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Die Verwandlung

Erster Teil
Gregor Samsa arbeitet auf Wunsch seines strengen Vaters als Vertreter und hält mit
seinem Einkommen sich, seine Schwester und die Eltern über Wasser. Alle vier
wohnen zusammen und so kann es geschehen, dass seine Eltern eines Morgens seltsame
Geräusche aus Gregors Zimmer wahrnehmen. Hinter der Tür erwacht der Vertreter gerade
aus dem Schlaf und muss feststellen, dass er sich während der Nacht in etwas
verwandelt hat, das von Kafka als »Ungeziefer + riesiger Kafer« beschrieben wird. Da
sich der verwandelte Gregor nur minimal bewegen kann, muss er nun die meiste Zeit in
seinem Bett verbringen, wo er beginnt, über sein bisheriges Leben nachzudenken. Dabei
wird ihm schnell die Unzulänglichkeit seiner Existenz bewusst, da er seine Arbeit nur wegen
der Schulden seines Vaters ausübt. Als einziger Ernährer der Familie kann er aber nicht
kündigen und sein Leben in die eigenen Hände nehmen. Frustriert muss Gregor die
zweifache Abhängigkeit (zu seiner Familie und zu seiner Arbeit) zur Kenntnis nehmen.

Zweiter Teil
Noch am selben Tag erscheint bei der Familie ein Prokurist von Gregors Arbeitgeber, um
sich nach Gregors Verbleib zu erkundigen. Der Vater führt den Prokuristen in das Zimmer
des Verwandelten. Beim Anblick des Insekts ergreift der umgehend die Flucht, während
Gregors Vater – einem Dompteur gleich – versucht, den Sohn wieder in sein Zimmer
zurückzutreiben.
Als sich die Familie später am Tag mit der Situation auseinandersetzt, wird schnell klar, dass
vor allem den Vater die bevorstehenden finanziellen Sorgen mehr belasten als der Zustand
seines Sohnes. Die drei Angehörigen des bisherigen Ernährers beraten darüber, wie die
Familie nun finanziell abgesichert werden kann. Der Vater sieht sich dazu außerstande, weil
er seit seinem Konkurs vor einigen Jahren nicht mehr gearbeitet hat. Außerdem hat er
seitdem erheblich an Gewicht zugelegt und ist lethargisch geworden. Auch für die Mutter
kommt eine Anstellung nicht infrage. Neben den Aufgaben einer Hausfrau obliegt ihr auch
die Pflege und Versorgung ihres von Selbstmitleid zerfressenen Ehemannes. Wie fast alle
Frauen des 19. Jahrhunderts hat auch sie niemals gelernt, eigene Entscheidungen zu
treffen. Als ähnlich unfähig zum Broterwerb erweist sich Gregors Schwester Grete. Im
Gegensatz zu ihrem Bruder hat sie alle erdenklichen Freiheiten innerhalb der Familie,
bekommt nahezu jeden Wunsch erfüllt und lebt vorwiegend in den Tag hinein. Weil Gregor
seiner Schwester dieses süße Leben aber gönnte und sie förderte, hatten die beiden bis zu
jenem Morgen ein harmonisches Geschwisterverhältnis. Nun wird Grete damit beauftragt,
den verwandelten Bruder zu versorgen. Allerdings wird diese Aufgabe bei ihr schnell zum
Kalkül, denn Grete liegt nun weniger an ihrem Bruder als viel mehr an ihrer gesteigerten
Bedeutung innerhalb der Familie.
Währenddessen wird immer deutlicher, dass es sich bei Gregors Verwandlung wohl um
etwas Endgültiges handelt. Seine menschlichen Wesenszüge verblassen immer mehr und
auch seine Hoffnung auf eine Änderung der Lage schwindet. Gregor versucht, sich mit der
Situation zu arrangieren und kriecht über immer öfter durch sein Zimmer. Weil ihm das vor
allem an den Wänden schon recht gut gelingt, wollen Mutter und Schwester das Zimmer
völlig leerräumen, um dem Sohn mehr Möglichkeiten zur Fortbewegung zu bieten. Neben
den Möbeln soll auch Gregors Lieblingsgemälde entfernt werden. Um dies zu verhindern,
krabbelt Gregor auf das Bild, um es zu schützen, was allerdings von der Mutter als Attacke
auf sie fehlinterpretiert wird. Gregors Mutter fällt vor Schreck in Ohnmacht. Als die
herbeieilende Schwester nach einer Medizin für die Mutter greift, fällt versehentlich ein
Fläschchen vom Regal, trifft Gregor im Gesicht und verletzt ihn. Weitere Wunden erleidet
Gregor, als der Vater später am Tag von dem Vorfall erfährt und mit alten Äpfeln nach
seinem Sohn wirft.

Dritter Teil
Weil Gregors Verletzungen unbehandelt bleiben, verschlechtert sich sein allgemeiner
Zustand zusehends. Auch Grete, die ihren Bruder eigentlich mit Küchenabfällen versorgen
sollte, vernachlässigt ihre Pflichten gegenüber ihrem Bruder immer öfter und in dem
eigentlich freigeräumten Zimmer sammelt sich nun der Unrat. Ferner ist auch Gregors
»Auslauf« innerhalb der Wohnung stark eingeschränkt, weil die Familie als Einnahmequelle
mehrere Zimmer vermietet hat.
Die Familie hat sich insgesamt also arrangiert, die Aufgaben neu verteilt und geht mehr und
mehr wieder zum Alltag über. Als die Tür zu Gregors Zimmer eines Abends versehentlich
nicht verschlossen ist, schleppt er sich durch die Wohnung und wird prompt von den
Untermietern entdeckt, die ihn für echtes Ungeziefer halten und daraufhin ausziehen.
Dadurch reift bei den Eltern und bei Grete der Entschluss, sich des verwandelten Gregors zu
entledigen. Schon lange waren alle wegen des fehlenden Einkommens, der Versorgung und
der Geheimnistuerei frustriert, aber nun ist Gregor endgültig(finally, definitely) nur noch ein
Störenfried in den Augen seiner Angehörigen(close relative). Aber noch bevor die Familie
Gelegenheit zum Handeln hat, wird Gregor von seinem letzten Lebenswillen verlassen und
stirbt in der nächsten Nacht. Mit der lieblosen(unloving, unkind) Entsorgung(entsorgen – to
dispose of) seiner Überreste sind alle Spuren von Gregors Existenz vernichtet, was den
Hinterbliebenen nicht wirklich ungelegen kommt.
Bei einem gemeinsamen Ausflug beschließt Gregors Familie, das Erlebte hinter sich zu
lassen und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen, womit insbesondere die Zukunft Gretes
gemeint ist. Eine neue Wohnung und vor allem ein Ehemann für Grete sind nun die Ziele der
Familie; über den verlorenen Sohn wird nie wieder ein Wort gesprochen.

