Tür (5) angeordnet ist.
11c Referenzdruckleitung
12 Zuluftventilator 50 4. Rauchschutzdruckanlage nach einem der Ansprü-
14 Steuerung che 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der
15 Zuluftvorrichtung erste Drucksensor (11a) oberhalb einer obersten Tür
16 Druckentlastungsöffnung der dem Sicherheitsraum (4) zugeordneten Türen
17 Frequenzumrichter (5) angeordnet ist.
18 Verschlussvorrichtung 55
19 Gitter 5. Rauchschutzdruckanlage nacheinem der vorherge-
20 Erdboden henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
21 Erdgeschoss dass die Sensoreinrichtung (11) Drucksensoren

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aufweist, wobei mindestens ein zweiter Drucksensor zeichnet, dass der Schließvorgang der Tür (5) de-
(11b) einen in einem möglichen Brandraum (3) herr- tektiert wird, indem die Messwerte der Sensoranord-
schenden Druck misst, wobei die Steuerung (14) ein- nung (11) erfasst und ausgewertet werden, wobei
gerichtet ist, den Schließvorgang der Tür (5) anhand ein Wertevergleich mit typischerweise einen
von Druckmesswerten des zweiten Drucksensors 5 Schließvorgang der Tür (5) während der Druckbe-
(11b) zu detektieren. lüftung kennzeichnenden Messwerten durchgeführt
wird.
6. Rauchschutzdruckanlage nach einem der vorherge-
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dass die Zuluftvorrichtung (15) mindestens einen 10 dadurch gekennzeichnet, dass ein Druck in dem
Ventilator (12) aufweist, wobei die Steuerung (14) Sicherheitsraum (4) mittels mindestens eines ersten
einen Frequenzumrichter (6) zum Einstellen einer Drucksensors (11a) der Sensoranordnung (11) ge-
Drehzahl des Ventilators aufweist. messen wird.

7. Rauchschutzdruckanlage nach einem der vorherge- 15 13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, da-
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, durch gekennzeichnet, dass der Druck in dem Si-
dass eine den Sicherheitsraum (4) mit einer Umge- cherheitsraum (4) oberhalb der Tür (5) gemessen
bung verbindende Druckentlastungsöffnung (16) wird.
vorgesehen ist, wobei die Steuerung (14) eingerich-
tet ist, den Zuluft-Volumenstrom in dem Sicherheits- 20 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, da-
raum zusätzlich mittels der Druckentlastungsöff- durch gekennzeichnet, dass durch die Sensoran-
nung (16) einzustellen. ordnung (11) Messwerte erfasst werden, wobei ein
Intervall zwischen der Erfassen aufeinanderfolgen-
8. Rauchschutzdruckanlage nach einem der vorherge- der Messwerte höchstens 250 Millisekunden und be-
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, 25 vorzugt etwa 100 Millisekunden beträgt.
dass eine einen möglichen Brandraum (3) mit einer
Umgebung verbindende Abluftvorrichtung (10) vor- 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, da-
gesehen ist, wobei die Steuerung (14) eingerichtet durch gekennzeichnet, dass die typischerweise ei-
ist, einen Abluft-Volumenstrom der Abluftvorrich- nen Schließvorgang der Tür (5) während der Druck-
tung (10) vor Abschluss des Schließvorgangs der 30 belüftung kennzeichnenden Messwerte empirisch
Tür (5) zu reduzieren. ermittelt und als Parameter für in dem Steuergerät
(14) hinterlegte Funktionen in das Steuergerät ein-
9. Rauchschutzdruckanlage nach Anspruch 6, da- gegeben werden.
durch gekennzeichnet, dass die Abluftvorrichtung
(10) einen Abströmschacht (7) mit mindestens ei- 35
nem Absaugventilator (9) aufweist, wobei der Ab-
strömschacht (7) mit dem Brandraum (3) über eine
Klappe (8) verbunden ist.

10. Verfahren zum Betrieb einer Rauchschutzdruckan- 40


lage für ein Gebäude (1) mit mindestens einem Si-
cherheitsraum (4), wobei bei einer Aktivierung der
Rauchschutzdruckanlage mittels einer Zuluftvor-
richtung (15) Außenluft in den Sicherheitsraum (4)
gefördert wird, so dass eine Druckbelüftung des Si- 45
cherheitsraums erfolgt, wobei mittels einer Steue-
rung (14) in Abhängigkeit von Messwerten einer
Sensoranordnung (11) ein Zuluft-Volumenstrom der
Zuluftvorrichtung (15) eingestellt wird,
dadurch gekennzeichnet, 50
dass ein Schließvorgang einer dem Sicherheits-
raum (4) zugeordneten Tür (5) während der Druck-
belüftung durch die Steuerung (14) anhand von
Messwerten der Sensoranordnung (11) detektiert
wird und der Zuluft-Volumenstrom vor einem Ab- 55
schluss des Schließvorgangs der Tür reduziert wird.

11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekenn-

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IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen
und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das
EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente

• DE 102015111678 A1 [0003]

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