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Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurzelsystem und Symbiose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Ist die vertikale Wurzelbildung gehemmt, wächst das Wurzelsystem so flach, dass der Baum sehr
anfällig gegenüber Wind ist. Wenn die Wurzeln das Grundwasser oder verfestigte Erdschichten
erreichen, stellen sie das vertikale Wachstum ein und wachsen horizontal weiter oder sterben ab.
Am natürlichen Standort in den nördlichen USA und dem südwestlichen Kanada geht die Art, um ihre
Versorgung mit Nährsalzen und Wasser sicherzustellen, eine Mykorrhiza-Partnerschaft mit
dem Weißen Matsutake (Tricholoma magnivelare) ein. Über die Entwicklung der Mykorrhiza auf nassen
Standorten gibt es kaum Informationen. Bei Anbauten in Schweden wurden verschiedene Mykorrhiza-
Partner nachgewiesen. Besonders häufig trat dabei der Moor-Röhrling (Suillus flavidus) auf.
Erfolgreiche Versuche zur künstlichen Mykorrhiza-Bildung fanden mit dem Kahlen Krempling (Paxillus
involutus), dem Kuhröhrling (Suillus bovinus), dem Körnchenröhrling (Suillus granulatus), mit
dem Orangeroten Jochpilz (Endogone lactiflua), dem Gemeinen Erbsenstreuling (Pisolithus tinctorius),
dem Gelbbräunlichen Wurzeltrüffel (Rhizopogon luteolus) und mit dem Rötlichen
Wurzeltrüffel (Rhizopogon roseolus) statt. Es traten allerdings Unterschiede bei der Fähigkeit zu
Mykorrhiza-Bildung bei Pflanzen unterschiedlicher Herkunft auf.[10]

Blütenökologie und Ausbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.
Nach dem Öffnen der Zapfen fallen die Samen mit einer Geschwindigkeit von 0,6 bis 0,8 Meter pro
Sekunde zu Boden und verteilen sich in einem Radius von rund 60 Metern, in Ausnahmefällen bis zu
300 Metern um den Mutterbaum.[8]

Abiotische Schadfaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Im natürlichen Verbreitungsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Keimlinge reagieren empfindlich auf Trockenheit und hohe Bodentemperaturen. Im zweiten Jahr nimmt
diese Gefährdung allerdings ab, da die Pflanzen über ein gut ausbildetes Wurzelsystem und die
Fähigkeit die Spaltöffnungen der Nadeln bei Wassermangel zu schließen, verfügen. Der so genannte
„Red belt“ ist ein witterungsbedingter Schaden, der an den Osthängen der kanadischen Rocky
Mountains in Höhenlagen zwischen 1.000 und 1.500 Metern auftritt. Er entsteht durch plötzliche, starke
Temperaturschwankungen im Winter, die ausgelöst werden wenn warme und trockene Chinook-
Winde durch kalte, arktische Winde ersetzt werden. Die Nadeln verfärben sich rot und sterben mit den
Trieben ab. Auf flachen oder schlecht drainierten Böden ist die Art windwurfgefährdet. Vor allem in
dichten Beständen kann es bei starken Schneefällen zu Schneebruch kommen.[12]
Außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Vor allem auf moorigen Standorten ist die Art windwurfgefährdet und neigt zu Säbelwuchs. Bäume der
subsp. contorta und der var. bolanderi sind in Mitteleuropa schneebruchgefährdet und frostempfindlich.
Bäume der subsp. latifolia, die in Nord-Schweden angepflanzt wurden, leiden erheblich unter Winter-
und Spätfrösten sowie den Temperaturschwankungen und sterben teilweise ab. Im Vergleich
zu Fichten (Picea) und der Waldkiefer (Pinus sylvestris) weist die Art eine größere Toleranz gegenüber
Luftschadstoffen, insbesondere gegenüber Schwefeldioxid, auf.[13]
Krankheiten und Schädlinge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bergkiefernkäfer (Dendroctonus ponderosae) befallener Baum. Die von den Käfern gebohrten Löcher sind
erkennbar.