Für die Literaturwelt trägt »Die Verwandlung« eindeutig autobiografische Züge Kafkas. Der
Schriftsteller hielt sich selbst oft für unzulänglich und wurde von Zweifeln hinsichtlich seiner
Rolle als Vater und Ehemann geplagt, die zeitweise bis zum Verlust der eigenen Identität
reichten. In »Die Verwandlung« zeigt Kafka auf, wie das wohlgeordnete Gleichgewicht
innerhalb der Familie durch ein plötzliches, unbeherrschbares und noch dazu völlig
sinnloses Ereignis in Schieflage gerät. Kernpunkt ist dabei die Frage nach der Machbarkeit
von etwas eigentlich Unmöglichem.
Dabei nutzt Kafka geschickt die Kontraste zwischen verschiedenen Handlungen und der
Kommunikation. So werden die Gedanken Gregors als Käfer durch innere Monologe
dargelegt, die restliche Familie aber versucht nicht, mittels Gesprächen weitere Lösungen zu
finden und umgeht dadurch das offensichtlich normale Handeln. Unterstrichen wird das
durch die betonte Absurdität der Geschehnisse. Die eher oberflächlichen Unterhaltungen im
Hause Samsa stehen im krassen Widerspruch zu den Ereignissen, mit denen sich Gregor
konfrontiert sieht.
Auf den Leser wirkt die Erzählung oftmals irritierend, denn er sieht sich gleich mehreren
moralischen Wechselwirkungen ausgesetzt. Dazu zählt insbesondere der Gegensatz
zwischen einem Käfer (= Ungeziefer) und der Gedankenwelt Gregors (= fühlendes
Individuum mit menschlichen Werten). Auch die anfängliche Verleugnung der Geschehnisse
durch Gregor selbst ist ein literarischer Kniff des Autors, der die Spannung des Stücks durch
das Weglassen von Tatsachen vorantreibt.

langsam reifte in ihm der Entschluss, ... he slowly reached the decision ...
sich jds/einer Sache entledigen to rid oneself of sb/sth

auf Dauer permanently

The Absurdity of Life

Beginning with its first sentence, The Metamorphosis deals with an absurd, or wildly irrational,
event, which in itself suggests that the story operates in a random, chaotic universe. The absurd
event is Gregor’s waking up to discover he has turned into a giant insect, and since it’s so far beyond
the boundaries of a natural occurrence—it’s not just unlikely to happen, it’s physically impossible—
Gregor’s metamorphosis takes on a supernatural significance. Also notable is the fact that the story
never explains Gregor’s transformation. It never implies, for instance, that Gregor’s change is the
result of any particular cause, such as punishment for some misbehavior. On the contrary, by all
evidence Gregor has been a good son and brother, taking a job he dislikes so that he can provide for
them and planning to pay for his sister to study music at the conservatory. There is no indication
that Gregor deserves his fate. Rather, the story and all the members of the Samsa family treat the
event as a random occurrence, like catching an illness. All these elements together give the story a
distinct overtone of absurdity and suggest a universe that functions without any governing system of
order and justice.

The responses of the various characters add to this sense of absurdity, specifically because they
seem almost as absurd as Gregor’s transformation itself. The characters are unusually calm and
unquestioning, and most don’t act particularly surprised by the event. (The notable exception is the
Samsas’ first maid, who begs to be fired.) Even Gregor panics only at the thought of getting in
trouble at work, not at the realization that he is physically altered, and he makes no efforts to
determine what caused the change or how to fix it. He worries instead about commonplace
problems, like what makes him feel physically comfortable. In fact, the other characters in the story
generally treat the metamorphosis as something unusual and disgusting, but not exceptionally
horrifying or impossible, and they mostly focusing on adapting to it rather than fleeing from Gregor
or trying to cure him. Gregor’s family, for example, doesn’t seek out any help or advice, and they
appear to feel more ashamed and disgusted than shocked. Their second maid also shows no surprise
when she discovers Gregor, and when the boarders staying with the family see Gregor they are
mostly upset that Gregor is unclean and disturbs the sense of order they desire in the house. These
unusual reactions contribute to the absurdity of the story, but they also imply that the characters to
some degree expect, or at least are not surprised by, absurdity in their world.

The Disconnect Between Mind and Body

Gregor’s transformation completely alters his outward appearance, but it leaves his mind
unchanged, creating a discord, or lack of harmony, between his mind and body. When he first gets
out of his bed after waking, for instance, he tries to stand upright, even though his body is not suited
to being upright. He also thinks of going to work, despite the fact that he can’t by any means do so,
and when Grete leaves him the milk at the beginning of Part 2, he is surprised to find he doesn’t like
it, even though milk was a favorite drink when he was human. In essence, he continues to think with
a human mind, but because his body is no longer human, he is unable at first to reconcile these two
parts of himself.

As Gregor becomes accustomed to his new body, his mind begins to change in accordance with his
physical needs and desires. Yet he’s never able to fully bring his mind and body into harmony.
Gregor gradually behaves more and more like an insect, not only craving different foods than he did
when he was human, but also beginning to prefer tight, dark spaces, like the area under his sofa, and
enjoying crawling on the walls and ceiling. (Through these details, the story suggests that our
physical lives shape and direct our mental lives, not the other way around.) But Gregor’s humanity
never disappears entirely, and he feels conflicted as a result. This conflict reaches its climax when
Grete and the mother move the furniture out of Gregor’s room. Gregor initially approves of the idea
because it will make his room more comfortable for him physically. Without furniture, he’ll be able
to crawl anywhere he pleases. But realizing that his possessions, which represent to him his former
life as a human, provide him emotional comfort, he suddenly faces a choice: he can be physically
comfortable or emotionally comfortable, but not both. In other words, his mind and body remain
opposed to one another. Gregor, unable to relinquish his humanity, chooses emotional comfort,
leading him to desperately cling to the picture of the woman in furs.

The Limits of Sympathy

After Gregor’s metamorphosis, his family members struggle with feelings of both sympathy and
revulsion toward him. Grete and the mother in particular feel a great deal of sympathy for Gregor
after his change, apparently because they suspect some aspect of his humanity remains despite his
appearance. This sympathy leads Grete initially to take on the role of Gregor’s caretaker—she even
goes so far as to try to discover what food he likes after his change—and it leads the mother to fight
with Grete over moving the furniture out of Gregor’s room since she holds out hope that he will
return to his human form. Even the father, who shows the least sympathy of the family members
toward Gregor and even attacks him twice, never suggests that they kill him or force him out of the
house. Instead, he implicitly shows compassion for Gregor by allowing the family to care for him.

Eventually, however, the stresses caused by Gregor’s presence wear down the family members’
sympathy, and even the most caring of them find that their sympathy has a limit. One of those
sources of stress is Gregor’s appearance. Grete is so upset and revolted by the way he looks that she
can hardly stand to be in the room with him, and his mother is so horrified when she sees him as she
and Grete are moving his furniture that she faints. In addition, Gregor’s presence is never forgotten
in the house, causing the family members to feel constantly uncomfortable and leading them to
speak to each other mostly in whispers. Moreover, the fact that Gregor cannot communicate his
thoughts and feelings to them leaves them without any connection to his human side, and
consequently, they come to see him more and more as an actual insect. All these factors combined
steadily work against their sympathy, and the family reaches a point where Gregor’s presence is too
much to bear. Significantly, it is Grete, the character to show the most sympathy toward Gregor,
who decides they must get rid of him.

