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Abgabenordnung seit 1977 ungültig wegen Verletzung des Zitiergebotes

Nicht nur das Umsatzsteuergesetz ist seit dem 01.01.2002 ein ungültiges Gesetz,
dass wenn auch im Bundesgesetzblatt veröffentlich, nur ein “stummes” Gesetz ist,
da es die zwingenden grundgesetzlich im Artikel 19 Abs. 1 GG dem Gesetzgeber
vorgeschriebenen Gültigkeitsvoraussetzungen nicht erfüllt. Obwohl es ein grund‐
rechteeinschränkendes Gesetz ist, die §§ 26c und 27b UStG schränken die Grund‐
rechte Freiheit der Person und Unverletzlichkeit der Person sowie die Unverletzlich‐
keit der Wohnung ein, wird die den Gesetzgeber zwingende Gültigkeitsvorschrift ge‐
mäß Artikel Abs. 1 Satz 2 GG “Außerdem muss das Gesetz das Grundrecht unter
Angabe des Artikels nennen” nicht vollzogen.

Inzwischen hat sich Abgabenordnung 1977 als ebenfalls ungültiges Gesetz heraus‐
gestellt, es mangelt auch diesem Gesetz an der zwingend durch den Gesetzgeber
hätte umgesetzt werden müssenden Zitierpflicht gemäß Artikel 19 Abs. 1 Satz 2 GG.
Betrachtet der interessierte Laie die AO 1977, fällt ihm sicherlich der § 413 AO ins
Auge, denn der steht unter der Überschrift “Einschränkung von Grundrechten” und
damit sollte doch das Gesetz den Gültigkeitsvorschriften des Artikels 19 Abs. 1 GG
vollständig genügen. Tut es aber nicht, denn nach den Buchstaben des Grundgeset‐
zes ist dem einfachen Gesetzgeber hinsichtlich des sog. Zitiergebotes gemäß Artikel
19 Abs. 1 Satz 2 GG keinerlei Ermessen eingeräumt worden. Schränkt ein Gesetz
ein Grundrecht ein, muss es dieses unter Angabe des Artikels im Gesetz nennen.

Verletzt ein Gesetz das zwingende Zitiergebot gemäß Artikel 19 Abs. 1 Satz 2 GG,
ist es automatisch ungültig, es ist nicht nur verfassungswidrig, sondern vom Tage
seiner Verkündung an nichtig. Alle auf diesem Gesetz basierenden Verwaltungsakte
der vollziehende Gewalt sowie alle auf diesem Gesetz basierenden Gerichtsent‐
scheidungen sind nichtig. Die Nichtigkeit eines solches Gesetzes kann und darf das
BverfG nur noch deklaratorisch feststellen.

Ein vertiefender Blick in die Abgabenordnung 1977 zeigt, wie ausnahmslos dieses
Gesetz in die Grundrechte eingreifen lässt, die Grundrechte also einschränkt und
nicht nur die Freiheit und Unverletzlichkeit der Person gemäß Artikel 2 Abs. 2 GG,
sondern auch das Post- und Fernmeldegeheimnis gemäß Artikel 10 und die Unver‐
letzlichkeit der Wohnung gemäß Artikel 13 GG und selbstverständlich auch laut Ab‐
schnitt 6 der AO 1977 das im Artikel 14 GG garantierte Recht auf Eigentum.

Während im § 413 AO ( Einschränkung von Grundrechten ) die Artikel 2.2 GG, 10


GG und 13 GG genannt werden, herrscht mit Blick auf das Recht auf Eigentum ge‐
mäß Artikel 14 Abs. 1 GG -Fehlanzeige-.

Der Verfassunggeber hat, und das steht in den Protokollen des parlamentarischen
Rates von 1948 49 klar und unmissverständlich geschrieben, dieses sog. Zitiergebot
gemäß Artikel 19 Abs. 1 Satz 2 GG mit keinerlei Einschränkungen versehen, also es
gibt keine einzige Ausnahme von dieser Gültigkeitsvorschrift abzuweichen, es sei
denn, dass das Gesetz keine Grundrechteeinschränkung gestattet.

Das Bundesverfassungsgericht hat erstmalig 1953 sich zum Zitiergebot geäußert


und dazu in seiner Entscheidung BVerfGE 2, 121ff vom 10.02.1953 -1 BvR 787/52
wie folgt ausgeführt:

„Allerdings ist in § 81 StPO das Grundrecht der persönlichen Freiheit – Art. 2 GG –


nicht ausdrücklich bezeichnet, während nach Art. 19 Abs. 1 Satz 2 ein Grundrecht,
wenn es durch Gesetz eingeschränkt wird, unter Angabe des Artikels genannt wer‐
den muss. Dieses formelle Erfordernis des Art. 19 Abs. 1 Satz 2 GG, auf das sich
die Beschwerdeführerin beruft, hat jedoch nach Sinn und Zweck der Bestimmung
nur für die künftige Gesetzgebung Geltung (vgl. hierzu Bonner Kommentar zum GG,
1950, Anm. II 1 f ß zu Art. 19).“

Selbst hat sich das BverfG in seiner Entscheidung BverfG 1,14ff unter Rdn. 74 zum
Ermessen des einfachen Gesetzgebers wie folgt bis heute den Gesetzgeber zwin‐
gend gemäß § 31 Abs. 1 BverfGG bindend, geäußert:

Das Bundesverfassungsgericht hat nur die Rechtmäßigkeit einer angegriffenen


Norm, nicht auch ihre Zweckmäßigkeit nachzuprüfen. Insbesondere ist es nicht be‐
fugt, darüber zu entscheiden, ob der Gesetzgeber von dem ihm eingeräumten Er‐
messen den “richtigen” Gebrauch gemacht hat. Wie weit das freie Ermessen des
Gesetzgebers reicht, ist aber eine Rechtsfrage und unterliegt deshalb der Entschei‐
dung des Bundesverfassungsgerichts, wenn das Grundgesetz die Grenzen des Er‐
messens gezogen hat.

Sollte der einfache Gesetzgeber oder die vollziehende Gewalt in Gestalt der Finanz‐
verwaltung oder die Gerichte auf die Idee kommen, das Eigentum durch den Begriff
„Vermögen“ ersetzen zu wollen, um auf diese Weise der Zitierpflicht gemäß Artikel
19 I 2 GG entkommen zu können, steht z.B. im Kommentar „Tröndle“:

„Vermögen ist grds. die Gesamtheit aller geldwerten Güter einer natürlichen oder ju‐
ristischen Person, abzüglich der Verbindlichkeiten (§ 263 Rn.55). Beispielhaft aufge‐
führt sind: Eigentum, Besitz, dingliche Rechte, Forderungen….“

Fazit:
Auch die Abgabenordnung 1977 ist seit ihrem Inkrafttreten zum 01.01.1977 wegen
ihrer Ungültigkeit aufgrund der ungenügend erfüllten zwingenden Zitierpflicht gemäß
Artikel 19 Abs. 1 Satz 2 GG nichtig.

Auch das Bundesverfassungsgericht ist als Verfassungsorgan an das Grundgesetz


und seine Buchstaben zwingend gebunden. Das BverfG hat keine gesetzgeberi‐
schen Kompetenzen und kann und darf sich diese auch nicht anmaßen. Somit sind
alle Entscheidungen des BverfG zur Einschränkbarkeit des Artikels 19 Abs. 1 Satz 2
GG, dem sog. Zitiergebot, auf nur bestimmte Grundrechte verfassungswidrig und so‐
mit ebenfalls nichtig.