Durch Befall mit dem Bergkiefernkäfer (Dendroctonus ponderosae) abgetötete Küsten-Kiefern

Im natürlichen Verbreitungsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Als wichtigster Krankheitserreger wird die Amerikanische Zwergmistel (Arceuthobium americanum)
angegeben, die parasitisch auf den Zweigen lebt. Ein Befall mit diesem Parasiten verringert die
Wüchsigkeit, die Holzqualität und die Lebensdauer des Wirtsbaumes. Während diese Art die
subsp. latifolia häufig befällt, findet man sie auf der subsp. contorta nur sehr selten. Das Auftreten wird
auch durch Waldbrände beeinflusst. Je häufiger Waldbrände auftreten, umso weniger Bäume sind von
der Zwergmistel befallen.
Der Schlauchpilz Atropellis piniphila infiziert Bäume direkt über die Rinde und verursacht starke
Harzausscheidungen und Wucherungen, die zu einem langsamen Absterben des Wirtsbaumes führen.
Bei Befall verfärbt sich das Holz blau-schwarz. Vor allem bei Jungpflanze führen die
Rostpilze Cronartium coleosporioides, Cronartium comandrae und Cronartium comptoniae zu großen
Schäden, indem sie krebsartige Wucherungen und Ringelungen an den Stämmen verursachen. Vor
allem bei unterdrückten Bäumen kann der Anschwellungen bildende Rostpilz Endocronartium
harknessii große Schäden verursachen. Die Nadelpilze Davisomycella ampla, Elytroderma
deformans, Lophodermella concolor und Scirrhia pini treten
gelegentlich epidemisch auf. Wurzelfäule wird häufig durch den Gemeinen Hallimasch (Armillaria
mellea) und dem Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) ausgelöst.
Von den etwa 240 Insektenarten, die auf der Küsten-Kiefer nachgewiesen wurden, richtet
der Bergkiefernkäfer (Dendroctonus ponderosae) die größten Schäden an. Der Bergkiefernkäfer tritt
epidemisch auf und überträgt Blaufäule. Obwohl er große Schäden anrichtet, ist er dennoch für den
Erhalt der Küsten-Kiefernbestände von großer Bedeutung. Durch starken Befall sterben Bäume ab und
leisten somit Waldbränden Vorschub, die wichtig für die Naturverjüngung sind. Über das Ausmaß der
Schäden, die durch Vögel und Säugetiere entstehen, sind nur wenige Daten vorhanden. Eichhörnchen
könnten von Bedeutung sein, da sie das in den Zapfen gelagerte Saatgut deutlich verringern können.
Das Gemeine Rothörnchen (Tamiasciurus hudsonicus) ist in der Lage die verschlossenen Zapfen der
subsp. latifolia zu öffnen, während das Douglas-Hörnchen (Tamiasciurus douglasii) sich an
Populationen mit sich öffnenden Zapfen angepasst hat.[14]
Außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Beim Anbau außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes kommt es vor, dass die zur dortigen
heimischen Flora gehörenden und bisher nicht als ernste Parasiten aufgetretenen Pilzarten die Küsten-
Kiefer epidemisch befallen. In Schottland verursachte der krebserregende Pilz Crumenulopsis
sororia größere Ausfälle in jungen Anpflanzungen. In Nordeuropa hat sich die Küsten-Kiefer im
Vergleich zur Waldkiefer (Pinus sylvestris) weniger anfällig gegenüber
dem Kiefernblasenrost (Cronartium flaccidum), dem Kienzopf (Endocronartium pini) und
dem Kieferndrehrost (Melampsora populnea) erwiesen. In Nordschweden wird die Ausweitung des
Anbaus in Gebiete mit extremen Witterungsbedingungen durch den Pilz Gremmeniella abietina,
welcher Stammkrebs hervorruft, begrenzt. Gegenüber den Nadelkrankheitserregern Lophodermium
seditiosum und Weißer Schneeschimmel (Phacidium infestans) hat sich die Art resistenter als die
Waldkiefer erwiesen. Wurzelfäule wird durch den Gemeinen Hallimasch (Armillaria mellea) und den
Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) ausgelöst, welche die Art allerdings auch im natürlichen
Verbreitungsgebiet befallen.
In West- und Mitteleuropa wird die Küsten-Kiefer teilweise durch den Kieferntriebwickler (Rhyacionia
buoliana) in einem Ausmaß befallen, dass ein Anbau stellenweise unmöglich ist. Der Fraß der Larven
führt zu Deformationen der Triebe, die so genannte „Posthörner“ bilden, und zum Absterben der
Terminalknospen. In Gebieten mit tiefen Wintertemperaturen hält der Befall sich in Grenzen. In
Schottland wird vom epidemischen Auftreten der Kieferneule (Panolis flammea) berichtet. Elche (Alces
alces), Rehe (Capreolus capreolus) und Erdmäuse (Microtus agrestis) verursachen vor allem im
nördlichen Skandinavien teilweise schwere Schäden. Aufgrund der dünnen Borke und des hohen
Harzgehaltes ist die Art sehr fege- und schälgefährdet.[15]

Waldbrände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geöffneter Zapfen nach einem Waldbrand