Alienation

Perhaps the greatest consequence of Gregor’s metamorphosis is the psychological distance it


creates between Gregor and those around him. Gregor’s change makes him literally and emotionally
separate from his family members—indeed, from humanity in general—and he even refers to it as
his “imprisonment.” After his transformation he stays almost exclusively in his room with his door
closed and has almost no contact with other people. At most, Grete spends a few minutes in the
room with him, and during this time Gregor always hides under the couch and has no interaction
with her. Furthermore, he is unable to speak, and consequently he has no way of communicating
with other people. Lastly, Gregor’s metamorphosis literally separates him from the human race as it
makes him no longer human. Essentially he has become totally isolated from everyone around him,
including those people he cares for like Grete and his mother.

But as we learn over the course of the story, this feeling of estrangement actually preceded his
transformation. Shortly after waking and discovering that he has become a bug, for example, Gregor
reflects on his life as a traveling salesman, noting how superficial and transitory his relationships
have become as a result of his constant traveling. Later, Gregor recalls how his initial pride at being
able to support his family faded once his parents began to expect that support, and how he felt
emotionally distant from them as a result. There is also no mention in the story of any close friends
or intimate relationships outside his family. In fact, the alienation caused by Gregor’s
metamorphosis can be viewed as an extension of the alienation he already felt as a person.

Im Krebsgang

Auf dieser Seite:


 Inhaltsangabe
 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
 Entstehung und Quellen
 Chronologie und Schauplätze
 Personen
 Stil und Sprache
 Interpretationsansätze
INHALTSANGABE

»Im Krebsgang« ist eine 2002 erschienene Novelledes deutschen Schriftstellers Günter
Grass. Der Literaturnobelpreisträger thematisiert den Untergang des deutschen
Flüchtlingsschiffes »Wilhelm Gustloff« im Januar 1945 vor der pommerschen Küste. Dieser
forderte geschätzte 9000 Menschenleben.
In seinem neun Kapitel umfassenden Werk vermischt Grass reale und fiktionale Ereignisse
und Charaktere sowie verschiedene Handlungsstränge aus Vergangenheit und Gegenwart.
Dabei bewegt er sich »im Krebsgang« – seitlich oder rückwärts ausscherend, aber trotzdem
oder gerade deshalb vorwärts kommend.

Zu den fiktionalen Charakteren zählen der Ich-Erzähler der Novelle, der Journalist Paul
Pokriefke. Dieser wurde am 30. Januar 1945, dem Tag des Untergangs der Gustloff, geboren.
Paul erzählt die Geschichte gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Bei seinen Bemühungen, die
Ereignisse aufzuschreiben, wird er von einem nicht namentlich genannten »Alten« begleitet.
Dabei handelt es sich, soviel wird klar, um einen Schriftsteller. Der macht sich große
Vorwürfe, dass er und seine Generation zu lange geschwiegen und damit eine angemessene
Aufarbeitung der Geschehnisse verhindert hätten.

Wichtige Personen in der Novelle sind Pauls Mutter Tulla Pokriefke, welche die letzte Fahrt
des ehemaligen »Kraft-durch-Freude«-Passagierschiffes überlebte, sowie um seinen
jugendlichen Sohn Konrad. Die realen Biographien Wilhelm Gustloffs und David
Frankfurters spielen ebenso eine essentielle Rolle.

Zu Beginn der Novelle wird der Leser mit dem tödlichen Attentat vertraut gemacht, das der
Rabbinersohn David Frankfurter 1936 auf den NSDAP-Funktionär Wilhelm Gustloff verübte.
Außerdem wird die Person des Alexander Marinesko vorgestellt, Kapitän des sowjetischen
U-Bootes S13, welches das Schiff »Wilhelm Gustloff« knapp neun Jahre später torpedierte.

Durch seine Mutter war Paul von Kindheit an immer wieder mit dem Schicksal des Schiffes
konfrontiert worden. In Kapitel zwei stößt Paul 1996 im Zuge seiner Recherchen über das
Unglück auf die Internetseite »blutzeuge.de«. Unter dem Schlagwort »Kameradschaft
Schwerin« kanonisieren dort offenbar rechte User wie einst die Nazis den ermordeten
Wilhelm Gustloff als »Blutzeugen der Bewegung«. Insbesondere wird der Ich-Erzähler
Zeuge virtueller Auseinandersetzungen zwischen dem User »Wilhelm« und dessen
Gegenspieler, einem selbsterklärten Juden, genannt »David«.
Sprünge in die Vergangenheit erzählen von der Beerdigung Wilhelm Gustloffs und der
Entstehungsgeschichte des nach ihm benannten Kreuzfahrtschiffes der nationalsozialistischen
Organisation »Kraft durch Freude«. Des Weiteren erfährt der Leser von der gescheiterten Ehe
Pauls und der distanzierten Beziehung zu seinem Sohn Konrad.

Im dritten Teil wird angedeutet, dass Tulla Pokriefke, für die das Thema Gustloff ihr Leben
lang von überragender Bedeutung blieb, in vielerlei Hinsicht großen Einfluss auf ihren Enkel
Konrad gehabt zu haben scheint. Ich-Erzähler Paul beginnt zu ahnen, wer hinter der Seite
»blutzeuge.de« steckt.

Ein erneuter Abstecher in die Vergangenheit im nächsten Kapitel verfolgt, wie die Gustloff
zu Beginn des Krieges vom Ausflugs- zum Lazarettschiff umfunktioniert wird. Weiter wird
deutlich, dass Pauls Sohn Konrad das übermäßige Interesse an der Gustloff-Geschichte mit
seiner Großmutter teilt, besonders seit er Vater und Großmutter Mitte der 90er Jahre zu
einem Treffen der Gustloff-Überlebenden begleitet hat.

Im fünften Kapitel wird der Leser schließlich versetzt in die Nacht des Schiffsuntergangs
Anfang 1945. Tausende Ostpreußen fliehen vor der Roten Armee gen Westen. Am 30. Januar
legt die mit etwa 10,000 Flüchtlingen völlig überfüllte Gustloff von Gotenhafen ab, unter den
Passagieren auch die schwangere Tulla.

Kapitel sechs beschreibt, wie das Schiff von Marineskos U-Boot torpediert wird, was
Tausenden Passagiere den Tod bringt. Das Torpedoboot »Löwe« kann ein paar Hundert
Menschen retten, unter ihnen Tulla, die in derselbigen Nacht ihren Sohn Paul gebiert.

Der Weg des Attentäters David Frankfurter nach seiner Haftentlassung kurze Zeit später,
sowie Marineskos weiteres Schicksal werden in Kapitel 7 skizziert. Am 20. April 1997
kommt es zum Zusammentreffen der virtuellen Bekannten »Wilhelm« und »David«, im
wahren Leben Konrad »Konny« Pokriefke und Wolfgang Stremplin. An der Wilhelm-
Gustloff-Gedenkstätte wird Wolfgang von Konrad erschossen. Konrad begründet die Tat mit
der Tatsache, dass er Deutscher sei.

Im vorletzen Kapitel wird Konrad der Prozess gemacht. Tulla Pokriefke bemüht sich, ihren
Enkel zu verteidigen. Ausführlich erklärt sich Konny selbst vor Gericht und scheint keine
Reue zu zeigen. Er wird zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt.

In Kapitel neun stößt Paul Pokriefke kurze Zeit später im Internet auf eine Website namens
»kameradschaft-konrad-pokriefke.de«.

Die Leiden des jungen Werthers


Erster Teil
Ein fiktiver Herausgeber von Werthers Briefen an seinen Freund Wilhelm leitet den Roman
ein: Er habe alles verfügbare Material zusammengetragen.
Briefe vom 4. Mai bis 27. Mai 1771
Werther, ein junger Mann, soll in einer nicht namentlich genannten Stadt für seine Mutter
einen Erbschaftsstreit beilegen. Er nutzt die Gelegenheit, um sich aus einer lästig
gewordenen Liebschaft zu lösen. Die Stadt gefällt ihm nicht und er hält sich am liebsten in
der im Frühling erblühenden Natur auf. Tägliches Ziel seiner langen Spaziergänge ist der
eine Stunde entfernte, fiktive Ort Wahlheim an einem nahen Hügel. Dort fühlt er sich
zuhause.
Briefe vom 16. Juni bis 26. Juli 1771
Auf dem Weg zu einem Tanzball fährt Werthers Kutschgesellschaft verabredungsgemäß bei
dem Jagdhaus des verwitweten Amtmanns S… vorbei, um dessen Tochter Lotte abzuholen.
Das Mädchen ist umringt von ihren acht jüngeren Geschwistern, an denen es Mutterstelle
vertritt. Werther ist tief gerührt von Lottes Natürlichkeit. Während des Balls faszinieren ihn
Lottes Unbefangenheit und die Anmut ihrer Bewegungen. Sie ist spontan und gefühlvoll und
Werther findet in ihr alles, was er sucht.
Allerdings ist Lotte bereits mit Albert verlobt, der zur Zeit in Dienstgeschäften unterwegs ist
und von dem sie mit Wärme spricht. In den folgenden Wochen kommt Werther häufig in das
Haus des Amtmanns, um in Lottes Nähe zu sein. Von Wahlheim aus ist es nur eine halbe
Stunde dorthin und wie unter Zwang besucht er Lotte schließlich jeden Tag. Hoffnungsvoll
glaubt er Anzeichen dafür zu erkennen, dass er ihr etwas bedeutet.
Briefe vom 30. Juli bis 3. September 1771
Albert ist zurück. Werther und er pflegen einen freundschaftlichen Umgang miteinander.
Albert ist ruhig und gelassen, während Werther sich ruhelos und getrieben fühlt.
Unterdessen setzt er seine Besuche bei Lotte fort; seine Sehnsucht nach ihr wird
übermächtig. Im Wissen um die Aussichtslosigkeit seiner Liebe ist er dabei sich selbst zu
verlieren. Die Natur, die er zuvor als Quell von Lebensfreude wahrgenommen hat, erscheint
ihm jetzt als Raum der Zerstörung und des Todes. Krank vor Liebe verlässt er Lotte ohne
Abschied und begibt sich im Wunsch nach Ablenkung in den Dienst eines Gesandten.
Briefroman

Eine Gegenbewegung zur Aufklärung im 18. Jahrhundert war die Empfindsamkeit, die sich bemühte, Verstand und
Gefühl im Gleichgewicht zu halten. Der Briefroman wurde in jener Zeit zu einer verbreiteten literarischen Form.
Neben dem Tagebuch eignen sich vor allem Briefe zur Selbstbeobachtung und unmittelbaren Wiedergabe von
Empfindungen.
Während allerdings der klassische Briefroman die (fiktive) Korrespondenz zweier Figuren wiedergibt, hat
Werther keinen Briefpartner, der in Erscheinung tritt. Damit rückt Goethe allein seinen Protagonisten und dessen
narzisstische Gefühlswelt in den Mittelpunkt. Der Ausdruck der Empfindsamkeit wird auf diese Weise enorm
verstärkt. Insbesondere in seiner ersten Fassung ist der Roman damit ein Klassiker des Sturm und Drang.

Zweiter Teil
Briefe vom 20. Oktober 1771 bis 19. April 1772
Die Arbeit als Gehilfe des Gesandten bringt Werther keine Erfüllung. Er leidet an der
Überkorrektheit seines engstirnigen Dienstherrn ebenso wie unter den ständischen
Strukturen und der Enge der bürgerlichen Gesellschaftsordnung. Am 20. Januar 1772
schreibt Werther an Lotte, er fühle sich wie eine Marionette und vermisse seelenvolle
Empfindungen. Wieder ergreift er die Flucht und quittiert den Dienst.
Briefe vom 5. Mai 1772 bis 18. Juni 1772
Werther sucht die Stadt seiner Kindheit auf und schwelgt in Erinnerungen. Desillusioniert
vergleicht er seine Jugendträume mit der erwachsenen Realität. Dann folgt er der Einladung
eines Fürsten auf seine Güter. Im Gegensatz zu Werther stellt der Fürst den Verstand über
die Seele und Werther fühlt sich in seiner Einzigartigkeit nicht erkannt. Erneut plant er seine
Abreise. Er will Lotte wiedersehen.
Briefe vom 29. Juli 1772 bis 17. Dezember 1772
Inzwischen sind Lotte und Albert verheiratet. Werther kann die Vorstellung kaum ertragen,
dass ein anderer die geliebte Frau berührt. Trotzdem nimmt er den intensiven Kontakt zu
Lotte wieder auf. Er fühlt sich ihr ausgeliefert und ist monatelang hin- und hergerissen
zwischen Zweifel und Hoffnung. Schließlich glaubt er sich von bösen Geistern beherrscht
und am Ende seiner Kraft. Die Natur erscheint ihm düster und feindselig und sein Geist ist
verwirrt. Werther kann nicht aufhören zu weinen und sehnt sich nach dem Tod.
20. bis 23. Dezember 1772
In der Absicht Werthers letzte Tage ausführlich zu schildern, ergänzt der fiktive Herausgeber
dessen zunehmend fragmentarische Briefe durch Erzählung: In Albert und Lottes Ehe war
der Alltag eingekehrt und der Beruf stand für Albert an erster Stelle. Werther hingegen blieb
gewohnt aufmerksam gegen Lotte. So wurde ein Keil zwischen die Eheleute, aber auch
zwischen Albert und Werther getrieben. Die beiden gehen sich aus dem Weg und der
verzweifelte Werther besucht Lotte nur noch in Abwesenheit ihres Mannes. Unterdessen
nimmt die Idee der Selbsttötung bei Werther immer mehr Gestalt an.
Am 20. Dezember 1772 bittet Lotte den aufgewühlten Werther um Mäßigung und erteilt ihm
ein viertägiges Besuchsverbot bis zum Weihnachtstag. Ungeachtet ihrer Bitte kommt
Werther am folgenden Abend zu ihr. Bei diesem Besuch liest er ihr aus den »Gesängen
Ossians«, einem traurigen Heldenpos, vor. Am Ende wird er von seinen Gefühlen
übermannt und küsst sie. Lotte weist ihn unerbittlich ab.
Am nächsten Morgen glaubt Werther sicher, dass Lotte ihn liebe, und will im Jenseits auf sie
warten. Er schickt seinen Bedienten zu Albert, um sich eine Pistole auszuleihen. Werther
schießt sich damit in den Kopf und erliegt am nächsten Tag seinen Verletzungen.
Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Fassung des Romans