Obwohl die Küsten-Kiefer sehr waldbrandgefährdet ist, stellen Waldbrände einen wichtigen
ökologischen Faktor zum Aufkommen und Erhalt der Art dar. Vor allem dort, wo die Art
keine Klimaxbaumart ist und andere Baumarten dominieren, profitiert sie davon, dass die Waldbrände
Konkurrenzbaumarten und Bodenvegetation vernichten. Sie ist eine Pionierart nach Waldbränden und
besiedelt verwüstete Flächen sehr schnell und in großer Zahl. Für die schnelle Besiedelung von
Waldbrandflächen sind die bei vielen Bäumen mit Harz verschlossenen Zapfen von großer Bedeutung,
da sich diese erst bei Hitzeeinwirkung öffnen und die Samen entlassen. Die Keimfähigkeit der Samen
wird durch die hohen Temperaturen kaum beeinflusst, wenn diese nur kurzfristig auf sie einwirken.[16]
Verbreitung und Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungskarte; Grün: Küsten-Unterart (Pinus contorta subsp. contorta), Rot: Rocky-Mountain-Intermoutain-


Unterart (Pinus contorta subsp. latifolia,) Blau: Sierra-Cascade-Unterart (Pinus contorta subsp. murrayana)
Die Küsten-Kiefer ist im westlichen Nordamerika heimisch und besitzt das größte Verbreitungsgebiet
aller nordamerikanischen Kiefernarten: Es erstreckt sich im Süden vom nördlichen Baja
California in Mexiko bis ins kanadische Yukon im Norden. Man findet die Küsten-Kiefer von
der Pazifikküste Alaskas im Westen bis zu den Black Hills in South Dakota im Osten. Das Gesamtareal
der mit der Küsten-Kiefer bestockten Wälder umfasst rund 26 Millionen Hektar, wovon 6 Millionen
Hektar auf neun US-Bundesstaaten und 20 Millionen Hektar auf die kanadischen Provinzen British
Columbia, Alberta und Yukon entfallen.[3]
Die Küsten-Kiefer wird vor allem in Skandinavien, Großbritannien und Irland für forstwirtschaftliche
Zwecke angebaut.[3]
Da die Küsten-Kiefer außerordentlich standorttolerant ist, wächst sie oft auf Standorten, die für andere
Baumarten ungeeignet sind. Aufgrund des großen Verbreitungsgebietes besiedelt die Art viele
verschiedene Standorttypen. In der Nähe der Küste wächst sie meist auf trockenen, sandigen und
nährstoffarmen, seltener auf sumpfigen Böden. In Gebirgsregionen wächst sie meist auf mittel- bis
tiefgründigen, sauren, gut drainierten, seltener auf sehr feuchten Böden. Im Allgemeinen meidet die
Art Kalkböden. In Kanada gibt es jedoch größere Bestände, die auf kalkhaltigen Glazialböden wachsen.
Die Pinus contorta subsp. contorta wächst im nördlichen Verbreitungsgebiet hauptsächlich auf
sumpfigen Standorten, im Süden hingegen häufig auf felsigen Lagen und Sanddünen. Die Pinus
contorta var. bolanderi wächst auf extrem nährstoffarmen, stark podsolierten Böden, die einen pH-
Wert von 2,8 bis 3,9 aufweisen. In den Gebirgen von Kalifornien besiedelt die Küsten-Kiefer
hauptsächlich Standorte mit leicht verfügbarem Wasser wie See- und Flussufer.
In Washington und Oregon besiedelt sie leichte und poröse Vulkanböden. Im mittleren Yukon wächst
sie in borealen Wäldern auf Permafrostböden. Die Art besiedelt Höhenlagen von 0 bis 3660 Meter.
[1] Sie ist bis zu Temperaturen von −57 °C frosthart. Die jährliche Niederschlagsmenge schwankt je
nach Region stark, liegt aber im gesamten Verbreitungsgebiet zwischen 250 und 2.000 mm.[17]
Die Küsten-Kiefer ist Bestandteil vieler verschiedener Pflanzengesellschaften. Im westlichen
Nordamerika ist sie in 27 der 55 unterschiedlichen Waldtypen mit unterschiedlicher Häufigkeit vertreten.
Daneben kommt sie vielfach auch in Reinbeständen vor, weil sie sich intolerant gegenüber
Konkurrenzbaumarten zeigt und eine Pionierbaumart nach Waldbränden ist. Ihr typisches Vorkommen
liegt in feuchten und kalten Senken; für solche Standorte stellt sie die Klimaxbaumart dar. Auf trockenen
Kuppen in niedrigen Höhenlagen im Inland wird sie häufig von der Gelb-Kiefer (Pinus ponderosa)
verdrängt, auf besseren Böden häufig von anderen Baumarten. Die var. bolanderi bildet Zwergwälder
mit Cupressus pygmaea und zwergwüchsigen Pinus muricata.[17] Die Pinus
contorta subsp. latifolia bildet subalpine und hochmontane Nadelwälder mit der Felse