Für die zweite Fassung des Romans musste Goethe 1787 auf eine Ausgabe der ersten Fassung (1774) zurückgreifen,
die zwischenzeitlich mehrfach ergänzt und verändert worden war. Die entstandenen Unterschiede – bewusst oder
ungewollt – sind Thema zahlloser literaturwissenschaftlicher Abhandlungen. Allgemein lässt sich sagen, dass die
überarbeitete Fassung von 1787 objektivierende Elemente enthält. Dem Leser wird die Identifikation mit der Figur des
Werther erschwert. Der Herausgeber meldet sich an anderer Stelle und früher zu Wort. Berichte und neue Briefe mit
der sogenannten »Bauernburschenepisode« wurden eingefügt. In ihr spiegelt sich das Schicksal des Werther wider.
Unter anderem wurde die Figur des Albert positiv verändert und entspricht dem Ideal der Aufklärung.
Zusammenfassung von Inhaltsangabe.de.

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KURZE ZUSAMMENFASSUNG
Der Roman spielt 1771/72, zumeist in einer kleinen Beamtenstadt. Werther, ein Jurist, ist in
Erbschaftsangelegenheiten unterwegs und verliebt sich dabei in Lotte, die bereits »vergeben« ist. Er
erlebt Höhen und Tiefen, wird als Bürgerlicher durch Adlige sozial diskriminiert und begeht, um einer
Verbindung der geliebten Frau mit ihrem Partner nicht im Weg zu stehen sowie aus Enttäuschung
über die Erniedrigung, die er erfahren musste, Selbstmord.
Das Parfum
Patrick Süskinds Bestseller-Roman »Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders« wurde
1985 veröffentlicht. Die Geschichte spielt in Frankreich und handelt von Jean-Baptiste
Grenouille, der keinen eigenen Körpergeruch hat, jedoch mit einem ausgeprägtem
Geruchssinn auf die Welt kommt. Für die Herstellung eines außergewöhnlichen Duftes wird
er zum Mörder.

Jean-Baptiste Grenouille wird am 17. Juli 1738 auf einem Fischmarkt an dem Friedhof
Cimeterie des Innocents in Paris geboren. Seine Mutter, eine Fischhändlerin, bringt ihn unter
dem Schlachttisch zur Welt und lässt ihn dort einfach liegen. Sie hat vor, ihren Sohn später
zusammen mit den Fischresten wegzuspülen. Doch Jean-Baptiste hält an seinem Leben fest
und stößt einen durchdringenden Schrei aus, der die Passanten auf ihn aufmerksam macht.
Seine Mutter wird daraufhin wegen Kindesmordes angeklagt und hingerichtet.
Der Junge, der schon als Säugling die außergewöhnliche Gabe besitzt, verschiedenste
Gerüche in sich aufzunehmen, besitzt keinen eigenen Körpergeruch. Er kommt zu
verschiedenen Ammen, die ihn aufziehen sollen, doch alle wollen das Baby schon nach
kurzer Zeit loswerden. Dies liegt daran, dass Jean-Baptiste ihnen Angst bereitet. Er riecht
nicht wie andere Säuglinge und verhält sich auch nicht so.
Nach einiger Zeit wird er zu Madame Gaillard geschickt. Diese verdient ihren Unterhalt mit
dem Aufziehen von Waisenkindern. Schnell wird Jean-Baptiste zu einem Außenseiter. Die
anderen Kinder finden ihn seltsam und versuchen sogar, ihn zu ersticken. Doch alle
Versuche schlagen fehl. Grenouille wächst ohne Liebe und Freundschaft bei Madame
Gaillard auf.
Schon in seiner Kindheit beschließt Jean-Baptiste, alle Düfte in sich aufzunehmen und für
immer in sich zu bewahren. Im Alter von acht Jahren wird er an den Gerber Grimal verkauft.
Die harten Arbeitsbedingungen überlebt Grenouille aufgrund seiner angeborenen Zähigkeit.
Eines Tages nimmt er plötzlich einen bis dato unbekannten Geruch wahr. Er folgt dem Duft
durch die Straßen von Paris, bis er dessen Quelle findet. Es handelt sich um den Geruch
eines jungen Mädchens.
Jean-Baptiste ist von dem Geruch so fasziniert, dass er ihn gerne festhalten möchte. Er
schleicht sich an das Mädchen heran und tötet es. Doch schnell merkt er, dass sich mit dem
Tode auch der vollkommene Geruch verflüchtigt. Er beschließt einen Weg zu finden, um den
Duft zu konservieren. Diese Gier treibt Grenouille während der nächsten Jahre an.
Als der Lehrling eines Tages den Parfümeur Baldini mit Lederhäuten seines Meisters
beliefert, sieht er seine Chance gekommen. Jean-Babtiste beweist Baldini seine Fähigkeiten
im Umgang mit Düften und tatsächlich kauft der Parfümeur dem Gerber seinen Lehrling ab.
Jean-Baptiste lernt bei Baldini verschiedene Techniken zum Herstellen von Düften kennen.
Schon bald ist er es, der die Düfte für Baldini herstellt, und den alten Lehrmeister in ganz
Paris und darüber hinaus bekannt macht.
Neben den üblichen Düften möchte Jean-Baptiste nun auch den Duft von Eisen und
anderen Materialien festhalten. Als er merkt, dass Baldinis Technik der Destillation ihm nicht
den gewünschten Erfolg bringt, beschließt er, in die Hauptstadt der Düfte zu gehen: nach
Grasse.
Mit einem Gesellenbrief in der Tasche verlässt Grenouille seinen Meister Baldini. Auf dem
Weg nach Grasse beginnt der zunehmende Menschengeruch, Jean-Baptiste zu ekeln. Der
Ekel ist so stark, dass der Reisende sich fernab von anderen Menschen in einem Erdloch
auf einem Vulkanberg verkriecht. In diesem Unterschlupf bleibt er die nächsten sieben
Jahre. In dieser Zeit hält er alle Düfte in seiner Höhle eingeschlossen. In seinem Kopf nimmt
die Idee, Macht über Menschen zu besitzen, einen immer größeren Platz ein.
Er verlässt sein Versteck. In einer Stadt wird er von dem Forscher Marquis de la Taillade-
Espinasse aufgenommen. Dieser sieht in Jean-Baptiste die Bestätigung der von ihm
aufgestellten »Fluidum-Letale-Theorie«: Danach stoße die Erde schädliche Gase aus und
habe auch Grenouille in seiner Höhle geschadet.
In der Zeit bei dem Marquis gelingt es Grenouille, einen menschenähnlichen Duft
herzustellen, der ihm Akzeptanz in der Gesellschaft verleiht. Daraufhin macht er sich
endgültig auf den Weg nach Grasse, wo er bei Madame Arnulfi und ihrem Gesellen neue
Verfahren zur Duftgewinnung erlernt. Bei einem Spaziergang nimmt er den Duft des
Mädchens Laure wahr und will diesen besitzen, sobald Laure zu einer Frau gereift ist. Jean-
Baptiste sieht in Laures Duft die höchste Essenz, die ihm zur Herstellung seines ultimativen
Parfums fehlt.
Mit der Zeit häufen sich auffällige Morde in der Stadt Grasse. Ein Serientäter bringt Frauen
um und lässt diese nackt und mit kahl geschorenen Köpfen zurück. Bei dem Mörder handelt
es sich um Jean-Baptiste, der die Düfte der Frauen konserviert. Als der Vater von Laure
erkennt, dass seine Tochter wohl das nächste Opfer sein wird, nimmt er Laure und flieht aus
der Stadt. Doch Grenouille macht die Gefolgschaft aufgrund seines ausgeprägten
Geruchsinns schnell ausfindig und bringt die junge Frau schließlich in einem Gasthof um. Er
nimmt ihren Geruch an sich.
Doch man kommt Grenouille letztlich auf die Spur. Der Serienmörder wird am 15. April 1766
zum Tode verurteilt. Am Tag der Hinrichtung betritt er den Platz, wo Zehntausende bereits
gespannt warten. Plötzlich wird er von allen geliebt und verehrt. Der Grund liegt an dem
ultimativen Parfum, das er aus den Düften der ermordeten Frauen hergestellt hat. Aufgrund
dessen umgibt ihn eine außergewöhnliche Aura, die die Menschen um ihn herum alles
vergessen lässt. Berauscht von dem Duft, feiert die Menschenmenge eine Orgie, an die sich
am nächsten Tag niemand mehr erinnern möchte.
Jean-Baptiste wird daraufhin begnadigt, und die Schuld an den Morden dem Ehemann von
Madame Arnulfi zugeschoben. Doch Grenouille merkt schnell, dass nicht er von den
Menschen geliebt wird, sondern der Duft, den er erschaffen hat. Er kehrt daraufhin nach
Paris zurück und begibt sich auf den alten Fischmarkt zu Bettlern, Mördern und
Ausgestoßenen. Er trägt das »Parfum« beabsichtigt überdosiert auf und nähert sich der
Menge, die um ein Lagerfeuer herumsteht.
Die Wirkung auf diese ist so überwältigend, dass die Menschen glauben einen Engel vor
sich zu haben. Jeder will ein Stück von dem Engel besitzen und so kommt es, dass sie
Jean-Baptiste zerreißen und aufessen. Grenouille stirbt an dem stinkenden Ort, wo er auch
geboren wurde.

Süskinds Roman zeigt, wie ein Mensch zum Mörder geworden ist, weil er Akzeptanz und
Liebe in der Gesellschaft gesucht hat. Schon als Säugling allein gelassen und hin- und
hergeschoben, wächst Jean-Baptiste ungeliebt und einsam heran. Um dazuzugehören,
würde er alles tun. Und tut dies schließlich auch. Er wird zu einem Mörder. Akzeptanz findet
die Hauptperson des Romans nur durch eine künstlich hergestellte Aura. Dieser Dunstkreis
wiederum entfaltet eine ungeahnte Macht.
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KURZE ZUSAMMENFASSUNG
Der Roman erzählt vom Leben Jean-Baptiste Grenouilles, der zum Mörder junger Frauen wird, um
sein Ziel, größter Parfumeur aller Zeiten zu werden und die Menschen zu beherrschen, zu erreichen.
Grenouille besitzt die überragende Fähigkeit, Gerüche zu erfassen, zu analysieren, zu speichern und
sie zu neuen Duftkompositionen zu verarbeiten; allerdings fehlt ihm der menschliche Eigengeruch.
Der Roman präsentiert Grenouilles Werdegang und die Stationen seiner Entwicklung von der Geburt
(17.7.1738) bis zu seinem Tod 29 Jahre später.
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Das Parfum«.

ZEITGESCHICHTLICHE EINORDNUNG
Patrick Süskind wurde am 26.3.1949 in Ambach geboren; er lebt in München, Paris und
Südfrankreich; über sein Privatleben ist kaum etwas bekannt, vom Literatur- und Medienbetrieb
(Talk-Shows etc.) hält er sich fern.
»Das Parfum« kann als Schlüsselwerk der Postmoderne gelten.
Süskind arbeitete für das Fernsehen; als Autor gehört er zu den erfolgreichsten Vertretern der
deutschsprachigen Literatur; seine Figuren sind häufig Einzelgänger – wie ihr Autor selbst.
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Das Parfum«.

ENTSTEHUNG UND QUELLEN

Süskind greift im »Parfum« auf zahlreiche literarische Genres zurück (Künstlerroman, Krimi,
Reiseroman, Bildungsroman etc.). Sein Roman ist voller Anspielungen und Hinweise auf andere
literarische Werke, die parodiert, paraphrasiert oder als Andeutung und Anspielung in den Roman
einmontiert werden. Als eine kultur- und sozialgeschichtliche Quelle des Romans kann Alain Corbins
Werk »Pesthauch und Blütenduft. Eine Geschichte des Geruchs« gelten.
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Das Parfum«.

AUFBAU DES ROMANS

Der Roman schildert, von geringen Ausnahmen abgesehen, die 29 Lebensjahre Grenouilles in linear-
sukzessiver Abfolge mit größeren und kleineren Zeitsprüngen (Zeitraffung). Die 51 Kapitel des
Romans können in vier Gruppen zusammengefasst werden, die jeweils größere Abschnitte im Leben
Grenouilles und seiner Entwicklung darbieten. Die Kapitel sind um eine Mittelachse gruppiert (Kap.
24–29), die einen Höhe- und Wendepunkt markiert. Ausgangs- und Endpunkt des Romans ist Paris.
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Das Parfum«.

HAUPTPERSONEN
Jean-Baptiste Grenouille
 ist die Zentralfigur des Romans, um die alle anderen Figuren gruppiert sind
 hat keinen Eigengeruch, aber die Fähigkeit, Gerüche zu analysieren, zu speichern und neu zu
kombinieren
 wird zum Mörder an jungen Frauen, um aus deren Duft das absolute Parfum zu erschaffen
 erkennt, dass die Menschen nur seine künstlich erschaffene Duftaura lieben, aber nicht ihn selbst
 übergießt sich am Ende seines Lebens mit seinem Parfum und wird in einem kannibalischen Mahl
verzehrt
Baldini
 stellt Grenouille als Lehrling an und wird durch ihn zum reichsten Parfumeur von Paris
 bringt Grenouille Grundlagen des Parfumeurhandwerks bei
 stürzt mit seinem Haus nach dem Weggang Grenouilles in die Seine
Taillade-Espinasse
 der Adelige lehrt Grenouille, sich nach den Konventionen der Gesellschaft zu verhalten
 sieht in ihm eine Bestätigung für seine fluidum-letale-Theorie
 löst sich nach dem Weggang Grenouilles in Luft auf
Richis
 ist ein angesehenes Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft und Vater des letzten Opfers von
Grenouille
 kommt Grenouille auf die Spur, kann aber die Ermordung seiner Tochter nicht verhindern
 möchte den Mörder seiner Tochter als Sohn adoptieren
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Das Parfum«.

STIL UND SPRACHE

Die Sprache des Romans ist flüssig, anschaulich, bildreich und eingängig; Düfte und Duftnuancen
werden ebenso akribisch beschrieben wie der Ablauf von physikalischen und chemischen Prozessen
im Zusammenhang mit der Parfumherstellung.
Häufige Stilmittel sind Vergleiche, Kontrastbildungen, Wiederholungen und Reihungen.
Dies ist ein Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Das Parfum«.

INTERPRETATIONSANSÄTZE
 Der Titel als mehrdimensionales Schlüsselwort
 »Das Parfum« – der historischkulturelle Kontext
 Parfum als Duft – der Kontext im Roman
 »Das Parfum« – der politische Kontext
 Die Deutungsoffenheit des Romans

Der geteilte Himmel


1. RITA SEIDEL (21) liegt nach einem Unfall im Krankenhaus. Sie ist Werkstudentin
im Waggonwerk und der Arzt rätselt über die Ursachen dieses Unfalls: Unglückliche
Liebe? Er beobachtet Ritas Besucher, die Mutter, den jungen Betriebsleiter, zwölf
Männer von der Brigade, eine zierliche kleine Friseusin. Rita scheint beliebt zu sein.
Sie wird ins Sanatorium weitergeleitet.

2. Ein Blick zurück (Ich/Er-Perspektive): Das kleine Heimatdorf vor zwei Jahren, als
Manfred Herrfurth (29), der Chemiker, auftauchte. Sie lernen sich beim Dorftanz
kennen: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Danach beginnt das Warten auf den ersten
Brief, der tatsächlich kommz.

3. Der Blick geht noch weiter zurück, bis zum Kriegsende, als die Familie aus dem
böhmischen Wald in dieses mitteldeutsche Dorf verschlagen wurde. Der Vater
kommt nicht mehr aus dem Krieg zurück, Rita geht mit 17 in ein enges
Versicherungsbüro. Sie liest abends Romane, fühlt sich verloren und einsam, da
taucht Manfred auf. Er kommt ein zweites Mal, wird ins Haus von Mutter und Tante
eingeführt, Rita übernimmt die Initiative, Manfred erscheint ihr als ein kühler,
spöttischer und berechnender Mensch, der mit dieser Rolle nicht glücklich ist und
nur mit Ritas Hilfe diese abstreifen kann. Neujahr 1960 verbringen sie gemeinsam
im Skiurlaub.

4. Die Beziehung wird dauerhaft, Manfred lässt sich immer tiefer auf diese
Beziehung ein. - Rita lässt sich im März von Schwarzenbach, dem "Bevollmächtigten
für Lehrerwerbung" als Lehrerstudentin anwerben.- Sie weiß jetzt, was sie will:
Lehrerin werden und in der großen Stadt studieren, wo Manfred wohnt.

5. Manfreds Reaktion, Unwillen über ihre selbständige Entscheidung, aber er sorgt


auch dafür, dass sie in seinem Elternhaus einziehen kann (April). Rita zieht bei
Herrfurths ("Mein Lebenssarg!") ein, unter das Dach: Gondelgefühl und Abheben.

6. Rita zieht ins Sanatorium (Ich/Sie)- sie erinnert sich an ihren Einzug in die 'Stadt'
(Leipzig?), Neugierde und Herzklopfen, erste Erkundungssgänge, Menschen, Straßen
und Turm, Arbeiterviertel, Villenviertel - erst allein, dann mit Manfred.

7. An einem frostigen Morgen im Frühjahr 1960 geht Rita zum ersten Mal ins
Waggonwerk ("ein Lehrer muss heutzutage einen Großbetrieb kennen"), dessen
kaufmännischer Direktor Manfreds Vater ist. Die berühmte Brigade Ermisch nimmt
das 'grüne Ding' Rita auf. Brigadeleiter Ermisch (Mitte 30) teilt Rita dem alten
Meternagel (zwei Töchter) und dem jungen, einfältigen Hänschen zu. Rita kommt
nur langsam in die Arbeit hinein. - Im Gegensatz zur lauten Betriebssamkeit im Werk
herrscht bei den Herrfurts spannungs- reiches Schweigen: Die Frau, gepflegt, aber
ewig nörgelnd und gekränkt, verachtet ihren Mann, aber versorgt ihn gründlich. Aus
der eisigen Atmosphäre bei Tisch ziehen Rita und Manfred sich gerne unter das
Dach zurück, wo sie studieren und lernen.

8. Im Sanatorium: Rolf Meternagel kommt zu Besuch - Erinnerungen an den Anfang


in der Brigade. - In der Familie Herrfurt gab es eine böse Auseinandersetzung
zwischen Manfred und dem Vater wegen Meternagels Person. Etwas liegt da im
Argen.

9. Meternagel war Meister im Werk, bis Vater Herrfurth ihm irgendwelche


Vergehen seiner Brigade nachwies und degradierte. Endlich erzählt Manfred auch
aus der Vergangenheit des Ehepaars Herrfurth: Erst SA und HJ, dann Schwarzmarkt
und jetzt SED-Mitgliedschaft. Auch über Manfreds Jugend im Dritten Reich erfährt
man einiges.

10. April '60, die Brigadefeier, der 5000. Waggon; Rita schaut sich ihre Kollgen - das
Proletariat - zum ersten Male richtig an; Ernst Wendland kommt auch noch in die
Kneipe, ab er seine Anwesenheit drückt auf die Stimmung. Später kommt raus, was
los ist: der alte Werkleiter ist im Westen geblieben, das Werk steht vor dem
Produktionseinbruch und Wendland ist der neue Werkleiter.

11. Die Krise: Die Zulieferung stockt, keine Arbeitsauslastung (Werkkrise als Krise
der DDR-Gesellschaft!) - in der Brigade gibt es Autoritätskonflikte, Ermisch` und
Meternagel belauern sich, und auch bei Herrfurths ist die Lage gespannt, der junge
Wendland ist nun Herrfurths Vorgesetzer.

12. Eines Abends auf dem Nachhauseweg erzählt Meternagel Rita seine Geschichte:
Tischler, nach dem Krieg in die Partei - ein schneller, schwindelerregender Aufstieg
(Lern=Entfremdungsprozess), dann zweimalige Degradierung und Warten auf den
Tag X. Bis dahin führt er genau Buch über das, was im Werk geschieht. - Ritas
Einführung in die große Welt der Erwachsenen (59/60): Es ist eine schlechte Welt.
Auf der Werksversammlung fordert Wendland vor allem Ehrlichkeit.

13. Retardierendes Moment - Einschub:Im Sanatorium, Herbst '61, Ritas Genesung


geht langsam - Rita erinnert sich an einen leichten Sommertag: Ausfahrt mit
Manfred nach dessen Promotion, Knappenzug und Trubel in einer kleinen Stadt im
Harz - Glückliche Tage.

14. ...am Abend desselben Tages kommt es zur Begegnung zwischen Manfred und
Wendland: Sie kennen sich aus der Schulzeit und noch ein dritter ist dabei, Rudi
Schwabe, der ehemalige FDJ-Sekretär der Schule, der ihnen damals aus der Patsche
half - Ritas 20. Geburtstag

15. Ein heißer, zu trockener Sommer: Meternagel macht sein Buch auf und zeigt es:
"Arbeitszeitvergeudung unserer Brigade!" Er ruft zur Selbstverpflichtung auf, keiner
meldet sich; doch zwei Wochen später hat er die Brigade hinter sich - Meternagel
der proletarische Held! (Charakter: störrisch, mutig, klug, listig S.88) - Rita reift
weiter - Manfreds zwiespältige Gefühle: Staunen und Beunruhigung, dennoch Tage
des ungetrübten Einverständnisses.

16. Tatsächlich wird der Plan bald wieder erfüllt, gerade rechtzeitig zum 15.
Jahrestag des VEB: Auf dem Empfang beim Rat der Stadt sehen sich alle wieder;
Reden, Tanz, Flirten; spät am Abend diskutieren noch Wendland und Manfred.
Manfred offenbart sein skeptisch-resignatives Weltbild: "Die Vernunft war niemals
ein geschichtsbildender Faktor!" Dafür verstehen sich Wendland und Meternagel
(der erste war einmal Schwiegersohn des anderen) wieder besser; Meternagel soll
im Entwicklungsstab für den neuen Leichtwaggon mitarbeiten. - Rita und Manfred
verbringen danach noch einen schönen Sommerurlaub auf dem Lande.

17. Herbst '60: Rita geht jetzt ins Lehrerinstitut (in Leipzig?): Sie empfindet
Fremdheit, doch die Friseuse MARION muntert sie wieder auf. Auch Manfred hat
jetzt einen Freund: der junge Ingenieur MARTIN Jung, den er betreut, und dessen
ganze Energie in die Verbesserung einer Spinn-Maschine fließt. - Rita trifft am
Institut Schwarzenbach wieder. Ein Karrierist, Streber und Aufpasser unter den
Studenten bereitet ihr Sorgen: MANGOLD

18. Ritas Morgentraum - Manfred und Wendland, Versuch einer Annäherung:


Probleme im Betrieb und Wendlands Vergangenheit: Drei Jahre Sibirien.

19. Weihnachten 1960: Abend bei Manfreds Professor - Rita beobachtet den
'Götzendienst' von Manfreds Kollegen und deren spießig-zynische Gespräche -
Manfred erfährt, dass sein und Martins Maschinenprojekt (Spinn-Jenny) abgelehnt
wurden - Manfred fasst den Entschluss zur Flucht (133) - In einer politischen
Debatte mit Rudi SCHWABE (FDJ zur Bewährung) kommt der politische Standpunkt
der Herren deutlich heraus.

20. Februar 1961: Manfred setzt sich für Martins Maschine ein und fährt in die
thüringische Fabrik mit ihm. Rita ist allein, Marion besucht sie; sie sprechen über die
stille Komilitonin SIGRID, deren Eltern in den Westen verschwanden; Mangolds
Drohung; überall Gerüchte über Fluchten in den Westen - die verunsicherte Rita
sucht Zuflucht bei Meternagel und Schwarzenbach, dannflieht sie selbst zur Mutter
ins Dorf.

21. Rita bekommt für die versäumten Schultage einen Verweis ausgesprochen -
Mangold und Schwarzenbach geraten in der Versammlung aneinander: "Zuspitzen"
oder "Revolutionäre Geduld"!? Manfred kehrt zurück und erzählt die Geschichte
vom besten Freund, der ein 'Mangold' wurde.

22. Im Sanatorium - Rita erhält zwei Briefe: Einen von Martin Jung und darin einen
an ihn gerichteten von Manfred. Die vor acht Monaten noch abgelehnte Maschine
wird nun von der Partei freundlich begutachtet. Martin wurde damals wegen seiner
Wutausbrüche in der Fabrik vom Studium ausgeschlossen; Manfred verwendete
sich vergeblich bei Rudi Schwabe für ihn. Martin hatte den Frust überstanden und
durchgehalten, Manfred das Land verlassen.

23. April '61: Probefahrt mit dem neuen Leichtbauwaggon; "die Nachricht" von
Gagarins Weltraumflug; Degradierung von Manfreds Vater; Auseinandersetzung mit
Wendland.

24. Mai: Schlechtes Wetter und dicke Luft überall; Rita geht mit Wendland aus,
Schuldgefühle und Eifersucht.

25. Manfred bleibt im Westen, seine Mutter stirbt unerwartet - Beerdigung

26. August: Rita fährt nach Berlin , 11 Wochen nach Manfreds Wegbleiben; sie ist
inzwischen wieder im Werk tätig; Begegnung mit einem republikflüchtigen Lehrer

27. Rita im Westen: Wiedersehen mit Manfred.

28. Letzter Nachmittag im Sanatorium: Schwarzenbach kommt - Der Westen und


Manfred.

29. Schwarzenbach und die Schwierigkeiten beim Sagen der Wahrheit - der
Abschied.

30. Anfang November: Ritas Rückkehr in die "rußerfüllte Stadt“. Selbsterforschung:


Selbstmordversuch? (S.227) - Ein Gespräch mit Herrn Herrfurth: Warum ist sie aus
dem Westen zurückgekehrt? - Im Waggonwerk: In der Brigade Ermisch wird der
damalige Bilanzschwindel aufgeklärt, der zur Degradrierung Meternagels geführt
hatte. - Rita besucht ihn zuhause, er ist rehabilitiert, aber gesundheitlich am Ende.